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Montag, 11. Mai 2020

Das Tempo-130-Gespenst ist wieder da.

Aktuell vom deutschen Verkehrssicherheitsrat wieder aufgescheucht.

Vor kurzem hat die CSU noch mit Tempolimit Nein Danke die Speedfreaks mobilisiert.

Für die Touristenfahrten wäre die Einschränkung nicht so gut.


Mittwoch, 19. Februar 2020

Stuck nicht mehr DMSB Präsident.

Hat von jetzt auf gleich hingeschmissen und der DMSB versucht die Fassung zu bewahren.

Nichtmal das Ende seiner Amtszeit konnte er abwarten - das wäre am 18. April der Fall.

In das Amt eingesetzt wurde er am 21. April 2012.

Auch wenn man sich bemüht irgendwelche Glanzleistungen aus dieser Zeit hervorzuheben: da war nicht viel.

dmsb.de:

Das Thema Sicherheit, das ihm schon als Aktiver sehr am Herzen lag, trieb er dabei mit zahlreichen Initiativen voran – neben vielen Detailverbesserungen wird dabei insbesondere sein Engagement rund um die Nürburgring-Nordschleife in Erinnerung bleiben. Unter Stucks Leitung setzte sich der DMSB stark für den Erhalt der Streckenlizenz der Nordschleife ein, die in dieser Zeit auch durch viele bauliche Maßnahmen sicherer wurde.

Bei dem Thema gehen die Meinungen aber weit auseinander.

Kleiner Rückblick auf 2015, als er die Mär vom Anruf von Jean Todt verbreitete. Damit er nicht in die Geschichte eingeht, als der DMSB Präsident, unter dessen Ägide ein Nordschleifen-Rennen mit Tempolimit ausgetragen wurde.

Vermerk für die Geschichtsbücher: 2015 wurde unter der Präsidentschaft von Hans-Joachim Stuck das 24h-Rennen auf der Nordschleife unter Tempolimit ausgetragen.

Dann erzählen sie noch was von:

Zu den vielen Neuerungen in Stucks Amtszeit gehört beispielhaft auch die Einführung einer DMSB-App für Smartphones, die zunehmend als wichtiges Kommunikations- und Informationsmittel sowie als elektronischer Lizenznachweis dient.

Da müssen sie schon die Themen bei den Haaren herbeiziehen, um überhaupt irgendetwas positiv klingendes in den Abschiedstext zu bekommen.

Mike Frison / renn.tv

Und weil ihnen dann schon die Luft ausgegangen ist, haben sie noch weitläufig Stuck´s Motorsporterfolge zelebriert. Die sind zwar beeindruckend, nützen der Förderung des Motorsports unter seiner Präsidentschaft aber herzlich wenig.

Er hinterlässt jedenfalls einen motorsportlichen Totalschaden in Deutschland und die Sportler können froh sein, dass er weg ist. Ich fürchte nur, dass die Nachfolge nicht viel besser werden wird. Der DMSB hat schließlich einen Ruf zu verlieren.

Stuck | DMSB |


Sonntag, 02. Februar 2020

Die CSU blamiert sich als Tempo-Beschützer Partei.

Macht sogar eine Petitionsliste: Tempolimit nein danke.

Ich habe mal versucht herauszufinden, was mit den Unterschriften passieren soll. Ist mir nicht gelungen. Für am wahrscheinlichsten halte ich nach Lesen der Datenschutz Erklärung, dass die Adressen für einen Newsletterversand verwendet werden.

Generell finde ich Tempolimit-Gegner nicht unsympathisch - man möchte halt gerne schnell fahren. Ich kenne das auch nur so, dass die Leute das dann auch ohne Umschweife so sagen. Meistens wird dann aber auch ergänzt, dass das heutzutage aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens sowieso kaum noch geht.

Mike Frison / renn.tv

Die Argumentation bei der CSU ist aber furchtbar abenteuerlich, denn statt sich als fröhliche Raser zu outen, versuchen sie es hiermit:

Die Zahl der Verkehrstoten ist in Ländern mit Tempolimit zum Teil drastisch höher als in Deutschland.

Tempolimit haben alle (!) Länder und Deutschland liegt mit seinen Verkehrstoten so grob im europäischen Mittelfeld. Afrika ist da schon um einiges gefährlicher, in Somalia z.B. eine 1000-fach höhere Gefahr in Relation zu der Anzahl der Fahrzeuge. Laut CSU Argumentation würde man also in Somalia durch Streichen des Tempolimits die tödlichen Unfälle reduzieren.

Unser Problem sind die Straßen, auf denen bereits Tempolimits gelten. Auf Bundes-, Landes- und Kommunalstraßen liegen die eigentlichen Herausforderungen der Verkehrssicherheit.

Wieso? Mangels Argumenten lässt man sie einfach ganz weg und hofft es merkt keiner. Was ich bei den CSU Wählern für durchaus realistisch halte.

Oder ist das so gemeint, dass man als Tempofreund die bisherigen Tempolimits auch abschaffen will? Im Sinne von "Unser Problem sind die Straßen, auf denen bereits Tempolimits gelten.? Das wäre wenigstens ehrlich.

Der Umwelteffekt eines Tempolimits ist sehr gering. Mit einem generellen Tempolimit von 130 km/h könnten lediglich 0,6 % der CO2-Emissionen des Verkehrssektors eingespart werden. Es gibt heute also wesentlich effizientere Maßnahmen für mehr Klimaschutz im Verkehr.

Das Stichwort hier: “des Vekehrssektors”. Mich würde zwar die zugrundeliegende Rechnung interessieren, aber auch ohne die Zahlen ist es natürlich dreist die Autobahndiskussion jetzt auf den gesamten Verkehr umzuschlagen. Aber OK, CSU-Wähler, siehe oben, vielleicht merken sie es nicht.

Mein Kommentar dazu: ohne die Premiumhersteller, also Audi, Porsche, BMW, Mercedes - die alle aus Deutschland kommen - hätten wir diese Diskussion nicht. Denn sie klammern sich verzweifelt an die letzten Überreste German Autobahn, um ihre monströsen PS-Zahlen und Topspeeds zu rechtfertigen. Und zwar weltweit! Was auf der German Autobahn dominiert, hat auch in anderen Ländern Überholprestige. Und die CSU hat diese Industrie ja gerne - mit dem Verkehrsminister voran - hörig umgarnt. Worin sich wohl auch diese Temposchutzaktion begründet.

Mike Frison / renn.tv

Ich fahre auch gerne schnell, hätte mit dem 5 Zylinder Kuga oder der kräftigen 900er Hornet auch die Fahrzeuge dafür, aber wenn ich ehrlich bin, regt es mich immer furchtbar auf, wenn ich aus dem entspannten Holland wieder in das hektische Deutschland hineinfahre.

Das wäre ja alles noch ok, wenn die Leute wenigstens vernünftig fahren könnten. Aber mit den ganzen Honks am Steuer, die ohne Regel-Elektronik alle schon Exempel der Darwin’schen Evolutionstheorie geworden wären, sorgen mit ihrem Agrostil für völlig sinnlosen Stress auf den Autobahnen. Bei den einen staut sich die Aggression auf, weil sie nicht so schnell fahren könnten, wie es der Untersatz hergibt und bei den anderen, weil man ständig das Gefühl hat sich auf eine Rennstrecke verirrt zu haben.

Zum Thema Umwelt: die schlimmste Verschwendung in meinen Augen ist das Bremsen. Und zwar gleich zweimal, denn es werden wertvolle Ressourcen eingesetzt (Bremsbeläge und Scheiben), um vorher aufwendig aufgebaute Bewegungsenergie in Reibung und Wärme zu vernichten. Was für ein schwachsinniger Vorgang. Und wenn man über die Autobahn fährt, sieht man ständig Bremslichter, quasi die Visualisierung dieser Verschwendung. Gerne auch bei Gefährten der adipösen Art, also 2,5 Tonnen aufwärts.

Mike Frison / renn.tv

Da haben wir jetzt noch gar nicht über Unfälle gesprochen.

Tempolimit | Autobahn |


Sonntag, 26. Januar 2020

Verkehrtminister Scheuer bekommt Schnappatmung, weil sich der ADAC nicht mehr gegen das Tempolimit positioniert.

Und erst die armen Porschefahrer! Freiheitsentzug!


Dienstag, 31. Dezember 2019

Jahresrückblick 2019.

Eigentlich ist es ja Zufall, dass ein Jahr auf der Erde solange dauert wie es dauert. Die Sonne hat uns am Haken und schwingt uns in durch die Umlaufbahn - während die Erde fröhlich vor sich hin kreiselt.

Vor Millionen von Jahren hatte das Jahr übrigens mehr Tage, weil die Erde sich schneller drehte. Diese Verlangsamung merken wir zwar nicht - dafür sind Menschenleben zu kurz - aber sie findet statt.

Jedenfalls haben wir uns an den Jahresrhythmus gewöhnt und der Jahreswechsel ist ein guter Zeitpunkt innezuhalten und die Erlebnisse Revue passieren zu lassen.

Das fing leider sehr traurig an, denn Charly Lamm ist viel zu früh verstorben.

Mike Frison / renn.tv

Das läuft mir immer noch nach, wenn ich daran denke oder diese Zeilen schreibe - da geht es mir sicher wie vielen in der Szene.

Ein guter Ausgleich für die motorsportlose Winterpause war der Besuch in Leimbach bei Günter Schlag. Das war schon länger geplant und wir hatten einen interessanten Nachmittag.

Mike Frison / renn.tv

Im Frühjahr musste ich nochmal unters Messer - Altmetallentsorgung:

Mike Frison / renn.tv

Eine gute Gelegenheit, um ein paar Bücher zu lesen:

Mike Frison / renn.tv

Hat sich gelohnt und Ihr findet meine Rezensionen unter dem Stichwort Buchvorstellung in der Blog-Suche.

Der Grund für die OP reicht zurück nach 2018, als ich auf dem Weg zur Arbeit vom Fahrrad torpediert wurde.

Alles gut verheilt, aber die Auto gegen Fahrrad Konstellation begleitet mich fast täglich.

Mike Frison / renn.tv

Die Infrastruktur für Radfahrende hier in der Kölner Region ist eine Vollkatastrophe, man kämpft täglich ums Überleben und braucht starke Nerven.

Mike Frison / renn.tv

Trotzdem lasse ich mir den Spaß nicht nehmen, ich sehe nicht ein mich mit dem Auto in den aggressiven und hoffnungslos verstopften Berufsverkehr zu stürzen. Völlig verschwendete Zeit, vor allem wenn man weiß, dass man auch gut mit dem Rad fahren könnte. Und dann mit solchen Sonnenaufgängen belohnt wird:

Mike Frison / renn.tv

So habe ich immerhin 3.000 Rad-km gesammelt - quasi im Vorbeigehen, denn Sport würde ich das nicht nennen wollen.

Dazu kommt, dass es hier in der Gegend sehr flach ist. Dadurch komme ich mit dem Singlespeed sehr gut zurecht. Sogar soo gut, dass ich kürzlich die Übersetzung verlängern konnte. Hat sich schon bewährt.

Je mehr man mit dem Rad fährt, desto mehr trübt sich der Blick für das Auto an sich, vor allem in der Großstadt.

Mike Frison / renn.tv

Man bekommt aber auch das Gefühl, dass sich die Fronten insgesamt in der Gesellschaft verhärten:

Mike Frison / renn.tv

Jedenfalls ist das Auto nicht mehr der unantastbare Heilsbringer vorangegangener Epochen - sogar das Tempolimit wird in Deutschland immer wieder diskutiert.

Tempolimit!! In Deutschland!!1!

Das hätte auch direkte Auswirkungen auf eine spezielle Kraftfahrstraße in der Eifel.

Und es muss auch die Frage erlaubt sein, ob Motorsport und CO2 Bilanz noch harmonieren - und wie das mit unserem Gewissen vereinbar ist.

Unser Energiehunger ist riesig, die Raffinerie hier in Wesseling läuft auf Hochtouren:

Mike Frison / renn.tv

Das interessiert in Köln niemanden besonders, außer es geht mal etwas schief:

Mike Frison / renn.tv

Hat man sich aber auch schon fast dran gewöhnt, Hauptsache mit dem Auto zur Arbeit. Immer nur 1 Person pro Auto natürlich.

Ebenfalls in unmittelbarer Nähe zu Köln ist der riesige Tagebau der RWE:

Mike Frison / renn.tv

Die Dimensionen sind nur schwer zu vermitteln, aber in CO2 Größenordnung ist die RWE Rekordhalter in Europa.

Und es hat direkte Auswirkungen auf den Motorsport, denn der Erftlandring in Kerpen Manheim soll den Baggern zum Opfer fallen. Genauso wie der gesamte Ort Manheim.

Kai und ich waren im März vor Ort und haben ein Video mitgebracht:

youtu.be/4snNYNSmo6g

Bei der VLN war ich jetzt schon 2 Jahre nicht mehr - hab sie auch nicht vermisst. Die Serie wurde den Herstellern geopfert - mit den GT3 fing es an und nachdem alle Blut geleckt haben, hat die Balance of Performance mir entgültig den Spaß verdorben. Sport ist das schon lange nicht mehr und der Rest des Starterfeldes besteht auch zum großen Teil nur noch aus Kaufautos.

Nicht mehr meine Welt.

Beim 24h-Rennen war ich trotzdem - und es hat sich gelohnt.

Man sieht Olaf Manthey am Steuer:

Mike Frison / renn.tv

Mike Frison / renn.tv

Ich kann die KTM ausführen:

Mike Frison / renn.tv

Und ein Bierchen ist auch drin:

Mike Frison / renn.tv

Der elektrische VW war zwar schnell, aber leise - Null Punkte beim Stammpublikum:

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Da stehen die bunten Autos höher im Kurs, die wenigstens Krach machen:

Mike Frison / renn.tv

Ebenfalls Pflichtprogramm war die Eifel Rallye in Daun - immer wieder schön:

Mike Frison / renn.tv

Obwohl hier auch schon die Welten aufeinanderprallen:

Mike Frison / renn.tv

Mein treuer Transit gehört inzwischen fest zum Inventar und er hat sich wieder als sehr nützlich erwiesen. Zum Beispiel im Urlaub mit der Familie am Mittelmeer:

Mike Frison / renn.tv

… oder beim Ausflug zu dritt in die Berge:

Mike Frison / renn.tv

Mike Frison / renn.tv

Sogar mein N Aufkleber am Penserjoch war noch da - den hatte ich beim Ausflug mit dem Focus RS 2016 auf der Leitplanke verewigt:

Mike Frison / renn.tv

Die Alpentour hatten wir dieses Jahr schon zum zweiten Mal durchgeführt - ausbaufähig!

Mike Frison / renn.tv

Mein persönliches Jahreshighlight ist ebenfalls zweirädrig - die regelmäßigen Ausflüge zur Crossbahn. Für den Anfang musste die Enduro herhalten:

Mike Frison / renn.tv

… und die nötige Infrastruktur habe ich mir mehr oder weniger kreativ an Land gezogen:

Mike Frison / renn.tv

Inzwischen ist die KTM verkauft - ebenso wie der historische Crosser aus meiner seinerzeit geplanten Anfangszeit, die nie so richtig gestartet hat:

Mike Frison / renn.tv

Doch inzwischen hat mein Training richtig Fahrt aufgenommen und ich halte Ausschau nach einem würdigen KTM-Ersatz, damit ich rechtzeitig zu Saisonbeginn kräftig bewaffnet bin. Mir juckt es schon wieder in den Fingern!

Die allgemeine Klima- und Mobilitätsdiskussion wird uns weiter in Atem halten und für den vierrädrigen Werkssport sieht es nicht so rosig aus. Die ersten Signale werden schon ausgesendet - und da haben wir noch nicht über den autonomen Verkehr gesprochen. Der wird die Motorsport-Landschaft in einigen Jahren komplett auf links drehen.

Mir soll es recht sein - lässt sich eh nicht ändern. Gäbe es kräftige und ausdauernde Elektromotorräder für die Crossbahn, ich würde umsteigen. Falls ich durchhalte und den Sport regelmäßig betreiben kann - steige immerhin als Ü-Fünfziger ein - ist ein jährlicher Motorrad-Neukauf geplant. Da lässt sich der Wechsel jährlich neu verhandeln.

In diesem Sinne wünsche ich Euch, dass Ihr gut reinkommt und mit ähnlicher Begeisterung das neue Jahr erwartet. Man sieht sich - typischerweise auf einem Motorsportgelände!

Mike Frison / renn.tv

Jahresrückblick | MikesBlog |


Sonntag, 18. August 2019

Alleinrennen.

Diesen Begriff gibt es wirklich, obwohl man ja normalerweise für ein Rennen Gegner braucht.

Bin ich hierüber gestolpert, wo ein Raser jemanden überfahren hat.

Die Formulierung wurde im Zusammenhang mit dem relativ neuen §315d des StGB als neues Wort geschöpft - das ist der Raserparagraph.

Betonung liegt auf StGB - für Strafgesetzbuch. Denn da droht statt Punkten oder Geldstrafe direkt Gefängnis.

Nicht nur für den der fährt, sondern auch für den der ausrichtet oder durchführt.

Da können wir ja echt froh sein, dass bei den Touristenfahrten keiner dabei ist, der

"(..) sich als Kraftfahrzeugführer mit nicht angepasster Geschwindigkeit und grob verkehrswidrig und rücksichtslos fortbewegt, um eine höchstmögliche Geschwindigkeit zu erreichen."

Denn wer möchte schon gerne ins Gefängnis?

Auch gut, dass BMW keinen 315d im Programm hat, weil da wären die Kalauer vorprogrammiert!

Fehlt jetzt nur noch, dass in der Öffentlichkeit ein allgemeines Tempolimit diskutiert wird, weil das kann die freie Kraftfahrstraße Nordschleife überhaupt nicht gebrauchen.

Oh ... warte ...

StGB | Alleinrennen | 315d | Gefängnis | Touristenfahrten |


Dienstag, 16. April 2019

Eins muss man Umwelthilfe-Resch lassen: ihm ist kein Feind zu groß, wirft sich jetzt auch in die Tempolimit-Schlacht.


Freitag, 05. April 2019

Die Tempolimit Befürworter haben die benötigten 50.000 Unterschriften für den Bundestag erreicht.

Wir werden also jetzt öfter über dieses Thema lesen.

Auch solche Sachen wie:

... dann sollen die Raser doch auf dem Nürburgring fahren.

Wie schon früher erwähnt wird das nicht viel nützen, denn die Nordschleife ist als Kraftfahrstraße deklariert und daher auch vom Tempolimit betroffen.

Wer es nicht glaubt, kann ja mal einen scharfen Blick auf die Webcam in Breidscheid werfen - man erkennt das Schild ganz gut.


Freitag, 15. März 2019

VLN bekämpft die GT3-Geister, die sie rief.

Der VLN gleitet das Heft des Handelns aus der Hand - und das sollte niemanden überraschen. Das ist der Preis, wenn man sein Reglement auslagert, so wie es die VLN 2009 gemacht hat, als sie nicht nur mit der SP9 den internationalen GT3s den roten Teppich ausgerollt hat - sie hat auch noch dafür gesorgt, dass der Gesamtsieg nur mit einem solchen Auto eingefahren werden kann, denn die Konkurrenzklassen wurden entsprechend kastriert.

Das erste GT3-Auto war die Mintgen Viper - und inzwischen haben so ziemlich alle Hersteller Werkseinsätze am Ring in der engeren Auswahl - besonders beim 24h-Rennen. Angefangen hat also alles vor genau 10 Jahren:

Mike Frison / renn.tv

Das war quasi der Anfang vom Ende - genau wie der Sarkophag, der zeitgleich am Ring entstanden ist:

Mike Frison / renn.tv

Zugegeben, ich hänge emotional an den SP-Autos, die damals rausgekegelt wurden. Aber man muss sich auch erinnern, dass dieser Wandel ohne Not vollzogen wurde, nur dem Profitgedanken der Riege um Peter Geishecker folgend. In den GT3 Jahren haben sich nach und nach alle namhaften Hersteller am 24h-Rennen abgearbeitet - zum Wohle der beteiligten Organisationen und Dienstleister.

Und nachdem man mit der GT3 so gute (= profitable) Erfahrungen gemacht hatte, wurde der Spielplatz auch für weitere Klassen (GT4, TCR) geöffnet - wodurch natürlich die Kontrolle über das technische Reglement immer weiter aus der Hand gegeben wurde. Freiwillig.

Mike Frison / renn.tv

Dabei waren die SP-Klassen eine tolle Erfindung: 11 Rennen im Jahr (VLN + 24h) reichten als Betätigungsfeld für einen extra aufgebauten Rennwagen, die Fahrzeuge waren perfekt für die Nordschleife optimiert und die Vielfalt sorgte für einen stabilen Unterbau. Das Reglement war dabei immer selbstbestimmt und wenn es eine sinnvolle Änderung gegeben hätte, dann wäre das die Abnabelung vom DMSB gewesen. Denn den braucht eine Rennserie, die sowieso nur auf einer Rennstrecke unterwegs ist, noch weniger als die anderen.

Heute gibt es kaum noch Eigenbauten, neben den FIA Klassen haben zahlreiche CUP Engagements der Hersteller die Handwerkskunst des Rennwagenbauens weiter vertrieben.

Natürlich ist solch ein Kartenhaus wackelig, denn ohne Kontrolle über das Reglement ist man Entwicklungen hilflos ausgeliefert - was immer das auch für Entwicklungen sind. Dabei ist das Schnellerwerden der GT3 noch die Vorhersagbarste.

Die VLN kommt mir schon seit Jahren vor wie ein Hase in Schockstarre - ich habe es hier oft genug erwähnt. Ich kann mich auch gar nicht mehr aufregen über die jüngsten Entwicklungen - denn das habe ich schon hinter mir und mein Aufregungspotential ist irgendwann auch erschöpft. Da der reinigende Knall auch nicht zugelassen wird und man flickt und schustert, bis nichts mehr geht, habe ich auch für die Zukunft wenig Hoffnung.

Strategisch gesehen ist die VLN nämlich eine komplette Nullnummer. Würde man die Verantwortlichen fragen, wo sie sich in 5 oder 10 Jahren sehen, dann gucken sie einen mit großen Augen an, völlig irrtiert, weil doch alles läuft und idealerweise einfach alles so bleibt wie immer. Dass der Mobilität große Umwälzungen bevorstehen und die OEMs längst die Weichen umstellen, scheint die isolierten Lenker nicht im Geringsten zu beunruhigen - wenn sie es denn überhaut mitbekommen. Ob sich jemand aus der VLN die VW Pressekonferenz diese Woche angeschaut hat?

Strategie heißt für die VLN sich von Rennen zu Rennen zu hangeln, dabei ist die Winterpause mit der Siegerehrung und der Messe Essen dazwischen noch die größte Herausforderung. Dass der Zeithorizont keine Woche weiter reicht, sieht man an den aktuellen Reaktionen der Getriebenen, die allen Ernstes die GT3 - und NUR die GT3 - per Giesskannen-BOP um weitere 5% Leistung reduzieren wollen - eine Woche vor dem ersten Rennen:

Die Balance of Performance (BoP) der GT3-Fahrzeuge für den ersten VLN-Lauf sorgt aktuell in den sozialen Netzwerken für Aufregung. Auf eine Forderung der obersten internationalen Motorsportbehörde FIA unterrichtete der Deutsche Motor Sport Bund (DMSB) die in der GT3-Klasse vertretenen Hersteller Anfang vergangener Woche darüber, dass die Leistung aller Fahrzeuge um fünf Prozent zu reduzieren sei, um die Rundenzeiten zu senken.

Sie meinten wohl, “um die Rundenzeiten zu erhöhen”, aber man darf das ruhig als weiteres Zeugnis der um sich greifenden Hektik deuten.

Damit ist natürlich die Gesamtsieggarantie für die teuren SP9-Autos ebenso gefährdet wie die Sicherheit auf der Strecke - was selbstredend dem Kartenhaus massiv zusetzt. Denn die abtriebsstarken GT3 werden motorseitig leistungsschwächer und müssen immer waghalsigere Manöver einsetzen, um die Autos aus den kleinen Klassen in den Kurven zu überholen, nachdem sie vorher lässig von ihnen auf der Döttinger Höhe einkassiert wurden.

Und die böse FIA vorzuschieben, damit hat man ja inzwischen Erfahrung beim DMSB. Dass der Präsident der FIA GT Commission der wohlbekannte Christian "Tempolimit" Schacht vom DMSB ist, das muss man ja nicht explizit erwähnen - gibt nur unnötigen Ärger.

Man kann als Außenstehender nicht die Gedankengänge nachvollziehen, die dazu führen, dass man sich das eigene Standbein wegtritt. Die schneller werdenden Fahrzeuge, die Limits der Nordschleife und das massive Mobilitäts-Umdenken der OEMs und der Öffentlichkeit - all dies prallt am VLN Bollwerk ab, als würde es gar nicht stattfinden.

Vielleicht wären die Verantwortlichen im historischen Motorsport besser aufgehoben, denn der verfolgt tatsächlich das Ziel die Zeit stillstehen zu lassen.

VLNLangstrecke | FIAGT3 | Schacht | BalanceOfPerformance |


Samstag, 02. Februar 2019

Bernhard Schlag von der Uni Dresden hält der deutschen Autofahrernation den Spiegel vor.

Da sind einige kernige Aussagen in diesem Interview:

Offensichtlich hat sich in Deutschland die Idee eines Gewohnheitsrechts herausgebildet, so schnell wie möglich fahren zu dürfen und keinerlei Grenzen zu haben.

Und zum Thema der SUV-Seuche:

Die Menschen geben sehr viel Geld aus, um sich Sicherheit zu kaufen – oder gefühlte Sicherheit. Und verhalten sich dann so, dass sie für andere Unsicherheit produzieren. Das ist wie bei den Eltern, die ihre Kinder in großen Autos zum Kindergarten oder zur Schule bringen: Sie tun das, damit ihre Kinder sicher ankommen, aber zugleich machen sie die Situation für die anderen Kinder weniger sicher.

Natürlich gibt es Gründe für den Protest, der sich inzwischen durch mehrere Gebiete der individuellen Mobilität zieht:

Menschen haben generell ein Problem damit, wenn Grenzen für das eigene Verhalten neu ausgehandelt werden.


Dienstag, 22. Januar 2019

Neues von der Rennleitung: Zeitnahme auf Landstraßen.

Der Alptraum jedes Sportfahrers wird langsam auch in Deutschland Realität: Zeitnahme. Auch bekannt als Streckenradar:

Nach vierwöchiger Testphase wird das bundesweit erste Streckenradar bei Hannover scharf geschaltet. Von diesem Montag an drohen Autofahrern auf der Bundesstraße 6 in Laatzen Strafzettel, wenn sie auf dem über zwei Kilometer langen überwachten Straßenabschnitt das Tempolimit missachten.

Ich finde solche technischen Fortschritte könnte man viel sinnvoller einsetzen: wenn jemand das Mindesttempo unterschreitet zum Beispiel oder an der Ampel nicht innerhalb von 0,2 Sekunden losfährt.


Freitag, 18. Januar 2019

Tempolimit auf Autobahnen? Würde auch die Nordschleife Touristenfahrten betreffen.

Geistert gerade durch die Nachrichten:

Eine hochrangige Regierungskommission hat einen Katalog mit spürbaren Eingriffen für Autofahrer erstellt. Die Experten der "Nationalen Plattform Zukunft der Mobilität" sehen unter anderem ein generelles Tempolimit von 130 Kilometer pro Stunde auf Autobahnen vor.

Hier mal ein historisches Bild von der Einfahrt Nordschleife (2001):

Mike Frison / renn.tv

Seht Ihr das Kraftfahrtstrassen-Schild? Zwei baulich voneinander getrennte Fahrbahnen, mehrspurig - das ist zwar keine Autobahn, aber auch vom Tempolimit befreit. Und der einzige Grund auch heute noch, warum auf der Nordschleife bei den Touristenfahrten freies Fahren gilt und trotzdem die Polizei bei Unfällen anrückt.

Ich brauche ja wohl nicht weiter ausführen was das bedeutet, wenn eine generelles Tempolimit in Deutschland eingeführt wird.

Nordschleife | Tempolimit | Kraftfahrstrasse |


Mittwoch, 09. Januar 2019

In Österreich gilt das Umwelt-Tempolimit nicht, wenn man ein Elektroauto fährt.


Sonntag, 25. März 2018

Besuch bei VLN 1.

Am Samstag war ich seit langer Zeit nochmal bei der VLN - das Tempolimit hatte mir damals den Rest gegeben. Immerhin für 3 Jahre, ohne dass ich groß etwas vermisst hätte. Das 24h-Rennen habe ich zwar immer mitgenommen, aber für mich persönlich war bei der VLN irgendwie die Luft raus.

Die Starterliste macht dieses Jahr jedenfalls einen interessanten und abwechslungsreichen Eindruck - also Akkus geladen und warme Klamotten eingepackt, die Warnungen waren ja deutlich.

Ich hatte mich auch auf einige Überraschungen vorbereitet - und wurde nicht enttäuscht.

André Lotterer musste sich den Permit erfahren:

VLN 1/2018 - Mikebericht

… den KTM hatte ich auch noch nicht von Nahem …

VLN 1/2018 - Mikebericht

… bzw. im Einsatz gesehen:

VLN 1/2018 - Mikebericht

… und an die rosanen Mücke-Autos müssen sich wohl alle erst noch gewöhnen:

VLN 1/2018 - Mikebericht

Schön, dass auch Uwe Alzen wieder ein eigenes Auto am Start hat - auch wenn es der einzige Alzen ist:

VLN 1/2018 - Mikebericht

Das Dorint ist eingerüstet und wird auf Vordermann gebracht:

VLN 1/2018 - Mikebericht

… was interessante Motive bietet, die man sonst eher von den Gerüsten auf der Nordschleife kennt:

VLN 1/2018 - Mikebericht

Als einer, der noch mit Kamera fotografiert, fühlt man sich irgendwie oldschool:

VLN 1/2018 - Mikebericht

… und bei dem L konnte ich auf die Schnelle nicht raufinden, ob es für langsam, laut oder Linkslenker steht:

VLN 1/2018 - Mikebericht

In der Box teilweise eine Atmosphäre wie im VIP-Biergarten:

VLN 1/2018 - Mikebericht

Der Dörr-Lambo sieht von vorne scharf aus:

VLN 1/2018 - Mikebericht

… aber von hinten noch viel schärfer:

VLN 1/2018 - Mikebericht

Schön auch, dass der Renault wieder dabei ist:

VLN 1/2018 - Mikebericht

Ein exotischer und ziemlich purer Rennwagen:

VLN 1/2018 - Mikebericht

Und Lexus sorgt auch immer wieder für schöne Farbtupfer im Feld:

VLN 1/2018 - Mikebericht

Farbe ist ein gutes Stichwort, denn da gibt Manthey den (Grell-) Ton an:

VLN 1/2018 - Mikebericht

Die haben am Ende auch das Ding gemacht.

Nicht mehr bei Manthey ist der Wochenspiegel-Porsche Ferrari:

VLN 1/2018 - Mikebericht

Georg Weiss:

VLN 1/2018 - Mikebericht

… hat ja vor einer Weile zu Michele Rinaldi gewechselt:

VLN 1/2018 - Mikebericht

Der gleich zwei der 488 GT3 einsetzt, einen Gelbspiegel und einen Rotspiegel:

VLN 1/2018 - Mikebericht

Dass es gut läuft merkt man gleich, wenn Georg den Zeiten-Screen abfotografiert:

VLN 1/2018 - Mikebericht

Nicht gewechselt hat die Mannschaft in seinem Ferrari mit Weiss/Kainz/Krumbach - ebenso wenig wie Jochen seine Frisur:

VLN 1/2018 - Mikebericht

Und Oli seine gute Laune:

VLN 1/2018 - Mikebericht

Er hat übrigens den Start-Stint gefahren und gegen die ganzen Werksfahrer eine Megaleistung gezeigt.

Ich schwöre, dass dieses Bild in der Reihenfolge das Nächste war und nichts mit dem davor zu tun hat:

VLN 1/2018 - Mikebericht

Vom Klima her war es ziemlich frisch - hier zwei Symbolbilder, eins für Zivilisten:

VLN 1/2018 - Mikebericht

… und eins für normale Leute:

VLN 1/2018 - Mikebericht

Schön, dass FEV auch wieder/noch dabei ist:

VLN 1/2018 - Mikebericht

… inklusive Erkennungszeich-N:

VLN 1/2018 - Mikebericht

Der Martin Kohlhaas:

VLN 1/2018 - Mikebericht

… hat dieses Jahr ein strammes Programm: deutsche TCR und europäische GT4 mit jeweils 2 Autos - da ist die VLN mit dem bewährten 458er Ferrari fast schon wie Urlaub:

VLN 1/2018 - Mikebericht

Das Team hat am Wochenende wieder die SP8 gewonnen - ich weiss jetzt auch das Erfolgsgeheimnis:

VLN 1/2018 - Mikebericht

Sehr geschmeckt hat mir auch die Vielfalt der Autos:

VLN 1/2018 - Mikebericht

Die H2 war mit 12 Startern richtig stramm besetzt und hatte einiges an Patina zu bieten:

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Fehlende Leistung wird durch unterdimensionierte Hinterachsbremsen kompensiert:

VLN 1/2018 - Mikebericht

… und wann gab es das letzte Mal einen Jetta bei der VLN?

VLN 1/2018 - Mikebericht

Was kommt als nächstes? Ein Käfer?

Calibra ist jedenfalls schon da, sogar mit Carlos Tavares am Steuer:

VLN 1/2018 - Mikebericht

Und ein Kadett war auch mit dabei:

VLN 1/2018 - Mikebericht

… aber der Chef im Ring ist und bleibt der Manta:

VLN 1/2018 - Mikebericht

Der erste Unter–8-Fahrer Jens Klingmann ist nach wie vor eine Bank bei BMW:

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… und Land Motorsport fest etabliert bei Audi:

VLN 1/2018 - Mikebericht

Bei der Altreifenentsorgung werden bewährte Methoden eingesetzt:

VLN 1/2018 - Mikebericht

“Historic of Nürburgring” klingt irgendwie unflüssig:

VLN 1/2018 - Mikebericht

Ich kenne nur den Original Gerri:

VLN 1/2018 - Mikebericht

Patchwork mal anders:

VLN 1/2018 - Mikebericht

Und was ist das? Bushubschrauber? Hubschrauberbus?

VLN 1/2018 - Mikebericht

Und was empfängt man wohl hiermit?

VLN 1/2018 - Mikebericht

Aber es wurde auch Tacheles geredet - Jörg und Mackie können halt nicht raus aus ihrer Haut:

VLN 1/2018 - Mikebericht

Blogger und Bus haben sich jedenfalls wohl gefühlt am Fuße der Nürburg:

VLN 1/2018 - Mikebericht

Die VLN Seite ist ja neu und ich hatte schon Befürchtung, dass das Archiv darunter gelitten hätte. Keine Sorge: die alten Daten werden noch migriert - prima!

Nicht so prima war, daß der Audio-Stream nicht mehr scharfgeschaltet wurde - die Nachfrage war verglichen mit dem Video Livestream zu gering und man überlegt die Audio Variante wegzulassen. Fände ich persönlich schade. Ich hoffe man kann noch auf die englische Variante zurückgreifen von Radio Le Mans.

Wer zum Abschluss noch ein paar von meinen Bildern sehen möchte - bitteschön - alle wieder sehr bandscheibenschonend mit der inzwischen schon 5 Jahre alten zierlichen Canon 100D geschossen:

VLNLangstrecke | Mikebericht |


Sonntag, 14. Januar 2018

In Frankreich gilt ab 1. Juli Tempo 80 auf der Landstraße.

Wegen der Sicherheit.

Hat natürlich nicht lange gedauert, bis einige Spezialisten das auch für D fordern.

Und man kann sich zu Recht fragen, wo man dann noch Motorradfahren soll?

Tempolimit |


Sonntag, 10. Juli 2016

DMSB Präsident zwischen Grüßaugust und Märchenonkel.

Hans Joachim Stuck - also der Industrie-Vertreter im Motorsport für VW-Audi-Porsche-Lamborghini-Bentley - auch bekannt als DMSB Präsident - will sich nicht damit abgeben, als Tempolimit-Erfinder in die Geschichtsbücher einzugehen.

Und enthüllt mal wieder, dass in Wirklichkeit Jean Todt der Schuldige sein soll.

Erinnert ein bischen an die LR RLP, die versuchen auch immer die Schuld der EU zu geben.

In der motorsport.com Geschichte steht dann weiter:

Kurz darauf beschlossen Vertreter von DMSB, Rennstrecke, Veranstalter, Hersteller, Teamchefs und Fahrer in einem Expertengremium die Einführung von Speedlimits auf der Nordschleife, um das angedrohte Aus der Rennstrecke abzuwenden.

Was da NICHT steht, dass an dem tragischen Wochenende zufällig Christian Schacht am Ring vor Ort war und in panischem DMSB Aktionismus jede Menge Klassen von SP7 bis SPX erstmal verboten wurden. Das war sogar so panisch, dass die aufgescheuchten Funktionäre die Cup Porsche vergessen haben.

Ich habe damals schon befürchtet, dass die Fahrzeuge unangetastet bleiben werden, während die Nordschleife bluten muss. Und genauso ist es gekommen, der Streckenabschnitt Quiddelbacher Höhe wurde massiv umgebaut, damit die Instustrieveranstaltung 24h-Rennen wir geplant durchgeführt werden konnte. Das Qualirennen stand nämlich vor der Tür - mit nur 2 Wochen Abstand zu den tragischen Ereignissen.

Es ist nicht das erste Mal, dass HJS Jean Todt in’s Spiel bringt. Beim STRassenfest im August letzten Jahres hat er die Theorie zum ersten Mal verbreitet - allerdings in der Variante, dass der Anruf am Sonntag erfolgte und nicht wie jetzt zusammengedichtet “noch am Tag des Unfalls”.

Witzerweise sind ausgerechnet Jean Todt’s Fahrzeuge - die FIA WTCC - vom Tempolimit NICHT betroffen, denn die durften beim 24h 2015 frei blasen.

Die schnellste Runde WTCC war 2015 eine 8:35 - auf dem großen Kurs. Damit hätte man sogar noch eine blaue Lampe bekommen - also gut genug für die 24h Top30.

Na DAS macht ja mal richtig Sinn, aber wer wird sich schon von solchen Details seine schöne Märchengeschichten gefährden lassen.

Hans Joachim Stuck möchte unbedingt als Nordschleifen-Retter in die Geschichte eingehen - da hat er sich ordentlich was vorgenommen als Totengräber aus der ersten Reihe.

Stuck | Tempolimit | Todt | WTCC | Quiddelbacher | Grüßaugust | Märchenonkel |


Montag, 23. Mai 2016

Die große 24h-Fake?-Show.

Die N24h versprechen wieder ein großes Fest zu werden. Das Tempolimit ist vom Tisch, also werde ich mir es dieses Jahr auch wieder reinziehen. Ganz entspannt - soll ja Spaß machen. Ich freue mich auch auf’s Berichten - Schnappschüsse auf Instagram und ausführlicher später im Blog.

Wir dürfen bei aller Euphorie aber nicht aus den Augen verlieren, wohin sich die Veranstaltung in den letzten 10 Jahre entwickelt hat: zu einer großen Marketing- und Geld-Umverteilungs-Maschinerie.

Die Situation um die GT3s habe ich schon oft hier angesprochen - meine ursprünglichen Befürchtungen haben sich noch weiter verstärkt, denn die Prototypen-Kaufautos sind wieder schneller geworden, noch austauschbarer und noch zahlreicher. Allein 9 (!) der brandneuen Mercedes werden in die Schlacht geschickt.

In den meisten Fällen besetzt von Bezahlfahrern - so nenne ich die Werksfahrer mal - denn die Profis schreiben für ihren Einsatz eine Rechnung an den jeweiligen Hersteller bzw. das Team.

Momentmal: Marketingveranstaltung, Prototypen, Bezahlfahrer - das kommt einem doch bekannt vor? Stimmt, DTM. Und tatsächlich: die 24h sind gar nicht mehr so weit von der DTM entfernt. An Stelle der bei der DTM vereinheitlichten Technik tritt bei der Langstrecke die BoP, die alle Autos auf einen gemeinsames Level bringt. Zumindest theoretisch.

Das sind keine Prototypen meint Ihr? Und wie soll der Bentley dann 1.000kg (!) von der Straßenversion zum Rennwagen verlieren?

Das mit Porsche habt Ihr sicher mitbekommen. 25kg weniger Gewicht waren nicht genug, Frikadelli droht mit Rückzug. Ein Update erlaubt jetzt 1mm mehr Ansaugluft. Und Frikadelli fährt dann doch mit. Die Werksporsche haben sich bei der Diskussion schön bedeckt gehalten, profitieren aber automatisch auch von dem Millimeter.

Ok, ein Millimeter - ist ja nicht viel. Oder?

Was schätzt Ihr, wieviel Prozent mehr Fläche im Ansaugkanal dieser klitzekleine Millimeter ausmacht?

Der Porsche hat 2 davon und die sind von 33,5mm auf 34,5mm gewachsen - das sind 6% mehr in der Fläche. Klingt doch schon ganz anders.

Aber eigentlich ist es egal ob mehr oder weniger - man hat den Eindruck, dass sowieso alle gewaltig bluffen - wie beim Poker. Warum? Weil hinterher sowieso keiner mehr Fragen stellt. Die Konzernvorstände nicht, der Veranstalter sowieso nicht, und die angereisten Zuschauer (Partygäste?) haben - nachdem der Kater mühevoll auskuriert ist - erstmal genug damit zu tun, die Ausrüstung wieder sauber zu bekommen. Wird schon alles seine Richtigkeit haben. Hauptsache Party.

Oder kräht heute noch irgendein Hahn danach, dass das letztjährige Rennen unter Tempolimit veranstaltet wurde?

Was mich zugegebenermaßen nervt, ist die gegenseitige Beweihräucherung, wie super und spannend alles sei - dabei ist es mehr gescriptet als Schwiegertochter Gesucht.

Alle einmal im Kreis aufstellen, 90° im Uhrzeigersinn drehen und dem Vordermann auf die Schulter klopfen.

Dabei würde etwas mehr Ehrlichkeit ausgerechnet dem Nürburgring gut zu Gesicht stehen. Stattdessen wird der große Sport vorgegaukelt - und alle machen mit. Bzw. liken sich gegenseitig bis der Arzt kommt und merken gar nicht, dass sie sich freiwillig selber zur Marionette derjenigen machen, die die dicken Rechnungen schreiben.

Die gefakten 200.000 Zuschauer passen zu der Unterhaltungs-Show - wer will es schon nachprüfen? Das Gedränge in der Startaufstellung wirkt beeindruckend, die Zeltstädte nehmen viel Raum ein und eine sechsstellige Zahl ist sowieso Pflicht.

Alle die mitmachen - Fahrer, Teams, Hersteller, Sponsoren, Veranstalter, … - greifen die hohe Zahl dankbar auf, um ihr Engagement in einem besseren Licht dastehen zu lassen. Die Sieger werden argumentieren, dass das Serienprodukt ebenfalls ein Siegertyp ist - vom großen Bluff spricht dann niemand. Und die Fahrer machen das, was man ihnen sagt - wessen Brot ich ess, …

Unter der Hand wird mir das auch von allen bestätigt, aber in der Öffentlichkeit traut sich keiner was zu sagen.

Teuer war der Spaß schon immer. Nur die Vorzeichen haben sich umgekehrt: früher hat man Geld verdient, um Motorsport zu machen. Heute macht man Motorsport, um Geld zu verdienen.

Ich liebe den ursprünglichen, ehrlichen Sport, doch den muss man inzwischen in der Langstrecke mit der Lupe suchen. Quasi eine gefährdete Tierart, die kurz vor der Ausrottung steht. Was aber niemanden zu interessieren scheint. Mein Herz schlägt für die Außenseiter: die Selberbauer, die Underdogs, die Unbezahlten. Wann fährt ein Privatteam den Werken nochmal so richtig um die Ohren - so wie damals Edgar Dören?

N24h | Besucherzahlen | scripted | Marketing | FIAGT3 | Böhmermann |


Mittwoch, 13. Januar 2016

Stuck / Adorf: harte Probe für die Freundschaft.

Sie waren mal echte Freunde. Freunde in dem Sinne, dass man sich ein Auto teilt:

(Raeder Gallardo, 2008)

Oder ein Haus, denn die beiden wohnen quasi zusammen am Nürburgring:

Dieses Bild habe ich bei dem Sommerfest 2008 gemacht, das Dirk regelmäßig über das N Forum veranstaltet hat. Links HJ Stuck, daneben Dirk Adorf. Ein Herz und eine Seele.

Hat sich einiges verändert seitdem. Dirk war schon lange nicht mehr im N Forum, Eigenbauten wie der Gallardo wurden vom Reglement kastriert, der Nürburgring ist verbeckstaltet, als Folge insolvent und Stuck ist DMSB Präsident.

Anfang des Jahres haben beide zusammen das Tempolimit für die Nordschleife abgenickt. Stuck meint Jean Todt hätte das gefordert, ich meine man wollte die Teilnahme der GT3 beim 24h-Rennen nicht gefährden. Dirk Adorf als Fahrer mit Gesamtsiegchancen und HJ Stuck als Vertreter des VW Konzerns.

Viele Arbeitsgruppen wurden gebildet um das Tempolimit nach einem Jahr wieder abzulösen und mein Eindruck ist, dass ein Verbot der GT3 auf der Nordschleife im Vorfeld als nicht verhandelbar deklariert wurde. Denn die einzige Konstante in den umfangreichen Diskussionen ist der Start der GT3 Klasse, selbst wenn dafür die Strecke angepasst werden muss. Was ja dann auch an der Quiddelbacher Höhe passiert ist.

Womit man beim DMSB in Frankfurt allerdings nicht gerechnet hat: die Fahrer AG hat ihre Aufgabe ernst genommen und ist nicht bereit faule Kompromisse einzugehen. Denn sie sind es, die im Auto sitzen und sie wissen wie praxisfremd die aktuellen Regelungen sind. Dabei muss man sich vor Augen halten, dass die Abläufe, die in der Kritik stehen, alle relativ neu sind - von Code 60 bis Permit - alles Maßnahmen, die der DMSB erst kürzlich eingeführt hat.

Und nebenbei stehen die Fahrer, die Teams und die Veranstalter geschlossen hinter der Fahrer AG.

Um die Sache scheint es inzwischen auch gar nicht mehr zu gehen. Dieses Interview schlägt heute hohe Wellen, denn HJ Stuck nutzt seinen Auftritt für VW bei der Planai Classik, um Dirk Adorf eine reinzuwürgen:

Die Arbeitsgemeinschaft Fahrer hat aus meiner Sicht über das Ziel hinausgeschossen. Das muss man deutlich sagen. Das ist eine Arbeitsgemeinschaft die auf uns zuarbeitet. Wir nehmen ihre Ideen auf, präsentieren und diskutieren sie dann im Präsidium. Es ist ganz klar, dass ein Ergebnis einer AG nicht Eins zu Eins umgesetzt werden kann. Das ist unmöglich. Weil eben, wenn sie bei Code 60 mehr Streckenposten haben wollen – wo nimmst die her? Das muss schon alles machbar und umsetzbar sein. Da ist natürlich ein Mensch dabei, der Dirk Adorf, den ich auch selbst in die Gemeinschaft aufgenommen habe, aber der hat sich als sehr sehr schwierig erwiesen. Und manchmal etwas weit entfernt von der Realität. Er macht sicher seine Arbeit, aber er muss auch einsehen, dass es irgendwo Limits gibt. Ohne Kompromiss geht’s nicht.

Also in etwa: wenn der Kuchen spricht, haben die Krümel Pause.

Das Interview wird bemerkenswerterweise von der Planai Classic (Helmut Zwickel) als Pressemitteilung verbreitet, damit es auch jeder mitbekommt.

Alles kein Zufall.

In meinen Augen ist Hans Joachim Stuck als DMSB Präsident nicht mehr haltbar. Wenn er sich wenigstens auf die Grüßaugustrolle reduzieren würde, dann könnte er keinen Schaden anrichten. Wie im Kindergarten meint er öffentlich persönliche Animositäten abrechnen zu können - wenn der Schuss mal nicht nach hinten losgegangen ist.

Von der Peinlichkeit dieses Manövers ganz abgesehen.

Der DMSB muss dringend reformiert werden - und zwar von oben nach unten.

Und die Stuck-Adorf´sche Freundschaft hatte auch schon mal bessere Tage.

Für mich persönlich war HJS spätestens hier durch.

DMSB | Stuck | Adorf |


Mittwoch, 23. Dezember 2015

DMSB: Deutschen Motorsport Schnellstens Beenden?

Als im April das Tempolimit für die Nordschleife beschlossen wurde, war das zwar eine hochgradig peinliche Maßnahme, aber man wollte Zeit gewinnen und besonders von Aktiven-Seite die Dinge positiv korrigieren.

Dirk Adorf konnte einige seiner Mitstreiter gewinnen aus Fahrersicht Vorschläge zu erarbeiten. Es ist ihm gelungen sachliche und klar denkende Leute zur Mitarbeit zu gewinnen: Marc Lieb, Markus Oestreich, Arno Klasen und Altfrid Heger. Gar nicht so einfach, so eine Breite an Erfahrungen bei so wenig Leuten unterzubringen!

Jetzt - nur 8 Monate später - ist bei den Sportlern allerdings die Motivation der Frustration gewichen. Denn der DMSB denkt nicht daran, die 5 Herren ernst zu nehmen, sondern weiß es - wieder einmal - besser.

Es würde inzwischen auch niemanden mehr überraschen, wenn die Entscheidungen beim DMSB - bzw. bei Stuck, Schacht & Co. - längst gefallen waren, bevor die Fahrer AG ihre Ergebnisse beendete. Dass man beim DMSB pikiert ist, dass die Fahrer AG nun die Öffentlichkeit mit einbindet, rundet die ganze Sache - nach unten - ab.

Unverschämt ist noch milde ausgedrückt, wie die ehrenamtliche Arbeit der Aktiven mit den Füßen getreten wird. Wenn die Sportler ihren Sport nicht verlieren wollen, dann wird es höchste Zeit sich alternativ zu organisieren, um die alten Zöpfe abzuschneiden. Denn anders scheint eine Richtungsumkehr nicht möglich.

DMSB | Adorf | Klasen | MarcLieb | Oestreich | Heger | Tempolimit |


Samstag, 14. November 2015

Übrig Ns vom Samstag.

Die GTLM Version vom neuen BMW M6 sieht ziemlich furchterregend aus.

Jim Glickenhaus bringt 3 Autos zum 24h-Rennen 2016: den P 4/5C und zweimal SCG 003C. Beeindruckend! Das sind Eigenkonstruktionen! Echter Sportsmann mit Benzin im Blut. Und natürlich genug Geld auf dem Konto.

Am Samstag den 5.12. findet zum 6.Mal der Frikadelli Weihnachtsmarkt statt. Natürlich in Barweiler bei Frikadelli Racing.

Wie geht’s eigentlich dem Audi? Zumindest ist er nicht ganz alleine mit den vielen Italienerinnen (hinten links!)

Ergebnisse der Rallye Köln-Ahrweiler nach WP gelistet.

Ok Edeka, I’m sold!

Angeblich sollen mit einem Pagani Zonda Revolucion eine 6:30 gefahren worden sein. Ohne Video, dafür aber mit Tempolimit?

UPS gibt viel Geld für Werbung aus - auch via Motorsport Sponsoring. Immer auf der Suche nach Aufmerksamkeit und gutem Brand Image. Was wenn UPS - bei der gleichen Zielgruppe - aber megamässig verkackt und es dem Geschädigten gelingt es viral der Welt mitzuteilen? Da nützt die ganze Werbung nichts mehr, hätten sie mal besser vernünftig ihren Job gemacht.

Was wäre das schön, wenn der Erftlandring in Kerpen-Manheim genauso wie heute erhalten werden könnte. So eine geschichtsträchtige Bahn kann man doch nicht einfach verlegen!

Die Liste der Abgasproblemautos von VW wird langsam unübersichtlich.

BMWM6 | FIAGT3 | Glickenhaus | Frikadelli | Audi200 | RallyeKAW | Pagani | Erftlandring | Dieselgate |


Sonntag, 30. August 2015

Mikebericht WEC 6h-Rennen.

Endlich wieder Autorennen - das war mein erster Rennstreckenbesuch für dieses Jahr! Das Tempolimit auf der Nordschleife hat mir kräftig den Spaß versaut - na gut, anderes Thema.

Dieses Wochenende war Le Mans Atmosphäre angsagt und das ist natürlich Rennsport genau nach meinem Geschmack. In Spa und Le Mans hatte ich die Serie schon mehrfach besucht und bin nie enttäuscht worden.

Am Ring habe ich zur Abwechselung mal Heimspiel und passend zur Eifel wurde ich direkt mal von einem Traktor begrüßt:

Aber auch Sonnenuntergänge wie diese sind Eifel und zusammen mit dem stylischen Setup der WEC ein großartiges Schauspiel:

Wie gewohnt hat Audi dicker aufgetragen als alle anderen und diesen Palast in das Fahrerlager geklotzt:

Und zur Vollendung der Romantik gab es am Wochenende sogar Vollmond:

Ich selber war Freitag und Samstag vor Ort. Während es am Freitag noch übersichtlich war und man sich gemütlich auch in der Boxengassen abends das Treiben angucken konnte, war es am Samstag schon richtig voll:

Und das, obwohl am Samstag nur eine Stunde morgens (Freies Training) und 20 Minuten nachmittags (Qualifying) die LMP zu sehen waren.

Auf den Zuschauerrängen ebenso wie im Fahrerlager:

Diese Audiwerbung wirkte irgendwie deplaziert:

Und erinnert auch daran, dass Audi nichts unternommen hat, um die Nordschleife vor dem Ausverkauf zu bewahren.

Und weil wir schon im alten Fahrerlager sind - hier ist die Webcam untergebracht:

Und Andre Lotterer’s sport quattro - hab ich ihn doch gefunden:

Adventure GmbH? Ich dachte das ganze verschachtelte Sub-Firmen Konstrukt sei aufgelöst? Das sind die Relikte der Zakspeed Rennfahrerschule, die den Nürburgring bzw. den Steuerzahler viel Geld gekostet haben:

Im Pressezentrum war ich froh zu sehen, dass Gustav Büsing würdig vertreten war. Hat mich positiv überrascht und eine schöne Ergänzung zu der Beerdigung in Oldenburg, wo ich einige bekannte Gesichter vermisst habe:

Aber nicht nur eine kleine Gedenkfeier, sondern sogar einen eigenen Baum - die Gustav-Büsing-Blutbuche - ist zu seinen Ehren gepflanzt (?) worden:

Der Jochen ist jetzt auch feuerfest, aber dass meine kleine Kamera mit ihrem billigen Kitobjektiv so weitwinkelig kann, damit hat er wohl nicht gerechnet ;)

Und so ein N im prall gefüllten Presseraum macht sich natürlich immer gut - Olli’s Berichte könnt Ihr hier lesen, wenn sie fertig getippert sind:

Als ich im Juni vorletztes Jahr zum ersten Mal alleine nach Le Mans gefahren bin nach unserer Radtour in 2012, war Lorens der erste, den ich im Fahrerlager gesprochen habe.

Da habe ich mich natürlich sehr gefreut, ihn am Ring wiederzutreffen. War sein erster Besuch in der Eifel!

Mit Franz Konrad lässt sich natürlich prächtig fachsimpeln.

Nicht nur, dass KCMG ein glänzend schönes Auto haben, sie haben auch beim 6h-Rennen die LMP2 gewonnen! Sind Gesamt 7. geworden hinter den Werks-LMP1.

So gemütlich sieht das Freitags abends in der Boxengasse aus - also wenn das nächstes Jahr wieder stattfindet und ihr mal nahe an die Autos kommen wollt, den Termin solltet Ihr mitnehmen:

Da wurden dann die letzten Vorbereitungen getroffen. Allerdings habe ich auch noch nie vorher gesehen, dass jemand Klebestreifen auf den Boden hämmert:

Markus Schurig war auch da - natürlich. Ein WEC Rennen lässt er sich nicht entgehen - von daher praktisch, dass mal eins in Deutschland stattfindet:

Ich habe die Gelegenheit genutzt, um ihm zu diesem Artikel über die DTM zu gratulieren. Da hat er mal richtig ausgeholt und Wahrheiten ausgesprochen, die man so bisher nicht in der Zeitung lesen konnte:

“Wird sich die DTM jetzt ändern? Nein. Das primäre Ziel ist nicht Rennsport, sondern Marketing. Den Ansatz hat man so lange weitergedreht, dass man sich ziemlich weit vom Rennsport entfernt hat. Sportlichkeit ist das hübsche Gewand, in das sich die DTM kleidet. Blöd ist halt nur, wenn der Rock hochrutscht.”

Das passt gut zu diesem Text, den ich zu dem Thema geschrieben habe.

Grund war natürlich die Schieb-ihn-raus Nummer. Dass er sich mit so einem Text nicht nur Freunde macht, dürfte klar sein. Aber gerade deswegen bewundere ich seinen Mut und die Aufrichtigkeit, das gibt mir den Funken Hoffnung, dass vielleicht doch nicht alles verloren ist.

Die sport auto hat in der Industrie nach wie vor ein Standing und vielleicht ist das der Weckruf für ein paar Entscheidungsträger die aktuelle Sportlandschaft zu überdenken. Von DMSB über DTM bis hin zu GEZ.

Und falls jemand Dr.Wolfgang Ullrich in Moskau beim DTM Rennen vermisst hat - wo er ja Boxenverbot hat - hier ist er:

Die Pose passt. Vor seinem Audi-Palast trotzt er der öffentlichen Meinung und zieht gnadenlos sein Ding durch.

Das soll mir mal einer erklären: da wird jemand von dem deutschen Sportgericht verurteilt, während der DTM keine Boxengasse mehr betreten zu dürfen. Die Strafe ist übrigens rechsgültig, keine Revision eingelegt. Und zeitgleich tritt er bei einer anderen Rennserie auf, als wäre nichts passiert?

Das ist so, als würde man seinen Führerschein verlieren, aber nur für die Strecke, wo man zu schnell gefahren ist.

Andre Lotterer war am Ring voll in seinem Element. Rattenschnell und super geerdet - für jeden Zeit für ein Foto oder Schwätzchen. Und dann noch mit dem eigenen sport quattro angereist, was will man mehr. OK - gewinnen - da war Porsche dann doch schneller.

Die haben im Ringboulevard mal ein paar Gewinner ausgestellt, davon haben sie ja genug. Schöner Fuhrpark, angeführt vom diesjährigen Le Mans Sieger:

Wer nicht weiss, was DMG MORI so macht - die Infografik hilft:

Coole Frästeile, das liebe ich am Werkssport:

Ich wollte dann aber auch mal wissen, wie die Autos auf der Strecke abgehen und habe mir die Dunlopkehre ausgesucht. Waren auch ein paar Zuschauer da:

Aber die T8 (Dunlopkehre) und T9 (Schumacher S) waren leider zu:

Verstehe ich nicht - sind die baufällig oder was? Gerade das Schumacher S halte ich mit diesen schnellen Autos für einen der besten Zuschauerpunkte.

Erinnert Ihr Euch noch an das alte Logo? Hier ist es:

Da war die Welt noch in Ordnung.

Anders als beim Einchecken, da wurde man nämlich in die Akkreditierungsstelle der Kai-Richter-Dorfkulisse gezwungen:

Überhaupt fällt auf, dass an vielen Stellen der Lack ab ist:

Wie war das noch mal mit den Premiummarken auf der Flaniermeile? Die Träumerei ist jetzt in der Realität angekommen:

Warum ist denn in der Retti-Außenstelle das Presse abgeklebt? Haben die Fotografen versucht sich da zu akreditieren? Werde ich wohl hoffentlich beim nächsten Mal Tanken erfahren :)

Widerwillig bin ich auch mal in den Boulevard, eigentlich nur um ein paar Fotos mitzubringen. Neudeutsch heißen die Imbisse da jetzt Food - ich musste an den Begrüßungstraktor denken:

Beim Tritt in den Allerwerten läuft alles höflich ab mit Bitte und Danke:

Welches Verständnis?

Selbst bei Mertens gibts es Food. Aber auch Nachwuchs - Glückwunsch an den schnellen Mario mit dem Vorschlaghammerhändedruck! Alle gesund und munter und die kleine Familie ist jetzt zu Viert!

Der Ringroster - hier das Beweisbild:

Lack ab oder Patina?

Kreativer Kabelkanal:

Das ist die Müllenbachschleifen-Kurzanbindung.

Was machen eigentlich diese grünen Säulen da? Von der F1 übriggeblieben?

Ich hab dann auch mal die Reifenstapellackiererei gefunden:

Auf der Strecke sehen die LMP super aus, sind ja auch mächtig schnell und vielseitig mit den unterschiedlichen Konzepten. Aber aus manchen Perspektiven sind sie auch grottenhässlich. Die Lackierung kaschiert da einiges, aber stellt den Euch mal in einer anderen Farbe vor - und guckt mal wo der Fahrer sitzt:

Dass ein Rennauto mit Platten in die Rettungsstrasse abbiegt, kommt wohl auch eher selten vor:

Da waren die Fotografen verdutzt - um mit der großen Brennweite drauf natürlich auch leicht überfordert ;)

FCY - Full Course Yellow:

Dann müssen alle 80 fahren, das soll das Safety Car ablösen.

Keep Fightig Michael:

Habt Ihr an dem Audi mal die Rückspiegel gesehen? Krass:

Das Qualifying habe ich mir vom 6.Stock des TÜV Tower angeschaut. Und mich gewundert, dass einige die NGK Schikane (Motorradvariante) im Adenauer-Forst-Stil genommen haben:

Und so kommt zusammen, was zusammen gehört: Radio Le Mans und 87,7 Ringradio mit Lars und Olli. Daran könnte ich mich gewöhnen!

Unter’m Strich eine Mega-Veranstaltung, man hat gemerkt, dass die Mannschaft am Ring alle Register gezogen hat, damit es ein Erfolg wird. Das mächtige Zuschauerinteresse wird für die Anstrengungen entschädigen - ich hoffe es sind sich alle einig, dass das nächstes Jahr fortgesetzt werden muss! :)

Bei so einer sonnigen Paradeveranstaltung denkt natürlich jeder, dass es mit dem Ring wieder aufwärts geht. Aber realistisch betrachtet ist der Komapatient immer noch zwangsbeatmet und die Heilungschancen sind nicht vorhersehbar.

Oder wisst Ihr, wer aktuell Besitzer ist? Was aus den Gerichtsprozessen zwischen den jetzigen Geschäftsführern wird? Wer hinter dem russischen Konsortium steckt, wenn schon der Vorzeigekopf selber Oligarch ist? Wie der Prozess beim Europäischen Gericht ausgeht? Und wann?

LeMans | FIAWEC | Mikebericht |


Sonntag, 23. August 2015

Lieber Hans-Joachim Stuck: für wie naiv hälst Du uns.

Am Freitag abend war STRassenfest in Nürburg und das durfte ich mir natürlich nicht entgehen lassen. Mein erster Ringrennbesuch für dieses Jahr steht noch aus - da freue ich mich auf die WEC nächste Woche.

War ganz gut besucht, man beachte das standesgemäße SAVE THE RING Shirt:

Sabine darf natürlich nicht fehlen:

Wettertechnisch kein Grund zur Klage - die Lenzbühne vom Feinsten:

Nein, auch wenn es so aussieht - die Gesprächspartner wurden nicht der Größe nach aufgereiht:

Pünktlich zu Ossi’s Einführungen auf der Bühne habe ich mein Auto abgestellt und - man hätte es nicht besser inszenieren können - kam die tapfere Kämpferin Uschi Schmitz um die Ecke und als wir gemeinsam Richtung Lenz’schem mobilen Kundgebungstruck gingen ist Ossi kurz auf die STR Historie und das rot-weisse N eingegangen. Und bei der Gelegenheit ist auch mein Name gefallen.

Mein Gehirn hat noch eine der wenigen freien Schubladen Schlüsselmomente aufgemacht und die Situation abgeheftet. Danke Ossi.

Auch ohne diesen persönlichen Seelenbalsam fand ich Ossi’s Moderation und Einleitung richtig gut. Er hat den Gesprächspartnern den Raum gegeben, den sie brauchten - ohne sich selber in irgendeiner Form in den Vordergrund zu rücken.

Trotzdem ist es mir schwergefallen zu bleiben. Der Grund war Hans-Joachim Stuck, der erste der Redner von den insgesamt 9 Leuten auf dem Lenztruck.

Wisst Ihr, wer an dem Tempolimit jetzt Schuld sein soll? Jean Todt, der FIA Präsident.

Der hat nämlich - O-Ton HJS - ebendiesen schon am folgenden Sonntag nach dem folgenschweren Unfall angerufen und gedroht, dass das 24h-Rennen ausfällt, wenn keine einschneidenden Maßnahmen - wie z.B. Tempolimit - ausgesprochen werden.

Was soll man da machen? Da sind selbst dem DMSB Präsidenten die Hände gebunden. Nochmal O-Ton HJS: das ist der Oberchef, das 24h-Rennen ist international ausgeschrieben, dann hat die FIA die Verantwortung - kannste halt nix machen.

Bin ich der einzige, den das an das Vorgehen der RLP Regierung erinnert, die auch versucht hat von der eigenen Schuld abzulenken und den schwarzen Peter Richtung Brüssel bzw. EU geschoben hat?

HJS schiebt ihn noch ein bischen weiter bis nach Paris - Hauptsache: weg.

Und hier spanne ich nochmal den Bogen zurück zu der Überschrift, denn dass der Herr Motorsportpräsident die versammelten Motorsportler für so einfältig hält ihm diese Nummer abzukaufen, ist an Arroganz nicht mehr zu überbieten.

Denn zeitgleich zum 24h-Rennen sind im Rahmenprogramm die WTCC Piloten gefahren - eine direkt von der FIA ausgerichtete Weltmeisterschaft - OHNE TEMPOLIMIT.

Jean Todt ruft also extra an und fordert Maßnahmen für ein Rennen, das nicht in seiner Verantwortung liegt (N24h), während ausgerechnet das Rennen, das in seiner Verantwortung liegt (WTCC) nicht betroffen ist.

Die Begründung des Tempolimits für die arme Nordschleife ist nicht nur unlogisch, es ist auch superpeinlich. Selbst wenn es - hoffentlich bald - aufgehoben wird, die Nordschleife ist die erste Rennstrecke auf der ganzen Welt, die ein 24h-Rennen mit Tempolimit durchgeführt hat. Ausgerechnet die Nordschleife!

Danke an alle Beteiligten.

Wer hier länger mitliest weiss, dass ich ein Freund von Reverse Engineering bin. Manche Sachen werden erst im Nachhinein erklärbar, wenn mehr Informationen an die Öffentlichkeit gelangen bzw. wenn man ein komplexes Konstrukt auseinanderbaut und dabei feststellt, welche Rädchen ineinander greifen.

An dem tragischen Unglückstag war zufälligerweise der DMSB Geschäftsführer Christian Schacht persönlich vor Ort. Kommt nicht so oft vor bei der VLN.

Und um seinem Anspruch als Macher gerecht zu werden - oder aus Angst vor Staatsanwaltschaft? - hat er erstmal den Stecker gezogen und großflächig alles was irgendwie schnell ist von der Nordschleife verbannt. Angefangen von der SP10 (!) bis zur GT3 wurde alles gesperrt.

Ist mir zwar bis heute ein Rätsel wie der DMSB, der gar nicht für die Streckenabnahme zuständig ist, so etwas beschließen kann - aber Schwamm drüber.

Dieser Schnellschuß - noch am selben Tag oder einen Tag später - hat dann natürlich zu reger Betriebsamkeit aus Richtung ADAC Nordrhein geführt, denn das 24h-Rennen stand vor der Tür. Schlimmer noch, das Qualirennen war schon 2 Wochen später (11.–12.4.).

Und so wurden wir dann mit den Massnahmen beglückt, die bis heute gelten - inklusive Tempolimit. Alles wieder vom DMSB.

Dank Tempolimit war das GT3 Verbot vom Tisch, der Goldesel N24h gerettet und was mit der VLN und anderen passiert (sinkende Starterzahlen!) interessiert doch nach dem 24h-Rennen niemanden mehr.

Ebenso zufälligerweise hat ausgerechnet an dem Unfallort Audi seit einiger Zeit seine VIP-Base aufgeschlagen und - der nächste Zufall - ist HJS nach wie vor - neben seiner ehrenamtlichen DMSB-Präsidentschaft - in Lohn und Brot beim Volkswagenkonzern.

Auch diese Location wurde durch das Tempolimit gerettet.

Und wenn man jetzt- reverse engineered - diese ganzen Zufälle aneinanderreiht, dann machen die Entscheidungen auf einmal ganz viel Sinn.

Ich will damit nicht sagen, dass es auch so war - das können nur die Beteiligten offenlegen. Aber die Jean Todt Nummer klingt im Vergleich zu der oben aufgeführten alternativen Handlungsfolge so märchenhaft, dass man uns schon für sehr einfach denkend halten muss, diese Nummer zu kaufen.

Dabei hab ich den Mann mal verehrt :/ Gestern ist er einfach nur noch tiefer gesunken - ein Armutszeugnis. Das ging übrigens nicht nur mir so und der Applaus war eher Mitleid als Anerkennung.

Der CNG Geschäftsführer Carsten Schumacher meinte bei seiner Ansprache, dass die Veranstaltung ja eigentlich hinfällig sei. Und auf einmal wird es auch dem letzten klar, dass der Runde Tisch letzte Woche auch eine gute Gelegenheit darstellt, dem STRassenfest den Wind aus den Segeln zu nehmen.

Nachdem ich die beiden aber überstanden hatte, hat sich noch eine sehenswerte Diskussion entwickelt - auch wenn nichts neues herausgekommen ist.

Immerhin haben Jürgen Alzen und Klaus Abbelen ihrem Ärger ordentlich Luft gemacht - Jürgen hat sich in keiner Weise vom Hans beeindrucken lassen und Klaus hat gewohnt hemdsärmelig noch Zebrastreifen und Verkehrskreisel in’s Spiel gebracht.

Leicht geschluckt habe ich, als sowohl Olaf Manthey als auch Klaus Abbelen den Nissan Leuten ordentlich eingeschenkt haben, wenn ich das richtig in Erinnerung habe, dann war Stümper das Qualitätsmerkmal für deren technische Leistung das Aufsteigen in den Griff zu bekommen.

Als Karl Mauer zu Wort kam, war ihm auch nicht besonders zu lachen zumute, denn die VLN kämpft mit deutlich sinkenden Starterzahlen. Das ist keine Eintagsfliege, sondern scheint sich bedrohlich zu manifestieren. Gilt auch für die anderen Serien. Der Grund unisono: Tempolimit.

Die Veranstaltung wurde live gestreamt und hier kann man sich das auch im Nachhinein nochmal anschauen.

Es gibt sogar eine schriftliche Zusammenfassung der Redebeiträge.

STRassenfest | CarstenSchumacher | Stuck | Todt | Tempolimit | Nürburg | Schacht | DMSB |


Dienstag, 04. August 2015

Was mir am Motorsport gefällt - und warum die DTM genau das Gegenteil ist.

Es sind die Charaktere, die den Motorsport so faszinierend machen - die Persönlichkeiten im fairen (?) Kampf gegeneinander - auf der Strecke und auch während der Vorbereitungen - die technische Entwicklung, die nie zu stoppen scheint.

Der Fahrzeughersteller ist nur das Schwert, mit dem dieser Kampf ausgetragen wird. Soweit die Theorie. Denn in der Realität wollen die Hersteller der Hauptdarsteller sein, und so wird der Sport ad absurdum geführt.

Und damit sind wir bei der DTM - sie ist das komplette Gegenteil von Motorsport in meinen Augen: die Fahrer sind zu Befehlsempfängern degradiert, die 8 Audi, 8 BMW und 8 Mercedes treten wie bei einem Fussballspiel oder Radrennen als Mannschaften mit entsprechender Taktik gegeneinander an, und nach dem Rennen geht es nur darum, welcher Hersteller gewonnen hat.

Damit wird der Motorsport von dem Werken bis zur Unkenntlichkeit massakriert.

An sich könnte man ja sagen: egal, lass sie doch machen. Das Problem ist nur, dass diese Marketing Show-Veranstaltung unheimlich viele Resourcen bindet: talentierte Fahrer, Rennstrecken, Budgets und Fernsehzeit. HD Hintereinanderherfahraufnahmen, die kein Mensch braucht, die wir alle aber mit unseren GEZ Gebühren bezahlen dürfen.

Das Ganze wird dann von unserem geliebten DMSB noch als Deutschlands höchste Motorsportkategorie verkauft - jemand, der mit Racing nicht so viel zu tun hat muss doch denken, dass wir - also die Rennfans - alle einen an der Klatsche haben sowas gut zu finden. Sowas im Sinne von Rennsport - dass die DTM genau das Gegenteil ist, die Chance zum Erklären bekommen wir ja nicht.

Wie es weitergeht? Genauso wie bisher, denn für Einige ist die DTM eine Gelddruckmaschine: man muss nur den Vorständen bei den Herstellern irgendwie mit beeindruckenden Zahlen bzw. Powerpoints verkaufen, dass die DTM unheimlich toll ist und die ARD bei der Stange halten, damit das auch immer zwangsausgestrahlt wird. Und schon läuft die Maschine wie geschmiert.

Die Entscheider lassen sich offensichtlich so einlullen, dass sie das regelmäßig Jahr für Jahr neu absegnen.

Die VLN ist übrigens stark gefährdet, unter dem Druck des ADAC Nordrhein die Schraube ebenfalls zu überdrehen. Die Massnahmen der letzten Jahre - es sind zu viele, um sie aufzuzählen - von Tankkanne bis Tempolimit - sind nur den GT3 geschuldet, deren Einsätze und Verkäufe wiederum primär die Herstellerinteressen darstellen.

Die Wige mit ihren Fernsehbildverkäufen übrigens bei beiden Szenarien mittendrin - ich schätze die finden das alles ganz super.

TourenwagenMasters | BMW | Audi | Mercedes | Marketing | Fernsehen | wige |


Freitag, 24. Juli 2015

STRaßenfest in Nürburg am 21.August.

Ist ja schon eine Traditionsveranstaltung.

Aktuelle Infos gibt’s auf Facebook:

Weil wir glauben, daß es derzeit für den Nürburgring essenziell ist, was gerade alles so entschieden wird, haben wir zu einer Podiumsdiskussion zum Thema Tempolimit im Rahmen des STRassenfest eingeladen.

Bisher haben zugesagt: Dirk Adorf, Karl Mauer, Olaf Manthey, Carsten Schumacher, und Jürgen Alzen.

Gute Idee!

WirSindNürburgring | STRaßenfest | SaveTheRing | Tempolimit |


Samstag, 18. Juli 2015

3 Jahre Nürburgring Insolvenz.

Heute vor 3 Jahren hat Kurt Beck die Nürburgring GmbH der Insolvenzverwaltung zum Fraß vorgeworfen. Und wie sie den Ring seitdem ausgeweidet haben!

Florian Zerfaß hat die komplexen Vorgängen seit dem traurigen 18.Juli 2012 noch einmal so übersichtlich wie möglich zusammengefasst:

Der Nürburgring in lähmender Starre

Da sind einige neue brisante Informationen dabei:

  • Zwischen Getspeed (20% Anteil) und Charitonin / Russenholding (80%) laufen aktuell etwa 10 Gerichtsprozesse.

  • Insolvenzer Schmidt streicht wohl Monat für Monat 17.850 Euro ein. Wohlgemerkt: aus der Insolvenzmasse. Für was eigentlich?

  • Die Hintermänner der russischen Holding sind nach wie vor unbekannt, aber es gibt im Aufsichtsrat einen Platz für einen gewissen Andrej Osipov - nie gehört den Namen, aber wie man lesen kann kein Unbekannter in Oligarchenkreisen.

Ich bin froh, das Florian am Ball bleibt. Sein umfangreiches Hintergrundwissen steigt immer weiter und er hält auch mit Wertungen nicht hinter’m Berg. Davon profitiert man als Leser auf der Suche nach einer eigenen persönlichen Meinung.

Wobei mir Kai Richter viel zu gut wegkommt - für mich gibt es einen großen Unterschied, ob man seine Cleverness perfide zur Mehrung des persönlichen Wohlstandes einsetzt oder ob man sein Geld eben ehrenhaft verdient, ohne ein Schlachtfeld zu hinterlassen.

Natürlich bleibt mir nicht verborgen, dass in unserer heutigen Gesellschaft die hemmungslose Gier kein gesellschaftlicher Makel mehr ist - aber meine Werte sind das nicht. Glücklicherweise habe ich besonders auch durch den Ringk(r)ampf viele wertvolle Menschen kennengelernt, die das Herz am rechten Fleck tragen. Für mich stellt ein aufrechter Charakter jedes Bankkonto in den Schatten und ich empfinde es als große Ehre Seite an Seite mit Gleichgesinnten dem Kampf um den Erhalt der Nordschleife ein Gesicht zu geben.

Wie ist der Nürburgring eigentlich in die katastrophale Situation gekommen, in der er sich heute befindet?

Die Wurzel allen Übels ist die Entscheidung Ende 2007 die Erlebnisregion an die Rennstrecke zu betonieren.

Schon die damals offiziell veranschlagten 215 Mio € hätten den Ring in ein fatales Schuldengrab gestürzt - in Wirklichkeit lag die Gesamtsumme eher 3x so hoch! Damit war die Insolvenz von Anfang an besiegelt, denn alleine die Zinslast war unmöglich zu erbringen.

“Mein hoffentlich gesunder Menschenverstand verurteilt die letzten 5 Jahre am Ring als kriminell, ob das durch Gerichte bestätigt wird oder nicht.”

… habe ich vor 3 Jahren geschrieben, als die Insolvenz bekanntgegeben wurde.

“Ein nicht wiederbringliches Erbe unserer Vorfahren wurde mit Füßen getreten und hoffnungslos in die Pleite geritten. Die Profiteure haben sich hemmungslos bedient und ihre politische Karriere oder den persönlichen Wohlstand gefördert.”

Ich stehe felsenfest hinter meiner damals niedergeschriebenen Meinung, lest Euch den Text vom 17.Juli 2012 gerne noch einmal in Ruhe durch:

Wie konnte es dazu kommen, daß der Nürburgring in nur 5 Jahren in den Bankrott getrieben wird?

Und lässt man die jetzt zusätzlich vergangenen 3 Jahre ebenfalls Revue passieren - so wie es Florian in seinem Artikel akribisch gemacht hat - dann stellen wir fest: es wird immer schlimmer, je länger es dauert.

Wann erreichen wir endlich die Talsohle?

Ich wage es nicht zu prognostizieren. Ich fürchte jedoch wir können uns noch nicht vorstellen, wie weit es noch bergab gehen wird.

Ich bin von Natur aus Optimist - sehe immer das Gute in Ereignissen - egal was passiert. Aber am Ring bin ich am Ende mit meinem Optimismus. Die Faktenlage ist zu erdrückend, als dass man sich vormachen könnte, es würde bald wieder aufwärts gehen.

Die erste Jahreshälfte ist vorbei, doch mein erster Ringbesuch für dieses Jahr muss erst noch stattfinden. Selbst wenn HJS in der Fahrerbesprechung das Tempolimit salopp für den Rest der Saison ausruft gibt es niemanden, der ihn mal nachhaltig einnordet. Die zweck-pragmatische Lass-uns-so-weitermachen-als-wäre-nichts-passiert Atmosphäre stinkt zum Himmel - aber alle so: “Ich rieche nichts!?

Ein kleiner Lichtblick ist der neue 3-jährige VLN-Vorvertrag, der dem emsigen Karl Mauer zu verdanken ist. Wenn man dann jedoch liest, wie sehr der ADAC bemüht ist seinen Machtanspruch durchzusetzen, dann bekommt man sofort wieder Bauchschmerzen.

Aber es würde mich freuen, wenn sich die VLN endlich emanzipiert und auch strategisch den Ton für den Motorsport auf der Nordschleife angibt - anstatt sich wie in der Vergangenheit vor den Kommerzkarren des N24h ADAC Nordrhein spannen zu lassen. Dafür sollten wir Karl Mauer die größtmögliche Rückendeckung geben.

Der Nordschleife stehen schwere Zeiten bevor - deshalb hat sie unsere Unterstützung nötiger denn je. Was vor 3 Jahren passiert ist, ist heute schon Geschichte - so wie unsere Handlungen, die wir heute anstrengen, bald auch als Geschichte festgeschrieben sein werden.

Save The Ring!

Insolvenz | WiWo | Zerfaß |


Montag, 13. Juli 2015

24h-Rennen: Marcus Schurig spricht noch einmal offen aus, was längst alle denken.

Die Starterzahlen sinken im Sturzflug - kein Wunder bei Tempolimit, Nordschleifen-Permit und dem roten Teppich nur für die Werke.

Den GT3 - also den Werken - wird jeder Wunsch von den Lippen abgelesen, alle anderen können gucken wo sie bleiben:

Nicht nur der DMSB hat da seine Kunden aus den Augen verloren, auch der Veranstalter des 24h-Rennens. Das mag hart klingen, ist aber offenbar ein Teil der Wahrnehmung im Fahrerlager. Es herrscht der Eindruck vor, es ginge nur noch um die GT3-Werke, der Rest sei bloß Staffage.

Leider sind es die Werke, die mit den dicken Schecks winken. Und so lange Geschäftemacher die Geschicke des 24h-Rennens lenken - so lange wird der Sport darunter leiden.

N24h | FIAGT3 | Schurig | Geishecker |


Sonntag, 12. Juli 2015

Wolfgang Kaufmann stinksauer auf Tempolimit.

Das hat mich sowieso schon überrascht, warum Fighter Wolfgang sich noch nicht zu Wort gemeldet hat.

Dafür legt er jetzt umso kräftiger nach:

„Die nach dem Unfall beim ersten Saisonlauf getroffenen Maßnahmen und die daraus resultierenden Folgen auf der Rennstrecke führen den Motorsport ad absurdum“, so Kaufmann nach dem vierten Lauf. „Die Einführung von Tempolimits auf einer Rennstrecke (!) sind nur schwer begreiflich und haben auch nicht auf jeden Teilnehmer die gleichen Auswirkungen. Für die großen Werke ist es einfach. Ihre hochmodernen GT3-Renner sind mit Elektronik vollgestopft, da wird dann einfach ein Tempobegrenzer programmiert. Aber was sollen die vielen kleinen Teams, sofern sie nicht schon aufgegeben haben, machen. In manchen Autos gibt es keine Speelimiter, oft auch nur sehr kleine Displays. Dazu kommt, dass man schon bei unterschiedlichen Reifentypen, Slicks oder Regenreifen, andere Abrollumfänge und damit Geschwindigkeiten hat“, sagte Kaufmann.

Einmal Racer - immer Racer. Ich würde mir wünschen, dass sich viel mehr Fahrer gegen das Tempolimit zur Wehr setzen, statt sich pragmatisch zu arrangieren. Eine unglaubliche Beleidigung für die Nordschleife vor unseren Augen, aber keiner steht ihr bei.

WolfgangKaufmann | Tempolimit |


Freitag, 03. Juli 2015

Tempolimit Boxengasse.

Das 30 km/h Limit für die Boxengasse wurde beim 24h-Rennen ganz schnell wieder aufgehoben, nachdem klar wurde, dass heutige Rennautos gar nicht in der Lage sind so langsam zu fahren (langer 1.Gang, Drehzahlband).

Für das Rennen galt dann wieder - wie auch in der Ausschreibung festgelegt - 60 km/h.

Heute ist jemand auf die Idee gekommen, dass das 30 km/h Limit viel besser ist.

UPDATE:

30 km/h für Freitags, bei VLN wieder 50 km/h.

Tempolimit | Boxengasse |


Donnerstag, 02. Juli 2015

Meinung? Manipulation durch Umfrage.

Aktuell kursiert eine Meinungsumfrage der CNG durch’s Netz und dem Aufruf zum Weiterteilen wird brav gefolgt. Was kann schon falsch daran sein, wenn man seine Meinung sagen darf?

Wenn man mit einer gewissen Grundskespis und der Erfahrung des letzten Jahrzehnts die Sache anschaut, dann entsteht ein anderes Bild. Ich möchte Euch mal meinen Gedankengang aufzeigen:

Die CNG ist in erster Linie daran interessiert Geld zu verdienen. Zieht sich durchgängig durch das aktuelle Handeln (s. Rock am Ring). Und wenn es um Geld geht, dann sind die dicksten Budgets immer noch bei der Industrie abzugreifen.

Beim Thema Geld sind die GT3 die heilige Kuh, die nicht geschlachtet werden darf. Die Problematik dahinter habe ich schon ausführlich ausgewalzt: die Reglementhoheit ist weder in VLN-, noch in DMSB-Hand, sondern GT3 werden international bei der FIA homogiert. Salopp formuliert muss man, wenn man eine GT3 Klasse ausschreibt, die Fahrzeuge so fahren lassen, wie von der FIA freigegeben.

Denn die höchst unterschiedlichen Fahrzeuge werden von der FIA bei Vergleichsfahrten gegeneinander ausbalanciert. Dabei werden sie von Jahr zu Jahr schneller (Wer will schon von einem Vorjahresauto gebügelt werden?).

Und jetzt zu der Umfrage.

Neben einem Vorgeplänkel (ob man Zuschauer oder Fahrer ist, wie oft man zum Ring kommt) und einem Nachgeplänkel (wo man wohnt, wie alt, etc. und “Für welche Herstellermarke von exklusiven Rennboliden schlägt Ihr Fanherz?” Sic!) sind es nur zwei Fragen, die mit Multiple Choice beantwortet werden dürfen:

1. Welche der folgenden Maßnahmen an der Rennstrecke halten Sie für geeignet bzw. nicht geeignet?

Mögliche Antworten:

  • Änderung (Umbau) der Streckenführung z.B. durch Schikanen

  • Installation eines zweiten FIA-Fangzauns in Teilbereichen

  • Einrichtung von zusätzlichen Zuschauerrückhaltezäunen

  • Änderung von Leitplanken und Curbs (Schutzeinrichtungen)

  • Geschwindigkeitsbegrenzungen

2. Welche der folgenden Maßnahmen an den Rennfahrzeugen bzw. dem Reglement halten Sie für geeignet bzw. nicht geeignet?

Hier gibt es nur 2 mögliche Antworten:

  • Aerodynamische Fahrzeugveränderung (Nordschleifen-Kit)

  • Leistungsbeschränkung der Fahrzeuge in verschiedenen Klassen

Durch die vorgegebenen Antworten werden die GT3 quasi zementiert. Es ist zwar von einer Leistungsbeschränkung der Fahrzeuge in verschiedenen Klassen die Rede. Das ist allerdings Quatsch, denn die nicht-GT3 Klassen, die als SP in der Reglementshoheit der VLN liegen, würden sich kinderleicht beschränken lassen. Im Gegensatz zur GT3.

Aber die GT3 an sich werden überhaupt nicht in Frage gestellt. Dabei ist das doch der allererste Gedankengang: wenn die Autos von der Strecke überfordert sind, die Autos nicht mehr auf die Strecke zu lassen.

Ist das jetzt wirklich so schwer?

Auch suggerieren die Antworten mit ihren 5 bzw. 2 Lösungsmöglichkeiten, dass es keine weiteren Ansätze gibt. Man kann zwar Freitext eintragen, doch dürfte jedem klar sein, dass eventuelle Nennungen prozentual - im Vergleich zu den Multiple Choice - nicht in Erscheinung treten werden.

Und schon kann man hinterher rausposaunen, dass X Leute dafür sind und Y Leute dafür - der Kern des Problems bleibt jedoch völlig unangetastet.

Und so wird der Ring zum Spielball der Konzerne - die GT3 werden gar nicht erst in Frage gestellt und die Leute, die bei der Umfrage mitmachen, nicken diese Manipulation auch noch ab.

Ich hätte gedacht, dass die Propaganda der letzten Jahre - und die Aufklärung der Hintergründe dafür - alle Beteiligten (Du?) sensibler und kritischer gemacht hätte. Das hier schon vergessen?

Freiwillig schiebt man sich das Trojanische Pferd in’s Haus und ist auch noch stolz darauf, dass man mitschieben darf.

Bitte bleibt wachsam - und nehmt keine Süssigkeiten von Erwachsenen! :)

UPDATE:

Hier auf 20832.com Facebook ist eine ausführliche Diskussion entstanden, wo ich noch einmal ausführlicher auf einige Punkte eingehen konnte.

Tempolimit | Umfrage | Capricorn |


Donnerstag, 25. Juni 2015

Wilhelm Hahne rechnet mit den DMSB Ausschüssen zum Nürburgring ab.

Der Rant des Tages kommt vom rüstigen Nicht-Rentner, der nichts für die “Ritter der Schwafelrunde” übrig hat und dem die Machenschaften zuwider sind aus dem Nürburgring eine Nicht-Rennstrecke zu machen:

“Dieses ganze Getue mit Fachgremien und speziellen Arbeitsgruppen dient doch dem DMSB nur dazu, die Verantwortung für Entscheidungen deligieren zu können. - Verantwortung? - Bitte nicht!”

Der Lösungsansatz wird auch gleich mitgeliefert: keine GT3 - bzw. wenn dann seriennah, keine Bezahl- / Werksfahrer, keine Nordschleife-Umbauten. Tempolimit sowieso nicht und Nordschleifen-Permit wieder abschaffen.

WilhelmHahne | MotorKritik | Tempolimit | DMSB |


Montag, 01. Juni 2015

Christian Krognes erklärt, warum er das Tempolimit bei seinem N24h Bericht nicht erwähnt.

Auf seiner Homepage:

"As a driver, my job was to make sure that I pushed that button on the steering wheel every lap to limit my speed, and after a lap or two the fact that I drove through zones with speed limitations blended in among all other factors you need to consider as a driver during a lap on the Nordschleife.

It was just part of the whole package this weekend. Indirectly, that answers point 1 as well; I had fun, heaps of fun. The field still felt just as competitive as before, everyone were just as hungry for results as before, and generally I heard very little to no chat about it in the paddock.

It resulted in me forgetting the whole thing, even in the report that I posted on Monday – it didn’t play any role with need of much mentioning. Had it been a frustrating factor I am sure I would have posted it, but it just wasn’t."

Fair enough - schön, dass er sich die Zeit genommen hat das zu erklären und seinen Bericht zu ergänzen.

Krognes | N24h | Tempolimit |


Sonntag, 31. Mai 2015

250.000 Zuschauer am Nürburgring?

Beim 24h-Rennen? Werden ja immer mehr.

Zum Beispiel bei GQ in England:

N24h is a weekend-long celebration of racing, beer, and burning things where over 250,000 spectators stay up all night to watch 150 overpowered and stripped down racing cars loop a 14 mile long track.

Vom Tempolimit natürlich kein Wort.

Zuschauerlüge | Tempolimit | N24h | GQMagazine |


Mittwoch, 27. Mai 2015

Tempolimit? Welches Tempolimit?

Christian Krognes schreibt einen langen Rennbericht über das 24h-Rennen, aber das Tempolimit erwähnt er nicht einmal in einem Nebensatz. Dabei kommt die Döttinger Höhe sogar vor.

Ich finde, wenn man sich schon auf solche paradoxen Einschränkungen einlässt, dann sollte man auch dazu stehen. Anstatt kontroverse Themen einfach wegzublenden.

Krognes | N24h | Tempolimit |


Freitag, 22. Mai 2015

Jürgen Alzen setzt sich bei Tempolimit nicht in´s Auto.

Immer wieder erfrischend zu lesen, wie deutlich jemand sein kann, der noch nicht aalglatt angepasst durch’s Leben gleitet.

Auf seiner Homepage:

Leider, so glaube ich jedenfalls, werden auch die nächsten Rennen der VLN mit der albernen Geschwindigkeitsbeschränkung durchgeführt und das meine Lieben, liegt „außerhalb meines subjektiven Relevanzkorridors“!

Relevanzkorridor!

Trotzdem wird der Ford GT voraussichtlich eingesetzt - mit Bruder Uwe und Dominik Schwager. Um Sponsoren und Fans glücklich zu stimmen.

JürgenAlzen | FordGT | Tempolimit | Relevanzkorridor |


Mittwoch, 20. Mai 2015

Der neue Porsche GT3 kostet eine halbe Million Euro.

Kann man ab jetzt bestellen - insgesamt sollen 20–30 Stück verkauft werden.

Ich würd’ mich schwer wundern, wenn nächstes Jahr das 24h-Rennen ohne GT3s stattfindet - zuviele Business Cases würden in sich zusammenklappen. Eher bauen die die Nordschleife um, als auf die schönen Verkaufszahlen zu verzichten.

Wer schon Tempolimit als nicht blamabel genug ansieht, um die Finger davon zu lassen - wozu sind die dann noch fähig?

PorscheGT3


Klaus Ludwig war überrascht, wie schnell die WTCC auf der Nordschleife sind.

Er vergleicht sie mit den GT3:

“Für mich war erstaunlich, wie schnell diese Jungs sind. Eigentlich unglaublich, wenn man es mit den GT-Autos vergleicht”, meint Ludwig. Der Unterschied betrage im Renntrimm nur etwa 25 Sekunden, wenngleich die WTCC-Fahrer nicht an das neue Nordschleifen-Tempolimit gebunden waren. “Die WTCC-Fahrzeuge haben aber auch eine begrenzte Aerodynamik und einen kleinen Heckflügel”, sagt Ludwig. “Die GT-Autos kommen da schon ganz anders daher.”

Wenn man den Carrera-Cup als Maßstab nimmt, dann hätten sich die WTCC munter unter’s Feld gemischt!

WTCC | KlausLudwig |


Dienstag, 19. Mai 2015

Doch kein Tempolimit beim Industriepool.

Die ignorieren das einfach. (Die Temposchilder sieht man im Film.)

Hat sich Lamborghini eigentlich mal irgendwann stark gemacht für den Nürburgring-Erhalt? Aber Werbung mit der Nordschleife machen. Das können sie alle.

Wer ist denn der Fahrer? Ist eine gute Runde!

(Via.)

Tags: Lambo | Lamborghini | Aventador | Onboard |


Montag, 18. Mai 2015

Industriepool auch mit Tempolimit?

Ist bei Wilhelm Hahne nachzulesen:

Die Industrie ist nicht bereit, die Geschwindigkeitsbegrenzungen im Testbetrieb zu respektieren, wie es der Nürburgring-Pächter fordert.

Das braucht man bei einem Dauertest natürlich überhaupt nicht. Und die schönen Werberundenrekorde? Wie soll man die jetzt fahren?

Wilhelm Hahne war übrigens auch nicht beim Rennen - aus ähnlichen Gründen wie ich. War doch gar nicht so schwer die beiden Stänkerer loszuwerden! ;)

Industriepool | Tempolimit |


Donnerstag, 14. Mai 2015

Drastische Strafen für Tempolimitsünder.

Ohne Toleranz:

Weiß jemand, warum man auf so krumme Zahlen gekommen ist? Und warum die Standzeiten so ewig lang sind?

(Quelle.)

N24h | Tempolimit


Mittwoch, 13. Mai 2015

N24h: alle Neuerungen auf einen Blick.

Tempolimit? Welches Tempolimit?

Tags: N24h | Tempolimit | Capricorn |


Montag, 11. Mai 2015

[VIDEO] Sébastien Loeb Full Lap WTCC Onboard.

Was für Geniesser!

youtu.be/nGFdZM2vGNs

Ohne Tempolimit, die WTCC dürfen Knallgas fahren. Hätten die auch nicht mit sich machen lassen schätze ich. Fahren schließlich auch in Macau.

Schaut Euch mal an, wie er mit einem kompromislosen Lenkeinschlag durch die Kurven fährt. Und genauso kompromislos das Runterschalten - keine Gefangenen!

Danke an Citroen für’s Online stellen.

Tags: WTCC | Loeb | Onboard | Tempolimit |


Sonntag, 10. Mai 2015

Für mich fällt das 24h-Rennen dieses Jahr aus.

Das hätte ich auch nicht gedacht, dass ich das mal sage / schreibe. Das Rennen war für mich immer der Jahresmittelpunkt - so wie für normale Leute Weihnachten. Nach dem Rennen war vor dem Rennen und ich habe regelmäßig die Tage gezählt, bis es wieder losgeht.

Kaum vorstellbar, aber die ersten Rennbesuche liegen soweit in der Vergangenheit, da hatte ich sogar noch Haare!

Mit 16 ging der erste Ausflug mit der 50er in die Eifel - das ist jetzt über 30 Jahre her. Dann kam die glorreiche Zeit des Audi 200, der von uns zum ersten Mal 1994 an den Start geschoben wurde.

Seitdem hat sich viel verändert - leider hauptsächlich zum Schlechten. Das, was für mich persönlich die große Anziehungskraft damals ausgemacht hat, ist nur noch als Überbleibsel vorhanden - manchmal sogar nur noch aus Überlieferungen.

Mir fallen so Begriffe ein wie: Fairness, Sportsgeist, Kameradschaft, Ursprünglichkeit, Herausforderung, Erfindungsgeist, Purismus, Rennsport mit Herzblut und dem gewissen Extra, das die Nordschleife in ihrer weltweiten Alleinstellung so besonders und anspruchsvoll gemacht hat.

Leider bin ich nie in den Genuss gekommen, auf der Nordschleife Rennen zu fahren - das letzte Motorradrennen war 1994 und damit vor meiner eigenen aktiven Zeit. Die VLN zu verfolgen war für mich als nicht-mehr-Aktiver die beste Möglichkeit, so hautnah wie möglich dabei zu sein. Und ich habe keine Gelegenheit ausgelassen - seit über 20 Jahren.

Im vergangenen Jahr habe ich das Rennen verfolgt und viel Spaß gehabt - siehe Mikebericht - um mich danach komplett in den Haus(um)bau zu stürzen. Dadurch war ich quasi gezwungen die Dinge mit Abstand zu betrachten.

Natürlich gibt es immer Sachzwänge und besondere Umstände zu berücksichtigen - aber spätestens, wenn Probleme Handlungen erfordern erlauben die Ergebnisse deutliche Rückschlüsse auf die Intention der Handelnden.

Was früher einmal durch den sportlichen Ehrgeiz begründet war, reduziert sich heute immer mehr auf ein Geschäft. Oder Neudeutsch: den Business Case.

Die Teams - die Fahrer - die Hersteller - alle scheinen nur noch ein Ziel zu verfolgen: Geld zu verdienen.

Das klingt erst einmal paradox, denn normalerweise ist besonders der Motorsport dafür bekannt Geld zu verbrennen. Und das nicht zu knapp.

Aber die Gemengelage aus GT3 und deren Vermarktung lässt die eigenartige Situation entstehen, dass es auf einmal einen Markt gibt, für den es sich lohnt, Produkte und Dienstleistungen anzubieten.

Auf die GT3 Problematik an sich bin ich ja schon vor 4 Wochen detailiert eingegangen.

Die vergangenen Jahre haben den Ring, seinen Mythos und die Region in einem mächtigen Strudel immer weiter in die Tiefe gezogen. Ihr wisst was ich meine, das beck°werk wird den kommenden Generationen als mahnender Koloss für durchgeknallte Politiker erhalten bleiben.

Parallel dazu hat aber auch in der Sportlerszene ein Wandel stattgefunden: früher sind die Rennfahrer angetreten, weil sie die Herausfoderung liebten - heute geht es immer mehr um den pünktlichen Gehaltsscheck.

Dazu kommt, dass die Fahrzeuge größtenteils nur noch aus Kaufautos bestehen, denn die überwiegende Anzahl des Starterfeldes setzt sich aus GT3 und Cup Fahrzeugen zusammen. Die nicht verändert werden dürfen.

Und jetzt kommt das Wort, auf das alle schon warten: Tempolimit. Mein Problem an der ganzen Sache ist, dass die Fahrer, die so große Stücke auf sich halten, diese Demütigung einfach über sich ergehen lassen.

Protest dagegen kann man an einer Hand abzählen - alle fügen sich unkritisch dem Schicksal, weil das so von ihren Geldgebern erwartet wird.

Werksfahrer verkommen zu beliebig austauschbaren Arbeitnehmern, die sich kritikfrei durch die Mikrofone aalen.

Das erinnert mich an die Gleichgültigkeit, mit der die Entscheidungen zur Erlebnisregion und deren Bau kommentiert wurde: keine Kritik - kein Widerstand, stumpfsinniges Hinnehmen hirnrissiger Entscheidungen - die Erwartungen des Arbeitgebers stehen an erster Stelle und dann kommt erstmal lange nichts. Vor allem keine eigene Meinung.

Dem Langstreckensport wird die Seele genommen und alle finden es super. Was für eine Enttäuschung.

Stellt Euch mal vor, in einem anderen Sport gäbe es diese Situation: alle 5 Minuten eine kurze Pause. Im Radsport z.B. die Beine hängen lassen - das gesamte Feld neutralisiert. Die würden doch - zu Recht - ziemlich ausgelacht werden.

Früher wurden im N-Forum die ehrlichen Rennberichte aus erster Hand geteilt - heute gibt es kaum noch ein Team ohne ‘Pressesprecher’ - egal wie klein das Team ist. Dort werden weichgespülte Presseberichte produziert - einer erfolgreicher als der andere mit gefühlt Dutzenden von Gesamtsiegern pro Rennen.

Und macht Euch bitte nichts vor: auch die Zuschauer sind längst nicht mehr das, was sie früher einmal waren. Aus der VLN-Familie, die durch dick und dünn geht ist nur noch eine Kulisse geworden, mit deren Hilfe man in den Vorständen die neuen Programme durchdrücken kann.

Die Klimmzüge, mit denen beim 24h-Rennen irgendwie 200.000 Zuschauer zusammengerechnet werden, sind längst allen bekannt und trotzdem werden sie von den Marketingabteilungen wieder rausposaunt werden, weil große Zahlen immer toll klingen. Dass bei dem Rennen tatsächlich nicht mehr Zuschauer vor Ort sind, als bei jedem x-beliebigen Bundesligaspiel, wird von niemandem hinterfragt.

Für mich jedenfalls ist mit dem Tempolimit das Fass übergelaufen, das in den letzten Jahren stetig gefüllt wurde. Wenn man gefühlt etwas schon immer gemacht hat, heißt das nicht, dass es nicht auch einmal auf den Prüfstein gestellt wird.

Der Bogen wurde - quasi mit Ansage - überspannt. Die sogenannten Sicherheitsmaßnahmen, die in erster Linie das Ziel haben, das Rennen auf Biegen und Brechen durchführen zu können, haben meiner Meinung nach das Unfallrisiko sogar noch weiter erhöht.

Der typische GT3 Nordschleifenunfall - das Disaster waiting to happen - ist meiner Meinung nach ein anderer, als der, den wir so tragisch erlebt haben.

Aufgrund der künstlich zusammengestauchten Leistungsdichte werden höhere Risiken in Kauf genommen, um einen kleinen Vorteil zu erkämpfen. Jetzt wird die Döttinger Höhe vom Renngeschehen ausgeklammert, d.h. dort kann man nicht mehr überholen - man kann aber - und das ist das Entscheidende - auch nicht mehr überholt werden.

Vor dem Tempolimit musste man die Aerodynamik so einstellen, dass man auf der langen Geraden nicht zur leichten Beute wird. Das fällt jetzt weg und die GT3 haben große Einstellmöglichkeiten für ihre mächtigen Flügelwerke. Resultat: noch höhere Kurvengeschwindigkeiten, anspruchsvolleres Fahrverhalten und höhere Belastungen für die Reifen. Gepaart mit der hohen Verkehrsdichte, den Herausforderungen bei Nacht und Wetter und teilweise Gentlemanfahrern hinter dem Lenkrad, eine tickende Zeitbombe.

Ich halte es einfach nur für Glück, falls nichts passieren sollte und möchte nicht erleben, dass meine Befürchtung wahr wird. Deren Ursache nur im Geldverdienen Einzelner begründet ist, die ihr Geschäftsmodell nicht aufgeben wollen, bevor zu Ende gemolken ist.

Wenn der Jahreshöhepunkt quasi zum Tiefpunkt wird, dann läuft etwas gewaltig verkehrt. Das ist nicht mehr meine Welt. Da erhalte ich mir lieber die Erinnerung wach an Zeiten, als der Ring und seine Aktiven mich wie ein Monstermagnet in seinen Bann gezogen hat. Widerwillig zum Ring zu fahren, einfach nur weil es immer schon so war, macht nüchtern betrachtet keinen Sinn.

Und damit geht für mich eine Ära zu Ende, die mein Leben bestimmt hat, wie nichts anderes auf der Welt.

Natürlich bin ich nicht glücklich über diese Situation - aber auf der anderen Seite bin ich froh das erkannt zu haben und ohne irgendwelche Abhängigkeiten die Schlüsse ziehe, die ich für richtig halte.

Tags: N24h | Tempolimit | Mikebericht |


Freitag, 24. April 2015

Guy Martin - Isle of Man - Onboard.

Von Guy Martin Videos kann man nie genug bekommen, vor allem wenn es eine Isle of Man Onboard ist. Danke an Duke, dass sie es frei veröffentlichen!

Full Screen - Full Volume - Full HD!

youtu.be/OmNXCJt7K3Q

Tempolimit. Not.

Tags: IsleOfMan | GuyMartin | Onboard |


Sabine vergeht schon die Lust ...

… bevor es losgeht.

Bin mal gespannt was sie hinterher sagt.

Tags: Sabine | Tempolimit |


Mittwoch, 22. April 2015

1.Tempolimit VLN-Lauf.

Der 2.VLN-Lauf jetzt am Wochenende ist gleichzeitig auch der erste insgesamt in der Geschichte der VLN (in der Geschichte des weltweiten Rennsports?), der unter Tempolimit ausgetragen wird. Bei 190 (!) gemeldeten Fahrzeugen.

Im Presse Vorbericht fehlt jeder Hinweis darauf oder auf den Unfall - stattdessen werden die GT3 und ihre Fahrer bejubelt.

Wem’s gefällt. Ohne mich.

Tags: VLNLangstrecke | Tempolimit |


Der 28.März und die Folgen.

Alexander Kraß hat auf seiner Webseite nordschleifologie.de seine Sicht der Dinge aufgeschrieben. Er war Augenzeuge bei dem tragischen Unfall am Flugplatz - ist gleichzeitig aber auch Nordschleifen-Liebhaber und Verfechter für Tradition und Erhalt.

“Die Nordschleife wird immer - zu recht - als die schönste, vor allem aber auch als die schwierigste Rennstrecke der Welt beschrieben und beworben. Das ist der Anspruch, den der Nürburgring auch weiterhin nach außen tragen muss: wirklich eine absolute Herausforderung für Fahrer und Fahrzeug zu sein. Der Nürburgring und insbesondere die Nordschleife darf und muss mit diesem Anspruch, die schwierigste Rennstrecke der Welt zu sein, dastehen und muss ihn weiter verteidigen, sonst werden aus der vielzitierten Einzigartigkeit und Schwierigkeit der Strecke nur Makulatur, nur Phrasen, nur Worthülsen unter den vielen Superlativen, die in der heutigen Medienwelt zur Beschreibung noch so banaler Dinge verwendet werden.”

Nehmt Euch die 10 Minuten Zeit zum Lesen - Alex hat ein Vielfaches an Zeit benötigt, um seine Gedanken in Worte zu fassen.

Tags: Nordschleifologie | Flugplatz | Tempolimit |


Donnerstag, 16. April 2015

Wie fährt sich das denn so mit ´Tempozone´?

Tempozone ist das neue Wort für Geschwindigkeitslimit - und von Falken gibt es eine Onboard vom Start des Qualirennens:

youtu.be/zrACnE8KXQY

Da beisst Du als Fahrer doch in’s Lenkrad.

Tags: Tempolimit | N24h | Qualirennen | Falken | Onboard |


Samstag, 11. April 2015

Tempolimit ist das Beste seit geschnitten Brot.Eins muss man den Beteiligten beim Tempolimit ja lassen: sie sind sich für nichts zu schade. Zurich Versicherung (N24h Hauptsponsor) macht sogar Werbung damit.

Tags: N24h | Tempolimit | Zurich |


Hast Du einen besseren Vorschlag?

Ja, hab’ ich - und erzähle ich seit Jahren. Immer und immer wieder. Will aber keiner hören. VLN & 24h hatten sie sogar mal konkurenzfähig im Einsatz: die SP Klassen.

Auf die Nordschleife hin entwickelte Rennwagen, die es so auf der ganzen Welt nur einmal gibt und die auf der Nordschleife am besten funktionieren. Mit der Technikhoheit in den eigenen Händen - und nicht wie die GT3 ausgelagert an SRO/FIA.

Mit Hilfe dieser Technikhoheit die Aeropakete runtergeschraubt, keine Unterböden - Jahr für Jahr die Leistung und Geschwindigkeit behutsam im Griff behalten - eingepegelte Rundenzeiten bei 8:30 im Auge behalten.

Ganz einfach.

Warum das nicht gemacht wird, bzw. nicht schon längst gemacht wurde?

Zum einen weil dann das Risiko besteht, dass ein ambitionierter Amateur die Werksteams blamiert mit seiner Eigenkonstruktion. Und das geht ja mal gar nicht.

Und zum anderen, weil dann das tolle Geschäftsmodell der OEMs zusammenbricht, mehr GT3 Autos verkaufen zu können.

Tags: FIAGT3 | N24h | Tempolimit |


Der Letzte macht das Licht aus.

Ich hätte gerne unrecht gehabt bei meinen GT3 Theorien. Weil durch die Konstellation ein Happy End in weite Ferne rückt.

Leider haben mir Leute mit Hintergrundwissen bestätigt, dass sie die Situation auch so bewerten. Allen voran Wilhelm Hahne, der sogar so sehr übereinstimmt, dass er meine Worte 1:1 auf seiner Seite wiedergibt - inklusiven seinen Kommentaren und Ergänzungen.

Um mit den Worten zu schließen:

Der Letzte macht das Licht aus.

Tags: FIAGT3 | Tempolimit | MotorKritik | Hahne |


Donnerstag, 09. April 2015

Warum die GT3 an allem schuld sind.

Ja ja, die bösen GT3! Natürlich sind nicht die GT3 schuld, das Problem ist viel komplexer. Da wir aktuell den Tiefpunkt der GT3 Problemtik erleben mit der Entscheidung ein Tempolimit auf einer Rennstrecke einzuführen, möchte ich mal etwas weiter ausholen.

Erstmal ein kleiner Rückblick: 2005 wurden die GT3 von Stéphane Ratel und der SRO in’s Leben gerufen als günstige Alternative zu GT1/GT2, die dem Werkssport vorbehalten bleiben sollten. Leistungs- und Preismäßig sollten sie sich in der Region vom Porsche Cup ansiedeln - was am Anfang auch so war. Inzwischen sind über 30 verschiedene Fahrzeuge homologiert.

Auf der Nordschleife wurden die Autos zum ersten Mal 2009 zugelassen, dafür wurde die SP9 erschaffen - eine 1:1 Übernahme der homologierten GT3 Klasse. Die Mintgen Viper war in 2009 das erste GT3 Auto auf der Strecke.

Und jetzt wird’s kompliziert - ich versuche das mal einzeln aufzubröseln.

Die Hersteller haben immer neidisch auf Porsche geschaut, die es tatsächlich fertig bringen mit dem Motorsport Geld zu verdienen. Auf der Suche nach einem Geschäftsmodell ist bei Audi die Idee geboren, basierend auf dem schon sportlichen R8 einen günstigen, aber trotzdem schnellen, Rennwagen zu erschaffen, der dann - und das ist der wichtige Teil - in großen Stückzahlen verkauft werden soll. Und bei einem Rennwagen reden wir schon von großen Stückzahlen bei 50 oder so. 50 mal 400.000 € Kaufpreis sind immerhin 20 Millionen Euro.

Gesagt - getan! Und weil bei der Langstrecke so viele potentielle Kunden unterwegs sind, sollte das auch der große Aufschlag vom R8 werden. Dazu musste man das neue Auto aber auch schmackhaft machen und das geht natürlich am besten, wenn man das 24h-Rennen gewinnt.

Audi war sich nichtmal zu schade Einfluss auf das Reglement zu nehmen, um dieses Ziel zu erreichen.

Win on Sunday - sell on Monday - allerdings nicht auf die Serienfahrzeuge bezogen, sondern die Kunden sollten den Renn-R8 kaufen, mit dem das Werk so erfolgreich Motorsport betreibt.

Black Falcon hatte damals freudig auf den R8 gesetzt und nach den ersten Fahrten den Audi ganz schnell wieder entsorgt.

Es war wie verhext - 4 Anläufe brauchte Audi, um endlich den Gesamtsieg feiern zu können. Der Aufwand wurde in schwindelerregende Höhen getrieben - nichts dem Zufall überlassen.

Die anderen Hersteller - auch nicht blöd - haben gesehen, was Audi vorhat und haben ähnliche Programme in kleinerem Maßstab gestartet. Die GT3 Szene fing an sich auszubreiten, allerdings nicht aus sportlichen, sondern vielmehr aus geschäftlichen Gründen.

Und als die Hersteller einmal Blut geleckt hatten, wurden sie auch schnell die eigentlichen Kräfte hinter Reglement und Veranstalter.

Peter Geishecker reibt sich die Hände - auf einmal stehen die zahlungskräftigen Industriekunden bereit für VIP und LKW Flächen, Filmproduktionen und sonstige Leistungen, die von der Wige angeboten werden. Endlich! Auch haben die Hersteller ihre ausgefahrenen Kommunikationskanäle mit N24h Meldungen gefüttert - ein Traum für Wige/Geishecker, dem die Vermarktungsrechte für das Rennen zugesprochen wurden.

Die VLN war zur Tatenlosigkeit verurteilt und durfte die Bühne bereiten für die 24 Stunden. Hersteller und ADAC Nordrhein haben mit DMSB & Co leichtes Spiel, Audi wurde mit Spezialregeln wettbewerbsfähig gemacht. Auf einmal wurden Tankkannen und Boxenstopp Mindestzeiten zur Pflicht - ein eigener Technikausschuss durfte von Rennen zu Rennen neue Gesetze für einzelne Fahrzeuge erlassen.

Eine VLN BOP (Balance of Performance) wurde über die GT3 Homologations-BOP gestülpt. Witzigerweise betraf das hauptsächlich Porsche, deren Leistungs- und Verbrauchsvorteil einfach rausgekürzt wurde - als Stellschrauben gibt es Gewicht, Restriktor, Leistung, Tankinhalt (!) und Tankkannenrestriktor (!).

Mit sportlichem Wettbewerb hat das Ganze natürlich nichts mehr zu tun, mit Breitensport schonmal garnicht. Rennsieger werden von Norbert Kreyer am Mischpult zusammengemixt und im Hintergrund sorgt eine undurchschaubare Gemengelage von monetären Einzelinteressen zu einem Politikdickicht, das kaum zu durchschauen ist.

Wenn Ihr jetzt meint das seien weltfremde Verschwörungstheorien, dann habe ich hier einen praktikablen Sanity Check für Euch: die Entscheidungen von vorgestern - aber auch der vergangenen Monate und Jahre kamen vielen Leuten unlogisch und geradezu dumm vor. Als hätten die Entscheider keine Ahnung vom Motorsport. Wenn Ihr jetzt meine Erklärung als Antrieb für die Entscheidungen anzieht, dann sind sie auf einmal gar nicht mehr so dumm und unerklärlich. Reverse Engineering nennt man das.

Ab und zu führen einige Leute vertrauliche Gespräche mit mir, man ist sogar der Meinung, dass meine freche Schnauze wichtig ist als Gegengewicht zu den Bücklingen in der Motorsport Presselandschaft. Die habe ich dann auch genutzt, um meine Theorie auf Wahrheitsgehalt abzuklopfen. Und sie hat immer gehalten.

Wir haben uns Schritt für Schritt vom Sport verabschiedet, Marketing und Unternehmensinteressen haben das Sagen. DMSB und ADAC Nordrhein haben es forciert, die VLN hat sich nicht gewehrt - und jetzt ist es zu spät.

Meiner Meinung waren die GT3 auf der Nordschleife ein Desaster waiting to happen. 20 Autos in irrer Geschwindigkeit, die um jeden technischen Vorteil untereinander beraubt wurden, jagen im Verkehr um die Strecke. Die Risiken, um sich einen kleinen Vorteil zu verschaffen, werden automatisch größer und die hohe Dichte an Fahrzeugen fordert einen Unfall mit mehreren Beteiligten geradezu heraus. Meiner Meinung nach ist die fatale Nissan Katastrophe diesem viel wahrscheinlicheren Szenario einfach nur zuvorgekommen.

Die Langstrecke ist längst zum Spielball von Konzernen geworden und so passiert tatsächlich das Lächerlichste, was man sich auf einer - auf DER - Rennstrecke vorstellen kann: Tempolimit. Einzig und allein geschuldet den Geschäftsplänen von Unternehmen. Viele davon mit hohem Ansehen im Motorsport: BMW, Audi, Porsche, usw. Es muss weitergehen - der große Marketingaufschlag 24h-Rennen steht vor der Tür!

Wenn man dann noch weiß, das Hans-Joachim Stuck Repräsentant des VW Konzerns ist (Audi, Porsche, Bentley), dann schließt sich der Kreis.

Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: diese Unternehmen haben schon tatenlos mit angesehen wie der Nürburgring von Politik und Gier zerfressen wurde - jetzt sind sie sich nicht zu schade dem halbtoten Komapatienten noch ein Clownsgesicht zu malen - nur damit die Euro wie geplant in der Kasse klingeln.

Was ich davon halte? Es widert mich einfach nur noch an.

Save The Ring.

Tags: Tempolimit | DMSB | FIAGT3 |


Mittwoch, 08. April 2015

Wer hat - außer dem Gaudibursch - eigentlich noch das Tempolimit abgesegnet?

Wilhelm Hahne hat sich mal die Mühe gemacht und die Teilnehmer der Tempolimitidee aufgelistet.

Setzt Euch stabil hin, sind ein paar bekannte Namen dabei, die man bei dem Ergebnis so nicht erwartet hätte.

Jedenfalls - wenn es denn stimmt - haben sie gestern am 7.April 2015 Geschichte geschrieben: Tempolimit auf einer Rennstrecke! Und nicht auf irgendeiner Rennstrecke, auf der Rennstrecke.

Tags: DMSB | RunderTisch | Tempolimit |


Jürgen Alzen fackelt nicht lange - ein Kommentar von einem Racer!

Während sich die Pragmaten so langsam wieder hinter den Hecken hervorwagen und in das Seid-doch-froh-dass-sie-überhaupt-fahren Horn blasen, holt Jürgen Alzen mal tief Luft und lässt Dampf ab.

Ehrlichen Herzblut Racer Dampf:

Unter dem Titel:

“Anpassung ist die Stärke der Schwachen!”

lässt er seiner Meinung freien Lauf:

"Nachdem ich die neuesten Verordnungen zu „Erhöhung der Sicherheit auf der Nordschleife“ auf der VLN Seite gelesen hatte, ist mir jeder, aber wirklich jeder Spaß und Interesse an „RENNEN“ auf der Nordschleife vergangen. Unsere Familie betreibt bereits in der 2.Generation Motorsport, das aus Leidenschaft und nicht aus Geldgier.

Es war, als hätte man bei mir den Schalter von ON auf OFF umgelegt….

Ich für meine Person, will Rennen fahren, Geschwindigkeitsbeschränkungen auf einer Rennstrecke akzeptiere ich generell nicht!

Sorry, so angepasst werdet Ihr mich nicht erleben. (..)"

Müsste Ihr zuende lesen auf seiner Homepage.

Was für eine Erfrischung im Vergleich zu den Angepassten und Genügsamen. Die Nordschleife ist das geilste Stück Asphalt auf diesem Planeten und soll ohne Gegenwehr der Lächerlichkeit preisgegeben werden? Damit ein paar Automarken ihr Programm wie geplant durchziehen können?

“Hier am Ring, wo noch der letzte Rest puristischen Motorsports ausgetragen wurde, beerdigt man eine der geilsten Rennserien der Welt selbst! Das ist der DMSB generierte Nordschleifen Suizid!”

Liebe Racer, nehmt Euch ein Beispiel am Jürgen und jagt die korrupte Bande von Eurer Rennstrecke!

Tags: Alzen | JürgenAlzen | Tempolimit | DMSB |


Der DMSB legt nochmal nach.

Die Fahrer vom 24h Top 30 Qualifying müssen vor dem Start ihren Namen tanzen - kam gerade frisch reingeflattert.

Tags: Stuck | Gaudibursch | N24h | DMSB | Tempolimit |


Dienstag, 07. April 2015

Rennsport und Tempolimit? Ich bin dann mal weg.

Der DMSB hat es tatsächlich geschafft den Nordschleifensport ad absurdum zu führen, nur um die GT3 nicht nach Hause schicken zu müssen.

Statt das Problem zu lösen wird eine komplette Meisterschaft in Schutzhaft genommen. Der Cunning Plan vom DMSB ist nämlich - Festhalten! - Tempolimit. Kein Witz.

Für die Rennfahrer empfinde ich das schon als Demütigung, wenn das wirklich so kommt. Ausgerechnet die fahrerischen Schlüsselstellen wie Schwedenkreuz oder Metzgesfeld - oder eine der wenigen Stellen zum Überholen (Döttinger Höhe) werden quasi vom Renngeschehen ausgeklammert - Runde für Runde.

Da verliert man doch als Fahrer den Fluss und selbst die Nordschleife - die größte und schönste Rennstrecke auf der ganzen Welt - kann dann auf einmal nur noch nervig werden.

Der DMSB hat zwar Motorsport im Namen, aber er sollte sich lieber umbennen in DHVB - Deutscher Herstellervertreter Bund oder so. Die Interessen des Sport werden mit den Füssen getreten zugunsten Marketing & Co - mir tun die Leute leid, die dieses Trauerspiel auch noch gut finden.

Ich habe den Nordschleifensport noch erlebt, als er richtig geil war, das was wir jetzt vorgesetzt bekommen sollen ist nur noch das kastrierte Überbleibsel. Mag sein, dass es Leuten gefällt, die es nicht anders kennen, aber ich leide zu sehr.

Auch wenn ich mich innerlich sträube mich mit dem Tempolimitthema überhaupt auseinanderzusetzen, so wirft es doch mehr Fragen auf, als es beantwortet:

  • Was ist mit dem Pflanzgarten? Bellof hat vor über 30 Jahren schon vorgeführt, dass man dort Unterluft bekommen kann.
  • Was ist bei den Touristenfahrten? Auch Tempolimit? Wer kontrolliert das? Was passiert, wenn man zu schnell fährt - auf einer Privatstraße?
  • Wenn die GT3 wegen der fehlenden Döttinger Höhe die Flügel nicht mehr flach zu stellen brauchen, sind die dann in den Kurven nicht viel schneller als jetzt? Und ist das dann nicht sogar gefährlicher?
  • Wieso gibt es zusätzlich ein Zuschauerverbot, wenn die Autos sowieso nur Halbgas fahren? Damit sich das Elend keiner angucken muss?
  • Mit was für Umbaumaßnahmen wird denn da gedroht - sollen etwa Schikanen eingebaut werden auf dem Kulturgut Nordschleife?
  • Was machen die jetzt mit der WTCC?
  • Wie will man bei einem GT3 5% weniger Motorleistung einbauen? Sollen jetzt neue - homologierte? - Kennfelder rausgefahren werden? Und wie will man das dann nachprüfen?

Die haben sich verzockt mit Ansage - 2009 ging das los, als der GT3 Tür und Tor geöffnet wurde. Eine Klasse, die nicht kontrollierbar von einer anderen Organisation homologiert wird, um dann auf der Nordschleife Rennen zu fahren: Rezept für Desaster und jetzt - wie gesagt - ist die Can of Worms sperrangelweit offen und statt eine Lösung zu finden, die echten SPORT ermöglicht, werden Fahrer, Strecke und Zuschauer vergewaltigt, damit die Hersteller ihren Präsentierteller nicht verlieren.

Ganz ehrlich: ich bin raus.

Ich verkrafte nicht Rennfahrern zuzuschauen, die Runde für Runde kastriert werden und den rechten Fuss nicht auf das Bodenblech pressen dürfen.

Der Reiz der Nordschleife liegt darin mit ihr zu kämpfen - ob mit dem Fahrrad oder einem 600 PS Auto. Runde für Runde und im Langstreckensport einen möglichst langen Stint - echter Sport. Schlimm genug, dass es kaum eine freie Runde ohne Unfall (= Gelbphase) gibt - jetzt werden die Gelbphasen schon fest eingebaut. Das ist doch eine Zumutung für jeden Vollblutracer.

Richtig wäre gewesen die Leistung der Fahrzeuge so zu balancieren, dass sie nicht unendlich weiterentwickelt und schneller werden, aber gleichzeitig eine Herausforderung für Fahrer und Strecke bleiben.

Man hatte diese Möglichkeit eines Nordschleife-spezifischen Reglements mit den SP-Klassen - eine über Jahrzehnte gewachsene Szene, denen man mit der priviligierten GT3 die Pistole an den Kopf gesetzt hat.

Jetzt sind den Machern die GT3 fatal über den Kopf gewachsen und statt die falsche Entwicklung zu korrigieren und gegenzusteuern wird im Schnellschuss eine Hindernisbahn aufgebaut, die einfach nur ätzend ist und die einzige Herausforderung, die übrig bleibt, ist es bei dieser Gängelei nicht die Nerven zu verlieren. Da ist ja jeder Stau im Kreuz Köln West besser zu ertragen.

Man soll aufhören, wenn es am Schönsten ist und die schönste Zeit haben wir schon eine Weile hinter uns gelassen. Artur mit der Diva und Drosselklappe auf Vollanschlag über Flugplatz und Schwedenkreuz - das möchte ich im Gedächtnis behalten. Und keine bunten €400k Kaufautos, die im 200 km/h Limiter Angst haben müssen kalt zu werden.

Wer lupft verliert und hier wird eine ganze Szene zum lupfen verdonnert. Und verliert gewaltig.

Dieser Kommentar trifft es:

Vom Mythos zur Lachnummer in … 3 … 2 … 1 ….

Ich komme gerne wieder zurück, wenn sich die Fahrer ihre geliebte Herausforderung zurückerkämpft haben.

Save The Ring.

Tags: DMSB | Tempolimit | VLNLangstrecke | N24h |




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