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Sonntag, 02. Februar 2020

Fahrradfahren ist in Deutschland tödlicher geworden.

Tote 2010: 381
Tote 2018: 445

Mike Frison / renn.tv

Bei 83% ist es ein tödlicher Zusammenstoß mit einem motorisierten Fahrzeug - bei den tödlichen Fußgängerunfällen (458 Todesopfer in 2018) liegt die Quote sogar bei 99%.

Mike Frison / renn.tv

Im Schnitt bleiben also jeden Tag mindestens ein Fußgänger und ein Radfahrer auf der Strecke. Nur redet niemand davon und man macht auch nichts dagegen - nimmt es mit einem Schulterzucken einfach hin.

Stellt Euch mal vor es gäbe jeden Tag 2 Terrortote - was da los wäre!

Quelle: European Transport Safety Council

Verkehr | Sicherheit | Radfahrer | Fußgänger |


Dienstag, 02. April 2019

Buchvorstellung: The Unknown Kimi Räikkönen.

Nachdem ich kürzlich mit kräftig Lesestoff versorgt wurde, hatte ich mir das Kimibuch bis zum Schluss aufgehoben (McGuinness Review hier und Flucht der Ameisen hier).

Mein Erwartung an das Buch war etwas mehr über Kimi Räikkönen zu erfahren - denn wie wir alle wissen gibt er sich ziemlich wortkarg - aber wenn er mal was sagt, dann wirkt es noch lange nach.

Witzigerweise ist der finnische Autor von Kimi’s Buch - Kari Hotakainen - absoluter Motorsport Neuling, er hat wirklich keine Ahnung. Denn normalerweise ist er Schriftsteller, veröffentlicht Romane, Novellen und auch schonmal Kinderbücher.

Das ist aber überhaupt nicht negativ gemeint - im Gegenteil: jemand, der nicht aus der Szene kommt, hat es vermutlich einfacher sich auf den Menschen, um den es geht, zu konzentrieren. Und sieht Dinge, die unsereins eventuell übersieht.

Auf diese Weise ist ein Buch entstanden, das Kimi’s komplettes Leben - bis jetzt - widerspiegelt. Der letzte Eintrag war der Italien GP 2018, also ganz aktuell.

Und der Erzählstil ist in einer Art und Weise, wie sie mir sehr gefällt: der beobachtende Dokumentator, der durch geschickte Auswahl von Szenen und Fragen versucht die komplexe Materie zu durchdringen, um sie dann mit ebenso geschickter Auswahl von Worten den Lesern zu übermitteln.

Und ich bin beeindruckt, wie authentisch, aber auch unterhaltsam, das gelungen ist. Und das Schöne bei diesem angenehmen Zeitvertreib des Lesens: man bekommt ein Profil und Hintergründe von Kimi Räikkönen, die man vorher nicht für möglich gehalten hätte.

Kimi zieht mental ziemlich blank - und der Autor weiss genau, wo die Grenze zu ziehen ist. Es bleibt kein Thema offen und erlaubt so nicht für möglich geglaubte Einblicke sowohl über Kimi, seine Familie, als auch den Sport. Und die Parties - ist ja ein Kimibuch. Und als wäre das nicht genug, rundet ein Statistikteil und eine Sprüchesammlung das Ganze ab.

Es ist immer schwer eine Stelle auszuwählen, die einen Einblick in ein ganzes Buch geben soll. Versuche ich es mal hiermit. Es ist 2006 und Kimi und ein paar Kumpels entscheiden sich spontan wieder dazu, das finnische Eishockeyteam in Turin zu unterstützen:

Finland reach the final. They’ve got to get back to Turin; this time, they hire a plane. The atmosphere in the aircraft is great. The previous customer hat left behind some powder for treating children’s skin conditions. The tourists have an idea and decide to act on it. Because the flight is from a non-Schengen country to an EU country, the group is faced with customs at Turin. The customs official takes a long look at the passengers covered in white powder from top to toe. He asks where they have come from. Kimi replies: “From Colombia.”

Man hat auch nicht den Eindruck, als wenn Kimi das Buch großartig kontrollgelesen hätte. Wäre ich nicht schon Kimifan - nach dem Buch mit Sicherheit.

Fazit: Lesebefehl.

Gibt es auf Englisch (amzn.to/2OG7QOr) - aber auch auf Deutsch (amzn.to/2K0HhVv).

Und um die Sache abzurunden, habe ich noch ein paar Fotos aus meinem Archiv ausgesucht - vom Formel 1 Rennen 2005 am Ring:

Mike Frison / renn.tv

Mike Frison / renn.tv

Mike Frison / renn.tv

Mike Frison / renn.tv

Mike Frison / renn.tv

Mike Frison / renn.tv

Mike Frison / renn.tv

Mike Frison / renn.tv

Buchvorstellung | Räikkönen | Hotakainen |


Freitag, 15. März 2019

VLN bekämpft die GT3-Geister, die sie rief.

Der VLN gleitet das Heft des Handelns aus der Hand - und das sollte niemanden überraschen. Das ist der Preis, wenn man sein Reglement auslagert, so wie es die VLN 2009 gemacht hat, als sie nicht nur mit der SP9 den internationalen GT3s den roten Teppich ausgerollt hat - sie hat auch noch dafür gesorgt, dass der Gesamtsieg nur mit einem solchen Auto eingefahren werden kann, denn die Konkurrenzklassen wurden entsprechend kastriert.

Das erste GT3-Auto war die Mintgen Viper - und inzwischen haben so ziemlich alle Hersteller Werkseinsätze am Ring in der engeren Auswahl - besonders beim 24h-Rennen. Angefangen hat also alles vor genau 10 Jahren:

Mike Frison / renn.tv

Das war quasi der Anfang vom Ende - genau wie der Sarkophag, der zeitgleich am Ring entstanden ist:

Mike Frison / renn.tv

Zugegeben, ich hänge emotional an den SP-Autos, die damals rausgekegelt wurden. Aber man muss sich auch erinnern, dass dieser Wandel ohne Not vollzogen wurde, nur dem Profitgedanken der Riege um Peter Geishecker folgend. In den GT3 Jahren haben sich nach und nach alle namhaften Hersteller am 24h-Rennen abgearbeitet - zum Wohle der beteiligten Organisationen und Dienstleister.

Und nachdem man mit der GT3 so gute (= profitable) Erfahrungen gemacht hatte, wurde der Spielplatz auch für weitere Klassen (GT4, TCR) geöffnet - wodurch natürlich die Kontrolle über das technische Reglement immer weiter aus der Hand gegeben wurde. Freiwillig.

Mike Frison / renn.tv

Dabei waren die SP-Klassen eine tolle Erfindung: 11 Rennen im Jahr (VLN + 24h) reichten als Betätigungsfeld für einen extra aufgebauten Rennwagen, die Fahrzeuge waren perfekt für die Nordschleife optimiert und die Vielfalt sorgte für einen stabilen Unterbau. Das Reglement war dabei immer selbstbestimmt und wenn es eine sinnvolle Änderung gegeben hätte, dann wäre das die Abnabelung vom DMSB gewesen. Denn den braucht eine Rennserie, die sowieso nur auf einer Rennstrecke unterwegs ist, noch weniger als die anderen.

Heute gibt es kaum noch Eigenbauten, neben den FIA Klassen haben zahlreiche CUP Engagements der Hersteller die Handwerkskunst des Rennwagenbauens weiter vertrieben.

Natürlich ist solch ein Kartenhaus wackelig, denn ohne Kontrolle über das Reglement ist man Entwicklungen hilflos ausgeliefert - was immer das auch für Entwicklungen sind. Dabei ist das Schnellerwerden der GT3 noch die Vorhersagbarste.

Die VLN kommt mir schon seit Jahren vor wie ein Hase in Schockstarre - ich habe es hier oft genug erwähnt. Ich kann mich auch gar nicht mehr aufregen über die jüngsten Entwicklungen - denn das habe ich schon hinter mir und mein Aufregungspotential ist irgendwann auch erschöpft. Da der reinigende Knall auch nicht zugelassen wird und man flickt und schustert, bis nichts mehr geht, habe ich auch für die Zukunft wenig Hoffnung.

Strategisch gesehen ist die VLN nämlich eine komplette Nullnummer. Würde man die Verantwortlichen fragen, wo sie sich in 5 oder 10 Jahren sehen, dann gucken sie einen mit großen Augen an, völlig irrtiert, weil doch alles läuft und idealerweise einfach alles so bleibt wie immer. Dass der Mobilität große Umwälzungen bevorstehen und die OEMs längst die Weichen umstellen, scheint die isolierten Lenker nicht im Geringsten zu beunruhigen - wenn sie es denn überhaut mitbekommen. Ob sich jemand aus der VLN die VW Pressekonferenz diese Woche angeschaut hat?

Strategie heißt für die VLN sich von Rennen zu Rennen zu hangeln, dabei ist die Winterpause mit der Siegerehrung und der Messe Essen dazwischen noch die größte Herausforderung. Dass der Zeithorizont keine Woche weiter reicht, sieht man an den aktuellen Reaktionen der Getriebenen, die allen Ernstes die GT3 - und NUR die GT3 - per Giesskannen-BOP um weitere 5% Leistung reduzieren wollen - eine Woche vor dem ersten Rennen:

Die Balance of Performance (BoP) der GT3-Fahrzeuge für den ersten VLN-Lauf sorgt aktuell in den sozialen Netzwerken für Aufregung. Auf eine Forderung der obersten internationalen Motorsportbehörde FIA unterrichtete der Deutsche Motor Sport Bund (DMSB) die in der GT3-Klasse vertretenen Hersteller Anfang vergangener Woche darüber, dass die Leistung aller Fahrzeuge um fünf Prozent zu reduzieren sei, um die Rundenzeiten zu senken.

Sie meinten wohl, “um die Rundenzeiten zu erhöhen”, aber man darf das ruhig als weiteres Zeugnis der um sich greifenden Hektik deuten.

Damit ist natürlich die Gesamtsieggarantie für die teuren SP9-Autos ebenso gefährdet wie die Sicherheit auf der Strecke - was selbstredend dem Kartenhaus massiv zusetzt. Denn die abtriebsstarken GT3 werden motorseitig leistungsschwächer und müssen immer waghalsigere Manöver einsetzen, um die Autos aus den kleinen Klassen in den Kurven zu überholen, nachdem sie vorher lässig von ihnen auf der Döttinger Höhe einkassiert wurden.

Und die böse FIA vorzuschieben, damit hat man ja inzwischen Erfahrung beim DMSB. Dass der Präsident der FIA GT Commission der wohlbekannte Christian "Tempolimit" Schacht vom DMSB ist, das muss man ja nicht explizit erwähnen - gibt nur unnötigen Ärger.

Man kann als Außenstehender nicht die Gedankengänge nachvollziehen, die dazu führen, dass man sich das eigene Standbein wegtritt. Die schneller werdenden Fahrzeuge, die Limits der Nordschleife und das massive Mobilitäts-Umdenken der OEMs und der Öffentlichkeit - all dies prallt am VLN Bollwerk ab, als würde es gar nicht stattfinden.

Vielleicht wären die Verantwortlichen im historischen Motorsport besser aufgehoben, denn der verfolgt tatsächlich das Ziel die Zeit stillstehen zu lassen.

VLNLangstrecke | FIAGT3 | Schacht | BalanceOfPerformance |


Samstag, 02. Februar 2019

Bernhard Schlag von der Uni Dresden hält der deutschen Autofahrernation den Spiegel vor.

Da sind einige kernige Aussagen in diesem Interview:

Offensichtlich hat sich in Deutschland die Idee eines Gewohnheitsrechts herausgebildet, so schnell wie möglich fahren zu dürfen und keinerlei Grenzen zu haben.

Und zum Thema der SUV-Seuche:

Die Menschen geben sehr viel Geld aus, um sich Sicherheit zu kaufen – oder gefühlte Sicherheit. Und verhalten sich dann so, dass sie für andere Unsicherheit produzieren. Das ist wie bei den Eltern, die ihre Kinder in großen Autos zum Kindergarten oder zur Schule bringen: Sie tun das, damit ihre Kinder sicher ankommen, aber zugleich machen sie die Situation für die anderen Kinder weniger sicher.

Natürlich gibt es Gründe für den Protest, der sich inzwischen durch mehrere Gebiete der individuellen Mobilität zieht:

Menschen haben generell ein Problem damit, wenn Grenzen für das eigene Verhalten neu ausgehandelt werden.


Samstag, 26. Januar 2019

OLG Köln verurteilt Volkswagen AG: sittenwidrig.

Spannendes Urteil im VW Dieselgate - ich glaube zum ersten Mal ist in Deutschland ein Urteil eines OLG rechtswirksam gegen VW ausgesprochen worden.

Das deckt sich auch mit der Aussage von VW hier (Achtung: Link geht zu focus.de), die von insgesamt 12 OLG Urteilen sprechen, die aus VW Sicht alle positiv entschieden wurden.

Denn bisher konnten alle bedrohlichen Urteile abwendet werden - mutmaßlich durch Großzügigkeit, was einem Rückkauf ähnelt. Aber eben individuell pro Fall und mit Verschwiegenheit - anders als ein Urteil, das öffentlich wäre.

So ein öffentliches Urteil liegt nun gegen VW seit gestern vom OLG Köln vor.

Mike Frison / renn.tv

Die Hervorhebungen sind von mir, um die Lesbarkeit zu vereinfachen.

Bemerkenswert ist, dass der Kläger einen Audi A4 2L TDI (also EA189 Version) gebraucht gekauft hat und den Softwareupdate lange verweigert hat:

“Die angebotene Nachbesserung durch ein Software-Update sei ungeeignet, den Mangel zu beheben; zudem seien schädliche Auswirkungen auf den Motor zu befürchten.”

Dann wurde gegen die Volkswagen AG mit dem Ziel der Rückabwicklung geklagt, die wissentlich diesen Motor über Audi in Umlauf gebracht hat:

“Die Beklagte (also VW) ist Entwicklerin und Herstellerin des in dem Fahrzeug verbauten Dieselmotors EA189 Eu5.”

Schon das Landgericht Köln hat der Klage stattgegeben und VW nach § 826 BGB - also Sittenwidrige vorsätzliche Schädigung - verurteilt. Auch sei die Verwendung der Software eine illegale Abschalteinrichtung.

VW hat dann im Sommer 2018 Berufung eingelegt:

“Sie stellt die angefochtene Entscheidung insgesamt zu Überprüfung und rügt die Verletzung von Verfahrensrecht. Insofern vertritt sie die Ansicht, dass das Urteil auf einer unrichtigen Tatsachenfeststellung beruhe. Auch die materiell-rechtliche Bewertung des Landgerichts sei fehlerhaft, denn ein Schadenersatzanspruch aus § 826 BGB scheitere am Tatbestandsmerkmal der Sittenwidrigkeit, an einer Schädigungshandlung der Beklagten im Verhältnis zum Kläger, am Vorsatz eines Vorstandsmitglieds oder eines anderen Organs der Beklagten und am fehlenden Schaden.”

Das wurde dann im Dezember kurz vor Weihnachten noch einmal ergänzt mit der Begründung:

“… dass ihre Haftung bei einem Fahrzeug eines anderen Herstellers nicht in Betracht komme, dass sie nach einer anzustellenden Gesamtwürdigung nicht sittenwidrig gehandelt habe, dass eine Zurechnung nach § 31 BGB nicht in Betracht komme, dass der Kläger keinen auf die angeblich sittenwidrige Handlung der Beklagten zurückzuführenden Schaden erlitten habe, dass ein Schaden nach dem Update nicht mehr vorliege, dass kein Vorsatz von Mitarbeitern der Beklagten vorliege und dass die Berufungserwiderung des Klägers verspätet sei.”

Das OLG hat die Berufung als “offensichtlich nicht begründet” vom Tisch gewischt und erklärt noch einmal die Sittenwidrigkeit

“Sittenwidrig handelt, wer eine Sache, von deren Mangelhaftigkeit er weiß, in der Vorstellung in den Verkehr bringt, dass die betreffende Sache von dem Erwerber in unverändert mangelhaftem Zustand an einen ahnungslosen Dritte, die in Kenntnis der Umstände von dem Geschäft Abstand nähmen, veräußert werden wird.”

“(..) Aus der Heimlichkeit des Einsatzes der Software gegenüber dem Kraftfahrtbundesamt, den beteiligten Stellen und den potentiellen Kunden gegenüber ergibt sich schließlich mit hinreichender Sicherheit, dass die beteiligten Mitarbeiter der Beklagten auch in der Vorstellung handelten, dass der Einsatz der Software zu Schwierigkeiten hinsichtlich der Typengenehmigung und der Betriebszulassung der so ausgestatteten Fahrzeuge führen könnte und dass potentielle Kunden Fahrzeuge, die derart mit rechtlichen Unsicherheiten belastet waren, nicht ohne weiteres erwerben würden.”

“Diese Kenntnisse und Vorstellungen sind der Beklagten nach § 31 BGB zuzurechnen, weil aufgrund des hier maßgebenden Sach- und Streitstandes davon auszugehen ist, dass der Vorstand der Beklagten nicht nur über umfassende Kenntnisse von dem Einsatz der oben geschilderten Software verfügte, sondern auch in der Vorstellung die Herstellung und die Inverkehrgabe der mangelbehafteten Motoren veranlasste, dass diese unverändert und ohne entsprechenden Hinweis weiter veräußert werden würden.”

“(..) Zum anderen ergibt sich aus den obigen Ausführungen des Senats, dass die an der Beauftragung, Entwicklung und Verwendung der Manipulations-Software beteiligten Mitarbeiter der Beklagten zur Überzeugung des Senats vorsätzlich gehandelt haben, dass die Beklagte ihrer Darlegungs- und Substantiierungspflicht hinsichtlich der internen Vorgänge im Zusammenhang mit der Manipulations-Software nicht ansatzweise hinreichend nachkommt und dass von einem analog § 31 BGB zuzurechnenden Vorsatz des Vorstands auszugehen ist. Da die Beklagte auch weiterhin keine konkreten Details ihres Geschäftsbetriebs im Zusammenhang mit der Manipulations-Software darlegt, muss es hierbei bleiben.”

“Da der Schadenersatzanspruch des Klägers bereits mit dem Erwerb des Fahrzeugs entstanden ist und auf Restitution durch Rückabwicklung des Kaufs gerichtet ist, kann in der jüngst erfolgten Ausstattung des Fahrzeugs mit dem vom Kraftfahrtbundesamt erzwungenen Software-Update keine Erfüllung des Schadenersatzanspruchs liegen, und auch ein Entfallen des Schadens infolge eines überholenden Kausalverlaufs vermag die Beklagte insofern nicht hinreichend darzulegen, als sie nicht durch Offenlegung des Software-Updates in allen Details dartut, dass das Software-Update keine anderen negativen Auswirkungen haben kann.”

Dafür plädiere ich ja schon lange, dass die Software offengelegt werden sollte. So eine Heimlichtuerei - warum? Zumindest die Behörden sollten den Quellcode auditieren dürfen - und nicht nur den Update.

“Die Berufung hat nach den vorstehenden Erwägungen nicht nur wegen ihrer offensichtlichen Unbegründetheit im Sinne des § 522 Abs. 2 S. 1 Nr. 1 ZPO keine Aussicht auf Erfolg, sondern der Fall wirft keine ungeklärten Rechtsfragen auf und lässt sich unter Rückgriff auf die höchstrichterliche Rechtsprechung ohne weiteres entscheiden. Weder bedarf es demnach der Klärung von Rechtsfragen, noch divergiert der Senat in einer Rechtsfrage, noch bedarf es einer Rechtsfortbildung, noch erscheint eine mündliche Verhandlung zur weiteren Sachaufklärung oder aus anderen Gründen geboten, § 522 Abs. 2 S. 1 Nr. 2 bis 4 ZPO. Gelegentlich vorkommende abweichende Rechtsauffassungen von Berufungsgerichten beruhen vielmehr auf Abweichungen der Subsumtion und geben dementsprechend Anlass weder von der Anwendung des § 522 Abs. 2 ZPO abzusehen, noch die Revision zuzulassen.”

Nicht zur Revision zugelassen.

Hier ist das Urteil und hier eine Zusammenfassung als Pressemitteilung.

Mir erscheint das als Wendepunkt in diesem Skandal, denn es ermöglicht Besitzern von EA189 Fahrzeugen - egal ob direkt von VW oder auch Audi, Skoda, oder Seat - gezielt Volkswagen vor Gericht zu zerren und sich auf dieses OLG Urteil zu berufen: sie hätten das Auto nicht gekauft, wäre ihnen vorher die “Umschaltlogik” - VW Speak für die Abschaltung der Abgasreinigung - bekannt gewesen wäre.

Von daher überrascht mich, dass das Urteil so relativ unbeachtet in der Medienlandschaft untergeht - immerhin sind Millionen von EA189 Fahrern alleine in Deutschland betroffen.

Zusammenfassend natürlich trotzdem erschreckend, dass diese selbstverständlich erscheinende Würdigung erst in 2019 erfolgt - wo doch VW’s Verhalten seit 2015 bekannt ist.

Dieselgate | Volkswagen | Rückabwicklung | sittenwidrig | OLGKöln | Prozess | Beschluss |


Mittwoch, 18. April 2018

In was für armseligen Zeiten wir leben, dass man nicht mal Rucksäcke bei Rock am Ring auf das Festivalgelände mitnehmen darf.

Nur durchsichtige Plastiktüten, die natürlich nicht größer als DIN A4 sein dürfen. Dafür aber stramme 10€ kosten.

Als ob solche Zuschauer-Gängeleien in der Lage wären die Sicherheit zu verbessern. Hauptsache irgendeinen Aktivismus an den Tag gelegt um zu suggerieren, man hätte alles im Griff.

Ein Terrorist kauft sich eine Eintrittskarte, um dann mit einem 200kg Rucksack zum Konzert zu gehen? Aber die Zuschauer lassen es mit sich machen, die jahrelangen Dauerdurchsuchungen an den Flughäfen zeigen Wirkung: Abstumpfung nämlich.

RockAmRing |


Donnerstag, 22. März 2018

Polizei veröffentlicht Onboard-Video zu dem tödlichen Unfall mit autonomem Uber-Volvo.

Die Polizei in Tempe / Arizona hat 2 Videos veröffentlicht zu dem tödlichen Unfall von Elaine Herzberg mit einem autonomen Uber Volvo: einmal mit Sicht nach vorne und einmal mit Sicht auf den Fahrer.

Die NYT hat die Details - sollte man sich nicht auf nüchternen Magen anschauen.

Eigentlich haben alle 3 (!) Beteiligten versagt: die Frau hat die Straße überquert, ohne auf den Verkehr zu achten - der Uber-Fahrer war abgelenkt und hatte die Hände nicht am Lenkrad - die Radar/Lidar Systeme des autonomen Autos haben das Objekt nicht erkannt bzw. das Auto hat nicht reagiert.

Für die öffentliche Debatte finde ich es gut, dass das Video veröffentlicht wurde - würden wir in Deutschland nie erleben. Für den Fahrer tut es mir ein bisschen leid, dass er so aus dem Fenster gehangen wird. Aber 2 Tonnen bei 60 km/h sind nunmal eine große Energiemenge, die man nicht einfach so auf die Öffentlichkeit loslassen kann.

Jetzt ist Uber am Zug. Um nicht das Vertrauen komplett zu verlieren, müssen sie die Karten auf den Tisch legen: was ist passiert und warum hat das System versagt. Das ist eigentlich die Bringschuld dafür, dass sie im öffentlichen Verkehr ihre Experimente mit Prototypen machen dürfen. Sie haben mit Sicherheit jedes Byte in hoher Frequenz überwacht und im Log abgespeichert.

Aber ich fürchte das wird genauso wenig passieren, wie VW oder BMW nicht den Quellcode ihrer Motorsteuerung offenlegen.

autonom | Unfall | Video | Uber | Volvo |


Mittwoch, 24. Januar 2018

Sicherheit ist Aufgabenstellung Nummer 1 bei elektrischen Motorrädern.

Keine Kupplung und die gesamte Kontrolle basiert auf Software:

Testoni said the single biggest problem for an electric bike manufacturer is making the bike safe. That means many, many hours testing the software in the “brain” of the bike to make sure it can’t and won’t accidentally apply 100-percent throttle when you do something weird, eg, attempt to change the riding mode while holding down the starter button. We’ve all encountered software bugs on our phones and computers – often they are more amusing than annoying. But in the case of an electric vehicle, a bug could be the cause of serious injury or worse. Most electric bikes lack even a clutch lever that could be relied upon to disengage the final drive in an emergency. You’re putting your faith into things working correctly all the time.

Gilt natürlich genauso für Autos - aber da sitzt man nicht ganz so direkt an der frischen Luft.

Der Autor macht sich Gedanken, was sich ändert, wenn wir statt einem Verbrenner ein Elektromotorrad in der Garage stehen hätten:

It’s all too easy to spend an hour or two on an electric bike and walk away thinking the only difference is whether you plug into a wall socket afterwards or fill up with gas – I’ll admit I was guilty of this. The truth is that the changes go far, far deeper.

Wobei ja noch nicht geklärt ist, ob wir in der Zukunft überhaupt noch Motorrad fahren dürfen.

Elektro | Motorrad | Energica | Software |


Sonntag, 14. Januar 2018

In Frankreich gilt ab 1. Juli Tempo 80 auf der Landstraße.

Wegen der Sicherheit.

Hat natürlich nicht lange gedauert, bis einige Spezialisten das auch für D fordern.

Und man kann sich zu Recht fragen, wo man dann noch Motorradfahren soll?

Tempolimit |


Freitag, 17. November 2017

PMW Motorsport Expo 2017 - Mikebericht.

Wenn die World Motorsport Expo schon in Köln stattfindet, dann darf ich mir das natürlich nicht entgehen lassen. Obwohl ich eine Weile nicht mehr dort war - inzwischen ist die Messe nach Halle 10 umgezogen - vorher war sie im Eingang Nord.

PMW Motorsport Expo in Köln 2017 - Mikebericht.

Es gibt auch keinen Foyer mehr mit Rennautos, das war eigentlich immer ganz nett. Allerdings wirkt sich jetzt noch professioneller, noch technischer - für jemand neugierigen wie mich nicht das Schlechteste.

Meine Anreise wieder stilvoll: mit dem Rad nach Brühl, mit der Bahn nach Deutz, mit dem KVB-Rad zur Messe. Komfortabel und kostenlos (weil Job-Ticket).

PMW Motorsport Expo in Köln 2017 - Mikebericht.

Ich hatte nur den einen Tag, das reicht eigentlich auch, um alles zu sehen, aber ich wäre auch nicht bös gewesen, wenn ich es nicht geschafft hätte. (Spoiler: gerade so bis 16h durchgekommen.)

Das ging schon gut los gleich am ersten Stand bei Drexler. Mit Guido zusammen das Differential erklärt bekommen, das in alle M235i Cup eingebaut wird. Weil serienmäßig wird das elektronisch über Bremseingriff geregelt - das braucht im Rennsport keiner.

PMW Motorsport Expo in Köln 2017 - Mikebericht.

Dabei habe ich auch gelernt, dass Drexler-Differentiale in allen AMG verbaut sind. Mal vorne, meistens hinten - aber alle haben eins drin. Und Getriebe bauen sie auch - es ist auch geplant für die TCR eins anzubieten. Die dürfen im Moment von zwei Herstellern aussuchen - unterscheiden sich nur durch die Adapterplatten.

PMW Motorsport Expo in Köln 2017 - Mikebericht.

PMW Motorsport Expo in Köln 2017 - Mikebericht.

Nimex positioniert sich stärker am Markt - das neue Logo soll das neue Zeitalter einläuten. Auch rücken einige Produkte unter eigenem Label in’s Programm:

PMW Motorsport Expo in Köln 2017 - Mikebericht.

Bei ISA-Racing versucht man das alte Gerücht aus der Welt zu räumen, dass Männer keinen Spaß beim Schuhe kaufen hätten:

PMW Motorsport Expo in Köln 2017 - Mikebericht.

Wobei man auch sagen muß: diese Schaufenster waren Best of Show!

PMW Motorsport Expo in Köln 2017 - Mikebericht.

Kennt Ihr Wolfgang Zech?

PMW Motorsport Expo in Köln 2017 - Mikebericht.

Kommt aus Andernach - wie ich - und war früher unser lokaler Motorradhändler. Im Industriegebiet, die Größe von 2 Doppelgaragen und eine Mischung aus Theke, Verkaufsraum, Lager, Werkstatt und Lackiererei. Zweitaktspezialist für Yamaha RD und TZ und detailverliebter Lackierer. Dort habe ich meine RD 350 LC gekauft - das ist auch schon wieder 30 Jahre her und ein Wunder, dass ich diese Zeit einigermaßen unbeschadet überlebt habe. “ZEMOTO” war sein Label und um die Ecke in Kruft - bei Juchem - gingen die damaligen Rennsportgrößen ein und aus.

Daran muss ich automatisch immer denken, wenn ich den Wolfgang treffe - kleine Welt. Aber OK - zurück zum Thema.

Diese Box ist ein programmierbarer Schalt- und sicherungskasten:

PMW Motorsport Expo in Köln 2017 - Mikebericht.

… und das ist das Panel, das man sich frei belegen kann:

PMW Motorsport Expo in Köln 2017 - Mikebericht.

Bei Bilstein sammelt man Lorbeerkränze:

PMW Motorsport Expo in Köln 2017 - Mikebericht.

… und der DMSB:

PMW Motorsport Expo in Köln 2017 - Mikebericht.

… meint:

“Trägt Sorge für Qualität und Sicherheit bei ca. 700 Veranstaltungen pro Jahr”

PMW Motorsport Expo in Köln 2017 - Mikebericht.

Also bei den Veranstaltungen, die ich kenne, sorgt der DMSB nur für Frust und Ärger.

An diesem Stand:

PMW Motorsport Expo in Köln 2017 - Mikebericht.

… gab es diesen Tisch:

PMW Motorsport Expo in Köln 2017 - Mikebericht.

Mega!

Nach den Koreanern scheinen auch die Taiwanesen einen Narren an dem N gefressen zu haben:

PMW Motorsport Expo in Köln 2017 - Mikebericht.

Sind Reifenhersteller und hatten sogar 3 Stück mit:

PMW Motorsport Expo in Köln 2017 - Mikebericht.

Ich weiss zwar nicht, wofür man so einen kleinen Kühler braucht, aber ich fand ihn echt chic:

PMW Motorsport Expo in Köln 2017 - Mikebericht.

Ein Rollenprüfstandstand:

PMW Motorsport Expo in Köln 2017 - Mikebericht.

Inzwischen war Mittag, Zeit für die Pause. Weil die Messe kostenlos ist, versucht man es wohl wieder über den Kaffee reinzuholen. So sieht das 3,50€ Exemplar aus:

PMW Motorsport Expo in Köln 2017 - Mikebericht.

… und so die Basis für einen 1.500 (!) PS Motor:

PMW Motorsport Expo in Köln 2017 - Mikebericht.

Diese Bremsen bzw. Kartachsen haben einen guten Eindruck gemacht. Kleine Firma, faire Preise, saubere Verarbeitung: Kelgate.

PMW Motorsport Expo in Köln 2017 - Mikebericht.

Dort gibt es auch ein kompaktes, aber sehr effizientes Laservermessungssystem - wird magnetisch auf der Achse befestigt:

PMW Motorsport Expo in Köln 2017 - Mikebericht.

Was hier so unscheinbar aussieht, sind Formel 1 Radlager:

PMW Motorsport Expo in Köln 2017 - Mikebericht.

Der Aufwand, der dafür betrieben wird, ist unglaublich. SKF stellt alles selber her und weil das Einzelanfertigungen für Kunden in genau festgelegten Dimensionen sind, kosten sie natürlich viereckig: 1.000 € mal so als Größenordnung für ein Rad.

Das ist ein Formel E Antrieb von Magneti Marelli:

PMW Motorsport Expo in Köln 2017 - Mikebericht.

Motor und Controller sind wassergekühlt und dieses kompakte Motörchen ist für 300kW gut. Wird bei der Formel E aber noch nicht ausgereizt - dann sind wohl die Batterien zu schnell leer.

Der Vorteil für eine Sitzfirma auszustellen, ist offensichtlich:

PMW Motorsport Expo in Köln 2017 - Mikebericht.

Solche Brembos sind schon irre Kunstwerke - hier ein Formel 1 Anker:

PMW Motorsport Expo in Köln 2017 - Mikebericht.

Eine etwas eigentümliche Simulation - was man dort sieht ist das Dashboard - kein Bildschirm. Das ist halt der Unterschied zur Essen Motorshow:

PMW Motorsport Expo in Köln 2017 - Mikebericht.

Mit der Elektrifizierung kommen schwere Zeiten auf Getriebehersteller zu. Man passt sich an - hier ein elektrischer Antrieb bei Hewland, dessen zwei Motoren getrennte Ausgänge haben. Und damit die Differentialfunktion direkt mit übernehmen:

PMW Motorsport Expo in Köln 2017 - Mikebericht.

Das ist die verstellbare Pedalerie von AP - der Trend geht zu fest eingebauten Sitzen:

PMW Motorsport Expo in Köln 2017 - Mikebericht.

Die Motorrad Endurance Weltmeisterwaffe war auch zu Besuch:

PMW Motorsport Expo in Köln 2017 - Mikebericht.

Ich bin großer GMT94-Guyot-Fan und da ging mir natürlich das Herz auf!

Die ECUs werden immer kleiner:

PMW Motorsport Expo in Köln 2017 - Mikebericht.

… und dieser Stand hatte eine schwer beeindruckende und liebevolle Simulation aufgebaut - mit Einspritzdüsen und allem drum und dran:

PMW Motorsport Expo in Köln 2017 - Mikebericht.

Man konnte in Echtzeit am Computer die Kennfelder verschieben und hat das dann am Klackern in den Einspritzdüsen direkt gehört.

Aber auch dieses Panel sehr anschaulich - inklusive Scheibenwischer und Hupe:

PMW Motorsport Expo in Köln 2017 - Mikebericht.

Der Chip im Lenkrad sorgt dafür, dass alle Signale nur über eine Leitung gehen - das heißt, dass trotz der vielen Funktionen nur 4 Leitungen für das Lenkrad nötig sind - Stichwort CAN-Bus:

PMW Motorsport Expo in Köln 2017 - Mikebericht.

Ladies and Gentleman: das Elektrokart für die erste Rennserie nächstes Jahr! Laut Flyer sogar weltweit:

PMW Motorsport Expo in Köln 2017 - Mikebericht.

2x 10kW von Bosch und das Kart von Mach1 - das würde ich sehr gerne mal probefahren. Mehr Infos zu dem Projekt gibt es bei mach1kart.de oder Bosch Motorsport.

PMW Motorsport Expo in Köln 2017 - Mikebericht.

Es war ein lohnenswerter Besuch mit vielen Infos und Hintergründen - wer es verpasst hat, schonmal den Termin für nächstes Jahr vormerken:

PMW Motorsport Expo in Köln 2017 - Mikebericht.

PMWExpo | Expo | Mikebericht | Mikefotos |


Dienstag, 14. November 2017

Der neue BMW M5 wird auch MotoGP Safety Car.

„Die Herausforderungen an ein MotoGP Safety Car sind enorm. Denn es gilt, ein Feld aus weltweit einzigartigen und leistungsstarken Rennprototypen sicher durch alle Bedingungen zu führen“, sagt Frank van Meel, Vorsitzender der Geschäftsführung der BMW M GmbH. „Dabei sind innovative Technologien aus dem Motorsport unverzichtbar.

Was für “innovative Technologien aus dem Motorsport“ das sind fragt Ihr?

Da muss man sich im Pressetext durch viel Material lesen, bis man hier ankommt:

Komplettiert wurde die Verwandlung des BMW M5 in ein MotoGP Safety Car durch den Einbau spezieller Racing-Features und der notwendigen Sicherheitseinrichtungen. Beim Frontsplitter handelt es sich um einen eigens für das BMW M5 MotoGP Safety Car entwickelten Prototyp. Die Motorhauben-Verschlüsse stammen direkt aus dem Rennsport. Die Schalensitze aus dem BMW M4 GTS garantieren den Insassen die nötige Kombination aus Komfort und höchster Sicherheit im Einsatz auf der Rennstrecke.

Also wenn ein MotoGP Safety Car eins braucht, dann ja wohl “Motorhauben-Verschlüsse direkt aus dem Rennsport“ - wahrscheinlich für den schnellen Motorwechsel zwischen Einführungsrunde und Rennstart!

Ich habe sicher nichts gegen solche Features, auch wenn sie völlig sinnlos sind. Wie könnte ich auch, ich denke ja sogar dass Aufkleber ein Auto schneller machen. Aber muss man da so den Kahn aufreissen?

BMWM5 | MotoGP |


Dienstag, 24. Oktober 2017

BridgeToGantry.com: Zeitnahme bei Touristenfahrten stoppen.

Was klingt wie frisch aus dem Postillon ist real: Dale Lomas bekommt den Geist nicht mehr in die Flasche und ruft seine Community dazu auf, keine Rundenzeiten mehr zu nehmen.

Nicht dass er geläutert wäre - nein, die Russen machen Stress. Weil natürlich auch sie den Geist nicht mehr in die Flasche bekommen, aber jetzt trotzdem verzweifelt versuchen die Zeitennahme einzudämmen. Was natürlich hoffnungslos ist.

Hätte doch bloß jemand vorher gewarnt! (Ich sehe gerade, dass ich diesen Beitrag, den ich als Beispiel rausgekramt habe, an meinem 37. Geburtstag geschrieben habe. Also vor 15 Jahren. Das Netz vergisst nichts. Ich weiss bis heute nicht, wie schnell langsam ich meine Runden gedreht habe. Ist mir immer noch egal.)

Den Ursprung der BTG Zeitnahme (Bridge to Gantry, die 2 Brücken auf der Döttinger Höhe) hatte ich zu dem sehr traurigen Anlass im Mai hier aufgeschrieben - Dave hatte die URL von Brendan vor einiger Zeit übernommen.

Es gab mal früher vernünftige Ansätze, die Touristenfahrten nicht zu motorsportlich werden zu lassen. Welche nach der feindlichen Übernahme durch Richter/Lindner sofort der Gier zum Opfer fielen. Nicht zufällig hat man mich damals aus dem - von mir initiierten - Arbeitskreis Sicherheit entsorgt. Kritische Stimmen unerwünscht, auch schon wieder über 10 Jahre her.

Die Gier ist geblieben - nur kommen die Besitzer inzwischen nicht mehr aus Düsseldorf, sondern aus Russland. Aber auch die haben kein Problem damit, wenn Touristenfahrer ihre Sportgeräte vom Anhänger laden, Geschwindigkeit und Ausstattung locker mit der VLN mithalten können, und die Verkehrsdichte gefühlt locker doppelt so hoch wie die der VLN ist.

Den Touristenfahrern kann man nur empfehlen die Zeiten ad acta zu legen - zu viele Risse im dünnen Eis.

Denn was ist besser: Touristenfahrten ohne Zeitnahme, oder gar keine Touristenfahrten?

Touristenfahrten | Rundenzeiten | Zeitnahme | BridgeToGantry |


Dienstag, 17. Oktober 2017

DTM 2018: noch einheitlicher.

Nur einen Tag nach dem Abschluss der DTM-Saison 2017 arbeiten die Hersteller gemeinsam mit der Dachorganisation ITR am Regelwerk für das Folgejahr.

Schöner Versuch um davon abzulenken, dass das 2018er Reglement noch nicht fixiert ist. Und mit Sicherheit nicht der richtige Weg, um andere Hersteller zum Mitmachen zu bewegen.

Und wie soll die DTM gerettet werden?

Nach der Abschaffung der Performancegewichte hat sich BMW mit dem Wunsch durchgesetzt, für 2018 Veränderungen an den Fahrzeugen vorzunehmen, um die Autos möglichst auf ein einheitliches Niveau zu bekommen. Nur dann könne ein ausgeglichener und spannender Wettbewerb erwartet werden, meinen die Münchener. BMW macht sich für den Einsatz von einheitlichen Radhäusern stark.

Die Autos noch gleicher machen! Ich hätte nicht gedacht, dass es da noch Spielraum gibt.

"Es darf nicht sein, dass in einem Rennen Audi das Opfer ist, im nächsten dann Mercedes und im übernächsten dann BMW. Das hat nichts mit spannendem Rennsport zu tun", erklärt Ulrich Fritz.

Vielleicht sollte man das Feld auf 4 Autos reduzieren, die fahren dann nebeneinander und alle gleichzeitig über die Ziellinie - und schon hat jeder gewonnen.

Mercedes wusste schon, warum sie sich nach neuen Aufgaben umsehen.

TourenwagenMasters | Radhäuser |


Mittwoch, 06. September 2017

In Österreich wird ein Autoverbot vor Schulen diskutiert.

Zur Sicherheit für alle Beteiligten:

Um für mehr Sicherheit am Schulweg zu sorgen, fordert der VCÖ ein Fahrverbot vor Schulen. Denn viele Eltern bringen ihre Kinder mit dem Auto zur Schule, halten direkt davor und verursachen so ein großes Verkehrschaos.

Eltern, die ihr Kind mit dem Auto zur Schule chauffieren, tun auch ihrem eigenen Kind nichts Gutes. Zum einen ist der Schulweg die Chance, auf eine tägliche Portion gesunde Bewegung zu kommen“, so Gratzer, „zum anderen ermöglicht der Schulweg dem Kind, in einem gesicherten Umfeld wichtige Kompetenzen im Straßenverkehr zu erlangen. Kinder sind dann auch in der Freizeit sicherer unterwegs.

Das könnte hierzulande auch nicht schaden. In Köln erkennt man Schulen schon von weitem an der großräumigen Kinderentladezone.


Sonntag, 13. November 2016

Ist ein elektrischer Porsche noch ein Porsche?

bloomberg.com:

With 600 horsepower, 0–62 mph acceleration in 3.5 seconds, and a top speed of about 150 mph, the car “will be a real Porsche,” Weckbach says. A real Porsche in everything but the growl. Weckbach says in early trials, customers groused about how quiet the car was. With no pistons firing, rattles and squeaks that otherwise might go unnoticed will be heard—which has spurred Weckbach’s team to look for ways to more firmly anchor cables and seal the passenger compartment to keep out previously inaudible wind and tire noise. And they’ve been flirting with ways to make the car louder, either with a recorded sound heard in the cabin but not outside or an amplification of the high-pitched humming of the electric motors. When the car was first shown in Frankfurt, he says, die-hard Porsche fans had another suggestion to overcome any such problems. “A lot of people told us, ‘I like it,’ ” Weckbach says, “ ‘but can I get it with a V8 engine?’ ”

Das ist mir schon bei der Kumpan Probefahrt aufgefallen, dass man aufgrund der relativ geräuschlosen Fortbewegung jedes Klappern und Knirschen hört. Im Auto ist das mit Sicherheit noch empfindlicher als auf dem Roller.

Wo wir bei Porsches Kernproblem wären: die Kunden erwarten einen Porsche-typischen-Sound. Verständlich, wenn man überlegt, wer Porsches Stammkundschaft ist. Weniger der 25-jährige Digital Native, vielmehr der etablierte Unternehmer, der sich ein Statussymbol gönnen will, nachdem die Kinder aus dem Haus sind. Ist ja auch eine Preisfrage. Und je älter man wird, umso schwieriger wird es Neuem gegenüber aufgeschlossen zu sein.

Da möchte ich nicht in Porsches Haut stecken - egal was sie machen, sie verlieren: entweder wird der technologische Fortschritt verwässert, indem künstlicher Sound über das ansonsten lautlose Auto gelegt wird - oder sie lassen es leise, haben aber - vermeintlich - keine zahlungskräftige Kundschaft für das Produkt.

Persönlich hoffe ich, dass sich die Ingenieure nicht vom Marketing aus der Spur bringen lassen und die Vorteile, die das technologische Konzept mit sich bringt - darunter auch die geräuschlose Fahrt - komplett ausschöpfen. Alles andere wäre nämlich auch ein fauler Kompromiss - und dadurch erst recht nicht Porsche-würdig.

MissionE | Elektro |


Sonntag, 16. Oktober 2016

VW muss den Gürtel enger schnallen.

Matthias Müller hat bei einem Management-Meeting ein neues Sparziel von 10% vorgegeben:

Die Folgen der Krise werden uns in den nächsten Jahren bis an die Grenzen belasten.

Die aufkommenden Gerüchte von einem Audi Le Mans Rückzug ab 2018 werden in Fuji beim 6h-Rennen von Wolfgang Ulrich so kommentiert:

I hope they are wrong.
Schwierige Zeiten für VW - der Zeitpunkt könnte auch nicht schlechter sein, denn die Autoindustrie steht vor mächtigen Veränderungen. Da werden sich auch Auswirkungen für den Motorsport nicht vermeiden lassen. Sowohl Audi als auch Porsche haben in Le Mans nur 2 statt 3 Autos eingesetzt und die Weiterentwicklung des R8 GT3 steht auch in Frage.

Dieselgate | LeMans | MatthiasMüller |


Freitag, 09. September 2016

Miketest: Focus RS auf Alpentour.

Ursprünglich wollte ich mit dem Motorrad in die Alpen fahren. Hab ich lange nicht mehr gemacht und nachdem inzwischen die 900er Hornet zum Fuhrpark gehört, stand dem nichts mehr im Wege.

Urlaub war genehmigt, Cheffin zuhause hat auch approved … doch dann kam mir der Gedanke, ob vom Fahrvergnügen so ein Focus RS eigentlich mit einem Motorrad mithalten kann? 350 PS sind doch eine Ansage und die Performance von dem Auto wird auch überall gelobt?

Der Gedanke ließ mich nicht los - also spontan bei der Ford’schen Presseabteilung angefragt. Ich hatte mir wenig Hoffnungen gemacht, das Auto ist doch stark nachgefragt. Ihr könnt Euch meine Überraschung vorstellen, als es dann hieß: Mike, gute Nachrichten, Du kannst den RS haben! Wow. Da wurd ich dann doch leicht nervös, aber der Miketest für das Auto ist sowieso Pflichtprogramm, nachdem das mit dem Fiesta ST so gut geklappt hat. Und ja - versprochen - der nächste Miketest wird ein Nicht-Ford!

Ihr wisst inzwischen, dass ich auch regulär bei Ford in Köln 4 Tage die Woche arbeite und man gibt mir die Freiheit meinen bloggenden Abenteuern freien Lauf zu lassen. Dass sich Ford’s und meine Themen zunehmend stärker überschneiden ergibt für mich völlig neue Möglichkeiten - Le Mans zum Beispiel. Aber auch als der RS zum ersten Mal vorgestellt wurde, das war nämlich auch in Köln - und ich mittendrin.

Kurz antesten konnte ich den Wagen auch schonmal, aber die bevorstehenden 10 Tage waren natürlich ein komplett anderes Kaliber.

Nach der Übergabe zuhause angekommen war die Familie natürlich neugierig, wie sich so ein Geschoss im Alltag benimmt - für mich eine gute Gelegenheit die Familientauglichkeit zu testen. Nach dem Volltanken - denn ich wollte während der ganzen Zeit akkurat den Verbrauch ermitteln - ging es dann am Samstag mit der kleinen Maus im Auto nach Nürburg zum STRaßenfest:

Allerdings musste ich auch vorsichtig sein, um keine Begehrlichkeiten zu wecken - ist mir nicht gelungen:

Wo wir schonmal da sind - dieses Foto durfte natürlich nicht fehlen:

In Merkenich beim Kinderfest waren wir auch:

… und der Wagen hat alles mit Bravour bestanden! Kurze Beschleunigungseinlagen wurden auf der Rückbank sogar mit Begeisterungsausbrüchen quittiert. Ich frag mich von wem sie DAS wohl hat?

Ausgangsbasis für den RS ist der 5-türige Focus, d.h. er bringt alle praktischen Eigenschaften eines Familienautos mit. Platz, Kofferraum, kompakte Abmessungen - alles im grünen Bereich. Und im Normal Modus gelingt die Tarnung sogar ganz gut - man muß schon Insider sein, um den RS als solchen richtig einzuordnen zu können.

Kofferraum ist ein lustiges Thema, denn wenn man ihn öffnet offenbart sich zwischen Spoiler und Antenne echte Maßarbeit:

Insgesamt gibt es 4 Fahrstufen, wobei ich mich nur in 1 (Normal) und 2 (Krawall, bzw. Sport) aufgehalten habe. 3 (Track) und 4 (Drift) sollte man im Straßenverkehr auch eher meiden:

Tag 1 meiner Tour ging erstmal über die Autobahn, das Tagesziel war das Stilfser Joch. In Füssen war Tankstopp:

… und so langsam wurde es bergiger. Und schlössiger:

Ich wurde dann nochmal eingebremst wegen Almabtrieb - sowas kann dauern. Also Pause gemacht und Mals im Vinschgau angeschaut.

Hat mich ein bisschen an Nürburg erinnert, alles voll Pokale:

… Vollgastiere …

… und Profimaterial:

Eine sehr schöne Gegend - gar keine Frage:

Dann ging es weiter, denn ich hatte ja noch was vor und um 19:30 - pünktlich zum Sonnenuntergang - war ich dann vor Ort: am Stilfser Joch.

Es gab kaum Verkehr und mein Herz machte Luftsprünge, als wir endlich Serpentinen jagen durften.

So ein Rheinländer wie ich ist natürlich schwer beeindruckt, wenn die Berge sich mächtig auftürmen - herrlich.

Inzwischen war ich aber auch durch von der Autobahnfahrt - es wurde Zeit sich eine Unterkunft zu suchen. Dank booking.com ging das überraschend gut und ich habe in Sulden einen echten Geheimtipp gefunden: das Hotel Nives - volle Punktzahl:

Das Hotel Nives in Sulden - sehr empfehlenswert! (CLICK for High Res.)

Also wenn Ihr mal in der Nähe seid: das Haus ist 4 Jahre alt, sehr großzügig mit großen Fensterflächen und geräumigen Zimmern und auffallend gut durchdacht.

Die Aussicht vom Balkon:

Die Aussicht vom Balkon des Hotel Nives in Sulden - traumhaft. (CLICK for High Res.)

Ich war natürlich neugierig und es stellt sich heraus, dass der Besitzer Architekt ist - das macht Sinn. Die Preise sind günstig und das Ambiente modern, aber gemütlich.

Ich hatte sogar kurz mit dem Gedanken gespielt 2 Tage zu bleiben, aber ich wollte ja Meter machen - also weiter.

Stilfser Joch komplett war angesagt und die Straße ist natürlich der Hammer. Vor langer Zeit bin ich sogar mal mit dem Rad hoch - nonstop. Würde ich heute nicht mehr schaffen:

Ursprünglich dachte ich, dass das mit dem RS eine Riesengaudi wird, aber war dann doch nicht so. Stellt sich nämlich raus, dass der Lenkanschlag ziemlich begrenzt ist, sodaß man in den engen Kehren entweder zum Ausholer mutiert oder behäbig wie ein Schwertransporter um die Kurven zirkeln muss. Ken Block hätte da weniger Probleme, aber das hab ich mir natürlich gespart. Wobei der respekteinflößende Abgrund auch nicht ganz unschuldig war.

Das war der erste Dämpfer für mein Motorrad vs. RS Experiment, obwohl das mit dem Motorrad natürlich auch mächtig eng ist. Die Autos heutzutage werden aber auch immer breiter, jeder ist mit SUV oder Camper unterwegs - da passt man bei Gegenverkehr kaum noch aneinander vorbei.

Egal - ich war dann oben - und da war vielleicht was los:

Die Radfahrer haben natürlich meinen größten Respekt. Eine schöne Überraschung gab es in der Herberge:

Hier sind wir richtig.

Bei der Suche nach meiner nächsten Unterkunft habe ich dann festgestellt, dass man sich sogar im Refugio einquartieren kann:

Aber den Gedanken habe ich nicht weiter verfolgt.

Nachdem das Stilfser Joch standesgemäß Nfiziert war:

… und der RS passend abgelichtet:

… musste ich wieder aufbrechen. Die Einheimischen fahren übrigens wenig überraschend entweder Defender oder Teneré:

Auf der anderen Seite ging es dann wieder runter und man sollte immer etwas Bremsreserve einbauen:

Was mich auch etwas überrascht hatte, was das hohe Verkehrsaufkommen auf den Pässen:

Überholen ist mit dem Auto ziemlich schwierig, obwohl es dem RS überhaupt nicht an Leistung oder Drehmoment mangelt.

Trotzdem habe ich alles an Pässen mitgenommen, was mir in den Weg kam und da waren einige traumhafte Straßen dabei.

Und wie fährt sich der RS so?

Hier die Antwort als Video:

youtu.be/cU3Jw7fA710

Der Motor ist echt eine Wucht. Das ist jetzt keine Übertreibung, aber es ist von der Beschleunigung her ziemlich egal, ob man berghoch oder bergrunter fährt, so bärig drückt das an. Und bei kleinen Autos mit großem Motor rennt man bei mir ja offene Türen ein. Und dann kann ich auch gut mit Abstrichen leben: die Schaltwege sind etwas lang - Focus halt - und der Schalthebel sitzt komfortabel, aber unsportlich. Das Auto ist innen superleise, dadurch hört man mit empfindlichem Gehört (= also ich) jedes Klappern. Und davon gibt es, dank sportlichem Fahrwerk, einiges.

Das war’s dann aber schon - trotz meiner 2 Meter passe ich super rein und fühle mich wohl. Die heutzutage serienmäßigen Gimmicks sind nicht so mein Fall, ich kann noch alleine Licht einschalten oder den Scheibenwischer bedienen. Aber das ist der Tribut an das Großserienprodukt - im Inneren ist außer Lenkrad, Sitzen, usw. Focus angesagt. Und da die Golf-Liga hart umkämpft ist, ist die Serienausstattung mächtig.

Aber bei dem Wagen geht es ja erstmal um’s Fahren und hier noch ungekürzt die Abfahrt vom schönen Penser Joch - erst im Normal, dann später im Sport-Modus - um beides mal im Vergleich zu sehen:

youtu.be/_ab1_AuJ2jk

Das Penser Joch kann ich übrigens sehr empfehl’N:

Eine flüssige Straße mit wenig Verkehr auf beiden Seiten des Berges, so wünscht man sich das. Der Grund ist wohl die außen rum gehende Bundesstraße, die vom normalen Verkehr gewählt wird. Laut Café-Betreiber gibt es aber auch Ausnahmen, es verirren sich schonmal polnische LKW-Fahrer, die im Navi kürzeste Route eingeben. Gewagter Ansatz in den Alpen!

Nachdem wir über das Hotel von Tag 2 besser nicht reden, wurde meine nächste Unterkunft wieder ein Volltreffer:

Das private Apartmenthaus Residence Reißenschuh in Sterzing. Liebevoll eingerichtete und geräumige Appartments, genau das Richtige für den Mike mit seinem ganzen Technikprüll, der wieder aufgeladen werden will. Und natürlich schnelles WLAN - gaaanz wichtig! Wieder volle Punktzahl, es gibt eine tolle Pizzaria direkt um die Ecke und damit alles zusammen noch ein echter Geheimtipp sowohl für Motorrad- als auch Skifahrer.

Ich hatte mir vorgenommen den Miketest schon im Netz zu haben, bevor ich zuhause ankomme. Und es klappt, denn aktuell sitze ich noch in Sterzing in Südtirol und habe mir Jaufenpass und Timmelsjoch für das Schlussfinale aufgehoben.

Wenn ich daran denke, dass ich den RS Schlüssel am Montag wieder abgeben darf, werde ich schon etwas traurig. Ich glaube wir zwei könnten - besonders hier in Südtirol - ein paar schöne Monate verbringen.

Am meisten beeindruckt mich der Motor: was für ein Kraftpaket. Kann alles: mächtig Kraft von unten raus, richtig Biss in der Mitte und scheut sich auch nicht vor Drehzahl. Die Bremsen sind standfest und kernig, Sound und Fahrwerk gierig und der Allradantrieb rundet das Paket so richtig schön ab: keine Gripprobleme am Kurvenausgang und super Traktion auch bei schlechtem Wetter. Würde ich gerne mal im Schnee ausprobieren! Das clevere Torque-Vectoring, dass einen immer von hinten außen in die Kurven schiebt, macht den Wagen umheimlich schnell.

Der Spritverbrauch hielt sich trotz Attackemodus noch in Grenzen: über 15 Liter bin ich nicht gekommen, aber auch nicht unter 11 Liter. Insgesamt sind es für die genau 1.501 km, die ich bisher gefahren bin mit Volltanken, ebenso genau 197,3 Liter gewesen - also im Schnitt 13,2 Liter. Kann man gut mit leben, vor allem weil ich immer alles rausgeholt habe, was ging.

Aber ich bin dem Auto auch mit Respekt begegnet, denn man wird ganz schnell ganz schnell. In den Händen eines kundigen Fahrers wird die Kombination mit Sicherheit zu einer ernstzunehmenden Waffe. Da werden sich Fahrer mit x-fach teureren Autos auf die ein oder andere Demütigung gefasst machen müssen.

Falls Ihr jetzt Lust auf den RS bekommen habt, es würde mich nicht wundern. Aber Lieferzeiten sind wohl sooo lang, dass man fast von ausverkauft sprechen kann. Hat wohl bei Ford - außer beim Entwicklerteam - keiner damit gerechnet, dass das so ein Kracher wird. Es wird interessant sein zu beobachten, wie die Konkurrenz reagieren wird: gibt es weitere Modelle mit Drift-Modus? Allrad und Torque-Vectoring? Unter 40k €?

Spannende Zeiten, die da auf uns zukommen!

FocusRS | Miketest | Mikebericht | alpNtour |


Freitag, 31. Juli 2015

Aufruf netzpolitik.org zu unterstützen.

Auch wenn das hier ein Motorsportblog ist, so gibt es ab und zu Themen, die mich nicht in Ruhe lassen.

So z.B. die Meldung gestern, dass ausgerechnet gegen netzpolitik.org von unserem Staat Ermittlungen aufgenommen werden.

Wenn man das mal in dem Kontext sieht, dass der Bundesstaatsanwalt keinen Anfangsverdacht sieht, gegen die NSA und deren Überwachungspraktiken aktiv zu werden - aber auf der anderen Seite Aufklärer wie Markus Beckedahl so massiv bedroht werden, dem wird es vielleicht wie mir gehen und der letzte Hoffnungsschimmer an eine funktionierende Demokratie geht dahin.

Von daher mein Appell an Euch: unterstützt netzpolitik.org nach Kräften. Sie sollen im Geld schwimmen, um mit den besten Anwälten gegen unsere Regierung diese Bande vorzugehen! Und sie sollen merken, dass Grenzen überschritten wurden, die man besser mal eingehalten hätte!

Wenn die Spendenseite down ist, dann ist das ein gutes Zeichen!

Die Daten daher zur Sicherheit nochmal gespiegelt:

Inhaber: netzpolitik.org e. V.
Konto: 1149278400
BLZ: 43060967 (GLS Bank)
IBAN: DE62430609671149278400
BIC: GENODEM1GLS
Zweck: Spende netzpolitik.org

Noch ein paar Anekdötchen, zum Glück geht dem Netz nie der Humor aus:

  • Die IBAN trendet auf Twitter!

  • Markus Beckedahl twittert: Meine Mutter hat gerade im ARD-Tagesschau-Videotext gelesen, dass mir lebenslange Haft droht. Kann man sich nicht ausdenken.

  • Postilon: Millionen Bürger ermitteln gegen General­bundes­anwalt wegen Verdachts auf Hirnrissigkeit

  • landesverrat.org ist online

Und natürlich mein Lieblingsblog - fefe - immer auf der Höhe der Zeit.

netzpolitik | Beckedahl | Landesverrat | Spenden |


Mittwoch, 08. April 2015

Jürgen Alzen fackelt nicht lange - ein Kommentar von einem Racer!

Während sich die Pragmaten so langsam wieder hinter den Hecken hervorwagen und in das Seid-doch-froh-dass-sie-überhaupt-fahren Horn blasen, holt Jürgen Alzen mal tief Luft und lässt Dampf ab.

Ehrlichen Herzblut Racer Dampf:

Unter dem Titel:

“Anpassung ist die Stärke der Schwachen!”

lässt er seiner Meinung freien Lauf:

"Nachdem ich die neuesten Verordnungen zu „Erhöhung der Sicherheit auf der Nordschleife“ auf der VLN Seite gelesen hatte, ist mir jeder, aber wirklich jeder Spaß und Interesse an „RENNEN“ auf der Nordschleife vergangen. Unsere Familie betreibt bereits in der 2.Generation Motorsport, das aus Leidenschaft und nicht aus Geldgier.

Es war, als hätte man bei mir den Schalter von ON auf OFF umgelegt….

Ich für meine Person, will Rennen fahren, Geschwindigkeitsbeschränkungen auf einer Rennstrecke akzeptiere ich generell nicht!

Sorry, so angepasst werdet Ihr mich nicht erleben. (..)"

Müsste Ihr zuende lesen auf seiner Homepage.

Was für eine Erfrischung im Vergleich zu den Angepassten und Genügsamen. Die Nordschleife ist das geilste Stück Asphalt auf diesem Planeten und soll ohne Gegenwehr der Lächerlichkeit preisgegeben werden? Damit ein paar Automarken ihr Programm wie geplant durchziehen können?

“Hier am Ring, wo noch der letzte Rest puristischen Motorsports ausgetragen wurde, beerdigt man eine der geilsten Rennserien der Welt selbst! Das ist der DMSB generierte Nordschleifen Suizid!”

Liebe Racer, nehmt Euch ein Beispiel am Jürgen und jagt die korrupte Bande von Eurer Rennstrecke!

Tags: Alzen | JürgenAlzen | Tempolimit | DMSB |


Mittwoch, 04. Februar 2015

Die alten Tannen am Alten Fahrerlager ...

sind nicht mehr.

Wer sollte da schon was dagegen haben, wo es doch um die Sicherheit geht! Da muss man auch mal die Vergangenheit abhaken dürfen.

Tags: Tannen | AltesFahrerlager |


Dienstag, 27. Januar 2015

Jutta Beisiegel sagt der VLN Adieu.

Sie hat sich ihre Entscheidung nicht einfach gemacht:

"Nun wird die Lösung aller Probleme in einer Zusatz-Nordschleifenlizenz (Permit) gefunden. Die Kosten trägt natürlich wieder der Fahrer (wie auch zuvor alle Kosten für GPS usw). Unter dem Aspekt Sicherheit (!!!) ? da kann doch keiner was dagegen haben.

Für mich persönlich habe ich nun die Konsequenzen gezogen, da ich keinen roten Faden erkennen kann, wie die Rennen der VLN sinnvoll auf einen guten Weg gebracht werden können. Die VLN ist für mich nicht mehr attraktiv: Racing mit Spaß vermisse ich schon seit einigen Rennen. Statist für das GT3-Feld: NEIN DANKE."

Man muss die Veranstaltung schon ordentlich gegen die Wand fahren, um eine Herzblut-Rennfahrerin von ihrer geliebten Nordschleife zu vertreiben.

Die GT3 haben gar nicht so lange gebraucht, um die VLN zu vereinnahmen: sie gibt es erst seit 2009.

Auf Facebook zeigen alle Kommentare jedenfalls Verständnis für Jutta’s Entscheidung.

Ich prognostiziere mal, dass da noch einige Teilnehmer und Teams folgen werden.

Denn statt die Probleme im Kern anzupacken, flickt die VLN bzw. der DMSB nur hilflos drumherum. Hektischer und nicht zuende gedachter Aktionismus, der von der Überforderung ablenken soll.

Tags: Permit | Zusatzlizenz | VLNLangstrecke |


Montag, 26. Januar 2015

Was haben Wilhelm Hahne und Robertino Wild gemeinsam?

Eine Hausdurchsuchung der Staatsanwaltschaft Koblenz. Das war’s dann auch mit den Gemeinsamkeiten. Eventuell noch, dass beide keinen Doktortitel haben - aber das sieht der Herr (Doktor?) Wild mal so - mal so.

Es gab letzte Woche jede Menge Hausdurchsuchungen, WiWo / Florian Zerfaß informieren - mal wieder - umfassenst!

Wild hatte Haus und Hof verpfändet, um den Fuß in die Tür zu bekommen und Malu Dreyer hatte ihn seinerzeit ja schon auf dem Sockel durch die Eifel getragen.

Die 2.Kaufrate für den Nürburgring konnte er aber schon nicht mehr beibringen - da war die Luft raus. Schwer nachzuvollziehen, wie jemand dann trotzdem als der große Zampano durch die Gegend stolzieren kann - aber genau das hat er gemacht.

Auf einer Fandiskussion - das kommt immer gut, wenn man die Öffentlichkeit gewinnen will - meinte er am 13.9.2014:

“Wenn wir scheitern, dürfen Sie mich teeren und federn und aus dem Dorf jagen.”

Und wie er gescheitert ist: Totalschaden.

Ich weiss nicht, was das für Bildchen waren, die der Sachwalter Lieser als Sicherheit akzeptiert hat. Es heisst immer nur “private Kunstsammlung”. Hört sich doch toll an. Vielleicht ist es nur eine selbstgemalte Doktorurkunde - wer weiss das schon.

Das Problem ist jedenfalls, da hatte schon jemand die Hand drauf. Und Kreditbetrug ist kein Kavaliersdelikt - also ist die Staatsanwaltschaft Monate später (!) ausgerückt. Und hat großflächig Büros gefilzt.

Da schließt sich dann der Kreis zu Wilhelm Hahne. Den wollten sie damals, als Deubel und Beck noch das herrschaftliche Zepter geschwungen haben, ruhigstellen. Na der Schuß ist aber mächtig nach hinten losgegangen.

Ich war noch nie bei der Staatsanwaltschaft in Koblenz, aber ich stelle mir das so vor, dass die da ein eigenes Nürburgring-Resort haben. Den Flur lang und hinten gleich hinter “Rauschgift” links. Leider ist die Abteilung chronisch unterbesetzt, sodass die Abläufe nur nacheinander abgearbeitet werden können. Gleichzeitig wäre der richtige Weg. Mir fallen auf Anhieb 3 Bälle ein, die sie aktuell in der Luft halten wollen: Deubel, Barandun und jetzt Wild.

Wie wurde das so schön auf Twitter kommentiert:

“Mit R.Wild hat’s am Nürburgring sicher nicht den Falschen getroffen - aber keinesfalls den Richtigen!”

Ordentlich Druck im Kessel ist bestimmt nicht das, was Malu Dreyer mit ihrem brutalen Ministerkahlschlag erhofft hatte. Der Boomerang holt ordentlich Anlauf und das Frühjahr 2016 (neue Wahlen) rückt unaufhaltsam näher.

Wer weiss, was die Fahnder an brisantem Material rausgetragen haben. Soll Wild nur zum Sündenbock gemacht werden oder ist es die Spitze des Eisbergs? Wir wissen, was alles unter der Decke schmort und dem Herrn Lieser hat es sicher nicht geschmeckt, dass sie bei ihm Material abgesaugt haben. Propaganda Nuvoloni hat auch gleich verniedlicht, aber Oberstaatsanwalt Kruse hat nochmal den Besuch der Behörde bestätigt.

Bisher ist Jens Lieser nur als Zeuge Teil der Ermittlungen und natürlich hat er ein starkes Interesse, dass das so bleibt.

Ob die Aktionen in Brüssel zur Kenntnis genommen werden? Man hat den Eindruck die EU’ler wollen im starken Schulterschluss mit der RLP Regierung jeden Sturm aussitzen. Bisher kommen sie damit durch, aber wenn noch mehr Wind aufzieht könnte es eng werden.

Wenn es nach mir geht, dann dürfen sie gerne aussitzen: für ein paar Jahre bei Wasser und Brot auf der Kartause.

Tags: Wild | Robertino | Kreditbetrug | Staatsanwaltschaft | Kunstsammlung | Hausdurchsuchung |


Sonntag, 18. Januar 2015

DMSB und Nordschleife.

Die neue Nordschleifenlizenz treibt tolle Blüten: Artur Deutgen wäre z.B. nicht startberechtigt.

DMSB:

“Der Maßnahmenkatalog wurde in enger Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen der VLN und des 24h-Rennens erarbeitet. Ziel war es dabei, die Sicherheit auf der Rennstrecke zu erhöhen, in dem vor allem Nordschleifen-Neulinge besser geschult und intensiver auf die besonderen Gegebenheiten der Nordschleife vorbereitet werden.”

Aber auch sonst ist das Permit ein ziemliches Verwaltungsmonster. Von daher nichts neues für die Lizenzverschickungsorganisation.

Tags: Nordschleifenlizenz | Permit | Deutgen |


Sonntag, 17. August 2014

Mikebericht vom DTM Wochenende.

Eigentlich ist DTM ja nicht so mein Ding, aber bei dieser Konstellation bleibt mir ja gar nichts anderes übrig!

Mit dem Steff war das schon länger vereinbart, ich wollte mal ein wenig hinter die Kulissen schauen. Sowohl BMW als auch DTM fanden das auch gut und so habe ich Fr/Sa eingeplant, um ein paar Eindrücke zu sammeln.

Als ich angekommen bin, wurde ich von diesem Auto begrüsst, wer erinnert sich noch an den privaten Ruch-Mustang?

Und auch schön, mal wieder Land-LKWs zu sehen!

Wolfgang Land war 1990 selber hinter’m Lenkrad am Start und 25 Jahre später ist das Team regelmässig im Carrera Cup vor Ort.

Leider bei der VLN nicht mehr dabei, daher war es schön den Wolle mal wieder zu treffen!

Chippie und Bärchen - wir zwei könnten stundenlang über Opel DTM Zeiten erzählen!

Aber eigentlich war ich ja deswegen hier:

Reinhold Motorsport GmbH - kurz RMG - von Stefan Reinhold.

Dieses Foto habe nicht ich gemacht, sondern Steff’s Sohn, der Emil:

Das haben wir direkt ausgenutzt und ihn um ein Erinnerungsfoto an 20 Jahre Audi 200 gebeten:

Solche Bilder gelingen auch nur, wenn der Emil abdrückt! Da hat der Chris wohl gedacht, das wird nix!? Hehe!

Wo wir gerade beim Emil sind: er war auch zuständig für die Boxenführungen. Keine Frage, die er nicht beantworten konnte und der Junge ist gerade mal 10. Da brauchen wir uns über den Nachwuchs keine Sorgen machen!

Beim Steff fährt der Maxime Martin, wer hier mitliest kennt ihn spätestens seit N24h 2013. Beinahe wäre er Fahrer des Jahres geworden!

Mit dem Olaf geht er dann nochmal den Einkaufszettel für’s Wochenende durch ;)

PUSHPAPY - das steht auch auf dem Käfig:

Marco Wittmann ist der Teamkollege, er führt aktuell in der Meisterschaft:

Und Steff hat einen Traum: er möchte sein Heimrennen am Nürburgring gewinnen!

Die Chancen stehen nicht schlecht, aber dafür muss alles passen.

Beim Training wurde auch Boxenstopp geübt, die Mannschaft steht bereit wie ein Flitzebogen zum Abschuss!

Im Rennen haben sie den Marco beim Boxenstopp in sagenhaften 2,7 Sekunden abgefertigt!

“Ruhe bewahren - Sicherheit ausstrahlen!” Kennt Ihr noch Patrick Elsen? Auch für ihn Heimspiel.

Das Glücksbringer-N am Boxenstand:

Emil hat alles im Griff beim Training:

Für einen Teamchef gibt es jede Menge andere Aufgaben - immer auf der Flucht:

Kurzes Hallo mit Harald Nippel Grohs, bevor es …

… zu Dirk und Sportchef Jens Marquardt zum Interview geht:

Wettermässig ging das Wochenende echt übel los, der Regen wurde immer wieder an- und ausgeknipst. Selbst die Engländer haben den Schirm ausgepackt, das will was heissen!

So kann man natürlich auch fotografieren:

Sehr auffällig war, dass alles was nicht mit DTM zu tun hatte, abgeklebt wurde. Das war soviel, dass es schon peinlich ist. Die Hazet an den Toren …

… oder das Mundorf an den Tankstellen:

Wenn man die Augen offen hält, findet man aber auch noch richtig alte Relikte, das Logo war toll, danach ging’s bergab:

Und es gab Zeiten, da wurde Marek Lieberberg gefeiert - heute tritt man ihn lieber in den Allerwertesten:

Die Nürburgring TV GmbH aus Düsseldorf hat zwar ihre 2012er Bilanz noch nicht veröffentlicht, hat aber dafür jetzt eine eigene Lounge:

Ok, bevor sie leersteht wie die anderen. Noch jemand ohne?

Das ist nicht das Kleingedruckte, das ist der Zeitplan:

Da liegt man echt auf dem Boden - im wahrsten Sinne des Wortes! :)

Bei der DTM fahren 3 Werke gegeneinander: BMW, Audi und Mercedes. Bis vor kurzem war sogar BMW noch gar nicht dabei. Aber es ist immer noch so wie Fussballspiel, allerdings mit 3 Mannschaften. Die jeweiligen Sportchefs ziehen die Strippen, die Teams sind reine Dienstleister. Sie unterscheiden sich innerhalb der Marke auch nicht voneinander, die CI ist streng vorgegeben.

Und in der Boxengasse stehen erst die BMW Teams …

… die nur durch das kleine Namesschild oben zu identifizieren sind:

Dann die Auditeams …

… wobei Rosberg die Tür zu macht, …

… während es der Eifler Phoenix Mannschaft noch lange nicht kalt ist:

Und dann kommt Mercedes. Die haben natürlich einen Ruf zu verlieren …

… und verlegen mal schnell Parkett in der Box:

Aber auch hier das Setup und Aussehen streng vorgegeben:

Interessante Konstruktionen sind am Start bei den Kameras …

… oder auch bei den Antennen:

Und die Kohle wird mit vollen Händen rausgehauen. Mal als Beispiel die Showbühne am Ende der Boxengasse …

… oder die manuellen Bremsenlüfterföhns aus Kohlefaser:

Die Hubschrauber waren auch ständig in der Luft …

… da kann sich Rheinland-Pfalz natürlich nicht lumpen lassen und schickt die Polizei vorbei. Die Kohle muss raus!

Die Tribünen waren garnicht schlecht gefüllt, das sind Bilder vom Samstag. Fahrerlagertribüne …

… Mercedes-Tribüne …

… und auch T4:

Selbst auf dem Hatzenbachhügel haben sich ein paar Leute eingefunden:

Auch das Fahrerlager war voll Leute, aber ausser Hospitality Palästen und beeindruckenden LKWs in Reih und Glied gab es da nichts zu sehen!

Es sei denn, man konnte eine seltene Boxenbesichtigung mitmachen. Und das ist dann auch die Antwort auf die Frage, was denn Jens Klingmann so macht, wenn er nicht gerade neuen Nordschleifenrekord fährt:

Immerhin reduzieren die Zuschauer freiwillig die Entsorgungskosten …

… und das nicht zu knapp!

Kaum verheiratet und schon auf Jück …

… aber Timo Glock muss ja Rennen fahren!

Im Regentraining war er sauschnell unterwegs!

Im Qualifying war es aber trocken und ich habe mich mal an der Schikane positioniert. Die anderen guten Stellen - Eingang und Ausgang Arena - waren Sperrzonen. Damit die Fernsehkameras dort ungestört stehen können - na vielen Dank.

Der Oli Walter war auch da, bisher kannte ich ihn nur aus dem Netz.

Hat sich in Müllenbach ein schickes N auf die Jacke sticken lassen und war damit natürlich ohne Umwege sofort für den Mikebericht qualifiziert! ;)

Dann ging es endlich los mit Autos auf der Strecke. Ich muss sagen, für meinen Geschmack sind die viel zu laut. Die hören sich auch nicht gut an, sondern machen einfach nur Krach. Und dann auch noch alle Marken gleich. Man - also zumindest ich - kann sie nicht am Geräusch auseinanderhalten.

Man hört auch keine Schaltvorgänge. Für mich ist das ein monotoner Lärm. Das einzig richtig Geile ist, dass sie ab und zu Feuer spucken. Das war’s dann aber auch schon.

Das fand ich ein gutes Fotomotiv, aber mir fällt kein passender dummer Text ein ;) Die Post scheint jedenfalls mächtig Kohle übrig zu haben, denn sie sind auch auf allen Nummernschildern und ziehen im Fahrerlager eine Tribüne hoch.

Mit dem Auge Unterschiede bei den Fahrern festzustellen, ist echt schwer. Die Autos liegen wie angenagelt auf der Strasse, kein Verbremser oder Quersteher zu sehen.

Da ist man schon froh, wenn jemand die Linie nicht trifft:

Ich hatte Gelegenheit mich mit Maxime Martin zu unterhalten und er ist sehr froh, in der DTM angekommen zu sein. Die Autos seien mit nichts vergleichbar, die japanischen GT kommen dem vielleicht nahe - ansonsten sind sie etwa so wie ein LMP mit viel Gewicht. Ob er nochmal in Le Mans fahren kann, wusste er nicht - er möchte sich auf die DTM konzentrieren und gerne in der Serie bleiben.

Er lernt immer noch dazu, aber auf Strecken, die für alle neu sind, können die anderen ihre Erfahrung nicht mehr so gut ausspielen. Das hat der Sieg in Moskau auch eindrucksvoll gezeigt!

Ich hab ihn auch nach dem Steff gefragt, er sei ein guter Teamchef, würde aber auch ordentlich Druck machen. So kennen wir ihn! :)

In Belgien ist die DTM noch nicht regelmässig im Fernsehen, aber er arbeitet daran. Meine Kritik an der Serie konnte er nicht nachvollziehen - im Cockpit sei es knallhartes Racing mit starker Konkurenz.

Ich finde es schade, dass davon kaum noch etwas übrigbleibt, wenn es beim Zuschauer ankommt.

Als ich diese Autos gesehen habe, dachte ich an Austellungsstücke - Pustekuchen!

Herrlicher Linder E30 M3 mit Harald Grohs am Steuer - ein Genuss für die Sinne! Da habe ich sofort die Ohrschützer abnommen, Traumsound. Und umso krasser der Gegensatz, mit was man heutzutage malträtiert wird.

Natürlich besonders kultig mit Nippel am Steuer mit seinem klassischen Jethelm, da werden Erinnerungen wach!

Schaut Euch das zierliche Auto an. Nicht so ein unförmig zerklüftetes Flügelirgendwas von heute.

Selbst der SLS wirkt trotz Flaps und Megaflügel aufgeräumt im Vergleich. Hier verfolgt Bernd Schneider übrigens Karl Wendlinger!

Und noch ein toller Soundkönig war am Start:

Und wurde richtig schnell bewegt. Kein Wunder, wenn …

… man sieht, wer am Steuer sitzt:

In meinen Augen macht die DTM vieles verkehrt, dabei könnte es so einfach sein. Der grottenschlechte Kommentator - Philipp Sohmer von der ARD - rundet das Ganze passend dazu nach unten ab.

An den Piloten liegt es jedenfalls nicht - die sind Weltklasse!

Ich mache aus meiner Meinung keinen Hehl und so war Charly Lamm auch verdutzt, mich bei der DTM zu treffen. Noch verdutzter war er zu erfahren, dass Steff und ich zusammen zur Schule gegangen sind :)

Aber es war schön Charly zu treffen, der Mann ist ein Herzensguter und macht eine sehr schwere Zeit durch. Wir kennen uns schon eine ganze Weile und haben bei diesem Film eng zusammengearbeitet. Hach!

Da kommt einiges zusammen, was liegt näher als das passende Selfie dazu! :) Ela - Steff’s bessere Hälfte - meinte dann zu dem Foto: Schön nach Größe sortiert - wie die Orgelpfeifen ;)

Zuhause haben ich natürlich am Rennsonntag ganz feste die Daumen gedrückt - denn nach Marco’s Poleposition war der Heimsieg in Reichweite. Wusstet Ihr, dass die DTM gute Ergebnisse mit Zusatzgewicht belohnt?

Marco war maximal schwer und hat das Ding nach Hause gebracht! Ein Traumstart, fehlerfreie Vorstellung und der 2,7 Sekunden Boxenstopp haben es möglich gemacht.

Steff und Ela im Fernsehen - viele Freunde aus Andernach vor Ort zu Besuch - besser geht es nicht.

Natürlich auch für meinen Mikebericht der perfekte Abschluss:

7 Rennen und 5 Siege bisher auf das Konto von RMG - sehr beeindruckend für einen Newcomer.

Nach dem Ausfall von Verfolger Mattias Ekström heute hat Marco einen satten Vorsprung. Ihm fehlen für die letzten 3 Rennen (Lausitz, Zandvoort, Hockenheim) nur 12 Punkte, um uneinholbar vorne zu liegen. Das heisst, er braucht nur noch einmal einen 4 Platz, um Meister zu werden!!

Mein Appell an die Macher der DTM ist einfach:

  • Wenn man ein Rennen erklären muss, läuft etwas falsch (Reifen, Boxenstopps, Gewichte).

  • Rennautos müssen Sound haben, nicht Krach machen.

  • Mehr Motorleistung als Grip (Stichwort Aerodynamik).

  • Weniger Hightech, dafür mehr Stabilität (Fahrerkönnen statt zerbrechlichen Flügelmonstern).

  • Und dann noch einen Kommentator, der nicht nur bunte Fernsehbilder in ein Hörspiel umwandelt, sondern der in der Lage ist ein Rennen zu lesen und auch Hintergrundwissen mitbringt. Damit meine ich nicht die Hochzeit der Familie Glock.

Für das Wochenende hatte ich mir vorgenommen hinter die Kulissen der DTM zu schauen. Doch ganz ehrlich: da ist nichts. Die Autos sind faszinierend und für Ingenieure eine echte Herausforderung. Aber davon bekommt der Zuschauer nichts mit, denn die Details werden alle geheimgehalten. So ein Wagen schätze ich auf 1 Million Euro - das muss nicht sein.

Während den Trainingsläufen stand ich mitten in der Box, näher dran kann man nicht sein. Trotzdem habe ich nichts mitbekommen. Die Abläufe sind zeitlich präzise getaktet, alles funktioniert reibungslos. Wenn die Mechaniker ihre Helme anhaben, dann agieren sie wie ferngesteuerte Roboter: jeder weiss, was zu tun ist - jeder Handgriff sitzt und kommuniziert wird über Funk. Das wirkt für einen Aussenstehenden wie ferngesteuerte Zombies.

So faszinierend das für die Beteiligten sein mag: der Kreis der Aktiven ist sehr begrenzt und der Zuschauer wird regelrecht vom Geschehen ausgeschlossen.

So gesehen ist das der Hintergrund, den ich mitgebracht habe. Und dass die Siegerpokale zu RMG gewandert sind, ist natürlich der krönende Abschluss eines spannenden Wochenendes!

Denn eigentlich haben wir ja 20 Jahre Audi 200 gefeiert :)

Tags: MikeberichtTourenwagenMastersTeamRMG | MarcoWittmannMaximeMartinStefanReinholdEmilReinhold | ChristianKohlhaasAudi200 |


Samstag, 02. August 2014

Die Aufgabe des DMSB hab ich nie verstanden.

Eigentlich zocken die doch nur Lizenzgebühr ab und sonst hört man nichts aus Frankfurt.

Es sei denn es ergibt sich eine Chance, noch mehr Lizenzgebühr abzuzocken.

Die Nordschleifen/VLN Probleme löst das nicht. Aber keiner kann behaupten, sie hätten nichts gemacht! Und das DMSB Konto freut sich auch.

Wie wär’s denn, wenn die Zusatzeinnahmen 1:1 in einen Fonds für die Sicherheit auf der Nordschleife fliessen?

Tags: DMSBLizenz


Freitag, 23. Mai 2014

Mikebericht vom 4.VLN-Lauf.

Was für ein Wetter dieses Jahr am Ring, letztes Wochenende war ganz klar Sonnenbrandgefahr. Und auch richtig was los, so voll hab ich es selten erlebt.

Sowohl in der Boxengasse:

… als auch an der Strecke:

Polizei im Brünnchen? Garnicht nett …

Eifelland & N-Aufkleber - wie will man das noch toppen:

Vielleicht hiermit:

Wer für die 24h noch einen Camper sucht …

… und keine Einwände gegen braunmetallic hat, für den hätte ich diesen Scania im Angebot:

Absolut Brünnchen geeignet, weil 4x4. Könnte ihr danach auch noch gemütlich einmal mit um die Welt fahren. Oder zweimal. Vollgetankt mit frischer Inspektion abholbereit bei Klaus Hünerkopf.

Und mir wurde wieder klar, am Ring gibt es alles:

Und zwar wirklich alles!

Wobei dieses Team ist vielleicht doch ein wenig übertrieben hat - eine Reservekarosse für’s 4-Stunden Rennen?

Dann doch lieber eine frische N-Fektion, die geht bei dem Wetter immer!

So sehen die neuen Helme bei Racing One aus - Sicherheit geht vor!

Doch neben dem ganzen Racing, darf der Komfort nicht zu kurz kommen - schaut Euch mal …

… dieses Kofferraumvolumen an!!

Michael Tischner - hat den neuen Sponsor schon gut verinnerlicht! ;)

Felix Baumgartner ist schwer beeindruckend - weil es sich in Engelsgeduld wirklich mit jedem fotografieren lässt!

Bei Audi natürlich immer großes Aufgebot - Werkseinsatz halt.

In der Startaufstellung …

… sollten dieses Mal die Zuschauer …

… draussen bleiben, was auch einigermassen geklappt hat.

Hab ich direkt mal ausgenutzt, um ein paar schöne Mitzieher zu machen, egal ob Auto …

… oder Reifenstapel!

Hier noch ein Vertreter der interessanten Gattung:

Klaus ist bei Frikadellis - die am Ende 3. wurden! - den Start gefahren. Aber die Reifen waren wohl nix, ist schnell zum Wechsel wieder reingekommen.

Jürgen Alzen - ein echtes Original genauso wie sein Ford GT:

70 Jahre und immer noch schweren Gasfuss …

Harald ‘Nippel’ Grohs - jetzt auf seinem eigenen M235i unterwegs:

Norbert Siedler sorgt für Druck bei Haribo:

… und Nissan fährt einiges auf für die 24h:

Der Preis für die schönste ‘Lackierung’ (ist ja heute alles foliert) geht an dieses Team:

… der Preis für das zerknautschste Auto aber leider auch:

Mein persönliches Highlight war dann im Anschluss in Ringminihausen …

… mal einen kleinen Ausflug im Eichhörnchen machen zu dürfen. Danke Achim - absoluter Oberkracher!

Die Tüpfelchen auf dem i für den schönen VLN-Samstag waren dann die auf OZ Rallye stilecht servierten Pizzas! :)

So ein Ringwochenende ist doch besser als jeder Urlaub - immer wieder!

Mehr Fotos von VLN 4 findet Ihr unter 20832.com/fotos.


Samstag, 15. März 2014

Den Nürburgring auf Pump gekauft?

WirtschaftsWoche:

“Die Deutsche Bank hat dem Düsseldorfer Mittelständler Capricorn den Kauf des insolventen Nürburgrings für 77 Millionen Euro ermöglicht, berichtet die WirtschaftsWoche in ihrer aktuellen Ausgabe unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Capricorn-Chef Robertino Wild, 51, hatte lange Schwierigkeiten, sein Angebot gegen zu finanzieren. Mit der Zusage der Deutschen Bank konnte er sich gegen den favorisierten US-Finanzinvestor HIG Capital durchsetzen. Die Bank wollte sich auf Nachfrage nicht zu dem Geschäft äußern. Wild erklärte lediglich, dass eine „deutsche Großbank“ die Finanzierungszusage erteilt hat, den Namen der Deutschen Bank wollte er weder bestätigen noch dementieren.”

Das sind eigentlich nicht die Nachrichten, die ich mir erhofft hatte. Ich befürchte, daß der Ring selber die Sicherheit darstellt, falls die Zinszahlungen in’s Stocken geraten sollten. Und wie herzlos Banken mit solchen Themen umgehen, wissen wir ja.

Eigentlich hatte ich noch die leichte Hoffnung, daß im Hintergrund ein solventer Gönner steht, der auch mal eine Durststrecke durchhält. Ein Bankkredit ist natürlich genau das Gegenteil, damit steht man mit dem Rücken an der Wand.

Wie hoch der Kredit ist und zu welchen Konditionen, das wissen wir natürlich nicht. Ich persönlich schätze das Ganze aber nach wie vor als hohes Risiko ein und ich vermute, daß sich das auch in der Zinslast widerspiegelt.

Und die Investitionen? Wovon sollen die bezahlt werden? Eifeldorf abreissen, Achterbahn abbauen, Technologiepark ansiedeln, … das alles kostet erstmal Geld. Reicht der Kredit dafür? Oder soll das aus dem laufenden Betrieb abgezweigt werden?

Ich lass mich sehr gerne eines besseren belehren, aber mit den Informationen, die wir im Moment haben, halte ich das alles für sehr dünnes Eis.

Tags: Capricorn | Ringverkauf | DeutscheBank


Freitag, 07. März 2014

Herzlichen Glückwunsch Walter Röhrl!

Er feiert heute nämlich seinen 67. Geburtstag.

Meine Fahrt mit ihm über die Nordschleife werde ich nie vergessen! Aber zur Sicherheit hab ich trotzdem ein Foto gemacht ;)

(Klick! für gross.)

Eine ganz schwer beeindruckende Runde war das: nasse Norschleife im GT3 mit abgefahrenen Michelin Pilot Sport. Das war damals, als ich die Beifahrer für Bilstein aufgenommen habe - ein echter renn.tv Klassiker :)


Samstag, 08. Februar 2014

Neue Michelin Webseite für historische Rennreifen.

Unter michelinclassic.com gibt es das Classicprogramm von Michelin inklusive historischer Rennreifen:

“Authentizität und technologisches Know - how.Michelin bietet heute ein breites Angebot an Reifen für Oldtimer aus den späten 20er bis zu den frühen 80er Jahren. Auf diesen Seiten finden Sie alle Informationen um Ihren Klassiker mit den richtigen Reifen und Schläuchen auszurüsten.Ohne Kompromisse hinsichtlich Sicherheit und Originalität.”

Die Webseite ist für meinen Geschmack etwas zu verspielt und hat auch noch ein paar Bugs bzw. Übersetzungsfehler (Vehicle = Lastwagen?), aber es gibt alle Infos wie z.B. das Gesamt-PDF zum Download.

Der historische Rennsport ist längst zum richtigen Geschäft geworden.

(Via endurance-info.com.)

Kommentare: Facebook | N-Forum | Tags: Michelin


Sonntag, 03. November 2013

Meisterfeier Pheonix Racing im Eifelstadl.

Phoenix hat gestern seinen DTM Meistertitel im Eifelstadl gefeiert. Unsereiner setzt da nichtmal einen Fuß rein, mir fällt sogar das Schreiben des Namens schwer. Da sind die Pluspunkte von der Demo in Mainz alle wieder weg.

Das Randalestadl hat einen Ruf zu verteidigen, das kommt als PM von der Polizei Adenau rein:

“Anlässlich firmeninterner Feierlichkeiten im „Eifelstadl“ schlug ein namentlich noch zu ermittelnder Gast am Samstagmorgen gg. 01:30 Uhr nach Beendigung der Musikdarbieten auf ein Mitglied der engagierten Band ein. Der Geschädigte brachte sich vor dem Angreifer in Sicherheit, was den Täter nicht davon abhielt, auf ein zweites Bandmitglied loszugehen. Bei dem sich anschließenden Gerangel wurde dieser junge Mann zu Boden geworfen und erlitt eine leichte Verletzung an der Hand.”

Tags: Randalestadl | Erlebnisgrab | Phoenix


Sonntag, 28. Juli 2013

Mal was anderes: STOP WATCHING US Demo in Köln.

Normalerweise geht es hier bei mir im Blog um motorsportliche Themen, aber hier mal etwas, was uns alle angeht. Es geht um nichts weniger als unsere Freiheit, die durch unsere Regierung bedroht ist. Dank Whistleblower Edward Snowden wissen wir, daß das verdachtsfreie und allumfassende Abhören aller Kommunikationswege nicht der Paranoia entspringt, sondern heute schon Realität ist.

Empfehlen kann ich den Artikel von Sascha Lobo, der herzlich direkt das Thema im Spiegel aufgreift:

S.P.O.N. - Die Mensch-Maschine: Mein Weg zum Ekel

Gestern gab es bundesweit Proteste der Bevölkerung gegen die Überwachungsprogramme der Regierung, insgesamt sind in etwa 40 Städten Proteste organisiert worden.

Auch in Köln ging es vom Platz vor dem Hauptbahnhof durch die Innenstadt zum Neumarkt. Ich habe mich ebenfalls den Protesten angeschlossen - auf der einen Seite war es schön zu sehen, daß ca. 700 auf die Straße gegangen sind - auf der anderen Seite hätten es auch ruhig viel mehr sein können. In Berlin waren es um die 7.000 Protestierer.

Die Tagesschau hat so darüber berichtet.

Da ich vor Ort war, wollte ich die Gelegenheit nutzen auch meine Eindrücke zu schildern und was eignet sich besser dazu als der eigene Blog:

Heißes Sommerwetter, als sich die Leute bunt gewürfelt am Dom versammelt haben.

Der Blick vom LKW, der als Bühne eingerichtet wurde.

Bevor es losgeht, versammeln sich alle und es gibt verschiedene Reden.

Seht Ihr links das Polizeiauto? So spärlich war tatsächlich der gesamte Polizeieinsatz - das hat mir richtig gut gefallen. Die Demo hat super funktioniert und wie man sieht geht es auch ohne Großeinsatz der Staatsmacht.

Bradley Manning und Edward Snowden waren immer präsent.

So bedrohlich die Verkleidung, so bedrohlich ist tatsächlich unsere Situation.

Der Marsch setzt sich in Bewegung ...

... Richtung Neumarkt.

Den interessierten Beobachtern wurden Handzettel verteilt und man hat die Leute aufgerufen, sich der Demo anzuschließen.

Wenn die Bevölkerung auf die Straße geht, ist das ein Alarmzustand für die Situation unserer Demokratie.

Miteinander statt Gegeneinander - eigentlich eine Selbstverständlichkeit, aber der Staat arbeitet aktuell gegen uns.

Am Dom ging's vorbei ...

... und so hat das von der Bühne aus am Neumarkt ausgesehen.

Gestapo > Stasi > NSA, das ist unsere Evolution. Freiheit bekommt man nicht geschenkt, man muss sie sich immer wieder neu erkämpfen.

Man sieht die Überwachung nicht, aber das macht den Zustand so gefährlich. Wenn wir uns unsere Privatsphäre nicht zurückerkämpfen, wird das Auswirkungen auf das Verhalten der Menschen haben. Wollen wir wirklich in einer Welt leben, die durch Angst bestimmt wird? Unter dem Vorwand unsere Sicherheit zu gewährleisten?

Bitte informiert Euch und kämpft für das, was Euch wichtig ist. #stopwatchingus ist der Hashtag und wird je nach Region unterschiedlich organisiert. Hier in Köln hat sich ein Bündnis gebildet.

Teilt bitte dieses Video: Überwachungsstaat, was ist das?

youtu.be/iHlzsURb0WI

Tags: StopWatchingUs | Demonstration | Köln


Freitag, 08. März 2013

Mikebericht von der CeBIT 2013.

Am Dienstag war für mich CeBIT-Tag, und zwar nicht mit der Firma wie letztes Jahr, sondern ganz akurat als Blogger mit entsprechender Akkreditierung.

Leider auch genauso akkurat mitten in der Nacht aufstehen, um um 7 Uhr den Zug nach Hannover zu bekommen. Das mit dem Eventticket für 99,- Euro haben weder ich noch das nette Personal am Schalter hinbekommen am Vortag - stellt sich raus die Kombination aus Fernwehticket für hin und regulär für zurück war sogar noch ein Ticken günstiger.

Mein Ziel war ohne Tasche auszukommen und aber trotzdem alles für’s Bloggen dabeizuhaben. Das sieht dann so aus - das iPhone ist nicht mit drauf, damit habe ich das Bild gemacht:

Ladekabel, marantz Aufnahmegerät, Ohrhörer, xshot Teleskopstativ, EasyAcc Ersatzakku 5600, Satechi Bluetooth Remote, Ministativ, glip Stativaufnahme iPhone, olloclip Weitwinkelaufsatz. Und Eintrittskarte :)

Damit bin ich gut ausgekommen. Eine Sache hat aber nicht funktioniert: ich hatte gehofft auf so einer Geekmesse nicht dauernd wegen dem Olloclip auf dem iPhone angesprochen zu werden. Aber die kannten das auch nicht und jeder wollte es natürlich auf sein Telefon pappen!

In Hannover angekommen wurde man von diesem Monsterposter begrüsst …

… das im krassen Gegensatz zu dieser eher kümmerlichen - aber dafür menschlichen - Niedersachsen-Abordnung stand.

So macht Videokonferenzen Spaß! Der Screen bei Huawei war der Hammer!

Das hat man öfter gesehen, Männer auf Hockern.

Da hat doch mal einer richtig mitgedacht! Ladestation für leere Telefone usw.

Soll mal einer sagen Männer hätten kein Händchen für Deko.

Nochmal Deko.

Gratiskaffee zieht bei mir immer, ...

... und so kam ich zu einem spannenden Gespräch bei Sipgate. Viel gelernt über VoIP. Zum Beispiel, daß bei Datenverkehr bei nicht passender Prüfsumme das Paket einfach nochmal geschickt werden kann. Geht bei Sprache aber nicht. Deswegen nützen Bandbreiten nicht viel, sondern Qualität und niedrige Latenz sind gefragt.

2013? Wirklich?

Total Bank Network Solution. Ist doch ganz einfach!!

Vielleicht doch ein bisschen over simplified bei diesem Anbieter.

China. China. China. China. China.

Schickes Logotier!

Da geb ich mir extra Mühe ohne Tasche unterwegs zu sein und dann sowas :)

Nicht immer Hocker, manchmal auch Stühle.

Das ist David Müller, Karikaturist und Schnellzeichner.

Da simmer natürlich dabei!

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik macht einen auf niedlich.

Wer drauf reinfällt ist selber schuld. Und zeitgleich winken sie in der Regierung das üble Leistungsschutzgesetz durch.

Eisenbahn geht immer.

Lückenschlußprobleme.

Mike wieder als wandelnde Olloclip und Teleskophandy Attraktion. Hörten sich Russisch an die Leute.

Das ist doch mal ein schicker Serverraum. Ich fürchte nur den bekomm ich zuhause nicht durch.

Gab sogar Autos.

3D Foto-Solution von topscan3d.net.

Elektrobike, eingefangen mit iPhone. #panningwithiphone.

Ein Satellit! Den fand ich am besten. So sahen die vor 20 Jahren aus.

Nochmal der schicke Satellit.

Um 12 haben die bei Bosch erstmal Mittag gemacht. Sehr sympathisch! :)

Carrerabahn geht auch immer.

Blogger sind cool und echte Nerds laufen nicht rum wie Pinguine.

"Entdecken Sie E-Mail neu" meint Microsoft. Wenn man sich bei denen auf eine Sache verlassen kann, dann daß sie ständig das Rad neu erfinden. Ich darf mich im Büro auch dauernd über dieses neue Ribbon bei Office rumärgern, da stehen die Inhalte ständig woanders.

Ich hatte doch in meinem About Me von der Zeit bei Opel erzählt. Der Jörg Kösters war damals auch während dem Studium dort, aber danach haben wir uns aus den Augen verloren. Bis wir uns in Facebook wiedergefunden haben und als ich im Zug nach Hannover war, hat er das mitbekommen und wir haben uns auf einen Kaffee bei SAP verabredet. Wiedersehen nach 23 Jahren! :)

Bei Microsoft sollen die Leute alles ausprobieren.

Das ist die Microsoft Jingle Band. Fand ich schon fett dekadent. Und hab das auch mal als kleines Jinglevideo aufgenommen.

Bloggers only!

Können sich die Journalisten schonmal dran gewöhnen ;)

Sascha Pallenberg, wir kannten uns bisher nur virtuell! Ich hatte mal die Gelegenheit ihn zu interviewen über Webcam (mikefrison.com/1842), aber diesmal hatte ich ihn orginal vor mir.

Also schnell das iPhone raus und nochmal ein Interview gemacht:

Sascha möchte erreichen, daß alle Medien standardmäßig einen Disclaimer einrichten, um offenzulegen, wie sie sich finanzieren und wo Unterstützung herkommt. Find ich gut! Auch sonst ein interessantes Gespräch.

So sah die Bloghütte aus, Sascha und sein Team streamen live von der CeBIT: mobilegeeks.com.

Die Bloghütte ist in der Halle 26 untergebracht. Da sind auch die Gamer. Und was haben die für einen mächtigen Auftritt! Das ist das Setup für eine Weltmeisterschaft, da geht es richtig zur Sache. Die guten Spieler sind voll die Stars.

Das ist ein witziger Gegensatz auf der CeBIT, eigentlich sehr sympathisch: auf der einen Seiten die fetten Businessmaschinen wie Microsoft, SAP oder Telekom und hier die freakigen Zockernerds, die virtuell die Schwerter schwingen.

Das ist ein Zocker-PC, muß auch optisch rocken.

Zocker bei der Arbeit.

So liebe Simfreunde, DAS ist ein Raceseat.

Kommt mir jetzt bitte keiner mehr mit seinem zusammengenagelten Holzgestell! ;)

Die Zockregie.

Und nochmal Zocker.

Und dann nebenan, IBM und Suits soweit das Auge reicht. Weird.

Das Marsauto, sechsrädrig.

Ein Tigerschweinleopardhase. Oder so.

"Darf ich Sie mal fragen was Sie da haben?"

Mike bei seiner routinierten Olloclip am Teleskophandy Vorführung.

Ich hab keine Ahnung, was das Flugzeugrad da macht, aber sieht gut aus.

Werben mit Hashtag, gewöhnen wir uns am besten schonmal dran, das wird noch mehr kommen. Auch bei nicht IT Veranstaltungen.

So geht Fernsehen bei der CeBIT.

Dieser komische E-Postbrief, was die dafür für eine Kohle rausballern! Dafür könnten die für jeden Brief einen einstellen. Wer braucht denn sowas?

Bei Anblick dieses Logos krieg ich inzwischen Schnappatmung, woran das wohl liegt?

Das ist Klaus von Technoradar, dem hab ich gerne nochmal den Fernauslöser vorgeführt. Er schreibt einen spannenden Techblog, auch über die CeBIT, schaut mal vorbei:

technoradarblog.blogspot.de

War eine interessante Messe und hat sich sehr gelohnt hinzufahren. Auch der Umgang mit den Bloggern hat mir gut gefallen, da ist die CeBIT Vorreiter auf dem Gebiet. Es seien um die 300 Blogger akkreditiert worden, die Journalisten rümpfen leicht die Nase. Bin sehr gespannt, wie die Entwicklung weitergeht und wie andere Veranstalter mit der geänderten Berichterstattung umgehen - bei so einer Tech-Messe liegt es ja in der Natur der Sache, aber bei anderen Gebieten? Motorsport zum Beispiel? Oder IAA?


Montag, 30. Juli 2012

Bankrott-Debatte statt Olympia-Ablenkung.

Am Mittwoch gibt es eine Sondersitzung im Landtag zum Thema Nürburgring Bankrott. Kurt Beck hofft ja auf Olympia, aber so wirklich hat das nicht vom Thema abgelenkt.

“Landtagspräsident Mertes hat sich zu der Einberufung des Landtags entschlossen, weil er der Auffassung ist, dass wegen der Bedeutung der Thematik der Landtag die Gelegenheit zur unmittelbaren  Information seitens der Landesregierung  und zur Debatte haben sollte.

Auf deutsch heißt das: unter’n Teppich kehren hat nicht funktioniert, die Wellen schlagen meterhoch und mit der Brisanz der gefährdeten ISB kommt nochmal Sturm auf. Statt Ferien jetzt wieder Schönreden und Verharmlosen versus Anklagen und in die Pfanne hauen.

Bringt dem Nürburgring natürlich garnichts - im Gegenteil. Hat jemand in letzter Zeit irgendwo etwas von Nordschleife, Denkmal, kulturellem Erbe oder Breitensport gehört? Siehste. Nur von Investoren, Assets und Wertfeststellung ist die Rede.

Daß diese historische Strecke quasi die komplete Entwicklung des Automobils begleitet hat und weltweit große Sorge umgeht, daß der artgerechte Erhalt gefährdet ist - scheint den dafür Verantwortlichen völlig egal. Vielen Dank auch.

Wer jetzt meint so eine Sondersitzung sei doch nichts Besonderes: das ist die Erste dieser Form in einer Sommerpause seit 1960.

Das passt dann prima zur Nürburgringinsolvenz, das ist die Erste seit 1927 :/

Der SWR verschiebt extra sein Programm und steigt live mit allem ein, was es gibt: Web, TV und Radio.

Die WELT bereitet schonmal die Grundlagen:

Land unter in Rheinland-Pfalz.

Kurt Beck startet in 3 Wochen auch seine traditionelle Journalisten-Zulaber-Tour Sommertour. Würde zeitlich doch viel besser als Abschiedstour passen.

Wilhelm Hahne greift das Thema auch nochmal auf und verlinkt auf einen seiner archivierten Artikel von 2010.

Denn nach wie vor ist unbeantwortet, warum der Steuerzahler Kai Richter sein gefaktes Eifeldorf abgekauft hat. Das wäre doch bei ihm viel besser aufgehoben! Und zu was für einem horrenden Preis. Genau wurde die Summe nie genannt, aber es müssten über 80 Mio Euro sein - die damaligen Schulden, die erlassen wurden.

Gekauft von einer Firma - nämlich der Nürburgring GmbH - die nur 2,5 Jahre später Insolvenz anmelden muss.

Viel Geld für eine hässliche Fehlkonstruktion und der Todesstoß für eine sowieso schon überschuldete Landesgesellschaft. Wer kommt auf solche Ideen und warum? Und wieso klicken da keine Handschellen? Achja … Rheinland-Pfalz - Wir machen’s einfach.

In Gedenken an die Nürburgring GmbH - das war ihr Geschäftszweck:

Die Förderung des Kraftfahrzeugwesens und des Motorsports mit dem Ziel, zur Verkehrsertüchtigung der Fahrer, technischen Verbesserung der Fahrzeuge und damit zur Sicherheit auf den öffentlichen Straßen beizutragen. Zugleich soll durch den Betrieb der Rennstrecken “Nürburgring” und ihrer Einrichtungen der Fremden- verkehr im Eifelraum gefördert werden. Die Gesellschaft verwaltet die Rennstrecken sowie ihre sonstigen Anlagen und Liegenschaften.

Den hat sie viele Jahrzehnte wunderbar erfüllt - bis ehrenwerte Politiker, Investoren, Gutachter [ hier eine passende Bezeichnung nach Wahl einsetzen ]- und viele kleine Helferlein meinten, sie müssten “gestalten”. Die sind übrigens alle ganz kleinlaut geworden, nachdem das jetzt final abgeschlossen ist. Um dann früher oder später wieder ganz unverschämt und ohne jedes Schamgefühl ihr Fähnchen in den Wind zu hängen. Einige haben schon angefangen.


Dienstag, 28. Februar 2012

Übrig Ns vom Dienstag.

Wenn ich einen Vorschlag machen dürfte: so könnte ich mir das vorstellen.

Tyrol Equity und der Unternehmer Udo Wendland wollen sich bei BBS künftig auf die Entwicklung und Herstellung von High-End-Leichtmetallrädern für den OEM- und Tuning-/Aftermarket konzentrieren.

PS: nach der Kündigung kam das Angebot diese aufzuheben, dafür gäb’s dann zwei Monate gratis. Da bin ich ja nochmal extrafroh das gemacht zu haben, wenn man als Mitglied erst interessant wird, wenn man sich verabschiedet.


Sonntag, 08. Januar 2012

Übrig Ns vom Sonntag.
  • die Kohlekarte (Nordschleife nur für VIPs) koppele auf unzulässige Weise die Angebote,
  • die Vergabe an Richter/Lindner sei insgesamt intransparent gewesen, das Land habe seine marktbeherschende Stellung mißbraucht.

Da soll nochmal einer behaupten, Kurt Beck schaffe keine Arbeitsplätze. Inzwischen beschäftigen sich soviele Behörden mit dem Ring, man kommt ja garnicht mehr mit:

  • Staatsanwaltschaft,
  • Landesrechnungshof,
  • EU Kommission,
  • Landeskartellamt und jetzt auch:
  • Bundeskartellamt.
  • Achim’s Tage (Jahre!) als Nordschleifen-Marshall sind vorbei. Grund laut NAG-Rommel: Reduktion. Was ist das denn für eine Logik: weniger Marshals = mehr Sicherheit?

Achim war der erste Auto-Marshall überhaupt - er hat diese Sicherheitsmaßnahme vor knapp 10 Jahren mit erfunden.

Neben der natürlichen Fluktuation hat die NAG die ursprünglichen Mitglieder damit komplett entsorgt.


Dienstag, 20. Dezember 2011

Übrig Ns vom Dienstag.
  • Tolle Überschrift gewählt vom Markus Kompa:

Nürburgring Forum wieder im Rennen.

Ring bekommt Sicherheitszentrum: Mit dem Bau des gemeinsamen Gebäudes für DRK, Feuerwehr und Polizei soll noch im ersten Halbjahr 2010 begonnen werden. [..] Das hat Wirtschaftsminister Hendrik Hering auf einer SPD-Veranstaltung erklärt. Mit rund vier Millionen Euro ist die neue Heimstätte für Rettungskräfte, DRK und Polizei veranschlagt, die an der B 256 in der Nähe der Fahrsicherheitszentren entstehen soll. Die Kosten trägt das Land. [..] Zumal der Bedarf an Sicherheit und Sanitätsleistungen durch die neuen Einrichtungen wie Erlebnisboulevard und Gastronomiedorf gewachsen ist. [..] Jetzt kommen alle unter ein Dach in einem modernen Haus”, so Landrat Jürgen Pföhler.

NACH den Landtagswahlen (also heute):

Jahrelang wurde geplant - und jetzt wird kräftig abgespeckt: Für die vorgesehene Sicherheits- und Einsatzzentrale der Rettungskräfte am Nürburgring fehlt das Geld. Die Verantwortlichen haben sich von einem Millionen Euro teuren Neubau mit sicheren Abstellmöglichkeiten für die Einsatzfahrzeuge im kleinen Örtchen Balkhausen verabschiedet und planen nun ein Gebäude, das bei Bedarf um Container erweitert wird. (beides aus der Rhein-Zeitung)

Die das nicht kennen: damit “verdient” der Jörg Lindner in seinem normalen Leben sein Geld.

Für die schönen neuen Bauten brachte der vermeintliche Investor auch gleich einen Nutzer mit: die renommierte Düsseldorfer Hotelkette Lindner und in ihrem Schlepptau Jörg Lindner, einen von fünf Söhnen des Gründers und Seniorchefs Otto Lindner. Richters Partner ist Chef der zum Familienunternehmen gehörenden Finanzierungsgesellschaft Gebau. Weder Landesvater Beck noch sonst jemanden in Mainz störte, dass Gebau negative Schlagzeilen machte und im Clinch mit Anlegern liegt, weil rund ein Dutzend der 55 von der Gebau aufgelegten geschlossenen Medico-Immobilienfonds in Schwierigkeiten steckt. (Quelle: wiwo)

  • Bilster Berg? Läuft.

  • Nürburgring-Rückblick in der Rhein-Zeitung:

    Skandalgeschichte … Schleuder- und Schlingerkurs … Teilzeitpark … Abriss? … leere Gebäude … eingemottet … Prozesse … am Ring brennt es … Erpressung … Täuschung … aggressive Kampagne … Mahnbescheid … brüchiges Zweckbündnis … schwerer Schlag … schillernde Seifenblasen … Rechnungshof … Staatsanwaltschaft … Finger am Abzug …

    das sind so die Vokabeln, mit denen heutzutage über den Ring berichtet wird.

  • Die ZDF Reportage von neulich gibt es jetzt auch mit englischen Untertiteln. Bitte in Eurem internationalen Bekanntenkreis verteilen - gibt einen relativ balancierten Überblick zur aktuellen Situation.

  • Im Forum ist wieder richtig Leben in der Bude - prima!

  • SAAB hat Insolvenz angemeldet (via).

  • Wilhelm Hahne über Verschaukeln statt Transparenz - die Nürburgring Verpachtung und die Gutachter.


Donnerstag, 06. Oktober 2011

Das mit dem SPIEGEL wird mir langsam unheimlich.

Der Nürburgring ist schon schon wieder im Spiegel. Diesmal SpOn zum Thema Tourifahrten auf der Nordschleife.

(Nein, zu dem leidigen Thema “Arbeitskreis Sicherheit” sag ich nichts, reg ich mich nur wieder auf. Aber Ihr könnt ja mal versuchen, das seinerzeit aufwendig produzierte Sicherheitsvideo auf der NAG Seite zu finden.)

Hier die Übersicht der auffällig regelmäßigen SPIEGEL Artikel:

29.Aug., Fehlende Ausschreibung
11.Sep., Brüssel und EU-Ärger
26.Sep., Freizeitpark = Fehlplanung
6.Okt., Touristenfahrten Nordschleife

Komischerweise kommt die NAG immer gut weg dabei. Ist sicher purer Zufall.


Sonntag, 02. Oktober 2011

Die Touristenfahrten ...

… fliegen den Düsseldorfer Betreibern grade buchstäblich um die Ohren: zu den heftigen Unfällen vor kurzem kommt ein schwerer Unfall gestern Ausgang Fuchsröhre, als wohl jemand der ausgestiegen war, um zu helfen, von einem Auto erfasst wurde und dann heute eine Art Massenkarambolage im Bereich Kesselchen und mehrere Stunden Sperrung.

Der Arbeitskreis Sicherheit tagt anscheinend garnicht mehr, stattdessen gibt’s nur markige Aufheizsprüche. Von wegen Ist wieder auf, Nervenkitzel, Ideallinie und so. Am Terminal für das Sicherheitsvideo laufen inzwischen Werbefilme.

Hoffentlich haut da bald mal einer auf Not-Aus, bevor die gierigen Blut°Sauger alles hingerafft haben. Den Opfern wünsche ich gute Besserung.

UPDATE:

Jalopnik und bridgetogantry greifen das Thema auf.

UPDATE:

Autoblog (deutsch) und Agentur dapd.

UDPATE:

Rhein-Zeitung.

UPDATE:

Bonner General-Anzeiger.

UPDATE:

GT-Spirit.

UPDATE:

Video von der Baustellen-Situation kurz bevor dem Unfall.

UPDATE:

Pistonheads - und noch eine andere Videorunde.

UPDATE:

Axis of Oversteer.


Dienstag, 14. Juni 2011

Olli´s 24h-Starterfeld-Analyse.

Olli wollte uns seine liebgewonnene Starterfeld Analyse nicht vorenthalten, auch wenn der Nürburgring Betreiber unser Forum erstmal OFF-geklagt hat. Hier ist sie also! Leider kann ich durch das Gerichtsurteil - das wir übrigens durch die Berufung anfechten werden - keine interaktiven Inhalte mehr anbieten und mir bleibt daher nur auf Facebook zu verweisen. Auch wenn das von Vielen von Euch gemieden wird, das weiß ich aus Euren Emails an mich. Ich rechne Olli hoch an, daß er seinen Text auf 20832.com sehen möchte - entweder hier oder garnicht.

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Von Olli Martini:

Hallo zusammen,

wie jedes Jahr hier meine rein subjektive Einschätzung der Starterliste fürs 24 Stunden Rennen. Sicherlich dieses Jahr so schwer wie noch nie, die Gesamtsieg- und Top 10 bzw. Top 20-Kandidaten sind so zahlreich wie noch nie vertreten.

Vorweg ein paar Worte zum Thema Balance of Performance (BoP): einerseits ist man sicherlich auf einem guten Weg, wenn man sieht, dass es bei 5 VLN Rennen 5 verschiedene Siegermarken gegeben hat. Andererseits ist doch mit absoluter Sicherheit auch sehr geblufft worden. Wenn z.B. ein Manuel Lauck im Pinta-Porsche GT3R im Training eine 08:18 min. fahren kann, dann kann das ein Marc Lieb im Manthey-Porsche mit speziellen Michelin-Reifen erst recht. Warum er es nicht macht, kann sich jeder denken!

Und wenn nach dem vierten Lauf der Sieger nach vier Stunden läppische 7 Sekunden vor dem zweiten liegt, dieser wiederum nur 0,6 Sekunden (in Worten Null Komma Sechs) vor dem dritten, dann kann es meiner Meinung nach nicht sein, dass der erste und zweite BoP-mässig bestraft werden mit einem kleineren Tankinhalt und der dritte eben nicht. Logisch, dass da ein sehr, sehr fader Beigeschmack bleibt!

Unabhängig von den Einstufungen der BoP bin ich dennoch von einem spannenden und hochinteressanten Rennen überzeugt. Im Endeffekt wird es ähnlich wie beim just beendeten 24h von Le Mans darauf ankommen, ohne Fehler über die Runden zu kommen.

Meine Einschätzungen zu den einzelnen Teams, die für die Top 20 – 30 in Frage kommen: 1 – Müller / Farfus / Alzen / Lamy Als Gesamtsieger vom letzten Jahr natürlich auch dieses Jahr wieder zu den absoluten Topfavoriten zu zählen. Charly Lamm und seine Schnitzer-Truppe zählen wohl zum Besten, was es im Langstreckensport in den letzten 20 Jahren gegeben hat. Mit den Verbesserungen in Sachen Fahrbarkeit und vor allem wohl bei den Reifen sollte man dieses Jahr auch vom Speed her etwas besser da stehen als letztes Jahr, aber die Hauptstärke kommt wohl über die Konstanz im Laufe des Rennens. Sicherlich beim Training nicht in den ersten zwei Startreihen zu finden, aber beim Rennen wird ein BMW auf dem Podium landen.

2 – Farnbacher / Simonsen / Seefried / Melo Nach dem Überraschungserfolg vom Vorjahr ist der Druck natürlich hoch. Ich persönlich glaube nicht an eine Wiederholung dessen, mit dem neuen Ferrari 458 fehlt doch etwas Erfahrung. Außerdem fehlen insbesondere Melo und auch Simonsen noch etwas Erfahrung beim 24 Stunden Rennen, zum Beispiel beim Überrunden in der Nacht.

4 – Hartung / Viebahn / Coronel Der neue Z4 ist zwar schnell, aber es fehlen einfach Testkilometer. Glaube nicht, dass das Auto zuverlässig genug ist für die Top 10. Tom Coronel ist sauschnell, aber auch ziemlich wild, und Jörg Viebahn hat mittlerweile Peter Scharmach abgelöst als Crashpilot Nummer 1 der Nordschleife. Ich tippe leider auf ein frühes Ende, lasse mich aber sehr gerne vom Gegenteil überzeugen.

7 – Priaulx / Müller / Werner / Adorf Hier gilt im Prinzip dasselbe wie bei der Nummer 1, fahrerisch schätze ich die Nummer 7 sogar etwas stärker, weil ausgeglichener, ein. Von daher Gesamtrang 2!

8 – Westbrook / Menzel / Stursberg / Riegel Hans Guido Riegel passt fahrerisch natürlich nicht da rein, aber dennoch zählt der Haribo-Porsche zu einem Top 5 Kandidat. Fürs Podium wird es im Normalfall nicht reichen, weil der Zeitverlust von Riegel (sicherlich ca. 20 Sekunden pro Runde) nicht auszugleichen ist. Fraglich außerdem die Zuverlässigkeit aller GT3 R, letztes Jahr war das schon erschreckend schwach von Porsche.

9 – Bergmeister / Lietz / Holzer / Long Die Zuverlässigskeitsprobleme des GT3 R sind hier sogar noch einen Tacken größer, weil schwerer und mit der Hybridtechnik noch ein Störfaktor mehr. Die Fahrer sind allesamt Topprofis, die tierisch schnell sind, denen aber andererseits auch eine Menge Nordschleifenerfahrung fehlt. Deshalb für mich kein Podiumskandidat.

10 – Gindorf / Scharmach / Kohler Kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass die ohne Probleme durchkommen sollten.

11 / 18 – Lieb / Bernhard / Dumas / Luhr Ich tippe mal, dass der gute Olaf Manthey beide Autos ins Training bringen wird, und danach entscheiden wird, auf welches Pferd gesetzt wird. Womöglich startet er sogar mit beiden Autos, um dann sogar erst während des Rennens zu entscheiden. Ich persönlich sehe den RSR stärker, weil einfach zuverlässiger und in den Kurven schneller, was beim Überrunden sicherlich von Vorteil sein wird. Da ist der Topspeed-Nachteil nicht ganz so gravierend. Fahrerisch wohl das stärkste aller Teams beim 24 Stunden Rennen, insbesondere Marc Lieb gilt nicht nur für mich als der beste Nordschleifenfahrer überhaupt. Ich tippe mal auf Gesamtsieg mit dem RSR!

12 Weiss / Kainz / Jacobs / Krumbach Der RSR ist wie gesagt zuverlässiger als der GT3 R, daher hier die wohl richtige Entscheidung für den RSR. Fahrerisch steht hier Routine im Vordergrund, wobei ja Kainz und Krumbach vom Speed her auch voll mit dabei sind. Da ich von recht vielen Ausfällen bei den Topfahrzeugen ausgehe, traue ich dem Wochenspiegel-Porsche über die Distanz gesehen einen Platz zwischen 5 und 8 zu.

14 – Basseng / Fässler / Rockenfeller / Stippler Für mich fahrerisch der stärkste der Audi. Hoffentlich kann Rockenfeller nach dem Le Mans Unfall starten. Das Tempo bei den Audi ist natürlich ganz klar vorhanden, und man wird auch viele der ganzen Fehler vom Vorjahr nicht mehr machen. Einer der Audi wird ohne Probleme durchkommen und auf dem Podium landen, die Nr. 14 ist für mich aus den oben genannten Gründen dabei erste Wahl.

15 – Stippler / Hennerici / Haase / Winkelhock Den Herren Haase und Winkelhock fehlt im Vergleich zu den Fahrern auf der 14 etwas Erfahrung auf der Nordschleife, daher sehe ich die 15 etwas dahinter.

16 – Ekström / Scheider / Werner / Abt Wird ähnlich stark sein wie die 14, könnte demnach auch der Audi auf dem Podium sein.

17 – Ludwig / Mies / Jöns / Abt Ich hoffe, dass die Youngsters nicht auf Teufel komm raus zeigen wollen, dass sie genauso gut sind wie die Herren Basseng, Stippler, Rockenfeller und co. Der Speed ist ganz sicher vorhanden, hoffentlich auch eine gewisse Portion Besonnenheit, wenn es um die Wurst geht.

20 / 21 / 22 – Black Falcon Team Grundsätzlich stellt sich die Frage nach der Zuverlässigkeit der SLS über 24 Stunden Rennen. Ist halt das erste (richtige) 24 Stunden Rennen für die SLS (Dubai zähle ich nicht dazu). Hier im Black Falcon Team ist natürlich das Auto mit der 22 (Heyer / Jäger / Bleekemolen) am stärksten besetzt und somit auch am ehesten ein Kandidat für die vorderen Plätze. Aber mehr als Platz 5 glaube ich beim besten Willen nicht.

23 – Salo / Cappellari / Larini / Giovanardi Natürlich ein absoluter Hingucker und ein super tolles Projekt, was James Glickenhaus da auf die Beine gestellt hat. Aber erfolgreich wird das leider nicht enden, denn sowohl Auto als auch Fahrer sind fürs 24 Stunden Rennen bei weiten nicht auf dem Niveau der Werks-BMW, -Audi, -Porsche. Eine Zielankunft wäre schön, aber ich glaube nicht daran.

25 – Horn / Sarrazin / Bert Startet Stephane Sarrazin wirklich auf diesem Auto? Der zurzeit wohl weltbeste Allrounder im Motorsport wäre natürlich ein Highlight fürs 24 Stunden Rennen. Aber auf die Besonderheiten eines 24 Stunden Rennens auf der Nordschleife müsste auch er sich erst einmal einstellen. (Es ist bestimmt nicht so ohne, nachts im Nassen in der Kallenhard zwei kämpfende Renault Clio zu überrunden). An einen Erfolg kann ich daher nicht so recht glauben, aber ein Top 10 könnte machbar sein.

26 – Abbelen / Schmitz / Kentenich (?) Dieses Jahr in der VLN sehr schnell unterwegs, was mich ehrlich gesagt ein wenig überrascht hat. Sabine und Klaus wissen aber nur zu gut, dass Speed allein nicht alles ist beim 24h, und werden es zu Beginn bestimmt ein wenig besonnener angehen lassen. Wenn der GT3 R von der Technik her mitspielt, ähnlich wie der Wochenspiegel-Porsche ein Kandidat für Platz 5 – 8.

27 – Illbruck / Lauck / van Ommen / Heger Schaffen ja leider keinen VLN Lauf ohne Probleme, deshalb fürs 24 Stunden Rennen sicherlich kein ernsthafter Kandidat für die Top 10, auch wenn der Speed eines Manuel Lauck schon bärenstark ist. Van Ommen und Heger bringen zwar viel Erfahrung mit, aber das wird nicht reichen.

28 / 29 – Schmickler / Gruber und co. Schmickler und Gruber sind sicherlich gute Fahrer, der Rest eher schlecht einzuschätzen. Akata ist ja im Scirocco schnell, aber ein R8 ist doch was anderes. Werden im Training dank „Prinz“ Schmickler und Florian Gruber sicherlich ein paar Highlights setzen, mehr aber auch nicht.

30 - Mamerow / Hahne / Kaffer Ganz sicher der stärkste der Mercedes. Wenn die Technik mitspielt (aber genau da sehe ich das Hauptproblem) ist Platz 4 machbar.

31 – Alzen / Deutgen / Bert / Ludwig Routine ist angesagt beim Alzen-Team, was sich, wie im letzten Jahr bewiesen, durchaus auszahlen kann. Vom Speed her wird man es eher etwas langsamer angehen lassen, aber die kommen in die Top 10, da bin ich mir sicher.

32 – Arnold / Margaritis / Brück / Frankenhout Arnold ist natürlich top, Brück auch ein guter, aber den beiden anderen fehlt leider auch etwas Erfahrung auf der Nordschleife. In Kombination mit einem noch nicht zu 100 % ausgereiften SLS von daher kein Kandidat für die Top 10.

34 – Stuck / Stuck / Stuck / Kechele Die Stuck-Söhne fallen in der GT Masters durch sehr schwankende Leistungen auf. Einerseits top Rennen wie zuletzt in Zolder #1, dann wieder Anfängerfehler wie in Zolder #2. Auch das Auto ist bestimmt nicht standfest genug für die 24 Stunden. Die werden wir am Sonntag morgen leider nicht mehr sehen.

35 – Rast / Thiim / Terting / Mortara Das Auto hat mich schwer beeindruckt. Eine 08:28 min. von Thomas Mutsch ist schon Wahnsinn. Im Team #35 gefällt mir der Name Thiim nicht so sehr, der hat in den letzten beiden Jahren ne Menge Schrott produziert. Rast und Terting sehe ich als absolute Topleute, Mortara fehlt sicherlich Erfahrung. Glaube nicht an ein gutes Ergebnis.

36 Roloff / Rehfeld / Schwager / Schelp Fahrerisch zwar nicht gerade als Top zu bezeichnen, aber sicherlich ausgeglichen und routiniert genug, um zu wissen, wie man ein 24 Stunden Rennen anzugehen hat. Wenn sie ohne grössere Probleme bleiben (wie gesagt der Knackpunkt bei den SLS) könnte Top 10 machbar sein.

44 – Henzler / Dumbreck / Ragginger / Asch Zum einen stellt sich auch hier natürlich die Frage nach der Zuverlässigkeit des GT3 R, zum anderen sind das auch nicht gar so sehr die Nordschleifenexperten. Bestimmt sehr schnell, aber mit hohem Fehlerpotential.

46 – Zehe / Haupt / Rader / Bullitt Ähnlich wie die 36, wobei ich die 36 vor allem dank Dominik Schwager stärker einschätze.

52 – Kaufmann / Rosenblad Laut einer Internetmeldung jetzt wohl auch mit einem GT3 R unterwegs. Wolfgang Kaufmann hat in den letzten Jahren leider auch ne Menge Schrott verursacht, deshalb glaube ich auch dieses mal nicht an eine Zielankunft.

55 – Weiland / Riemer / Forbes Starten leider nicht mit Riemer und Forbes, schade drum. Hoffentlich finden die beiden ein gutes Auto fürs 24h, verdient haben sie es sich allemale.

59 – Grossmann / Kluck / Gebhardt / Funke Gute, weil sehr routinierte Fahrerbesetzung. Mit etwas Glück so zwischen 10 und 15 anzusiedeln.

62 – Weber / Nilsson / Bermes / Shaw Ich denke, die könnten so zwischen 20 und 25 landen. Rundenzeiten in der VLN von knapp über neun Minuten sprechen dafür. Könnte ein interessanter Kampf in der Klasse SP10 gegen den Scheid-BMW und den Bonk-BMW geben.

63 – Möntmann / Mullen / Christodolou / Quaife Siehe Nummer 62.

69 – Adams / Goodwin / Klasen Ebenfalls eine wegen der Routine sehr gute Fahrerbesetzung, wobei Chris Goodwin natürlich die Rennerfahrung auf der Nordschleife fehlt. Außerdem macht mir das Auto ein wenig Sorgen, so besonders zuverlässig scheint der Z4 nicht zu sein.

76 – Hürtgen / Sandström / Milner Das stärkste der Schubert-Autos. Tommy Milner hat mich sehr positiv überrascht, und über die fahrerischen Qualitäten einer Claudia Hürtgen muss hier sicher nicht diskutiert werden. Knackpunkt ist halt wie gesagt das Auto. Wenn einer der Schubert-Z4 ohne Probleme durchkommen sollte, dann bestimmt in den Top 10. Aber ich glaube leider nicht daran.

77 – Tronrud / Buchardt / Mayes / Sorlie Siehe Nr. 76, wobei die 77 natürlich bei weitem nicht so stark besetzt ist.

80 – Plentz / Neuser Wenn da noch ein guter dritter und vierter Fahrer hinzukommt, fahren die ganz sicher in die Top 20.

87 / 88 – Iida / Ishiura / Oshima / Kinoshita / Lotterer / Wakisaka Der Einsatz beim 5. VLN Rennen war ja klasse mit Platz 5 im Gesamt. Aber trotz des guten Speed glaube ich beim 24 h nicht an eine Top 10 Platzierung. Wenn einer der beiden ohne grössere Probleme durchkommt, dann so rund um Platz 15. Der frischgebackene Le Mans Sieger Andre Lotterer reist natürlich mit einer Menge Selbstbewusstsein an.

99 – Scheibner / Funke Leider hat man den Start des Alpina wohl abgeblasen, was aber aufgrund der geringen Vorbereitungszeit mehr als verständlich ist. Schade drum, aber hoffentlich sehen wir den Alpina noch mal in der VLN, wie laut Dörr schon angekündigt.

100 – Rostek / Simonsen / Landmann / Huisman Wird wie oben schon beschrieben sicherlich ein schöner Fight mit dem Bonk-BMW und dem Aston Martini um den Klassensieg in der SP10. Der Klassensieger wird dann so rund um Platz 20 – 25 enden. Leichte Bauchschmerzen verursachen mir die sauschnellen, aber halt leider nicht besonders routinierten Landmann und Simonsen. Johannes Scheid wird die beiden aber im Vorfeld schon auf die Besonderheiten des 24 Stunden Rennen hinweisen.

108 – Kudrass / Leutheuser Ähnlich wie die Nr. 80 ein heißer Kandidat für Platz 18 – 20.

117 / 118 – Volkswagen Motorsport Einer dieser beiden kommt bestimmt in den Bereich 15 – 20.

125 / 126 – Ammermüller / Biela / Klingmann / Tomczyk bzw. Hohenadel / Johansson / Molina / Piccini Der Audi TTRS ist schon ein geiles Auto, Raeder ein gutes Team und die Fahrerbesetzung gut. Von daher könnte Top 10 machbar sein, wobei ich die 125 etwas stärker einschätze, weil etwas mehr „Nordschleife“ dabei ist.

133 – Deegener / Wohlfahrt / Breuer / Haugg Nicht so schnell wie die beiden anderen Raeder-Audi TT, aber über die Konstanz wird man ein gutes Ergebnis, so rund um Platz 15 einfahren können.

135 – Ekblom / Mutsch / Simon / Mailleux Sehe ich etwas stärker als den Golf mit der 35, vor allem Dank Mutsch und Simon. Ekblom war beim dritten VLN Rennen nicht besonders überzeugend, kann sich aber hoffentlich noch steigern. Mailleux fehlt die Erfahrung auf der Nordschleife, weshalb ich davon ausgehe, dass Mutsch und Simon den Löwenanteil des Fahrens übernehmen werden. Damit landet man dann auf Platz 10.

140 / 167 – Fritzsche / Nieminen – Luostarinen / Kissling Ich tippe auf mindestens einen Reifenschaden, weil sie das ja bei fast jedem VLN-Lauf auch haben. Könnten dennoch in den Bereich 15 – 20 einfahren.

142/ 152 – Scharmach / Oestreich / von Bohlen / Grohs / Bartels Werden die Zielflagge nicht sehen, viel zu unzuverlässig selbst bei den VLN Rennen!

169 – Aust / Strehler / Ebertz Könnten wenn es gut läuft in die Top 20 fahren.

235 – Herbert / Blundell / Mortara / Mailleux Sehe ich von den drei Werks-Golf am schwächsten, ganz einfach weil hier kein Fahrer mit Nordschleifenerfahrung auf dem Auto sitzt.

Sicherlich gibt es noch die ein oder andere Änderung in der Starterliste. Es fehlen halt noch ein paar richtig gute Leute in der Liste. Ralf Schall und Seyffarth werden bestimmt bei Black Falcon unterkommen. Riemer / Forbes hatte ich erwähnt. Auch ein Mario Merten wird bestimmt noch irgendwo auftauchen und dann zu beachten sein.

Zusammenfassung: insgesamt sehe ich also in etwa folgenden Zieleinlauf: 1. Manthey RSR #18 2. BMW #7 3. Audi #14 4. Mamerow #30 Dahinter dann noch ein weiterer Audi und das andere Schnitzer Auto, ggf. noch ein SLS (Black Falcon 32 ), Haribo Porsche. Dann kommen Wochenspiegel, Frikadelli, Alzen, Golf 135 sowie der TTRS 125.

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Zum Diskutieren hier der Link zum Facebook-Eintrag, Olli würde gerne Eure Meinung dazu hören ;)
Sonntag, 08. Mai 2011

Werbung wichtiger als Sicherheit?

Das ist noch garnicht so lange her, da wurde diese Säule installiert für das Touristenfahrten-Sicherheitsvideo:

Heute klebt eine Werbung drauf von Stuck & Sons und im Display laufen Werbefilme.


Dienstag, 01. Februar 2011

Zum Thema Bloggen.

Mal was ganz anderes: in Kairo brodelt es heftig, aber unsere Nachrichten vermitteln uns wie immer Geborgenheit und Sicherheit. Daß uns bloß keiner auf dumme Gedanken kommt.

Auch wenn es unsere Politiker noch nicht wahrhaben wollen, aber die Informationshoheit rinnt ihnen weiter durch die Finger. Und die Blogger werden immer frecher. Jetzt hat sich doch tatsächlich einer in den Flieger nach Ägypten gesetzt und berichtet aus erster Hand. Nicht entrückt hinter einer Kamera versteckt, sondern kaffeetrinkend mitten unter den Demonstranten. Die Erlebnisse des bloggenden Menschen vor Ort und das Schreiben in Ich-Form lassen uns teilhaben an den Vorgängen - besser als es jede Nachrichtensendung jemals schaffen wird.

Thomas Knüwer hat das, was da grade passiert, fein zusammengefasst. Und Richard Gutjahr ist der spontane Kairobesucher - Respekt!

Beeindruckend finde ich den Auftritt seines Blogs auch von der technischen Seite - immerhin ist grade in Ägypten das böse Internet ausgeknipst. Auch sonst sind die Rahmenbedingungen nicht wirklich Pressezentrums-mäßig. Sieht man seinem Blog aber nicht an!


Mittwoch, 09. Juni 2010

Profit vs Sicherheit: ring°betreiber bewerben Renntraining im Straßenverkehr.Im Straßenverkehr ungestört die Ideallinie trainieren - das gefährliche Spiel der neuen profitgetriebenen Nürburgring Automotive GmbH.
Samstag, 20. März 2010

Aktuell sitze ich in der Pressekonferenz der VLN, ein paar Fotos hab ich mal hochgeladen und es geht gleich interessant los. Matthias Wurm von der Wige Media AG hat einen neuen Sponsor für die VLN aus dem Hut gezaubert: Gran Turismo, das als Seriensponsor auf der Heckscheibe der VLN Starter angebracht wird. Der Vertrag wird interessanterweise nicht mit Sony abgeschlossen, sondern direkt mit Polyphony Digital in Japan. Der Vertrag hat erstmal eine Laufzeit von 1 Jahr, zum Erscheinungstermin von GT5 konnte man aber auch nichts neues berichten und geht von "irgendwann in 2010" aus.

Premio steigt als Sponsor in 2010 neu ein, man möchte das ähnlich aufziehen wie seinerzeit bei der V8Star Serie. Das Ganze heißt "Premio Race Cup" und soll über die Händler die Reifenkunden ansprechen.

Sandy Grau wechselt vom Renncockpit ins Business und wird sich in Zukunft stärker bei Uvex einbringen. In der Rennerei kennt er sich schonmal gut aus! Uvex wird auch einen Service vor Ort anbieten, zusätzlich zum racewear24 Shop im Boulevard.

Peter Geishecker hat das TV Paket vorgestellt und hat noch zusätzliche internationale Ausstrahlung in Aussicht gestellt. Das internationale Starterfeld der VLN erlaubt es, auch im Ausland interessant zu berichten. Daher, laut Robert Rust, heißt die neue Strategie der VLN: aktive Vermarktung auch außerhalb von Deutschland. Das DSF sei primär am 24h-Rennen interessiert, hat sich jedoch bereit erklärt 10 x 26 Min. (netto!) auszustrahlen.

Peter Geishecker gibt noch ein paar Infos zur DVB-T Ausstrahlung, der Sender soll stärker werden, um ein besserers Signal auszustrahlen. Das neue Wige Fernsehstudio am Ring erlaubt auch eine Moderation und eventuell auch Werbeeinspielungen. Nach wie vor ein Thema für die Wige ist die Ausstattung der Nordschleife mit Kameras, dafür fehlt allerdings das Geld.

Die VLN baut ihr Rahmenprogramm aus. Geben soll es: Drift Challenge, Sommerfest im Eifeldorf Grüne Hölle, Tourenwagen Revival und Formel Renault Saisonfinale.

Jöckel Hilgeland geht nach den Einschreibungen davon aus, daß das große Starterfeld von 2008 wieder erreicht wird - Krise? Welche Krise? Das Reglement war erfolgreich und man möchte weiterhin die 20-30 ersten individuell anpassen, um die Spannung und Chancengleichheit zu erhalten.

Neu ist auch der Freitag als Trainingstag, damit das Fahrerlager in der Obhut der VLN bleibt. Die Einstellfahrt findet immer Freitag morgens statt.

Klaus von Barby bestätigt nochmal, daß es gegenüber 2009 keine Änderungen im Reglement gibt. Verfeinert wurde der Bereich Aerodynamik, damit es keine Auswüchse gibt. Für die Serienwagen gibt es bei den Benzinern die Neuigkeit, daß auch Turbos eingestuft werden können. Grund sind die neuen kleinen Turbomotoren in der Autoindustrie. Der Hybrid von Porsche ist als Versuch unterwegs in einer eigenen Hybridklasse, der Stromkreis läßt sich zur Sicherheit komplett unterbrechen.

Frank Pohl, der neue Marketing Chef seit 3 Wochen am Ring, bescheinigt der Nordschleife einen hervorragenden Zustand und sie habe den Winter gut überstanden. Die Lärmschutzwand in Breidscheid ist nach seiner Aussage eine Auflage für die Betriebsgenehmigung ab 1.1.2010. Die Bauarbeiten sind bis VLN-Start abgeschlossen. In den vergangenen Wochen und Monaten sei viel für die Sicherheit gemacht worden. "Six Packs" und FIA Zäune hat er dabei betont.

Es gibt auch immer von 17:30 bis 19:30 Uhr Touristenfahrten, außer beim 6-Stunden Rennen.

Die Siegerehrung bleibt jetzt im Eifelstadl und ab 21:00 Uhr soll dann noch gefeiert werden.

Laut Jöckel steht die Graduierung 3 der FIA kurz bevor und erlaubt jetzt internationale Wettbewerbe. Wenn das Zertifikat gültig ist, können sogar GT1 Fahrzeuge auf der Nordschleife fahren. Das gab es seit Jahrzehnten nicht mehr für die Nordschleife.

Marcel Tiemann, Timo Bernhard und Dirk Adorf kamen dann als "Werksfahrer" :) auf's Podium. Marcel gewöhnt sich an den "R", weil der "RSR" nicht mehr konkurenzfähig ist. Der Neue hat noch einiges an Arbeit vor sich. Manthey hat über 20 Fahrer, d.h. könnten eine eigene Meisterschaft veranstalten ;)

Timo hat gestern den Rollout für den "R" gefahren, funktioniert erstmal alles ganz gut. Der Abtrieb ist geringer und noch gewöhnungsbedürftig. Timo hält 10 Autos für siegfähig und sieht die Werks-BMW und Audi als Hauptkonkurenz. Er war auch noch nicht im Hybrid auf der Nordschleife unterwegs, wird aber die Testarbeit begleiten. Es ist noch zu früh die Potentiale aufzuzeigen, aber die Entwicklung wird spanned zu beobachten.

Dirk im schicken weißen Fahreranzug von BMW ist stolz und geht die Sache mit viel Respekt an, aber ist völlig begeistert von seinem neuen Renner. Für ihn ist definitv ein Traum in Erfüllung gegangen und vielleicht ist es auch ein Dank von BMW an die Fans der Nordschleife, einen Privatfahrer in das Werksauto zu setzen. Wie stellen sie die Werksfahrer gegenüber den Nordschleifenfahrern dar? Dirk sei herzlich aufgenommen worden, eine Hackordnung gibt es nicht, aber Uwe und Dirk werden komplett im Team integriert und bringen wertvolle Infos ein. Der Z4 ist auch ein Thema, hört sich super an und sieht geil aus, der Z4 habe auch großes Potential und soll auch in die Runde der Favoriten vorstoßen.

Marcel hält nichts von Pokern, es wird von Anfang an Vollgas gegeben und sie werden versuchen, jedes Rennen zu gewinnen.

Die 2.Runde setzte sich zusammen aus Christer Jöns, Jan Derenbach und Heinz-Jürgen Winz. Christer wird den Black-Falcon Audi steuern, heute war Rollout. Gestern war zu knapp, obwohl heute das Wetter einiges schlechter ist. Klappt aber ganz gut und das Auto macht viel Spaß. Christer hält den Audi nach den ersten GP Runden "für genau mein Auto". Statt Dunlop wird bei Black Falcon Yokohama gefahren, aber es gibt Unterstützung von Audi Sport, um den Wagen in den Griff zu bekommen. Die ersten Rennen sind zum Testen vorgesehen, aber nach dem 24h-Rennen soll auch mal ein Gesamtsieg angepeilt werden. Das sei natürlich der Grund, in die GT3 Klasse zu wechseln. Christer fehlt auch nur noch der Gesamtsieg in seiner Sammlung - Junior Meister und VLN Champion hat er schon im Schrank stehen.

Das Ex-Junior Team der FH Köln ist jetzt erwachsen geworden und mit dem Ford Focus RS in der Specials Klasse SP4T. Gegenüber einem Cup (Honda Civic) sicher 2 große Schritte, aber trotzdem macht es viel Spaß. Die FH arbeitet eng mit der Ford Entwicklungsabteilung zusammen und die beiden sind in Köln nur durch den Rhein getrennt. Die Konkurenz ist eher in der SP3T zu suchen, die 9 Minuten Marke von Christoph Breuer ist nicht das Ziel. Dafür eher seriennah und zuverlässig.

Heinz-Jürgen Winz wird einen Fiat 500 Abarth einsetzen, weil es genausoviel Spaß macht mit kleinen Hubraum zu fahren. Und vielleicht kann man mit dem unterlegenen Fahrzeug den "Großen" ab und zu Paroli bieten. Der 1,4 L Punto sollte eigentlich mit Turbo aufgerüstet werden, aber der 500er war zu verlockend. Es gibt auch eine Zusammenarbeit mit Turin, um diesen als Cup ausgelegten Wagen für die Nordschleife passend zu machen. Tank, Bremse, Elektrik - alles wird optimiert. Die Winz'ens sind ein Familienteam, Papa und Schwester, aber nach Geschäftsschluß im Autohaus kommen noch jede Menge Leute dazu, um die Rennen am Ring zu ermöglichen. Auch ein Einsatz beim 24h-Rennen ist geplant.

So, jetzt zieh ich mir erstmal einen Kaffee und guck mich nochwas im Fahrerlager um :)
Mittwoch, 17. März 2010

Am Wochenende steht uns auf der Nordschleife viel Action bevor, denn Freitag und Samstag wird ausgiebig getestet. Beide Veranstalter (Freitag: RTS, Samstag: VLN) fahren die VLN-Variante mit Kurzanbindung GP-Strecke und das Fahrerlager öffnet ab Donnerstag mittag. Am Freitag gibt es von 10 bis 18 Uhr Training, am Samstag von 10 bis 16:30 Uhr.

Die Resonanz ist groß und alle Langstrecken-Frontrunner werden wohl mit ihrem neuen Material ausrücken. Etwas heikel, daß dies das allererste Befahren der Nordschleife nach dem langen Winter ist, d.h. viel Grip gibt's wenig. Hoffen wir, daß trotz der langen Pause mit der nötigen Besonnenheit gefahren wird. Einige Teams werden sicher erstmal nur auf der GP-Strecke spielen, um sich und das Material einzuschießen.

Obwohl die Einstellfahrten generell ohne Zeitnahme stattfinden, verspricht das Wochenende jede Menge Spannung. Zum ersten Mal zeigen sich die neuen Fahrzeuge, teilweise auch mit neu zusammengewürfelter Teambesetzung. Alleine die Vorstellung Uwe Alzen und Dirk Adorf in BMW Klamotten ist theoretisch für mich bis jetzt noch ziemlich gewöhnungsbedürftig.

Es wird mit Sicherheit einige Überraschungen geben und so werde ich versuchen die Daheimgebliebenen mit den Errungenschaften der modernen Technik ab Freitag morgen direkt aus der Boxengasse und dann am Samstag auch von der VLN Pressekonferenz gut auf dem Laufenden zu halten. Meine Eindrücke landen zeitnah hier im Blog und mit RSS Abo oder Blogupdates via Twitter entgeht euch nichts. Fototechnisch wird es die schnellsten Ergebnisse in meinem Flickr Account geben, bevor dann im Nachgang von zuhause die 20832 Fotoberichte wieder normal gefüllt werden.

Wenn ihr auch vor Ort um die Autos schleicht und davon berichtet oder Fotos, Infos und Eindrücke austauschen möchtet, dann ist natürlich das Forum mit dem Foto- und Kommentarebereich die Top Adresse. Wird ja auch Zeit, daß es wieder losgeht! :D
Freitag, 18. Dezember 2009

Unter der Überschrift "Motorsport steht an erster Stelle" teilt die noch in Amt und Würden stehende Nürburgring GmbH mit, daß es bei den Touristenfahrten doch nicht zu der bereits vorher bekanntgegebenen Preiserhöhung kommt. Die Pressemitteilung heißt Motorsport_Bekenntnis.pdf. Auch auf der Webseite wird das Thema werbetechnisch aufgegriffen: "MOTORSPORT STEHT AN ERSTER STELLE. KEINE PREISERHÖHUNG FÜR DIE TOUR DURCH DIE GRÜNE HÖLLE." springt ins Auge, wenn man "Nordschleife" anklickt.
Die deutschen Versicherer werden sich freuen, denn seit Jahren gibt es Streit darüber, ob die Touristenfahrten Straßenverkehr oder Motorsport-Veranstaltung sind. In England ist man da schon einen Schritt weiter, denn die meisten Versicherer klammern die Nordschleife explizit aus ihrer Haftung aus. Wenn man die Werbung und die Pressemitteilung liest, dann kommt da eigentlich kein Zweifel auf, daß die Touristenfahrten ab heute Motorsport-Veranstaltungen sind. Wenn man allerdings auf die vom Januar 2009 stammenden "Allgemeinen Bedingungen" klickt, wird auf die Gültigkeit der Straßenverkehrsordnung hingewiesen. Dort steht auch "Rennen mit Kraftfahrzeugen sind entsprechend § 29 Abs. 1 StVO verboten." Motorsport steht an erster Stelle?
Seit Jahren bemüht sich der Arbeitskreis Sicherheit für die Nordschleife primär darum, die Touristenfahrten als Nicht-Motorsport zu erklären. Der Arbeitskreis wurde in 2002 - also vor 7 Jahren - auch auf meine Initiative hin gegründet, um den steigenden Unfallzahlen mit hohen Sachschäden, Verletzten und Todesfällen entgegen zu wirken. Schritt für Schritt wurden Maßnahmen und Sicherheitseinrichtungen erarbeitet, um die Touristenfahrten am Leben zu erhalten. Die Touristenfahrten sind keineswegs selbstverständlich und in ihrer unkomplizierten Durchführung auf der ganzen Welt einmalig. Für den Ring und die Region sind sie jedoch von entscheidender Bedeutung. Jetzt sind neue Leute am Ruder, die um jeden Preis positive Nachrichten brauchen und begleiten die erste Änderung - die eigentlich garkeine ist (Beibehaltung des 2009er Preisniveaus) - mit aufwendiger Pressearbeit, die quasi schon mit der Überschrift alle vorherigen Bemühungen zunichte macht: Motorsport steht an erster Stelle. Nicht zu fassen, wie unsensibel die neuen Betreiber mit dem Thema umgehen.

Obwohl zugegebenermaßen noch leicht schockiert, möchte ich auch das Thema Preise kurz durchleuchten. Die Preisstablilität begründet Herr Koch so: "Wir werden dieses Erlebnis auch weiterhin einem großen Kreis von Fans zu einem angemessenen Preis ermöglichen." Ich habe das mal zum Anlass genommen, mir die Preisentwicklung der vergangenen Jahre anzuschauen und mit einer jährlichen 5%-Steigerung zu vergleichen: Preisentwicklung Touristenfahrten 2000 - 2010. Bei einer jährlichen Steigerungsrate von 5% wäre eine Runde Nordschleife nächstes Jahr bei 17,50 Euro angekommen. Nur um einmal ins Verhältnis zu setzen, was Herr Koch unter einem "angemessenen Preis" versteht.


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