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Sonntag, 08. September 2019

Spannende IAA 2019 nächste Woche - aber nicht wegen der neuen Fahrzeugmodelle.

Am Dienstag öffnet die IAA für 2 Pressetage die Türen, bevor die normalen Besuchertage vom 11. bis 22. September starten. Das wird eine spannende Messe. Nicht wegen Elektro, was Anfang des Jahres großen Raum in Genf eingenommen hat, sondern wegen Klima und Resourcenumgang.

Die Städte und die Straßen sind am Limit, doch der Wunsch nach individueller Mobilität wird immer größer. Größer auch im Sinne der Fahrzeuge, das nimmt inzwischen aberwitzige Dimensionen ein.

Mike Frison / renn.tv

Gestern gab es eine schreckliche Katastrophe mit in Berlin: ein Autofahrer steuert mit hoher Geschwindigkeit auf den Gehweg und tötet 4 Menschen. Vier! Stellt Euch das mal als Terroranschlag vor. Oder jemand stößt 4 Menschen vor einen Zug. Was da in den Nachrichten los wäre. Und so? Gehen Sie weiter, es gibt nichts zu sehen, tragischer - aber ansonsten normaler - Verkehrsunfall. Die Gefahr, die von Autos ausgeht, wird einfach als Status Quo hingenommen.

Oder noch ein Gedankenspiel: was wäre los, wenn das ein autonomes Roboterauto gewesen wäre? Das hätte weltweit Schlagzeilen gemacht. Obwohl ich bezweifle, dass jemals ein autonomes Fahrzeug 4 (!) Menschen auf dem Gehweg killt. Das werden wir wohl nicht erleben.

SUVs schwingen sich auf, den Gipfel der Ego-Mobilität zu erobern - eins größer, breiter und schwerer als das andere. Was zählt, ist die aggressive und dominierende Erscheinung, mit der die Insassen ihre Dominanz über den Rest der Bevölkerung zum Ausdruck bringen wollen. Platz da! Und Platz brauchen sie reichlich. Beim Parken, beim Fahren - und diesem stationären Zustand der persönlichen Mobilität, die man Stau nennt.

Die Süddeutsche schreibt heute über SUVs von einem instinktiven Recht des Stärkeren - passend zu dem Rest unseres heutigen gesellschaftlichen Zusammenlebens in Deutschland, wo Rücksichtnahme und Verantwortung kaum noch Platz eingeräumt wird.

In meiner Kindheit gab es mal den Spruch “Mercedes mit eingebauter Vorfahrt”, weil die zumeist betagten, aber auch betuchten Mercedesfahrer gerne für sich eine Sonderstellung im Verkehr beansprucht haben. Heute hat man das Gefühl, dass jeder auch gerne diesen Status für sich reklamieren möchte, einem Hochrüsten von Größe, Dominanz, Masse und Leistung wird keine Obergrenze eingezogen.

Mike Frison / renn.tv

Ich bin bekennender Autofan - schon immer gewesen. Das kommt davon, wenn man seine Kindheit an Tankstelle und Werkstatt der Eltern verbringt. Aber ich bin auch jemand, der mit offenen Augen durchs Leben geht - und ich erlebe den Verkehr in Köln, seit ich 1993 aus London dorthin gezogen bin. Der öffentliche Raum wird ständig enger, die Anzahl der Fahrzeuge steigt unaufhörlich und der Platz wird auch dadurch kleiner, weil die Autos immer fetter werden. Adipositas im Fahrzeugbau. Behäbige Dickschiffe, denen mit Steroiden - also Monstermotoren - nachträglich eine Dynamik eingeredet werden soll. Die Fahrzeuglenker passen sich diesem Schema gerne an: kommen sich wichtig vor, aber schaffen es nichtmal zu Fuß bis zum Bäcker.

Das Ganze nimmt inzwischen Dimensionen an, die man nur noch als grotesk bezeichnen kann. Wie dämlich muss eine Gesellschaft sein, sich solchen Götzen bereitwillig hinzugeben - den eigenen Körper aber behandeln wie eine Müllkippe? Verpestet von Abgasen, gefoltert von Bewegungsmangel und gestresst von hektischem Verkehr?

Der Bürgermeister von Berlin spricht von panzerähnlichen Fahrzeugen, was ja nicht von der Hand zu weisen ist. Sie haben in der Stadt nichts zu suchen - und so sehe ich das auch. In der Innenstadt von Köln geht es manchmal schlimmer zu als beim 24h-Rennen in der Boxengasse zum ersten Boxenstopp - als stände tatsächlich der Rennsieg auf dem Spiel. Und die Autoindustrie, mit ihrer Werbung, die der Kundschaft auch genau diese Gewinnermentalität suggeriert, ebnet den Weg und gibt das Rennen frei.

Nicht ohne Grund unterschreibt man beim Motorsport als Fotograf z.B. eine Enthaftung, weil man sich bewusst in die Gefahr des Rennens begibt und als ungeschützter Mensch gegen tonnenschwere Autos natürlich keine Chance hat. Aber was sagt das über unser Zusammenleben aus, wenn diese Gefahr ständig um uns herum lauert? Überforderte Fahrzeuglenker, die hochgerüstet ihrem Anspruch auf individuelle Mobilität mit Rücksichtslosigkeit Raum verschaffen. Deren unschuldige Opfer zwar betrauert werden, die aber eine Änderung des Systems auch nicht bewirken. Täglich wird in Deutschland mindestens 1 Radfahrer getötet - übersehen - oh, das tut mir aber leid. Muss ihr Kind halt ohne Vater aufwachsen.

Und quasi auf dem bisherigen Gipfel des Zusammentreffens von Klimaschutz vs Rücksichtslosigkeit, in der ein Auto vier Menschen auf dem Bürgersteig überfährt, will die IAA das Auto mit Hilfe einer großen Party abfeiern. Da muss man schon sehr abgestumpft sein, um den Widerstand in der breiten Bevölkerung zu ignorieren, die immer mehr Abneigung gegen das Auto entwickelt.

Oder sind es nur Außenseiter ohne Stimme und Lobby?

Letzten Freitag bin ich bei der Critical Mass hier in Köln mitgefahren - zusammen mit 1.000 anderen Radfahrern. Das ist keine angemeldete Demo, sondern ein Treffen von Radfahrern, die gemeinsam eine Ausfahrt machen. Die Route ist spontan - die Spitze gibt die Richtung vor. Und weil es ein geschlossener Verbund ist, zählen diese 1.000 Radfahrer als 1 Fahrzeug, d.h. Ampeln zählen nur für die Vorderen. Ist ein großer Spaß und findet schon recht lange weltweit in vielen großen Städten statt. Kai und Markus sind auch mitgeradelt und wir hatten unterwegs viel Spaß, Zeit zum Quatschen und uns die Stadt anzusehen.

Mike Frison / renn.tv

Und natürlich auch, um uns über Mobilität zu unterhalten - die beiden sind auch Autofreaks durch und durch. Trotzdem waren wir uns einig, dass die individuelle automobile Mobilität einen Perversionsgrad erreicht hat, der korrigiert werden muss. Und wenn man sich umschaut, wer da alles gutgelaunt mitradelt, dann sind das keine Ökospinner, sondern Leute aus allen Schichten der Gesellschaft, denen es einfach wichtig ist, angenehm in ihrer Stadt leben zu können.

Und diese - sympathischen - Protestbewegungen nehmen zu. Für die IAA hat sich einiges angekündigt, der Veranstalter VDA tut sich schwer, dem Rechnung zu tragen. Geht ja auch nicht, SUVs und Klimaschutz werden nie kompatibel sein. Und den übertriebenen Raumbedarf des neuen Taycan - der Zukunft! - hatte ich ja erst aufgegriffen.

Deutschland ist ein spezielles Pflaster, wenn es um Autos geht, denn hier sind die Premiummarken zuhause, die ihre Leistungsschau in die Welt exportieren wollen: Porsche, BMW, Mercedes, Audi … und da gehört es natürlich zum guten Ton, beim Heimspiel besonders zu glänzen. Wir vergessen das leicht, weil wir hier wohnen, aber der einstige Segen der glorreichen Autoindustrie entwickelt sich langsam zum Fluch: lähmende Aufklärung bei Dieselgate, peinliche Bahn- und ÖPNV Anbindung, künstliche Erhaltung der Verbrenner-Technologie. Man braucht nicht weit zu schauen, der Vergleich der Raumaufteilung im Verkehr in Holland spricht Bände und die Gegensätze könnten deutlicher nicht sein.

Das zaghafte Umdenken scheint jedoch - sogar! - in Deutschland um sich zu greifen. Von daher wird es eine spannende IAA 2019. Auch lustig, dass die Fahrzeugmodelle an sich fast schon als nebensächlich untergehen.

Und über den Motorsport haben wir in dem Zusammenhang noch gar nicht gesprochen - der könnte schneller die allgemeine öffentliche Ächtung erfahren, als ihm lieb ist.

IAAMesse | Mobilität | CriticalMass | Zukunft | Protest | Klima |


Freitag, 06. September 2019

Neuer Porsche Taycan - fast so groß wie mein Transit Kastenwagen LKW.

Wurde jetzt offiziell vorgestellt - war ja im Vorfeld schon öfter hier im Blog Thema.

Spannend waren in erster Linie die technischen Daten, denn nachdem Tesla von der Industrie immer belächelt worden war, hat man die Latte quasi selbst hochgelegt.

Stellt sich raus: ist wohl doch nicht so einfach.

Oder anders ausgedrückt:

Range-wise, the Porsche Taycan is the only car to come close to the 2012 Model S 265/312 mile range and it has next to nothing in interior space. Jaguar and Audi which have more robust interiors were barely able to eclipse 200 miles of EPA range while Chevy and Kia/Hyundai have now gotten into the 240–250s with their smaller more efficient cars.

Um den Taycan überhaupt konkurrenzfähig darstellen zu können, muss man einen 2012er Tesla bemühen.

Audi und Jaguar haben schon bei der Reichweite enttäuscht - jetzt kommt Porsche dazu. Vielleicht der Grund, warum Porsche seine Anteile bei Rimac weiter erhöht hat: von 10% auf 15,5%.

Was mich aber am meisten verdutzt hat, sind die äußeren Abmessungen des Taycan: 2,15 Meter breit und 5 Meter lang!

Kein Druckfehler:

Mike Frison / renn.tv

Und das Ganze bei 2,3 Tonnen Gewicht - was für ein Panzer.

Da nützen Design und niedriger Schwerpunkt auch nicht mehr viel, das Ding ist ja ein LKW. Und das soll jetzt die Zukunft sein?

Mal zum Vergleich: mein Transit Bloggermobil ist ein FT350 mit hohem Dach und langem Radstand. So mit das Größte, was es gibt. Länge: 5,68 Meter - Breite: 2,37 Meter (mit Riesenspiegeln, ohne: 1,98 Meter). Das ist ein LKW. Leergewicht übrigens 2,2 Tonnen.

Mike Frison / renn.tv

Hier noch eine Vorstellung des neuen Porsche bei emobly, die dem Taycan eigentlich wohlgesonnen sind und sich freuen, dass er endlich da ist - denen es aber schwerfällt positive Merkmale herauszuarbeiten. Immerhin - sie versuchen es.

Porsche | Taycan | Elektro |


Freitag, 18. Januar 2019

VIDEO: Kommentar zu den Röhrl / Taycan Reaktionen.

Die Sache - also Röhrl’s Probefahrt und sein Kommentar danach - hat ordentlich Wellen geschlagen.

Ich wundere mich über die Anfeindungen der zwei Lager - Elektro versus Verbrenner - die überraschend emotional aufeinander losgehen.

Mein Standpunkt ist, dass jeder sich doch das Beste aus den zwei Welten aussuchen kann - und das habe ich mal in einem Video thematisiert:

youtu.be/gUt1hNDqzN0

Soll jetzt nicht als Drohung daherkommen, aber wenn die Zeit es zuläßt würde ich gerne öfter solche kleinen Videobeiträge als Ergänzung hier erstellen. Durch die intesive Fotografiererei bediene ich Photoshop und Lightroom inzwischen im Schlaf und ähnliche Skills möchte ich mir auch für Final Cut Pro erarbeiten. Und wie bei allem gilt: Übung macht den Meister. Durch meinen neuen Computer - mac mini (i7, 16GB RAM, 2 TB SSD) - habe ich auch endlich ein Werkzeug an der Hand, wo ICH wieder das Bottleneck bin und nicht die Technik.

Röhrl | Porsche | Taycan | vlog |


Dienstag, 15. Januar 2019

Walter Röhrl im Elektro-Taycan.

Da wird Porsche wohl nochmal die Produktionszahlen anheben müssen, denn der Meister ist voll des Lobes.

Mike Frison / renn.tv

Hier der Link zum Video und ich habe mir mal die Mühe gemacht Walter's Aussagen abzuschreiben - das wird wohl in die Geschichtsbücher eingehen:

Walter vor dem Einsteigen:

"Die Erwartungen sind ziemlich groß - ich glaub' es ist hinreichend bekannt, wie ich ein E-Auto nicht gern mag. Das soll mich aber nicht hindern, das einfach ganz fair zu testen und zu sagen, ob das Auto gut fährt."

Walter im Auto

"Sehr beeindruckend - das Auto fährt natürlich so, wie ein Porsche fahren muss - das merkste bei jedem Meter - dass das einfach ein Auto ist, das von Porsche-Ingenieuren entwickelt wurde. Eine Präzision - mit dem Lenken, Bremsen, Gasannahme - der Schub ist natürlich etwas, sowas das hat ein normaler Mensch überhaupt noch NIE erlebt - Leistung von Null bis zum Anschlag - ohne Unterbrechung, ohne Zugkraftunterbrechung - ein Fahrwerk, das genau dort hinfahrt wo ich hinlenke - also mehr kann man sich im Prinzip nicht wünschen."

"Soviel von dem ganzen Know-How, was ich seit 50 Jahren an Porsche schätze, hat auch dieses Auto."

"Also bei DEM Auto, da trifft es wirklich zu, dass die Tränen der Ergriffenheit waagerecht abfließen - unglaublich!"

Und wir wissen ja alle, wie kritisch der Herr Röhrl sein kann.

Den Fake-Auspuff haben sie übrigens immer noch dran!

Mike Frison / renn.tv

Röhrl | Porsche | Taycan |


Sonntag, 30. Dezember 2018

Elektroturbo.

Noch kurz vor Silvester kommt Porsche mit der Idee des Jahres:

das High Performance Modell des elektrischen Taycan (aka Mission E) wird Taycan Turbo heißen.

Mike Frison / renn.tv

Dann können sie die Fake-Auspuffrohre ja auch direkt dranlassen.

Ob VW ein paar ihrer Elektroautos dann auch TDI nennen wird?

Porsche | Taycan | MissionE |


Mittwoch, 24. Oktober 2018

Auch so eine Art Ritterschlag für Tesla, wenn die Entwickler des Porsche Taycan ihn als Benchmark auserkoren haben.


Mittwoch, 11. Juli 2018

Berlin-Adlershof: die erste Porsche Elektrotankstelle ist eröffnet.

Dort kann man ab Ende 2019 den Taycan mit 800V laden.

Ich bin mal gespannt, wann die erste Porsche-Schnelltankanlage am Ring installiert wird! Vor allem, weil man mit dem Elektroauto ja auch nachts seine Runden drehen dürfte - bekommt ja keiner mit.

Porsche | Taycan | 800V |




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