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Donnerstag, 14. April 2016

Kriminelle bei der VG Adenau?

Na sowas aber auch.

Gegen einen Mitarbeiter der Verbandsgemeindeverwaltung Adenau wird wegen des Verdachts der Untreue ermittelt. Der Mitarbeiter wird beschuldigt, über einen längeren Zeitraum hinweg öffentliche Mittel im sechsstelligen Bereich veruntreut zu haben.

Wie der Herr, so´s Gescherr.

UPDATE:

Jetzt sogar schon siebenstellig?

Ein Mitarbeiter der Verbandsgemeinde Adenau soll über einen längeren Zeitraum öffentliche Gelder in Millionenhöhe veruntreut haben.

Wenn sich das bestätigt, dann muss auch der Leiter der Behörde zur Verantwortung gezogen werden, dass so ein Verbrechen so lange unbemerkt bleiben konnte. Millionen (!?) rutschen nicht mal gerade so zwischen die Akten einer Verbandsgemeindeverwaltung, die sowie nicht unbedingt im Geld schwimmt.

UPDATE 2:

Jetzt ist es auch beim SWR wieder 6-stellig - die Redaktion hatte sich vertan und das jetzt korrigiert. Wäre ja mal interessant zu erfahren, über welche Größenordnung wir reden. Weil zwischen 6-stellig und 6-stellig liegen immer noch Welten.

VGAdenau | Untreue | Nisius | Romes |


Sonntag, 17. August 2014

Mikebericht vom DTM Wochenende.

Eigentlich ist DTM ja nicht so mein Ding, aber bei dieser Konstellation bleibt mir ja gar nichts anderes übrig!

Mit dem Steff war das schon länger vereinbart, ich wollte mal ein wenig hinter die Kulissen schauen. Sowohl BMW als auch DTM fanden das auch gut und so habe ich Fr/Sa eingeplant, um ein paar Eindrücke zu sammeln.

Als ich angekommen bin, wurde ich von diesem Auto begrüsst, wer erinnert sich noch an den privaten Ruch-Mustang?

Und auch schön, mal wieder Land-LKWs zu sehen!

Wolfgang Land war 1990 selber hinter’m Lenkrad am Start und 25 Jahre später ist das Team regelmässig im Carrera Cup vor Ort.

Leider bei der VLN nicht mehr dabei, daher war es schön den Wolle mal wieder zu treffen!

Chippie und Bärchen - wir zwei könnten stundenlang über Opel DTM Zeiten erzählen!

Aber eigentlich war ich ja deswegen hier:

Reinhold Motorsport GmbH - kurz RMG - von Stefan Reinhold.

Dieses Foto habe nicht ich gemacht, sondern Steff’s Sohn, der Emil:

Das haben wir direkt ausgenutzt und ihn um ein Erinnerungsfoto an 20 Jahre Audi 200 gebeten:

Solche Bilder gelingen auch nur, wenn der Emil abdrückt! Da hat der Chris wohl gedacht, das wird nix!? Hehe!

Wo wir gerade beim Emil sind: er war auch zuständig für die Boxenführungen. Keine Frage, die er nicht beantworten konnte und der Junge ist gerade mal 10. Da brauchen wir uns über den Nachwuchs keine Sorgen machen!

Beim Steff fährt der Maxime Martin, wer hier mitliest kennt ihn spätestens seit N24h 2013. Beinahe wäre er Fahrer des Jahres geworden!

Mit dem Olaf geht er dann nochmal den Einkaufszettel für’s Wochenende durch ;)

PUSHPAPY - das steht auch auf dem Käfig:

Marco Wittmann ist der Teamkollege, er führt aktuell in der Meisterschaft:

Und Steff hat einen Traum: er möchte sein Heimrennen am Nürburgring gewinnen!

Die Chancen stehen nicht schlecht, aber dafür muss alles passen.

Beim Training wurde auch Boxenstopp geübt, die Mannschaft steht bereit wie ein Flitzebogen zum Abschuss!

Im Rennen haben sie den Marco beim Boxenstopp in sagenhaften 2,7 Sekunden abgefertigt!

“Ruhe bewahren - Sicherheit ausstrahlen!” Kennt Ihr noch Patrick Elsen? Auch für ihn Heimspiel.

Das Glücksbringer-N am Boxenstand:

Emil hat alles im Griff beim Training:

Für einen Teamchef gibt es jede Menge andere Aufgaben - immer auf der Flucht:

Kurzes Hallo mit Harald Nippel Grohs, bevor es …

… zu Dirk und Sportchef Jens Marquardt zum Interview geht:

Wettermässig ging das Wochenende echt übel los, der Regen wurde immer wieder an- und ausgeknipst. Selbst die Engländer haben den Schirm ausgepackt, das will was heissen!

So kann man natürlich auch fotografieren:

Sehr auffällig war, dass alles was nicht mit DTM zu tun hatte, abgeklebt wurde. Das war soviel, dass es schon peinlich ist. Die Hazet an den Toren …

… oder das Mundorf an den Tankstellen:

Wenn man die Augen offen hält, findet man aber auch noch richtig alte Relikte, das Logo war toll, danach ging’s bergab:

Und es gab Zeiten, da wurde Marek Lieberberg gefeiert - heute tritt man ihn lieber in den Allerwertesten:

Die Nürburgring TV GmbH aus Düsseldorf hat zwar ihre 2012er Bilanz noch nicht veröffentlicht, hat aber dafür jetzt eine eigene Lounge:

Ok, bevor sie leersteht wie die anderen. Noch jemand ohne?

Das ist nicht das Kleingedruckte, das ist der Zeitplan:

Da liegt man echt auf dem Boden - im wahrsten Sinne des Wortes! :)

Bei der DTM fahren 3 Werke gegeneinander: BMW, Audi und Mercedes. Bis vor kurzem war sogar BMW noch gar nicht dabei. Aber es ist immer noch so wie Fussballspiel, allerdings mit 3 Mannschaften. Die jeweiligen Sportchefs ziehen die Strippen, die Teams sind reine Dienstleister. Sie unterscheiden sich innerhalb der Marke auch nicht voneinander, die CI ist streng vorgegeben.

Und in der Boxengasse stehen erst die BMW Teams …

… die nur durch das kleine Namesschild oben zu identifizieren sind:

Dann die Auditeams …

… wobei Rosberg die Tür zu macht, …

… während es der Eifler Phoenix Mannschaft noch lange nicht kalt ist:

Und dann kommt Mercedes. Die haben natürlich einen Ruf zu verlieren …

… und verlegen mal schnell Parkett in der Box:

Aber auch hier das Setup und Aussehen streng vorgegeben:

Interessante Konstruktionen sind am Start bei den Kameras …

… oder auch bei den Antennen:

Und die Kohle wird mit vollen Händen rausgehauen. Mal als Beispiel die Showbühne am Ende der Boxengasse …

… oder die manuellen Bremsenlüfterföhns aus Kohlefaser:

Die Hubschrauber waren auch ständig in der Luft …

… da kann sich Rheinland-Pfalz natürlich nicht lumpen lassen und schickt die Polizei vorbei. Die Kohle muss raus!

Die Tribünen waren garnicht schlecht gefüllt, das sind Bilder vom Samstag. Fahrerlagertribüne …

… Mercedes-Tribüne …

… und auch T4:

Selbst auf dem Hatzenbachhügel haben sich ein paar Leute eingefunden:

Auch das Fahrerlager war voll Leute, aber ausser Hospitality Palästen und beeindruckenden LKWs in Reih und Glied gab es da nichts zu sehen!

Es sei denn, man konnte eine seltene Boxenbesichtigung mitmachen. Und das ist dann auch die Antwort auf die Frage, was denn Jens Klingmann so macht, wenn er nicht gerade neuen Nordschleifenrekord fährt:

Immerhin reduzieren die Zuschauer freiwillig die Entsorgungskosten …

… und das nicht zu knapp!

Kaum verheiratet und schon auf Jück …

… aber Timo Glock muss ja Rennen fahren!

Im Regentraining war er sauschnell unterwegs!

Im Qualifying war es aber trocken und ich habe mich mal an der Schikane positioniert. Die anderen guten Stellen - Eingang und Ausgang Arena - waren Sperrzonen. Damit die Fernsehkameras dort ungestört stehen können - na vielen Dank.

Der Oli Walter war auch da, bisher kannte ich ihn nur aus dem Netz.

Hat sich in Müllenbach ein schickes N auf die Jacke sticken lassen und war damit natürlich ohne Umwege sofort für den Mikebericht qualifiziert! ;)

Dann ging es endlich los mit Autos auf der Strecke. Ich muss sagen, für meinen Geschmack sind die viel zu laut. Die hören sich auch nicht gut an, sondern machen einfach nur Krach. Und dann auch noch alle Marken gleich. Man - also zumindest ich - kann sie nicht am Geräusch auseinanderhalten.

Man hört auch keine Schaltvorgänge. Für mich ist das ein monotoner Lärm. Das einzig richtig Geile ist, dass sie ab und zu Feuer spucken. Das war’s dann aber auch schon.

Das fand ich ein gutes Fotomotiv, aber mir fällt kein passender dummer Text ein ;) Die Post scheint jedenfalls mächtig Kohle übrig zu haben, denn sie sind auch auf allen Nummernschildern und ziehen im Fahrerlager eine Tribüne hoch.

Mit dem Auge Unterschiede bei den Fahrern festzustellen, ist echt schwer. Die Autos liegen wie angenagelt auf der Strasse, kein Verbremser oder Quersteher zu sehen.

Da ist man schon froh, wenn jemand die Linie nicht trifft:

Ich hatte Gelegenheit mich mit Maxime Martin zu unterhalten und er ist sehr froh, in der DTM angekommen zu sein. Die Autos seien mit nichts vergleichbar, die japanischen GT kommen dem vielleicht nahe - ansonsten sind sie etwa so wie ein LMP mit viel Gewicht. Ob er nochmal in Le Mans fahren kann, wusste er nicht - er möchte sich auf die DTM konzentrieren und gerne in der Serie bleiben.

Er lernt immer noch dazu, aber auf Strecken, die für alle neu sind, können die anderen ihre Erfahrung nicht mehr so gut ausspielen. Das hat der Sieg in Moskau auch eindrucksvoll gezeigt!

Ich hab ihn auch nach dem Steff gefragt, er sei ein guter Teamchef, würde aber auch ordentlich Druck machen. So kennen wir ihn! :)

In Belgien ist die DTM noch nicht regelmässig im Fernsehen, aber er arbeitet daran. Meine Kritik an der Serie konnte er nicht nachvollziehen - im Cockpit sei es knallhartes Racing mit starker Konkurenz.

Ich finde es schade, dass davon kaum noch etwas übrigbleibt, wenn es beim Zuschauer ankommt.

Als ich diese Autos gesehen habe, dachte ich an Austellungsstücke - Pustekuchen!

Herrlicher Linder E30 M3 mit Harald Grohs am Steuer - ein Genuss für die Sinne! Da habe ich sofort die Ohrschützer abnommen, Traumsound. Und umso krasser der Gegensatz, mit was man heutzutage malträtiert wird.

Natürlich besonders kultig mit Nippel am Steuer mit seinem klassischen Jethelm, da werden Erinnerungen wach!

Schaut Euch das zierliche Auto an. Nicht so ein unförmig zerklüftetes Flügelirgendwas von heute.

Selbst der SLS wirkt trotz Flaps und Megaflügel aufgeräumt im Vergleich. Hier verfolgt Bernd Schneider übrigens Karl Wendlinger!

Und noch ein toller Soundkönig war am Start:

Und wurde richtig schnell bewegt. Kein Wunder, wenn …

… man sieht, wer am Steuer sitzt:

In meinen Augen macht die DTM vieles verkehrt, dabei könnte es so einfach sein. Der grottenschlechte Kommentator - Philipp Sohmer von der ARD - rundet das Ganze passend dazu nach unten ab.

An den Piloten liegt es jedenfalls nicht - die sind Weltklasse!

Ich mache aus meiner Meinung keinen Hehl und so war Charly Lamm auch verdutzt, mich bei der DTM zu treffen. Noch verdutzter war er zu erfahren, dass Steff und ich zusammen zur Schule gegangen sind :)

Aber es war schön Charly zu treffen, der Mann ist ein Herzensguter und macht eine sehr schwere Zeit durch. Wir kennen uns schon eine ganze Weile und haben bei diesem Film eng zusammengearbeitet. Hach!

Da kommt einiges zusammen, was liegt näher als das passende Selfie dazu! :) Ela - Steff’s bessere Hälfte - meinte dann zu dem Foto: Schön nach Größe sortiert - wie die Orgelpfeifen ;)

Zuhause haben ich natürlich am Rennsonntag ganz feste die Daumen gedrückt - denn nach Marco’s Poleposition war der Heimsieg in Reichweite. Wusstet Ihr, dass die DTM gute Ergebnisse mit Zusatzgewicht belohnt?

Marco war maximal schwer und hat das Ding nach Hause gebracht! Ein Traumstart, fehlerfreie Vorstellung und der 2,7 Sekunden Boxenstopp haben es möglich gemacht.

Steff und Ela im Fernsehen - viele Freunde aus Andernach vor Ort zu Besuch - besser geht es nicht.

Natürlich auch für meinen Mikebericht der perfekte Abschluss:

7 Rennen und 5 Siege bisher auf das Konto von RMG - sehr beeindruckend für einen Newcomer.

Nach dem Ausfall von Verfolger Mattias Ekström heute hat Marco einen satten Vorsprung. Ihm fehlen für die letzten 3 Rennen (Lausitz, Zandvoort, Hockenheim) nur 12 Punkte, um uneinholbar vorne zu liegen. Das heisst, er braucht nur noch einmal einen 4 Platz, um Meister zu werden!!

Mein Appell an die Macher der DTM ist einfach:

  • Wenn man ein Rennen erklären muss, läuft etwas falsch (Reifen, Boxenstopps, Gewichte).

  • Rennautos müssen Sound haben, nicht Krach machen.

  • Mehr Motorleistung als Grip (Stichwort Aerodynamik).

  • Weniger Hightech, dafür mehr Stabilität (Fahrerkönnen statt zerbrechlichen Flügelmonstern).

  • Und dann noch einen Kommentator, der nicht nur bunte Fernsehbilder in ein Hörspiel umwandelt, sondern der in der Lage ist ein Rennen zu lesen und auch Hintergrundwissen mitbringt. Damit meine ich nicht die Hochzeit der Familie Glock.

Für das Wochenende hatte ich mir vorgenommen hinter die Kulissen der DTM zu schauen. Doch ganz ehrlich: da ist nichts. Die Autos sind faszinierend und für Ingenieure eine echte Herausforderung. Aber davon bekommt der Zuschauer nichts mit, denn die Details werden alle geheimgehalten. So ein Wagen schätze ich auf 1 Million Euro - das muss nicht sein.

Während den Trainingsläufen stand ich mitten in der Box, näher dran kann man nicht sein. Trotzdem habe ich nichts mitbekommen. Die Abläufe sind zeitlich präzise getaktet, alles funktioniert reibungslos. Wenn die Mechaniker ihre Helme anhaben, dann agieren sie wie ferngesteuerte Roboter: jeder weiss, was zu tun ist - jeder Handgriff sitzt und kommuniziert wird über Funk. Das wirkt für einen Aussenstehenden wie ferngesteuerte Zombies.

So faszinierend das für die Beteiligten sein mag: der Kreis der Aktiven ist sehr begrenzt und der Zuschauer wird regelrecht vom Geschehen ausgeschlossen.

So gesehen ist das der Hintergrund, den ich mitgebracht habe. Und dass die Siegerpokale zu RMG gewandert sind, ist natürlich der krönende Abschluss eines spannenden Wochenendes!

Denn eigentlich haben wir ja 20 Jahre Audi 200 gefeiert :)

Tags: MikeberichtTourenwagenMastersTeamRMG | MarcoWittmannMaximeMartinStefanReinholdEmilReinhold | ChristianKohlhaasAudi200 |


Samstag, 05. Juli 2014

Audiomitschnitt: Wie Hendrik Hering sein Nürburgring ´Zukunftskonzept´ am 26.März 2010 vorgestellt hat.

Aufgrund der aktuellen Brisanz hier noch einmal der komplette Mitschnitt - 2,5 Stunden. Nichts für Leute mit schwachen Nerven, denn Hermann-Josef Romes, Jörg Lindner und Kai Richter kommen ausführlich zu Wort.

Aber auch Hendrik Hering, der energisch den Vertrag verteidigt, von dem wir heute wissen, dass er den Nürburgring endgültig in die Insolvenz geschickt hat. Nicht nur wegen der desaströsen Verpachtung an die NAG, sondern wegen der Übernahme der ehemals privaten Investitionen von Kai Richter & Co in die Nürburgring GmbH, die sich von den ca. 100 Millionen Euro zusätzlichen Schulden nicht mehr erholen konnte.

Audio Mitschnitt, 26.März 2010 (2,5 Std. MP3)

Wie peinlich und billig das alles - nur 4 Jahre später - rüberkommt.

Ich hoffe Hendrik Hering ist inzwischen eine dicke und wachsende Akte bei der Staatsanwaltschaft.

Tags: Hering | Insolvenz


Mittwoch, 26. Februar 2014

Übrig Ns vom Mittwoch.

Tags: ÜbrigNs


Sonntag, 16. Februar 2014

Mikebericht von der Ringdemo Mainz-Nürburgring.

Gestern war wieder #ringdemo angesagt - schon die 3.Demo innerhalb von zwei Monaten und wieder eine der vielen Aktionen, die von Sabine, Christian und Wir sind Nürburgring organisiert wurde:

und jetzt:

  • 15.Februar: DEMO von Mainz nach Nürburg.

Konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen, vor allem weil abends in Nürburg auch noch die After-Demo-Party anstand.

Treffpunkt war ab 9 Uhr in Mainz, um 11 Uhr sollte es dann losgehen durch die Innenstadt:

Die Autos waren alle schön vorbereitet, damit wir auch auffallen in Mainz. So ein großes N habe ich schon lange nicht mehr gesehen:

Und improvisieren geht immer:

Neben Karl Mauer war auch der tapfere Kämpfer Otto Flimm wieder mit dabei:

Sabine natürlich auch an vorderster Front zu finden - wie immer:

Bunt gemischt von überall her, aber auch viele Leute aus MYK, WW oder AW vor Ort:

STR - Save The Ring:

Fabian war mit Claudia wieder aus Zürich angereist - schwer beeindruckender Einsatz, die beiden geben alles. Die #ringdemo Aufkleber wurden von einer freundlichen Druckerei gestiftet - tolle Idee:

Fast wie ein Fahrerlager - nur leider von den bekannten Fahrern bei der Demo kaum jemand zu sehen. Wolfgang Destree hat das ja treffend kommentiert.

Dem Smart steht das STR sehr gut finde ich:

Es war auch jemand mit dem Motorrad dabei:

Und was für eine Maschine das war! Felgen vom Renault Alpine und mitlenkendes Beiboot-Rad:

… und inklusive Frau, Hund und Kind am Start:

Nfiziert sind beide, aber bei wem hättet Ihr die Anhängerkupplung vermutet?

Ankunft in Nürburg:

Und Otto Flimm hat auch ein paar Worte gesprochen:

Ebenfalls auf der Bühne war Guido Nisius:

Das ist der neue Verbandsbürgermeister der VG Adenau (Romes Nachfolger). Immerhin - er hat nicht wie sein Vorgänger gekniffen oder rumgeeiert, sondern klipp und klar gesagt, daß der Nürburgring in der öffentlichen Hand verbleiben soll. Wollen wir hoffen, daß er sich dafür auch stark macht.

Hier noch ein paar mehr von meinen Fotos.

Insgesamt wieder mal ein kräftiger, aber auch Spaß-machender Protest - die Sache zieht immer weitere Kreise. Ich habe ausnahmslos nette Leute getroffen, freundliche Gespräche geführt und viel Optimismus erlebt. Als ich als einer der letzten in Mainz losgefahren bin in der letzten Gruppe, sind die ersten Leute schon in Wehr von der Autobahn abgefahren.

600 Autos waren schon gezählt, als ich in Mainz auf den Parkplatz gefahren bin und unterwegs haben sich auch noch viele Leute auf der Autobahn dazugesellt. Die Feier mit Kölsche Musik war der krönende Abschluss für einen gelungenen Samstagnachmittag!

Ich habe auch das Gefühl die Leute sind jetzt kampfeslustig, das darf gerne so weiter gehen - ruhig noch etwas lauter!

Ich finde es super, daß es soviel Zusammenhalt gibt - und auch wenn die großen Namen lieber auf Tauchstation gehen und uns im Stich lassen, wir kämpfen weiter!

Tag: Demo


Mittwoch, 05. Februar 2014

Deutliche Anti-Romes Reaktionen.

Da hat der Verbandsgemeinde-Romes sich ordentlich aus dem Fenster gelehnt mit seinen Thesen und entsprechend war die Reaktion der Leute.

Heute gab es in der Ahrweiler Ausgabe der Rhein-Zeitung 6 Leserbriefe, die vorher auf deren FB Seite gesammelt wurden.

Meinen auch - danke dafür! - und man muß ja auch mal sagen, das ist schon ziemlich modern: von Facebook direkt über die Printausgabe auf den Frühstückstisch - das ist nicht selbstverständlich für eine Regionalzeitung. Und ich bin mir sicher, daß Herr Romes die Beiträge dank Druck gelesen hat.

Schöne treffende Worte hat auch Wilhelm Hahne gefunden:

“So hat sich das Objekt „Nürburgring 2009“ ohne grundsätzliche Baugenehmigungen – eben mit Teil-Baugenehmigungen – so lange ins Bild der Öffentlichkeit gerobbt, bis dass eine Baugenehmigung eigentlich nicht mehr aufzuhalten war. - Dank der Mithilfe eines Verbandsbürgermeister Romes.”

Kommentare: Facebook | N-Forum | Tags: Romes


Sonntag, 02. Februar 2014

Hermann-Josef Romes: Selbst im Nachhinein keine Spur schlauer.

Einen großen Auftritt hat der scheidende Bürgermeister der Verbandsgemeinde Adenau - nach 16 Jahren ist seine Amtszeit mit der Pensionierung zuende - mit einem ganzseitigen (!) Interview in der Rhein-Zeitung vom Wochenende.

Der Nürburgring spielt in dem Artikel eine große Rolle, ist HJR doch einer der Hauptverantwortlichen für die Katastrophe.

(Kafitz, Pföhler, Romes bei der Formel 1 2005)

Immer mit einem Lächeln auf den Lippen, wenn eine Kamera in der Nähe war, hat er tatkräftig mitgeholfen, das Grab der Rennstrecke auszuschaufeln:

2008 beim Spatenstich von Kai Richter’s Grünen Hölle …

… ebenso wie z.B. beim Richtfest von Nürburgring 2009 …

… immer in vordester Front dabei.

Und heute?

“(..) wir konnten doch damals nicht sagen, das kann nicht gut gehen. (..) Da geht kein Kommunalpolitiker hin und sagt, wir machen da nicht mit. Im Nachhinein ist jeder schlauer. (..)”

Herr Romes sieht sich da wohl eher in der Opferrolle und vergisst verdrängt, daß er den Freizeitpark-Ausbau massiv befürwortet hat.

Schon 2004 (!) hat er dafür Werbung gemacht (Rhein-Zeitung vom 6.Mai 2004).

“Überzeugt vom Projekt ist auch der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Adenau, Hermann-Josef Romes. ”Das ist die zweite große Chance für die Region nach dem Bau der Rennstrecke in den 20er Jahren. Noch mehr in die Breite gehende Angebote am Ring würden den Tourismus in der Region stärken, ist der Verwaltungschef überzeugt. Dass, was die Kommunalpolitik an Hilfestellung geben könne, werde die Verbandsgemeinde leisten, verspricht er. Angst davor, dass ein neues Hotel und ein Feriendorf den Betrieben rund um Adenau Kunden wegnimmt, hat Romes nicht. Konkurrenz belebe bekanntlich das Geschäft, und die anderen Betriebe könnten von einer Ferienregion Nürburgring eigentlich nur profitieren, glaubt der Bürgermeister. “Wer auf dem Markt tätig ist, muss sich auf neue Angebote einstellen und notfalls auch neu orientieren. Das gehört zum Tagesgeschäft.” "

Im März 2007 hat er sich mit anderen Politikern persönlich sogar an Kurt Beck gewandt, um den Widerstand, der in Nürburg mit “Rettet den Ring” im Entstehen begriffen war, zu entkräften.

Aus der Rhein-Zeitung vom 27.3.2007:

“Wörtlich heißt es in dem Brief nach Mainz: ”CDU, SPD und FDP der Nürburgring-Verbandsgemeinde Adenau bedauern die nach unserer Überzeugung kurzsichtige Einstellung in Nürburg, die von den kommerziellen Interessen einiger Gewerbetreibender geprägt wird und die Chancen außer Acht lässt, die mit dem Projekt “Erlebnisregion” auch für die unmittelbare Anlieger-Gemeinde verbunden sind. Wir begrüßen und unterstützen vielmehr den Plan der Landesregierung und des Landkreises, ein ganzjährig nutzbares Sport-, Freizeit- und Business-Zentrum zu schaffen, um neue touristische Märkte zu erschließen und für den Nürburgring ein größeres Maß an Unabhängigkeit von den Konjunkturzyklen des Automobil-Rennsports zu erreichen."

Dabei war die Eingabe der Nürburger vom 15.März 2007 an Kurt Beck wohlbegründet:

“Die Fehlkalkulation der Besucherzahlen zeigt sich bereits bei der Erlebniswelt am Nürburgring, die ebenfalls kontinuierlich Rote Zahlen schreibt, weil die erwarteten Menschenströme ausbleiben.”

Oder 2009:

“Dass ein solches Riesenvorhaben – es ist die derzeit größte Baustelle in Rheinland-Pfalz – zu öffentlichen Diskussionen führe, sei normal. Es handele sich um eine Übergangsphase. Langfristig würden auch die Kritiker des Vorhabens erkennen, dass der Nürburgring zusätzlich zum Motorsport neue, zukunftssichere Standbeine brauche. Eine leere grüne Wiese sei jedenfalls keine Lösung.”

Wenn Herr Romes meint - “Im Nachhinein ist jeder schlauer.” - dann schließt er sich persönlich offensichtlich aus, denn:

“Die Unsicherheit, die jetzt geschürt wird, hat auch etwas mit dem Bieterverfahren zu tun. Da sollen mögliche Investoren abgeschreckt werden, ein Angebot abzugeben. In einer solchen Gemengelage tun wir als Kommunalverband gut daran, uns mit Kommentaren zurückzuhalten.”

Wenn Ihr mich fragt: nicht mal ansatzweise etwas dazugelernt - von wegen schlauer geworden. Hält sich mit Kommentaren zurück, damit die Heuschrecken, denen der Nürburgring geopfert werden soll, es schön mollig und warm haben.

Und überhaupt: die Schuld der anderen. Nicht er ist schuld, daß der Ring jetzt hoffnungslos am Ende ist. Sondern - festhalten:

RZ: Wie bewerten Sie die Aktionen von “Ja zum Nürburgring”, Save the Ring“ und ”Wir sind der Nürburgring"?

HJR: “Sie sind dazu geeignet, seriöse Anbieter von einem Angebot abzuhalten.”

So einfach ist das. Die bösen Kritiker, machen alles kaputt. Ohne sie kämen die “seriösen Investoren” in Scharen!

Und weiter:

HJR: “Es ist keine Volksbewegung, es ist nicht die Region, die protestiert. Es sind viele Fans aus ganz Deutschland, aber es ist nicht die Region.”

Was für ein Armutzeugnis. Es ist doch viel mehr eine Volksbewegung, wenn die Leute sich aus ganz Deutschland aufmachen, um an Protesten teilzunehmen!

Der Ruhestand für Herrn Romes ist wirklich überfällig. Ich werde den Mann als jemand aus einer Parallelwelt in Erinnerung behalten, der sich seine Rolle immer so zurechtgelächelt hat, daß sie sich mit dem geringstmöglichen Rückgrat opportun an die politisch vorgegebene Richtung angeschmiegt hat. Kein Volksvertreter, sondern nur ein grinsendes Gesicht, das großen Schaden angerichtet hat.

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Freitag, 26. April 2013

Mikebericht von SWR 4 Sendung gestern in Nürburg.

Gestern war die Podiumsdiskussion, ging von 20 bis 22 Uhr. Wird aber heute erst ausgestrahlt (abends) und danach dürfen alle anderen, die das mitaufgezeichnet haben, es auch online stellen.

Ich war gespannt wieviele Autos wohl da stehen, wenn ich um halb acht von der Touri-Einfahrt aus kommend nach Nürburg fahre.

Und es waren viele, sehr viele! Parkplatz überfüllt und Wiese zugeparkt. Ich hab mich mal direkt bei einem Hotel in den Hof gestellt.

So sah das vor der Halle aus. So einen Ü-Wagen brauch ich auch, Bloggermobil Deluxe!

Viele Leute sind garnicht reingekommen, ich hab mir sagen lassen, daß selbst eine Anreise um zehn nach sieben nicht gereicht hat, um in der Halle einen Platz zu finden. Ich selber kam auch sehr spät (19:45) und hab mich mit dem dicken Fotoapparat bewaffnet reinschmuggeln können. In der Halle war die Lauf auch nicht die beste, war echt bis auf den letzten Platz rappelvoll.

Das war das Podium:

  • Andrea Thelen aus Adenau (Blaue Ecke)
  • Jürgen Häfner, der hat als Vertreter-Vertreter-Vertreter mit Textbausteinen ausgestattet die Regierung vertreten. Genau derselbe Jürgen Häfner, der auch schon diese 3-stündige Vorstellungsrunde als Runder Tisch in Adenau verkauft hat und der der einzige war, den die Regierung zu der Demo in Mainz gelassen hat.
  • Thomas Meyer, der Moderator auf dem Podium
  • Prof.Dr.Dr. Thomas Schmidt, der Doubledoc, der Kai Richter im treu-gucken-Dackelblick echte Konkurenz macht.
  • und Hermann-Josef Romes, das Verbandsgemeindefähnchen, immer lächelnd und mit sich zufrieden.

Moment mal!! Wo ist denn Otto Flimm? Noch nicht da? Kommt später? Vielleicht 2 Talkrunden?

Ich kämpfe mich mal weiter nach vorne, garnicht so einfach bei so vielen Leuten.

Stellt sich raus, Otto Flimm ist garkein Podiumsteilnehmer. Die haben den in's Publikum verbannt und waren dann mal so gnädig eine Gesprächsrunde mit ihm zu machen. Das ist auch der zweite Moderator, der heißt Heinrich Schöneseifen.

Das war wirklich unglaublich, wie die den Otto Flimm abgekanzelt haben. Er konnte seine Statements garnicht richtig anbringen und hat im Vergleich zu dem Doubledoc zum Beispiel nur ein Bruchteil Redezeit bekommen.

Aber trotzdem hat Otto Flimm die Chance genutzt Tacheles zu reden. Da war dann auch Schluß mit Dackelblick.Seht Ihr dort das Mikrofon? Kleines Detail nur, aber die Podiumsteilnehmer hatten alle ihr eigenes.

Immerhin einer, der Spaß hatte!

Viele Kameras hab ich gesehen.

Überfüllte Halle und es waren einige Leute (200?), die von draußen zugucken mussten.

Nochmal ein Panoramabild, das geht echt gut mit dem iPhone.

Dieter Frey musste sehr energisch darauf drängen, doch bitte auch einmal zu Wort kommen zu dürfen. Und hat dem Sanierer den Zahn gezogen, daß der Ring so furchtbar dringend verkauft werden müsse. Muß er nämlich garnicht. Das Beihilfeverfahren würde sich noch lange hinziehen und erst bei einem negativen Bescheid drohe ganz am Schluß auch eventuell die Schließung. Ist aber alles Zukunftsmusik, nur solche Optionen will man nicht hören. Nichtmal beim SWR!

Manfred Sattler hat sich als IHK Präsident im Namen der regionalen Unternehmen zu Wort gemeldet. Das fand ich gut, denn die werden es echt schwer haben, wenn der Ring in ein gewinnorientiertes Privatunternehmen verwandelt wird.

Er hat Dieter und mir auch ein Gespräch zugesagt und wir schauen mal, wie wir das umsetzen.

Regelrecht grotesk war allerdings der Auftritt von Friedhelm Demandt, der im Gegensatz zu Otto Flimm von Moderator Schöneseifen geradezu heroisiert wurde und dann als Freunde des Nürburgring-irgendwas tatsächlich davon gefaselt hat, daß der Nürburgring jetzt dringend an seinem Marketing arbeiten muß, um Familien an den Ring zu bringen. WTF. Ich stand ziemlich weit vorne und hab in's Publikum geschaut und hab noch nie soviele verdutzte Gesichter gesehen. Ich muß zugeben, das war echt lustig. Ich glaub die verdutzten Gesichter hört man sogar im Radio! :)

Als ich was sagen durfte ...

(Danke an Jürgen für das Bild!)

... und noch einmal deutlich gemacht habe wie frustrierend das ist, daß uns die Politik erst reinreitet und uns jetzt komplett im Regen stehen lässt - hat mich Herr Schöneseifen noch gefragt, wie denn die Rolle der Grünen zu bewerten sei. Ganz gezielt. Müsst Ihr Euch mal anhören. Da hatte ich das Gefühl, der ist doch mit Hidden Agenda unterwegs. Ich bin da garnicht groß drauf eingegangen, meinte nur, daß nach meinem Gefühl Eveline Lemke nicht mehr soviele Freunde in der Region hat. Ups, der Applaus dazu war dann doch etwas stärker als erwartet! Eveline: wenn Du das hier auch liest, wann warst Du das letzte Mal vor Ort? Vor zwei Jahren warst Du die glühende Kämpferin für Gerechtigkeit und die Nürburgring-Region, doch heute möchtest Du am liebsten nur noch Windräder in der Eifel abstellen?

Moderator Heinrich Schöneseifen ...

... und sein Kollege Thomas Meyer. Ich weiß echt nicht, wie ich das einstufen soll, aber Moderatoren waren das nicht. Das waren verlängerte Arme von Regierung und Insolvenzern mit einem Schuß Oberlehrer. Das Ganze glich viel mehr einer Propaganda-Veranstaltung und hatte viele Ähnlichkeiten mit der Lindner/Richter-Nummer, als sie damals mit einer ähnlich inszenierten Geschichte der Bevölkerung Beruhigungspillen verabreicht haben.

Der Doubledoc mit Dackelblick - wenn er bewusst gelassen redet versucht er wahrscheinlich so eine Art Hypnose, aber gestern sind ihm nur zwei SWR'ler aus Mainz auf den Leim gegangen.

Egal was sie gesagt haben, Häfner und Schmidt haben nichtmal einen Anstandsapplaus bekommen. Zwischenrufe und ein paar Buuh's waren aber schon für sie übrig. Es war ihnen zwar nicht gleichgültig, aber die Welt geht für sie dafür nicht unter. Die sehen das gnadenlos als Job: gute Miene zum bösen Spiel.

Sowohl Jürgen Häfner ...

... als auch der Insolvenzgeschäftsführer haben sich noch den Fragen gestellt. Das fand ich sehr gut, weil es war ja schon spät abends 10 Uhr. Nur viel dabei rausgekommen ist nicht wirklich. Dieter hat ihn auf die Problematik der Touristenfahrten angesprochen, die ein Privater in der jetzigen Form wohl kaum aufrecht erhalten könne. Es wurden Argumente ausgetauscht ... um dann festzustellen: der Geschäftsführer dachte es ging um die Achterbahn. Manchmal bekommt man Zweifel, ob er wirklich ganz im Thema ist.

Cover Gerri hat das dann in seiner unnachahmlichen Art mal klargestellt.

Hinterher waren sich alle einig: die Politik zieht das gnadenlos gegen den Willen der Bevölkerung und Sportler durch. Was mich noch mehr stört als die Tatsache an sich, ist daß die meinen wir wären tatsächlich so doof als würden wir das nicht kapieren. Der multiple Dottore mit seiner aufgesetzten Besonnenheit und dem eintrainierten Dackelblick, der Herr Häfner mit den bedeutungslosen, aber wichtig klingenden Worthülsen und dann die zwei Moderatoren, die mir teilweise richtig gebrieft vorkamen. Öffentlich-rechtlich ist da nur noch die Bezahlung, die nämlich von uns kommt, der Rest wird den Akteuren offensichtlich aus dem Mainzer Politikerbüros in's Lastenheft geschrieben.

Wie es jetzt weitergeht ist schwer zu sagen, aber ich hatte das Gefühl, daß immer mehr Leute bereit sind, die Ärmel hochzukrempeln. Natürlich drängt jetzt die Zeit enorm, bis zum 15.Mai sind es nur noch gut 2 Wochen und wenn die Ausschreibung erstmal raus ist, wird es noch viel schwerer als jetzt. Wir müssen der Politik zeigen, daß wir uns nicht vorführen lassen und genauso wie Otto Flimm gestern dafür kämpfen Gehör zu finden. Wir sehen ja, daß es funktioniert!

Wieviel einfacher wäre es, wenn ein paar bekannte Fahrer oder Marken sich auch für ihre Nordschleife einsetzen würden. Wink! Wink!

UPDATE:

So beschreibt der SWR den Ablauf, “Die SWR4-Moderatoren hatten viel zu tun.” und “Lebhafte Diskussionen im Publikum.”

Tags: SWRKlartext | JaZumNürburgring | OttoFlimm


Mittwoch, 19. Dezember 2012

Endgültiges Aus für das Adenauer Schwimmbad.

Der “Verbandsgemeinde-Bürgermeister” (was für ein Wort!) Hermann-Josef Romes ist ja ganz gut im Grabschaufeln:

Zusätzlich zum Nürburgring kann er sich jetzt auch das Schwimmbad an’s Revers heften, richtig erfahrener Sportstätten-Beerdiger.

goo.gl/maps/C9XCv

Auf der Homepage www.schwimmbad.adenau.de wird noch der Eindruck erweckt, die Schließung sei vorübergehend, aber das stimmt wohl so nicht:

Mit 21 zu 6 Stimmen hat sich der Rat der Verbandgemeinde Adenau gestern Abend in einer öfffentlichen Sitzung gegen die Sanierung und den Fortbetrieb und somit für die Schließung des Schwimmbades badenova zum Jahresende entschieden. (..)

In seiner Rede sprach Verbandsgemeinde-Bürgermeister Hermann-Josef Romes von einem kalkulierten Kostenrahmen von 2.351.087,75 Euro, der bei einer Sanierung des Hallendaches, der Umverlegung des Einganges, des Abbruches der Gastronomie sowie des Abbruches der Freibadumkleide plus technischer Anlagen zur Energieeinsparung in Betracht gekommen wäre.

Da haben sie wohl nochmal schnell ein paar größere Umbaumaßnahmen reingerechnet, damit die Summe schön groß wird. Bis auf die Nachkommastelle, dann muss es ja stimmen! Die Bevölkerung hat letztes Jahr noch versucht, mit Spenden das Bad zu retten, sind anscheinend 15.175 Euro zusammengekommen. Es gab sogar einen Flashmob. In Adenau!

Das Bad ist übrigens 36 Jahre alt geworden.


Dienstag, 11. Dezember 2012

Was lag da näher, als sich mit Boris Becker in Verbindung zu setzen.

Meinte Walter Kafitz vor über 3 Jahren - ohne natürlich auch nur ansatzweise zu erwähnen, wieviel es den Steuerzahler kostet sich mit ihm in Verbindung zu setzen. Kann man sich alles auf youtube.com/MariusAlthof angucken:

Mein Gefühl sagt mir, daß sich eher Werner Heinz mit Kumpel Walter in Verbindung gesetzt hat - da er als Fahrermanager seine Wurzeln im Renngeschäft hat und am Ring gab (gibt?) es auch eine WH Sport VIP Lounge. Die RZ schreibt:

Der dreifache Wimbledonsieger sollte das Gesicht des neuen Nürburgrings samt Freizeitpark werden. Dafür war der Trierer Vermarktungsgesellschaft „WH Sport international“, die die Tennis-Legende in die Eifel vermittelte, ein Honorar von 450 000 Euro netto zugesagt worden.

Begründet sich auf dem NAG-Go-Home-Vertrag, der geleakt wurde. Von dem Wilhelm Hahne allerdings den Eindruck hat, da sei nicht die endgültige Fassung veröffentlich worden - aber das ist ein anderes Thema.

Die Boris-Becker-Nummer war eine der vielen kleinen und großen Sargnägel, die in die Nordschleife getrieben wurden. Stück für Stück wurde die Überschuldung besiegelt und alle haben sie fleissig mitgemacht: der Nürburgring Geschäftsführer ebenso wie Sportmanager oder Propaganda-Filmer, die im Film aufgeregt rumspringende Stefanie eine-ganz-normale-PR-Kampagne Hohn oder der später bei Dederichs Reinecke sanft gelandete Stephan Cimbal. Das ist die Agentur, die damals die Volksverarsche in blumige Worte packte

“Und im Eifel Stadl feierten nicht nur Prominente wie Boris Becker oder Giulia Siegel bis spät in die Nacht. ”Nach einer rekordverdächtigen Bauzeit … bla … bla … bla", freut sich Kai Richter, Investor und Projektentwickler der Hotel- und Gastronomiebausteine am Ring.

… und heute ganz unschuldig versteckt hinter Falken Motorsport einen auf Ringfan-Kumpel machen.

Und natürlich die ach-so-schuld-und-ahnungslose Lokalpolitik, Hauptsache die eigenen Schäfchen im Trockenen.

Der Mann in der Mitte ist der, der am längsten im Aufsichtsrat sitzt.

Boris Becker kommt in dem historischen Stück übrigens auch zu Wort und sagt so etwas Bedeutendes wie:

Man muß nicht Formel 1 Weltmeister sein, es geht nicht nur um die Formel 1.

Man muss wahrscheinlich Boris Becker sein, um das zu verstehen. Und Walter Kafitz, um mit den Steuergeldern nutzlos herumzuwerfen: 200.000 Euro auf Kosten der Nordschleife, inzwischen amtlich:

Die fälligen 200 000 Euro wurden denn auch bereits an die Managementgesellschaft „WH Sport international“ überwiesen.

Heute - nichtmal 3 Jahre später - tun sie dann alle so, als hätten sie damit garnichts zu tun und der jetzt drohende Verkauf des Nürburgrings sei vom Himmel gefallen.

Kognitive Dissonanz at it’s best.


Freitag, 19. Oktober 2012

Vor 4 Jahren.

Am 4.Okt.2008 war Spatenstich für das Eifeldorf.

4 Jahre später:

  • Jörg Lindner und Kai Richter betreiben den Nürburgring.
  • Gegen Kai Richter ermittelt die Staatsanwaltschaft ("… gesondert verfolgt …).
  • Walter Kafitz und Ingolf Deubel müssen sich aktuell vor Gericht verantworten.
  • Erich Geisler - ich schätze der läßt es sich in seiner Tiroler Heimat gutgehen.
  • Jürgen Pföhler landratet weiter vor sich hin.
  • Hermann-Josef Romes lächelt wie eh und jeh für die VG Adenau in jede sich ihm bietende Kamera.

Achja: und die Nordschleife und der Nürburgring sind hoffnungslos überschuldet und haben Insolvenz angemeldet.


Mittwoch, 18. Juli 2012

How come the Ring is in trouble? Is it serious?

(For updates please scroll further down …)

By now you have heard the Ring / Nürburgring / Nordschleife is in trouble, otherwise you probably wouldn’t be here reading.

I can offer you my personal position on where we are and I hope it helps you to understand the current situation. To do this you need to know who I am, as much of the information flying around is biased. I’m sure mine is too, therefore I lay out my Ring-related background. I admit it looks like showing off, still I feel you need to know where I’m coming from.

I’m born in Mayen and grew up near the Ring. As a local I enjoyed a lot of activities on Nordschleife and it didn’t take me long for my first Jahreskarte. This must have been around 1985. From then onwards much of my life happened at the Ring:

  • Riding my bikes, preferably GSX-R. Countless Jahreskarten as well as some stationary periods in Adenau hospital. More serious endurance racing later too. I never raced cars though.

  • Supporting MTM Audi 200, which is owned by two mates and put on the 24 Hours starting grid over 10 times since 1994. Watch Chris here on youtube lapping Nordschleife in 7:40 mins.

  • Taking part in 24 hours bicycle race on Nordschleife. We joined with our team of 4 since day one in 2003, but said good bye last year. Ridicolous prices and equally redicolous NAG involvment.

  • Gixxerkart, Achim deserves all the credit, all I donated was the idea and the engine. The toy still exists btw.

  • renn.tv - prior to youtube I put in a lot of effort to conserve some of the best machinery in action of that era, glad I did.

  • 20832.com aka nurburgring.de, Nürburgring site, which is online since year 2000. It originated around the Audi 200 project.

  • Red-and-White N, you might have seen this. Even though this sticker has never been for sale and still isn’t. It’s my registered brand since many years, just to protect it.

  • Save The Ring, not something I love to do, but had to do. My initial Jalopnik guest entry kicked it off late 2010. On Facebook and Twitter too.

  • I’m also one the persons who has been sued by Kai Richter (the N-Forum trial). Extensively documented here and we’re still not fully done with it. My bill is over 10.000 Euros, however donations came in quickly and I’m fully covered.

I did offer some multimedia services for money in the past within the motorsport area, but I’m out of that since youtube took over. I work as an IT guy in the automotive industry since 20 years now, still I keep 20832.com running in parallel.

The reason I tell you all this background: many people communicating on the Nürburgring subject are commercially involved in one way or another. Thus they try to favour a certain opinion. I want you to judge yourself, all I can offer is to be honest and open. I have nothing to lose, but I do value the Nordschleife a lot - both it’s history as well as the present track.

I summarized the last 5 years from my point of view here in a German post I did yesterday and in case you understand German I invite you to read this.

Today the news of a bust Nürburgring kept spiraling, but some news contained errors while others only looked at a fraction of the problem. I by no means am completely in the known, but certain things spring to my eyes and I can only offer you to give you my perspective - maybe a petrol head like you. I do this a bit differently to the German post, as I’ve learned from the comments that internationally the spread of knowledge (little vs a lot) is even wider as it is over here.

I’m sharing with you what I think what happened.

So what is this bad news of the Ring all about?

From 2007 to 2009 the Ring has been expanded by a leisure park including hotels, roller coaster, restaurants, ring werk, etc. It was projected at 215 Mio Euro, but ended up in the area of 400 Mio Euro. They opened the complex at the F1 in 2009 - exactly 3 years ago.

The project has been promoted in the public with significant contribution of private investors, but they never materialised. Only one investor - Kai Richter - was left and only later it turned out that over 85 Mio Euro in public money have been transferred into his accounts, as he claimed his bank pulled out at the early stages of the project.

In March 2010 several things happened:

The government (Rhineland-Palatinate “RLP”, they own the Ring 90%, the remaining 10% is with the county Ahrweiler) bought everything, which has been built - from hotels to club to restaurants. Most of the money came from public funds anyways. They also took over all debts.

For the first time of the Ring’s long history starting in 1927 the complex has been rented out to privateers. Funny enough to the same Kai Richter, who once was introduced as investor - together with Jörg Lindner, who was part of the initial private engagement too.

The contract has been put in place for 30 years, but the operators are not paying the rent the government expects, which is why their contract got terminated in February this year.

The debt is with the public company “Nürburgring GmbH”, while the two private operators called their company “Nürburgring Automotive GmbH”.

What does EU Brussels have to do with that?

EU has investigated in depth, mainly due to legal action by “Ja zum Nürburgring” and Dorint Hotel. They came to the conclusion that the RLP Government supported the leisure park, but also the rest of the Nürburgring, with illegal state aids. Their preliminary total sums up to 524 Mio Euro, you can read the full report in English here.

RLP wanted to inject another 13 Mio Euro to keep the public company “Nürburgring GmbH” alive, which seems to be illegal within the contract of the European Union.

The Ring does not receive enough money from the private operators to pay the intersts and RLP is not allowed to put more money in. Thus the risk of being insolvent soon.

Will the Ring close when it goes bankrupt?

Probably not, because the Ring earns money only when kept open. But it might be under control of the insolvency administrator or a private owner thereafter.

Will there be the 24 Hours race next year?

Time is running out, as FIA/DMSB have deadlines in July. ADAC president Peter Meyer has published an open letter addressed to Kurt Beck (Premier of RLP) complaining about the situation. Since then nothing seems to have happened. ADAC does not see any point in signing a contract with NAG. So bottom line: we don’t know.

Why didn’t you tell us earlier?

I did. In fact I’m telling you way before the first construction work started. I’m trying to raise awareness for the desaster since the first plans have seen the light of the public. The problem is to get heard in all that buzz going on.

Lindner and Richter are the problem - right?

Only partially. They are running the Ring now and everything you see - homepage, Facebook, bills, newsletters, etc., … - comes from them and their company. Things like this too (read here for more info). But an even bigger problem are the politicians at the RLP government, who made this all happen.

Why does the government not help?

They are not allowed to and even worse, they are part of the problem. I don’t know why, but they make every possible effort to not allow outside people gaining insights into contracts and agreements. It seems they fear something, but I can’t figure out what. Prosecution in the RLP county is no help either.

Can’t we crowd-fund and buy the Ring?

Right now the Ring isn’t even for sale yet. On the other side the Ring has always been in public ownership - owned by everybody of us. “Ja zu Nürburgring” feels it’s essential to keep the tracks that way in order to support (gras root) motorsport. I agree with their views.

What would be your solution?

Two things need to happen urgently: seperate the tracks from desastrous NuroDisney and get rid of the private operators. The rest can be sold or otherwise taken care of, but the tracks need to be run by a public company in benefit to the public. Run by management not looking after themselves, but looking after a solid future for the Ring.

Who is it actually in person to blame that huge desaster?

It’s too many to list, but Kurt Beck (the RLP premier) is the main figure in that plot. Local and county politicians come next along with all these greedy suits.

I want to help, what can I do?

Please spread the word. Even though it might sound too little, if we keep growing as an international supporters group, we will always be there when needed. Like now. Put a sticker on your car and ask for friends for the same. You can make one yourself with the artwork via download on savethering.org - or pick one up at Hotel Tiergarten in Nürburg.

You might even race your GT3 in STR livery.

Or anything else you have in mind, great things keep hitting the Facebook page.

How big is the problem in Euros?

Debt of the public “Nürburgring GmbH” is currently 413 Mio Euro. (It was 27 Mio Euro in 2006). Illegal state aid claimed by European Commission is 524 Mio Euro at this point in time, might even grow.

They keep telling they had to do something at the Ring - is that true?

In my opinion: no - not at all. Ring was fine, it was just suffering horrible management and crazy amounts of money wasted. All this was known and criticised by governmental audit year after year - with no consequences.

Aren’t you competelely fed up with all these years of hopeless fighting?

Yes, I am. Still I want to look into the mirror saying to myself I tried everything I could to protect Nordschleife for future generations.

Let the Ring go bust and sell it off, it can only change to the better.

The Ring has been in public ownership since day 1 (which dates back to 1927). It would be a tragic loss to the community if it would get sold.

If the EU can help banks and even countries, why can’t they help the Ring?

EU has never been asked for money in the first place. The Ring has been put into that situation by greed and megalomania.

If you have read thus far, thank you for that. We are pretty balanced on the facts now. If there is anything else you want me to ask, I’m happy to hear that and would update the post accordingly.  

UPDATE July 18th:

Now it’s official - today July 18th 2012 - the Rhineland-Palatinate government under premier Kurt Beck called a press conference at 10:30 am. They declared they will file for bankruptcy for Nürburgring GmbH.

This is making big news in all German media and the motorsport media worldwide. Hard to believe, but Kurt Beck refuses to resign and blames EU, who made that step neccessary in his view.

UPDATE July 26th:

So many things happening right now, it’s hard to keep track:

  • Liquidators have been anncounced and the first thing they did was a press conference. At the Lindner Hotel.

  • Jörg Lindner (NAG, operator with terminated contract since Feb.) stated in a TV interview he would consider buying the track. Now get this: the Ring is bankrupt because of missing rent and the lessee is allowed to consider to buy it.

(Picture from Oct.2008 showing Jörg Lindner, Walter Kafitz, Kai Richter, Ingolf Deubel, Erich Geisler, Jürgen Pföhler and Hermann Josef Romes - happy faces while digging the Ring’s grave.)

Even Mr.E has been quoted buying the track, rumours are spiralling.

In my view this discussion on who would be a suitable buyer does distract from the fact that we are talking public ownership here. If the Ring falls into private hands - no matter who - would mean worst case szenario, as the owners could do with Nordschleife whatever they want. From day 1 onwards since 1927 the Ring is in public hands and had to serve region and motosport alike. Only recently (2010) abuse started to line privateers pockets.

First thing the liquidators stated was to find an agreement with NAG to leave in order to secure the 2013 season. NAG hasn’t left for the last five months and time running by does them a favour. Which they know. I wouldn’t expect them leaving anytime soon.

At the same time this was the first press release of Nürburgring GmbH since years. They stepped back from communicating when NAG took over in May 2010. Still NAG keeps control over the Ring’s Facebook account and stuff.

Critics against the Rhineland-Palatinate government - and especially Kurt Beck - become louder, as internal papers slowly leak into public. One says the government was fully aware of acting against European Law when they supported construction of the hotels, restaurants etc. with public money. Kurt Beck - the RLP socialists premier - is in charge since 1994 (!) and won’t be the leader for the next election - which is due in spring 2016. His problem is now to prepare for a nice retirement, but on the other hand he doesn’t seem to dare to give up powers. The public hasn’t seen yet what he needs to hide, but my impression is that it must be huge. At least big enough of a problem to destroy his nice retirement plans.

Chances that Kurt Beck resigns are rather low, even though the damage under his leadership is significant. If he does resign it would open the possibility of proper investigations, which currently seem to be fully blocked.

It’s fair to say that the future of Nordschleife is inversely proportional to Kurt Beck’s political career.

… stay tuned! …

UPDATE:

Here is one of the better English articles:

The Nürburgring - from prestige project to catastrophe.

UPDATE Aug. 3rd 2012:

On Wednesday August 1st the Rhineland-Palatinate Parliament came together for an extraordinary meeting. They scheduled that to discuss the Nürburgring insolvency and consequences for the county. The debate has made it to all relevant German news, I’ve compiled a list here.

Prior to the heated session the government realeased funds of 254 Mio Euro in favour of the state owned bank ISB, as the state has given the guarantee for the 330 Mio Euro Leisure Park debt of Nürburgring GmbH. As they are insolvent the bank with only around 240 Mio Euro own capital came under risk too and called for the state money.

Several international news gave the impression that this money supports the Ring, but in fact only the debitor changed. The amount of debts remains unchanged.

Jörg Lindner is quoted too - he and Kai Richter are still running the Ring with their NAG company, even though their contract got terminated by government in February 2012. I have no idea why the government does not force them out and I suspect some arrangements we do not know.

Prior to the meeting this made some news, as several experts regard both the credit and now the state’s guarantee as illegal state aid under European legislation.


Dienstag, 17. Juli 2012

Wie konnte es dazu kommen, daß der Nürburgring in nur 5 Jahren in den Bankrott getrieben wird?

Das Nürburgring Desaster wird sicher in die Geschichte eingehen, aber man kann jetzt schon - wo der Scherbenhaufen vor einem liegt - ein Resumee ziehen. Und ich mir den Frust von der Seele schreiben, denn rückblickend ist die Entwicklung entlarvend transparent.

Meiner Meinung nach war alle Argumentation Pro-Erlebnisregion von Anfang vorgeschoben und ich habe auch von Anfang an keinen Hehl daraus gemacht. Natürlich bin ich traurig, daß das Desaster nicht verhindert werden konnte, ich persönlich habe mich ziemlich aufgerieben bei dem mißlungenen Versuch.

Walter Kafitz war 15 Jahre lang Geschäftsführer am Nürburgring, ziemlich genauso lange wie Kurt Beck Ministerpräsident. Die beiden verstanden sich wohl auch ganz gut. Seitdem gab es kaum ein Jahr, in dem der Landesrechnungshof nicht auf die Verfehlungen in der Eifel aufmerksam gemacht hätte. Selbst die krassesten Fehlentscheidungen wurden gedeckelt und die Millionen sind nur so davongeflossen (Bikeworld, Rennfahrerschule, alte Erlebnisregion, altes Pressezentrum, sprunghafter Gehälteranstieg usw. usw.). Als Außenstehender hatte man den Eindruck, das dürfe mit politischer Rückendeckung beliebig die Kontrolle verlieren.

Ende 2007 hat dann der Nürburgring Aufsichtsrat den Bau der Erlebnisregion genehmigt, dafür mußte natürlich erstmal großflächig abgerissen werden.

Man hat private Investoren versprochen - der Gemeinde Nürburg sogar schriftlich zugesichert - die aber leider nie die Bühne betreten haben.

Bis auf einen: Kai Richter. Und der wurde als der große Heilsbringer zelebriert, ein Mann mit enormer Projekterfahrung und erfolgreich sowieso. Und sowas von millionenschwer, wie es sich für einen anständigen Investor gehört.

Was die Öffentlichkeit aber erst viel später erfahren sollte: dem guten Mann “sind die Kreditgeber abgesprungen” - sowas aber auch. Da muß man natürlich helfen, weil sonst ist das schöne Investormärchen ja dahin. Zumal es auch nur diesen Einzigen gab. Da traf es sich gut, daß der Ingolf Deubel nicht nur dem Nürburgring vorstand, sondern auch den rheinland-pfälzischen Finanzen. Über 85 Millionen Euro aus Landeskassen sollten es am Ende sein, die dem “Investor” Stück für Stück überwiesen wurden.

Währenddessen wurde fleißig gebaut, natürlich ohne öffentliche Kontrolle, weil privat. Ausschreibung? Aber nicht doch. Und es entstanden Firmengeflechte, die mit ihrer Mehrdimensionalität schwer auf Papier zu bringen waren.

Am Ende wurden aus den projektierten 215 Mio. Euro 330 und heute wissen wir, daß die wirkliche Zahl belastbar in der Nähe von 400 Millionen Euro liegt. Die WiWo listet aktuell 413 Mio. Euro Schulden für die Nürburgring GmbH, 2006 - also vor dem Bau - hatte sie 27 Mio. Euro Verbindlichkeiten bilanziert.

Und was machen die Verantwortlichen?

Fangen wir mal oben an, nach unten läßt sich fast beliebig fortsetzen und soviel Platz wollte ich dem Post hier dann doch nicht einräumen.

Kurt Beck

… kommt mir ziemlich verzweifelt vor. Ich kenne den Mann nicht persönlich, aber am Ende seiner politischen Laufbahn droht ihm das Risiko, daß ihn der Nürburgring-Knall in Stücke reißt. Viel Zeit zur Korrektur bleibt ihm nicht mehr, die Nachfolger für die Wahl 2016 scharren schon mit den Hufen. Wie es einem Ministerpräsident ergehen kann, der nicht mehr Kraft seines Amtes dirigieren kann, erleben wir gerade in Baden-Württemberg im Fall Mappus. Das weiß auch Kurt Beck und jetzt versucht er verzweifelt zu retten, was nicht mehr zu retten ist.

Ingolf Deubel

… hat zwar eine über 100 Seiten dicke Anklage auf seinem Schreibtisch liegen, aber - einflußnehmend oder nicht - ob es überhaupt zum Prozess kommt, läßt das Gericht offen. Und vertröstet - mal auf den Sommer, dann auf den Herbst und dann vermutlich auf Ende des Jahres. Und so zieht der honorige “ehemalige Finanzminister” über die Lande und beschert SPD-Ländern mit seiner Deubel Government Consulting teure Einblicke in das Thema Schulden.

Carsten Kühl

… hat ihn beerbt als Finanzminister, hat er doch brav die Aufsichtsratsentscheidungen am Nürburgring mitgetragen. Man erkennt schnell, welches Profil in RLP karrierefördernd ist.

Jürgen Pföhler

… schüttelt fleißig Hände als großer Landrat, der der Region doch soviel Unheil gebracht hat … ebenso wie …

Hermann-Josef Romes

… der Lächler schlechthin, keine Kamera in der VG Adenau ohne sein freundliches Gesicht. Das er auch beim Spatenstich für die Erlebnisregion mit Wonne aufgesetzt hat.

Eveline Lemke

… auf der vor der Landtagswahl im März 2011 die Hoffnung einer ganzen Region lag. Wähler, die niemals zuvor ein grünes Kreuzchen gemacht haben, gaben voller Euphorie Rückendeckung. Um im Regen stehengelassen zu werden. Ein letzter großer Auftritt bei der Formel 1 vor genau einem Jahr. Der kleinen Ansammlung der Demonstraten Mut zugesprochen, während Kurt Beck im Fahrerlager posierte. Dabei hat gerade sie durch ihr monatelanges Mitwirken vor Ort ein konkurrenzloses Insiderwissen verglichen mit ihren Mainzer Kollegen und durch ihre Einsetzung als Wirtschaftsministerin auch die entsprechende Machtposition. Ob in den Mainzer Regierungskantinen rückgratsauflösende Mittel zugesetzt werden?

Die Vielen hier nichtgenannten

… brauchen nicht glauben, daß man sie vergisst. Nur ich zumindest habe heute abend keine Lust mehr sie mir mehr als nötig in Erinnerung zu rufen.

Mein hoffentlich gesunder Menschenverstand verurteilt die letzten 5 Jahre am Ring als kriminell, ob das durch Gerichte bestätigt wird oder nicht.

Ein nicht wiederbringliches Erbe unserer Vorfahren wurde mit Füßen getreten und hoffnungslos in die Pleite geritten. Die Profiteure haben sich hemmungslos bedient und ihre politische Karriere oder den persönlichen Wohlstand gefördert.

Was motiviert solche Leute zu diesen krassen Fehlentscheidungen? Ist es Skrupellosigkeit, Profitgier, Geltungsbedürfnis, Größenwahn, Realitätsverlust - oder vielleicht ein bisschen von allem? Oder sind sie einfach nur ganz banal überfordert?

Der Aufsichtsrat hat nicht nur völlig versagt in der Kontrolle, sondern auch die katastrophale Entscheidung getroffen, die bestehenden Gebäude einzureißen und für 400 Mio Euro die Aussicht zuzubetonieren.

Ausbaden darf nicht nur der Steuerzahler, sondern auch der gemeine Sportler, Motorsportfan und Nürburgring-Historiker, dem nicht nur die einmalige Sportstätte genommen wird, sondern der für die Hinrichtung durch langsames Ausbluten auch noch bezahlen muß.

Die Leute, die sich gegen die Entwicklung gestemmt haben, sind so wenige, man kennt sich inzwischen persönlich.

Die, die tatenlos zugesehen haben, und/oder sich die Taschen mal mehr - mal weniger - gefüllt haben ohne Rücksicht auf soziale und historische Verantwortung, ist leider ungleich größer. Auch sie sind bekannt, doch es schert sie wenig. Einige haben sich schon nach erfolgreichem Ausweiden des Nürburgrings anderen Tätigkeiten zugewendet, der Rest wird nachziehen. Und sich gegenseitig ein gutes Gewissen einreden: “wenn sie es nicht gemacht hätten, hätte es ein anderer gemacht.”

Während dieser Epoche 2007 bis 2012 ist nicht nur mein Demokratieverständnis komplett auf den Kopf gestellt worden, auch haben viele Leute, die ich glaubte zu kennen, ihr wahres Gesicht offenbart.

Es sind nicht nur die Handelnden verantwortlich. Die Nicht-Handelnden tragen ebenso große Schuld. Eingestehen wird es sich keiner von beiden.


Freitag, 13. April 2012

Daß Porsche Nardo gekauft hat ...

... hat sich ja inzwischen rumgesprochen. Nur in den betonenen Bunkern am Ring und den Beamtenstuben in Mainz - aber auch bei der ringinteressierten Rhein-Zeitung - keine Reaktion, nichtmal ‘ne laue Meldung.

Da muß WH wieder ran, macht ja sonst keiner. Bei dem Industriepoolgezerre Ende 2010, als die gierigen Betreiber so richtig den Kohlebagger warmlaufen ließen, da war Nardo als Konkurenzstrecke schon klar das Thema. Deutlich. Trotzdem haben die Politiker den Patienten Nürburgring den profitsüchtigen Organhändlern überlassen, die sich über das vermeintliche Monopol hermachten. Es war klar, daß von der lange-im-Voraus-plandenden-Industrie so kurzfristig keiner mehr aus der Nummer rauskonnte - aber genauso klar war, daß die Industrie dadurch genötigt wird, Alternativen auszuloten.

So hab ich das damals kommentiert:

Für die Betreiber ist das Risiko gering, aber für die Region bedrohlich. Das betrifft das Industriegebiet Meuspath, die regionalen Pensionen und Hallenverpächter - aber auch die Reputation des Rings als Test- und Entwicklungsstrecke wird auf´s Spiel gesetzt.

>Schöner neuer Nürburgring.

Wo die Reise hingeht - nämlich nach Italien - sehen wir jetzt. Im Endeffekt aktiv von der Politik gesteuert, jetzt hat Porsche seine - bzw. eine weitere - Teststrecke. Das hat der Mainz-Düsseldorfer-Pakt sauber hinbekommen und so reiht sich das Abwandern in die wachsende Zahl der Kollateralschäden und weiterem Ausbluten von Ring und Region.

Die noch folgenden Konsequenzen der grabschaufelnden Männer, die sich in ihren dunklen Anzügen diebisch freuen, werden uns leider auch in Zukunft nicht erspart bleiben.

(Jörg Lindner, Walter Kafitz, Kai Richter, Ingolf Deubel, Erich Geisler, Jürgen Pföhler, Hermann Josef Romes.)

Die Herren selber sind natürlich alle fein raus.


Montag, 14. November 2011

Übrig Ns vom Montag.

Ein Detail ist zum Beispiel die stramme Preiserhöhung von 250 auf 360 Euro (4er Team 24h). Also kaum erwähnenswerte 44%.

Das 8er Team mit Box kostet krasse 800 (!!) Euro.

Auf Facebook machen sich die (Ex-) Teilnehmer Luft. Die Begründung ist auch krass:

Rad am Ring konnte bislang noch nicht kostendeckend organisiert werden. Eine erhebliche Erhöhung war aus unserer Sicht deshalb unumgänglich.

Unumgänglich? Diese Argumentation kennen wir doch. Das ist das neue alternativlos.

Die Herren Verbandsbürgermeister Häfner und Romes haben sich tatkräftig engagiert, um in Düsseldorf für den Weiterbau der A1 zu demonstrieren. Die beiden haben den ring°killern im Namen ihrer Verbandsgemeinden schön den roten Teppich ausgerollt.

  • Interessantes Urteil zum Thema “Mehrfacheintrittskarte” - dürfte nach meiner laienhaften Abschätzung auch bei den Tourifahrten gelten. (Danke Jörg!)

  • Auch Touristenfahrten: die Erlärung für die Preiserhöhung:

Die Preise wurden 2011 angehoben, da die Instandhaltungs- und Betriebskosten in den Jahren zuvor nicht an die Kunden weitergereicht wurden. Im laufenden Betrieb 2011 wurde jedoch klar, dass die Preiserhöhung die anfallenden Kosten nach wie vor nicht abdeckt. Die Maßnahmen zum Erhalt der Sicherheitseinrichtungen, die allgemeine Instandhaltung der Strecken, die Pflege der Grünanlagen sowie die allgemeine Kostensteigerung sind Gründe dafür, dass die Preise 2012 moderat angehoben werden müssen. Damit können anfallende Kosten gedeckt und die Touristenfahrten wirtschaftlich profitabel betrieben werden. Wir hoffen hier auf Euer Verständnis und stehen für weitere Fragen natürlich zur Verfügung.

Also soweit ich informiert bin, ist weder die Nordschleife länger geworden, noch die Grünanlagen grüner. Und wenn man die Preiserhöhungen der letzten 10 Jahre mit der normalen Entwicklung vergleicht, dann muß das entweder ein enormes Zuschußgeschäft gewesen sein, oder die Kostenbasis hat sich kürzlich massiv erhöht. Ich tippe mal auf letzteres - sind ja auch ein paar Geschäftsführergehälter zu bezahlen.

a) Nürburgring: “… Ferienpark der Superlative …”

b) Biggesee: “Auf einem knapp 50.000 Quadratmeter grossen Grundstück am Biggesee plant MI Haus eine neue exklusive Ferienanlage mit einem Hotel, Ferienhäusern und Ferienappartements.”

Da war doch was!

Der hier ist auch gut - bzw. präzise:

“Geschwindigkeit und Präzision sind nicht nur im Motorsport Erfolgsgaranten. Auch beim Hausbau legen wir darauf größten Wert.”

(Fehler mitkopiert.) Na dann.


Dienstag, 01. November 2011

Ein paar übrig Ns vom hektischen Mahnbescheids-Dienstag.
Samstag, 16. Juli 2011

Überraschung! Überdimensionierter Gebäudekomplex nicht profitabel zu betreiben.

Am Donnerstag den 25.März 2010 hat das Land Rheinland-Pfalz die Verträge für die Verpachtung des Nürburgring unterschrieben, am Tag darauf - Freitag den 26.März - wurde das der Bevölkerung in Adenau kundgetan. Der Vertrag ist hier einzusehen und hat eine Laufzeit von 20 Jahren mit Option für weitere 10 Jahre.

v.l.n.r.: Peter Nett, Hermann-Josef Romes, Hendrik Hering, Hans Joachim Koch, Kai Richter, Jörg Lindner (am 26.März 2010 in Adenau, siehe Chronik).

Die nicht-ausgeschriebene Vergabe wurde mit blumigen Worten begleitet, die Landesregierung wörtlich:

Zukunftskonzept Nürburgring - Vertrag mit Lindner-Gruppe unterschrieben - Neuordnung schafft transparente Strukturen - bis zu 1000 neue Arbeitsplätze - keine Belastung für Landeshaushalt

“Der Vertrag stellt sicher, dass die Gesamtinvestition ohne Belastung für den Landeshaushalt finanziert wird“, betonten Beck und Hering.

Jörg Lindner, geschäftsführender Gesellschafter der Lindner Unternehmensgruppe, betonte: “Für mich und meinen Partner Kai Richter ist heute ein besonderer Tag. Wir freuen uns, dass es uns gelungen ist, gemeinsam mit dem Land Rheinland-Pfalz die Basis für eine erfolgreiche Zukunft des Nürburgrings zu schaffen, und ich bedanke mich für das Vertrauen.“

Und vor den Wahlen hat man sich mit 7-stelligen Erfolgsmeldungen gegenseitig auf die Schulter geklopft:

“Bereits im September hatte Hering erklärt, es werde schon im ersten Geschäftsjahr Pacht in Millionenhöhe fließen. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young habe den Nürburgring-Businessplan überarbeitet und erwarte 2015 bereits eine Zahlung von 23 Millionen Euro.

Heute - nach den Wahlen - kehrt die Realität zurück. Die Betreiber fordern weitere Millionen vom Steuerzahler, wie in der Wirtschaftswoche zu lesen ist:

“Die privaten Betreiber des Nürburgrings fordern weitere 20 Millionen Euro. Sonst seien die Großbauten am benachbarten Freizeitpark nicht profitabel zu managen.

Doch nach nur zwei Jahren sind die Bauten zu Investitionsruinen verkommen. Sie müssten radikal umgebaut werden, fordern die vom Land beauftragten privaten Betreiber Kai Richter und Jörg Lindner. In der derzeitigen Form könne ihre Nürburgring Automotive GmbH den überdimensionierten Gebäudekomplex „nicht profitabel betreiben“, klagen die Düsseldorfer Unternehmer.

Was der Umbau kosten soll, offenbarten Richter und Lindner jetzt der grünen Wirtschaftsministerin Eveline Lemke: 27 Millionen Euro, um vor allem die schlecht ausgelastete Veranstaltungshalle Ring-Arena und die meist menschenleere Shopping-Meile Boulevard nach neuem Konzept mit Leben zu füllen.

Neues Konzept? Hat es überhaupt jemals ein altes Konzept gegeben? Ich habe nie eins gesehen. Was ich aber gesehen habe ist eine peinliche Veranstaltungsexperimentiererei, bei der man von einem Flopp in den nächsten gestrauchelt ist.

Laut Spiegel gibt es einen üppig bezahlten “Projektentwickler”:

“Mehr als 85 Millionen Euro schleuste die Beck-Regierung so nach und nach in Richters Firmengruppe, während der gleichzeitig - so steht es in vertraulichen Unterlagen - sich von einer seiner gepäppelten Firmen ein stattliches Honorar von etwa 50 000 Euro im Monat auszahlen ließ. Er habe sich nie als Investor, sondern immer als “Projektentwickler” verstanden, verteidigte sich Richter vergangene Woche.


Samstag, 18. Juni 2011

Samstags Übrig Ns Nachschlag.

Auffällig ist bei den ganz NAG-nahen Accounts, daß die sich nie mit ihrem Namen zu erkennen geben, sondern immer hinter solchen “Wir sind hier ein Social Media Team” Floskeln verstecken. Das ist so, wie wenn man als Kunde in ein Geschäft geht und der Verkäufer einen mit Maske und verzerrter Stimme begrüßt. Das ist doch mal eine Unterhaltung auf Augenhöhe:

Wir arbeiten im Team und führen die Diskussion auf diesem Account im Namen des Nürburgrings. Es handelt sich hier um unsere Social Media Abteilung, die zur Unternehmenskommunikation des Nürburgrings gehört. Da wir als Team zusammen arbeiten, werden keine einzelnen Mitarbeiter in den Vordergrund gestellt.


Freitag, 27. Mai 2011

Übrig Ns vom Freitag.
Montag, 09. Mai 2011

Auflösung der TSG - mit schönem Gruß vom Liquidator.

Die TSG ist jetzt offiziell aufgelöst:

Ahr Rhein Eifel, Tourismus & Service GmbH, Dernau-Marienthal
Die Gesellschaft ist aufgelöst. Die Gläubiger der Gesellschaft werden aufgefordert, sich bei ihr zu melden.
Der Liquidator

Kann man im Unternehmensregister nachlesen.

Diese Firma hat “Nürburgring 2009” aktiv gefördert und wurde durch Beteiligungen von Adenau, Ahrweiler usw. finanziert. Ihr gehörten auch so honore Personen wie Landrat Pföhler oder Bürgermeister Romes an. Die Geschäftsführerin Martina Meid-Alfter hatte auch mal einen romantischen Auftritt vor der Kulisse der Steilstreckenkurve, um für den ach-so-tollen Ring°Boulevard zu werben.


Donnerstag, 14. April 2011

Zahlen? Unseriös!

Während es am Ring garnicht pompös genug zugehen kann und die Verwalter sich dank Minipacht entspannt einschwingen können, kämpft Adenau in einer viel kleineren Preisklasse um sein Schwimmbad.

Wie sagte Jörg Lindner letzte Woche so schön, als er wieder mal den Nürburgring umbauen wollte:

“Jetzt Zahlen zu nennen, wäre unseriös.”

Kann ich auch, dachte sich Herrmann-Josef Romes beim Förderverein von badenova:

“Zu diesem Zeitpunkt schon Zahlen zu nennen, wäre unseriös.”

Klarer Fall für neusprech.org.


Dienstag, 04. Januar 2011

Via Facebook in die Zeitung.Die Rhein-Zeitung ist zwar ´nur´ eine lokale Tageszeitung, doch wenn es um Social Media geht, sind sie ziemlich vorne mit dabei. Während andere Verlage auf die Barrikaden gehen und ein ´Leistungsschutzrechts´-Gesetz einfordern, erkennen die RZ´ler die neuen Möglichkeiten zur Verzahnung mit ihren Lesern. Ob Facebook oder Twitter, die Rhein-Zeitung mischt mit.

Was das mit dem Nürburgring zu tun hat? Die ´Save The Ring´ Bewegung schlägt grade ziemlich hohe Netz-Wellen: innerhalb von nichtmal 4 Wochen gibt es 36.000 Mitstreiter bei Facebook und Sabine´s Weihnachtsgrüße wurden 75.000 Mal auf youtube angeschaut. Die neue Petition hat in nur 3 Tagen 2.500 Unterschriften gesammelt, um die EU Kommission in Brüssel aufzurütteln.

Grund genug für die Rhein-Zeitung einen Artikel über die Proteste zu schreiben. Hoffentlich wird das auch in Mainz gelesen. Die lokalen Politiker haben den Ring samt Region nämlich schon abgeschrieben. O-Ton Hermann-Josef Romes (CDU):

´Es gibt Gewinner und Verlierer des Modells, dass die SPD-geführte Landesregierung gewollt hat. Geht sie ihn konsequent weiter, kann man Lindner nicht vorwerfen, dass er wirtschaftlich handeln muss.´

Der Mann ist Bürger(!!)meister der Verbandsgemeinde Adenau - und arbeitet von Anfang an für die andere Seite. Sogar das persönliche Grabschaufeln hat er sich nicht nehmen lassen.

International werden die Entwicklungen mit großer Spannung verfolgt, hier habe ich einige Quellen verlinkt, die sich mit den abenteuerlichen Vorgängen engagiert auseinandersetzen. Das werden hoffentlich noch viel mehr!
Donnerstag, 23. Dezember 2010

Was qualifiziert Kai Richter den Nürburgring zu betreiben?Nach dem SWR liegt jetzt auch der Rhein-Zeitung der 2. geheime Teil des Prüfberichtes des Landesrechnungshofes vor. Der erste Teil ist auf seinen 152 Seiten schon ziemlich vernichtend, der zweite Teil befasst sich hauptsächlich mit Kai Richter.



Man hat argumentiert, daß die bekanntermassen brisanten Details aus Datenschutzgründen nicht veröffentlicht werden dürfen. Ich hatte auch selber schon an Herrn Behnke geschrieben, aber er hat mich - höflich aber bestimmt - abgewimmelt.

So langsam scheint sich jetzt der Schleier zu lüften und das ist gut so, denn die handelnden Personen sind sehenden Auges in die Katastrophe gerannt. Der Druck wird hoffentlich so groß, daß selbst die Koblenzer Staatsanwaltschaft den Deckel nicht mehr zuhalten kann. Und weil sich da einige Bar an Druck aufgebaut haben, könnte es einen ganz schön lauten Knall geben!

Der Artikel in der heutigen Rhein-Zeitung ist da schonmal nicht zimperlich:

(..) Als im November 2007 Aufsichtsratschef Ingolf Deubel, Ring-Geschäftsführer Walter Kafitz, Projektentwickler Kai Richter sowie Bürgermeister [Romes] und Landräte [Pföhler] zum Spatenstich ausholen, gilt das damals noch mit 215 Millionen Euro veranschlagte Projekt als finanziell abgesichert und zukunftsweisend für Rennstrecke und Eifelregion.

(..) Die Papiere, die unserer Zeitung vorliegen [Anm: der zweite geheime Teil des Berichtes des Landesrechnungshofes], dokumentieren ein Versagen auf ganzer Linie. Sie lassen sogar die Vermutung zu, dass man sich bewusst hat täuschen lassen, nur um das von Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) im Jahr 2004 vorgestellte Projekt endlich in Fahrt zu bringen.

(..) Kai Richter, das zeigen die uns vorliegenden Unterlagen, war zu keinem Zeitpunkt in der Lage, die zunächst mit rund 70 Millionen Euro veranschlagten privaten Bauprojekte logistisch oder finanziell zu stemmen.

(..) Weder die Bilanzen seines Unternehmens noch die Referenzen geben Grund zur Annahme, dass er das schafft, was Banken und international tätige Hotelgruppen für ein schlechtes Geschäft halten. Auf 705.000 Euro beläuft sich 2006 der Umsatz des Unternehmens mit drei Mitarbeitern, das immerhin 70 Millionen für Hotels, Partymeile und Feriendorf auftreiben will. 72.000 Euro kann Mediinvest als Eigenkapital aufweisen. Da hat mancher kleine Handwerksbetrieb in der Region mehr auf der hohen Kante.

(..) Das Ring-Engagement Richters war Banken und anderen möglichen Investoren sogar trotz einer Absicherung durch das Land Rheinland-Pfalz keinen Cent wert.


Kai Richter ist übrigens nicht nur Betreiber des Nürburgrings, er hat auch mit Firmen, Beteiligungen und Lizenzen zusätzliche Geschäftsmodelle geschaffen. Ein Blick in´s Handelregister sorgt schnell für Klarheit. Wer hätte zum Beispiel gedacht, daß die Nürburgring TV von Althof/Pathe durch die Beteiligungsverhältnisse eher Kai-Richter-TV heißen könnte? Oder ´Grüne Hölle´ eine eingetragene Marke von Mediinvest ist?

Gedeckt von Kommunal- und Landespolitik treiben Jörg Lindner und Kai Richter ihre gierigen Geschäfte immer weiter und haben schließlich erreicht, worauf sie von Anfang an scharf sind: die Nordschleife auszuschlachten. Die Preise für die Touristenfahrten schnellen in die Höhe und werden mit dem Gastrodorf gekoppelt, die Industrie wird mit bis zu 10-fach erhöhten Forderungen derart geknebelt, daß die Telefondrähte der Konzernbosse heißlaufen und selbst vor mühsam erarbeiteten Sicherheitsauflagen wird nicht Halt gemacht: für 2011 soll man Videokameras mieten können, um die eigenen Touristenfahrt aufzuzeichnen. Fehlt nur noch die offizielle Zeitnahme. Nur des Profits wegen werden von zwei Nicht-Motorsportlern nicht nur der Ring, sondern die ganze Region auf´s Spiel gesetzt.
Montag, 13. September 2010

Wenn doch nur das negative Image des Rings nicht wäre!Beklagt Hermann-Josef Romes am Samstag beim Beweihräucherungstreffen.

Dabei sind die Beteiligten die Ur-Totengräber.

Heuchler.


Sonntag, 14. März 2010

"Schnelles Fahren ist die Schattenseite dieser Region", sagt Hermann-Josef Romes, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Adenau.
Freitag, 29. Januar 2010

In Bad Neuenahr-Ahrweiler ist heute großer SPD Aufmarsch. Nach der deutlichen Kritik der Genossen aus Adenau reist Minister Hendrik Hering an, um Werbung für sein Zukunftsprojekt Nürburgring - also die Privatisierung Richter/Lindner - zu machen. Das darf natürlich nicht nochmal passieren, daß 2 bis 3 Leute vor Ort (O-Ton Kurt Beck) Kritik äußern aus den eigenen Reihen.
Im Vergleich dazu ist die lokale CDU handzahm, der Landrat für Ahrweiler Jürgen Pföhler (CDU) und der Adenauer Verbandsbürgermeister Hermann-Josef Romes (CDU) lesen der Landesregierung im Bezug auf den Ring jeden Wunsch von den Lippen ab, Herr Pföhler ist sogar langjähriges Ring-Aufsichtsratsmitglied und genießt Expertenstatus, sodaß er bei wichtigen Sightseeing-Touren nicht fehlen darf.


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