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Mittwoch, 22. April 2020

Tony Seba: 2025 wird jedes Mainstream-Neufahrzeug elektrisch sein.

Ja, jedes!

Diese Vorhersage sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen, denn Tony Seba hat eine makellose Vorhersage-Statistik. Hier im Blog ist er schon Stammgast - seit Okt. 2016.

Da war Matthias Wissmann noch VDA Präsident und ich hatte damals schon Mühe, exponentielles Wachstum zu erklären. Dieter Zetsche hat seinerzeit 15-25% Elektrofahrzeuge für 2025 in Aussicht gestellt.

Tony Seba hat heute ein neues Video veröffentlicht mit aktuellen Aussagen, aber auch Rückblicken zu seinen vorherigen Prognosen. Und so dramatisch sie damals waren, so überholt sind sie heute - denn in Wirklichkeit passiert es schneller und druckvoller:

youtu.be/O-kbzfWzvSI

Der Wiederverkaufswert von Verbrennern wird bald kollabieren und die gesamte Verbrennerindustrie für Neufahrzeuge ist in 10 Jahren Geschichte.

Und noch ein interessanter Aspekt mit Ausblick auf autonomes Fahren: auch wenn Tesla gerne verschlagzeilt wird, wenn diese Autos in Unfälle verwickelt sind - der Autopilot-Level von Tesla ist heute (!) schon 6,4 mal sicherer als der durchschnittliche menschliche Pilot.

Seba | Disruption | Elektro | Autonom | Solar |


Montag, 09. Juli 2018

The Future of Racing - Workshop in Goodwood von Roborace.

Roborace wird beim Festival of Speed in Goodwood das erste Mal eine Rennstrecke autonom in Angriff nehmen und Rod Chong - den ich ja kürzlich erst in Berlin zum Stickertausch getroffen hatte:

Mike Frison / renn.tv

... hat einen Workshop angekündigt:

The Future of Racing.

Ein Thema, das ich hier regelmäßig anschneide, denn meiner Meinung nach wird kein Stein auf dem anderen bleiben.

Dieses Jahr bin ich nicht in Goodwood, daher hatte ich mir erlaubt ihm in Linkedin direkt zu antworten. Und zwar so:

Great subject Rod and one I’m investigating closely. I would love to be around, but as I’m unfortunately not I hope you don’t mind I share my thoughts just here.

I think by now we can all agree that in the future our mobility will be electric, shared and autonomous (“modules” for short). The timeframe can lead into wild discussions, but I’m with Tony Seba and around 2030 the transition will be all over.

Motorsport has historically been driven by competition and the desire to win (to be the fastest). It has been (and still is) heavily funded by OEMs, who not only compete directly, but have also found a huge playground within current GTs. What started as a business case for cup cars (Renault, Porsche) has now an open door for many more OEMs to sell their GT3s worldwide.

In contrast public traffic of the future will not be against other participants, but closely networked and aligned with them. The smoother, the better.

In the future Motorsport can’t sell any viable marketing message anymore.

Also brands in general as we know them will fade, while user experience (of the mobility service) and competing eco systems will take over.

Even rich people will have trouble to licence a human driven vehicle on public roads (statistically much higher accident rates vs defensive driven modules with 360° view).

Motorsport will still be happening, but less funded (without OEM support). As a consequence racetrack venues will face financial challenges (high fixed costs, but less funding without OEMs plus less utilisation).

On the other side electric power will enable a complete new range of sports utilities (skate boards, light weight but powerful bikes (10kW / 50 kg), … and many more, which we have not seen yet. The much easier to install electric power will enable amazing future sports tools - for much lower prices. They are slowly appearing as we speak.

Racing sport will become much more accessible and emission-free - therefore moving closer to or directly into cities. We lose - but we also gain. The spectators of today are the participants of tomorrow.

Great times ahead - difficult to digest for the established OEMs though.

I’m looking forward to comments and the outcome of your conference! :)

Um es hier auch zur Diskussion zu stellen. Bin gespannt, ob die Konferenz Früchte trägt.

Zukunft | Roborace | Goodwood |


Donnerstag, 04. Januar 2018

brand eins mit Schwerpunkt ´Reset´ und Prof. Andreas Knie: Autos in Privatbesitz sollten in Städten verboten werden.

Auszug aus dem aktuellen Heft 1/2018 - ein Interview mit Andreas Knie.

Das ist zum einen interessant in Bezug auf den Kontext, in dem dieser Artikel eingebettet ist: Schwerpunkt der Ausgabe lautet "Reset".

Zum anderen auch aufgrund der übrigen Themen, die in dem Heft aufgegriffen werden - die Spannbreite reicht von Bitcoin bis Klitschko.

Und wieder einmal bekommen Deutschland, die Regierung und die heimische Autoindustrie den Spiegel vorgehalten - mit wieder einmal ernüchterndem Ergebnis.

Andreas Knie - Professor in Berlin (Innovationszentrum für Mobilität und gesellschaftlichen Wandel, InnoZ), im Fach Soziologie mit Schwerpunkt Verkehrsforschung - redet nicht lange drumherum: von dem Szenario heutzutage im Autohaus überhaupt ein Elektroauto kaufen zu können - bzw. nicht zu können, der Historie der E-Autos vergangener Tage, die anscheinend mit Absicht dem Markt vorenthalten wurden (Mini-E, Elektro-Smart, GM EV1), dem Festklammern an Diesel- und Ottomotoren und den Situationen in unseren Städten.

Mike Frison / renn.tv

Er verweist in diesem Zusammenhang auf den historischen Dokumentarfilm "Who Killed the Electric Car", den ich z.B. hier gefunden habe.

Er stellt auch die verwegene Frage:

Da kommt also der Wirtschaftsprüfer und sagt, liebe Autohersteller, was habt ihr denn in euren Büchern? Ah, ein Dieselmotorenwerk, ein Ottomotorenwerk. Aus Kalifornien aber – das ist für euch der Markt mit der größten Strahlkraft – und aus China – das ist euer volumenstärkster Markt – kommen gerade Signale, dass die keine Otto- und Dieselmotoren mehr haben wollen. Ich schreibe eure Werke also mal auf einen Euro ab.

Wirtschaftsprüfer sind nämlich verpflichtet alle Risiken einzupreisen und nicht nur die Investitionskosten zu berücksichtigen. Mit schönen Grüßen von den Atomkraftwerken, die eine ähnliche Erfahrung machen mussten.

Noch aggressiver als Tony Seba traut er den etablierten Automarken nicht zu, den Wandel überleben zu können:

Es wird eine Fusionswelle geben, die einige wenige Foxconns der Autoindustrie übrig lässt. Und die liefert dann den IT-Konzernen zu. Daneben gibt es eine ganze Reihe digitaler Plattformen für Mobilität. Die Automarken werden das wahrscheinlich nicht überleben.

Wir haben uns in eine Sackgasse manövriert, weil wir 90 Jahre lang dem privaten Auto den roten Teppich ausgerollt haben. Das rächt sich jetzt in vielerlei Hinsicht: wir haben uns daran gewöhnt und tun uns schwer das eigene Auto loszulassen, die Städte und Wege sind entsprechend gestaltet ebenso wie das Verkehrsrecht:

Diese gesamte Mechanik, die dem Volk das Auto als privates Glück verkauft, existiert bis heute ungebrochen weiter.

Und junge Leute haben auch keine Lust mehr auf das Auto, weil:

Wir gehen aber davon aus, dass die Menschen, vor allem die der jüngeren Generationen, es schnell satthaben werden, sechs, sieben Stunden in einem Auto eingesperrt zu sein. Die wollen eine Vielfalt an Optionen haben, und das geht am besten im Zug. Da kann man sich die Füße vertreten, Filme schauen, arbeiten – und hat zukünftig flächendeckend WLAN.

Auch stellt Andreas Knie die Arbeitszeitmodelle in Frage - muss jeder von 8 bis 17h arbeiten? Das würde den Berufsverkehr entzerren. Oder ein (flexibler) Arbeitsplatz in der Nähe der Wohnung, den man zu Fuß oder bequem mit dem Fahrrad erreichen kann. Denn:

Autos in Privatbesitz sollten in Städten verboten werden.

Da kommt noch was auf uns zu!

AndreasKnie | Mobilität | Verkehrsforschung | Soziologie | InnoZ |


Dienstag, 26. Dezember 2017

Wer sind die Gewinner, wer die Verlierer, wenn wir autonome Fahrzeuge nutzen?

Noch ist es zu früh, um Namen zu nennen. Aber selbst wenn nur die Hälfte dessen stimmt, was in diesem simplen Schaubild dargestellt wird, dann müssten sich einige Leute ziemlich dringend Sorgen machen.

Industrien wie Automobilfertigung, Ölproduktion und Versicherungen werden in den nächsten 15 Jahren bis zur Unkenntlichkeit zusammengedampft.

Es eröffnen sich auch neue Möglichkeiten, aber ist noch nicht genau abzuschätzen, wo diese liegen. Eine Reise in's Ungewisse - bedrohlich, aber gleichzeitig auch sehr spannend:

The value chain that was forged almost 100 years ago, sparked by the production of the Ford Model T, will be completely dismantled. In its place, there will be opportunities for whole new businesses to develop.

Leider zeichnet sich auch ab, dass viele der neuen Möglichkeiten in der Werbung liegen - als wäre sie heute nicht schon aufdringlich genug. Und im Sammeln von Daten. Denn: wir sind in den A-EV's gefangen:

The real money stands to be made by monetizing the user base by creating entirely new revenue streams from this low-cost transport system. TaaS platform operators will be able to sell these additional services at much higher margins - not only do they have a captive audience for the entirety of each journey, but they are collecting vast amounts of data from every passenger. Control of the customer relationship and data will be critical to realizing the opportunities on offer here.

Warum würden wir das freiwillig machen? Weil die Mobilität sogar kostenlos werden könnte. Glaubt Ihr nicht? Wir liefern uns heute schon Facebook und Google aus - weil die Dienste kostenlos sind:

In a competitive marketplace, the revenues generated from these additional services, which are potentially vast, are likely to be passed on to passengers in the form of lower prices, to the point where transport could ultimately be free, in the same way that Google and Facebook give away their services.

Und die ganzen Autofirmen, die es heute gibt? Was wird aus denen?

There is no guarantee that existing car manufacturers will have a place in the new autonomous order.

Uups.

Gilt auch für Versicherungen:

Current safety data suggest at least a 90% reduction in the number of accidents involving A-EVs compared with ICE vehicles. This is because 94% of collisions result from human error.

Das wussten wir schon - hier noch ein Aspekt:

A-EVs will also be much more difficult to steal. While hackers could in theory take remote control of a vehicle, the cars will have cameras, GPS and vibration sensors, so tracking and recovering them would be relatively simple.

Macht ja auch nicht viel Sinn ein A-EV zu stehlen - wer klaut heutzutage schon einen Bus? Oder einen Zug?

The combination of fewer accidents and thefts will have a devastating effect on insurance companies. The insurance market will be forced to move to a cost-per-mile model rather than an annual premium, resulting in a 90% reduction in revenues.

90% weniger Umsatz. Noch ein dickes Uups.

Tony Seba und James Arbib werden nicht müde den Finger in die Wunde zu legen.

Seba | autonom | Zukunft |


Sonntag, 12. November 2017

Foxconn baut Motorräder.

Wo Apple draufsteht, ist Foxconn drin - denn das iPhone wird bei dem Hersteller in Auftrag produziert. Das machen sie auch noch für andere Firmen, aber Apple sorgt für fast die Hälfte des Umsatzes.

Jetzt geht es in Richtung Mobilität, denn Foxconn fertigt für Evoke deren Modell Urban. Die laufen sich erst warm, also ist das gerade mal der Anfang.

Witzigerweise hatte Tony Seba mal Foxconn referenziert, aber in dem Zusammenhang, dass den Autoherstellern die Felle wegschwimmen und sie aufpassen müssen nicht die neuen Foxconns zu werden. Also knallharte Auftragshersteller mit mickrigen Margen. Dass Foxconn selber jetzt schon zur Stelle ist und den Autoherstellern eventuell noch nicht mal diese Möglichkeit bleibt, gibt der Entwicklung nochmal zusätzliche Brisanz.

Foxconn | Evoke | Seba | Elektro |


Donnerstag, 12. Oktober 2017

Mobilität der Zukunft: Medien hinken noch schwer hinterher.

Selten habe ich so einen schlechten Artikel gelesen, wie diesen hier gestern in der Washington Post.

Ich greife mal ein paar Argumentationen auf.

Eigentlich fängt es ganz gut an, indem 2017 rückblickend als der Wendepunkt betrachtet werden könnte, an dem Elektromobilität so richtig Fahrt aufgenommen hat.

Aber da bleibt die Entwicklung natürlich nicht stehen - der Artikel aber schon. Das autonome Fahren wird die Straßen erobern und damit auch neue Geschäftsmodelle, die den individuellen Fahrzeugbesitz ad absurdum führen, weil viel zu aufwendig und teuer. Kürzlich habe ich aufgeschnappt, dass wir hier in Deutschland ca. 14.000 km im Jahr fahren. Wenn man mal von einer konservativ angenommenen Durchschnittsgeschwindigkeit von 40 km/h ausgeht, dann fährt ein Auto im Schnitt 350 Stunden pro Jahr. Bzw. 4%. Und steht 96% der Zeit rum - bzw. im Weg.

Das autonome Fahren wird dieses Verhältnis umkehren, weil die Autos maximal ausgelastet werden - also immer unterwegs sind statt rumzustehen. Und dadurch natürlich die Kosten dramatisch senken - man kauft in Zukunft den Service, nicht das Auto. Das gilt für alle 46 Millionen PKW in Deutschland. Das würde sich meiner Rechnung dann auf 1,8 Millionen reduzieren. Bei gleicher Mobilität, aber höherer Auslastung der Fahrzeuge. OK, das ist noch ein weiter Weg, aber würde 660 km2 an Fläche freigeben. Zum Vergleich: Berlin - die größte Stadt - hat eine Fläche von knapp 900 km2.

Urging caution about the impact of EVs on the oil industry, John Eichberger, executive director of the Fuels Institute, said he doesn’t expect to see significant changes in demand for another 15 years or so. “We don’t know how fast EV sales will pick up, but what we do know is that no matter how fast they pick up, the inventory in the market will turn over more slowly, and this will delay the impact on liquid gallon demand,” he said.

Es ist nicht die Anzahl der Fahrzeuge auf der Straße, die Öl oder Strom verbrauchen. Es ist die gefahrene Strecke. In 15 Jahren - also 2032 - haben die neuen Konzepte längst gegriffen und den alten Fahrzeugbestand überflüssig gemacht. Nicht weil auf einmal so viele neue elektrische Fahrzeuge verkauft werden, sondern weil der Großteil der Strecken damit zurückgelegt wird. Es wird übrigens auch teuer werden die alten Autos zu entsorgen. Bzw. günstig sich einen Verbrenner für’s Hobby zu kaufen :)

Die nächste steile These:

“The idea is that for hospitality-type venues — restaurants, gas stations, coffee shops — electric vehicle charging could be an attractive way for them to attract customers the way WiFi was a decade ago, when it caused a lot of people to hang out at Starbucks.”

Das mit dem autonomen Verkehr scheint in den Köpfen nicht anzukommen. Wenn es einmal aussortiert ist, lässt es sich spielend leicht skalieren, denn dann reden wir nur noch von Copy/Paste - die Software, die das Auto schlau macht.

Und autonome Autos machen bestimmt nicht Pause, um Kaffee zu trinken ;)

Paradoxerweise zitiert der Artikel sogar Tony Seba, allerdings um das Verschwinden der Werkstätten zu untermauern:

Seba pointed out that there are thousands of department store and dealer repair locations — as well as about 70,000 mom-and-pop repair shops — that will be significantly affected by a decline in business.

Hätten sie dem Forscher mal besser insgesamt zugehört.

Übrigens, auch eine Meldung von heute: Shell hat sich NewMotion einverleibt, über die 50.000 Ladestationen in Europa zugänglich sind. Das zeigt a), dass jetzt langsam die Panik ausbricht und b), dass das mit den umgebauten Tankstellen vielleicht doch nicht die beste Idee ist.

Die Meldungen überschlagen sich im Tagestakt, aber der Mainstream ist immer noch festgefahren in alten Gedankenmodellgängen.

Zukunft | Elektro | Seba | WashingtonPost | autonom | Fläche | PeakOil |


Montag, 24. Juli 2017

Spiegel berichtet über Kartellverdacht der deutschen Autohersteller.

Montags morgens den Spiegel lesen habe ich auch lange nicht mehr gemacht - damals in der Beck’schen Erlebnisgrab Epoche kam das schonmal vor.

Heute ist Dieselgate Thema auf dem Titel - allerdings in der Form eines angeblichen Kartells, das der VW Konzern (inklusive Audi und Porsche) zusammen mit Mercedes und BMW gebildet haben soll. Von über 60 Arbeitskreisen und über 1.000 Sitzungen ist die Rede.

Sowohl Daimler als VW hätten sich bei den Behörden selbst angezeigt - um in den Genuss der Straffreiheit zu kommen. Wobei selbst den Autoren nicht klar ist, wer das zeitlich zuerst gemacht hat - der Spiegel selber hat wohl Einblick in die VW Vorgänge bekommen.

Das Ganze ist schon ein Jahr (!) alt - am 4.Juli 2016 hat VW die Ermittlungen selber in Gang gesetzt. Also mitten im Dieselgate, wo sie eigentlich ganz andere Probleme hatten. Die Arbeitskreise selber laufen demnach schon über 10 Jahre - ab 2006. Ob sie jetzt aktuell immer noch aktiv sind? Aufgelöst wurden? Oder einfach nicht mehr stattfinden?

Es ist ein schwieriges Thema, wo hört ein Arbeitskreis auf und wo fängt ein Kartell an? Alle möglichen Themen sind besprochen worden, von Cabriodächern über Luftfedern bis zu AdBlue Tanks. Und da wird es brisant, denn aus der Fahrwerksecke (!) wurde eine Limitierung der Größe gefordert. Und dann beißt sich die Katze in den Schwanz, weil einem Premiumkunden kann man ja schlecht alle paar tausend Kilometer die Kanister-Eigenbetankung mit klebrigem Harnstoff zumuten. Gut vorstellbar, dass der selber aufgebaute Druck der konträren Ziele der Entwicklungsabteilungen zu Dieselgate geführt hat.

Selbst wenn die Unternehmen vom Kartellverdacht freigesprochen werden - die Ermittlungen und Erklärungen werden viel Zeit und Ressourcen in Anspruch nehmen, den Diesel (Verbrenner?) weiter in’s Abseits treiben und den Handlungsspielraum der Hersteller weiter einengen.

Wenn jetzt AdBlue das Allheilmittel sein soll, dann muss auch dessen Versorgung sichergestellt werden und quasi ein neues Betankungskonzept flächendeckend etabliert werden. Macht das Sinn? Wo inzwischen klar ist, dass der ICE (Internal Combustion Engine) ein Auslaufmodell ist? All diese Nebenkriegsschauplätze hemmen den Angriff mittels neuer Konzepte und wenn die Disruption tatsächlich zuschlägt (siehe Tony Seba), dann finden sich auf einmal viele Firmen - inklusive deren Mitarbeiter - auf dem Abstellgleis.

BMW scheint von den Vorfällen leicht auf dem falschen Fuß erwischt zu sein. Obwohl der Spiegel am Mittwoch einen Fragenkatalog zugestellt hat, gab es gestern Abend - auf die Vorabmeldung - nur ein knappes und etwas überspezifisches Dementi: nicht die Arbeitskreise werden zurückgewiesen, sondern lediglich dass die AdBlue Tankgröße nicht zu klein sei, weil man im Vergleich zum Wettbewerb einen niedrigeren AdBlue-Verbrauch hätte.

Jedenfalls hatten die Presseabteilungen - von Wolfsburg über Stuttgart und Ingolstadt bis München - nicht viel vom Wochenende.

Dieselgate | Kartell | Spiegel | AdBlue | Disruption |


Samstag, 15. Juli 2017

Aktuelles Tony Seba Video über Clean Disruption.

Kann ich nicht genug von bekommen - und ich teile es hier auch regelmäßig, damit hinterher keiner sagt es hätte niemand gewarnt.

youtu.be/4hoB7HN4B0k

Das ist von einem Vortrag vom 8.Juni und dauert eine Stunde - lohnt sich aber. Basiert in großen Teilen auf diesem Report, sind aber auch neue Sachen dabei bzw. aktualisierte Zahlen. Das mit dem Aktualisieren geht so schnell, dass selbst Tony Seba kaum noch hinterher kommt.

Die Fragen, die für mich offen bleiben:

  • Wird denn dann der Sprit billiger, wenn die Nachfrage so massiv zurückgeht?
  • Was passiert mit den ganzen existierenden Autos? Werden die Kosten für die Halter explodieren? Tony Seba geht sogar davon aus, dass man Geld in die Hand nehmen muss, um sie in Zukunft loszuwerden.
  • Werden sich Gebiete entwicklen, auf denen das aktive Fahren noch gepflegt wird? Oder geht das komplett den Bach runter? Reiten können ja heutzutage auch nur noch die Wenigsten.
  • Und wie immer steht im Raum: was passiert mit dem Motorsport? Ich könnte mir inzwischen sogar vorstellen, dass es dem Sport gut tut, wenn sich die Hersteller zurückziehen. Und mit den ganzen alten ICE Autos, die ja dann keiner mehr braucht, könnte man wunderbar noch ein paar Jahre sportlich rumfahren auf Rennstrecken. Da könnten sich ganz neue - kostengünstige - Konzepte entwickeln. Und wenn die aufgebraucht sind, lässt sich mit den leisen EVs rund um die Uhr fahren - keine lästigen Lärmschutzbestimmungen, die einen daran hindern könnten. Jedes Wochenende 24h-Rennen anybody?

Seba | Elektro | Autonom | disruptive |


Mittwoch, 12. Juli 2017

Sind wir bereit für das Ende von individuellem Autobesitz?

Tony Seba - den hab ich inzwischen hier regelmäßig - fasst noch einmal in diesem übersichtlichen Artikel die bevorstehenden Änderungen der Autoindustrie zusammen.

We face a rapid disruption of transportation today that could end more than a century of individual ownership of the gas-powered vehicle that disrupted the horse.

Seba | Elektro | Autonom |


Donnerstag, 06. Juli 2017

Warum die Nachfrage nach Öl stark zurückgehen wird.

Guter Artikel, der auf der Argumentation von Tony Seba aufbaut.

Der Autor war seinerzeit auch zu einem Interview bei Kodak eingeladen - Kodak und Nokia werden immer in einem Atemzug genannt, wenn der Untergang von Unternehmen, die von der Disruption kalt erwischt werden, veranschaulicht werden soll:

I asked my interviewer what Kodak thought of the rise of digital; she replied it was not a concern, that film would be around for decades. I looked at her like she was nuts. But she wasn’t nuts, she was just deep in the Kodak culture, a world where film had always been dominant, and always would be. This graph plots the total units sold of film cameras (grey) versus digital (blue, bars cut off). In 1998, when I got my camera, the market share of digital wasn’t even measured. It was a rounding error. By 2005, the market share of film cameras were a rounding error.

Elektro | Seba |


Mittwoch, 14. Juni 2017

Interview mit Tony Seba - als Ergänzung hierzu.


Samstag, 10. Juni 2017

Tony Seba veröffentlicht erschütternde wissenschaftliche Analyse zum Autofahren 2020 - 2030.

Hier kann man sich den Report als PDF runterladen - und wer den Mann - z.B. hier aus dem Blog - kennt, wird schon erwarten, dass kein Stein auf dem anderen bleibt:

We are on the cusp of one of the fastest, deepest, most consequential disruptions of transportation in history. By 2030, within 10 years of regulatory approval of autonomous vehicles (AVs), 95% of U.S. passenger miles traveled will be served by on-demand autonomous electric vehicles owned by fleets, not individuals, in a new business model we call “transport- as-a-service” (TaaS). The TaaS disruption will have enormous implications across the transportation and oil industries, decimating entire portions of their value chains, causing oil demand and prices to plummet, and destroying trillions of dollars in investor value — but also creating trillions of dollars in new business opportunities, consumer surplus and GDP growth.

By 2030, individually owned ICE vehicles will still represent 40% of the vehicles in the U.S. vehicle fleet, but they will provide just 5% of passenger miles.

2030 - das ist schon in 13 Jahren. Und nicht einfach so dahergesagt, sondern wissenschaftlich analysiert und belegt. Nur noch 5% des Verkehrs mit Verbrennern! Die aber im Vergleich mehr stehen als fahren und als Dinosaurier einer vergangenen Epoche noch 40% der Flotte ausmachen.

Ganz entspannt werden solche dramatischen Prognosen rausgehauen wie:

As fewer cars travel more miles, the number of passenger vehicles on American roads will drop from 247 million to 44 million.

Demand for new vehicles will plummet: 70% fewer passenger cars and trucks will be manufactured each year. This could result in total disruption of the car value chain, with car dealers, maintenance and insurance companies suffering almost complete destruction.

Conventional energy and transportation industries will suffer substantial job loss.

Ganze Industrien werden verschwinden und nichts wird den Zerfall aufhalten können.

Aber es gibt auch gute Nachrichten:

The TaaS disruption will bring dramatic reductions or elimination of air pollution and greenhouse gases from the transport sector, and improved public health.

The geopolitical importance of oil will vastly diminish.

TaaS will dramatically lower transportation costs.

Warum macht Toni Seba das eigentlich - also den Leuten die Welt erklären?

Our main aim in starting this conversation is to provide an evidence-driven systems analysis that helps decision-makers who might otherwise rely purely on mainstream analysis.

Das ist tatsächlich auch dringend nötig. Mir persönlich fällt in letzter Zeit immer häufiger auf, dass vielen Leuten einfach die Vorstellungskraft fehlt, sich dieses Szenario auszumalen. Liegt es an der mangelnden Phantasie oder wird der bevorstehende Wandel einfach aus Bequemlichkeit ignoriert? Ich weiß es nicht - ich weiß nur, dass viele Firmen, Manager, Politiker, usw. einfach weitermachen wie immer und den Veränderungen völlig unvorbereitet gegenüberstehen werden.

Dabei kennen wir solche heftigen Umwälzungen alle schon, denn es entwickelt sich ähnlich wie beim Smartphone: vor 10 Jahren wurde das iPhone bei seiner Vorstellung als Luxusartikel abgetan - heute ist unsere komplette Kommunikation rund um Smartphones aufgebaut. Selbst der Elternbeirat unseres Kindergartens wäre ohne WhatsApp stummgeschaltet. In nur 10 Jahren einmal auf links gedreht - das geht und wir haben es erlebt.

Nur dass es bei dem Thema Mobilität viel größere wirtschaftliche Auswirkungen geben wird, da mehrere Umwälzungen parallel stattfinden und sich gegenseitig beschleunigen: vom komplexen Verbrenner mit Getriebe zum simplen EV, vom manuellen Fahren zur autonomen Fortbewegung, vom traditionellen Besitzen der Fahrzeuge zur individuellen Inanspruchnahme von Mobilitätsdienstleistungen - ein eigenes Auto werden sich schon sehr bald nur noch die Wenigsten an’s Bein binden.

Mehr Infos zu der provokanten, aber fundiert begründeten Ausarbeitung auf der Team-Webseite rethinkx.com.

Seba | RethinkX | Zukunft | Elektro | Autonom |


Mittwoch, 04. Januar 2017

Tony Seba: ab 2025 werden nur noch elektrische Autos gebaut.

Tony Seba - den hatte ich hier schon öfter - prognostiziert, dass ab 2025 nur noch EVs gebaut werden und ab 2030 die gesamte Flotte aller Fahrzeuge weltweit elektrisch unterwegs ist:

youtu.be/Kxryv2XrnqM

Das Video ist zwar von März 2016, aber aktueller denn je. Zusätzlich können einige seiner Annahmen dadurch bereits heute auf Gültigkeit abgeklopft werden. Dauert knapp eine Stunde, aber ich verspreche es wird nicht langweilig, denn er kann sehr schlüssig argumentieren, um seine steile These zu untermauern.

Es lässt sich absehen, dass in der Zukunft der eigene Fahrzeugbesitz ein Luxusgut wird, denn die gewünschte Mobilität an sich lässt sich bereits für ein Zehntel der Kosten realisieren, wenn man stattdessen Dienstleister nutzt. Also durchaus vergleichbar mit der Situation der heutigen Pferdebesitzer.

Welche Auswirkungen hat das eigentlich auf die Nordschleife? Ob es dann noch Touristenfahrten geben wird? Berechtigte Frage. Dieses Hobby ist ja heute bereits ein Luxusgut, von daher wird sich die Veränderung in Grenzen halten. Aber das Interesse der OEMs wird massiv zurückgehen, weil der Markt für selbstgefahrene Autos zusammenschrumpft und sich nur noch auf die übriggebliebenen Enthusiasten beschränken wird, die das Autofahren als Vergnügen aufrechterhalten.

Ein weiterer Gedanke beschäftigt mich: wann werden wir das erste elektrische Fahrzeug bei der VLN sehen? Meiner Meinung nach ist es überfällig. Ebenso wie die dafür notwendige Infrastruktur mit Ladestationen, die längst vorhanden sein könnte. Aber wenn man sich mal den Zustand der Zapfsäulen in der Boxengasse anschaut, dann bekommt man eine Idee davon, mit welchem Tempo am Ring modernisiert wird.

Für den Betrieb am Ring ist diese Bedrohung natürlich durchaus real und die Weichen für die Zukunft müssen früh gestellt werden. Es gibt großes Potential die Nordschleife trotz zunehmendem autonomen Verkehr als letzte große Selbstfahr-Bastion zu etablieren. Zumindest für die Generationen, die aufgrund der Mobilität den Führerschein machen musste. Denn das wird in Zukunft nicht mehr nötig sein und dann wird es nochmal teurer mit dem Hobby Selberfahren.

Seba | Elektro | autonom |


Dienstag, 15. November 2016

Tony Seba über die Herausforderungen für die Autoindustrie.

Tony Seba - das ist der, der auch einen Auftritt in Autoland abgebrannt hatte - erklärt noch einmal, was auf die Autoindustrie in Kürze zukommt.

Das ganze Interview lohnt sich - hier ein paar Auszüge:

Nissan ist gut aufgestellt und die EVs (Electric Vehicle) werden am selben Band abgebaut wie die ICEs (Internal Combustion Engine):

The interesting thing about that plant is that they make ICE cars and EVs not just in the same plant but in the same line. So you see the Leaf—EV—and then the ICE car, ICE car, ICE car in same line. So essentially when the EV market takes off it is ready to scale.

Das Problem der Autoindustrie ist nicht die Komplexität der EVs - im Gegenteil, denn es gibt nur noch 18 bewegliche Teile. Der aktuelle Erfolg ist das Problem. Hier wieder der Vergleich zu Kodak:

Making EVs is not difficult, it’s the business model. It’s like making digital cameras with Kodak. Making a digital camera was not difficult; they made so much cash from film that it was hard to let go of that cash cow.

Noch ein guter Vergleich - diesmal Apple und Foxconn. Der eine vermarktet und hat die Ideen, der andere produziert nur. Wenn Autohersteller den Anschluss verpassen, dann könnten sie als Foxconns enden:

I forget who said it, but there is the fear in the car industry now that they are going to be the “Foxconns” of the auto industry. Meaning that Foxconn makes iPhones and iPads but they don’t have a brand. If you look at the cost of goods sold for an iPhone, Apple is making a pile—a huge margin—and Foxconn is not. It works for Foxconn but it’s not a great business. So there is a fear in the OEM industry to be a Foxconn and it’s starting to sink in, but I don’t think it’s sinking in fast enough.

Später meinte er dann noch:

I was on German television a few weeks ago and I said this in a documentary there. One of their questions was, German car companies are great at manufacturing and I said, “That’s true. Guess what other countries are great at manufacturing? Taiwan. And how many Taiwanese brands can you name?” So what may happen if car companies don’t get it is that Germany may be the Taiwan of the auto industry. Nothing wrong with that, but essentially they are going to manufacturer stuff for somebody else.

Das mit dem Anschluss-verpassen geht schnell, z.B. indem man in die falsche Technologie investiert:

Volkswagen is still investing billions in diesel, which makes exactly no sense. It doesn’t make any sense at all.

Ich dachte eigentlich VW ist durch mit dem Diesel - ich bin mir daher nicht ganz sicher, ob die auf dem Gebiet wirklich weiter Geld verbrennen wollen. Allerdings hat Mercedes kürzlich bekanntgegeben, 3 Milliarden € dem Diesel hinterherzuwerfen. So wie Kodak damals noch schnell einen neuen Analogfilm vorgestellt hat.

Schön, dass auch mal die Hybrids angesprochen werden, denn die halte ich auch für eine Fehlkonstruktion. Viel zu aufwendig und beide Technologien müssen mitgeschleppt werden. Warum nicht das Geld sparen und direkt auf EV setzen?

Tony Seba:

No, hybrids are not disruptive. Hybrids are an eco thing (like the eco mode in Nossan cars) and they are a product line extension of the internal combustion engine. (We’ve had hybrids for 20 years or so and really they have not—with few exceptions—sold that well. Which leads people to believe, “Oh, hybrids have not been successful, so why would EVs be successful?” They are two different things. (..) The pure EV drivetrain is disruptive. Eighteen moving parts—that’s what’s disruptive. The fact that you can charge at home—or anywhere—that’s disruptive. You don’t need to go to the same old gas station and that’s disruptive.

So sieht´s aus.

Wer hätte das gedacht, sogar Kodak hatte einen Hybrid. Was hat es gebracht? Nichts.

An example of that is that at some point Kodak had a hybrid camera and not a whole lot of people know this. They had a combination—you took the film and instead of printing them you could basically [save them digitally]. That was their attempt to bridge but it didn’t work, as we know. Because hybrids in cameras, just like in EVs, are not disruptive but digital cameras just like EVs are disruptive. So I don’t see that path at all. It’s going to go from ICE to EV and that’s it—end of story.

Und wie schnell wird diese Entwicklung stattfinden? Sehr schnell!

In 2018 you are going to see level 4 self-driving in the tens of thousands, maybe hundreds of thousands of cars. And certainly by 2020 you are going to see them in the millions. The disruption is going to happen soon after that. (..) In many ways the technology, it’s not a 100%, but it’s improving dramatically. And that’s because deep learning technology, Artificial Intelligence, learns from data. It learns from experience—if you can say that, that computers have experience—let’s call it data. In all, Uber and Tesla are gathering a lot of data. Basically they are learning very quickly, and so their systems are improving dramatically and very fast. The more cars you have that are self-driving, the more you will learn, the faster it improves.

Und was können die Regierungen machen, um zu helfen?

The government’s role at this point is to help enable this disruption by helping the market make it happen. And they can best do that by getting out of the way.

Schnell aus dem Weg gehen! Aber das wird hierzulande wohl Wunschdenken bleiben.

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Dienstag, 25. Oktober 2016

Schaufelt sich die deutsche Autoindustrie mit dem Verbrennungsmotor ihr eigenes Grab?

Es ist mir nach wir vor unerklärlich, wieso der Elektromotor nicht längst die Verkehrsbilder bestimmt. Manchmal habe ich das Gefühl ich stehe mit meiner Meinung alleine, so stark ist der ICE (Internal Combustion Engine) in den Köpfen der Menschen festgefahren.

Genau zum richtigen Zeitpunkt kommt daher dieser Film der ARD, den man sich in der Mediathek anschauen kann:

Autoland abgebrannt - Wie die Branche die Zukunft verspielt.

Hab ich gesagt: anschauen kann? Nein, ich meinte: anschauen MUSS. Absoluter Guckbefehl. Denn das Bedrohungsszenario ist enorm, aber irgendwie will es keiner wahrhaben. Selbst Dieselgate war nicht in der Lage die bräsigen Automanager wachzurütteln.

Die Rede ist von der disruptiven Innovation - sie kommt nicht schleichend, sondern wächst exponentiell. Ja, wir haben aktuell nur 1% Marktanteil für Elektroautos. Aber wenn der Markt kippt aufgrund der exponentiellen Entwicklung und du kein Produkt hast, das du skalieren kannst, dann bist du raus.

Das sage diesmal nicht ich, sondern das ist das Zitat von Tony Seba - Forschungsprofessors an der Uni Stanford. Und er hat auch plakative Beispiele: Nokia hat das Smartphone verschlafen und Kodak die Digitalfotografie.

Wie schnell solch eine Entwicklung heutzutage gehen kann, macht das Smartphone deutlich. Es hat längst die Welt erobert und unsere Kommunikation massiv verändert. Wir haben uns so sehr daran gewöhnt, dass es unglaublich erscheint, dass vor 10 Jahren niemand dieses Produkt auch nur erahnt hätte. Ausser dem iPhone Projektteam in Cupertino natürlich, denn es wurde am 9.Januar 2007 zum ersten Mal vorgestellt.

Die Auto-Journalisten bekommen übrigens auch ihr Fett weg:

Kultur des Wegschauens? Oder warum wurde ein Betrug, der millionenfach über die Straßen rollt, einfach nicht bemerkt?

Auch Brüssel, VW, Oettinger, ..

Am krassesten ist aber Matthias Wissmann, Ex-Verkehrsminister, jetzt VDA Präsident und Merkel Duz-Freund:

Extremste Abweichungen - die sind vielleicht nicht illegal, aber sie sind natürlich an der Grenze des Legitimen. (bei 24:27 Min.)

Ah ja.

VW´s Ulrich Eichhorn meinte, dass man in 10–15 Jahren soweit sei, dass Elektroautos die Kunden überzeugen würden. In 10–15 Jahren? Eichhorn auf die Frage, wann bei VW der letzte Diesel vom Band rollt: Das werde ich in meiner aktiven Berufslaufbahn nicht mehr erleben. Er ist 55 Jahre alt und da muss die sarkastische Frage erlaubt sein, ob das vielleicht daran liegt, dass seine aktive Berufslaufbahn früher als erwartet zu Ende geht.

Dieter Zetsche ist auch nicht besser, er erwartet 2025 15–25% Prozent Elektrofahrzeuge bei Mercedes.

Aber über dessen Zeitrechnung habe ich mich ja letzte Woche auch schon aufgeregt.

Bevor ich mich jetzt hier auch noch auslasse über Konformitätsfaktor und die Rolle Chinas: schaut Euch den Film an - 45 Minuten, die das automobile Weltbild erschüttern.

Tony Seba schließt mit einem schönen Vergleich: die Weiterentwicklung des Diesels ist so als hätte Kodak den Analogfilm immer effizienter gemacht.

Elektro | Wissmann | Diesel | Autoindustrie | Seba | Eichhorn | Zetsche |




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