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Freitag, 31. Januar 2020

Muss Ingolf Deubel vielleicht doch ins Gefängnis?

Zugegeben, das würde mein Weltbildnis ziemlich erschüttern. Denn was Rheinland-Pfalz bisher vorgeführt hat, war volle Rückendeckung unter Kollegen - also in der Politik.

Alleine die lange Zeitspanne hat ja immer wieder deutlich vor Augen geführt, dass man es nicht eilig hat. Im Gegenteil. Ich bin selber auch schon ungeduldig geworden - aber mit dem niederen Fussvolk gibt man sich natürlich nicht ab. Ich hatte das zum vierjährigen Geburtstag des Nicht-Prozesses zum Anlass genommen mal nachzufragen.

Ganz am Anfang - also am ersten Prozesstag - bin ich sogar extra nach Koblenz gefahren. Das war am 16. Oktober 2012.

Hier auf dem Filmmitschnitt von diesem Tag kann man mich grob erkennen - ich weiß ja, wo ich gesessen bin:

Mike Frison / renn.tv

Mir fällt es ja selber schwer mich an alles zu erinnern - von daher gut, dass ich es immer aufgeschrieben habe. Gut in Erinnerung geblieben sind mir allerdings die Berichte, wie vehement Ingolf Deubel seine Verteidigung vertreten hat.

“Deubel betonte in seiner mehr als 200-seitigen Stellungnahme zudem, dass ein Baustopp am Nürburgring für die größtenteils landeseigene Ring-Gesellschaft negative Folgen gehabt hätte.”

Was für eine schwache Argumentation - man hätte garnicht erst anfangen dürfen zu bauen. Heute heißt es immer lapidar, dass “der Nürburgring-Ausbau” zu groß geraten sei.

Also 1. ist nicht der Nürburgring ausgebaut worden, sondern man hat die schöne Eifel Landschaft mit Beton und Schnellbauhütten vollgepflastert - das ist alles andere, aber nicht der Nürburgring.

Und 2. ist das nicht irgendwie zu groß geraten, sondern war von Anfang an völlig unnötig.

Hätte doch nur jemand gewarnt! Am besten noch, bevor der Ausbau beschlossen wird!

Heute jammert der Herr Deubel seiner schönen Pension hinterher und Adenau dem Schwimmbad.

Es gab nämlich wieder mal ein Urteil aus Koblenz und obwohl gestern sogar die Tränendrüse bemüht wurde, lautet es:

2 Jahre und 3 Monate Gefängnis.

Deubel’s Anwalt Rüdiger Weidhaas hatte für 1 Jahr und 7 Monate plädiert. Das ist schon bemerkenswert, wenn der Anwalt Gefängnis fordert. Allerdings wäre in dem Strafmaß eine Bewährung möglich gewesen und auch die Pension - immerhin 6.700 € monatlich - wäre erhalten geblieben. Anscheinend wird die auch aktuell immer noch bezahlt.

Im Grunde ist mir der Mann egal - ob er nun im Gefängnis schmort oder auf Hawaii. Wobei Verbrecher im Gefängnis natürlich besser aufgehoben sind. Was mir nicht so egal ist: wie jetzt einer auf Mitleid gemacht wird - und die Verdrehung der geschichtlichen Tatsachen:

Beim Prozessauftakt hatte sich Deubel von einer anderen Seite als bei seinem ersten Prozess gezeigt: Angeschlagen und selbstkritisch. Mit zeitweise tränenerstickter Stimme und zitternden Händen sagte er, er bedauere zutiefst seine frühere “an Starrsinn grenzende Verhaltensweise”. Sie habe dem Land Rheinland-Pfalz und dem Steuerzahler immense finanzielle Schäden verursacht. Erstmals übte Deubel öffentlich deutliche Selbstkritik. Im ersten Prozess hatte er noch jegliche Schuld von sich gewiesen.

Dass das Kulturdenkmal Nürburgring geschändet wurde, um es dann windigen Profiteuren zum Fraß vorzuwerfen, davon redet niemand. Die 500 Millionen Steuergeld sind mir noch vergleichsweise egal, wenn ich daran denke, wie mit der Strecke und ihrem Erbe umgesprungen wurde. Heute sind wir schon soweit, dass der Name Nürburgring fast als Schimpfwort verwendet wird.

Und es ist natürlich auch hinterlistig, dass Ingolf Deubel der alleinige Schuldige sein soll. Wo sind die ganzen anderen Beteiligten, Jürgen Pföhler, Carsten Kühl, Hendrik Hering, Roland Härtel, Clemens Hoch, Roger Lewentz und natürlich nicht zu vergessen Kurt Beck? Haben alle schön weiter Karriere gemacht im politisch tief vernetzten SPD-RLP. Auch die kräftigen Griffe ins Klo von Kai Richter und Jörg Lindner wabern immer noch ungesühnt durch die Anlage - Grüne Hölle lässt grüßen.

Einen kleinen Funken Resthoffnung habe ich noch, dass Ingolf Deubel im Gefängnis genug Zeit zum Nachdenken bekommt und er reinen Tisch machen will. Oder um Uschi Schmitz zu zitieren aus einem TV Beitrag vom Oktober 2012:

“Wenn er sehr in die Enge getrieben wird, glaube ich schon dass er auspackt. Also wenn er clever ist, dann packt er aus. Und lässt sich nicht die Schuld alleine in die Schuhe schieben.”

UPDATE:

Ingolf Deubel hat angekündigt Revision beim Bundesgerichtshof einzulegen.

Deubel | Prozess | Urteil | Erlebnisgrab | Gefängnis |


Sonntag, 17. November 2019

Schließt in Adenau jetzt auch das Krankenhaus?

Sieht jedenfalls nicht gut aus - und es gab sogar schon Demonstrationen.

Das will was heißen, denn die jüngere Geschichte hat gelehrt, dass man sich lieber devot der Obrigkeit unterordnet.

Ich habe mich gefragt, an wen sich die Demonstration richten soll - konnte aber nichts Genaues ausmachen. Demonstriert wurde in Adenau - wen möchte man damit erreichen? Ich konnte auch keine Forderungen ausmachen - außer, dass das Krankenhaus erhalten werden soll. Aber wer genau in die Pflicht genommen wird, das bleibt vage.

Der Träger gehört zur Marienhaus Gruppe, die aus den Franziskanerinnen hervorgegangen sind - die wiederum in grauer Vorzeit (1863!) unter widrigsten Bedingungen den Grundstein für diese Gesundheitsversorgung in Adenau gelegt haben. Hier (AW-Wiki) und hier (Bericht von 1969) kann man einiges aus den abenteuerlichen Anfängen nachlesen.

1966 wurde das Adenauer Krankenhaus neu geplant mit 146 Betten und zu Kosten von 7 Millionen Mark. Die Kosten wurden zwischen öffentlicher Hand und den Franziskanerinnen aufgeteilt.

Da das Haus gemeinnützig, aber privat betrieben wird und hohe Verluste einfährt - an wen richtet sich dann die Demonstration?

Aus Adenau bzw. der Verbandsgemeinde heraus hat man bereits in den Anfängen die disaströsen Freizeitparkphantasien tatkräftig unterstützt. Und während man Otto Flimm mit Füßen tritt, küsst man die von Malu Dreyer. Denn das hat man in Mainz schnell erkannt: Adenau ist käuflich.

Da scheint man sich auch mit den Politikern einig zu sein, denn Jürgen Pföhler wurde zwar nur von 21% (wieder)gewählt - das reicht aber, wenn 70% einfach nicht zur Wahl gehen.

Die Quittungen kommen schleichend, aber kräftig - Bahnhof gibt es schon lange keinen mehr, das Schwimmbad wird auch nicht mehr weiter erwähnt - und jetzt geht es dem Krankenhaus ans Eingemachte.

Witzig, dass ausgerechnet eine Privatfirma - der Nürburgring - auch zur Demonstration aufruft. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: eine private Firma, die dem Gewinn für die (geheimen) Investoren verpflichtet ist und die nichtmal ihre Zahlen veröffentlicht, verlangt von einem kirchlichen und gemeinnützigen Träger, dass sie doch gefälligst Verluste in 7-stelliger Höhe in Kauf zu nehmen haben.

Auf die Idee muss man auch erstmal kommen.

Natürlich ist das Krankenhaus für den Ring überlebensnotwendig. Ich hatte dort während meiner aktiven Zeit auch schon diverse Aufenthalte - mein Körper kann da einige Geschichten erzählen. Genau wie das Krankenhaus unzählige Geschichten erzählen kann - von Besuchern über Touristenfahrer bis Rennfahrer.

Bei einem Renntraining war immer ein Krankenwagen vor Ort - wenn es ein besseres war, dann auch zwei. Denn wenn kein Krankenwagen an der Strecke steht, hatten alle Pause, bis das Team wieder zurück war - und bereit für neue Ladung. Wenn jetzt so ein Krankenwagen nach Mayen oder Daun fahren muss, dann ist das natürlich wenig optimal - bzw. kann man es auch direkt lassen.

Das fällt dem Ring natürlich auch früh ein - wenn alles läuft, muss man sich ja keine Gedanken machen.

Wenn man mal den Ring ausklammert - weil ist ja auch ein Privatunternehmen - dann reden wir in Adenau von 3.000 Einwohnern und es kommen noch einmal 10.000 dazu, um die Verbandsgemeinde Adenau voll zu machen. Natürlich kann man für 13.000 Einwohner in dünn besiedeltem Gebiet ein Krankenhaus vorhalten. Wenn man entsprechend solvent ist. Weil mit solchen Zahlen mehrere Abteilungen mit entsprechenden Kapazitäten zu betreiben - verlustfrei - stelle ich mir schwierig vor. Und Adenau schwimmt jetzt nicht gerade im Geld - da muss man sich schon fragen, wie das gehen soll.

Hier habe ich mal eine Karte, wie sich die Krankenhäuser in der Region verteilen. Der Verlust von Adenau schmerzt da schon optisch - man müsste nach Bad-Neuenahr Ahrweiler, Mayen, Daun oder Gerolstein ausweichen.

Die Franziskanerinnen - bzw. seit 2011 “Marienhaus” - betreiben insgesamt 25 Krankenhäuser und weitere Einrichtungen, von Köln bis Saarbrücken. Da gehe ich mal davon aus, dass die wissen, wie das geht. Als Grund für die Chirurgie-Schließung wurde auch genannt, dass man keine Ärzte für das Haus gewinnen könne. Jedenfalls nicht zu den angebotenen Bedingungen. Ist irgendwo auch nachvollziehbar - es gibt zwar ringerprobte Ärzte, aber die sind natürlich auf lukrative Jobs angewiesen, um ihr kostspieliges Hobby finanzieren zu können.

Übrigens: wenn der Ring eine gemeinnützige Stiftung wäre, dann könnte man Teile des operativen Überschusses zum Erhalt des Adenauer Krankenhauses einsetzen. In dem jetzigen Konstrukt setzt ein russischer Oligarch den Gewinn höchstens zum Erhalt seiner Yacht ein.

Krankenhaus | Adenau | Marienhaus | StJosef | Demonstration | Verbandsgemeinde |


Mittwoch, 15. Mai 2019

Den Adenauern fällt auf, dass man ohne Schwimmbad ja gar kein Schwimmbad mehr hat.

Was liegt da näher, als ein neues Schwimmbad bauen zu wollen!

Wieso muss ich spontan an Schilda denken?


Mittwoch, 10. Januar 2018

Mainz stellt Adenau mit 5 Millionen Euro ruhig.

Normalerweise bewirbt man sich für staatliche Förderprogramme mit einem Konzept, das dann geprüft und eventuell genehmigt wird.

In Adenau läuft das umgekehrt: da schüttet man 5 Millionen Euro Steuergelder über der Stadt aus, die dann völlig verwirrt erstmal die Bewohner fragt, ob sie irgendwelche Ideen haben. Alles geht:

Auch Sie persönlich können als Bürger oder Immobilieneigentümer bei der Entwicklung partizipieren, und zum Beispiel bei Sanierungsvorhaben, die auch im Privateigentum möglich sind, von Förderungen profitieren.

Von der aufgesetzten Sprachwahl und dem Kommafehler mal abgesehen werden mit solchen Formulierungen natürlich Begehrlichkeiten geweckt und Mainz stellt sicher, dass Adenau für die nächsten 10 Jahre erstmal mit sich selber beschäftigt ist.

Der Fragebogen ist auch ziemlich einmalig:

Wie lange wohnen Sie schon in Adenau?
[ ] schon immer
[ ] seit _____

Das Wort "Nürburgring" taucht übrigens in der ganzen Kommunikation nicht einmal auf - nichtmal bei den Gründen, warum man denn in Adenau wohnt.

Gut ist auch der hier:

Wären Sie bereit sich zukünftig in der Adenauer Innenstadt zu engagieren? (Vereine, Initiativen, Stadtteilfeste, etc.)

Die Adenauer Innenstadt hat Stadtteile?

Und bevor jemand auf dumme Gedanken kommt: das Adenauer Schwimmbad wird gerade abgerissen. Mehr Sarkasmus geht nicht.

Adenau | Förderprogramm | Stadtumbau | Frageboden | Schwimmbad |


Mittwoch, 22. Juli 2015

Video vom Adenauer Schwimmbad.

Mitte Juli ist doch ein guter Zeitpunkt für einen Schwimmbadbesuch.

Schwimmbad | Adenau | Badenova |


Freitag, 24. Oktober 2014

Adenau zurück in´s Mittelalter.

Während die Adenauer versuchen, ihr bankrottes Schwimmbad mit allen Mitteln zu verscherbeln

“Für potenzielle Käufer gibt es aber die Option, dass bei einem geeigneten Konzept, zum Beispiel einer Nutzung als Gewerbehalle, der Flächennutzungsplan durch die Verbandsgemeinde per Ratsbeschluss geändert werden kann.”

… versetzt man sich passend dazu im Stadtzentrum zurück in’s Mittelalter.

LOLWUT?

Tags: AdenauMittelalterSchwimmbad | Badenova |


Mittwoch, 19. Dezember 2012

Endgültiges Aus für das Adenauer Schwimmbad.

Der “Verbandsgemeinde-Bürgermeister” (was für ein Wort!) Hermann-Josef Romes ist ja ganz gut im Grabschaufeln:

Zusätzlich zum Nürburgring kann er sich jetzt auch das Schwimmbad an’s Revers heften, richtig erfahrener Sportstätten-Beerdiger.

goo.gl/maps/C9XCv

Auf der Homepage www.schwimmbad.adenau.de wird noch der Eindruck erweckt, die Schließung sei vorübergehend, aber das stimmt wohl so nicht:

Mit 21 zu 6 Stimmen hat sich der Rat der Verbandgemeinde Adenau gestern Abend in einer öfffentlichen Sitzung gegen die Sanierung und den Fortbetrieb und somit für die Schließung des Schwimmbades badenova zum Jahresende entschieden. (..)

In seiner Rede sprach Verbandsgemeinde-Bürgermeister Hermann-Josef Romes von einem kalkulierten Kostenrahmen von 2.351.087,75 Euro, der bei einer Sanierung des Hallendaches, der Umverlegung des Einganges, des Abbruches der Gastronomie sowie des Abbruches der Freibadumkleide plus technischer Anlagen zur Energieeinsparung in Betracht gekommen wäre.

Da haben sie wohl nochmal schnell ein paar größere Umbaumaßnahmen reingerechnet, damit die Summe schön groß wird. Bis auf die Nachkommastelle, dann muss es ja stimmen! Die Bevölkerung hat letztes Jahr noch versucht, mit Spenden das Bad zu retten, sind anscheinend 15.175 Euro zusammengekommen. Es gab sogar einen Flashmob. In Adenau!

Das Bad ist übrigens 36 Jahre alt geworden.


Freitag, 16. November 2012

Save The Biggesee.

Gestern ging’s zum Thema Nürburgring drunter und drüber, das passiert immer, wenn man die Formel 1 in’s Spiel bringt. Das hat man bei der NAG inzwischen auch gelernt und setzt es jetzt wohl nach Belieben taktisch ein, so war z.B. gestern in der FAZ plakativ zu lesen:

“Nürburgring-Affäre: Schock am Ring.”

kombiniert mit:

“Nun droht der Rennstrecke das endgültige Aus.”

Das sind natürlich tolle Reisser, doch wo kommen sie her? Die Erklärung liefert der Artikel gleich mit:

“In einem der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vorliegenden Brief …”

Na wie der da wohl hingekommen ist?

Neben dem Formel–1-Rennen 2013 seien auch die Großveranstaltungen „Rock am Ring“ und das 24-Stunden-Rennen des ADAC gefährdet, sagte ein Sprecher der NAG.

Dieser Sprecher ist doch Steinkühler? Na war ja klar. Und warum? Kann es mir so erklären, daß man gemerkt hat wie leicht die Insolvenzverwalter in die Defensive zu drängen sind und haben für den finalen goldenen Handschlag mal ein paar Pfunde auf den Tisch geknallt. Hat ja gut funktioniert. Sogar Mr E wurde dadurch gezwungen sich zu räuspern und ein Vettel-Statement hilft noch einmal alles durch den Kommunikations-Mixer zu jagen.

Gestern war aber noch ein anderes denkwürdiges Ereignis: in Attendorn gab’s großen Bahnhof für den Heilsbringer Kai Richter, der mit viel Tamtam und Bürgermeister-Umgarnung ein neues Was-auch-immer vorstellte, das wahlweise unter dem Begriff Projekt, Resort oder Anlage den Bürgern schmackhaft gemacht wurde. Schön garniert mit “Sensibilität” und “Superior”. Die haben dann auch artig geklatscht, als er für “seine Gruppe” - ein mittelständisches Familienunternehmen - die Bühne erklommen hat.

Ich war zwar selber nicht vor Ort, aber mir ist ausführlich Info zugetragen worden. So sah das da aus:

Er hat dann mit blumigen Worten seine Erfolge am Nürburgring verkauft - und eine ganz besondere Sicht auf die aktuelle Lage: “… auch wenn das Gesamtprojekt - insbesondere durch die Formel 1 - derzeit nicht erfolgreich erscheint.”

So ein Zufall aber auch, daß die Zeitungen grade voll damit sind.

Im Vergleich zu seinem missglückten Aufschlag vor 1,5 Jahren hat er diesmal Jörg Lindner statt Edzard Andres Plath mitgebracht, d.h. die beiden Nürburgring-Betreiber haben grade nichts besseres zu tun, als am Biggesee auf Verkaufstour zu gehen.

Gebaut werden soll da wohl in großem Stil und zu dem schon gekauften Grundstück will Herr Mediinvest anscheinend noch eins dazukaufen. Er schwärmt im besten NAG Vokabular von Destination und erneuerbaren Energien, von Superiorhäusern und Zelten mit Bett, aber auch von Seegastronomie, Kinderbetreuung und Klettergarten.

Für Eifler wäre die Veranstaltung einem 6-Jahres Zeitsprung in die Vergangenheit gleichgekommen, die Rede ist von 88 Ferienhäusern, 18+30 Appartments, 50 Bungalows, Hotel mit Schwimmbad, Konferenzzentrum, Strandbad und Hastenichtgesehen.

Natürlich in Kombination mit neuen Arbeitsplätzen und vielen Aufträgen für heimische Zulieferer. Der Bürgermeister von Attendorn - Wolfgang Hilleke - hatte ein langes Gespräch mit dem Bürgermeister der VG Adenau und der habe “begeistert erzählt” (kein Witz!), daß die ganze Region von dem Projekt Nürburgring profitiert, belegt das mit gestiegenen Übernachtungszahlen und 2.500 abhängigen Arbeitsplätzen.

Interessante Sicht der Dinge Herr Verbandsgemeindebürgermeister!

Da hätte er wohl besser mal den Bürgermeister von Nürburg angerufen, der hätte ihm aber was anderes erzählt. Aber vielleicht passt das ja nicht so gut in’s Konzept.

Kai Richter meinte zum Nürburgring, daß damals der Hendrig Hering auf ihn (KR) zugegangen sei, weil sein Betrieb der einzige Bestandteil war, der funktionierte. Er habe dann Jörg Lindner überredet, Komm, laß uns das wagen! Und jetzt würden sie das Unternehmen erfolgreicher denn je führen: Umsatz verdreifacht, Ertrag vervierfacht.

Die Insolvenz wird banalisiert, als sei sie vom Himmel gefallen, Jörg Lindner erklärt das mit der EU, dadurch sei man “über ein europäisches Verfahren in die Insolvenz geraten. ”

Kai Richter meinte auch, man habe sich geeinigt (also gestern) und die Gespräche befriedet. Interessantes Timing.

Jörg Linder war in Fahrt und berichtet von einem ausverkauften Haus sowohl in den NAG Hotels, als auch im Dorint - und das, obwohl Schnee in der Eifel liegt und die Rennstrecken definitv nicht genutzt werden.

Obwohl es am Tag vorher auf der Nordschleife so aussah.

Die hatten die Bürger dann tatsächlich soweit, daß einer schon fragte, ob man als Anleger einsteigen kann. Ohje.

Manchen Leuten kann man nicht helfen, für die anderen hab ich ein paar weiterführende Links (nach Datum sortiert, Neueste oben):

(Kai Richter und Jörg Lindner, ungekrönte Betroffenheitsmeister.)

Für die, die es nicht kennen - so haben sie sich am Nürburgring vergangen verewigt. Beton und Stahl für die Dinge, die keiner braucht. Das hat inzwischen alles der Steuerzahler bezahlt und komischerweise wird es immer schnell evakuiert, wenn ich mal ein Foto machen will. Hier hab ich mal versucht, die offiziell genannten 330 Mio. aufzuteilen - rückt ja keiner genau mit der Sprache raus.

Kaum noch zu erahnen, aber am Ring war es mal urig und gemütlich - so wie man es sich vorstellt für eine über 80 Jahre gewachsene traditionelle Sportstätte von Weltruhm. Bis auf einmal Visionen, Investoren und Destination-Prediger ihren Zerstörungsfeldzug angetreten haben, der im 85.Geburtstag des Nürburgrings in die Insolvenz geführt hat. Und damit die akute Gefahr begründet, daß das Volkseigentum Nürburgring zusammen mit der Nordschleife einem privaten Besitzer bei der “Verwertung” in die Hände fällt.

Es gab übrigens auch in Adenau solche Informationsveranstaltungen, auch der hiesigen Bevölkerung wurde damals viel versprochen - die aktuelle Realität könnte grausamer für den Ring und die Region nicht sein.

Save The Biggesee :/

UPDATE:


Montag, 06. Februar 2012

Übrig Ns vom Montag.
Freitag, 18. November 2011

Übrig Ns vom Freitag.
  • “Der besondere Fokus liegt auf einer Bauweise, die sich an maritimen Küstenensembles orientiert – also auch am Baustil der Häuser in Greetsiel ..”

  • “Durch den Ferienpark entstehen in Greetsiel ca. 80 neue VOLLZEIT-DAUER-Arbeitsplätze ..”

  • “Durch exklusive Angebote werden neue Zielgruppen aus neuen Quellregionen angesprochen.”

  • “Durch die höherpreisigen Angebote des Ferienparks wird es keinen Verdrängungswettbewerb mit den Ferienwohnungen vor Ort geben.”

  • “Greetsiel hat von April bis Oktober Saison – durch den Ferienpark wird ganzjährig eine Infrastruktur (Saunalandschaften, Restaurants, Events, Schwimmbad) vorgehalten, dadurch kommen Touristen auch in der Nebensaison nach Greetsiel ..”

Am Sonntag ist Showdown, dann dürfen (müssen!) die Bürger wählen, bzw. abwählen. Siehe auch hier.

  • Bei Jerlitschka / Moch (= Vorjahressieger, 4.dieses Jahr) mitfahren Rallye K-AW. (Via.)

  • Der Grottigste Website Contest geht in eine neue Runde. Und den Preis für die grottigste URL gibt’s noch obendrauf:

erlebnisregionnuerburgring.de


Donnerstag, 27. Oktober 2011

Stopp Greetland! Das ist Ostfriesisch und heißt in etwa Save The Ring.

Mit megalangen Teleskopen soll man ja in der Lage sein fernen Galaxien beim Entstehen zuzugucken. Genauso ein Gefühl hatte ich, als ich heute diese unglaubliche Geschichte gelesen hab. Ossi ist zufällig drübergestolpert:

Nicht Lichtjahre entfernt, sondern exakt 441 km nördlich vom Nürburgring kämpfen Anwohner eines kleines Örtchens gegen eine gigantische Freizeitanlage. Der Ort heißt Greetsiel, hat 1.500 Einwohner und wird konfrontiert mit Investoren, die eine Hotelkapazität von über 1.000 Betten aus dem Boden stampfen wollen.


(Quelle: stopp-greetland.de)

Es ist noch kein einziger Stein verbaut und eine Bürgerinitiative stemmt sich gegen den von der Politik forcierten Plan.

Einen Betreiber soll es auch schon geben …

… und jetzt haltet Euch fest: die Lindner Gruppe.

Das überrascht mich schon, daß man quasi jetzt erst so zufällig da drüber stolpert. Da bekomm ich es ein wenig mit der Angst, daß es noch weitere unschuldige Gegenden gibt, die zügellos zubetoniert werden.

Die Parallelen zum ring°grab sind so megaauffällig, man meint echt man sitzt in einem schlechten Film:

Hit-Radio antenne:

Rund 80 Millionen Euro will ein Investor in das Bauprojekt stecken. Auf der grünen Weise neben dem idyllischen Fischerdorf nördlich von Emden soll ein Touristenmagnet entstehen. Insgesamt 85.000 Quadratmeter sollen bebaut werden, 1.200 Betten sollen nach dem Willen des Investors kommen.

Der Westen:

Investor Kay Schwarz aus Dresden …

Das ist so krass, der Investor heißt echt Kay!

… und seine “Greetland Projektentwicklungsgesellschaft” wollen den Wohn- und Freizeitpark am Ortsrand von Greetsiel bauen. Auf 85.000 Quadratmetern sollen Ferienwohnungen, ein Vier-Sterne-Hotel mit Restaurant, Schwimmbad, Spielscheune und eine Wasserburg als architektonisches Highlight entstehen. Geplant sind fast 1.200 Betten.

Hinrich Barfs (DIE LINKE):

Herr Schwarz hat einen Managementvertrag mit der Hotelgruppe Lindner, die die Ferienanlage betreiben soll. Sie wirbt mit 64% Auslastung ihrer Hotels- u. Ferienanlagen. Ob diese Auslastung langfristig gesehen, vor allen Dingen in den Wintermonaten hier erreicht wird, ist fraglich. Für die Lindner AG stellt es kein Problem dar, um eine ausreichende Auslastung zu erreichen, die Preise zu diktieren. Das könnte zu einer Gefahr für die bereits ortsansässigen Gastronomiebetriebe werden.

Bürgermeister Johann Saathoff (SPD):

Schön wäre es gewesen, wenn die BI (Bürgerinitiative) mit uns gesprochen hätte. Es ist bedauerlich, dass sie alles in die Presse jagt, ohne wirklich die Hintergründe zu kennen.

Die Bürgerinitiative heißt Stopp Greetland und hat über 16.600 Unterschriften gesammelt. Auch wenn die Facebook Gruppe noch sehr übersichtlich ist. Eine Chance haben die Anwohner aber noch: am 20.Nov. ist Bürgerbefragung. Das ist den Nürburgern (AW’lern, Sportlern, …) leider verwehrt geblieben.

Hoffentlich haben die Greetsieler mehr Erfolg und können das greet°grab noch verhindern.


Samstag, 01. Oktober 2011

Übrig Ns vom Samstag.

Denen scheint keine Krise zu groß - was hat man da vor bei der NAG?

  • In diesem Artikel wird der RLP Finanzminister beschrieben, er hätte sich jetzt freigeschwommen. Also ich finde seine Verantwortung im Aufsichtsrat der Nürburgring GmbH, als er das Erlebnis°Grab authorisierte, ist noch lange nicht aufgeklärt. Denn aus den ursprünglichen 135 Millionen wurden inzwischen 330 Millionen (und das ist die offizielle Zahl). Und selbst zum Zeitpunkt der Eröffnung war von einer Finanzierung weit und breit nichts zu sehen.

  • Den Steuerzahlern der VG Adenau rinnt das Hallenbad durch die Finger. Die neueste Idee sind jetzt Spenden, um - festhalten -

die Entscheidungsträger davon zu überzeugen, dass die Bevölkerung hinter ihrem Schwimmbad steht.

Wäre ich Einwohner der VG Adenau, würde ich erstmal die Entscheidungsträger davon überzeugen, den Schaden wiedergutzumachen, den sie mit den versenkten Millionen in’s beton°grab angerichtet haben. Und zwar vorzugsweise mit ihrem eigenen Privatvermögen.

Hier eine kleine Erinnerung.

Laut RZ-Artikel ist: Die aktuelle Spendensumme auf der Internetseite www.mein-badenova.de einsehbar. Ich weiß ja nicht, ob das jemand gemacht hat, dort steht:

Aktueller Spendenstand: 70 Euro.

  • So langsam gehen dem NAG-Sprech die positiv klingenden Wörter aus, um die Katastrophe nicht beim Namen nennen zu müssen. Man spricht von einer optimierten Vermarktungsposition, die jetzt gesucht werden muß.

Ich plädiere für ein°stampfen.


Sonntag, 28. August 2011

Übrig Ns vom Sonntag.
Dienstag, 23. August 2011

Übrig Ns vom Dienstag.

“Gegen Deubel und Lindner - Wird Anklage am Ring wahrscheinlicher?”

Haben das aber schnell korrigiert und Lindner gegen Richter ausgetauscht. Wobei mich schon interessieren würde, was die Staatsanwaltschaft über die Rolle der Lindner’s weiß.

Der Artikel aus der RZ hat aber dem FOCUS mal nachrecherchiert und die Meldung in’s rechte Licht gerückt: nichts Genaues weiß man nicht.

Wie im Autoscooter, wenn man kein Geld nachwirft. (Danke Thomas!)

  • Sieht nicht gut aus für das Schwimmbad in Adenau. Das ist so unglaublich: die Verbandsgemeinde Adenau hat nichtmal 500.000 Euro pro Jahr, um ihren Bürgern ein Schwimmbad zu bieten. Wir reden hier über 13.600 Einwohner, die sich aus 37 Gemeinden zusammensetzen. Das ist doch das totale Armutszeugnis, daß nichtmal genug Geld da ist, um ein Schwimmbad zu halten. Es geht nichtmal um einen Neubau.

An solche Sachen muß ich immer denken, wenn ich den weltfremden Leuchtturm°Unsinn sehe. Während die Eifel schon am Tropf hängt, wird sie aus Mainz noch zusätzlich verzockt.

Es ist übrigens wieder die FWG, die positiv - weil konstruktiv - auffällt.

  • Jochen Krumbach ist derjenige, der am Montag für Toyota den eRekord knacken möchte. STR: Smash That Record!! :))

  • Kleines Update zur Starterliste 6h-Rennen:

    Schubert kommt mit 2 Z4 GT3:
    * Peter Posavac / “Flying” Anders Burchardt
    * Pedro Lamy (!!) / Marko Hartung (das “Spa” Auto)


Freitag, 01. Juli 2011

Übrig Ns vom Freitag.
Samstag, 18. Juni 2011

Samstags Übrig Ns Nachschlag.

Auffällig ist bei den ganz NAG-nahen Accounts, daß die sich nie mit ihrem Namen zu erkennen geben, sondern immer hinter solchen “Wir sind hier ein Social Media Team” Floskeln verstecken. Das ist so, wie wenn man als Kunde in ein Geschäft geht und der Verkäufer einen mit Maske und verzerrter Stimme begrüßt. Das ist doch mal eine Unterhaltung auf Augenhöhe:

Wir arbeiten im Team und führen die Diskussion auf diesem Account im Namen des Nürburgrings. Es handelt sich hier um unsere Social Media Abteilung, die zur Unternehmenskommunikation des Nürburgrings gehört. Da wir als Team zusammen arbeiten, werden keine einzelnen Mitarbeiter in den Vordergrund gestellt.


Freitag, 27. Mai 2011

Übrig Ns vom Freitag.
Donnerstag, 14. April 2011

Zahlen? Unseriös!

Während es am Ring garnicht pompös genug zugehen kann und die Verwalter sich dank Minipacht entspannt einschwingen können, kämpft Adenau in einer viel kleineren Preisklasse um sein Schwimmbad.

Wie sagte Jörg Lindner letzte Woche so schön, als er wieder mal den Nürburgring umbauen wollte:

“Jetzt Zahlen zu nennen, wäre unseriös.”

Kann ich auch, dachte sich Herrmann-Josef Romes beim Förderverein von badenova:

“Zu diesem Zeitpunkt schon Zahlen zu nennen, wäre unseriös.”

Klarer Fall für neusprech.org.




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