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Dienstag, 17. März 2020

Wo sind eigentlich die ganzen VW ID3, die Volkswagen auf Halde baut?

Weil die Software noch nicht fertig ist?

Hier.

Das ist schon krass, dass man sowas heutzutage bei Google Maps finden kann:

Mike Frison / renn.tv

Gefunden hat sie Stefan Moeller von nextmove - und er hat seine Entdeckung in ein schönes Video gepackt:

youtu.be/pqTN9wmEIFk

(Hier gefunden.)

Ich mag ja den Dialekt - erinnert mich an die Zeit, als ich ‘92 in Leipzig, Gera und Ostberlin als Dozent gearbeitet habe, um mein Auslandsstudium zu finanzieren.

Eins ist klar: VW macht das nicht aus Spaß, da brennt richtig die Hütte. Eigentlich sind die Autos ja fertig und könnten schon den Verkehr aufmischen - aber ohne Software bewegen sie sich nicht vom Fleck.

Ist schon eine linke Kiste, wann ist Software fertig? Oder andersrum: gib mir eine Spec und liefere mir die funktionierende Software zum Tag X ab. Nicht einfach. Denn gerade bei neuen und vorher nicht erprobten Funktionen hat man keinen Anhaltswert, wie lange das dauert. Und ob es überhaupt möglich ist.

Das Lachen über Tesla bleibt den Etablierten jetzt schon zentnerschwer im Hals stecken. Hoffentlich ersticken sie nicht daran.

Volkswagen | Elektro | VWID3 | nextmove | Software |


Freitag, 21. Februar 2020

Erkenntnis des Tages: Tesla ist der Industrie um Jahre voraus.

Da kommen die Japaner aber auch früh drauf:

What stands out most is Tesla's integrated central control unit, or "full self-driving computer." (..) The module -- released last spring and found in all new Model 3, Model S and Model X vehicles -- includes two custom, 260-sq.-millimeter AI chips. Tesla developed the chips on its own, along with special software designed to complement the hardware. The computer powers the cars' self-driving capabilities as well as their advanced in-car "infotainment" system.

Im Oktober 2016 hat Tesla seine Pläne vorgestellt zum autonomen Fahren.

Mein Kommentar damals:

Das sind ziemlich sensationelle Nachrichten und da wird es heute einige Krisensitzungen bei der Konkurenz - also quasi der gesamten restlichen Automobilindustrie - gegeben haben.

Tja, offensichtlich war dem nicht so und alle haben sich wieder schlafen gelegt.

Mike Frison / renn.tv

Geht aber noch weiter.

Nvidia CEO Jen-Hsun "Jensen" Huang im November 2016 ( - und hier im Blog zu lesen):

And I think what Tesla has done by launching and having on the road in the very near-future here, a full autonomous driving capability using AI, that has sent a shock wave through the automotive industry. It’s basically five years ahead.

Nvidia ist die AI-Chip-Hersteller-Firma. Denn sie haben früh erkannt, dass die Kapazitäten aus der Grafik-Chip-Industrie, wo sie ursprünglich herkommen, auch gute Dienste bei rechenintensiver AI leistet.

Geht aber noch weiter!

Denn für Tesla war Nvidia nicht gut genug und da haben sie einfach ihren eigenen AI Chip designed. Was da so harmlos steht, ist eine ziemliche Sensation, aber irgendwie hat es keiner mitbekommen. Außer den Lesern hier natürlich.

Und falls man jetzt meinte, Tesla sei damit überfordert, der sollte mal Jim Keller googeln - den konnte man nämlich als Chipdesigner gewinnen.

Viel aussagekräftiger allerdings war der Lobgesang von Nvidia selber, die in einem eigenen Blogpost tief den Hut vor dem Design gezogen haben - das war im April letzten Jahres. Um natürlich auch Werbung für sich selber zu machen:

Indeed Tesla sees this approach as so important to the industry’s future that it’s building its future around it. This is the way forward. Every other automaker will need to deliver this level of performance. There are only two places where you can get that AI computing horsepower: NVIDIA and Tesla. And only one of these is an open platform that’s available for the industry to build on.

Das heißt, Tesla treibt nicht nur die klassische Autoindustrie vor sich her, sondern auch die Computerindustrie.

Und dann kommen die Japaner - Jahre später - bauen ein Model 3 auseinander und kriegen die Mund nicht mehr zu? In welchem Erdloch waren die all die Jahre versteckt?

Das bisschen Infotainment macht der Supercomputer natürlich im Schlaf so nebenher - da braucht man nicht noch eine Extrabox einzuschrauben. Dadurch steigt die Fertigungstiefe - solche Lösungen kann man nirgendwo einkaufen.

Was ebenfalls im Gegensatz zur klassischen Autoindustrie steht, denn hier hat man in den letzten Jahren und Jahrzehnten die Fertigungstiefe immer weiter reduziert und Lieferanten für die Modulbauweise rund um die Fließbänder angesiedelt - Stichworte Supplier Parks und Just in Time. Das fällt den Herstellern jetzt alles bleischwer auf die Füße. Da braucht man nur die Anzahl der Module - bzw. ECUs (Electronic Control Unit) - zu zählen. Kostet alles Geld, erhöht die Komplexität und natürlich auch die Fehleranfälligkeit. Und man kann auch nicht von heute auf morgen gegensteuern, weil mit sinkender Fertigungstiefe natürlich auch das Know How verloren geht.

Hier ein Foto von der Cebit 2003, da dachte man noch man könne einfach etwas Microsoft dranklatschen und fertig ist der Computer auf Rädern:

Mike Frison / renn.tv

Als der Tesla S im Jahr 2011 vorgestellt wurde, machten wir uns hauptsächlich über die Bauqualität und die Spaltmaße lustig.

... meint Karl-Thomas Neumann inzwischen ehrlich zurückblickend.

Aber irgendwie so richtig verstanden, was hier gerade passiert, haben sie alle noch nicht. Dafür braucht man als CEO eigenen IT Hintergrund und nicht ein Heer von Leuten, denen man dann glauben muss, was sie einem sagen.

(Siehe auch electrive.net, emobly.com, und electrek.co.)

Tesla | Nvidia | ArtificialIntelligence | Chip | Chiphersteller |


Sonntag, 19. Januar 2020

Aus dem Fuhrpark: erste Ausfahrt mit dem neuen Viertakt-Crosser.

Der Zuwachs machte sich zwar schon 2 Wochen in der Garage breit, aber zünden konnte ich die KTM noch nicht, weil noch keine Strecke aufhatte. Bis gestern, da konnte ich in Andernach / Plaidt - also quasi meiner alten Heimat - auf der kleinen, aber anspruchsvollen Bahn mitfahren.

Da kamen also mehrere Sachen direkt auf einmal zusammen: seit 7 Wochen nicht mehr MX gefahren, ein funkelnagelneues Motorrad, zum ersten mal einen richtigen Crosser bewegt, dann noch mit Viertakt statt Zweitakt und das alles auf einer neuen Bahn.

Mike Frison / renn.tv

Als Anfänger in dem Sport war ich einigermaßen aufgeregt - immer spannend, wenn man sich neuen Situationen aussetzt. Aber im schönen Sinne.

Die Bahn war leicht zu finden, hatte eine etwas abenteuerliche Anfahrt, aber insgesamt eine schöne, gemütliche Anlage. Also genau das, was ich mir gewünscht hätte, als ich noch in Andernach gewohnt habe. Bin dort aufgewachsen - erst das Studium hat mich 1987 auswandern lassen.

Mike Frison / renn.tv

Im Vergleich zu dem Zweitakter ist der Viertakter schon um einiges pflegeleichter: kein Öl zum Benzin mischen, Kickstarter gibt es nicht mehr - nur noch elektrisch und dank Einspritzer ist sie bei jeder Temperatur auch direkt auf Knopfdruck einsatzbereit. Manchmal würde ich mir einen On-/Off Schalter wünschen, denn ein Zündschloss gibt es natürlich nicht und beim Rangieren kommt man schonmal aus Versehen an den Startknopf - bekommt man einen Schreck, wenn sie auf einmal losbollert.

Und Bollern kann die 350er ganz gut - steht kräftig im Futter und das hört man ihr auch an. Optisch sind die 250er/350er/450er kaum zu unterscheiden, da muss man sich schon auskennen und auf die Details achten.

Von der ersten Fahrt sind mir zwei Sachen in Erinnerung geblieben: die starke Motorbremse im Vergleich zum 2-Takt und die kräftige Traktion untenraus. Meine alte EXC 300 hatte zwar auch Bumms, aber brauchte schon eine Handvoll Gas und etwas Drehzahl. Das ist bei der 350er angenehmer: die viertaktet schön kräftig von unten raus aus den Kurven. Und wenn man Leistung braucht: einfach das Gas stehen lassen und Drehzahl sammeln, dann fährt das Motorrad ganz schnell mit mir - statt ich mit dem Motorrad. Und Drehzahl gibt es reichlich: der Begrenzer setzt erst bei schwindelerregenden 13.400 U/min. ein.

Mike Frison / renn.tv

Insgesamt war es eine schöne, problemlose Ausfahrt und ich konnte entspannt erste Erfahrungen sammeln und die Wintermüdigkeit aus den Knochen schütteln. Nicht schlecht für Mitte Januar. So ein neues Motorrad hat schon Vorteile: Reifen, Kette, Lager, Federung, Bremsbeläge … alles neu und spielfrei.

Mike Frison / renn.tv

Nach der ersten Fahrt bin ich mit der Wahl für die 350er sehr zufrieden: beeindruckend satte Leistung, aber nicht, dass man überfordert wäre - so wie es der 450er schonmal nachgesagt wird.

Mike Frison / renn.tv

Dank neuem Waschpark direkt um die Ecke habe ich uns noch vor der Heimfahrt eine Runde Beauty gegönnt. Eine schöne Anlage mit allem, was das Männerherz an einem matschigen Samstagnachmittag so braucht. Mit Herz für Crossfahrer - auch nicht selbstverständlich.

Mike Frison / renn.tv

Hört sich jetzt komisch an, aber der Dreck in Plaidt ist ein komplett anderer als der, in dem ich mich bisher gewälzt habe. Der Arnoldsweiler- oder Satzveymatsch ist im Vergleich richtig klebrig und aggressiv, darf man auch nicht über Nacht am Motorrad lassen, das greift gerne das Aluminium an. Könnte man in schlechten Zeiten wahrscheinlich als Betonersatz verwenden.

Die Crossmotorräder von heute sind schon feine Gefährte: haltbare Sportgeräte, leistungsfähig und pflegeleicht - das war nicht immer so.

Was mich wundert: dass die Elektronik noch so sparsam eingesetzt wird. Das hört sich jetzt widersprüchlich an, denn eigentlich bin ich ein Freund von einfacher und purer Mechanik. Aber bei einem solchen Sportgerät und weil sowieso schon Einspritzung am Start ist, wären konfigurierbare Einstellmöglichkeiten schon eine tolle Verbesserung. Jemand wie ich könnte den Drehzahlbegrenzer runtersetzen und eventuell auch die Leistung begrenzen - das würde mir den Einstieg erleichtern und auch das Material schonen. Dann wäre auch eine 450er kein Problem und man hätte Reserven nach oben.

Wenn wir in ein paar Jahren elektrisch diesen Sport ausüben können, dann wird das Standard sein, denn so ein Elektromotor lässt sich viel einfacher konfigurieren und per Software anpassen. Selbst mein Mellow Skateboard hat schon 4 Fahrmodi von Rookie bis Pro und in Kombination mit Computer oder Handy-Anschluss sind die Möglichkeiten quasi unbegrenzt. Das würde so einem aggressiven Crosser auch gut zu Gesicht stehen. Denn aktuell muss der Motor den Bereich von Einsteiger bis Rennfahrer ohne Einstellmöglichkeit abdecken. Zusätzlich zu der stufenlosen Leistungswahl mit der rechten Hand gibt es die Möglichkeit aus 2 Settings zu wählen (Map 1 und Map 2), aber ich bin aus Versehen erst mit Map 2 gefahren, konnte aber keinen Unterschied zu Map 1 feststellen.

Yamaha hat das wohl als Erster erkannt - die YZ Modelle erlauben vielfältige Einstellmöglichkeiten und man kann die Settings auch über Userforen untereinander austauschen. Sehr sinnvoll und bringt die Wettbewerber in Zugzwang - da wird die nächsten Jahre einiges passieren. Und wann wird es komplett elektrisch? Schwer zu sagen - optimistisch vielleicht in 3 oder 5 Jahren.

Wenn ich trainiere, komme ich an einem normalen Samstag so auf etwa 100 Minuten Fahrzeit bei 3–5 Turns. Mit Wechselakkus könnte man 30 Minuten Fahrzeit ins Motorrad stecken - das würde Gewicht sparen und man wäre für 1 Turn ausreichend befeuert. Aber Nachladen ist vor Ort wohl kaum möglich und die aktuellen Preise lassen es nicht zu, dass man sich mehrere Akkus anschafft. Da hat die Industrie noch einiges zu tun, damit die Preise purzeln.

Aber wenn es dann soweit ist, dann ist die Antriebsart natürlich nicht mehr aufzuhalten. Und der lautlose Sport würde auch niemanden mehr stören, sodaß die aktuellen Beschränkungen (z.B. nur 2 Tage pro Woche) wegfallen können.

Bis dahin also noch fossile Energie. Muss ich ein schlechtes Gewissen haben? Immerhin habe ich als Offset anzubieten nicht mehr mit dem Auto zur Arbeit zu fahren und in den Urlaub fliege ich eher sporadisch.

Fuhrpark | KTM350SXF | Motocross |


Dienstag, 07. Januar 2020

In Amerika sind oldschool Traktoren gefragt wie nie.

Because low tec.

Mich regt ja auch schon lange auf, dass man bei den heute modernen Autos und Motorrädern kaum noch etwas selber reparieren kann. Da muss immer zuerst der Diagnosecomputer angeschlossen werden. Selbst der neue KTM Crosser brauchte erstmal eine Ladung Software - "aktivieren" haben sie das bei Schmitz'ens genannt.

Noch schlimmer wird es mit Over-the-air-update, wenn Hersteller direkt auf das Produkt zugreifen können. Man ist garnicht mehr Besitzer der Ware, eher so etwas wie geduldeter Benutzer. Und diese Duldung kann einem auch schlagartig entzogen werden.

Jetzt scheint der Zenit überschritten und diese Erkenntnis sich langsam durchzusetzen - wird spannend sein zu beobachten, ob das bei den OEMs zu einem Umdenken führt.


Samstag, 04. Januar 2020

Neu im Fuhrpark: KTM 350 SX-F.

So eine nüchterne Zahlenkombination, aber so viele Emotionen, die für mich damit verbunden sind.

Ich komme gerade von Motocross Schmitz in Wißkirchen und habe diese Crossmaschine nagelneu in Empfang genommen:

KTM 350 SX-F

Und direkt eingeladen:

KTM 350 SX-F

Als ich heute morgen losgefahren bin, wusste ich selber noch nicht, welche es werden wird.

Ich wusste nur, dass ich sie beim Albert Schmitz kaufen wollte - nach dem Motto: Support Your Local Dealer - und ich mag auch seinen originalen Charakter, hat immer einen Spruch parat. Vielleicht kennen einige noch sein vorheriges Geschäft in Walberberg - da hingen die Trikots an einem Riesen-Kleiderständer im Wohnzimmer.

Jetzt also in Wißkirchen und während der Albert mir so die in Frage kommenden Modelle in die Halle schiebt, kommen die VLN-Größen Jörg Otto und Peter Becker durch die Tür. Na wenn das kein gutes Omen ist und ein großes Hallo gab es natürlich auch.

KTM 350 SX-F

Bei der Suche nach einem geeigneten Ersatz für meine 300er EXC dachte ich erst an eine 250er Zweitakt. Und musste feststellen, dass es eigentlich nur noch 2 Hersteller gibt: KTM (250 SX) und Yamaha (YZ 250). Auf dem Papier der 300er vielleicht garnicht so unähnlich - aber ein 2T Crosser ist mit einer 2T Enduro nicht zu vergleichen. Mit der 300er kann ich bequem im 3. Gang den ganzen Cross-Kurs fahren - Anfängertempo - das geht mit einer 250er Cross nicht. Die braucht Drehzahl und will fleißig geschaltet werden.

Bei den Viertaktern stehen eigentlich nur noch 250er und 450er zur Verfügung - jedenfalls bei Honda, Yamaha, Suzuki und Kawasaki. Nur KTM bietet auch eine 350er (seit 2011) - und Husqvarna, zu KTM gehörend, ebenfalls.

Mir hätte auch eine 250er genügt, die haben inzwischen auch als Viertakter 40 PS. Und starten im Wettbewerb sogar als Zweitakter und Viertakter direkt gegeneinander, da gibt es für die Viertakter keinen Hubraumbonus mehr. Die Dinger drehen heutzutage bis 13.000 U/min - das ist weit über Zweitaktniveau.

Die 450er haben richtig Bumms, gut 50 PS. Die 350er haben witzigerweise auch über 50 PS, aber die Kurve verläuft viel flacher. Hier habe ich mal ein Dynochart gefunden. Mit offiziellen PS Angaben halten sich die OEMs seit jeher zurück - auch so eine MX Spezialität.

Und das mit den Modelljahren muss man auch erstmal verstehen. KTM hat seine 2020er Modelle im Mai 2019 vorgestellt. Meine Neue ist eine 2019er - dadurch günstiger (7.290 €) - aber im Wesentlichen baugleich mit der 2020er. Und das ist auch der Grund, warum es keine 250er geworden ist - da waren die Vorjahresmodelle schon alle weg.

Der Plan ist ja sie ein Jahr im Training einzusetzen und dann wieder gegen eine Neue zu tauschen. Bin mal gespannt, wieviel ich drauflegen muss dafür. Und wieviel Betriebsstunden ich ihr aufbrumme.

Bis jetzt sind es nur 10 Warmlaufminuten:

KTM 350 SX-F

Die Motorräder starten nackt, was die Software angeht. Die muss erst aufgespielt werden, vorher weiß die Maschine noch nicht, was sie mal werden soll.

Hier habe ich noch ein Foto gefunden von meiner ersten KTM:

KTM 350 SX-F

Das war 1987 - da war ich zarte 22 Jahre alt und habe mich mit diesem Eisenhaufen rumgeschlagen. Die alten Rotaxmotoren konnten einen in den Wahnsinn treiben - aber als Wehrdienstleistender war ich damals froh mir überhaupt ein Motorrad kaufen zu können. Wie man sieht war ich aber mehr am Schrauben als am Fahren. Ich hoffe das wird mit dem neuen Maschinchen nicht so - inzwischen sind die Crosser wirklich zuverlässig geworden.

Das Motorrad hatte damals übrigens ein Freund gekauft - und er hat sie heute noch. Habe sie kürzlich wiedergesehen in einer Kölner Tiefgarage - original so wie auf dem Foto - da bekam ich aber weiche Knie.

Und wo wir gerade bei würdigen Zuhause meiner Ex-Motorräder sind, dieses Foto hat mir der Käufer der 300er EXC geschickt von ihrer neuen Heimat:

Mike Frison / renn.tv

Ziemlich sozialer Aufstieg zu meiner Rumpelkammer würde ich sagen! In der jetzt also ein funkelnagerneuer Crosser steht - das erste Mal in meinem Leben - und meine 3. KTM:

KTM 350 SX-F

Vielleicht sollte ich mal die Garage aufräumen?

Kann es jedenfalls kaum erwarten sie auszuprobieren - auf der anderen Seite eigentlich viel zu schade, um im Matsch eingesaut zu werden.

Fuhrpark | KTM350SXF | Motocross | Schmitz |


Freitag, 20. Dezember 2019

VW baut die ersten 20.000 ID3 ohne Software erstmal auf Halde.

Natürlich dem ehrgeizigen Zeitplan geschuldet, aber das stelle ich mir schwierig vor, denn Hard- und Software bedingen einander und von außen hören sich solche Meldungen nach ziemlichem Gefrickel an.

Normalerweise ist Software auch der schnellere Teil (nicht der einfachere!), weil der Produktionsanlauf - wenn man das so nennen kann - aus Copy und Paste besteht. Währenddessen die Hardware irgendwo gebaut werden muss und VW entwickelt seine Chips ja (noch?) nicht selber.

Bei solchen Momenten muss ich daran denken, wie sie alle versammelt arrogant über Tesla hergezogen sind, weil die ja überhaupt keine Ahnung haben. Guckt Euch mal die Spaltmasse an!!1! Inzwischen treibt der amerikanische Startup die alteingesessene Industrie vor sich her, die es nichtmal schafft Tesla zu kopieren.

Telsa entwickelt übrigens seine Chips selber.


Samstag, 26. Januar 2019

OLG Köln verurteilt Volkswagen AG: sittenwidrig.

Spannendes Urteil im VW Dieselgate - ich glaube zum ersten Mal ist in Deutschland ein Urteil eines OLG rechtswirksam gegen VW ausgesprochen worden.

Das deckt sich auch mit der Aussage von VW hier (Achtung: Link geht zu focus.de), die von insgesamt 12 OLG Urteilen sprechen, die aus VW Sicht alle positiv entschieden wurden.

Denn bisher konnten alle bedrohlichen Urteile abwendet werden - mutmaßlich durch Großzügigkeit, was einem Rückkauf ähnelt. Aber eben individuell pro Fall und mit Verschwiegenheit - anders als ein Urteil, das öffentlich wäre.

So ein öffentliches Urteil liegt nun gegen VW seit gestern vom OLG Köln vor.

Mike Frison / renn.tv

Die Hervorhebungen sind von mir, um die Lesbarkeit zu vereinfachen.

Bemerkenswert ist, dass der Kläger einen Audi A4 2L TDI (also EA189 Version) gebraucht gekauft hat und den Softwareupdate lange verweigert hat:

“Die angebotene Nachbesserung durch ein Software-Update sei ungeeignet, den Mangel zu beheben; zudem seien schädliche Auswirkungen auf den Motor zu befürchten.”

Dann wurde gegen die Volkswagen AG mit dem Ziel der Rückabwicklung geklagt, die wissentlich diesen Motor über Audi in Umlauf gebracht hat:

“Die Beklagte (also VW) ist Entwicklerin und Herstellerin des in dem Fahrzeug verbauten Dieselmotors EA189 Eu5.”

Schon das Landgericht Köln hat der Klage stattgegeben und VW nach § 826 BGB - also Sittenwidrige vorsätzliche Schädigung - verurteilt. Auch sei die Verwendung der Software eine illegale Abschalteinrichtung.

VW hat dann im Sommer 2018 Berufung eingelegt:

“Sie stellt die angefochtene Entscheidung insgesamt zu Überprüfung und rügt die Verletzung von Verfahrensrecht. Insofern vertritt sie die Ansicht, dass das Urteil auf einer unrichtigen Tatsachenfeststellung beruhe. Auch die materiell-rechtliche Bewertung des Landgerichts sei fehlerhaft, denn ein Schadenersatzanspruch aus § 826 BGB scheitere am Tatbestandsmerkmal der Sittenwidrigkeit, an einer Schädigungshandlung der Beklagten im Verhältnis zum Kläger, am Vorsatz eines Vorstandsmitglieds oder eines anderen Organs der Beklagten und am fehlenden Schaden.”

Das wurde dann im Dezember kurz vor Weihnachten noch einmal ergänzt mit der Begründung:

“… dass ihre Haftung bei einem Fahrzeug eines anderen Herstellers nicht in Betracht komme, dass sie nach einer anzustellenden Gesamtwürdigung nicht sittenwidrig gehandelt habe, dass eine Zurechnung nach § 31 BGB nicht in Betracht komme, dass der Kläger keinen auf die angeblich sittenwidrige Handlung der Beklagten zurückzuführenden Schaden erlitten habe, dass ein Schaden nach dem Update nicht mehr vorliege, dass kein Vorsatz von Mitarbeitern der Beklagten vorliege und dass die Berufungserwiderung des Klägers verspätet sei.”

Das OLG hat die Berufung als “offensichtlich nicht begründet” vom Tisch gewischt und erklärt noch einmal die Sittenwidrigkeit

“Sittenwidrig handelt, wer eine Sache, von deren Mangelhaftigkeit er weiß, in der Vorstellung in den Verkehr bringt, dass die betreffende Sache von dem Erwerber in unverändert mangelhaftem Zustand an einen ahnungslosen Dritte, die in Kenntnis der Umstände von dem Geschäft Abstand nähmen, veräußert werden wird.”

“(..) Aus der Heimlichkeit des Einsatzes der Software gegenüber dem Kraftfahrtbundesamt, den beteiligten Stellen und den potentiellen Kunden gegenüber ergibt sich schließlich mit hinreichender Sicherheit, dass die beteiligten Mitarbeiter der Beklagten auch in der Vorstellung handelten, dass der Einsatz der Software zu Schwierigkeiten hinsichtlich der Typengenehmigung und der Betriebszulassung der so ausgestatteten Fahrzeuge führen könnte und dass potentielle Kunden Fahrzeuge, die derart mit rechtlichen Unsicherheiten belastet waren, nicht ohne weiteres erwerben würden.”

“Diese Kenntnisse und Vorstellungen sind der Beklagten nach § 31 BGB zuzurechnen, weil aufgrund des hier maßgebenden Sach- und Streitstandes davon auszugehen ist, dass der Vorstand der Beklagten nicht nur über umfassende Kenntnisse von dem Einsatz der oben geschilderten Software verfügte, sondern auch in der Vorstellung die Herstellung und die Inverkehrgabe der mangelbehafteten Motoren veranlasste, dass diese unverändert und ohne entsprechenden Hinweis weiter veräußert werden würden.”

“(..) Zum anderen ergibt sich aus den obigen Ausführungen des Senats, dass die an der Beauftragung, Entwicklung und Verwendung der Manipulations-Software beteiligten Mitarbeiter der Beklagten zur Überzeugung des Senats vorsätzlich gehandelt haben, dass die Beklagte ihrer Darlegungs- und Substantiierungspflicht hinsichtlich der internen Vorgänge im Zusammenhang mit der Manipulations-Software nicht ansatzweise hinreichend nachkommt und dass von einem analog § 31 BGB zuzurechnenden Vorsatz des Vorstands auszugehen ist. Da die Beklagte auch weiterhin keine konkreten Details ihres Geschäftsbetriebs im Zusammenhang mit der Manipulations-Software darlegt, muss es hierbei bleiben.”

“Da der Schadenersatzanspruch des Klägers bereits mit dem Erwerb des Fahrzeugs entstanden ist und auf Restitution durch Rückabwicklung des Kaufs gerichtet ist, kann in der jüngst erfolgten Ausstattung des Fahrzeugs mit dem vom Kraftfahrtbundesamt erzwungenen Software-Update keine Erfüllung des Schadenersatzanspruchs liegen, und auch ein Entfallen des Schadens infolge eines überholenden Kausalverlaufs vermag die Beklagte insofern nicht hinreichend darzulegen, als sie nicht durch Offenlegung des Software-Updates in allen Details dartut, dass das Software-Update keine anderen negativen Auswirkungen haben kann.”

Dafür plädiere ich ja schon lange, dass die Software offengelegt werden sollte. So eine Heimlichtuerei - warum? Zumindest die Behörden sollten den Quellcode auditieren dürfen - und nicht nur den Update.

“Die Berufung hat nach den vorstehenden Erwägungen nicht nur wegen ihrer offensichtlichen Unbegründetheit im Sinne des § 522 Abs. 2 S. 1 Nr. 1 ZPO keine Aussicht auf Erfolg, sondern der Fall wirft keine ungeklärten Rechtsfragen auf und lässt sich unter Rückgriff auf die höchstrichterliche Rechtsprechung ohne weiteres entscheiden. Weder bedarf es demnach der Klärung von Rechtsfragen, noch divergiert der Senat in einer Rechtsfrage, noch bedarf es einer Rechtsfortbildung, noch erscheint eine mündliche Verhandlung zur weiteren Sachaufklärung oder aus anderen Gründen geboten, § 522 Abs. 2 S. 1 Nr. 2 bis 4 ZPO. Gelegentlich vorkommende abweichende Rechtsauffassungen von Berufungsgerichten beruhen vielmehr auf Abweichungen der Subsumtion und geben dementsprechend Anlass weder von der Anwendung des § 522 Abs. 2 ZPO abzusehen, noch die Revision zuzulassen.”

Nicht zur Revision zugelassen.

Hier ist das Urteil und hier eine Zusammenfassung als Pressemitteilung.

Mir erscheint das als Wendepunkt in diesem Skandal, denn es ermöglicht Besitzern von EA189 Fahrzeugen - egal ob direkt von VW oder auch Audi, Skoda, oder Seat - gezielt Volkswagen vor Gericht zu zerren und sich auf dieses OLG Urteil zu berufen: sie hätten das Auto nicht gekauft, wäre ihnen vorher die “Umschaltlogik” - VW Speak für die Abschaltung der Abgasreinigung - bekannt gewesen wäre.

Von daher überrascht mich, dass das Urteil so relativ unbeachtet in der Medienlandschaft untergeht - immerhin sind Millionen von EA189 Fahrern alleine in Deutschland betroffen.

Zusammenfassend natürlich trotzdem erschreckend, dass diese selbstverständlich erscheinende Würdigung erst in 2019 erfolgt - wo doch VW’s Verhalten seit 2015 bekannt ist.

Dieselgate | Volkswagen | Rückabwicklung | sittenwidrig | OLGKöln | Prozess | Beschluss |


Dienstag, 18. Dezember 2018

IAV hat sich in Amerika schuldig bekannt zusammen mit VW die Akustikfunktion entwickelt zu haben.

Auch die Strafe von 35 Mio. USD hat die IAV GmbH angenommen - sie ist nur deswegen so niedrig ausgefallen, weil sonst die Firma insgesamt gefährdet worden wäre.

Hier ist das Plea Agreement - "Statement of Facts" ist der interessante Teil. Zum Beispiel unter “The Origin and Implementation of the 2.0 Liter Defeat Device”:

(21) The VW supervisors, however, realized that they could not design a diesel engine that would both meet the stricter NOx emissions standards that would become effective in 2007 and attract sufficient customer demand in the U.S. market. Instead of bringing to market a diesel vehicle that could legitimately meet the stricter U.S. NOx emissions standards, IAV employees acting at the direction of an IAV manager and VW supersivors helped design, creat, and implement a software function (the “defeat device”) to cheat the standard U.S. emissions tests. IAV, the VW supervisors and their co-conspirators referred to the software as, among other things, the “acoustic function”, “swich logic”, “cycle beating,” or “emissions-tight mode.”

Nachdem das jetzt in Amerika geklärt wäre und die Betrüger sich für schuldig bekannt haben, nimmt hier in Deutschland bestimmt die Staatsanwaltschaft schon bald die Ermittlungen auf. Wenn alles gut läuft so im Frühsommer schätze ich. Im Herbst dann ungefähr die ersten Hausdurchsuchungen.

Die Firma ist übrigens stolz darauf zu den Top 100 Arbeitgebern zu gehören. Wahrscheinlich nur knapp geschlagen von der Mafia.

Dieselgate | Akustikfunktion | DefeatDevice | IAVGmbH | EA189 |


Dienstag, 23. Oktober 2018

Dieselgate International.

Südkorea identifiziert 120.000 Betrugsdiesel von VW, Audi und Bentley (!) - erhebt Anklage - Audi-Chef Johannes Thammer darf wenige Tage vor dem Prozess ausnahmsweise ausreisen, kommt aber nicht mehr wieder zurück.

Vom Haken ist er aber noch lange nicht, Südkorea hat ein Amthilfeersuchen bei der Staatsanwaltschaft Braunschweig eingereicht.

Und aus der beliebten Reihe "A Couple of Rogue Software Engineers" meinte ein Chef zur Basis beim Thema Abgastests:

"Denkt Euch irgendetwas Plausibles aus, was keine weiteren Nachfragen zur Folge hat."

Dieselgate | Audi | Volkswagen | Südkorea |


Donnerstag, 18. Oktober 2018

Sagte ich, die PR Abteilung von VW kommt an ihre Grenzen mit dem Diess-Rant zur "hysterischen Stickoxiddiskussion"?

Stellt sich raus, die greifen das dankbar auf.

Das ist auf Augenhöhe mit Couple of Software Engineers.

Wie war das nochmal mit der kriminellen Vereinigung?


Montag, 08. Oktober 2018

Tesla´s neue Version 9 Software frischt auch alte Autos auf.

Zum Beispiel diesen 2012er P85:

Ever since Tesla popularized OTA updates in vehicles, automakers have announced plans to also introduce the technology in their lineups. But it has yet to become common even six years after the California-based company started doing it.

Die Industrie ist geschlossen neidisch auf deren "Over-the-air-Updates". Und das ist ja nicht das einzige Gebiet, auf dem die Alteingesessenen vorgeführt werden.

Vergleicht das mal mit einem konventionellen 2012er Diesel: der darf froh sein, wenn er demnächst nicht fahrverboten wird. Nachdem er zum Softwareupdate IN DIE WERKSTATT gefahren ist.

Tesla | Software | Update | OverTheAir |


Montag, 20. August 2018

Daimler muss 700k Autos in EU zurückrufen.

Aber nach wie vor hält man die anscheinend zu dämliche Öffentlichkeit über Details im Unklaren - "Kalibrierung" ist alles, was man erfährt. Immerhin besser als die verniedlichenden "Applikationen in der Motorsteuerung" von denen im Juni die Sprache war.

Was genau wird Daimler vorgeworfen? Bei immerhin 25 (?) verschiedenen Modellen? Defeat Device - ja oder nein? Illegal gehandelt - ja oder nein? Anfangsverdacht für die Staatsanwaltschaft oder Bagatelle für den Papierkorb?

Natürlich werden die Probleme wieder mit "Software Update" gefixt - das ist ja das Gute an Schadstoffen heutzutage, die programmiert man einfach raus. Dass es diesen Update noch überhaupt nicht gibt, er erst monatelang entwickelt werden muss und damit noch garnicht erwiesen sein kann, dass es wie gewünscht funktioniert, scheint auch wieder einmal niemanden zu beunruhigen.

Bitte gehen sie weiter, hier gibt es nichts zu sehen.

Dieselgate | Mercedes | Daimler |


Sonntag, 05. August 2018

Wieso werden die Diesel eigentlich immer nur zurückgerufen und nicht stillgelegt? Aktuell: Audi A6 mit 3L Biturbo.

Die Software soll es dann wohl wieder richten. Einfach per Update die Stickoxide rausprogrammieren.


Sonntag, 08. Juli 2018

Wie konnte bloß die böse Software in die LKW kommen?

Das fragt man sich aktuell bei Daimler (Achtung: Link geht zur Bild).

Womit Dieselgate auch bei den Lastwagen angekommen wäre, hatten wir bisher noch nicht.

Daimler habe die Software jetzt “entdeckt” - wie hat man sich das vorzustellen? Und vor allem: welcher Spitzbube hat sie dort versteckt?

Hacker? Sabotage? Oder doch die Russen? Die Chinesen? A couple of rough engineers? Gar die Konkurrenz?

Stellt Daimler jetzt Strafanzeige? Immerhin ist der Schaden ordentlich und jemand muss ihn ja verursacht haben.

Daimler | Dieselgate | Actros | Lastwagen |


Donnerstag, 28. Juni 2018

Audi Diesel: Softwareupdate oder Zwangsstilllegung.

Wenn jemand seinen Audi TDI nicht updaten will, weil der Schadensersatzprozess noch läuft und dann der Beweis weg wäre, bekommt sein Auto zwangsstillgelegt. Weil der Wagen ist ja gefährlich für die allgemeine Gesundheit der Bevölkerung.

Ziemliche schachmatt Situation für den Audibesitzer.

Nein, findet das Gericht, denn:

Es stehe ihm frei, sein Fahrzeug unverändert zu lassen, es abzumelden und außerhalb des öffentlichen Straßenverkehrs für einen Sachverständigen vorzuhalten.

Ach, dann ist ja alles gut! Er kann die Zwangsabmeldung ganz einfach vermeiden, indem er sein Auto selber abmeldet!

Dieselgate | Audi | Zwangsstilllegung | Abmeldung |


Donnerstag, 21. Juni 2018

Daimler mit Gewinnwarnung.

Natürlich packen sie es in freundlichere Sprache, dafür gibt es hochbezahlte PR Profis:

Die Daimler AG hat heute wegen aktueller Entwicklungen eine Neueinschätzung des Ergebnispotentials für das Geschäftsjahr 2018 vorgenommen.

Das hört sich doch schon viel besser an - man möchte spontan in Applaus ausbrechen.

Und es entsteht der Eindruck sie seien geradezu dankbar für die China-Entwicklung, dann fällt das mit dem Diesel nicht so auf. Die Diesel PKW kommen in der Meldung nicht vor, nur der Van - der dafür aber saftig:

Des Weiteren wird das Ergebnis von Mercedes-Benz Vans im Zusammenhang mit dem Rückruf von Diesel-Fahrzeugen belastet.

Infolgedessen geht Daimler nunmehr von folgenden Erwartungen für das EBIT im Geschäftsjahr 2018 aus:

Mercedes-Benz Cars: leicht unter Vorjahresniveau,
Mercedes-Benz Vans: deutlich unter Vorjahresniveau,
Daimler Buses: in der Größenordnung des Vorjahres und
Daimler Konzern: leicht unter Vorjahresniveau.

Wie kann ein Software Update so gravierende Folgen haben? Oder ist eine Legalisierung nur über Software gar nicht möglich und sie müssen die Autos umbauen? Ich hatte es ja direkt in Frage gestellt.

Daimler | Dieselgate | Zetsche | Gewinnwarnung |


Dienstag, 12. Juni 2018

Daimler ist jetzt auch amtlicher Abgas-Nachbehandlungs-Abschalter.

Die große Show, die der neue Verkehrsminister Scheuer abzieht, um den großen Max zu markieren, zieht jetzt einen KBA Rückruf von 238.000 Autos nach sich. In Europa insgesamt sind 774.000 Autos betroffen (Vito, C-Klasse und GLC).

Ist das der komplette Umfang oder nur die Spitze des Eisbergs?

Mike Frison / renn.tv

Natürlich müssen dabei alle ihr Gesicht wahren und in der großmännischen Videonachricht spricht Scheuer verniedlichend von Applikationen in der Motorsteuerung. Und es sei das Ergebnis von stundenlangen Verhandlungen. Verhandlungen? Ja - anscheinend kann man mit dem Verkehrsministerium feilschen wie auf dem türkischen Basar.

Technische Details gibt es keine - warum auch. Das würde die Bevölkerung doch nur unnötig beunruhigen.

Aber anscheinend kann man die Diesel-Benz nur 20 bzw. 30 Minuten schadstoffarm fahren, danach schaltet sich die Nachbehandlung ab. Länger dauert ein Prüfstandslauf ja auch nicht.

Mike Frison / renn.tv

Das alles lässt sich wunderbar fixen mit Software Updates - daran hat sich der deutsche Michel in den letzten Jahren so schön gewöhnt, weil es ihm immer wieder eingetrichtert wurde. Dass das in Wirklichkeit natürlich sehr fraglich ist und technisch noch überhaupt nicht verifiziert, scheint im Moment niemanden zu interessieren.

Und rechtliche Konsequenzen gibt es natürlich auch keine - da lassen wir mal schön die Kirche im Dorf. Falls nötig kann man ja immer noch in 2 bis 3 Jahren eine Hausdurchsuchung machen - Placebo für's Volk.

Der unterirdischste Kommentar stammt aus Spiegel Online - voll verkrampfter Versuch den wichtigen Anzeigenkunden irgendwie in ein positives Licht zu rücken:

Im Wettbewerb von Nationalstaaten finden die Grundprinzipien unserer gesetzlichen Regelwerke allerdings nur eingeschränkt Anwendung. Hier gilt das Eigeninteresse als oberste Triebfeder des Handelns. Und nicht erst seit Donald Trump das Recht des Stärkeren. Das kann man beklagen, doch an der Tatsache führt kein Weg vorbei. Wäre es also nicht sinnvoll, die Sanktionen für unsere Autokonzerne so zu gestalten, dass sie auf internationaler Bühne weiterhin mit ganzer Kraft auftreten können? Denn unsere Industrie ist es, die Deutschland - und Europa - derzeit Gewicht in der Welt verleiht.

WTF?

Dieselgate | Zetsche | Daimler | Mercedes | Scheuer |


Donnerstag, 03. Mai 2018

Martin Winterkorn in USA angeklagt.

Das wird einige Wellen schlagen:

An indictment was unsealed earlier today charging Martin Winterkorn, 70, the former chairman of the management board of Volkswagen AG (VW), with conspiracy and wire fraud in connection with VW’s long-running scheme to cheat U.S. diesel vehicle emissions requirements. (..)

If you try to deceive the United States, then you will pay a heavy price,” said Attorney General Sessions. “The indictment unsealed today alleges that Volkswagen’s scheme to cheat its legal requirements went all the way to the top of the company. These are serious allegations, and we will prosecute this case to the fullest extent of the law." (..)

Für die Ankläger ist die Sache ziemlich klar:

By the summer of 2015, however, the indictment alleges that U.S. regulators threatened to withhold authorization for VW to sell Model Year 2016 diesel vehicles in the United States until VW answered their questions about the discrepancies uncovered by the ICCT study. The diesel situation in the United States became increasingly alarming to VW senior management, culminating in a meeting on July 27, 2015 at VW’s headquarters in Wolfsburg, Germany, internally referred to as the “damage table meeting.” During that meeting, which was chaired by Winterkorn and attended by several senior VW executives, engine development department employees, with the help of a PowerPoint presentation, described to the attendees, and Winterkorn specifically: (1) how VW was deceiving U.S. regulators, including precisely what information had been disclosed and what had not yet been disclosed; and (2) the potential consequences of VW being caught cheating.

The indictment alleges that upon being presented with those and other facts, Winterkorn did not order his subordinates to disclose the cheating but instead agreed to continue to deceive U.S. authorities. Part of that strategy, which Winterkorn allegedly approved at the July 27, 2015 meeting, and which informed VW’s steps over the next several weeks, included sending Oliver Schmidt to meet with a senior CARB official on Aug. 5, 2015, in order to obtain the release of the Model Year 2016 vehicles without revealing the fundamental reason for the higher NOx measurements on the road: that software had been intentionally installed in VW vehicles so the vehicles could detect and evade emissions testing. Consistent with Winterkorn’s alleged directive from the July 27 meeting, VW executives also approved a script for an Aug. 19, 2015 meeting with CARB that continued to conceal VW’s cheating. At the meeting, however, in direct contravention of the instructions from his superiors, a VW employee, in answering a direct question from CARB, revealed that VW had been using software in its 2.0 liter diesel vehicles to cheat U.S. emissions tests. On Sept. 3, 2015, VW officially admitted that it had installed defeat devices in various 2.0 liter diesel vehicles sold in the United States.

Ob die USA jetzt einen Auslieferungsantrag stellen? Oder wird Winterkorn hier in Deutschland verhaftet? So war das jedenfalls im Juli bei Giovanni Pamio: in USA angeklagt, daher erstmal in Deutschland verhaftet.

Aber ich glaube solange der Herr Winterkorn sich in Wolfsburg aufhält und die Staatsanwaltschaft Braunschweig zuständig ist, braucht er sich keine Sorgen zu machen.

Und im Gegensatz zu dem inhaftierten Oliver Schmidt, der ja gekündigt wurde und seine Ansprüche zur Altersversorgung verloren hat, bekommt Martin Winterkorn seine täglichen 3.000 € Rente.

Ausgerechnet heute war Aktionärsversammlung bei VW - aber der Press Release aus Amerika kam zwar auch heute, aber erst nachdem die Veranstaltung längst vorbei war. Da haben die VW'ler mächtig Glück gehabt.

Hier ist die komplette Anklageschrift.

Dieselgate | Winterkorn |


Montag, 30. April 2018

Erst Razzia, dann Verhaftung: zweiter Porsche-Manager in Untersuchungshaft.

Die Zahl der inhaftierten Porsche-Manager hat sich verdoppelt - neben Wolfgang Hatz ist nach dieser Razzia noch ein zweiter Zuffenhausener verhaftet worden. Wegen Fluchtgefahr:

Der Manager ist einer von drei Beschuldigten, gegen die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Stuttgart im Zusammenhang mit Porsche laufen. Verdächtigt werden auch Porsche-Entwicklungsvorstand Michael Steiner sowie ein ehemaliger Mitarbeiter der VW-Tochter. Den drei Beschuldigten werden Betrug an Kunden sowie strafbare Werbung vorgeworfen. Diesel-Autos mit hohen Abgaswerten seien fälschlicherweise als sauber angepriesen und verkauft worden.

Angeblich ist der Verhaftete Jörg Kerner - Leiter Motorenentwicklung.

Das ist schon lustig, dass ausgerechnet bei Porsche hart durchgegriffen wird, während in Wolfsburg als so tun als sei nichts passiert.

Michael Steiner hat erst vor zwei Jahren Wolfgang Hatz als Entwicklungsvorstand beerbt - damals war Dieselgate 6 Monate alt.

Vorstandschef Blume erklärte in dem Rundschreiben an die Belegschaft, Porsche entwickle und produziere selbst keine Diesel-Motoren und auch keine Diesel-Software.

Sorry, aber das kaufe ich dem Mann nicht ab. Die Hardware mag zugeliefert werden, aber dann stehen die Porsche-Ingenieure vor der großen Aufgabe, dem Diesel irgendwie Porsche-Gene anzudichten. Und das passiert werden aufwändiger Kalibrierungsarbeiten, bei denen dem Motor eine gewisse Porsche-typische Charakteristik einprogrammiert werden muss. Schlimm genug, dass inzwischen jeder weiss, dass das Auto ein umgebrandeter VW/Audi ist, dann sollte wenigstens beim Fahren ein kleiner Unterschied zu merken sein.

Ich hoffe Jack Ewing schreibt schon an einer Fortsetzung, man kommt ja kaum noch mit.

Dieselgate | Porsche | Hatz | Steiner | Gefängnis |


Freitag, 09. März 2018

PTV Group - VW kauft Firma für Emisisionsgutachten.

Eigentlich hätte man in Kiel schon stutzig werden sollen, als VW angeboten hat die Kosten für eine Abgasstudie in der Stadt selber zu bezahlen.

Aber es kommt noch dicker:

Denn der Konzern brachte im Dezember die in Karlsruhe ansässige PTV Group ins Spiel, mit der Kiel schon lange zusammenarbeitet. Doch vor ein paar Tagen klappte Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) die Kinnlade runter: Da steckte ihm ein Mitarbeiter aus seiner Verwaltung, wer im Juni 2017 97 Prozent von PTV übernommen hat: die Porsche-Holding. Und die gehört ihrerseits zum VW-Konzern. Großzügig interpretiert hatte VW also sich selbst beauftragt und vergessen, das den Kielern mitzuteilen. Die Stadt will nun selbst ein Gegengutachten in Auftrag geben.

VW hat einfach die Firma aufgekauft, "mit der Kiel schon lange zusammenarbeitet"!

Das mit der Porsche Holding kann man übrigens ganz einfach auf der PTV Webseite nachlesen.

Fachlich ist die Stadt von der Firma überzeugt: „Wir arbeiten seit 1977 mit PTV-Software“, sagt Stadtsprecherin Annette Wiese-Krukowska. Daher sei die Stadt mit dem VW-Vorschlag einverstanden gewesen. Es gebe auch nur ein anderes Unternehmen, das die benötigte Untersuchung durchführen könne – aber mit ganz anderer Software.

Ob diese 1 (!) andere Firma jetzt auch ein VW Angebot bekommt?

Auch dass VW das Gutachten bezahle, sei nichts Besonderes, sagt Wiese-Krukowska. Der Verband der Automobilindustrie habe im Zuge der Dieselbetrugs-Affäre der Bundesregierung zugesagt, den mit Stickoxiden besonders belasteten Städten Verkehrsstudien zu bezahlen.

Natürlich, wie nett! Was kann da schon schief gehen?!

Kiel | Dieselgate | Volkswagen |


Montag, 26. Februar 2018

Versehentliche Dieselabgase bringen BMW in Erklärungsschwierigkeiten.

Vielleicht war das bei BMW doch nicht so versehentlich, wie offiziell von der Konzernzentrale angegeben.

Spiegel Online:

Abgasskandal: Bundesregierung geht bei BMW von systematischer Manipulation aus.

So langsam dürfte bei der Staatsanwaltschaft München 2 das Personal knapp werden.

Im Bundesverkehrsministerium geht man dem Verdacht nach, dass BMW ein ausgeklügeltes System betreibt, das den Konzern davor warnt, wenn seine eigenen Fahrzeuge von den Behörden geprüft werden sollen. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) besorgt sich die Wagen über BMW-Händler, die ganz offensichtlich von dem Konzern angewiesen sind, dies sofort nach München zu melden.

Die dann angeblich noch schnell einen Service veranlasst haben.

Autsch.

Nur ist mir nicht ganz klar, wie die großen und schweren Fahrzeuge - mit korrigierter Software - ohne SCR / AdBlue überhaupt die Abgaswerte einhalten können?

Denn von BMW heißt es:

Die entsprechende Software wurde für Fahrzeuge mit einem Kombinationssystem aus SCR und NOx-Speicherkatalysator korrekt entwickelt. Irrtümlich wurde diese Software jedoch in Modell-Versionen eingesetzt, deren aktive Abgasnachbehandlung ausschließlich über einen NOx-Speicherkatalysator erfolgt.

Seltsam.

Es gibt übrigens einen ganz einfachen Lösungsweg für die Dieselthematik: die Hersteller müssten nur gegenüber dem Gesetzgeber ihren Quellcode offenlegen.

Aber man bekommt den Eindruck, dass es den Beteiligten überhaupt nicht um Lösungen geht.

Dieselgate | Diesel | BMWM550d | BMW750d | Spiegel |


Sonntag, 25. Februar 2018

BMW betrügt nicht bei der Abgasnachbehandlung - höchstens aus Versehen.


Montag, 19. Februar 2018

Die Nachrichten werden aktuell mit Mercedes-Dieselgate geflutet, aber dass Mercedes in den USA gar keine Diesel verkauft, wird nicht erwähnt.


Freitag, 02. Februar 2018

Instagram wird immer mehr zu einem zweiten Facebook - ich bin dann mal weg.

Und mit dieser Meinung stehe ich nicht alleine da.

Ich will es trotzdem mal aus meiner Sicht begründen - schließlich bin ich schon von Anfang an dabei, mein erster Post ist vom 1. Januar 2012 - Instagram wurde im Oktober 2010 zum ersten Mal als App für iOS freigegeben.

Von Anfang an war ich ein großer Fan der App und habe auch viel Werbung dafür gemacht. Ihr wisst wie gerne ich fotografiere und ich fand es zum einen eine schöne Herausforderung auch mit den Handy gute Bilder zu machen und zum anderen gefällt es mir generell Bilder sprechen zu lassen. Und bei Instagram wurden diese - die Bilder - in den Mittelpunkt gerückt, genau mein Ding. Ich liebe auch das quadratische Format in diesem Zusammenhang - vielleicht liegt es an meiner Vorliebe gerade, strukturiert und geordnet zu sein.

Auch anderen ambitionierten Leuten zu folgen machte viel Spaß - man war ein visuell-fokussiertes Grüppchen, das sich gegenseitig motivierte.

Doch dann der große Schocker: Facebook kauft Instagram für sagenhaft 1 Milliarde Dollar. Das war im April 2012 und erstmal war die Enttäuschung in der Community groß. Da nützen auch die tollsten Versprechungen nichts.

Heute - knapp 6 Jahre später - alles kalter Kaffee. Es hat sich massiv geändert. Und zwar zum Schlechten - weil es nähert sich immer weiter Facebook an.

Los ging es mit dem kuratierten Feed - das heißt die ehemalige chronologische Reihenfolge wurde abgelöst durch einen Algorithmus, der selber bestimmt welche Einträge man sich und welche nicht. Natürlich bietet einem die Platform an, dass man sich wieder nach oben kaufen kann - und halten dafür kräftig die Hand auf.

Ich habe das deutlich gemerkt - die Like-Zahlen sind eingebrochen, obwohl die Follower-Zahlen ja nicht gesunken sind. Ein ähnliches Phänomen, das man vorher schon bei Facebook beobachten konnte: erst fixen sie einen an, dann wird der Hahn zugedreht.

Gerade im Motorsport - oder im Sport allgemein - ist der Algorithmus super frustrierend, ich hatte diese Woche erst ein Bild aus dem Zeittraining von Daytona - satte 5 Tage später!

Als Instagram User ist man auch so eine Art Blogger - aber wenn das zeitlich beim Empfänger kreuz und quer durcheinander gewürfelt wird, dann lässt sich natürlich keine Geschichte mehr erzählen.

Bei der Radtour nach Le Mans war Instagram das Mittel meiner Wahl - es passte das perfekt: schnell und komfortabel ein Handy-Bild mit etwas Text von unterwegs hochladen - jeder, der wollte, war informiert.

Heute würde ich bei so einer Aufgabenstellung einen weiten Bogen um Instagram machen.

Die Verwässerung der Software ging weiter: Videos kamen dazu, Stories im Snapchat-Style und natürlich … Werbung. Und die wird immer mehr. Es gibt schon Berichte, dass nach jedem 3. Post im Feed eine Werbung geschaltet ist - von User zu User unterschiedlich.

Auf Instagram zu posten war für mich so eine Art Gewohnheit, weil zum einen gibt es immer nette Rückmeldungen und zum anderen habe ich meine Posts hier im Blog recycelt - oben die 4 Vorschaubilder. Diese Bilder musste ich allerdings auf einen Umweg über Tumblr schicken, weil Instagram selber kein RSS anbietet. 2012 war ich stolz, dass mir das gelungen ist.

Eigentlich ein Nachteil, aber ich nutze das jetzt zum Vorteil aus und poste die Bilder direkt auf Tumblr. Dort gibt es zwar so gut wie keine Rückmeldung, aber mir macht es Spaß meine Umwelt in Bildern zu dokumentieren und wenn es dem ein oder anderen auch gefällt - umso besser.

Die Tumblr Funktionalitäten werden auch nicht jeden Tag geändert - ich hoffe das bleibt so. Deren Archivfunktion kann sich sehen lassen - deshalb verlinke ich jetzt auch dorthin, wenn man oben auf die 4 Bilder klickt.

Adiós Instamigos! Die Zeit war schön, aber Du hast den Bogen überspannt.

Instagram | Feed | kuratiert | Facebook | Tumblr | MikesBlog |


Mittwoch, 24. Januar 2018

Sicherheit ist Aufgabenstellung Nummer 1 bei elektrischen Motorrädern.

Keine Kupplung und die gesamte Kontrolle basiert auf Software:

Testoni said the single biggest problem for an electric bike manufacturer is making the bike safe. That means many, many hours testing the software in the “brain” of the bike to make sure it can’t and won’t accidentally apply 100-percent throttle when you do something weird, eg, attempt to change the riding mode while holding down the starter button. We’ve all encountered software bugs on our phones and computers – often they are more amusing than annoying. But in the case of an electric vehicle, a bug could be the cause of serious injury or worse. Most electric bikes lack even a clutch lever that could be relied upon to disengage the final drive in an emergency. You’re putting your faith into things working correctly all the time.

Gilt natürlich genauso für Autos - aber da sitzt man nicht ganz so direkt an der frischen Luft.

Der Autor macht sich Gedanken, was sich ändert, wenn wir statt einem Verbrenner ein Elektromotorrad in der Garage stehen hätten:

It’s all too easy to spend an hour or two on an electric bike and walk away thinking the only difference is whether you plug into a wall socket afterwards or fill up with gas – I’ll admit I was guilty of this. The truth is that the changes go far, far deeper.

Wobei ja noch nicht geklärt ist, ob wir in der Zukunft überhaupt noch Motorrad fahren dürfen.

Elektro | Motorrad | Energica | Software |


Dienstag, 09. Januar 2018

Electrek: Tesla Model 3 wird den hohen Erwartungen gerecht.

So langsam kommen die ersten Tesla Model 3 Testberichte rein - nicht von Autozeitungen, sondern von den ersten Kundenauslieferungen:

Electrek:

On December 29th, 2017, I took delivery of one of the first non-employee Tesla Model 3s. This was a day which many of us longtime EV drivers have been waiting for a long time – the realization of Tesla’s “secret master plan” announced more than ten years ago.

So leitet Jameson Dow seinen Artikel ein ... und so endet er:

So the Model 3 is not the “car of the future”, it’s the car of the present. Everything else that isn’t onboard with the EV revolution is a car of the past. They are antiquated, they are inefficient, they respond slowly to driver input, they have overly complicated powertrains, and they have slow interfaces designed by the best software engineers in Detroit, not Silicon Valley. They’re dinosaurs – such dinosaurs that they literally fuel themselves with the decomposed bodies of dead dino-material and loudly belch it out into our air so all of us die a little bit more with each breath.

Ja, er ist ein EV-Nerd. Aber er gibt sich viel Mühe objektiv zu bleiben, arbeitet gut die Game Changer heraus. Und da gibt es einige, ziemlich sensationell für so eine junge Firma, die der etablierten Autoindustrie zeigt, wie sehr sie sich im Tiefschlaf befindet: das ausgefuchste Climate-Control System, die Updates-over-the-air, der hohe Ladestrom, eigenes Schnellladernetz entlang der Transitrouten, das UI und OS für die Fahrzeugkontrolle.

Es ist ein langer Artikel, aber gut geschrieben und interessant zu lesen.

Werbung muss Tesla für das Auto keine machen, bis die 500.000 Vorbestellungen abgebaut sind, dauert noch eine Weile.

Wir werden auch nicht erleben, dass das Model 3 einen Vergleich in der ams gewinnt - solange es TDIs gibt, werden sie VW/MB/BMW auf das Siegerpodest stellen (müssen).

Tesla | Model3 | Electrek | Elektro |


Freitag, 08. Dezember 2017

VW liefert erstmal keine T6 Dieselbusse aus.

Neuer Service von VW: Software-Update wird aufgespielt, bevor Fahrzeug ausgeliefert wird. Hätte man auch ruhig früher drauf kommen können - für den T6 Bus bedeutet das erstmal Auslieferungsstopp.

Dieselgate | Volkswagen | T6Bus |


Mittwoch, 06. Dezember 2017

VW Dieselgate Manager Oliver Schmidt zu 7 Jahren Gefängnis verurteilt.

Heute war Prozesstag für Oliver Schmidt - der VW Manager, der trotz Dieselgate nach Amerika geflogen ist und dort prompt verhaftet wurde. In dem Buch von Jack Ewing kann man nachlesen, dass Oliver Schmidt in Florida Mietwohnungen besitzt und deswegen nach Miami geflogen ist.

Jedenfalls läuft der Prozess auch vor dem Hintergrund, dass der Ingenieur James Liang bereits die brutale Strafe von 40 Monaten Haft und 200.000 USD erhalten hat vor gut 3 Monaten. Ich habe das ausführlich dokumentiert.

Oliver Schmidt bekennt sich für schuldig, will aber auch Opfer des VW Konzerns sein. Und sein Anwalt fragt ernsthaft nach 40 Monaten und 100.000 USD Strafe. Also weniger als James Liang aufgebrummt bekommen hat. Er begründet das mit der Dauer der Verschwörung, James Liang sei viel länger beteiligt gewesen.

Die Staatsanwaltschaft argumentiert da schon stärker, bringt auch das brisante Detail, dass Oliver Schmidt am 27.Juli 2015 - also 2 Monate vor Bekanntwerden des Defeat Device - eine Präsentation zum Thema gegeben hat an keinen geringeren als Martin Winterkorn.

Automotive News Journalist Larry P. Vellequette kommentiert um 21:42 Uhr unserer Zeit:

If you can’t get the sense from watching it on Twitter, it’s evident here: The hammer is about to drop on Oliver Schmidt.

Was der verantwortliche Richter Judge Cox dann auch gemacht hat:

7 Jahre Gefängnis und 400.000 $ Strafe.

Also ziemlich genau doppelt so viel wie für James Liang.

Da klappen in Wolfsburg einige Kinnladen runter.

In München eventuell auch, denn während man in Deutschland die Gerichte kaum fürchten muss, läuft in den USA bestimmt schon ein 3er BMW Diesel durch die Prüfprogramme.

UPDATE:

So hat er den Prozess besuchen müssen:

In roter Häftlingskleidung kam er in kurzen Trippelschritten in den Gerichtssaal - weil er Fußfesseln tragen musste. Wegen seiner Handschellen konnte er nicht mal alleine aus seinem Wasserglas trinken

UPDATE 2:

Zudem muss Schmidt laut “BamS” 95 Dollar pro Tag für den Haftaufenthalt bezahlen.

UPDATE 3:

Im Geständnis (“Factual Basis for Guilty Plea”) ist beschrieben, wie Oliver Schmidt vom VW Management angewiesen wurde sich zu verhalten:

Following the July 27, 2015 meeting, VW management instructed SCHMIDT to seek a meeting with a senior-ranking CARB employee, with whom SCHMIDT had had a business relationship based on SCHMIDT’s previous work in the United States. VW management instructed SCHMIDT not to disclose the defeat device or any intentional cheating by VW to the CARB employee during the meeting and rather to obtain the necessary U.S. regulatory approvals for the model year 2016 vehicles, which was Schmidt’s primary assigned objective.

On or about August 5, 2015 in Traverse City, Michigan, SCHMIDT and a colleague met with a CARB employee to discuss the discrepancy of emissions of the Subject Vehicles. During the meeting, and as instructed by VW management, SCHMIDT intentionally did not use the term “defeat device” when describing the discrepancy of the emissions of the Subject Vehicles. In addition, Schmidt did not disclose that VW had intentionally installed software in the Subject Vehicles designed to cheat and evade emissions testing. On or about August 7, 2015, SCHMIDT and a colleague had a telephone conversation with another CARB employee and made the same omissions. SCHMIDT knew that his omissions were misleading and designed to conceal the existence of intentional cheating by VW.

Zusätzlich soll Oliver Schmidt aber jetzt von VW vor die Tür gesetzt werden, weil er gegen die Compliance Regeln verstoßen habe. Was ist denn dann mit den Managern, die ihn angewiesen haben zu lügen? Werden die auch rausgeworfen? Oder verstößt man bei VW erst dann gegen die Compliance Regeln, wenn man verhaftet wird?

Dieselgate | Prozess | OliverSchmidt | Gefängnis | Akustikfunktion |


Dienstag, 05. Dezember 2017

DUH hat Euro 6 BMW im Visier - Steuergerät entschlüsselt.

Eine ziemlich unglaubliche Geschichte, die uns die DUH da auftischt: BMW soll beim 320d tief in die Trickkiste gegriffen haben. Das Besondere dabei: es ist ein Euro 6 Auto und wurde erst auf den Markt gebracht, nachdem Volkswagen schon in Handschellen durch’s Dorf getrieben wurde.

Und noch eine Besonderheit: die Motorsteuerung ist keine Black Box mehr, sondern wurde von dem Tuner DS Motorsport (die hier?) entschlüsselt. Ergebnis:

In der Software erkannten sie einen Programmteil, der die Abgasrückführung ab einer Drehzahl von 2000 Umdrehungen reduziert und ab 3500 Umdrehungen ganz abschaltet.

Kommt nach dem Temperaturfenster jetzt das Drehzahlfenster?

Dieselgate | Umwelthilfe | BMW320d | DSMotorsport | BlackBox |


Dienstag, 28. November 2017

Ein Porsche wird eines der letzten Automobile mit Lenkrad sein.

Meint Lutz Meschke - Porsche's stellvertretender Vorstandsvorsitzender (Finanzen und IT).

Und wie lautet der Cunning Plan?

Eine andere Idee ist die Mark-Webber-Funktion, wie wir sie nennen – nach dem Rennfahrer und unserem Markenbotschafter. Damit ließe sich das Fahrzeug autonom über eine Rennstrecke wie den Nürburgring bewegen – so wie Webber fahren würde.

Hat sich in den letzten 12 Monaten also nicht wirklich viel getan in der Ideenabteilung.

Andere Vorschläge?

Denkbar ist zum Beispiel, sich Module aus dem Bereich des autonomen Fahrens individuell zusammenzustellen. Stellen Sie sich vor, Sie könnten sich per Software-Update over-the-air kurzfristig ein paar zusätzliche PS oder eine andere Fahrwerksabstimmung runterladen, wenn Sie am Wochenende auf die Rennstrecke wollen – oder dynamisches Scheinwerferlicht, wenn Sie eine lange Nachtfahrt vor sich haben.

Für Licht bezahlen, da wird sich die Porschekundschaft aber freuen.

Die Sportwagenbauer mit der großen Historie haben auf dem Weg zum autonomen Verkehr ein Problem: Marken - Brands - werden zunehmend in den Hintergrund gedrängt. Wie will man da rechtfertigen, dass ein Porsche teurer ist als andere Autos? Bleibt nicht viel übrig, um sich besonders dynamisch und exklusiv zu positionieren.

Man kann schon regelrecht daran fühlen, dass zumindest in Deutschland die Fahrerlebnis-Marken ihren politischen Einfluss ausschöpfen werden, dass menschengelenkte Fahrzeuge so lange wie möglich am Verkehr teilnehmen dürfen. Was die Entwicklung insgesamt lähmen wird und andere Länder werden uns in Bezug auf Mobilität links und rechts überholen.

Ein Diesel Déjà Vu.

Porsche | Zukunft | Autonom | Lenkrad |


Montag, 20. November 2017

Uber bestellt 24.000 Volvos.

Ihr erinnert Euch an die Diskussion, dass die Flottenbetreiber bei den Autoherstellern die Fahrzeuge kaufen werden, die sie dann als autonome Taxis einsetzen.

Das ist 11 Tage her.

Heute diese Nachricht: Uber bestellt bei Volvo 24.000 Fahrzeuge (XC90), die zwischen 2019 und 2021 geliefert werden sollen. Sie wollen sie selber auf autonomen Betrieb umbauen:

Uber will accept conventional XC90s from Volvo and then add the company’s proprietary sensors and software to convert them into fully driverless models.

Das bestätigt, dass die Flottenbetreiber diejenigen sind, die in Zukunft die Autos kaufen, um dann die Mobilität als Service anzubieten. Und offensichtlich ist Uber überzeugt, dass sie bis dahin den Autopilot im Griff haben.

Ich frage mich, ob das BEVs sein werden - oder Hybride? Verbrenner können wir wohl ausschließen.

Der Artikel spricht von einem Milliardendeal, das wäre dann bei 24.000 Autos ein Preis von 42.000 $ das Stück.

So richtig bleibt einem aber der Sinn des Ganzen verborgen, denn nicht-autonome Fahrzeuge gibt es ja wie Sand am Meer. Warum also jetzt schon dieses Kontingent sichern? Vielleicht kann der Volvo ja irgendetwas besonders oder man möchte sich schon früh auf ein Modell konzentrieren, damit das Adaptieren der autonomen Technik einfacher wird. Wobei einfach nicht ganz das passende Vokabular ist.

Uber | Volvo | autonom |


Mittwoch, 15. November 2017

2011er VW Amarok stillgelegt wegen Dieselgate.

Natürlich nicht einfach so, das Ganze hat eine Vorgeschichte:

Zwar boten ihm VW und Händler an, ein kostenloses Software-Update zu machen, aber das lehnte er ab, weil er trotz anderslautender Versicherungen Sorge hat, dass dadurch die Motorleistung sinkt und der Spritverbrauch steigt.

Er hat auch versucht sich mit VW und dem Händler zu einigen:

Er bot VW zum Beispiel an, dass der Konzern den Verbrauch vor und nach einem Update auf eigene Kosten testet und danach für eine mögliche Verschlechterung selbst aufkommt. VW lehnte ab.

Jetzt fährt er Leihwagen und hat den Händler auf Rückabwicklung verklagt.

EA189 | Dieselgate | Volkswagen | Amarok |


Sonntag, 05. November 2017

Akustikfunktion zwingt Audi zum A8 Diesel Rückruf.

Da schließt sich der Kreis, denn die Akustikfunktion, die dem EA189 die Abgasreinigung abschaltet, kam ursprünglich von Audi. Premium bedeutet bei Audi, dass der Diesel beim starten nicht nagelt, statt die Abgase zu reinigen - daher AKUSTIK-Funktion.

Stellt sich raus, dass beim Audi Flaggschiff - dem A8 - neue Rekorde gebrochen werden, damit die Akustik die empfindlichen Ohren der Premiumkunden nicht belästigt:

Prüfer des KBA haben (..) Emissionswerte von bis zu 2000 Milligramm pro Kilometer gemessen. Erlaubt sind 80 Milligramm.

Da fliegt dem Euro 6 Fahrzeug natürlich die KBA-Zulassung um die Ohren. Im VW Konzern interpretiert man so:

Audi hat den selbst festgestellten Sachverhalt dem Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) direkt und detailliert berichtet und ein Software-Update im Rahmen eins Rückrufes vorgeschlagen, das bereits vorbereitet wird. Auf dieser Grundlage hat das KBA einen Rückruf angeordnet.

Das liest sich im Spiegel leicht anders:

Das KBA hatte die Anordnung für den Rückruf bereits wegen einer Abschalteinrichtung in der Motorensoftware nach SPIEGEL-Informationen bereits am vergangene Freitag an Audi geschickt. Besonders verwundern dürfte die Beamten nun die Behauptung des VW-Konzerns, dass die ganze Aktion von Audi selber ausgegangen sei. Dabei waren es Messungen der Deutschen Umwelthilfe (DUH), die in diesem Sommer die Behörden erst dazu veranlasst hatten, genauer beim A8 hinzusehen.

Und besonders dreist:

Von dem Update sind in Europa 4.997 Fahrzeuge betroffen, davon 3.660 Autos in Deutschland im Produktionszeitraum September 2013 bis August 2017.

Dieselgate wurde schon am 18. September 2015 öffentlich - bei Audi hat man einfach 2 Jahre lang weiterproduziert, als wäre nichts passiert.

Bei Motoren mit AdBlue Einspritzung ist es relativ einfach die Wirksamkeit zu erhöhen: AdBlue in korrekten Mengen dosieren. Können die A8 Fahrer schonmal nach geeigneten Tankstellen Ausschau halten.

Die Befüllung scheint einfach zu sein, aber ich frage mich beim Nachfüllen aus einem Behältnis: wie kontrolliert man den Füllstand, ohne dass die Suppe überläuft?

UPDATE:

Zum dem Befüllen schickt mir ein Leser (Danke Mario!) diesen Link. Cleveres System von Stihl - simple und wirkungsvoll, kein Überlaufen. So müsste man das mit AdBlue auch machen.

Dieselgate | AudiA8 | Umwelthilfe | Akustikfunktion | Euro6 |


Donnerstag, 02. November 2017

Autonomes Fahren? Allan McNish: Not in our lifetime.

Die Motorsportler leben ja gerne in ihrer eigenen Welt. Kann man auch ruhig machen, ist nicht weiter schlimm: die Benzinverrückten bleiben vorzugsweise unter sich und bemühen sich erst gar nicht sich bei den normalen Autofahrern sowas wie Verständnis zu erarbeiten.

Inzwischen sind wir allerdings auf der Schwelle zum autonomen Fahren - wir werden in Zukunft normalerweise unsere Fahrzeuge nicht mehr selber bewegen. Und da halte ich es für den Motorsport schon für sinnvoll, mal aus dem Schneckenhaus herauszuschauen.

Denn während in Phoenix Arizona sich die Bewohner schon an die Selbstfahrer gewöhnt haben und sie dort bereits zum normalen Straßenbild gehören, macht der Sport einfach so weiter als würde das alles gar nicht passieren.

Markus Schurig z.B. schreibt Google ab, obwohl sie in Wirklichkeit mit Waymo eine große Flotte im Testeinsatz haben. Und vor ein paar Tagen meinte Allan McNish auf Twitter, dass wir beide das autonome Fahren wohl selber nicht mehr erleben werden.

Muss man IT'ler sein um zu verstehen, dass die Lösungen, die gerade in der Entstehung sind, blitzschnell skalierbar sind? Die Entwicklung eines autonomen Fahrzeugs ist sehr aufwändig und kostenintensiv - zugegeben eine der größten Herausforderungen, an der die Menschheit aktuell arbeitet. Aber sobald das Konzept steht und ausgereift ist, macht es nur einen marginalen Unterschied, ob man es in 1 oder in 100.000 Fahrzeugen zum Einsatz bringt. Denn die Software wird lediglich kopiert - wenn sie irgendwann mal serienreif ist. Sobald dieser Zeitpunkt erreicht ist, geht alles ganz schnell. Was sollte die Verbreitung aufhalten, zumal ein gigantischer Wettbewerbsvorteil und damit Profit auf dem Spiel steht?

Natürlich kann man argumentieren: was hat das mit dem Motorsport zu tun? Der könnte ja nach wie vor genauso stattfinden wie heute auch. Das Problem: wenn die Hersteller das Interesse verlieren, werden große Geldflüsse versiegen und ich wüsste nicht, was dies kompensieren sollte. Und die Hersteller werden das Interesse verlieren, weil sie keine "dynamischen Fahrer" mehr umwerben müssen in ausgerechnet ihr Fahrzeug zu steigen.

Auch wenn die Akzeptanz für Petrol Heads heute schon sehr gering ist - sie wird weiter sinken. Denn die Renndynamik steht im Widerspruch zur Mobilität von morgen - und die betrifft die Gesellschaft als Ganzes.

Zukunft | Mobilität | McNish | Schurig | autonom | nachgedacht |


Sonntag, 22. Oktober 2017

Tesla: kostenloses Chiptuning vom Hersteller.

Tesla überrascht seine Kunden gerne mal mit nachträglichen Verbesserungen, besonders wenn sie sich mit einer einfachen Software-Aktualisierung umsetzen lassen:

The range of eligible vehicles is not exactly clear and Tesla’s service team will have to validate every VIN to see if the vehicles are eligible, but it looks like several Model S and X 75D owners could end up with a significantly quicker car after their next visit to a Tesla service center.

Immerhin 1 Sekunde schneller bei der 0 auf 100 Beschleunigung. Für solches Tuning muss man normalerweise viel Geld ausgeben.

Interessanterweise diesmal nicht als Over-the-Air Update, sondern verkabelt beim Service:

The update is not over-the-air as Tesla says it is “best managed through a hardwired connection” from Tesla’s Service centers.

Tesla | Chiptuning |


Donnerstag, 12. Oktober 2017

Mobilität der Zukunft: Medien hinken noch schwer hinterher.

Selten habe ich so einen schlechten Artikel gelesen, wie diesen hier gestern in der Washington Post.

Ich greife mal ein paar Argumentationen auf.

Eigentlich fängt es ganz gut an, indem 2017 rückblickend als der Wendepunkt betrachtet werden könnte, an dem Elektromobilität so richtig Fahrt aufgenommen hat.

Aber da bleibt die Entwicklung natürlich nicht stehen - der Artikel aber schon. Das autonome Fahren wird die Straßen erobern und damit auch neue Geschäftsmodelle, die den individuellen Fahrzeugbesitz ad absurdum führen, weil viel zu aufwendig und teuer. Kürzlich habe ich aufgeschnappt, dass wir hier in Deutschland ca. 14.000 km im Jahr fahren. Wenn man mal von einer konservativ angenommenen Durchschnittsgeschwindigkeit von 40 km/h ausgeht, dann fährt ein Auto im Schnitt 350 Stunden pro Jahr. Bzw. 4%. Und steht 96% der Zeit rum - bzw. im Weg.

Das autonome Fahren wird dieses Verhältnis umkehren, weil die Autos maximal ausgelastet werden - also immer unterwegs sind statt rumzustehen. Und dadurch natürlich die Kosten dramatisch senken - man kauft in Zukunft den Service, nicht das Auto. Das gilt für alle 46 Millionen PKW in Deutschland. Das würde sich meiner Rechnung dann auf 1,8 Millionen reduzieren. Bei gleicher Mobilität, aber höherer Auslastung der Fahrzeuge. OK, das ist noch ein weiter Weg, aber würde 660 km2 an Fläche freigeben. Zum Vergleich: Berlin - die größte Stadt - hat eine Fläche von knapp 900 km2.

Urging caution about the impact of EVs on the oil industry, John Eichberger, executive director of the Fuels Institute, said he doesn’t expect to see significant changes in demand for another 15 years or so. “We don’t know how fast EV sales will pick up, but what we do know is that no matter how fast they pick up, the inventory in the market will turn over more slowly, and this will delay the impact on liquid gallon demand,” he said.

Es ist nicht die Anzahl der Fahrzeuge auf der Straße, die Öl oder Strom verbrauchen. Es ist die gefahrene Strecke. In 15 Jahren - also 2032 - haben die neuen Konzepte längst gegriffen und den alten Fahrzeugbestand überflüssig gemacht. Nicht weil auf einmal so viele neue elektrische Fahrzeuge verkauft werden, sondern weil der Großteil der Strecken damit zurückgelegt wird. Es wird übrigens auch teuer werden die alten Autos zu entsorgen. Bzw. günstig sich einen Verbrenner für’s Hobby zu kaufen :)

Die nächste steile These:

“The idea is that for hospitality-type venues — restaurants, gas stations, coffee shops — electric vehicle charging could be an attractive way for them to attract customers the way WiFi was a decade ago, when it caused a lot of people to hang out at Starbucks.”

Das mit dem autonomen Verkehr scheint in den Köpfen nicht anzukommen. Wenn es einmal aussortiert ist, lässt es sich spielend leicht skalieren, denn dann reden wir nur noch von Copy/Paste - die Software, die das Auto schlau macht.

Und autonome Autos machen bestimmt nicht Pause, um Kaffee zu trinken ;)

Paradoxerweise zitiert der Artikel sogar Tony Seba, allerdings um das Verschwinden der Werkstätten zu untermauern:

Seba pointed out that there are thousands of department store and dealer repair locations — as well as about 70,000 mom-and-pop repair shops — that will be significantly affected by a decline in business.

Hätten sie dem Forscher mal besser insgesamt zugehört.

Übrigens, auch eine Meldung von heute: Shell hat sich NewMotion einverleibt, über die 50.000 Ladestationen in Europa zugänglich sind. Das zeigt a), dass jetzt langsam die Panik ausbricht und b), dass das mit den umgebauten Tankstellen vielleicht doch nicht die beste Idee ist.

Die Meldungen überschlagen sich im Tagestakt, aber der Mainstream ist immer noch festgefahren in alten Gedankenmodellgängen.

Zukunft | Elektro | Seba | WashingtonPost | autonom | Fläche | PeakOil |


Donnerstag, 28. September 2017

Dieselgate: Ex Porsche Vorstand Wolfgang Hatz verhaftet.

Bei solchen Meldungen habe ich sofort das “software engineers who put this in for whatever reason” im Ohr.

Jack Ewing - der Buchautor - fasst die Ereignisse auch für die NYT nochmal zusammen.

Wolfgang Hatz hat eng sowohl mit Matthias Müller als auch mit Martin Winterkorn zusammengearbeitet.

Dieselgate | Hatz | MatthiasMüller | Winterkorn | Ewing |


Freitag, 22. September 2017

Zakspeed kündigt die Partnerschaft mit AMG auf, nachdem AMG die Partnerschaft mit Zakspeed aufgekündigt hat.

Angefangen hat alles mit der Disqualifikation beim letzten GT Masters, nachdem man Platz 1 und 2 gefeiert hat. Grund unerlaubter Verstellbereich der Nockenwellen. Offensichtlich wird das über die Kennfelder geregelt und jetzt fragen sich natürlich alle: wie kommt die modifizierte Software in die Autos?

Fast ein kleines Dieselgate.


Montag, 18. September 2017

2 Jahre Dieselgate - Ende offen.

Am 18.September 2015 hat die amerikanische Umweltbehörde die Notice of Violation of the Clean Air Act veröffentlicht - sie hat VW in der Folge schon 22 Milliarden US$ gekostet. Am Anfang war das noch gar nicht absehbar - von “Defeat Device” bzw. Prüfstandserkennung war die Rede. Erst dieser Vortrag beim jährlichen Kongress des Chaos Computer Clubs 3 Monate später brachte Licht in’s Dunkel - Felix Domke war es gelungen die Motorsteuerung zu hacken und er war auch der erste, der dort die Akustikfunktion auslesen konnte.

Martin Winterkorn flog schon nach Tagen aus dem Sattel, allerdings ist er weich gefallen: 3.000 € Urlaubsgeld pro Tag summieren sich in 2 Jahren zu über 2 Mio. €.

Das Ganze passierte 2015 auch ausgerechnet zur IAA - Verschwörungstheorien befeuerten die öffentliche Diskussion, von Wirtschaftskriegen zwischen USA und Deutschland war die Rede.

Heute - eine IAA später - sind wir schlauer und die ersten Leute im Gefängnis, aber VW noch lange nicht geläutert. Am Wochenende habe ich mir die ZDF Diskussion bei Maybrit Illner angeschaut. Es war zwar keine Zeitverschwendung, aber wie sehr eine ominöse Software als Schuldiger aus dem Fenster gehangen wird, stellt einem die Nackenhaare auf. Man muss kein Informatiker sein, um die Zusammenhänge zu verstehen, aber selbst Ranga Yogeshwar - der Alleserklärer - hat die Thesen von VW Vorstand Herbert Diess unwidersprochen im Raum stehen lassen.

In Wirklichkeit reden wir von einem klassischen SCHALTER, der auf AN oder AUS gestellt wird. Damit wird die Abgasreinigung ein- oder ausgeschaltet, je nachdem ob das Fahrzeug auf dem Prüfstand steht (Abgasreinigung AN) oder im Alltag auf der Straße unterwegs ist (Abgasreinigung AUS). Sowas wird heutzutage natürlich einprogrammiert, aber nur weil es in Bits und Bytes abgebildet wird, ändert das nichts an der Funktionsweise.

Auch Verkehrsminister Alexander Dobrindt ist sich nicht zu schade, von einem Fehler in der Software zu sprechen, der halt über den Softwareupdate korrigiert wird. Natürlich ist das alles andere als ein Fehler - es ist ein Betrugs-FEATURE, auf dem die millionenfache EA 189 Dieselmotorstrategie des VW Konzerns fußt.

Ich lese aktuell noch in dem ausgezeichneten Buch von Jack Ewing und er hat kürzlich ein schönes Interview geführt, das man sich hier anhören kann. Beides - Buch und Podcast - sind sehr zu empfehlen. Mir ist klar, dass VW besonders in Deutschland viele Freunde und Fans hat - Käfer, Audi 80 GTE und der elterliche Werkstatt-Passat ziehen sich auch bei mir anekdotenreich durch die jugendlichen Verkehrseskapaden - sowas verbindet.

Und man kann verstehen, dass große Teile der Öffentlichkeit und auch VW die lästige Dieselthematik gerne hinter sich lassen möchten, aber die Geschichte ist noch lange nicht ausgestanden: Gerechtigkeits-Schwergewichte wie Michael Hausfeld nehmen gerade erst Anlauf. Und auch wenn die Vorstände alle lässig abwinken: der Konzern ist noch lange nicht über’n Berg.

Dieselgate | Akustikfunktion | Winterkorn | Yogeshwar | Softwareupdate |


Samstag, 09. September 2017

Super Diesel: VW´s 8-Punkte Flyer für IAA Diskussionen.

So wirklich entspannt ist man bei VW vor der IAA nicht - ich hatte ja schon den denkbar ungünstigen Zeitpunkt thematisiert.

Damit das Standpersonal der Dieselthematik nicht komplett schutzlos ausgeliefert ist, hat man einen Flyer entworfen, der sich liest, als wäre er frisch aus Facebook kopiert.

Liebe Kolleginnen und Kollegen, nächste Woche startet in Frankfurt die IAA, die wichtigste Automobilmesse der Welt. Neben Fahrzeugneuheiten und den großen Zukunftsthemen unserer Branche dürfte dort auch die Diskussion um den Dieselantrieb weitergehen. In der öffentlichen Debatte fallen wesentliche Fakten leider häufig unter den Tisch. Hier sind sie:

Fakten-Check Diesel. (Kopie hier.)

Zusammengefasst:

  • Die Luft ist viel sauberer als früher.
  • Schiffe sind noch schlimmer.
  • Die neuen Diesel sind jetzt aber super.
  • Diesel ist wichtig für CO2 Ziele.
  • 160.000 Jobs in Gefahr.
  • Diesel-Gipfel, Software Updates und Umweltprämie - was will man mehr.
  • Software Update löst die Probleme.
  • (Sorry - den Bla konnte ich nicht zusammenfassen - weil nichtssagend.)

Nicht Neues, dafür aber die Stammtischdiskussionen gesellschaftsfähig gemacht und für die IAA in einen schicken Flyer gedruckt.

Das mit den Schiffen ist ein gutes Beispiel - und wo wir gerade bei “Fakten-Check” sind: die Zeit hat das mal geprüft. Und veröffentlicht bevor VW seinen Flyer erstellt hat. Fazit: ja, die Schiffe sind dreckig, aber der gezogene Vergleich ist unseriös.

Bei dem CO2 Argument stellen sich bei mir regelmäßig die Nackenhaare hoch: der Diesel hat einen höheren Wirkungsgrad, daher weniger Verbrauch als der Benziner und weniger CO2 - ein Produkt der Verbrennung. Aber: was nützen die ganzen Ersparnisse, wenn immer dickere Motoren in immer dickere SUVs gesteckt werden? Richtig, nichts. Wenn der geringere Verbrauch nur dazu genutzt wird, um die Ersparnis mit einem noch dickeren Panzer kompensieren zu können, dann hat die Umwelt herzlich wenig davon.

Dieselgate | Faktencheck |


Dienstag, 29. August 2017

Geheimes Abgas-Testlabor im VW Entwicklungszentrum?

Bloomberg:

Volkswagen AG operated a top-secret site at its sprawling headquarters to test the diesel technology at the heart of the emissions-cheating scandal, reflecting the lengths those involved went to conceal their actions, people familiar with the matter said. (..)

The unusual security arrangements at the site were in effect from at least 2006 through 2008, the people familiar said. The diesel engines that were equipped with the software were fitted in cars from model years 2009 to 2015.

Dieselgate |


Sonntag, 27. August 2017

Brutales Urteil für VW Dieselgate-Ingenieur James Liang: 40 Monate US-Gefängnis und 200.000 Dollar Strafe.

Da kannte der Richter keine Gnade: 40 Monate Haft und $200.000 Strafe - das lag ordentlich über dem von der Staatsanwalt geforderten Maß (36 Monate und $20.000).

Die Verteidigung hatte auf sehr viel größere Milde gehofft: 1 Jahr Stubenarrest zuhause (“Home Detention”), 1.500h Sozialarbeit und ein symbolischer Geldbetrag (“Nominal Fine”).

Alta Motors

Das ist mir sogar eine eigene Grafik wert. Denn wahrscheinlich sind alle erstmal schwer blass geworden, als Richter Sean Cox das vernichtende Urteil verlas. Das Problem mit amerikanischen Gefängnissen: Ausländer kommen prinzipiell in Low-Security Gefängnisse - zusammen mit krassen Verbrechern und Bandenmitgliedern. Nicht das geeignete Umfeld für einen 62-jährigen mit eher schmächtiger Statur.

Ich war auf der Suche nach mehr Hintergrundinformationen und wurde bei Prozessreporter Robert Snell fündig, der für Detroit News arbeitet:

Überraschenderweise war bei der Urteilsverkündung am Freitag kaum was los im Gerichtssaal - da hätte ich mehr Medienrummel erwartet. Besonders, weil das ja das erste Urteil ist, das in der ganzen VW Affäre gefällt wurde. Es ist allerdings noch nicht rechtskräftig, James Liang kann noch Berufung einlegen. Was ich eigentlich erwarten würde, denn schlimmer kann es ja nicht werden und es ist ja hoffentlich VW, die die Prozesskosten tragen.

Und wenn der Ingenieur, der keine Leute unter sich hatte und keine Management-Position, schon so eine heftige Strafe bekommt, obwohl er freizügig mit der Strafverfolgung zusammengearbeitet hat, was blüht dann erst dem VW Manager Oliver Schmidt? Der noch leichtsinnig nach Florida in Urlaub geflogen ist, wo man ihn direkt am Flughafen verhaftet hat? Die Latte liegt jetzt jedenfalls ziemlich hoch.

Die Prozessdokumente sind sehr spannend, kann ich unbedingt zur Lektüre empfehlen.

In der Anklage ist z.B. von einer “Company A” die Rede (S.5):

Company A was an automotive engineering company based in Berlin, Germany, which specialized in software, electronics, and technology support for vehicle manufacturers. VW AG owned fifty percent of Company A’s shares was Company A’s largest customer.

Und dann auf Seite 17:

On or about November 10, 2006, a Company A employee submitted a request, on behalf of Volkswagen, for a software design change to what was known as the “acoustic function” that would become the defeat device.

Die Akustik Funktion! Die hat damals im Dez. 2015 Felix Domke in dem historischen Vortrag beim CCC vorgestellt.

In der Anklageschrift kann man aber auch nachlesen, dass es vermehrt Qualitätsprobleme beim EA 189 Motor gab. Weil die Prüfstandserkennung nicht akkurat funktionierte und der Motor dadurch auch auf der Straße im abgasarmen Modus lief. Wofür die Komponenten aber wohl nicht ausgelegt waren. Und wie adressiert man das am geschicktesten? Natürlich per Softwareupdate. Ich weiß nicht, was sie den Kunden in’s Gesicht gelogen haben, aber auf Seite 13 der Anklageschrift kann man nachlesen, dass per Software die Lenkwinkelerkennung nachgerüstet wurde, um die Prüfstandserkennung zu verbessern. Sehr krass.

Als der Betrug drohte aufzufliegen, haben die Beteiligten alles versucht, die wahren Gründe zu verschleiern. James Liang war von Anfang an beteiligt und hat auch an den Sitzungen für die ursprüngliche Zulassung teilgenommen. Aber er war natürlich nicht Kopf des ganzen und nur die vorgeschobene Außenstelle. Aufgrund des Emailverkehrs, der in der Anklageschrift zitiert wird, kann man vermuten, dass noch einige Namen auf der US Fahndungsliste stehen. Da werden wohl ein paar Leute ihre Reisetätigkeiten stark einschränken in Zukunft.

Zur Zeit wohnt James Liang mit seiner ganzen Familie (2 Töchter, 1 Sohn - 18, 23 und 24 Jahre alt) in Kalifornien. Das geht aus der Schrift der Verteidigung hervor. Die Aufenthaltsgenehmigung für James Liang wird bei Verurteilung zurückgezogen und nach der Gefängnisstrafe muss er sofort das Land verlassen. Er arbeitet seit 1982 bei VW - direkt nach dem Studium in Hannover - also 35 Jahre. 2006 war er einer der Ingenieure, die an der 2L Diesel Entwicklung mitgewirkt haben - für 69.000 € im Jahr. Normales Ingenieursgehalt würde ich sagen.

Schon damals war der Entwicklungsabteilung klar, dass die NOx Werte nicht zu schaffen sind und in 2007 wurde der “Clean Diesel” der Environmental Protection Agency (EPA) und dem California Air Resources Board (CARB) vorgestellt. Von Anfang an mit Defeat Device, das natürlich verheimlicht wurde. Mitte 2008 ist James Liang dann gewechselt zu VW GOA (Volkswagen Group of America). 2014 hat die ICCT Study alles aufgedeckt und erst im September 2015 hat VW gestanden.

Jetzt - 2 Jahre später - wird ein Ingenieur eingelocht. Während z.B. der feine Herr Winterkorn beurlaubt ist und weiterhin 3.000€ Gehalt bekommt. Täglich. Und die Strafverfolgung in Deutschland im Bezug auf VW außer Kraft gesetzt scheint.

Dieselgate | Liang | Akustikfunktion | Detroit | Michigan | Winterkorn |


Mittwoch, 23. August 2017

Neuigkeiten zum Apple-Auto.

Die New York Times hat ein paar neue Recherche-Ergebnisse, wonach sich Apple erstmal auf die Software konzentrieren möchte:

The company has put off any notion of an Apple-branded autonomous vehicle and is instead working on the underlying technology that allows a car to drive itself.

Wenn ich jemandem in Bezug auf Apple seriöse Spekulationen zutraue, dann John Gruber:

My understanding is that it’s more like “Let’s get the autonomous shit down first, and worry about designing vehicles to put it in after that.” Eat the steak one bite at a time rather than all at once.

Achtet auf die Feinheiten, wenn jetzt in anderen Medien Apple -wieder - komplett abgeschrieben wird. Ich behaupte mal die nehmen nur Anlauf - da ist ein richtig schweres Pfund unterwegs. Nur nicht mit dem zweiten Schritt vor dem ersten.

Autonom | Apple |


Montag, 21. August 2017

Der Herr Pamio von Audi singt wie ein Vögelchen.

Eine Handvoll Software-Ingenieure?

Dieselgate | Pamio |


Mittwoch, 09. August 2017

Die Grenzen zwischen Staat und VW sind fließend.

Die KBA vorher-nachher Analysesoftware war inklusive Notebook von VW ausgeliehen und damals, als Dieselgate aufkam, hat Ministerpräsident Stephan Weil seine Regierungserklärung vorher mit VW abgestimmt.

Ganz normale Vorgänge zwischen Abteilungen.


Dienstag, 08. August 2017

Heftiges Dieselgate-Urteil am Landgericht Krefeld.

Ist vom 19.7. und lohnt sich komplett gelesen zu werden:

Landgericht Krefeld, 7 O 147/16

Ein Audi Q5 Käufer mit EA189 2 Liter Dieselmotor hatte auf Schadensersatz geklagt und teilweise Recht bekommen - ist allerdings noch nicht rechtskräftig.

Die Begründung ist Sprengstoff für Wolfsburg und Ingolstadt - zum ersten Mal hat man das Gefühl, dass sowohl Kläger als auch Gericht voll im Bilde sind. VW hat sich anscheinend auch nicht vor dem Urteil geeinigt, sodass es auch mal eine Urteilsbegründung zu lesen gibt - das versuchen sie nämlich normalerweise zu vermeiden.

VW hatte argumentiert:

Eine gesetzliche Vorgabe, dass die Emissionsgrenzwerte im normalen Straßenbetrieb und nicht bei einem hierauf gerichteten Test einzuhalten seien, gebe es nicht. Für die Erlangung der EG-Typengenehmigung sei allein erheblich, ob die Emissionsgrenzwerte im synthetischen Fahrzyklus unter Laborbedingungen eingehalten werden. Aus denselben Erwägungen liege auch keine Täuschungshandlung vor.

Und das Gericht hat die Frechheit volley aufgegriffen - ich schätze das sind ein paar VW Anwälte rückwärts vom Stuhl gefallen. Und weil das ja schon vom Juli ist, könnte sogar diese Aktion damit zusammenhängen.

Hier ein paar - brisante - Auszüge aus der Urteilsbegründung, aber wie gesagt, lest es euch am besten komplett durch:

Die Klage ist als Feststellungsklage gemäß § 256 Abs. 1 ZPO zulässig. Besteht der Schaden im Rahmen eines Anspruchs aus §§ 823 Abs. 2, 826 BGB in der Herbeiführung eines Vertrages, den der Geschädigte ohne die schädigende Handlung nicht geschlossen hätte, so kann dieser den Ersatz des negativen Interesses verlangen.

Der Begriff der Abschalteinrichtung wird von Art. 3 Nr. 10 der EU-Verordnung legaldefiniert als „ein Konstruktionsteil, (..) wodurch die Wirksamkeit des Emissionskontrollsystems unter Bedingungen, die bei normalem Fahrzeugbetrieb vernünftigerweise zu erwarten sind, verringert wird“.

Dass der europäische Gesetzgeber im Rahmen der Festsetzung der Emissionsgrenzwerte nach Euro 5 und Euro 6 davon ausging, dass diese Grenzwerte im normalen Fahrbetrieb und gerade nicht nur auf dem Prüfstand eingehalten werden, ergibt sich ausdrücklich aus den Erwägungsgründen der EU-VO 715/2007/EG, in denen es heißt, dass „weitere Anstrengungen unternommen werden (…), um sicherzustellen, dass sich die Grenzwerte auf das tatsächliche Verhalten der Fahrzeuge bei ihrer Verwendung beziehen“ (Erwägungsgrund 12 der EU-VO 715/2007/EG) und „Überprüfungen erforderlich sein können (!), um zu gewährleisten, dass die bei der Typengenehmigungsprüfung gemessenen Emissionen denen im praktischen Fahrbetrieb entsprechen (Erwägungsgrund 15 der EU-VO 715/2007/EG). Diese Erwägung wäre überflüssig, ginge der Gesetzgeber davon aus, dass sein Emissions-Regelwerk lediglich im Prüfstandmodus im Rahmen der Typengenehmigung eingehalten werden muss. Ausnahmen von dem strikten Handlungsverbot in Gestalt des Verbots der Verwendung von Abschalteinrichtungen können sich demnach allein aus der Norm selbst ergeben.

Plumps! Das waren die VW Anwälte, die vom Stuhl kippen! Das Gericht begründet schlüssig, dass es eben doch gesetzwidrig ist, die Abgaswerte nur auf dem Prüfstand einzuhalten und die Vorgaben sind sehr wohl eindeutig.

Denn das war immer die Ausrede von Müller & Co., warum in Europa anders als in den USA kein Schadensersatz fällig würde. Das fliegt ihm hiermit um die Ohren - allerdings nicht mit einem großen Knall als Sammelklage, sondern kleinteilig kleinteilig als Splitterbombe.

Geht aber noch weiter in Krefeld:

Um die NOx-Emissionen zu minimieren, müssten die Spitzentemperaturen so niedrig wie möglich gehalten werden, was der Erreichung maximaler Leistung entsprechend im Weg stehe. Zur Reduzierung von Spitzentemperaturen stünden verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung, die jedoch nichts an der geschilderten physikalischen Bedingung änderten, dass die Reduzierung der Temperatur auf Kosten der Leistungsfähigkeit des Motors ginge. Soweit in den Verbrennungsvorgang mit dem Ziel der Reduzierung der Spitzentemperaturen eingegriffen werde, erhöhe sich durch die notwendig verlängerte Verbrennungsdauer die Partikelemission und umgekehrt. Dieses Phänomen werde als “Ruß-NOx-Trade-Off“ bezeichnet.

Da hat sich jemand mal vorbildlich schlau gemacht.

Und das Gericht lässt sich auch nicht davon beeindrucken, dass angeblich niemand davon wusste. Denn die Auflösung dieser Crux: leistungsfähiger Motor, aber trotzdem keine Abgase - war so sensationell, dass es die Vorstandsetage erreichen musste.

Die Programmierung der Software setzt denknotwendig eine aktive, im Hinblick auf dieses Ergebnis gewollte präzise Programmierung der Motorsteuerungssoftware voraus und schließt die Annahme einer fahrlässigen Herbeiführung dieses Zustands aus (§ 291 ZPO). Ist eine solche Einstellung, wie hier bei den Motoren der Serie EA 189, ausnahmslos bei jedem Motor dieser Serie auffindbar, spricht eine tatsächliche Vermutung dafür, dass eine Entscheidung dafür, die Motoren mit dieser Einstellung planvoll und absichtlich zu produzieren und in den Verkehr zu bringen angesichts der Tragweite und Risiken für die Gesamtgeschicke eines so agierenden Konzerns durch die Geschäftsleitung selbst getroffen wurde und damit der Beklagten zu 2) zurechenbar ist gemäß § 31 BGB.

Angesichts des lange bekannten Zielkonflikts zwischen möglichst geringer Kohlendioxidemission und der Begrenzung der Stickoxidemission sowie den ebenfalls bekannten Schwierigkeiten, den Stickoxidausstoß ohne Verwendung der AdBlue Technologie innerhalb des von der Euro 5 Norm vorgegebenen Rahmens zu halten, ohne Motorschäden, Leistungsminderungen oder einen erhöhten Kohlendioxidausstoß in Kauf zu nehmen, hätte für den Vorstand der Beklagten zu 2) ein deutlicher Anlass zu einer genauen Überprüfung der Abläufe in ihrem eigenen Unternehmen bei der Herstellung der Motoren bestanden, als aus Sicht der für die Motorenentwicklung zuständigen Mitarbeiter die Auflösung dieses Zielkonflikts angeblich auf einmal gelungen war.

Der Vorstand hat das Unternehmen den gesetzlichen Bestimmungen gemäß zu organisieren und zu führen (sog. „Compliance“ vgl. MüKoAktG/Spindler AktG § 91 Rn. 52–53).

Durch ihre Handlung hat die Beklagte zu 2) dem Hersteller des Fahrzeugs, der Audi AG, Beihilfe zur Begehung eines Betruges i.S.d. § 263 Abs. 1 StGB geleistet. Die Abgabe der Übereinstimmungsbescheinigung durch die Audi AG stellt eine aktive Täuschung der Käufer i.S.d. § 263 Abs. 1 StGB dar, denn sie enthält die Auskunft des Herstellers, dass das konkrete Fahrzeug den Genehmigungsvoraussetzungen entspricht, obwohl es tatsächlich eine rechtswidrige Motorsteuerung enthält, die nicht genehmigungsfähig ist.

Die Audi AG hat zur Überzeugung der Kammer in Kenntnis der Tatsache, dass die gesetzlichen Voraussetzungen der Typenzulassung der Fahrzeuge derjenigen Baureihe, der das klägerische Fahrzeug angehört, wegen des Verstoßes gegen Art. 5 Abs. 2 der EU-Verordnung 715/2007/EG gemäß Art. 10 Abs. 2 der EU-Verordnung 715/2007/EG nicht vorliegen, vorsätzlich eine falsche Übereinstimmungsbescheinigung im Sinne des § 6 Abs. 1 EG-FGV für das Fahrzeug ausgestellt. Die Abgabe der Übereinstimmungserklärung und die damit einhergehende Täuschungshandlung ist nach der Auffassung der Kammer nur vorsätzlich denkbar, weil der Audi AG als etablierter Fahrzeugherstellerin die Kenntnis der Typengenehmigungsvoraussetzungen für ihre eigenen Fahrzeuge unterstellt werden kann.

Soweit sich die Audi AG darauf beruft, sie habe von der Nutzung der Abschalteinrichtung in den ihr verkauften Motoren nichts gewusst, änderte dies möglicherweise die Begehungsform i.S.d. § 13 StGB; an ihrem Vorsatz ändert dies jedoch nichts. Angesichts des lange bekannten Zielkonflikts zwischen möglichst geringer Kohlendioxidemission und der Begrenzung der Stickoxidemission sowie den ebenfalls bekannten Schwierigkeiten, den Stickoxidausstoß ohne Verwendung der AdBlue Technologie innerhalb des von der Euro 5 Norm vorgegebenen Rahmens zu halten, ohne Motorschäden, Leistungsminderungen oder einen erhöhten Kohlendioxidausstoß in Kauf zu nehmen, hätte auch für die Audi AG ein deutlicher Anlass zu einer genauen Überprüfung der ihr gelieferten Motoren bestanden, als aus Sicht der für die Motorenentwicklung zuständigen Mitarbeiter die Auflösung dieses Zielkonflikts angeblich auf einmal gelungen war.

In meinen Augen ist die armselige Salamitaktik - also immer nur das zugeben, was sowieso schon bekannt ist - gescheitert. VW wollte auf Zeit spielen und sicher hat es auch lange gedauert, aber jetzt fällt ihnen der Betrug zentnerschwer auf die Füsse. Und weil der Skandal schon so lange köchelt und immer wieder neu aufgewärmt wird - Stichwort: Kartell - ist die Allgemeinheit schon ziemlich gebildet bei dem Thema und lässt sich nicht mehr mit leeren Floskeln abspeisen. Auch wenn es hierzulande keine Sammelklagen gibt, durch die Einzelklagen wird das Thema ständig in den Medien gehalten - das ist für VW vielleicht kostenmäßig billiger, aber imagemäßig eine lang anhaltende Dauer-Katastrophe.

Dieselgate | EA189 | Krefeld | Schadensersatz | Urteil |


Donnerstag, 03. August 2017

Die Software zur Reduzierung der Dieselabgase ...

… gibt es nicht. Wie auch? Abgas ist das Resultat einer Verbrennung und das lässt sich nicht einfach so wegprogrammieren.

Der heutige Computer in der Motorsteuerung ersetzt die damalige Mechanik. Als der Vergaser durch die Einspritzung abgelöst wurde, haben sich neue Möglichkeiten aufgetan, denn Einspritzzeitpunkt und -menge konnten zum ersten Mal präzise dosiert werden. Dann kam durch den Computer noch der Zündzeitpunkt dazu, fertig war die erste Motronik. Natürlich war die Verbrennung immer noch eine Verbrennung, aber die Entwickler hatten mehr Stellschrauben, um die gegensätzlichen Ziele gegeneinander abzuwägen: viel Leistung, aber wenig Verbrauch - alle denkbaren Temperatur- und Einsatzgebiete, aber leise und komfortabel - Senkung der Kosten, aber Einhalten der Lebensdauer - möglichst leicht und geringer Platzbedarf, aber trotzdem robust und haltbar … die Liste der konkurrierenden Ziele ist lang und kompliziert. Was ja gerade den Reiz ausmacht, denn mit Ingenieurskunst und Liebe zum Detail können die Widersprüche angeglichen und optimiert werden.

Da kann der Computer im Auto bzw. in der Motorsteuerung eine große Hilfe sein, denn einige der Parameter kann man innerhalb der mechanisch vorgegebenen Grenzen in der Software variieren. Die große Szene der Chiptuner macht regen Gebrauch davon: einfach den Ladedruck erhöhen, schon gibt es mehr Leistung. Dass in diesem feinfühligen Gleichgewicht, das durch den enormen Wettbewerbs- und Kostendruck bei den Herstellern kaum noch nennenswerte Toleranzen oder Freiräume bietet, irgendetwas anderes hinten runterfallen muss, sollte jedem klar sein. Lebensdauer, Fahrkomfort, Verbrauch, Abgaswerte - die physikalischen Gesetze erfordern ein Gleichgewicht und wenn ich mehr Leistung abrufe, dann muss die irgendwo herkommen. Denn die lässt sich nicht einfach so einprogrammieren.

Genau so verhält es sich mit den Abgasen: die kann man nicht einfach wegprogrammieren, denn sie sind das Resultat der Verbrennung und die Physik ist nunmal so wie sie ist. Die Abgasreinigungsabschaltung des VW Konzerns hat schwerwiegende Gründe und war der letzte Ausweg aus dem beschriebenen Gleichgewichtsdilemma. Es gehört schon viel dazu, für ein normales Angestelltengehalt alle ethischen Grundsätze über Bord zu werfen, um die unmöglichen Vorgaben der Geschäftsführung zu erreichen.

Ganz einfach wäre bei den Fahrzeugen mit AdBlue den Verbrauch an Harnstoff zu erhöhen, um die Stickoxide zu bekämpfen. Doch das Nachtanken ist fummelig, klebrig und größtenteils bisher nur aus Kanistern möglich. Auch die Kontrolle, ob es funktioniert, ist kaum möglich - wer kann schon seine CO2 und NOX Werte messen? Selbst die Industrie hat offensichtlich große Probleme damit, BMW habe gerätselt, wie die Audis den AdBlue Verbrauch so gering halten können. Dabei hätte eine Abgasmessung auf der Straße sofort alles auflösen können. Beim Verbrauch ist das viel einfacher, den kann ich bei jedem Nachtanken kontrollieren.

Das weiss natürlich auch die Industrie und solange man es sich mit dem KBA gemütlich machen kann, kann man der Außenwelt viel erzählen. Und hier läge die Lösung: eine technische Entwicklung, die ein einfaches und unkompliziertes Nachmessen der Abgase ermöglicht. Eigentlich unfassbar, dass es so etwas heutzutage nicht gibt. Von mir aus auch gerne mit riesig großen Toleranzgrenzen von +/- 50%, es wäre immer noch genug, um die groben Ausreißer herauszufinden - es ist von Spitzenreitern von Faktor 17 die Rede, das sind sportliche 1.700%.

Eigentlich müsste die IT Community geschlossen aufstehen und auf den Tisch hauen, denn am Anfang waren es auch schon die paar bösen Programmierer, die an Dieselgate schuld sein sollen. Und wenn es jetzt die Software nicht richtet, dann kann man das prima wieder den Programmierern in die Schuhe schieben. Ich bin schon auf den 34C3 gespannt.

Dieselgate | Dieselgipfel | Software | Softwareupdate | Abgas | Chiptuning | Programmierer | ChaosComputerClub |


Dienstag, 18. Juli 2017

Hacker haben ein neues Angriffsziel: Teslas.

electrek.co:

They have apparently been targeting Tesla vehicles over the past few months in Europe and managed to get away with quite a few of them.

Welche Methode haben sie angewendet?

It was never clear how exactly they were stolen. In each case, the key fobs weren’t stolen and the vehicles not trackable, which means that the thieves either have an unknown sophisticated way to start and drive the car, or they managed to quietly tow it. The leading theory is that they gained access through hacking the key fob or Tesla app of the owner and they quickly removed the Sim card or used a GPS blocker to prevent tracking.

Aber - wie man das auch erwarten würde bei den Computern auf Rädern - wird die Schwachstelle über einen "Software-Fix" gelöst.

Tesla | Diebstahl | Hacker |


Freitag, 07. Juli 2017

BMW BoxerCup bei der IDM ab 2018.

BMW Presse:

Bis zu 30 Teams treten auf identischen, für den Einsatz auf der Rennstrecke modifizierten BMW R nineT Racer gegeneinander an. (..) In dem klassischen, halbverkleideten Sportmotorrad kommt der luft‑/ölgekühlte Boxer-Motor mit 1 170 cm3 Hubraum und 81 kW (110 PS) Leistung in Kombination mit einem Sechsganggetriebe zum Einsatz.

Diese Sonderversion „BoxerCup“ wird u.a. mit folgendem Zubehör versehen:

  • Gabelumbau von Wilbers
  • Stoßdämpfer von Wilbers
  • Zylinderkopfhauben, Motorspoiler, Heckabschluß von Ilmberger
  • Akrapovič Sportschalldämpfer und Titan-Krümmer
  • Brembo Bremsbeläge
  • Lenkungsdämpfer „High End“ von Müller Präzision
  • BMW Motorrad ABS mit Racing-Software

Seitenständer, Spiegel, Kennzeichenträger, Blinker und Lichtanlage werden für den Renneinsatz entfernt. Das Fahrzeug ist jedoch nach der Saison und nach Rückbau in den Originalzustand straßenzulassungsfähig.

Für absolute Chancengleichheit sind darüber hinaus keinerlei Änderungen – mit Ausnahme optischer Anpassungen wie Lackierung, Folierung oder Aufkleber – zulässig.

Sauber! An den alten BoxerCup kann ich mich noch gut erinnern, da ging es heftig zur Sache - hätte man nicht vermutet. Aber wenn Racer auf identischem Material losgelassen werden, dann wird es immer spektakulär - auch bei nur 110 PS.

Wetten, dass Günther Wiesinger wieder irgendetwas auszusetzen hat?

BoxerCup | IDM1000 | Wiesinger |


Dieselgate: Audi Manager in München verhaftet, in USA angeklagt.

Die US-Anklage gegen Giovanni Pamio ist von gestern, die Verhaftung in München fand schon am Montag statt:

The former manager at Volkswagen AG’s Audi arrested by Munich prosecutors Monday is the same man who was charged by the U.S. Justice Department, two people familiar with the case said.

Aus der US-Anklageschrift:

According to the complaint, after Pamio and coconspirators realized that it was impossible to calibrate a diesel engine that would meet NOx emissions standards within the design constraints imposed by other departments at the company, Pamio directed Audi employees to design and implement software functions to cheat the standard U.S. emissions tests. Pamio and coconspirators deliberately failed to disclose the software functions, and they knowingly misrepresented that the vehicles complied with U.S. NOx emissions standards, the complaint alleges.

Im Januar war schon Oliver Schmidt von VW verhaftet worden, weil er so leichtsinnig war in die (durch die) USA zu reisen.

Während in den USA schon längst Nägel mit Köpfen gemacht werden, ist in Deutschland bzw. Europa davon nichts zu merken. Die Staatsanwaltschaft tritt hier und da mal in Aktion, aber Anklage wird keine erhoben. Und die Kunden sind gezwungen einzeln zu klagen, was tendenziell dazu führt, dass sich VW im Einzelfall einigt, ohne dass es zu einem Gerichtsurteil kommt. Kein Wunder, dass Myright und Volkswagen Car Claim Zulauf bekommen.

Dieselgate | Pamio | Myright | VWCarClaim |


Freitag, 23. Juni 2017

Ducatifiziert: Eine Woche 959 Panigale Miketest - Tag 5 von 7.

Nachdem ich meine Arbeitswoche erfolgreich hinter mich gebracht habe, konnte ich den 955ccm 2-Zylinder endlich für eine etwas größere Ausfahrt zünden.

Ich dachte eine 200 km Runde wäre für den Anfang ganz OK und habe mir von kurviger.de eine Route ausrechnen lassen. Die Software habe ich mir mal in einem Video von kettenritzel.cc abgeguckt und für gut befunden - den Blogger Alex Hauser hatte ich beim Hondafahren kennengelernt.

Ich lade mir die Route dann immer runter auf die Dropbox, dann im Handy die Datei aufmachen und nach Galileo exportieren. Ab mit dem Handy in die Hülle vom magnetischen Tankrucksack - fertig. So kann man ganz gut dem Streckenverlauf nachfahren - wenn die Sonne nicht zu sehr blendet.

Jedenfalls sollte es Richtung Rurtalsperre gehen:

Rurtalsperre Tour mit Panigale 959 Ducati

Dort sind einige Strecken für Motorradfahrer am Wochenende gesperrt - das ist immer ein gutes Zeichen. Und gut, dass heute Freitag ist!

Wer fleissig am schönen Gasgriff dreht …

Ducati Panigale 959 Miketest Tagebuch

… der darf sich natürlich nicht wundern, wenn dann bald wieder die Tanklampe angeht. Was ganz nett gemacht ist: im Cockpit startet eine km Anzeige, wie lange man schon auf Reserve fährt, d.h. wann die Tanklampe angegangen ist. Was nicht so nett gemacht ist: die Lampe geht nach einer Weile wieder aus. Und dann wieder an. Als müsste sie sich das erst nochmal genau überlegen.

Hat jedenfalls gereicht, um mich nervös zu machen, außerdem wäre eine Pause auch nicht schlecht. In Eschweiler abgebogen und beim Motorrad nachgefüllt:

Ducati Panigale 959 Miketest Tagebuch

… und beim Mike auch:

Ducati Panigale 959 Miketest Tagebuch

Ich muss gestehen das Panigalefahren strengt mich mehr an, als es mir lieb wäre. Entweder bin ich zu groß, zu alt, habe unpassende Klamotten oder die Panigale ist halt ein Rennmotorrad. Oder von jedem etwas. Jedenfalls liege ich immer mit viel Last auf den Armen auf dem Lenker, die Sitzbank zwingt einen ebenso in den Sportmodus, weil sie hinten nach oben ansteigt und man automatisch die Gebücktenhaltung einnehmen muss. Das ist ja wunderbar, wenn es flüssig und kurvig ist, aber zwischen den WPs gibt es auch noch Verbindungsetappen und davon nicht zu wenig.

Die 200 km haben sich dann doch ganz gut gezogen und ich war froh mich alternativen italienischen Genüssen hingeben zu dürfen - in entspannter Haltung:

Ducati Panigale 959 Miketest Tagebuch

Eine gute Figur macht die 959 trotzdem immer, ob vor der Pizzaria:

Ducati Panigale 959 Miketest Tagebuch

… oder der Dolce Vita Eisdiele:

Ducati Panigale 959 Miketest Tagebuch

Sie ist halt nichts für Weicheier die Italienerin und siebt vorher aus, wer auf ihr fahren darf - und wer halt nicht.

Morgen werde ich auf jeden Fall früh aufstehen und eine Runde drehen.

Ducati | 959Panigale | Miketest |


Mittwoch, 07. Juni 2017

TV Tipp heute abend: Geheimakte VW (ZDF 22:45).

Wie die Regierung den Konzern schützt:

"ZDFzoom" liegen interne Unterlagen vor, aus denen hervorgeht, wie Regierung und VW die Abgaskrise bewältigt haben. Anstelle einer teuren Umrüstung - so einigte man sich - sollte ein kostengünstiges Software-Update durchgeführt werden. Damit seien die betroffenen Dieselautos wieder in Übereinstimmung mit den Gesetzen. Doch Messungen an auf diese Weise "nachgebesserten" Fahrzeugen ergeben ein anderes Bild.

spiegel.de:

Anstatt der erlaubten 180 mg/km NOx sollte das Auto nach dem Update 540 bis 900 mg/km NOx ausstoßen. Nur im offiziellen Labortest sollte laut VW der Grenzwert eingehalten werden. Diese "Zielwerte Volkswagen" für das Software-Update sind laut dem vertraulichen Papier des VW-Konzerns "inhaltlich mit den Zulassungsbehörden (KBA) und dem Rechtswesen vereinbart".

Zielwerte! Man kommt aus dem Staunen nicht heraus. Aber nach Auffassung von VW natürlich völlig legal. Und solange Wackeldackel Dobrindt alles abnickt.

Too big to fail? Wie auch schon bei den Banken.

Dieselgate | Volkswagen | Abgaskrise | Dobrindt |


Sonntag, 21. Mai 2017

Das neue Roborace Auto war zum ersten Mal - langsam - auf der Strecke.

So it’s clear that the concept still needs work to get up to its full potential, but that’s the point of the racing series. While an autonomous racing series seems sort of boring to many race fans at first glance, the real test will be when teams get to jump in and start writing their own software for the Robocars. Inevitably, the competitive nature of racing will lead to teams taking more risks, finding more opportunities for overtakes, and finding ways around a track or split-second opportunities that human drivers may not ordinarily look for. This race fan, for one, is excited to see how it all turns out.

Wir stehen ganz am Anfang einer Entwicklung und beobachten die ersten zaghaften Schritte - ich find’s spannend!

Roborace |


Montag, 15. Mai 2017

Beim autonomen Fahren wird Artificial Intelligence eine Schlüsselrolle einnehmen - soviel ist klar. Aber ein Aspekt, den ich bei AI auch nicht so auf dem Schirm hatte: bei normaler Software, die von Menschen für einen bestimmten Zweck geschrieben wurden, kann man Fehler suchen und fixen. Und bei AI? Fefe erklärt das so:

Das ist bei Machine Learning nicht mehr so. Neuronale Netze sind nicht konstruiert, sondern werden trainiert. Wenn da was falsch läuft, dann kann man das nicht debuggen. Man kann nur nach-trainieren.

Die Folge: zunehmender Kontrollverlust.

Er verlinkt auch diesen Artikel:

Instead of a programmer writing the commands to solve a problem, the program generates its own algorithm based on example data and a desired output. The machine-learning techniques that would later evolve into today’s most powerful AI systems followed the latter path: the machine essentially programs itself.

Ziemlich gruselig.

Als möglicher Lösungsansatz wird herausgearbeitet, dass die Maschine sich erklären muss und Zwischenschritte dokumentiert werden. Sodaß der Mensch die Rationalität der Handlung bzw. Entscheidung nachvollziehen und auch seine ethischen Maßstäbe zur Anwendung bringen kann.

Artificial | Intelligence | Fefe |


Donnerstag, 16. März 2017

´Dieselthematik´ mit voller Wucht in Ingolstadt eingeschlagen.

Da haben sich einige Kreative lange Zeit die Köpfe zerbrochen, wie man den größten Betrug im Automobilbau Made in Germany mit einem harmlosen Wort verniedlichen kann: Dieselthematik.

Die Staatsanwaltschaften der Länder Bayern, Baden-Württemberg und Niedersachsen lässt das kalt - sie hatten ganz andere Probleme: der Anfangsverdacht gegen Audi musste so wasserdicht sein, dass man sich mit maximalem Drehmoment zu den Köpfen von Clean Diesel der Volksverarsche durcharbeiten kann.

Und ausgerechnet Volkswagen selber hat den Startschuss gegegeben, als man sich zu den detaillierten Anschuldigungen in Amerika bekannt hat - in der Hoffnung damit die Sache vom Tisch zu bekommen.

Man kann die Dicke der Hälse der Staatsanwälte grob einschätzen, wenn bei breit angelegten Hausdurchsuchungen gestern sogar die VW’sche Anwaltskanzlei auf links gedreht wird. Oder selbst vor der zeitgleich stattfindenden Audi Jahrespressekonferenz keine Rücksicht genommen wird.

Innerhalb der aktuellen Berichterstattung gab es auch eine Theorie, warum die Abschaltung ausgerechnet als Akustikfunktion bezeichnet wurde:

Um die Rolle Audis im Dieselskandal zu verstehen, muss man sehen, welche Bedeutung Audi im großen VW-Konzern hat. (..) .. die Ingolstädter Ingenieure haben seit jeher wichtige Entwicklungsaufgaben im Konzern. (..) 1999 entwickelten sie eine Software, die das laute Klopfen von Dieselmotoren beim Starten unterdrücken sollte. Wie sich später herausstellte, ließen sich mit diesem zunächst ganz legalen Programm auch Abgasmessungen manipulieren. Eine Schummel-Software, die unter dem beschönigend-harmlosen Begriff “Akustikfunktion” geführt wurde?

Und das Nachfüllen von AdBlue sollte auf keinen Fall den Kunden aufgenötigt werden - die feine Audikundschaft könnte sich ja die Finger schmutzig machen. Bei den langen Inspektionsintervallen hätte das große AdBlue Tanks bedeutet, für die kein Platz war, denn der Kofferraum sollte natürlich auch üppig ausfallen. Also kleiner Tank und die Akustikfunktion sorgt für die nötige Sparsamkeit. Und weil das Nachfüllen ja jetzt Aufgabe der Werkstätten war, brauchte der Tank noch nicht einmal gut erreichbar verbaut werden: win-win-win.

Dieselgate | Akustikfunktion |


Freitag, 03. Februar 2017

Bosch ist dank Dieselgate jetzt auch ein paar Milliönchen ärmer:

Bosch, on Wednesday, agreed to pay consumers in the United States $327.5 million as compensation for its role in devising the software.

Was aber nicht gleichbedeutend sei mit einem Schuldeingeständnis, denn natürlich sind sie völlig unschuldig:

Bosch did not admit wrongdoing as part of the settlement with Volkswagen owners and the Federal Trade Commission, which must be approved by a judge.

Das Thema ist aber noch nicht durch:

The supplier still faces criminal inquiries in Germany and the United States, as well as multiple civil suits by Volkswagen owners in Europe.


Samstag, 14. Januar 2017

F1 Strecken bekommen jetzt (!) neue Auflagen, weil die 2017er Autos schneller geworden sind.

Die neuen Formel 1 Autos dieses Jahr werden schneller. Von 3 bis 4 Sekunden pro Runde ist die Rede - und das entspricht auch knapp der Zielsetzung für diese Maßnahmen. Ich hatte mich ja schon drüber aufgeregt.

Also soweit so bekannt.

Den Blitzmerkern von der FIA ist jetzt aufgegangen, dass ja dann die Auslaufzonen zu knapp bemessen sein könnten. Also drücken sie den Strecken mal eben ein paar neue Auflagen rein:

We’ve used these simulations to feed our simulation software, we therefore simulated every single track with the 2017 cars, so much higher cornering speeds – up to 40 kph faster in high speed corners. Every single track is receiving from the FIA a requested upgrade based on that work… that process is ongoing.

Beim Auftaktrennen in Australien werden aber einfach die Reifenstapel verdoppelt. (Was ja theoretisch die Auslaufzone verkleinert.)

Also haben jetzt alle Strecken die neuen Anforderungen bekommen?

Ach was, da ist doch noch sooo viel Zeit, das machen wir erst kurz vor dem Rennen:

We are doing it in the order of the championship and therefore not all the tracks have received it yet.


Dieselgate arbeitet sich langsam von der angeblichen Handvoll Software Programmierer zum Vorstandsvorsitzenden hoch.

Die Frage im Dieselgate Skandal bei Volkswagen ist inzwischen gar nicht so sehr: Wer hat etwas gewusst? sondern Wem kann man etwas nachweisen?

Und offensichtlich hat man sich im Vorfeld schon alle Mühe gegeben, diesen Nachweis so schwer wie möglich zu machen:

Gottweis war der Mann für schwierige Fälle, für Probleme und Rückrufe, der Feuerwehrmann. Aber ein hochrangiger Zeuge beschreibt, seine Rolle gegenüber dem FBI mit dem Begriff “Firewall”, Brandschutzmauer. Gottweis’ Rolle sei es gewesen, heikle Probleme zu lösen, Winterkorn zu schützen. Einer, der dafür sorgt, dass der Chef über heikle Dinge immer mündlich gut informiert wird, aber dass ihm schriftlich - und damit nachweisbar - möglichst wenig offiziell mitgeteilt wird. Es müsse Winterkorn erst jemand “nachweisen, dass er etwas gewusst hat” - so soll sich Gottweis immer wieder geäußert haben.

Das hört sich schon anders an als software engineers who put this in for whatever reason, wie das Michael Horn als CEO VW USA verkaufen wollte (siehe auch hier).

VW gönnte seinem Ex-Chef Martin Winterkorn übrigens eine 3.000€ Rente. Nicht pro Monat, sondern pro Tag. Ich bin mir ziemlich sicher, DAS hat er schriftlich.

Bernd Gottweis wird - neben 5 anderen VW’lern - inzwischen von der US Staatsanwaltschaft angeklagt, nachdem sich VW für schuldig erklärt hat.

Was VW jetzt genau zugegeben hat, um die 4,3 Milliarden Dollar Strafe zahlen zu dürfen, kann man im Detail hier nachlesen.

Dieselgate | Winterkorn |


Mittwoch, 02. November 2016

TU Europe Live Blog - ICM München

Die nächsten 2 Tage - Mittwoch und Donnerstag - dreht sich hier alles um Mobilität, denn ich besuche aktuell die TU Europe Konferenz in München.

Dieser Blogpost soll dazu dienen die Konferenz zu begleiten und ich werde ihn ständig erweitern mit den Eindrücken, die ich hier sammeln kann. Also ab und zu den Eintrag neu laden, damit die Inhalte im Browser aktualisiert werden.

Die Konferenz gibt es seit über 10 Jahren und sie wurde gestartet rund um das Thema Telematics. Inzwischen ist sie ausgeweitet worden auf das Thema Mobility - alleine das ist schon eine interessante Tatsache. Die Grenzen zwischen Automobilherstellern und Anbietern von Mobilit verschwimmen zunehmend, daher hat diese Entwicklung heute eine Riesen-Aufmerksamkeit.

Gestartet hat die Konferenz Roger Lanctot von Strategy Analysis:

  • Connected Cars sind abhängig von der Technology (Mobilfunk) - Schätzungen gehen von 50% Connected Cars im Jahr 2019 aus. Das ist noch relativ wenig, weil die andere Hälfte nicht connected ist. Das könnte ein Bremsklotz für die Entwicklung sein. 5G würde das beschleunigen, aber der Roll-Out ist noch recht langsam.
  • OTA - Over the Air Update - ist dazu auch eine Voraussetzung, aber die OEMs hängen noch ziemlich weit zurück. Ausnahme ist Tesla, die Kreise um die Konkurrenz fahren.
  • Automated Driving wird im Moment sehr stark bearbeitet, 61 OEMs, 6 Aftermarket- und 73 Startup Firmen und 8 Development Plattformen beschäftigen sich mit dem Thema. Da ist mächtig viel in Bewegung und wir werden bald mehr davon hören.

Johann Jungwirth von VW (CDO) und Holger Weiss (German Autolabs):

  • Die ersten selbstfahrenden Autos werden bald Realität - etwa 2018/2019. Das wird nicht in Europa starten, sondern US, Singapur und China. Es wird wichtig sein für Europa nicht den Anschluss zu verlieren und da sind die Regierungen gefragt.
  • Viele Unfälle heutzutage sind menschlicher Natur und diese werden sich alle vermeiden lassen.
  • Leute, die bisher kein Auto selber nutzen können - Blinde, Kinder, Ältere, .. - werden in Zukunft ein Auto fahren können - bzw. werden gefahren von dem Auto.
  • VW wird noch diesen Monat eine neue Marke vorstellen rund um das Thema Mobilität - der Name wurde aber noch nicht verraten. Das wird die 13.Marke von VW werden.
  • Alle Resourcen werden im Konzern gebündelt, d.h. man wird auch intensiv mit Audi z.B. zusammenarbeiten.

Von DriveNow - einer Tochterfirma von BMW - war Sebastian Hofelich vor Ort:

  • In Deutschland sind erst 30.000 elektrische Fahrzeuge auf den Strassen.
  • Die Idee ist den ruhenden Verkehr aus den Städten zu verbannen - die Autos werden als Shared Service eine viel höhere Auslastung haben und weniger rumstehen.

Ein i3 steht auch in der Lobby und das Raumangebot im Inneren ist beeindruckend: keine B-Säule mehr und auch kein Getriebetunnel zwischen den Vordersitzen. Mit einer DriveNow Anmeldung kann man sich für relativ kleines Geld zusätzliche Mobilität sichern - und gleichzeitig mal den i3 bzw. ein Elektroauto ausprobieren. Werde ich auf jeden Fall machen, wenn ich wieder in Köln bin.

Von Uber war Christoph Weigler auf der Bühne. Am Interessantesten fand ich die Tatsache, dass Uber keinerlei Hardware entwickeln will und die gesamte Funktionalität auch in Zukunft über das Smartphone erreichen wird - sowohl für Uber Fahrer als auch Passagiere.

Angus Lyon kommt nach der Kaffeepause auf die Bühne und er arbeitet … für Manor F1! Na da sind wir doch zuhause! Er referiert über Telemetrie und Datenübertragung - auch wichtige Punkte in Zukunft für die Mobilität:

  • Manor Racing ist das kleinste Team, sie wurden damals von Virgin 2010 aufgebaut. Der Vorteil ist aber, dass man nicht von einem OEM abhängig ist - man agiert lean and agile.
  • Heutzutage kommen TV Bild, Telemetrie, Team Radio, … alle über den gleichen Datastream. Dafür sind 3 Systeme redundant voneinander aufgebaut.
  • Team Daten addieren sich auf 2 GB pro Rennen. Datenraten sind 100 kHz, aber 1 kHz ist typisch.
  • Der Wettbewerbsvorteil kommt dann erst, wenn die Daten effizient verteilt und ausgewertet werden - auch zuhause in der Basis von allen Rennstrecken der Welt aus.
  • Die Analyse betrifft zuerst Reifen und Fahrwerk, um den Zustand des Wagen ständig zu analysieren. Wenn Benzin weniger wird, wird der Wagen schneller - aber der Reifen baut ab, dadurch wird er wieder langsamer. Das muss man optimieren, um den Reifen nicht zu überfordern.
  • Alle Gangwechsel werden überwacht, um sicherzustellen, dass das Getriebe nicht überfordert wurde.
  • Benzinverbrauch ist natürlich wichtig, nur 100kg Benzin dürfen verbraucht werden.
  • Bremsen werden auch überwacht - zumal die Kühlung so klein wie möglich gehalten werden möchte, um die Aerodynamik nicht zu verschlechtern.
  • Die Aufgabe des Teams ist es zu optimieren, Risiken erkennen, Verbräuche überwachen und die Konkurrenz im Auge zu behalten.
  • Nur 3 Leute an der Strecke und 4-6 zuhause sind für diese Aufgaben eingeteilt.
  • Manor Racing nutzt diese Daten, um einen Vorteil zu gewinnen - denn ihnen ist auch klar, dass sie nicht das schnellste Auto im Feld haben.

Martin Rosell / WirelessCar:

  • C-Connected, S-Sharing, A-Autonomous, E-Electric - diese Buzzwords werden zur Zeit ständig genutzt.
  • Um autonomes Fahren zu ermöglichen, müssen die Fahrzeuge connected werden, überwacht, kontrolliert, analysiert und optimiert werden.
  • Heutzutage sind nur 3-5% aller Fahrzeuge connected.
  • Die Entwicklungszyklen der OEMs sind langsam - ein Grund warum nicht mehr Fahrzeuge vernetzt sind.
  • Volvo Truck nutzt die Technologie schon heute, um schneller auf Fahrzeug-Reparaturen zu reagieren: der Besitzer wird früher gewarnt und die Werkstatt kann sich schon im Vorfeld vorbereiten.
  • Car Sharing könnte auch in kleinerem Scale realisiert werden: nicht mit allen das Fahrzeug teilen, sondern eher mit Freunden und Bekannten - und das könnten alle OEMs schon heute anbieten.
  • Heat Maps helfen die Daten besser zu analysieren und auf das Verbraucherverhalten zu reagieren.

Juergen Daunis / Ericsson:

  • In der Vergangenheit wurden die Netzwerke hauptsächlich für die Bedürfnisse der Verbraucher entwickelt. Heute findet zum ersten Mal ein Umbruch statt, weil neue Netzwerke für die Bedürfnisse der Autoindustrie geschaffen werden.
  • Zukünftig werden überall Sensoren verbaut werden, die den Datenverkehr massiv erhöhen werden. 5G soll das adressieren.
  • Volumen erhöht sich x 1.000 und die Latency stellt hohe Anforderungen an die Geschwindigkeit für kritische Übertragungen.

In der Mittagspause ist mir Holger Weiss (German Autolabs, s.o.) über den Weg gelaufen und ich habe ihn gefragt, wie er zu meiner Motorsport Theorie im autonomen Zeitalter steht:

  • Seiner Meinung nach werden sich Marken wie Porsche oder Audi nach wie vor über die Dynamik differenzieren.
  • Es wäre sogar vorstellbar, dass Fahrspuren für schnelleres Fahren reserviert werden. Berlin - München geht dann in 3 statt in 7 Stunden, kostet aber mehr.
  • Die Entwicklungen von Audi in der Formel E würden ja schon deutlich zeigen, dass trotz E-Mobilität die Hersteller ein Interesse an der Präsenz zeigen.

David Wong (SMMT), Chris Roig-Ramos (BlaBlaCar), Matthew Caudle (Drover), Helmut Ramsauer (Spinpartners) diskutieren über: Auto Brand Loyalty in a Sharing Economy

Interessanter Punkt, weil wie Marken-loyal soll man sein, wenn man sowieso die Services wechselt und das Auto mietet, das gerade verfügbar ist.

  • BlaBlaCar Service wird von 10 Mio. Leuten pro Quartal genutzt. Wenn man zu Viert statt alleine mit dem Auto fährt, dann reduzieren sich für jeden die Fahrtkosten auf 1/4.
  • Ökonomische Argumente werden als wichtiger erachtet gegenüber der Markenanziehung.
  • Marken werden zunehmend unwichtiger - ein Trend, der sich auch aktuell bei den Fluglinien feststellen lässt. Ausschlaggebend ist am Ende der Preis.
  • Die Herausforderung für die OEMs in den nächsten 5–10 Jahren wird darin liegen, den Übergang von klassischem Fahrzeugbesitz zu den zukünftigen Car Sharing Modellen zu bewerkstelligen.
  • Marken und Brands sind nach wie vor essentiell, definieren sich aber eher über die User-Erfahrung und die Qualität der Services, als über klassisches Marketing, wie wir es heute kennen.

Tag 2 meines Besuches auf der TU Europe und ich werde diesen Beitrag weiter fortführen mit Notizen aus den Vorträgen, die ich besuche.

Christoph Stadeler, Facebook

Da fragt man sich, was hat Facebook mit Automotive und Mobility zu tun?

  • Sie skalieren, haben kein Problem 1,7 Milliarden Nutzer zu bedienen - dazu noch WhatsApp, Messenger und Instagram.
  • Marken sind mehr denn je das größte Pfund, das die Autoindustrie hat. Wenn man Größe und Volumen über Produktionszahlen definiert, dann stößt man schnell an Grenzen. Aber eine Marke kann heutzutage viel einfacher Millionen von Nutzern ansprechen und über Facebook verlinken.
  • Facebook sieht sich in einer guten Position die Brücke zu Connected Car zu bauen - weil sie schon mit den User (Auto-Kunden) verknüpft sind.

Chris Reeves (Horiba MIRA) - Autonomous Vehicles - the technical and business challenges:

  • Es wird unterschieden zwischen Automated Car und Connected Car.
  • Standards und Gesetzgebung hinken noch hinterher und sind zu einfach gestrickt. Dadurch kann die komplexe Realität im Verkehr nicht abgebildet werden.
  • Straßen werden nicht nur von Autos genutzt - Fussgänger, Radfahrer, aber auch Tiere kreuzen den Verkehr.
  • Test und Erprobung erfordern neue Methoden - Controlled Environment löst die Teststrecke ab. Wo früher Dauerhaltbarkeit z.B. getestet wurde, werden heute reale Straßensituationen, Ampeln und Kreuzungen abgebildet. Sogar Mobilfunktestzellen werden installiert, um den Datenverkehr zu validieren.
  • Ziel ist die Reproduzierbarkeit während der Erprobungsphasen.
  • Während autonomer Testphasen können auch Fahrzeuge anderer Hersteller die Strecke nutzen, wodurch reale Situationen mit Verkehr abgebildet werden.
  • Trotzdem können Teststrecken nicht die Realität komplett simmulieren - daher sind Tests in öffentlichem Verkehrsraum notwendig.
  • In UK kooperiert u.a. Milton Keynes bei der Umsetzung, um einem Konsortium die Tests zu ermöglichen.
  • Zur Zeit nehmen Ford, JLR und Tata teil.
  • Es gibt Überlegungen, dass für die Abnahme bis zu 10 Mio. Testkilometer nachgewiesen werden müssen - aber das ist noch nicht endgültig entschieden und eigentlich von der Größenordnung zu hoch, um es im Test in akzeptabler Zeit umzusetzen.

Nach seinem Vortrag hatte ich die Gelegenheit Chris Reeves mit Fragen zu löchern.

  • Motorsport wird seiner Meinung nach immer ein Thema sein für die Auto-Industrie, weil das Fahrerlebnis auch immer eine Belohnungs-Komponente beinhaltet (needs to be rewarding). Was auch die einzelnen Brands nutzen werden, um sich voneinander zu unterscheiden.
  • Zusätzlich kommt aber noch die komplette Kundenerfahrung mit der Marke - von Kauf über Service über Connected und Autonom - dazu, um einen Vorteil gegenüber dem Wettbewerb zu erlangen.
  • Das Straßenbild wird auch in Zukunft immer ein Mix sein zwischen manuellem und automatischem Verkehr, denn wir haben eine 100-jährige Geschichte von Fahrzeugen auf der Straße. Die wird nicht von heute auf morgen verschwinden.
  • Für das autonome Fahren ist es nicht zwingend erforderlich, dass Fahrzeuge verschiedener Hersteller miteinander kommunizieren. Um in der Zukunft aber einen höheren Effizienzgewinn zu realisieren wird die Kommunikation zwischen den Fahrzeugen höhere Bedeutung gewinnen.

Die letzte Präsentation des Tages war von Michael Wong, Codeplay.

  • Autos werden in der Zukunft ein Gehirn brauchen, das mit enormer Prozessor-Power ausgestattet ist.
  • Ebenso große Anforderungen werden an die Software gestellt, die in der Lage sein muss, die neuen Aufgaben des autonomen Verkehrs abbilden zu können.
  • An AI - Artificial Intelligence bzw. neuronalen Netzen - führt kein Weg vorbei.
  • Bereits heute ist AI im Einsatz, z.B. bei Google Maps. Tesla nutzt diese Technologie ebenfalls.
  • Open Source Sprachen ist der Vorzug zu geben, damit diese gewaltige Aufgabe mit Erfahrungsaustausch untereinander bewerkstelligt werden kann.

Nach dem Vortrag hatte ich Gelegenheit mit Michael zu sprechen. Seine Erklärung, was AI denn sei, geht so: wir Menschen lernen aus Erfahrung - Sachen, die funktionieren, werden im Gehirn verknüpft (neuronal), um sie bei der nächsten Gelegenheit wieder abrufen zu können. Das versucht man im Computer abzubilden - quasi eine gigantische Trial- and Error Datenbank. Das Konzept ist schon viele Jahrzehnte alt, aber erst jetzt sind Computer durch die gestiegene Rechenleistung in der Lage damit sinnvoll umzugehen.

Wichtig in dem Zusammenhang fand er auch die Validierung - also das ausgiebige Testen, ob die Interpretationen des Systems richtig sind.

Das das Ganze auch Gefahren birgt will er gar nicht auschließen. Die Entscheidungsfindung ist im Einzelfall schon so komplex und beinhaltet soviele Paramenter, dass der Mensch mit seinem Gehirn überfordert ist den Werdegang bis zur Entscheidung nachzuvollziehen. In dem Fall ist man dann der Technik ausgeliefert in der Hoffnung, dass sie die richtige Entscheidung trifft.

Dabei kommt natürlich kein Bauchgefühl zum Tragen - das gibt es bei einem Computer mit 0 und 1 nicht. Aber Wahrscheinlichkeiten werden gegeneinander abgewogen, um die Abläufe am Ende richtig in Gang zu setzen.

Ziemlich gruselig, wenn man es sich mal auf der Zunge zergehen lässt, aber wir alle werden damit schon konfrontiert - z.B. bei Google Maps. In Sekundenbruchteilen werden Routen optimiert aufgrund aktualisierter Parameter. Tesla setzt ebenfalls schon auf AI und das Faszinierende bei dem Konzept ist, dass jeder gefahrene Kilometer von allen Tesla Fahrzeugen wieder jedem einzelnen Fahrzeug zugute kommt. Michael vergleicht das mit einem lernenden Baby, das auf einmal auch von der Erfahrung von allen anderen lernenden Babies auf der Welt profitiert. Die Lernkurve steigt in dem Moment natürlich extrem steil und die Geschwindigkeit nimmt rapide zu.

In dem Zusammenhang war es etwas krotesk zu beobachten, dass AI auf der Konferenz kaum eine Rolle gespielt hat - dabei ist es die Schlüsseltechnologie zum Aufbruch in das neue Zeitalter.

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Montag, 31. Oktober 2016

Blog-Gehversuche in Responsive Web Design.

Eigentlich bin ich Euch ja dankbar, dass ihr mich - von Heike mal ausgenommen ;) - nicht unter Druck gesetzt habt, den Blog endlich mal für moderne bzw. mobile Browser zu optimieren.

Denn was ihr hier seht ist alles selbstgestrickt und ich muss mich immer erst in die Themen reinfuchsen, ehe ich sie umsetzen kann.

Aber getreu dem Motto: Built, not bought! - möchte ich das auch so lange wie möglich aufrecht erhalten. Es hat auch Vorteile, wenn man nicht von Wordpress & Co. abhängig ist. Auch wenn es manchmal sehr mühselig ist, mit den Trends Schritt zu halten und es jede Menge vorgefertigter Blog-Software gibt: etwas Selbstgeschriebenes hat doch viel mehr Charakter und Patina - Nein, ich fang jetzt nicht mit den GT3 an. ;)

Theoretisch sollte man auch den eigenen Code besser verstehen, aber wenn man jahrelang nicht reingeschaut hat, dann steht man sogar vor diesen Kreationen wie der Ochs vor´m Berg.

Wenn alles klappt sollten jetzt die Beiträge im Smartphone gut zu lesen sein - den Anfang macht renn.tv/3554 - mein Bericht von der Art.Fair Cologne. Die Bilder sind jetzt angewachsen von ehemals 370px auf 660px und verkleinern sich automatisch, wenn der Viewport, also das Browserfenster kleiner ist. Inzwischen habe ich auch eingeführt, dass man die Bilder anklicken an - dann kann man auf 1.200px vergrößern.

Das ist natürlich suboptimal, wenn man alte Beiträge anschaut, weil hier die Bilder nach wie vor in 370px vorliegen. Aber das soll einen ja nicht daran hindern mit der Zeit zu gehen, irgendwann muss man ja umstellen. Google jedenfalls ist happy - und ich hoffe ihr auch.

Dies gilt erstmal nur für die einzelnen Blogbeiträge, die Gesamtübersicht bleibt vorerst noch im alten Design.

Ich würde mich über euer Feedback freuen, ob das so passt oder noch irgendwo klemmt.

Mikesblog | Responsive | BuiltNotBought |


Donnerstag, 20. Oktober 2016

Tesla will Ende 2017 autonomen Level 5 erreichen - Hardware ab jetzt in allen Modellen vorinstalliert.

Gestern gab es eine heftige Ankündigung von Tesla bzw. Elon Musk:

All Tesla Cars Being Produced Now Have Full Self-Driving Hardware

Und die Hardware, von der da die Rede ist, hat es in sich:

Eight surround cameras provide 360 degree visibility around the car at up to 250 meters of range. Twelve updated ultrasonic sensors complement this vision, allowing for detection of both hard and soft objects at nearly twice the distance of the prior system. A forward-facing radar with enhanced processing provides additional data about the world on a redundant wavelength, capable of seeing through heavy rain, fog, dust and even the car ahead. To make sense of all of this data, a new onboard computer with more than 40 times the computing power of the previous generation runs the new Tesla-developed neural net for vision, sonar and radar processing software.

8 Kameras, 12 Ultraschallsensoren und ein Radar - das ganze überwacht von einem Tesla-eigenen neuralen Netzwerk (eine Art der künstlichen Intelligenz), das von einem Computer mit richtig Leistung im Auto verwaltet wird.

Allerdings noch nicht scharfgeschaltet, das kommt per Update irgendwann in der Zukunft. Aber die Technik ist bei allen Autos, die ab jetzt ausgeliefert werden, eingebaut. Und sogar richtig schick im Fahrzeug-Design integriert. Die 8 Kameras sorgen für eine 360° Abdeckung rund um das Auto.

Das sind ziemlich sensationelle Nachrichten und da wird es heute einige Krisensitzungen bei der Konkurenz - also quasi der gesamten restlichen Automobilindustrie - gegeben haben. Denn - wie im autoblog.com so schön zu lesen steht - Put simply, Level 5 is the holy grail of autonomous driving. Level 5 ist die höchste Stufe - mehr geht nicht. Da kann man während der Fahrt Kaffee trinken, lesen, schlafen … und eigentlich braucht man auch kein Lenkrad mehr im Auto.

© Tesla, Model X

Das Tempo, das Tesla hier vorlegt, ist gigantisch und sie selber müssen auch erst einmal tief Luft holen, um richtig in Fahrt zu kommen. Da der bisherige Autopilot ersetzt wird, aber die neue technische Umsetzung noch nicht kalibriert ist, fallen sogar Assistenzsysteme im ersten Schritt weg, die heutzutage fast Standard sind:

Before activating the features enabled by the new hardware, we will further calibrate the system using millions of miles of real-world driving to ensure significant improvements to safety and convenience. While this is occurring, Teslas with new hardware will temporarily lack certain features currently available on Teslas with first-generation Autopilot hardware, including some standard safety features such as automatic emergency braking, collision warning, lane holding and active cruise control.

Also quasi 1 Schritt rückwärts (von aktuell Level 2 auf Level 1), um 3 Schritte nach vorne zu kommen (von Level 2 direkt auf Level 5).

So harmlos sich das vielleicht alles anhört - das ist ein großes Erdbeben und die Umsetzung ist Tesla tatsächlich zuzutrauen. Ein sehr mutiger Schritt noch dazu, denn kein etablierter Autohersteller hätte diese Strategie gewählt - das geht nur mit einem beweglichen und revolutionären Start-Up, wie es Tesla nunmal ist. Stellt Euch so ein Vorgehen mal bei Mercedes oder BMW vor - unmöglich!

Tesla kennt seine Kunden genau, um abschätzen zu können, ob diese Strategie Umsatzverluste mit sich bringen wird. Das können sie im Moment nämlich überhaupt nicht gebrauchen, weil sie Geld für das (Volumen-) Model 3 sammeln müssen, das zu einem Preis ab 35.000 $ Ende 2017 auf die Straße kommen soll. Wobei die ersten 12 Monate der Produktion schon ausverkauft sind. Aktuell kann man das Model S (Limousine, ab 77.000 €) und das Model X (SUV, der mit den Flügeltüren, ab 99.000 €) kaufen.

Umsonst ist der autonome Spaß natürlich auch nicht:

Tesla’s website/order configurator has already been updated, and “Enhanced Autopilot” adds $5,000 to the cost ($6,000 after delivery) – up from $3,000 earlier. And the promise of “Full Self-Driving Capability” in the future (without a date due to regulatory issues) adds another $3,000 ($4,000 after delivery).

Also 8.000 $ - ohne zu wissen wann es aktiviert werden wird.

Zur Demonstration hat Tesla heute ein Video veröffentlicht, wo man ohne Fahrer-Eingriff unterwegs ist und das Auto am Ende alleine einen freien Parkplatz sucht und einparkt. Was manchen Leuten schwer fällt sich gedanklich vorzustellen, ist bei Tesla inzwischen Realität:

Vom Timing her hat sich Elon Musk vorgenommen Ende 2017 eine Demonstrationfahrt zu realisieren von LA nach New York:

Our goal is, and I feel pretty good about this goal, that we’ll be able to do a demonstration drive of full autonomy all the way from LA to New York, from home in LA to let’s say dropping you off in Time Square in New York, and then having the car go park itself, by the end of next year. Without the need for a single touch, including the charger.

Was zufälligerweise in etwa mit den ersten Model 3 Auslieferungen zusammenfallen dürfte.

Ganz schön irre wie das abgeht. Einmal Schleudergang bitte für für den Rest der bräsigen Automobilindustrie.

Tesla | Musk | Elektro | autonom |


Montag, 10. Oktober 2016

Intermot 2016 Mikebericht - Startet Elektro jetzt voll durch?

Die Intermot Motorradmesse findet alle 2 Jahre in Köln statt und dieses Jahr war es wieder soweit. Das konnte ich mir nicht entgehen lassen, denn zum einen wollte ich mal ausloten, wo wir in Bezug auf E-Mobilität stehen und zum anderen hatte ich mir ja extra Visitenkarten machen lassen. Die wollen verteilt werden. Ich hatte vor ein paar Kontakte zu knüpfen und das ist mir auch ganz gut gelungen.

Interessant zu beobachten, dass man heutzutage nicht mehr verächtlich angeschaut wird, wenn man sich als Blogger vorstellt. Je nach Firma wird man inzwischen mit offenen Armen empfangen - das war nicht immer so.

Insgesamt waren 220.000 Besucher da und das konnte man am Samstag auch deutlich sehen:

Vorreiter was die Bestromung angeht, ist BMW. Alle anderen - Honda, Yamaha, Suzuki, Ducati, … - zucken beim Thema Elektro nur mit den Schultern. Ja, es gäbe Überlegungen, aber nichts Spruchreifes. Da ist KTM mit der Freeride auch schon ein Stück weiter.

Aber zurück zu BMW: durch i3 und i8 hatte ich gehofft, dass der C Evolution ein paar revolutionäre Ansätze in sich trägt. Immerhin ist der i3 Wegbereiter, was die Serienproduktion von Kohlefaserteilen angeht.

Der Roller wird schon seit 2 Jahren in Serie gebaut und die einzige Neuerung, die zuerst bei der Autoshow in Paris vorgestellt wurde, ist die Reichweitenverlängerung von 100 auf 160km. Und eine neue Farbe.

Ganz schön dünn, da war ich doch etwas enttäuscht. Habe dann mich dann mal so durch die technischen Daten gefragt. Gewicht: 270 kg. Au weia. Da ist wohl eher Blei als Carbon im Einsatz - ganz schön heftig für einen Roller. Problem seien die Batterien, die Industrie ist noch nicht in der Lage, vernünftige Komponenten beizusteuern. Top Speed liegt bei 120 km/h - dann wird abgeregelt. Der könnte auch schneller, aber dann verbraucht er einfach zu viel. Und 120 sei ok, um nicht mit den LKWs kämpfen zu müssen.

Aber als tiefer gebohrt hatte, stellt sich raus, dass bei dem Gerät viele Kompromisse eingegangen wurden. Das Ladegerät ist fest verbaut, damit man auch unterwegs aufladen kann. Das Ding wird aber heiß, also braucht es Wasserkühler, -leitung und pumpe. Was für ein Aufwand. Da hätte ich lieber auf das Ladegerät verzichtet - 100 km Reichweite und gut ist. Wer fährt denn schon mehr als 100 km am Tag mit einem Roller? Oder geht damit auf mehrtägige Motorradtour? Da hat man doch sicher bessere Alternativen im Fuhrpark.

Geht aber noch weiter: der Antrieb basiert auf 96V und ist quasi aufgesetzt. Denn den gleichen Roller gibt es auch als Verbrenner. Der läuft allerdings stramme 180 km/h und kostet statt 15.000 € für die Strom-Variante nur 11.650 €. (Wiegt aber auch 270 kg.) Das 12V Bordnetz wurde vom fossilen Vorgänger übernommen sodaß 2 unterschiedliche Stromkreise verwaltet werden müssen. Der Elektromotor sitzt auch nicht an oder im Hinterrad, sondern wird über Kette, die in Öl läuft, angetrieben.

Je mehr ich bohrte, desto mehr fühlte ich mich von hinten durch´s Knie in´s Auge getroffen. Zumal auch die Sitzposition gewöhnungsbedürftig ist, weil man nicht besonders in das Fahrzeug integriert wird, sondern einfach oben drauf sitzt.

Performance-mässig muss das Schwergewicht allerdings eine Rakete sein: aus dem Stand bis 50 km/h gibt es im Straßenverkehr aktuell nichts, was mithalten könnte. Das glaube ich und hätte es auch gerne mal ausprobiert. Es gab einen Probefahrtbereich mit irre vielen Motorrädern, aber auch einer langen Schlange von Fahrwütigen:

Das hätte ich besser mal am ruhigeren Freitag gemacht, aber da hatte ich meinen Führerschein nicht dabei. Bin ich das nächste Mal auch schlauer. Vielleicht ergibt sich ja eine andere Möglichkeit den Roller mal zu testen - am liebsten auf dem Weg zur Arbeit, denn ich glaube dafür ist er gemacht.

Im kompletten Gegensatz dazu völlig kompromisslos war dieses Gefährt, das ich in Halle 10 gefunden habe:

Elmoto ist die Marke der jungen Firma ID-Bike aus Stuttgart und es gibt sie schon seit ein paar Jahren. Sie haben schon über 4.000 Bikes verkauft und die HR–4 ist die neueste Entwicklung. Kann man ab Februar nächstes Jahr für 4.000 Euro kaufen.

Läuft knapp 50 km/h und der Kracher: wiegt weniger als 60 kg! Der absolute Hit, ich habe es mal hochgehoben - man glaubt es nicht. Die Reichweite liegt bei mindestens 60 km - damit kommt man doch gut hin bei so einem kleinen Flitzer.

Interessant wie hier die Grenzen zwischen Motorrad und Fahrrad komplett verwischt werden:

Viele Komponenten kennt man aus dem Downhillbereich - das macht Sinn. Die schlanke Form sagt schon alles:

Blinker, Licht, .. - alles dran:

Ich könnte mir vorstellen, dass damit eine ziemlich dynamische Fortbewegung möglich ist.

Eigentlich hätte ich erwartet, dass Vespa / Piaggio einen schicken E-Roller auf den Markt bringen - bietet sich doch an! Aber beworben wird lediglich dieses Fahrrad:

Sicher nicht schlecht, aber halt ganz andere Baustelle. Und dann ist mir dieses gelbe Gerät bei denen versteckt am Stand aufgefallen:

Das ist doch ein Piaggio E-Roller, oder nicht? Ja, ist es - aber wird hauptsächlich an Großkunden verkauft. Weil - festhalten - kostet 6.000 €. Hoppla. Jetzt verstehe ich warum die den verstecken:

Dabei ist es ein schickes Ding und man braucht nur ein Stromkabel einstecken, dann wird aufgeladen. Auf der Homepage wird der Liberty Elektrik nichtmal gelistet - WTF? Nichtmal technische Daten sind im Netz zu finden - wenn da jemand mehr weiss füge ich es gerne hier ein.

Die Lücke hat ein junges Start-Up aus Remagen erkannt und mischt mit dem Kumpan E-Roller den Markt auf:

Die sitzen in der alten Fahrrad-Fabrik von Schauff. Es gibt auch einen kleinen Tretroller im Retrodesign, der immerhin 30 km weit kommt mit einer Ladung.

Der Rest der Elektroszene ist ziemlich chinesisch, jeder Trend wird aufgegriffen und jede kleine Bude ist quasi Vollsortimenter:

Lustige Zeiten, die da anbrechen.

Sehr gut gefallen haben mir diese Roller von Egret:

Nicht unbedingt Leichtgewichte, aber dafür auch solide und stabil. Wären zu schwer um sie lange rumzutragen, aber könnte ich mir optimal im Kofferraum vorstellen. Es gibt auch eine Version mit Luftreifen, damit rollte sich richtig komfortabel.

Ich bin alles kreuz und quer probegefahren - hat mächtig Spaß gemacht und man hatte auch eine weitläufige Teststrecke. Hier ein paar Bilder des lustigen Treibens:

Für die Kinder gab es eine eigene Bahn:

Tolle Spielzeuge sind das - kleine Motorräder mit Elektromotor, leicht und leise - was hätten wir uns damals danach die Finger geleckt.

Es gab sogar einen Puky-Stand!

Design-mässig pendelt sich das alles gerade erst so ein:

Das größte Problem sind wohl die voluminösen Batterien und das schwere Gewicht. Da muss man bei der Optik - noch! - Abstriche machen:

Ansonsten war das natürlich in erster Linie eine Motorradmesse - mit jeder Menge Neuigkeiten. Zum Beispiel die neue Prima 6S:

OK - Spaß - das Ding sah übel aus - da ist jede Gebrauchte besser. Wollte ich gar nicht näher rangehen.

Im Gegensatz zur neuen Fireblade, der kann man einiges zutrauen:

Ich bin auf den Naked Ableger gespannt - als Hornetfahrer ist das wohl auch meine Pflicht. Aber bisher noch keine Infos dazu.

Die kleine MXS 125 war auch da - das wäre doch schon perfekt als Elektroflitzer:

Stattdessen: Automatikgetriebe! Wusste ich gar nicht:

Gibt es auch für die neue Africa Twin - man hat zwei Schalter am linken Lenker für rauf und runter. Kostet etwa 1.000€ mehr und wiegt 10kg. Gibt es bei Honda für einige Modelle und 2016 zum ersten Mal mit über 50% Take Rate bei den Modellen wo es angeboten wird. Ist ein Doppelkupplungsgetriebe - auf dem Bild sieht man die Gänge für die blaue Kupplung und die anderen sind für die rote Kupplung.

Was für ein Aufwand, aber ausprobieren würde ich es schon gerne mal.

Bei KTM gab es natürlich den MotoGP Renner zu sehen:

Was freue ich mich auf 2017!

Die KTM sieht noch nicht so filigran aus wie die Konkurrenz, man merkt, dass sie erstmal die Basics hinbekommen wollen. Ich drücke die Daumen, zumal KTM auch als einzige auf eine Stahlrahmen-Konstruktion setzen.

Rossi’s Bike war natürlich auch - mehrmals - vertreten:

Des Doktor´s Anker:

Das ist die 2015er Version am Yamaha Stand.

Bei Gilles Tooling stand die 2016er Version und die Details sind immer wieder faszinierend:

Das ist kein Showbike, hier die Rahmennummer:

Und steht einfach so in der Ecke rum:

Das war lustig, weil die Leute das Bike kaum beachtet haben. Als ich aber angefangen habe ein paar Details zu fotografieren, haben sie genauer geguckt und realisiert was da gerade vor ihnen steht.

Die Firma Gilles ist aber auch interessant, machen z.B. solche Kunstwerke:

Oder dieses Frästeil - extra als Hingucker:

Das war mal ein 11 kg Alublock.

Bei Ducati gab es diesen Scrambler, finde ich ganz nett:

Wäre doch was für die Stadt.

Ebenfalls Ducati - 205 PS! Da wäre mancher froh die im Auto zu haben:

Und man sieht schon rein optisch, dass das was kann:

Diese Naked bei Kawa fährt in einer französischen Rennserie - sieht spassig aus:

Die Aufklebescheinwerfer der Superbikes:

Kein Showbike, sondern frisch von der Rennstrecke. Inklusive aufgelösten Aufklebern vom Vorbeitanken:

Sagte ich schon, dass ich solche Details liebe?

Und jetzt schaut Euch mal im Vergleich Toni Mang´s 350er von 1979 an:

So sind die sich damals um die Ohren gefahren!

Ungefederte Massen waren auch noch nicht erfunden:

Held hatte die Kawa ausgestellt und weil es kälter wird, habe ich mich nach Handschuhen umgesehen. Dieses Modell ist echt clever:

Ist es kalt, dann geht man in den vorderen Bereich und hat einen Goretex Innenhandschuh. Bei warmem Wetter geht man unten rein und hat wieder einen dünnen Handschuh mit super Gefühl für den Gasgriff:

Leider etwas teuer - aber was muss das muss. Schön auch, das man bei Held alle Modelle in allen Größen angekarrt hat - man konnte schön ausprobieren und vergleichen.

Die neue Kreidler. Die neue Kreidler?

Dieses Transformer-Design geht mir mächtig auf die Nüsse:

Auf dem Trip sind irgendwie alle, aber mit Form-follows-Function hat das nichts mehr zu tun, das ist nur noch Show.

Bei Bell hat es mir dieser Crosshelm angetan:

Die Seitenpolster sind magnetisch befestigt und lassen sich ganz einfach rausnehmen:

Und das Material ist nicht nur sicher, es sorgt auch für gute Belüftung - man meint fast einen Fahrradhelm zu tragen:

Garmin stand auch auf meiner Liste, denn ich wollte mal hören, ob es spannende Neuentwicklungen im Navi-Bereich gibt. Sie hatten einen kleinen Super-Ministand, das war alles:

Und die 4 Leutchen, die von der Firma da waren, waren quasi rund um die Uhr belagert. Neuigkeiten gab es keine, die mir geholfen hätten - hier hinkt die Technik den Kundenwünschen auch noch um einiges hinterher.

Bei Abus habe ich gelernt, dass man auch verschiedene Schlösser mit einem Schlüssel ordern kann:

Und zwar so: man kauft ein Schloss und wenn man später noch eines dazukauft - z.B. ein hochwertiges Fahrradschloss - dann gibt man beim Händler den Code des ersten Schlosses an und bekommt den gleichen Schlüssel auch für das zweite Schloss. Finde ich super - muss ich mal ausprobieren. Das sind die Sachen, die einem sonst keiner erzählt.

Hättet Ihr gedacht, dass diese zierliche Lady neben dem bloggenden Eierkopf:

solche Sachen veranstaltet? Das war lustig, weil ich war dort am Stand von Icon USA und wurde von motoguru erkannt, dem ich auf Instagram folge. Das ist der Kollege mit auf dem Bild. Kleine Welt mal wieder! Wir hatten ein gutes Gespräch und ich habe ein paar neue Apps kennengelernt, die ihm in den USA beim navigieren helfen. Werde ich mal hier testen.

Die Stuntfahrer an sich sind schon ein komisches Volk - so oder so ähnlich haben die ihre Hinterradbremsen:

GoPro war auch vertreten und natürlich konnte man das Personal schön mit Fragen löchern. Die neue Hero5 ist wirklich fein mit dem Bildschirm und Touch Display. Nicht besonders leicht, dafür aber schön klein.

Das hier ist GoPro´s 360° Lösung:

Kostet natürlich viereckig, aber da steckt einiges an Knoffhoff drin. Man kann z.B. alle auf einmal aufladen über einen zentralen Stecker und eine Software um die 6 Kameras zusammenzusetzen gibt es auch.

Und dann war da ja auch noch die Drohne Karma:

Bei Liqui Moly wird einem erstmal klar, wieviele verschiedene Produkte es rund um´s Motorrad gibt:

Ziemlich erklärungsbedürftig - besonders im Bereich Additive oder Motorspülung etc.

Diesen Helm habe ich bei Arai gefunden - immer gut, wenn man an der Patina erkennt, dass das garantiert keine Replika ist:

Lang ist es her, heute ist Papa Jos stolz auf Max - wie z.B. zeitgleich in Suzuka.

Solche Reifen gab es bei Polaris zu bestaunen:

Überhaupt eine interessante Firma, denn denen gehört Indian Motorcycles, die bei diesem Guy Martin Stunt eine Hauptrolle spielen. Und die aktuell einen neuen Flat-Tracker vorgestellt haben. Der aber leider nicht auf der Messe war.

Victory Motorcycles gehört auch zu denen, die haben - abgeleitet von Brammo, die sie aufgekauft haben - einen rattenscharfen Renner für die Isle of Man TT Zero am Start. Der aber leider nicht auf der Messe war.

Nicht dass ich mich beschweren will, denn zu sehen gab es genug. Eine Weltenbummler Vespa vielleicht?

Oder einen Trialkurs im Außengelände?

Oder einer der seltenen Phototypen?

Großen Zuspruch hat auch der Custom Bereich bekommen, hier waren jede Menge Selbstgebaute unterwegs:

Die meisten waren allerdings 2-Zylinder, komischerweise ist das bei den Umbauern normalerweise der Triebsatz der Wahl:

Es gab auch hier und da einen Reihenvierer, z.B. diese äußerst begrüssenswerte Kombination:

Ebenfalls sehr vernünftig - ein Öhlins Federbein in Elmar Geulen´s Street Magic:

Völlig abgefahren dagegen diese Metallskulpturen - Schrott neu in Szene gesetzt:

Wobei so ein meditierender Buddafrosch aus Altmetall so ziemlich das Schrägste ist, was mir je unter die Augen gekommen ist:

Insgesamt muss man abschließend feststellen, dass die Grenzen zwischen den Fahrzeuggattungen immer mehr verschwimmen. Da wird dann eine KTM kurzerhand zum Quad umgestrickt:

Mein persönliches Messehighlight möchte ich Euch nicht vorenthalten:

Ein ganz ein scharfes Geschoss:

Hört auf den Namen Exeet und die Firma von Sebastian Jornitz ist sogar hier um die Ecke bei Euskirchen. Ich darf da nicht hinfahren … ich darf da nicht hinfahren … ich darf da hinfahren … ich muss da hinfahren! Wie wär´s mit einer Variante mit Elektromotor?

Entweder schließt sich dann der Kreis - oder ich werde hochkant aus der Halle getreten.

Falls Euer Bedarf an Intermot-Eindrücken noch nicht gedeckt ist, schöne Blogger-Reportagen gibt es auch bei kraftrad.com, motofire.com, Gasgriff Salat und Griesgram 999.

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Mittwoch, 21. September 2016

Nikon stellt 360° Action Cam vor.

Jetzt kommt es Schlag auf Schlag, nach dem GoPro Kracher also jetzt Nikon: wasserdichte Action Cam - soweit so gut. Aber mit Objektiv vorne und hinten und zusammen mit cleverer Software hochwertige 360° Aufnahmen, die sofort auf Youtube oder Facebook einsetzbar sind: die KeyMission 360. Auf der Produktseite gibt es auch Beispielvideos.


Donnerstag, 14. Januar 2016

David Heinemeier Hansson: Millionär zu sein wird überbewertet.

Interessante Einblicke über jemanden, der mit Software richtig viel Geld gemacht hat. Und das jetzt teilweise in der WEC wieder auf den Kopf haut:

I can only speak to the experience I did have. The one I do share with millions of people who have the basics taken care of, but who still yearn for the treasure perceived to be behind the curtain. For those who might contemplate giving up all manner of integrity, dignity, or even humanity to pull it back. We humans acclimate to our surroundings incredibly quickly. The buzz is not going to last. Until you realize the next rung of the ladder isn´t where salvation hides, the siren song will keep playing.

In der WEC wertet er das Fahrerfeld auf, hat sowohl in der LMP2 als auch GTE Klasse einige Erfolge eingefahren.

Heinemeier | FIAWEC |


Samstag, 01. Februar 2014

Aus der - Mal was Anderes - Reihe: Adblock Plus.

Adblock sagt Euch vielleicht was, das ist ein Browser Add-On, mit demd man Werbung ausblenden kann.

So weit, so gut.

Aber was jetzt kommt, das ist ein echter Wirtschaftskrimi. Stellt sich raus, die Leute von Adblock lassen sich dafür bezahlen, trotzdem Werbung durchzulassen. Das nennen sie dann “akzeptable Werbung”, verdienen sich damit dumm und dämlich und stellen sich auch noch als Gutmenschen dar. Angeblich soll Google 25 Millionen Dollar bezahlt haben.

Doch lest selber - viel Stoff, spannend und gut recherchiert:

Sascha Pallenberg:

“Diese Software ist kein Adblocker, sie ist ein Konkurrenzblocker. Hier geht es um Marktanteile und um ein moeglichst grosses Stueck vom Werbekuchen. Hier geht es, wir wiederholen es gerne noch einmal, um die Umverteilung von Werbegeldern zu Menschen und Firmen, die ihr Geld bereits seit Jahrzehnten mit Werbung verdienen, die wissen, wie viel Geld in diesem Markt ist und wie man darankommt und es anderen wegnimmt.”

“Es mutet schon beinahe kafkaesk an, dass nun Unternehmen und die von diesen Unternehmen beauftragten Werbeagenturen bei Google Werbeanzeigen buchen und bezahlen, die dann taeglich Millionen von Benutzern angezeigt werden, die eigentlich gar keine Werbung sehen wollen, diese aber sehen muessen, weil Google einen Teil der Werbegelder an einen Werbeblocker, der eigentlich kein Werbeblocker mehr ist, weiterleitet.”

Die FAZ hat es auch aufgegriffen.

Kommentare: Facebook | N-Forum | Tags: Adblock | Pallenberg | Mobilegeeks


Samstag, 30. März 2013

GPS Auge wird Pflicht bei VLN (und 24h).

Für 780 € netto:

Das System der Firma GPSoverIP (www.gpsauge.de/index.php?id=486) besteht aus je einer Antenne für GPS und GSM, einem Sender (Typ MI6) mit SIM Karte (Flatrate für zwei Jahre) sowie der entsprechenden Verkabelung und gestattet die Bestimmung von Geschwindigkeit und Position eines Rennfahrzeugs sowohl in Echtzeit als auch in protokollierter Form.

Der Einbau und die Verwendung ist für jedes Teilnehmerfahrzeug an einem VLN Rennen Pflicht, die Funktionsfähigkeit wird bei der Technischen Abnahme überprüft.

Das System ist bei der Firma GPSoverIP, Hauptbahnhofstraße 2, 97424 Schweinfurt zum Komplettpreis von 780,00 Euro (plus MwSt.) zu beziehen.

Siehe auch hier: vln.de/teilnehmerinfos.de.php.

Ist ganz neu rausgekommen und inklusive Strafenkatalog vom DMSB am Dienstag genehmigt worden (U-Schrift 26.3.).

Auf der einen Seite natürlich gut, wenn sich das auch mit entsprechender Software von dem Hersteller bei der Rennleitung überwachen lässt - ca. 180 Autos im Überblick ist ja nicht gerade trivial - auf der anderen Seite nette teure Überraschung zum Saisonstart.

Die Balance of Performance kann man sich auch durchlesen - restriktorpflichtige Porsche, was für ein Unwort.


Montag, 17. Dezember 2012

Ja zum Ring BMW gewinnt 24h-Rennen.

Letztes Wochenende gab es ein 24h-Rennen auf dem Nürburgring, organisiert von Sim-Racing.org. Das Ganze basiert auf der rFactor Simulation, wurde live im Netz übertragen rund um die Uhr mit wahlweise englischem oder deutschem Kommentar.

Wer sich mal ein Bild machen möchte von dem Stream, hier die englische Variante der letzten Stunden:

28 Teams sind gestartet, deren Fahrer sich aus 20 Ländern zusammengefunden haben. Manche haben sich tatsächlich getroffen, aber die meisten sind an ihrem Ort geblieben, um am Rennen teilzunehmen. Von dem Alpina B6 GT3 im Ja zum Ring Design sind sogar 3 Stück mitgefahren, sie wurden am Ende 1., 3. und 5. Glückwunsch für den tollen Erfolg und vielen Dank an Carsten Wilhelm, der die Autos so schön gestaltet hat.

Ich kenn mich nicht so aus im Sim-Racing, wenn ich damit auch noch anfange … au weia! Aber neugierig bin ich schon und es war spannend zu verfolgen, wie so ein Event abläuft und wie es organisiert wird.

Da ist zum Beispiel das Live Timing: im Vergleich zum echten 24h-Rennen hat man immer den exakten Abstand nach vorne, also immer. Nicht nur, wenn man über die Ziellinie fährt.

Ein weiterer großer Unterschied sind Unfälle: ein Totalschaden kostet 8 Min. plus den Rest der Runde als exakt berechnete Fahrzeit. Man drückt dann Escape und steht wieder in der Box. Das wär doch mal was für die VLN ;)

Dann ist da noch Teamspeak. Das ist eine Software, die man installiert, um miteinander über Headset reden zu können. Bei dem Rennen gab es viele Kanäle, zum Beispiel hatten die Teams alle einen Kanal, aber auch die Broadcaster vom englischen und deutschen Kommentar. Eigentlich sollte ich nur kurz für ein Interview vorbeischauen, aber das sind dann doch ein paar Stunden geworden, um über Ring und STR zu erzählen. Das funktionierte wirklich gut! Auch spannend, daß sich die Fahrer von einem Team auch während ihres Turns unterhalten können. D.h., sie begegnen sich auf der Strecke und können sich absprechen, ob das jetzt ein einfacher oder doch eher ein schwerer Überholvorgang wird.

Die Kameraführungen sind vorher einprogrammiert und man kann auf Knopfdruck jedem Fahrzeug folgen oder auch Onboard mitfahren - sowas wollte man doch schon immer! Die Designs der Autos entstehen in Photoshop, die Fahrzeuge haben Layer und Templates, die einzeln gestaltet werden.

Wer tiefer einsteigen möchte, hier ist die sim-racing.org Seite von Lutz Enger, der auch simrace.tv für die Übertragungen betreut.

Ich bin mir sicher, in dieser Richtung wird noch einiges gehen die nächsten Jahre. Find ich gut! :)

Übrigens, heute abend fahren die in ihrer Porsche Cup Meisterschaft mit 40 Autos in Monaco. Livestream beginnt um 19:45 Uhr.


Freitag, 07. Mai 2010

Mercedes GP hat einen neuen Sponsor aufgetan, ist mir bei den tollen Onboards heute aufgefallen: Autonomy Software. Kannte ich bisher nicht, die sind im "Meaning Based Computing" Bereich und "worldwide search and discovery market" unterwegs.


Dienstag, 19. Januar 2010

Ich bekomme viele positive Rückmeldungen zu ring°umbau, eine Webseite, bei der alle eingeladen sind, die Ereignisse rund um die Nürburgring Erlebnisregion zu dokumentieren. Ich habe phpbb Ver.3 als Software ausgewählt, es funktioniert bisher reibunglos. Und da wir hier in einem Blog sind und viele Leser RSS-Feeds benutzen, hier der Link für den RSS Feed: www.ringumbau.de/feed.php (einfach im Newsreader Deiner Wahl abonnieren - ich benutze übrigens "FeedDemon", sehr empfehlenswert und synchronisiert mit Google Reader).


Neue renn.tv Einträge:
Gesamten Blog komplett anzeigen (Überschriften)