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Freitag, 28. September 2018

Audi bleibt sich treu und hält dem eingebuchteten CEO Stadler nach wie vor den Rücken frei.

Und ist der Ruf erst ruiniert: CO2 Manipulation bei Audi Hybrid-Fahrzeugen vermutet.


Sonntag, 27. August 2017

Brutales Urteil für VW Dieselgate-Ingenieur James Liang: 40 Monate US-Gefängnis und 200.000 Dollar Strafe.

Da kannte der Richter keine Gnade: 40 Monate Haft und $200.000 Strafe - das lag ordentlich über dem von der Staatsanwalt geforderten Maß (36 Monate und $20.000).

Die Verteidigung hatte auf sehr viel größere Milde gehofft: 1 Jahr Stubenarrest zuhause (“Home Detention”), 1.500h Sozialarbeit und ein symbolischer Geldbetrag (“Nominal Fine”).

Alta Motors

Das ist mir sogar eine eigene Grafik wert. Denn wahrscheinlich sind alle erstmal schwer blass geworden, als Richter Sean Cox das vernichtende Urteil verlas. Das Problem mit amerikanischen Gefängnissen: Ausländer kommen prinzipiell in Low-Security Gefängnisse - zusammen mit krassen Verbrechern und Bandenmitgliedern. Nicht das geeignete Umfeld für einen 62-jährigen mit eher schmächtiger Statur.

Ich war auf der Suche nach mehr Hintergrundinformationen und wurde bei Prozessreporter Robert Snell fündig, der für Detroit News arbeitet:

Überraschenderweise war bei der Urteilsverkündung am Freitag kaum was los im Gerichtssaal - da hätte ich mehr Medienrummel erwartet. Besonders, weil das ja das erste Urteil ist, das in der ganzen VW Affäre gefällt wurde. Es ist allerdings noch nicht rechtskräftig, James Liang kann noch Berufung einlegen. Was ich eigentlich erwarten würde, denn schlimmer kann es ja nicht werden und es ist ja hoffentlich VW, die die Prozesskosten tragen.

Und wenn der Ingenieur, der keine Leute unter sich hatte und keine Management-Position, schon so eine heftige Strafe bekommt, obwohl er freizügig mit der Strafverfolgung zusammengearbeitet hat, was blüht dann erst dem VW Manager Oliver Schmidt? Der noch leichtsinnig nach Florida in Urlaub geflogen ist, wo man ihn direkt am Flughafen verhaftet hat? Die Latte liegt jetzt jedenfalls ziemlich hoch.

Die Prozessdokumente sind sehr spannend, kann ich unbedingt zur Lektüre empfehlen.

In der Anklage ist z.B. von einer “Company A” die Rede (S.5):

Company A was an automotive engineering company based in Berlin, Germany, which specialized in software, electronics, and technology support for vehicle manufacturers. VW AG owned fifty percent of Company A’s shares was Company A’s largest customer.

Und dann auf Seite 17:

On or about November 10, 2006, a Company A employee submitted a request, on behalf of Volkswagen, for a software design change to what was known as the “acoustic function” that would become the defeat device.

Die Akustik Funktion! Die hat damals im Dez. 2015 Felix Domke in dem historischen Vortrag beim CCC vorgestellt.

In der Anklageschrift kann man aber auch nachlesen, dass es vermehrt Qualitätsprobleme beim EA 189 Motor gab. Weil die Prüfstandserkennung nicht akkurat funktionierte und der Motor dadurch auch auf der Straße im abgasarmen Modus lief. Wofür die Komponenten aber wohl nicht ausgelegt waren. Und wie adressiert man das am geschicktesten? Natürlich per Softwareupdate. Ich weiß nicht, was sie den Kunden in’s Gesicht gelogen haben, aber auf Seite 13 der Anklageschrift kann man nachlesen, dass per Software die Lenkwinkelerkennung nachgerüstet wurde, um die Prüfstandserkennung zu verbessern. Sehr krass.

Als der Betrug drohte aufzufliegen, haben die Beteiligten alles versucht, die wahren Gründe zu verschleiern. James Liang war von Anfang an beteiligt und hat auch an den Sitzungen für die ursprüngliche Zulassung teilgenommen. Aber er war natürlich nicht Kopf des ganzen und nur die vorgeschobene Außenstelle. Aufgrund des Emailverkehrs, der in der Anklageschrift zitiert wird, kann man vermuten, dass noch einige Namen auf der US Fahndungsliste stehen. Da werden wohl ein paar Leute ihre Reisetätigkeiten stark einschränken in Zukunft.

Zur Zeit wohnt James Liang mit seiner ganzen Familie (2 Töchter, 1 Sohn - 18, 23 und 24 Jahre alt) in Kalifornien. Das geht aus der Schrift der Verteidigung hervor. Die Aufenthaltsgenehmigung für James Liang wird bei Verurteilung zurückgezogen und nach der Gefängnisstrafe muss er sofort das Land verlassen. Er arbeitet seit 1982 bei VW - direkt nach dem Studium in Hannover - also 35 Jahre. 2006 war er einer der Ingenieure, die an der 2L Diesel Entwicklung mitgewirkt haben - für 69.000 € im Jahr. Normales Ingenieursgehalt würde ich sagen.

Schon damals war der Entwicklungsabteilung klar, dass die NOx Werte nicht zu schaffen sind und in 2007 wurde der “Clean Diesel” der Environmental Protection Agency (EPA) und dem California Air Resources Board (CARB) vorgestellt. Von Anfang an mit Defeat Device, das natürlich verheimlicht wurde. Mitte 2008 ist James Liang dann gewechselt zu VW GOA (Volkswagen Group of America). 2014 hat die ICCT Study alles aufgedeckt und erst im September 2015 hat VW gestanden.

Jetzt - 2 Jahre später - wird ein Ingenieur eingelocht. Während z.B. der feine Herr Winterkorn beurlaubt ist und weiterhin 3.000€ Gehalt bekommt. Täglich. Und die Strafverfolgung in Deutschland im Bezug auf VW außer Kraft gesetzt scheint.

Dieselgate | Liang | Akustikfunktion | Detroit | Michigan | Winterkorn |


Freitag, 13. Januar 2017

Sowohl Fiat Chrysler als auch Renault bekommen Dieselgate Ärger.

Bei Fiat Chrysler ist es die United States Environmental Protection Agency, für die bei VW noch lange nicht Schluß ist. Es handelt sich um Jeep Grand Cherokees und Dodge Ram 1500 mit 3L Motor. Und weil Ferrari auch zum Konzern gehört, liegen in Maranello leicht die Nerven blank.

Während es bei Renault die französische Staatsanwalt ist, die wegen zu hoher Schadstoffemissionen die Ermittlungen aufgenommen haben.

Da könnten in beiden Fällen Motorsport-Programme auf dem Spiel stehen, so wie es die Audi WEC und VW WRC Programme schon dahingerafft hat.


Mittwoch, 01. April 2015

GT3 gegen Nordschleife - der Verlierer steht schon fest.

Der DMSB hat tatsächlich in der Hektik die Cup Porsche vergessen - und die H4. Und dafür die SP10 (GT4) wieder rausgenommen.

“… sind die Fahrzeugklassen SP7, 
SP8, SP8T, SP9, SP-Pro, SP-X sowie Cup–2, die GT-Klassen der H4, die E1-XP1, E1-XP2 und E1-XP Hybrid bis auf Weiteres nicht mehr bei DMSB-genehmigten Veranstaltungen auf der Nordschleife startberechtigt. Die seriennahe Klasse SP10 ist hingegen ab sofort wieder zugelassen.”

Was für eine Kaspertruppe.

Aber was viel schlimmer ist: die Industrienutte der DMSB Präsident Stuck hat sich eingeschaltet mit der Drohung: “bei den Lösungsmöglichkeiten … wird es keine Denkverbote geben”.

Jetzt ratet mal wer oder was akut gefährdet ist. Die GT3? Ganz sicher nicht, die Funktionäre hacken doch nicht die Hand ab, die sie mit Hummer und Kaviar füttert. Die wissen schon, was sie den Herstellern schuldig sind.

“Rennstrecke, Zuschauerplätze, Fahrzeuge, sportliches Reglement: Alles kommt auf den Prüfstand.”

Nein - stattdessen wird denen schon was einfallen, wie sie sich die Nordschleife so zusammenmassakrieren können, damit die GT3 darauf fahren können. Wenn es sein muss auch unter Ausschluss der Zuschauer.

Die Schnellschüsse, die aus Frankfurt gerade abgefeuert werden, sollen vor allem eins: die eigene Haut retten. Bei so einem Horrorunfall geht denen verständlicherweise der Stift, dass man ihnen was anhängen könnte. Nordschleifenlizenz, Streckenlizenz, GT3 mit BOP usw. - alles vom DMSB genehmigt. Nicht, dass jetzt irgend so ein Staatsanwalt noch auf dumme Ideen kommt.

Aber ist das nicht bitter: erst haben die GT3 der gesunden Nordschleifen-SP-Szene den Hahn zugedreht - jetzt geht es dank dieser GT3 der Nordschleife an den Kragen.

Wusstet Ihr eigentlich wer Präsident der FIA GT Commission ist? Christan Schacht. Da schließt sich der Kreis.

Tags: DMSB | Schacht | Stuck |


Mittwoch, 07. Januar 2015

Ermittlungen gegen Kai Richter eingestellt.

Das hat die Staatsanwaltschaft am 23.12. bekanntgegeben (Link Kopie).

Gibt es ein besseres Datum, um eine Entscheidung sang- und klanglos untergehen zu lassen?

Begründung vom Oberstaatsanwalt Kruse: alle Mittel wurden zweckgebunden eingesetzt und überhaupt sind die Verantwortlichen des Landes immer im Bilde gewesen:

“…, dass sämtliche zweckgebundenen Mittel ihrer Zweckbestimmung durch die RIM entsprechend eingesetzt worden sind.”

“…, dass die Verantwortlichen auf Seiten des Landes und seiner Gesellschaften über die tatsächliche Verwendung der „stillen Beteiligungen“ umfassend unterrichtet und auch einverstanden waren …”

“… den Verantwortlichen auf Seiten des Landes und ihrer Gesellschaften die zugrunde liegenden Vertragswerke in allen Einzelheiten bekannt waren …”

Tags: KaiRichterStaatsanwaltStaatsanwaltschaft | Untreue | Insolvenz | Mediinvest | Ringverkauf |


Dienstag, 02. Dezember 2014

Freibrief für Kühl und Hering.

Der Staatsanwalt hat sie vom Haken gelassen:

“(..) hat keine zureichenden tatsächlichen Anhaltspunkte für eine Straftat ergeben. Die Staatsanwaltschaft Koblenz wird daher keine Ermittlungen aufnehmen.”

Da hat der neue Justizminister Gerhard Robbers sich ja glänzend eingeführt und schon dicke Pluspunkte sammeln können!

Wie ich schon auf der SWR Seite kommentiert habe:

“Einen feinen Rechtsstaat haben wir da, wo wir um 500 Millionen Euro und ein Weltkulturerbe innerhalb von 7 Jahren erleichtert werden - und alle machen weiter, als wäre nichts passiert.”

Oder Gerri so: Insider Geschäfte

(Klick! für gross.)

Natürlich phantasieren Grüne und SPD jetzt wieder von dem Märchen, dass das mit dem Nürburgring jetzt dann doch endlich beendet ist - ja, das hätten sie gerne!

Aber zum Glück haben wir Bevölkerung da auch noch ein Wörtchen mitzureden und beendet ist da gar nichts - das hat nichtmal richtig angefangen.

Auch bitter, dass sich das Establishment jetzt darüber freut, dass zwei der ihren angeblich keine Verbrecher seien - damit ist man in der RLP Politiker anscheinend ganz vorne.

Aus meiner Sicht ist nach wie vor nicht geklärt, wieso Hendrik Hering die privat errichteten Immobilien gekauft hat, die sich 4 Jahre später als quasi wertlos herausstellen. Auch das Verramschen der Nordschleife um von der eigenen Schuld abzulenken stellt in meinem Augen eine Riesen Untreue dar.

Der Text der Staatsanwaltschaft liest sich so, als hätten ihn Kühl und Hering selber verfasst. Nur auf das “renomierte” bei “Wirtschaftsprüfungsgesellschaft” hat man verzichtet.

“Auch haben sich keine Hinweise dafür ergeben, dass die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft aus der Sicht der Jahre 2009/2010 für die Verantwortlichen das Landes oder seiner Gesellschaften erkennbar zu optimistische Annahmen zu dem zu erwartenden Verlauf der wirtschaftlichen Entwicklung am Nürburgring getroffen hätte.”

Ach nein? Das ist ja das Allerneueste. Wer redet denn seit Jahren davon, dass die Zuschauerzahlen erstunken und erlogen sind? Und alle Kalkulationen genau auf diesem Lügengerüst aufbauen?

Keine Hinweise!? WTF!?

Stefan Rota hat am 27.April 2010 klare Worte gefunden in unserer damaligen Pressekonferenz extra in Mainz - hier könnt Ihr Euch den kompletten Mitschnitt nochmal anhören.

“Allerdings ergeben sich aus den hier geprüften Unterlagen keine zureichenden tatsächlichen Anhaltspunkte dafür, dass die Verantwortlichen die Rechtslage nach dem EU-Beihilferecht in strafrechtlich vorwerfbarer Weise falsch eingeschätzt hätten.”

Das wird ja immer wilder! Einen Monat vorher - im März 2010 - hat Hendrik Hering seine tolle Zukunftskatastrophe in Adenau vor versammelter Bevölkerung vehement verteidigt und ausdrücklich - es sei schließlich Jurist! - die EU Konformität bestätigt. Das kann mir keiner erzählen, dass er nicht genau wusste, auf welch dünnem Eis er wandelte! Auch das könnt Ihr nachhören, wenn Ihr wollt.

“Zu keiner Zeit ist offenbar innerhalb der zuständigen Ministerien das rechtliche Risiko gesehen worden, dass eine Unvereinbarkeit mit EU-Beihilferecht - wie letztlich geschehen - das „Ob“ der Förderung insgesamt in Frage stellen könnte.”

Offenbar? OFFENBAR? Geht’s noch? Wie wäre es denn mal mit ERMITTLUNGEN liebe Staatsanwaltschaft, um das zu prüfen?

Was für eine Frechheit, ein Schlag in’s Gesicht jedes rechtstreuen Bürgers.

“Dies gilt jedoch in erster Linie für wahrheitswidrige oder durch bewusste Weglassungen unvollkommene Unterrichtungen durch die Geschäftsführung, die hier nicht vorliegen.”

“… die hier nicht vorliegen.” Jetzt sparen sie sich das “offenbar” sogar und wollen dadurch ihre Annahme zu einem Fakt machen. Ohne Ermittlungen!

“ Die wesentlichen Entscheidungen wurden hier auf der Ebene des Landes Rheinland-Pfalz getroffen, das Mehrheitsgesellschafter der Nürburgring GmbH war, und dessen Verantwortliche über alle Elemente des „Zukunftskonzepts Nürburgring“ umfassend unterrichtet waren.”

Was die Staatsanwaltschaft alles weiss - ohne Ermittlungen!

“Zusammenfassend hat die Prüfung der hier vorliegenden Unterlagen mithin keine zureichenden tatsächlichen Hinweise darauf ergeben, dass die Verantwortlichen des Landes oder ihrer Gesellschaften vorsätzlich pflichtwidrig fremdes Vermögen geschädigt haben. Von der Aufnahme von Ermittlungen war daher abzusehen.”

Dass die sich nicht schämen, diese Volksverarschung auch noch schwarz auf weiss aufzuschreiben. Willkommen im Unrechtsstaat Rheinland-Pfalz!

Tags: HendrikHeringCarstenKühlGerhardRobbers | Staatsanwaltschaft


Samstag, 12. Juli 2014

Friedhelm Fähnchen-im-Wind Demandt.

rp-online.de:

“Als 2011 mit der Insolvenz das Ende der legendären Rennstrecke drohte, war der Wickrather bei der Gründung des gemeinnützigen Vereins ”Freunde des Nürburgrings“ dabei. In ihm haben sich Sport, Kultur, Medien und Persönlichkeiten aller Lebensbereiche zusammengeschlossen, die eines eint: die Faszination des ”Rings“.”

Also wenn diese Leute eins eint, dann ist das übersteigertes Geltungsbedürfnis oder die Gier nach Geld. 2011 hat von denen ganz bestimmt keiner von einer drohenden Insolvenz gesprochen - da wurden die blühenden Landschaften besungen, die Henrik Hering in Aussicht gestellt hatte, nachdem er alle Immobilien aufgekauft und die Gesamtanlage an die NAG verpachtet hat.

Die größte Katastrophe überhaupt und ein klarer Fall für den Staatsanwalt.

Der FDP Politiker Demandt gibt eine beeindruckende Schlagzahl von Seitenwechseln vor. Kaum hat jemand Neues das Regiment am Ring übernommen - was in der letzten Zeit ja öfters passiert ist - steht er schon für’s Thumbs Up Bild parat.

(Quelle: Nürburgring NAG Geschäftsbrief 1/2011)

Kai Richter? Super Typ, Spitzen Unternehmer. Ringcard, Arena oder Achterbahn? Die größte Erfindung seit geschnitten Brot!

Wer ihn auf der denkwürdigen SWR4 Veranstaltung in Nürburg live erlebt hat, der wird ihn vielleicht so wie ich in Erinnerung behalten haben: trauriges Überbleibsel eines senilen Wichtigtuers.

Aber die Darstellung solcher Zusammenhänge kann man heutzutage leider nicht mehr vom Zeitungsjournalismus erwarten. Da werden Loblieder gesungen, statt kritisch zu recherieren. Wobei Recherche ist auch übertrieben, da braucht man nur mal kurz Google anzuschmeissen.

Müssen sie sich wieder vom Blogger vorführen lassen - nützt ja alles nix.

Die Gründung des Vereins geht übrigens auf Hendrik Hering zurück, mehr braucht man dazu eigentlich nicht zu sagen. Alles in diesem Geschäftsbrief nachzulesen.

Mich haben die sauberen Freunde schon von Anfang an von ihrer Facebookseite verbannt - ohne Begründung. Da schließt sich dann der Kreis wieder zu Hendrik Hering.

Tags: Demandt | FreundeDesNürburgrings | Hering | KaiRichter


Donnerstag, 11. Juli 2013

Anwalt beschäftigt sich mit Renntraining.

Renntraining auf dem Lausitzring - ich wundere mich, daß da jemand überhaupt jemand den Anwalt einschaltet. Fahren die nicht mit Enthaftung?

UPDATE:

Hier noch eine Mail zum Thema, ähnlich gelagerter Fall.

Da muß man sich schon fragen, was das mit der Enthaftung überhaupt soll. Vor Gericht landen kann trotzdem immer und das Risiko der Haftung fährt bei Renntrainings anscheinend ständig mit. Wenn der Staatsanwalt schon eine abgebrochene Fussraste als fahrlässig ansieht?! (Danke für die Mail Andreas!)

Tags: Enthaftung | Anwalt | Renntraining


Montag, 18. Februar 2013

Kurt Beck morgen vor Gericht - leider nur als Zeuge.

Pünktlich zu Kurt Beck’s Auftritt morgen beim Langericht Koblenz bereitet die Allgemeine Zeitung bzw. Markus Lachmann nochmal die jüngsten Ereignisse auf.

Denn das Drama lief ja in den letzten 5 Jahren in 2 großen Akten ab:

1.) Bau der großkotzigen Betonburgen für 400+ Millionen ohne Finanzierung und ohne funktionierendem Businessplan - innerhalb der historischen Nürburgring GmbH, anstelle einer eigenständigen GmbH z.B. (unter Finanzminister Ingolf Deubel, Vorstandsbeschluß vom Nov.2007).

2.) Extralange Verpachtung der kompletten (!!) Anlage, also Neu-Beton inklusive beider Rennstrecken an ausgerechnet Kai Richter und Jörg Lindner (unter Wirtschaftsminister Hendrig Hering, Vertrag vom März 2010)

“Als private Pächter der Landesimmobilien fanden sich die Düsseldorfer Unternehmer Kai Richter und Jörg Lindner.” schreibt Markus Lachmann, wobei der Witz ja ist, daß man nie nach alternative Betreibermöglichkeiten gesucht hat. Im Gegenteil: man hat sich größte Mühe gegeben, alternative Lösungsvorschläge energisch zu ignorieren. Das war garnicht einfach. Den Beweis habe ich höchstpersönlich antreten, indem ich mich in einer Gruppe eingebracht habe, die sogar eine Pressekonferenz in Mainz (!) abgehalten hat, um zu beweisen, daß es auch anders gehen könnte (April 2010). Wobei die chronologische Reihenfolge so war, daß wir zuerst den Termin in Mainz veröffentlicht haben und danach Hendrik Hering auf einmal ganz schnell den furchtbaren Pachtvertrag aus dem Hut zauberte.

Man kann sich garnicht vorstellen, wie augen- und ohrenzuhaltend die Regierung davon nichts hören und sehen wollte. Zumindest nach außen. In diesem Schauspiel drängte sich geradezu der Eindruck auf, daß es andere - der Öffentlichkeit nach wie vor unbekannte - Gründe geben könnte, daß sich die Regierung dermaßen den beiden Düsseldorfern für den Zeitraum einer ganzen Generation (20+10 Jahre) ausliefert. Und natürlich das Volkseigentum Nürburgring ein zweites Mal verzockt.

Das dritte Mal steht uns kurz bevor: der Verkauf.

Kurt Beck läßt das alles kalt. Ich prognostiziere mal sein kommendes Lieblingswort: Ressortverantwortlichkeit. Damit wird er versuchen alles abzuwälzen auf Ingolf Deubel, das war ja vor vornerein so abgemacht (Rücktritt am Formel 1 Wochenende 2009). Und sollte das nicht reichen und tatsächlich ein Krümel “Gesamtverantwortung” übrig bleiben, dann gibt es als Plan B halt Erinnerungslücken.

Wäre ich morgen Staatsanwalt, ich würd den ja sowas von grillen! So wie er den Nürburgring gegrillt hat, alles verseucht hier.


Dienstag, 23. Oktober 2012

Heute war wieder Die-Schuld-der-Anderen ...

… von Ingolf Deubel.

Die Rhein-Zeitung hat was zum 4.Prozesstag, dpa, dadp und die FAZ auch.

Warum wird der Prozess eigentlich nicht in’s Internet übertragen?

Banken von “Gegnern” bombardiert? Welche Gegner? Die hat es doch angeblich so gut wie garnicht gegeben. Und überhaupt: woher sollen die gewusst haben, von welchen Banken die Rede ist? Und wenn das soviele Banken waren, die alle zurückgezogen haben, sollte es da nicht klingeln? Hallo McFly?

Ich weiß was noch schädlicher für die Nürburgring Gesellschaft war als ein drohender Baustopp: der Baustart.

Wer hat den nochmal in Gang gesetzt? Ohne stehende Finanzierung? Auf gefälschten Zahlen basierend?

Keine weiteren Fragen euer Ehren.


Donnerstag, 16. August 2012

6 Grab°Schaufler auf der Anklagebank, Kai Richter in Arbeit und für Kurt Beck fehlt noch der passende Bustyp.

Ihr kennt sie alle, die angebliche Begründung, warum Ingolf Deubel 2009 als Finanzminister zurückgetreten ist - schließlich wurde das von der Presse bis zum Erbrechen rauf und runter dekliniert:

… ist auf dubiose Finanzvermittler reingefallen.

Eben im SWR TV meint der freundliche Staatsanwalt:

“Eine Opferposition hat sich so aus unseren Ermittlungen zumindest nicht ergeben.”

Nach langem Warten ist ja die Anklage, die dem Landgericht Koblenz seit Januar (!) vorliegt, zugelassen worden und der Prozessbeginn auf 16.Okt. terminiert. Könnt Ihr Euch ja schonmal vormerken, ist ein Mittwoch, ganz normaler öffentlicher Gerichtstermin, den sich Bürger ansehen dürfen. Hier nochmal der komplette Text der Anklage, um was es sich dreht.

Die Anklagebank ist recht lang, sitzen 6 Leute drauf:

  • Deubel - “den früheren Finanzminister des Landes Rheinland-Pfalz”
  • Kafitz - “den früheren Hauptgeschäftsführer”
  • Kaltenborn/Lippelt - “zwei weitere Mitarbeiter Nürburgring GmbH”
  • Metternich - “früheren Geschäftsführer ISB”
  • Wagner - “einen Geschäftsführer RIM”

Die Sendung heute im SWR war wirklich gut, so langsam scheinen die Medien endlich auch soweit zu sein das verworrene Chaos zu durchschauen. Musste sich wohl jeder erstmal einarbeiten.

Den 5:44 Min. Beitrag “Zur Sache” kann man sich hier anschauen oder gleich als MP4 runterladen (57 MB).

Wer sich jetzt fragt, was ist eigentlich mit Deubel’s Wunderkind Investor?

“Kai Richter, einer der gekündigten Pächter am Nürburgring, ist nach wie vor im Visier der Staatsanwaltschaft. 2007 wurde er als Investor für das Lindner-Hotel, den Ferienpark und gastronomische Einrichtungen vorgestellt. Geld hatte er nicht und so bekam er Hilfe vom Land. Sein Verfahren wegen Untreue im Zusammenhang mit diesen Geldflüssen wurde von dem ersten Verfahren abgetrennt. Wann die Ermittlungen zu Ende sind, ist offen.”

Steht in der Rheinpfalz - Karin Dauscher macht da einen auffällig guten Job.

Das ist leider nicht bei allen Zeitungen so - ein Beispiel:

“So billigte Deubel einen Kredit über drei Millionen Euro an einen Düsseldorfer Investor, der an der Rennstrecke Hotels, Gaststätten und ein Feriendorf bauen will.”

(… dazwischen viel Text …)

“Nach dem Scheitern der Privatfinanzierung war unter der SPD-Alleinregierung die Rennstrecke samt Erlebniswelt 2010 an die inzwischen wieder gekündigten Geschäftsleute Kai Richter und Jörg Lindner verpachtet worden.”

Steht in ein und demselben Zeitungsartikel.

Wollen die den Zusammenhang nicht aufzeigen - oder können die nicht?

Kurt Beck macht in der Zwischenzeit übrigens das, was wir von ihm erwartet haben: er tut so, als würde ihn das nichts angehen. Schippert gemütlich im Bus nah bei de Leut durch die Lande und umgarnt die mitfahrenden Journalisten. (Siehe meine Spekulation letzte Woche: die Politik sei jetzt raus aus der Nummer.)

Wenn ich da mal einen kleinen Vorschlag bezüglich des Bustyps machen dürfte?! Könnt ich mich sehr gut mit anfreunden :)


Donnerstag, 12. Juli 2012

Jetzt wirklich? Ministerpräsident bekommt Besuch vom Staatsanwalt.

Heute in der Sueddeutschen:

“Amtlich beglaubigt steht nun ein ungeheuerlicher Verdacht im Raum: dass sich ein Ministerpräsident zum Schaden seines Landes strafbar gemacht hat. Weil er nur das eigene Wohl im Blick hatte.”

Die Staatsanwaltschaft hat tatsächlich Ermittlungen gegen den Regierungschef aufgenommen.

Aber nicht den von Rheinland-Pfalz, sondern den von Baden-Württemberg. Und das auch erst, als er im Amt abgelöst war.

Da fallen mir spontan zwei denkwürdige Termine ein:

Dankbares Thema wären auch die gefälschten Zuschauerzahlen, um den Gigantismus schönzurechnen. Oder die Reihenfolge: erst Tribüne sprengen bzw. anfangen zu bauen, obwohl die Finanzierung noch unausgegoren war und wie wir inzwischen wissen auch immer geblieben ist. Viele Sachen wissen wir noch garnicht, Staatsanwälte aber schon - wenn sie denn wollen. Zum Beispiel die Verträge, mit denen der Steuerzahler dem Privatinvestor Mediinvest erst mit 85 Mio. Euro ausgeholfen hat, um dann später die realisierten Alpträume mit der Landesgesellschaft Nürburgring GmbH aufzukaufen. Und warum überhaupt.

Gibt es in RLP denn noch Staatsanwälte mit Rückgrad? Oder sind die nach 18 Jahren Beckherrschaft ausgerottet? Der Artikel in der Sueddeutschen ist von heute und zu Kurt Beck gibt es heute diese Nachrichten:

Beck will wieder als SPD-Landesvorsitzender antreten.

Im November wählt die SPD nämlich intern ihren Chefsozi und offentlich will Kurt Beck noch eine Weile Ministerpräsident bleiben. Weil er die Riesenschiebung am Ring noch nicht in trockenen Tüchern hat? Wenn die Macht erstmal abgegeben ist steht man auf einmal im Regen. Wilhelm Hahne hat das heute auch kommentiert. Dann scheint die Lage wirklich schlimm zu sein, wenn Beck gezwungen ist die Zügel stramm in der Hand zu halten.

Was auf der anderen Seite Anlass zur Hoffnung gibt, daß ihm sein ganzer Filz mit einem Riesenknall um die Ohren fliegt.

Und was meint Eveline Lemke dazu?

“Beck will bleiben. Erwartungsgemäße, gute Entscheidung!”


Mittwoch, 15. Februar 2012

Anklage gegen Deubel, Kafitz und Co.

Die Anklage wegen Untreue gegen Ingolf Deubel im Detail, hier der Bericht von dpa. Bei den Prozesskosten hilft das Land. WOT?

Insgesamt sind nach 20 Monaten Verschleppung Ermittlungsarbeit 6 Personen angeklagt, die Staatsanwaltschaft Koblenz (2050 Js 37425/10) formuliert das so:

“Die Staatsanwaltschaft Koblenz hat gegen den früheren Finanzminister des Landes Rheinland-Pfalz, den früheren Hauptgeschäftsführer und zwei weitere Mitarbeiter der weitgehend landeseigenen Nürburgring GmbH sowie gegen einen früheren Geschäftsführer der Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz GmbH (ISB GmbH) und einen Geschäftsführer der Rheinland-Pfälzischen Gesellschaft für Immobilien und Projektmanagement GmbH (RIM GmbH) Anklage zum Landgericht Koblenz erhoben.”

Die einzelnen Personen (Deubel, Kafitz, Lippelt, Nuss-Kaltenborn, Metternich, Wagner) finden sich im Trierischen Volksfreund gelistet.

Wie verschwindend gering die Anklagepunkte im Vergleich zu dem 500 Mio Desaster sind, kam im SWR Radio. Den guten Kommentar kann man sich hier nochmal anhören.

Wilhelm Hahne hat die Anklage von heute auf seine Art kommentiert. Achtung: brisant!


Freitag, 01. Juli 2011

24h Rückblicke.
  • Speedweek, Guido Quirmbach: “Nimmt man diese Auswertung zu Grunde, dann hätte, wenn alle durchgekommen wären, wohl der Hybrid-Porsche gewonnen, da er als einziger Wagen Stints über 10 Runden fahren konnte, was mindestens ein Tankstopp weniger als der RSR bedeutet hätte.

  • Christian Menzel: “Generell können wir froh sein, ein solches Event in Deutschland zu haben. Wir müssen wie immer gut aufpassen, dass es auch so ein gutes Event bleibt und der Bogen nicht überspannt wird. Gleiches gilt für den Nürburgring selbst! Die “Bewölkung” nimmt immer weiter zu – schon wieder sind einige Herrschaften rund um den Ring in den Schlagzeilen – der Staatsanwalt lässt grüßen! Ich bin wie immer Optimist - und werde sicherlich noch eine bessere “Wetterlage” am Ring erleben. Hut ab vor allen Menschen, die hier sehr couragiert dafür kämpfen!

  • Christian Bollrath, Audi R8: “Wir waren das beste Amateurteam im Feld.” (..) “Unser Wagen war wohl der einzige, der nicht einen Kratzer hatte.” (..) Die fehlenden Trainingsrunden holte das Team einfach im Rennen nach.


Mittwoch, 30. März 2011

“Unvergessliche Erlebnisse.”

Letzten Donnerstag gab es auf der Müllenbachschleife der GP-Strecke einen heftigen Unfall bei einem Lehrgang der “Nürburgring Driving Academy”.

Weil auch die Feuerwehr aus Nürburg ausgerückt ist, kursieren die Gerüchte und die Leute haben die Nachrichten verfolgt, was denn nun passiert sei. Es kam aber nichts, also hab ich bei den Behörden mal ein paar Infos zusammentelefoniert:

Ein Formelfahrzeug ist während eines Rennfahrertrainings im Fahrbetrieb in Brand geraten. Der Fahrer hat großflächige Verbrennung erlitten und befindet sich in intensiver medzinischer Betreuung. Die Staatsanwalt ist aktiv und der Formelwagen sichergestellt.

Nach öffentlich zugänglichen Informationen - z.B. wie es dem Fahrer geht - sucht man vergeblich. Die NAG, die hier selber die Rolle des Veranstalters einnimmt, wirbt als wäre nichts geschehen auf ihren “Produktseiten” und über das Bestellformular kann bei der Nürburgring Automotive GmbH “Driving Academy” direkt gebucht werden. Ich würde irgendwo eine Erwähnung von Risiken erwarten, finde aber nichts. Die Trainings werden als “Artikel” angeboten.

Zitat: “Erlebe einen Adrenalinkick, den Du nicht mehr vergessen wirst.”

Ich wünsche dem verletzten Fahrer von Herzen gute Besserung.


Freitag, 10. September 2010

Die Enthüllungen durch die Medien.Neben Staatsanwalt und Zeugenaussagen sind es die Enthüllungen durch die Medien, die laut CDU/FDP weitere Aufklärung im UA 15/2 nötig macht.
Dienstag, 17. August 2010

Sie haben sich bemüht - na wenn das keine 1,2 Milliönchen wert ist.Sie haben sich bemüht den Anforderungen gerecht zu werden, die Finanzierungsvermittler. Soviel Einsatz muß belohnt werden, dem Herrn Deubel ist das schlappe 1,2 Milliönchen Euro wert. Jetzt kommt der Quasi-Freispruch vom Staatsanwalt, der dem Richter kollegial vorgreift und keinerlei Straftaten erkennen kann: keine Anklage. Und Herr Deubel? Der verkauft seine Erfahrung als Sparexperte per Hochglanzgutachten dem Rest der Nation. Wäre ja soweit alles in Ordnung für die Aussitzer, allerdings funktioniert jetzt die Ausrede ´auf Betrüger reingefallen´ nicht mehr. Vielleicht merkt´s ja keiner. Sonst kommt am Ende noch raus, daß es nie so etwas wie private Investoren gab.


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