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Sonntag, 18. August 2019

Alleinrennen.

Diesen Begriff gibt es wirklich, obwohl man ja normalerweise für ein Rennen Gegner braucht.

Bin ich hierüber gestolpert, wo ein Raser jemanden überfahren hat.

Die Formulierung wurde im Zusammenhang mit dem relativ neuen §315d des StGB als neues Wort geschöpft - das ist der Raserparagraph.

Betonung liegt auf StGB - für Strafgesetzbuch. Denn da droht statt Punkten oder Geldstrafe direkt Gefängnis.

Nicht nur für den der fährt, sondern auch für den der ausrichtet oder durchführt.

Da können wir ja echt froh sein, dass bei den Touristenfahrten keiner dabei ist, der

"(..) sich als Kraftfahrzeugführer mit nicht angepasster Geschwindigkeit und grob verkehrswidrig und rücksichtslos fortbewegt, um eine höchstmögliche Geschwindigkeit zu erreichen."

Denn wer möchte schon gerne ins Gefängnis?

Auch gut, dass BMW keinen 315d im Programm hat, weil da wären die Kalauer vorprogrammiert!

Fehlt jetzt nur noch, dass in der Öffentlichkeit ein allgemeines Tempolimit diskutiert wird, weil das kann die freie Kraftfahrstraße Nordschleife überhaupt nicht gebrauchen.

Oh ... warte ...

StGB | Alleinrennen | 315d | Gefängnis | Touristenfahrten |


Mittwoch, 12. Juni 2019

Der zukünftige Tesla Roadster ist schon ein ziemlich scharfes Gerät.

Damit könnte man ja theoretisch auch nachts Touristenfahrten machen, weil leise. Wieso wird das eigentlich nicht von der geldgeilen engagierten Nürburgringbetriebsfirma getestet: nach 19h noch 2h (oder mehr) offen nur für Elektroautos? Bzw. Elektro-Motorräder? Tut keinem weh und die Strecke wäre schön leer - würde in der Eifel die E-Mobilität bestimmt ordentlich ankurbeln.


Mittwoch, 05. Juni 2019

Rundenrekord: 6:05 (!) im VW Elektro-Rennwagen mit Romain Dumas.

Vor ziemlich genau einem Jahr hat VW bei dem Pikes Peak Rennen für heftige Schlagzeilen und eine schnelle Rundenzeit gesorgt: der hektisch zusammengedengelte und “ID-R” getaufte Rennwagen, der auf dem Norma basierte, den Romain Dumas schon selber in Pikes Peak privat eingesetzt hatte (mit Gesamtsieg!), hatte den Fabelrekord von Sébastien Loeb gebrochen.

Wir erinnern uns: damals hatte Peugeot den Le Mans Stecker ziehen müssen und so standen sie ohne Motorsportprogramm, aber mit ganz vielen LMP1 Ersatzteilen arbeitslos in der Werkstatt rum. Was lag näher, als einen 208 T16 Pikes Peak zu bauen.

Ob das schon der Zenit des Verbrennermotors war?

Jedenfalls meinte ich letztes Jahr im Juni, dass die 19,99 km von Pikes Peak ziemlich genau den 20,832 km der Nordschleife entsprechen - und VW sieht das wohl ähnlich. Denn gestern - nach akribischer Vorbereitung - haben sie mit 6:05 die Eifel elektrisiert. 6:05! Gäbe es nicht die 5:19 vom Porsche LMP1 und Timo Bernhard vom letzten Jahr - man würde vor dem Elektroauto auf den Knien rutschen. Denn bisher war Stefan Bellofs 6:11 das Maß der Dinge - und diese Zeit ist von 1983. Unvorstellbar!

Die Stefan Bellof Runde bleibt für mich persönlich das Größte - egal was passiert - aber der Respekt vor den VW-Konzern-Runden wird dadurch nicht geschmälert. Ob die 5:19 jemals unterboten werden wird? Ich glaube nicht.

Dass es jedoch noch einmal gelingt, die 6:11 zu schlagen, das hat schon Klasse. Und ist eigentlich nur mit Konzern-Power möglich - echtem Werkssport also. VW hatte für den Rekord 2 (!) identische Autos vor Ort, da wurde nichts dem Zufall überlassen.

In den Diskussionen, die natürlich jetzt emotional entbrannt sind, sollte man nicht vergessen, dass die 20,832 km Streckenlänge tatsächlich 1983 zum letzten Mal vom Top-Motorsport benutzt wurde (Langstrecken WM / Gruppe C). Weil nebenan die Grand Prix Strecke gebaut wurde - dank Otto Flimm! - die dann 1984 eingeweiht wurde. Da kamen also einige Zufälle zusammen - später wurde diese Streckenvariante von der sport auto für ihren Supertest entdeckt. Und hat bis heute einen hohen Stellenwert - die Grenzen zum Touristenverkehr sind fließend und in so manchem Ringtool wird leider auch die Stoppuhr aktiviert.

Brendan Keirle - leider nicht mehr unter uns - hat es mit BTG noch einmal vereinfacht - Dale Lomas führt die Tradition fort.

Und wo wir schon bei dem Thema Rundenzeiten sind: der Nürburgring - oder wie auch immer sie sich heute offiziell nennen - will es jetzt sogar als Geschäftsmodell ausschlachten. Wer mich länger kennt, weiß dass ich seit den Anfängen hier (2000) gegen Rundenzeiten argumentiere. Aus einfachem Grund: den Touristenfahrten den Renncharakter und damit die Schärfe zu nehmen, ist nicht einfach - man fährt auf einer RENNstrecke, mit Zuschauern, Curbs, Start + Ziel - inzwischen sogar Streckenposten. Jede Maßnahme, die den Charakter entschärft, ist sinnvoll. Wenn jetzt der Veranstalter und Organisator der Touristenfahrten ebenfalls Rekordfahrten durchführt, dann schneidet er sich in´s eigene Fleisch - langfristig gedacht ist das jedenfalls nicht. Sind wir wieder auf Richter-Lindner-Niveau? Mitnehmen was geht?

In zwei Wochen wissen wir mehr, dann wird in Luxemburg beim EuG das Ja zum Nürburgring Urteil erwartet.

Jetzt bin ich ordentlich abgedriftet, aber allgemein werden die Zusammenhänge leider auch zu oberflächlich betrachtet. Etwas Einordnung kann ja nie schaden - und 6:05 sind ein gigantischer Erfolg. Es wird auch der Elektromobilität helfen, denn die volle Leistung für diese Distanz abzurufen, erfordert einige technische Klimmzüge. Wir stehen erst am Anfang der Entwicklung, aber eine elektrische Rennserie würde dem Ring gut zu Gesicht stehen. Die bräsige VLN wird das nicht gebacken bekommen - modern kommt in deren Wortschatz nicht vor.

Vielleicht erkennen Andere die Zeichen der Zeit besser - wie wäre es mit einem 4 Runden Rennen? WTCC oder die alte DTM fahren auch kurze Distanzen - Spannung pur. Energiemanagement wäre die große Herausforderung, nachtanken kommt ja eher nicht in Frage aufgrund der Zeitdauer. Und einen zakspeedmäßigen Tankwechsel würde ich vom Reglement her auch ausschließen - zu einfach.

Die Formel E fährt inzwischen ihre Rennen durch - immerhin schnell genug für Stadtkurse. Da müsste es doch auch für den Tourenwagensport Varianten geben. Ich fände es jedenfalls sehr spannend und technisch reizvoll: dicke Batterien und schweres Auto - oder lieber Leichtbau?

Viele elektrische Rundenrekorde werden wir jedenfalls erstmal nicht mehr sehen, dafür hat VW die Latte zu hoch gelegt. Also niedrig - bezogen auf die Rundenzeit. Ihr wisst was ich meine. Oder verschiebt die elektrische Ära die Dimensionen? Müssen wir uns an solche Zeiten gewöhnen? Die 6 Minutengrenze, die geknackt werden will? Ich kann es mir nicht vorstellen.

VW hat auch eine Onboard veröffentlich - jedenfalls nennen sie es so:

youtu.be/9iZY5IMn0wg

Bei Pikes Peak hatten sie ja ordentlich verwachst - Ton und Bild asynchron. Da kennt sich der renn.tv Mike aus! Aber warum müssen die das mit Hubschrauberaufnahmen mixen? Gerade dann umblenden, wenn man anfängt sich einzugrooven? Warum fragen die nicht jemand, der Ahnung hat? Besser als nichts - aber das kann ja wohl nicht der Maßstab sein. Bitte VW: pure ungeschnittene Onboard ohne alles, ok?

Volkswagen | Rundenrekord | Elektro | Dumas |


Freitag, 18. Januar 2019

Tempolimit auf Autobahnen? Würde auch die Nordschleife Touristenfahrten betreffen.

Geistert gerade durch die Nachrichten:

Eine hochrangige Regierungskommission hat einen Katalog mit spürbaren Eingriffen für Autofahrer erstellt. Die Experten der "Nationalen Plattform Zukunft der Mobilität" sehen unter anderem ein generelles Tempolimit von 130 Kilometer pro Stunde auf Autobahnen vor.

Hier mal ein historisches Bild von der Einfahrt Nordschleife (2001):

Mike Frison / renn.tv

Seht Ihr das Kraftfahrtstrassen-Schild? Zwei baulich voneinander getrennte Fahrbahnen, mehrspurig - das ist zwar keine Autobahn, aber auch vom Tempolimit befreit. Und der einzige Grund auch heute noch, warum auf der Nordschleife bei den Touristenfahrten freies Fahren gilt und trotzdem die Polizei bei Unfällen anrückt.

Ich brauche ja wohl nicht weiter ausführen was das bedeutet, wenn eine generelles Tempolimit in Deutschland eingeführt wird.

Nordschleife | Tempolimit | Kraftfahrstrasse |


Mittwoch, 04. April 2018

Karfreitag und Nordschleife.

Der Karfreitag ist ein großer Feiertag für die christliche Gemeinde - oder sollte man besser sagen: ein großer Trauertag. Es ist die Erinnerung an den Tag, an dem Jesus an das Kreuz genagelt gestorben ist und zwei Tage später, wenn an Ostern die Fastenzeit beendet wird, feiern die Christen seine Auferstehung.

Die Eifel ist generell eher konservativ geprägt, der Glaube an Gott fest verankert und hat mit Barweiler direkt am Nürburgring sogar einen Wallfahrtsort.

Daran musste ich denken, als viele Autoverrückte wieder am Carfreitag am Ring die Sau rausgelassen haben. Was mögen die Gläubigen denken, die die Traditionen pflegen und die am Ende der Fastenzeit und kurz vor Ostern ein tiefes Gefühl der Trauer überkommt? Und sind sich die Tuningfreaks darüber bewusst, dass sie mit ihrer ungezügelten Feier die Gefühle anderer Menschen durchkreuzen?

Erinnert ein bisschen an den Tanz um das goldene Kalb - oder um im Motorsport Jargon zu bleiben: an das Rennen um die goldene Ananas.

Die Bilder sind jedes Jahr gleich: Show & Shine soweit das Auge reicht, die Herausforderung des Tages ist der Brünnchen Parkplatz, der für Viele sowohl aufgrund des Verkehrsaufkommens als auch der Tiefe der Fahrwerke unerreichbar bleibt.

Auf die Strecke trauen sich die Wenigsten und wenn, dann kommen sie nicht mal bis zum Adenauer Forst. Ich hoffe den Beteiligten ist nichts passiert und wenn man nur den Ausgang der einschlägigen Videos sieht - pun intended - dann kann man nicht unbedingt auf den Unfallhergang schließen. Aber wer Ausgang Fuchsröhre stumpf in die Leitplanke einschlägt - oder sogar vorher mit einem Überschlag abrundet - noch ein pun intended - der braucht eigentlich nicht mit dem Finger auf andere zeigen.

Neben den Einzelschicksalen gibt es aber noch andere - viel gravierendere - Auswirkungen, die die traditionelle Touristenfahrt insgesamt gefährden. Und damit das Wohl einer ganzen Region, denn ohne den Touristenverkehr zwischen den großen Veranstaltungen sind die vielen Betten und Bewirtungen nicht aufrecht zu erhalten.

Ich weiß ja nicht, in welchem Paralleluniversum die Nürburgring Betreiber - Besitzer - oder wie sie sich heutzutage nennen wollen - unterwegs sind, aber die Gier siegt nach wie vor über die Vernunft. Ich will nicht wieder mit dem Arbeitskreis anfangen, den ich zwar mitbegründet habe, in dem man mich aber nach 2004 lieber nicht mehr sehen wollte. Die Argumentation ist aber gleich geblieben: der Veranstaltung Touristenfahrt muss der Renncharakter genommen werden, um sie in Zukunft ohne Ärger weiter fortführen zu können.

Das ist eine große Herausforderung, denn immerhin fährt man auf einer Rennstrecke, mit rennähnlichen Fahrzeugen, oft mit Helm und vor Publikum. Links und rechts die Curbs, auf der Suche nach der Ideallinie - und dann bitteschön kein Renncharakter.

Doch was machen die Verantwortlichen? Stellen Streckenposten mit gelben Flaggen auf! Fehlt tatsächlich nur noch die Klasseneinteilung und die Zeitnahme.

Ich kann über so viel Leichtsinn nur den Kopf schütteln und eigentlich wäre es mir ja egal, wenn mir die Tradition der Touristenfahrten nicht so am Herzen liegen würde. Das können wahrscheinlich nur Leute nachvollziehen, die noch den Geruch von verrauchten Kupplungen in der alten Auffahrt in der Nase haben und das lässige Winken des grimmigen Personals an Start und Ziel, wenn man an der T13 noch eine Runde gefahren ist und den Jahreskartenaufkleber auf der Verkleidung hatte.

Vielleicht hat es sich auch noch nicht herumgesprochen, dass es seit September 2017 eine neue Gesetzgebung gibt, die drakonische Strafen für Rennen im öffentlichen Verkehrsraum vorgibt. Ich bin zwar kein Rechtsexperte, aber wenn ich mir den Text durchlese, dann wird sowohl für Veranstalter als auch für Fahrer die Luft ziemlich dünn. Selbst die Polizei geht hohes Risiko, wenn sie den öffentlichen Raum Nordschleife anders bewertet als den öffentlichen Raum Autobahn. Und wenn es die Amtsträger nicht durchsetzen, dann die Versicherer. Die immer bemüht sind Zahlungen zu vermeiden und dafür selbst die kleinsten Unregelmäßigkeiten bemühen.

Die Nürburgring Verantwortlichen mit höchster Priorität Lösungen erarbeiten. Sonst heißt es bald, dass die Touristenfahrten an einem Carfreitag an’s Kreuz genagelt wurden.

Touristenfahrten | Nordschleife | Karfreitag | Carfreitag |


Mittwoch, 21. März 2018

Sich Nachts mit dem Elektroauto auf die Rennstrecke schleichen.

Ich hoffe ja sowieso auf nächtliche Nordschleifen-Touristenfahrten für elektrische Ringtools.


Mittwoch, 01. November 2017

Kurze Durchsage der Touristenfahrten Rennleitung: auch auf der Nordschleife muss auf Sicht gefahren werden.

Grund ist die gestrige Gruppenkaltverformung Anfahrt Hatzenbach (PM der Polizei, Videoszenen nach dem Unfall).

Touristenfahrten | Nordschleife |


Dienstag, 24. Oktober 2017

BridgeToGantry.com: Zeitnahme bei Touristenfahrten stoppen.

Was klingt wie frisch aus dem Postillon ist real: Dale Lomas bekommt den Geist nicht mehr in die Flasche und ruft seine Community dazu auf, keine Rundenzeiten mehr zu nehmen.

Nicht dass er geläutert wäre - nein, die Russen machen Stress. Weil natürlich auch sie den Geist nicht mehr in die Flasche bekommen, aber jetzt trotzdem verzweifelt versuchen die Zeitennahme einzudämmen. Was natürlich hoffnungslos ist.

Hätte doch bloß jemand vorher gewarnt! (Ich sehe gerade, dass ich diesen Beitrag, den ich als Beispiel rausgekramt habe, an meinem 37. Geburtstag geschrieben habe. Also vor 15 Jahren. Das Netz vergisst nichts. Ich weiss bis heute nicht, wie schnell langsam ich meine Runden gedreht habe. Ist mir immer noch egal.)

Den Ursprung der BTG Zeitnahme (Bridge to Gantry, die 2 Brücken auf der Döttinger Höhe) hatte ich zu dem sehr traurigen Anlass im Mai hier aufgeschrieben - Dave hatte die URL von Brendan vor einiger Zeit übernommen.

Es gab mal früher vernünftige Ansätze, die Touristenfahrten nicht zu motorsportlich werden zu lassen. Welche nach der feindlichen Übernahme durch Richter/Lindner sofort der Gier zum Opfer fielen. Nicht zufällig hat man mich damals aus dem - von mir initiierten - Arbeitskreis Sicherheit entsorgt. Kritische Stimmen unerwünscht, auch schon wieder über 10 Jahre her.

Die Gier ist geblieben - nur kommen die Besitzer inzwischen nicht mehr aus Düsseldorf, sondern aus Russland. Aber auch die haben kein Problem damit, wenn Touristenfahrer ihre Sportgeräte vom Anhänger laden, Geschwindigkeit und Ausstattung locker mit der VLN mithalten können, und die Verkehrsdichte gefühlt locker doppelt so hoch wie die der VLN ist.

Den Touristenfahrern kann man nur empfehlen die Zeiten ad acta zu legen - zu viele Risse im dünnen Eis.

Denn was ist besser: Touristenfahrten ohne Zeitnahme, oder gar keine Touristenfahrten?

Touristenfahrten | Rundenzeiten | Zeitnahme | BridgeToGantry |


Dienstag, 15. August 2017

Wenn auf der Nordschleife bei Touristenfahrten ein Unfall passiert und zeitgleich auf der GP-Strecke der OGP stattfindet, dann lautet die Überschrift natürlich: Schwerer Unfall beim Oldtimer Grand Prix auf dem Nürburgring.


Montag, 14. August 2017

Troll des Tages geht an den SWR mit seinem Vorschlag die Touristenfahrten zu verbieten.


Dienstag, 30. Mai 2017

Urteil bei Ausschluss von Touristenfahrten in den Versicherungsklauseln.

Hier hat ein Versicherer Recht bekommen, der Touristenfahrten in seinen Vertragsklauseln ausgeschlossen hatte:

Denn der für den durchschnittlichen Versicherungsnehmer ohne Weiteres erkennbare Sinn und Zweck der Klausel ist es, das erhöhte Risiko von Unfällen im Rahmen auch „freier Fahrten“ auf Rennstrecken außerhalb von offiziellen Rennveranstaltungen vom Versicherungsschutz auszuschließen.

Touristenfahrten | Versicherung |


Samstag, 20. Mai 2017

Wieder ein schwerer Unfall bei den Touristenfahrten, diesmal PKW mit Beifahrer am Schwedenkreuz.


Sonntag, 14. Mai 2017

Mikebericht vom 1. neuen IDM Motorrad-Rennwochenende.

Gut, dass ich heute meine NRW-Stimme schon per Briefwahl abgegeben hatte, denn so konnte ich mit gutem Gewissen und einem Tankstellenkaffee im Führerhaus das Bloggermobil Richtung Eifel zünden: IDM steht auf dem Programm!

Und was wurde im Vorfeld darüber hergezogen. Kein Wunder, denn vor 2 Monaten stand über der Fortführung der Deutschen Meisterschaft noch ein riesengroßes Fragezeichen. Die Veranstalter-Vorgänger reden nur noch über die Anwälte mit dem DMSB - in der Speedweek unter Günther Wiesinger vergeht gefühlt kein Tag an dem nicht irgendeine IDM bzw. DMSB bzw. ADAC Leiche aus dem Sumpf gezogen wird.

Da gibt’s für mich natürlich nur eins: hinfahren und sich selber ein Bild machen - zumal ausgerechnet der 1.Lauf dieser neuen IDM am Ring stattfindet.

IDM Motorrad 2017, Nürburgring

Um es kurz zu machen: ich find’s mega! Meine Wurzeln als Aktiver liegen ja im Motorradsport und mit dem aufgesetzten VIP-Gedöhne, das inzwischen auch VLN und N24h voll erfasst hat, kann ich überhaupt nichts anfangen. Oder anders ausgedrückt: genau das Gegenteil von Hans Joachim Stuck & Co.

IDM Motorrad 2017, Nürburgring

Jetzt kommt der Veranstaltung natürlich zugute, dass das Zuschauerinteresse zurückhaltend ist - Motorsport - und speziell die Motorradfraktion - haben es ja schon immer schwer in D. Aber aus Teilnehmer und Fahrersicht ist es ein perfektes langes Wochenende. Soviel Fahrzeit für’s Startgeld gibt es wohl nirgendwo - an allen 3 Tagen kommt die übersichtliche Anzahl von Klassen voll auf ihre Kosten mit Training, Qualifying und 2 Rennläufen. Mehr geht nicht.

Der MSC Freier Grund hatte nicht viel Zeit, um seine 150 Helfer zu mobilisieren: 5 Wochen. Auch die vollen Fahrerfelder sind beeindruckend für die kurze Vorbereitungszeit.

Als Klassen stehen auf dem Programm:

  • 300er, 600er und 1000er
  • Seitenwagen
  • 700er Twin
  • Suzuki Cup (1000er GSX-R)

Der 700er Twin Cup war für mich ganz neu - tolle Serie für den nicht ganz so prall gefüllten Geldbeutel. Und die mit dem besten Sound vom ganzen Wochenende.

Die Hersteller, die sich in ihrer Not zusammengeschlossen haben um die IDM in letzter Sekunde zu retten, werden froh sein, dass alles so glatt und super routiniert über die Bühne geht. Das Motorrad Action Team ist verantwortlich und man merkt überhaupt nicht, dass sie sowas zum ersten Mal machen. Obwohl: zum ersten Mal stimmt nicht ganz, die Erfahrung stammt aus der Durchführung des Triumph Cup z.B. oder die Motorrad Action Trackdays.

IDM Motorrad 2017, Nürburgring

Das erste 1000er Rennen am Sonntag war ziemlich unterhaltsam, weil das Eifelwetter die Hauptrolle spielen wollte und pünktlich nach der ersten Rennrunde kam ein kurzer, heftiger Schauer - mehr Drama geht natürlich nicht.

IDM Motorrad 2017, Nürburgring

So wie wir DMSB und ADAC kennen, werden sie jetzt alles dransetzen, den Erfolg zu torpedieren. Ich drücke die Daumen, dass das am geerdeten Organisationsteam abperlt. Auch der Speedweek würde kein Zacken aus der Krone brechen, wenn man das positive Fazit groß herausarbeitet - also auf Augenhöhe der Schlammschlacht der letzten Wochen und Monate. Oder hat Günther Wiesinger noch eine Rechnung mit seinem Ex-Arbeitgeber offen? Ich bin ja gerne jemand, der einen kritischen Blick hinter die Kulissen wirft, aber ganz ehrlich: ich habe nichts Negatives finden können. Also nichts im Sinne von gar nichts.

IDM Motorrad 2017, Nürburgring

Was mir auch gut gefallen hat: das überzogenen Nürburgring-Marketing inklusive Ringcard-Gängelei scheint komplett Schnee von gestern zu sein. Ich würde auch das sehr begrüßen - es würde den Sport wieder mehr in den Vordergrund rücken. Dabei war neben IDM noch Driftcup (Müllenbachschleife), eine Classic Veranstaltung und die Touristenfahrten am Ring - also ziemlich was los.

Einen Schwung passender Fotos zum Bericht gibt es hier.

IDM1000 | Superbike | Mikebericht | Motorradrennen |


Mittwoch, 04. Januar 2017

Tony Seba: ab 2025 werden nur noch elektrische Autos gebaut.

Tony Seba - den hatte ich hier schon öfter - prognostiziert, dass ab 2025 nur noch EVs gebaut werden und ab 2030 die gesamte Flotte aller Fahrzeuge weltweit elektrisch unterwegs ist:

youtu.be/Kxryv2XrnqM

Das Video ist zwar von März 2016, aber aktueller denn je. Zusätzlich können einige seiner Annahmen dadurch bereits heute auf Gültigkeit abgeklopft werden. Dauert knapp eine Stunde, aber ich verspreche es wird nicht langweilig, denn er kann sehr schlüssig argumentieren, um seine steile These zu untermauern.

Es lässt sich absehen, dass in der Zukunft der eigene Fahrzeugbesitz ein Luxusgut wird, denn die gewünschte Mobilität an sich lässt sich bereits für ein Zehntel der Kosten realisieren, wenn man stattdessen Dienstleister nutzt. Also durchaus vergleichbar mit der Situation der heutigen Pferdebesitzer.

Welche Auswirkungen hat das eigentlich auf die Nordschleife? Ob es dann noch Touristenfahrten geben wird? Berechtigte Frage. Dieses Hobby ist ja heute bereits ein Luxusgut, von daher wird sich die Veränderung in Grenzen halten. Aber das Interesse der OEMs wird massiv zurückgehen, weil der Markt für selbstgefahrene Autos zusammenschrumpft und sich nur noch auf die übriggebliebenen Enthusiasten beschränken wird, die das Autofahren als Vergnügen aufrechterhalten.

Ein weiterer Gedanke beschäftigt mich: wann werden wir das erste elektrische Fahrzeug bei der VLN sehen? Meiner Meinung nach ist es überfällig. Ebenso wie die dafür notwendige Infrastruktur mit Ladestationen, die längst vorhanden sein könnte. Aber wenn man sich mal den Zustand der Zapfsäulen in der Boxengasse anschaut, dann bekommt man eine Idee davon, mit welchem Tempo am Ring modernisiert wird.

Für den Betrieb am Ring ist diese Bedrohung natürlich durchaus real und die Weichen für die Zukunft müssen früh gestellt werden. Es gibt großes Potential die Nordschleife trotz zunehmendem autonomen Verkehr als letzte große Selbstfahr-Bastion zu etablieren. Zumindest für die Generationen, die aufgrund der Mobilität den Führerschein machen musste. Denn das wird in Zukunft nicht mehr nötig sein und dann wird es nochmal teurer mit dem Hobby Selberfahren.

Seba | Elektro | autonom |


Samstag, 23. Juli 2016

Schlechte Nachrichten.

Der Jahreshöhepunkt der CNG ist das WEC 6h-Rennen, das morgen um 13h startet. Dort tritt sie als Veranstalter auf. Ebenso wie bei den gleichzeitig stattfindenden Touristenfahrten auf der Nordschleife und da gab es heute einen schrecklichen Unfall.


Montag, 28. Dezember 2015

Für Genießer: Mit dem Motorrad beim Nordschleifetraining.

Es gibt nicht mehr viele dieser Trainings, aber wenn man einen Termin mitmacht und dann auch noch hinter Helmut Dähne herfahren kann, dann steht dem Norschleifen-Himmel nichts mehr im Wege.

Hecke auf, Hecke zu, in ganz alten Zeiten. Lagerfeuer im Wald beim 1000 km-Rennen. Elefantentreffen nicht zu vergessen. Die alte Betonschleife bei Start und Ziel. Verrückte Autofahrer. Touristenfahrten mit Bussen auf der Ideallinie. Sonne hier, ein paar Kilometer weiter Regen. Streiks von GP-Fahrern weil es schneite. Sheene gegen Roberts, Mang gegen Ekerold, Wimmer auf der Cup-XS 360. Etliche Crashs auf zwei und vier Rädern, vor allem am Adenauer Forst. Der Lauda-Unfall, der Winkelhock-Überschlag. Die Zeit der 8-Stunden-Rennen, als Helmut Dähne und die Eckert-Truppe sich gegen die Werke stemmten. Mike Baldwins Schlüsselbein im Hatzenbach auf der Endurance-Werks-Honda mit angeklebtem Nummernschild beim privaten Training in der ersten Runde. Senna im 16-V-Baby Benz nach dem Umbau. Die Rallye-Wettbewerbe für Motorradfahrer, Dähnes ewiger Rundenrekord mit der RC30, die Faszination der 24 H-Rennen mit Zuschauern, die überall die Strecke vollpinseln, die extreme Steilstrecke vor dem Karussel.

Schöner Lesestoff mal wieder beim Gasgriff Salat!

Dähne | Motorrad |


Mittwoch, 07. Oktober 2015

Nordschleifen-Rundenzeit etabliert sich als 3.Messgröße neben 0-100 und Top Speed.

Zumindest für Autos, die sportlich was auf sich halten.

In diesem Video bewirbt BMW den neuen M4 GTS. Noch ist die Nordschleifenzeit nur im Video, bald haben wir sie im Prospekt:

Man bekommt den Eindruck: je mehr die Nordschleife Hilfe in der Not benötigt, umso mehr wird sie für kommerzielle Zwecke ausgeschlachtet.

Auf den OEM, der sich mit vergleichbarem Engagement schützend vor die Nordschleife stellt, warten wir bisher vergeblich. Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf.

Save The Ring.

Unabhängig davon halte ich die Rundenzeiten-Poserei für verantwortungslos. Denn was macht wohl der stolze GTS Besitzer mit seinem neuen Auto? Auf zur Nordschleife und mal ein paar Rundenzeiten nehmen. Die wenigsten buchen sich in einen Trackday ein dafür - die Touristenfahrten sind doch viel zugänglicher. Und billiger.

Die Zeitenmessung im Touriverkehr (= Straßenverkehr) überfordert die Veranstaltung und setzt Handelnde - aber auch Unbeteiligte - unnötigem Risiko aus.

Aber was kümmert das schon BMW?

M4GTS | Rundenzeit | Werbung |


Freitag, 17. Juli 2015

1955 Onboard Video Nordschleife.

Herrliche Einblicke in die Nordschleife vor 60 Jahren. Man stellt fest, dass sich eigentlich nichts verändert hat:

youtu.be/91Yx3b_Eets

Anfahrt Flugplatz:

Anfahrt Wehrseifen:

Ausfahrt Wehrseifen:

Wippermann:

Außer Brünnchen - da fällt man fast vom Glauben ab - ist kaum wiederzuerkennen. Hier die Anfahrt von Eschbach:

Und hier das Brünnchen selber - alles voller Bäume und ein mächtiger Sprunghügel:

Am besten gefällt mir der überholende Motorradfahrer Richtung Galgenkopf - ob das auch Touristenfahrten waren?

Und der kurze Einblick in’s Fahrerlager ist natürlich auch ein Traum:

Am Steuer der Onboardrunde sitzt kein Geringerer als Geoff Duke - 5facher TT Sieger und 6facher Motorradweltmeister:

Er ist leider verstorben im Mai diesen Jahres - immerhin 92jährig. Hier gibt es ein eindrucksvolles Video der Ehrenrunde des aufgebahrten Sarges auf der Isle of Man kürzlich:

youtu.be/b86YJ3fLYpE

Das Duke in Duke Video hat übrigens auch seinen Ursprung hier, denn es ist die Firma von Geoff’s Sohn Peter.

Und da schließt sich der Kreis, denn ich bin nicht unstolz, dass meine Onboard(!)-Filme (z.B. der hier) auch über Duke vertrieben werden. Bzw. vertrieben wurden, denn stückzahlmäßig ist das vernachlässigbar - trotzdem schön dort aufgeführt zu sein.

Peter Duke ist übrigens schon persönlich beim 24h-Rennen mitgefahren, hier habe ich ihn 2006 abgelichtet:

Was für eine tolle Story rund um diese wunderschönenen historischen Aufnahmen. Danke an Jan-Christoph für den Tipp!

1955 | Onboard | Duke |


Dienstag, 07. April 2015

Rennsport und Tempolimit? Ich bin dann mal weg.

Der DMSB hat es tatsächlich geschafft den Nordschleifensport ad absurdum zu führen, nur um die GT3 nicht nach Hause schicken zu müssen.

Statt das Problem zu lösen wird eine komplette Meisterschaft in Schutzhaft genommen. Der Cunning Plan vom DMSB ist nämlich - Festhalten! - Tempolimit. Kein Witz.

Für die Rennfahrer empfinde ich das schon als Demütigung, wenn das wirklich so kommt. Ausgerechnet die fahrerischen Schlüsselstellen wie Schwedenkreuz oder Metzgesfeld - oder eine der wenigen Stellen zum Überholen (Döttinger Höhe) werden quasi vom Renngeschehen ausgeklammert - Runde für Runde.

Da verliert man doch als Fahrer den Fluss und selbst die Nordschleife - die größte und schönste Rennstrecke auf der ganzen Welt - kann dann auf einmal nur noch nervig werden.

Der DMSB hat zwar Motorsport im Namen, aber er sollte sich lieber umbennen in DHVB - Deutscher Herstellervertreter Bund oder so. Die Interessen des Sport werden mit den Füssen getreten zugunsten Marketing & Co - mir tun die Leute leid, die dieses Trauerspiel auch noch gut finden.

Ich habe den Nordschleifensport noch erlebt, als er richtig geil war, das was wir jetzt vorgesetzt bekommen sollen ist nur noch das kastrierte Überbleibsel. Mag sein, dass es Leuten gefällt, die es nicht anders kennen, aber ich leide zu sehr.

Auch wenn ich mich innerlich sträube mich mit dem Tempolimitthema überhaupt auseinanderzusetzen, so wirft es doch mehr Fragen auf, als es beantwortet:

  • Was ist mit dem Pflanzgarten? Bellof hat vor über 30 Jahren schon vorgeführt, dass man dort Unterluft bekommen kann.
  • Was ist bei den Touristenfahrten? Auch Tempolimit? Wer kontrolliert das? Was passiert, wenn man zu schnell fährt - auf einer Privatstraße?
  • Wenn die GT3 wegen der fehlenden Döttinger Höhe die Flügel nicht mehr flach zu stellen brauchen, sind die dann in den Kurven nicht viel schneller als jetzt? Und ist das dann nicht sogar gefährlicher?
  • Wieso gibt es zusätzlich ein Zuschauerverbot, wenn die Autos sowieso nur Halbgas fahren? Damit sich das Elend keiner angucken muss?
  • Mit was für Umbaumaßnahmen wird denn da gedroht - sollen etwa Schikanen eingebaut werden auf dem Kulturgut Nordschleife?
  • Was machen die jetzt mit der WTCC?
  • Wie will man bei einem GT3 5% weniger Motorleistung einbauen? Sollen jetzt neue - homologierte? - Kennfelder rausgefahren werden? Und wie will man das dann nachprüfen?

Die haben sich verzockt mit Ansage - 2009 ging das los, als der GT3 Tür und Tor geöffnet wurde. Eine Klasse, die nicht kontrollierbar von einer anderen Organisation homologiert wird, um dann auf der Nordschleife Rennen zu fahren: Rezept für Desaster und jetzt - wie gesagt - ist die Can of Worms sperrangelweit offen und statt eine Lösung zu finden, die echten SPORT ermöglicht, werden Fahrer, Strecke und Zuschauer vergewaltigt, damit die Hersteller ihren Präsentierteller nicht verlieren.

Ganz ehrlich: ich bin raus.

Ich verkrafte nicht Rennfahrern zuzuschauen, die Runde für Runde kastriert werden und den rechten Fuss nicht auf das Bodenblech pressen dürfen.

Der Reiz der Nordschleife liegt darin mit ihr zu kämpfen - ob mit dem Fahrrad oder einem 600 PS Auto. Runde für Runde und im Langstreckensport einen möglichst langen Stint - echter Sport. Schlimm genug, dass es kaum eine freie Runde ohne Unfall (= Gelbphase) gibt - jetzt werden die Gelbphasen schon fest eingebaut. Das ist doch eine Zumutung für jeden Vollblutracer.

Richtig wäre gewesen die Leistung der Fahrzeuge so zu balancieren, dass sie nicht unendlich weiterentwickelt und schneller werden, aber gleichzeitig eine Herausforderung für Fahrer und Strecke bleiben.

Man hatte diese Möglichkeit eines Nordschleife-spezifischen Reglements mit den SP-Klassen - eine über Jahrzehnte gewachsene Szene, denen man mit der priviligierten GT3 die Pistole an den Kopf gesetzt hat.

Jetzt sind den Machern die GT3 fatal über den Kopf gewachsen und statt die falsche Entwicklung zu korrigieren und gegenzusteuern wird im Schnellschuss eine Hindernisbahn aufgebaut, die einfach nur ätzend ist und die einzige Herausforderung, die übrig bleibt, ist es bei dieser Gängelei nicht die Nerven zu verlieren. Da ist ja jeder Stau im Kreuz Köln West besser zu ertragen.

Man soll aufhören, wenn es am Schönsten ist und die schönste Zeit haben wir schon eine Weile hinter uns gelassen. Artur mit der Diva und Drosselklappe auf Vollanschlag über Flugplatz und Schwedenkreuz - das möchte ich im Gedächtnis behalten. Und keine bunten €400k Kaufautos, die im 200 km/h Limiter Angst haben müssen kalt zu werden.

Wer lupft verliert und hier wird eine ganze Szene zum lupfen verdonnert. Und verliert gewaltig.

Dieser Kommentar trifft es:

Vom Mythos zur Lachnummer in … 3 … 2 … 1 ….

Ich komme gerne wieder zurück, wenn sich die Fahrer ihre geliebte Herausforderung zurückerkämpft haben.

Save The Ring.

Tags: DMSB | Tempolimit | VLNLangstrecke | N24h |


Mittwoch, 03. Dezember 2014

Club der Milliardäre.

Da ist der nächste: Jürgen Großmann, ex-RWE-Aufsichtsrat.

Wild sei vom Tisch, aber er dementiert.

Mir scheint jemand hat die Schleusen geöffnet und jetzt darf jeder machen, was er will. An die Zukunft von Touristenfahrten oder RCN will ich gar nicht denken.

Tags: Milliardär | RobertinoWildJürgenGroßmannRingverkauf


Sonntag, 09. November 2014

VIDEO: Nordschleife Touri Onboard 1979.

1979, das war kurz bevor die Bauarbeiten für die GP Strecke begonnen haben. Soviel hat sich garnicht geändert in den letzten 35 Jahren.

Leider kann man nicht rausfinden, wer der Fahrer ist oder womit da gefahren wird (kein Ton), aber die Linie ist schön flott und flüssig:

youtu.be/zmap6LIDr8c

Was sofort ziemlich krass auffällt: keine Graffitis!

Wunderschönes historisches Material, via bridgetoganty.com.

Tags: Onboard | historisch | Touristenfahrten |


Donnerstag, 23. Oktober 2014

Der traurigste aller Nordschleifen-Rekorde.

Der Verkehr bei den Touristenfahrten wird immer dichter und die Geschwindigkeiten immer schneller. Richter/Lindner haben die Profitmaximierung eingeleitet zu Lasten der mühsam erarbeiteten Sicherheitsmargen.

Ergebnis:

“Die Polizei befürchtet in diesem Jahr einen neuen Unfallrekord am Nürburgring. Bis jetzt hat die Dienststelle in Adenau schon 120 Unfälle aufgenommen. Vor drei Jahren waren es im ganzen Jahr nur sechs mehr.”

Na DAMIT konnte ja wirklich niemand rechnen.

Eines sollten allen klar sein: sind die Touristenfahrten erst einmal weg, bringt sie keiner mehr zurück.

Tag: Touristenfahrten


Mittwoch, 15. Januar 2014

Malu Dreyer verspricht den seriösen Partner ... und auf die Bühne kommt Bernie Ecclestone.

Malu Dreyer meinte an Weihnachten auf Facebook:

“Ich habe die Beiträge gelesen und möchte auch hier noch einmal meine Zuversicht zum Ausdruck bringen, dass ein seriöser und guter Partner für die Zukunft des Nürburgrings gefunden werden wird. ”

und heute steht in der Zeitung:

“Ecclestone greift nach dem Nürburgring - Der Formel–1-Chef sieht sich in der engeren Wahl unter den möglichen Käufern für die insolvente deutsche Rennstrecke in der Eifel. Laut Ecclestone könnte es schon in den nächsten Wochen eine Einigung geben.”

Na dann ist ja alles klar.

Könnt Ihr schonmal den Bankraub planen, wenn Ihr nochmal Touristenfahrten machen wollt.

UPDATE:

Ein Gutes hat diese Ecclestone Nummer ja: so landen Otto Flimm’s Bemühungen sogar im Express.

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Montag, 16. Dezember 2013

Was bedeutet das eigentlich, wenn der Nürburgring verkauft wird?

Am Samstag ist die große Protest Demo - ab 5 vor 12 im Brünnchen. Sabine Schmitz und Christian Menzel werden unterstützt von vielen Helfern und wehren sich gegen den Verkauf der Nordschleife.

Doch was würde das bedeuten, wenn die Nordschleife verkauft wird?

1. Öffentliches Eigentum wird Privateigentum.

Damit geht es natürlich direkt mal los, was vorher uns allen gehörte, gehört nach dem Verkauf jemand anderem: einer Firma, einem Fonds, einer Privatperson … wer weiß das schon? Erst einmal vollzogen, ist der Kaufvertrag nicht mehr umkehrbar - dabei ist der Ring seit seiner Eröffnung 1927 fest in öffentlicher Hand.

Dazu kommt der Denkmal-Charakter der Rennstrecke, die es so in dieser ursprünglichen und historischen Form nicht ein zweites Mal auf der ganzen Welt gibt. Wenn man die internationale Resonanz verfolgt, dann kann niemand verstehen, wie man als Staat auf die Idee kommen könnte, sich freiwillig davon zu trennen.

2. Gemeinnützig vs privatwirtschaftlich.

Gehen wir der Einfachheit halber mal von einem Verkaufspreis von 100 Mio Euro aus. Die liegen ja nicht so rum, sondern die muß man sich entweder von der Bank leihen oder man setzt sie im Auftrag von Geldgebern ein. Das Investment den Nürburgring zu kaufen steht in Konkurenz zu vielen anderen möglichen Investments, mit 100 Mio Euro lässt sich eine Menge anstellen.

Die Geldgeber - wer immer das auch ist - wollen natürlich was davon haben, daß sie ausgerechnet in den Nürburgringkauf investieren. Hätten ja auch was anderes mit dem Geld machen können, was ordentlich Gewinn abwirft. Also muß eine Rendite her. Setzen wir die mal niedrig an: 5%. Das sind bei 100 Mio Euro satte 5 Mio Euro pro Jahr, die der Ring mehr abwerfen müsste, als er es bisher getan hat. Wir reden hier nicht von Umsatz, sondern von zusätzlichem Gewinn. Wo das Geld herkommt? Entweder steigen die Preise kräftig oder es wird an der Instandhaltung gespart. Gerne auch eine Kombination aus beidem. Die Anlage wird runtergeritten und ausgesaugt. Und niemand kann etwas dagegen machen.

Gemeinwirtschaftlich betrieben muß der Ring überhaupt keinen Gewinn machen, da reicht eine schwarze Null - also kein Minus. So sollten Sportstätten und Denkmäler - zum Wohle des Volkes - auch betrieben werden normalerweise.

3. Landesgesellschaft vs Privatfirma.

Bisher hatte die Nürburgring GmbH die Zügel in der Hand, sie war wie eine Behörde und wurde auch so behandelt. Der Ring liegt in einem hochsensiblen Gemenge aus Lärmschutz und Umweltschutz - kennt Ihr irgendeine andere Rennstrecke, die in einem Naturschutzgebiet (!) liegt?

Als Behörde lässt sich einfacher mit anderen Behörden zusammenarbeiten, als dies je eine Privatfirma könnte. Erst einmal in privater Hand sind die Probleme vorprogrammiert.

4. Zum Wohle der Region vs zum Wohle des Investors.

Manche haben es schon erfolgreich verdrängt, aber die Era Richter/Lindner vom 2.Mai 2010 bis 27.Nov.2012 hat uns einen deutlichen Vorgeschmack darauf gegeben, was ein Privatbesitzer veranstalten wird. Dabei waren die beiden nur Pächter - wie wird ein Besitzer erst der Region den Hahn zudrehen?

Das Monopol der Rennanlage nutzend werden nach und nach die Dienstleistungsangebote, die sich über Generationen und Jahrzehnte am Nürburgring angesiedelt haben, aus eigener Hand angeboten. Dabei muß man noch nicht einmal den Konkurenzkampf über Preis oder Qualität fürchten, man hat die uneingeschränkte Hoheit über die Strecke, alle Kommunikation gebündelt und kann spielend leicht kleine lokale Dienstleister in’s Leere laufen lassen.

5. Touristenfahrten.

Ganz heikles Thema. Ich hör dann immer gerne von den Leuten: “Die Touristenfahrten wird es immer geben, denn die bringen ja richtig Geld ein.” Das mag kurzfristig richtig sein und in den 2,5 Jahren, als die Richter/Lindner NAG möglichst schnell möglichst viel Geld scheffeln wollte hat man auch gesehen, daß der Verkehrsdurchsatz massiv erhöht wurde.

Wenn man das Ganze aber etwas längerfristig betrachtet, dann sind die TF vor allem eins: ein unkalkulierbares Risiko. Nehmt zum Vergleich 20 reiche Sportwagenfahrer, bietet ihnen die Strecke exklusiv mit allem, was ein VIP so braucht - zu Kosten von 5.000 Euro pro Nase. Machen die sofort, das Geld interessiert sie nicht und wer will nicht in Ruhe mit ein paar Kumpels mal die Nordschleife genießen. Das sind schlappe 100.000 Euro an einem Tag - ohne Aufwand - ohne Risiko. Da sehen die TF ganz schön alt aus. Und die vielen Pensionen und Gästezimmer ganz schön leer.

6. Breitensport.

Schon jetzt sind die Streckenmieten aufgrund der kostspieligen Module, die sich die NAG’ler ausgedacht haben und die deren GF Schmidt jetzt weiterführt, kaum noch zu bezahlen. Bodenständiger, bezahlbarer Motorsport ist am Nürburgring kaum noch zu realisieren, die Vereine, die die VLN Veranstaltungen durchführen, sind froh, wenn das Wetter passt - so sehr ist das alles auf Kante genäht.

Ein privater Besitzer - mit den oben beschriebenen Profit-Zwängen - wird unweigerlich weiter an der Preisschraube drehen oder sich weitere neue Zwangsmodule ausdenken, dann fällt’s weniger auf.

7. Die Region.

Noch ein heikles Thema. In den vergangenen acht Jahrzehnten war die Nürburgring-Führung schlau genug, die Region am Geschäft partizipieren zu lassen. Das wurde unter Kafitz zwar grenzwertig ausgeschöpft, aber auch er war schlau genug, daß er genug Krümmel vom Tisch fallen lassen muß, um den Frieden zu wahren.

Wird ein Privatbetreiber auch so weitsichtig agieren? Sobald die Region sich ausgegrenzt fühlt - oder auch Einzelne, deren Lebensplanung auf einmal ganz neue Wege finden muß - werden die sich überlegen, ob man die Lärm- und sonstigen Unannehmlichkeiten weiter ohne zu murren in Kauf nimmt.

Sicher gibt es noch viele weitere Auswirkungen, die ein Nordschleifen-Verkauf mit sich bringt. Ich hab hier einfach mal runtergeschrieben, was mir so spontan eingefallen ist.

Egal, wie man es dreht und wendet: der Nürburgring - und damit meine ich die Rennstrecken - muß in öffentlicher Hand bleiben und dem Gemeinwohl dienen.

Wir sehen uns am Samstag im Brünnchen!

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Mittwoch, 29. Mai 2013

Das Nürburgring-Gesetz. Oder: wie die Landesregierung dem Volk Valium verabreicht.

Die Landesregierung setzt zur Zeit alles daran, gegen den Willen der betroffenen Bevölkerung den Nürburgring und auch die Nordschleife zu verkaufen.

Ihr neuester Schachzug im Enteignungsverfahren: ein Gesetz erlassen, in dem die Argumente der Verkaufsgegner aufgegriffen werden, um vorzutäuschen, daß auch in der Zukunft der Ring den Sportlern offensteht.

Der Vorabentwurf des Gesetzes ist schon fleißig im Umlauf und Dieter hat sich mal die Mühe gemacht, den Inhalt im Detail zu kommentieren.

Fazit: Gibt die Landesregierung den Ring auf, dann gibt sie die Region auf.

Ihr könnt seine Stellungnahme hier auf Facebook oder noch einmal auskopiert als Textfile hier lesen.

Wieder einmal sollen wir an der Nase herumgeführt werden, doch das fatale ist diesmal die Endgültigkeit, die durch die Entscheidung des Verkauf erreicht wird: hat der Ring erstmal den Besitzer gewechselt, lässt sich nichts mehr kitten oder korrigieren, dann ist die Nummer durch.

Warum die Landesregierung dieses fiese Spiel treibt, ist mir schleierhaft, sie agiert, als würde ihr jemand die Pistole an die Schläfe setzen: mit aller Macht den Nürburgring verkaufen und dafür ist ihr jedes Mittel recht.

Wir wissen inzwischen längst, daß es überhaupt keinen Grund für diese Eile und Panik gibt und die EU wird nur als Schutzschild eingesetzt, um den Verkauf durchzuboxen. Von Verhandlungen keine Spur, auch die Opposition lässt man am langen Arm verhungern. Eher steht es in der Rhein-Zeitung, die der Regierung und den Ring-Ausschlachtern (“Sanierern”!) jeden Wunsch von den Lippen ablesen.

Dieter hat ja wohlformulierte Worte für das geplante Gesetz gefunden, ich persönlich finde es einfach nur frech.

Zum Beispiel:

“Das Benutzungsrecht kann im Einzelfall eingeschränkt oder ausgeschlossen werden, wenn die Betreiber nachweisen, dass die Gewährung der Benutzung aus betriebsbedingten oder sonstigen Gründen unzumutbar ist.”

Hahaha! Selten so gelacht! Ein super Gesetz ist das, den Touristenfahrten gebe ich nichtmal einen Tag!

Aber auch der Rest des Textes ist eine Aneinanderreihung von Hintertürchen:

“.. räumt das Gesetz dem Vermarktungs- bzw. Nutzungsinteresse der Betreiber Vorrang ein ..”
“ .. angemessen zu berücksichtigen ..”
“.. im Rahmen des Möglichen ..”
“.. hinreichend konkret ..”

usw. - you get the picture.

Und um dem Ganzen die Krone aufzusetzen meinen die Verfasser noch:

… daß es sich bei dem Nürburgring-Verkauf “nicht um ein Vorhaben mit großer Wirkungsbreite oder erheblichen Auswirkungen handelt.”

Kein Witz - kein Schreibfehler - da steht “nicht”!

Obwohl - genau betrachtet haben sie recht, denn es handelt sich ja um ein Vorhaben mit maximaler Wirkungsbreite und katastrophalen Auswirkungen.

Tags: Erlebnisgrab | Insolvenz | Gesetz | DieterWeidenbrück | RheinZeitung


Mittwoch, 08. Mai 2013

Ausklang WEC Spa 6h-Rennen.

Nachdem ich 3 Renntage in Spa hatte und Donnerstag, Freitag und am Renn-Samstag einen längeren Blogbericht geschrieben habe, wollte ich mich am Sonntag früh nach Hause machen, denn da war ich ja schon lange nicht mehr.

Doch das Wetter in Spa war super, also bin ich nochmal was durch die Gegend gerollert und was soll ich sagen, auch für den Sonntag ist ein Bericht bei rausgekommen. ;)

Das ist der Campingplatz, auf dem ich mich niedergelassen haben, hört auf den schönen Namen Camping Eau Rouge und kann man echt empfehlen. Und ist ziemlich nah an der Strecke, aber trotzdem ein familiärer, ruhiger Platz:

Waren auch ein paar Rennfans da, aber relativ übersichtlich.

Mini-Sträßchen und leicht zu übersehende Schilder.

Hat ein bisschen was von Eifel!

War ich mit dem Roller natürlich bestens motorisiert.

Und hat die Kühe nicht weiter interessiert, ...

... und davon gibt es in der Gegend um Spa viele!

Seht Ihr das tolle Haus dahinten?

Bin mir nicht sicher, was es ist, aber kam gut!

Das ist der kleine Ort Rivage, ...

... wo auch das tolle Haus zuhause ist. Direkt neben dem Campingplatz.

Aber es gibt viele Blickfänge, ...

... und natürlich darf auch die Friterie nicht fehlen.

Hier geht es ab nach Rivage und ...

... an dem Sonntag war auch eine Oldtimer-Rallye. Tolle Autos auf der Straße zu sehen! Auch ein bisschen wie in der Eifel.

Bin dann noch in's Fahrerlager und da war es überhaupt nicht langweilig, weil nämlich Touristenfahrten angesagt waren.

War auch einigermaßen was los, ...

... aber lange nicht so ein aufdringliches Marketing-Getöse, wie das in den letzten Jahren am Ring Einzug gehalten hat.

Eher geerdet und Eau Rouge immer im Blick.

An Fahrzeugen alles dabei, was man so als Ringtools kennt.

Und auf gefühlt jedem Zweiten ein Nürburgring-Logo, oder in gross ...

... oder eher ...

... dezent.

Auf dem A6 genauso …

… wie auf dem Type Ring.

Die Russen …

… mit stolzer Nummerschildhaltertrophäe …

… und hier und da auch ein deutsches Nummerschild.

Im Gegensatz zu dem neuerdings grellen und lauten Nürburgring stimmen in Spa die Details, wie zum Beispiel dieses Honda-Schild, das zu neuen Ehren gekommen ist in dem schönen Bruchstein-Haus.

Währenddessen packt auch die WEC ihre Sachen, …

… wobei das bei den Audi-Leuten eine längere Geschichte wird.

Ein verlorenes Rennauto ist auch noch übrig geblieben.

Mit viel Liebe zum Detail wurden sogar die Verbindungsstraßen innerhalb der Rennstrecke angelegt. Diese hier ist eine original Nachbildung der Nürburgring Hatzenbach Sektion, …

… sogar einen Bach hat man angelegt!

Die Audianer parken noch in Reih und Glied.

Und auf der Kartbahn ist sogar Renntag.

Kann ich mir natürlich nicht entgehen lassen, …

… und die Audianer auch nicht! :)

Die Bahn gibt’s auch in Facebook!

Unter’m Strich wirklich ein tolles Rennwochenende in Spa, kann man nur empfehlen. Hier noch ein paar Links zur Übersicht:

Das war’s dann erstmal von der WEC, jetzt geht’s als nächstes zum Nürburgring 24h-Rennen, aber danach steht dann das große Le Mans Rennen an!

Tags: Mikebericht | FIAWEC | Spa6h


Freitag, 26. April 2013

Mikebericht von SWR 4 Sendung gestern in Nürburg.

Gestern war die Podiumsdiskussion, ging von 20 bis 22 Uhr. Wird aber heute erst ausgestrahlt (abends) und danach dürfen alle anderen, die das mitaufgezeichnet haben, es auch online stellen.

Ich war gespannt wieviele Autos wohl da stehen, wenn ich um halb acht von der Touri-Einfahrt aus kommend nach Nürburg fahre.

Und es waren viele, sehr viele! Parkplatz überfüllt und Wiese zugeparkt. Ich hab mich mal direkt bei einem Hotel in den Hof gestellt.

So sah das vor der Halle aus. So einen Ü-Wagen brauch ich auch, Bloggermobil Deluxe!

Viele Leute sind garnicht reingekommen, ich hab mir sagen lassen, daß selbst eine Anreise um zehn nach sieben nicht gereicht hat, um in der Halle einen Platz zu finden. Ich selber kam auch sehr spät (19:45) und hab mich mit dem dicken Fotoapparat bewaffnet reinschmuggeln können. In der Halle war die Lauf auch nicht die beste, war echt bis auf den letzten Platz rappelvoll.

Das war das Podium:

  • Andrea Thelen aus Adenau (Blaue Ecke)
  • Jürgen Häfner, der hat als Vertreter-Vertreter-Vertreter mit Textbausteinen ausgestattet die Regierung vertreten. Genau derselbe Jürgen Häfner, der auch schon diese 3-stündige Vorstellungsrunde als Runder Tisch in Adenau verkauft hat und der der einzige war, den die Regierung zu der Demo in Mainz gelassen hat.
  • Thomas Meyer, der Moderator auf dem Podium
  • Prof.Dr.Dr. Thomas Schmidt, der Doubledoc, der Kai Richter im treu-gucken-Dackelblick echte Konkurenz macht.
  • und Hermann-Josef Romes, das Verbandsgemeindefähnchen, immer lächelnd und mit sich zufrieden.

Moment mal!! Wo ist denn Otto Flimm? Noch nicht da? Kommt später? Vielleicht 2 Talkrunden?

Ich kämpfe mich mal weiter nach vorne, garnicht so einfach bei so vielen Leuten.

Stellt sich raus, Otto Flimm ist garkein Podiumsteilnehmer. Die haben den in's Publikum verbannt und waren dann mal so gnädig eine Gesprächsrunde mit ihm zu machen. Das ist auch der zweite Moderator, der heißt Heinrich Schöneseifen.

Das war wirklich unglaublich, wie die den Otto Flimm abgekanzelt haben. Er konnte seine Statements garnicht richtig anbringen und hat im Vergleich zu dem Doubledoc zum Beispiel nur ein Bruchteil Redezeit bekommen.

Aber trotzdem hat Otto Flimm die Chance genutzt Tacheles zu reden. Da war dann auch Schluß mit Dackelblick.Seht Ihr dort das Mikrofon? Kleines Detail nur, aber die Podiumsteilnehmer hatten alle ihr eigenes.

Immerhin einer, der Spaß hatte!

Viele Kameras hab ich gesehen.

Überfüllte Halle und es waren einige Leute (200?), die von draußen zugucken mussten.

Nochmal ein Panoramabild, das geht echt gut mit dem iPhone.

Dieter Frey musste sehr energisch darauf drängen, doch bitte auch einmal zu Wort kommen zu dürfen. Und hat dem Sanierer den Zahn gezogen, daß der Ring so furchtbar dringend verkauft werden müsse. Muß er nämlich garnicht. Das Beihilfeverfahren würde sich noch lange hinziehen und erst bei einem negativen Bescheid drohe ganz am Schluß auch eventuell die Schließung. Ist aber alles Zukunftsmusik, nur solche Optionen will man nicht hören. Nichtmal beim SWR!

Manfred Sattler hat sich als IHK Präsident im Namen der regionalen Unternehmen zu Wort gemeldet. Das fand ich gut, denn die werden es echt schwer haben, wenn der Ring in ein gewinnorientiertes Privatunternehmen verwandelt wird.

Er hat Dieter und mir auch ein Gespräch zugesagt und wir schauen mal, wie wir das umsetzen.

Regelrecht grotesk war allerdings der Auftritt von Friedhelm Demandt, der im Gegensatz zu Otto Flimm von Moderator Schöneseifen geradezu heroisiert wurde und dann als Freunde des Nürburgring-irgendwas tatsächlich davon gefaselt hat, daß der Nürburgring jetzt dringend an seinem Marketing arbeiten muß, um Familien an den Ring zu bringen. WTF. Ich stand ziemlich weit vorne und hab in's Publikum geschaut und hab noch nie soviele verdutzte Gesichter gesehen. Ich muß zugeben, das war echt lustig. Ich glaub die verdutzten Gesichter hört man sogar im Radio! :)

Als ich was sagen durfte ...

(Danke an Jürgen für das Bild!)

... und noch einmal deutlich gemacht habe wie frustrierend das ist, daß uns die Politik erst reinreitet und uns jetzt komplett im Regen stehen lässt - hat mich Herr Schöneseifen noch gefragt, wie denn die Rolle der Grünen zu bewerten sei. Ganz gezielt. Müsst Ihr Euch mal anhören. Da hatte ich das Gefühl, der ist doch mit Hidden Agenda unterwegs. Ich bin da garnicht groß drauf eingegangen, meinte nur, daß nach meinem Gefühl Eveline Lemke nicht mehr soviele Freunde in der Region hat. Ups, der Applaus dazu war dann doch etwas stärker als erwartet! Eveline: wenn Du das hier auch liest, wann warst Du das letzte Mal vor Ort? Vor zwei Jahren warst Du die glühende Kämpferin für Gerechtigkeit und die Nürburgring-Region, doch heute möchtest Du am liebsten nur noch Windräder in der Eifel abstellen?

Moderator Heinrich Schöneseifen ...

... und sein Kollege Thomas Meyer. Ich weiß echt nicht, wie ich das einstufen soll, aber Moderatoren waren das nicht. Das waren verlängerte Arme von Regierung und Insolvenzern mit einem Schuß Oberlehrer. Das Ganze glich viel mehr einer Propaganda-Veranstaltung und hatte viele Ähnlichkeiten mit der Lindner/Richter-Nummer, als sie damals mit einer ähnlich inszenierten Geschichte der Bevölkerung Beruhigungspillen verabreicht haben.

Der Doubledoc mit Dackelblick - wenn er bewusst gelassen redet versucht er wahrscheinlich so eine Art Hypnose, aber gestern sind ihm nur zwei SWR'ler aus Mainz auf den Leim gegangen.

Egal was sie gesagt haben, Häfner und Schmidt haben nichtmal einen Anstandsapplaus bekommen. Zwischenrufe und ein paar Buuh's waren aber schon für sie übrig. Es war ihnen zwar nicht gleichgültig, aber die Welt geht für sie dafür nicht unter. Die sehen das gnadenlos als Job: gute Miene zum bösen Spiel.

Sowohl Jürgen Häfner ...

... als auch der Insolvenzgeschäftsführer haben sich noch den Fragen gestellt. Das fand ich sehr gut, weil es war ja schon spät abends 10 Uhr. Nur viel dabei rausgekommen ist nicht wirklich. Dieter hat ihn auf die Problematik der Touristenfahrten angesprochen, die ein Privater in der jetzigen Form wohl kaum aufrecht erhalten könne. Es wurden Argumente ausgetauscht ... um dann festzustellen: der Geschäftsführer dachte es ging um die Achterbahn. Manchmal bekommt man Zweifel, ob er wirklich ganz im Thema ist.

Cover Gerri hat das dann in seiner unnachahmlichen Art mal klargestellt.

Hinterher waren sich alle einig: die Politik zieht das gnadenlos gegen den Willen der Bevölkerung und Sportler durch. Was mich noch mehr stört als die Tatsache an sich, ist daß die meinen wir wären tatsächlich so doof als würden wir das nicht kapieren. Der multiple Dottore mit seiner aufgesetzten Besonnenheit und dem eintrainierten Dackelblick, der Herr Häfner mit den bedeutungslosen, aber wichtig klingenden Worthülsen und dann die zwei Moderatoren, die mir teilweise richtig gebrieft vorkamen. Öffentlich-rechtlich ist da nur noch die Bezahlung, die nämlich von uns kommt, der Rest wird den Akteuren offensichtlich aus dem Mainzer Politikerbüros in's Lastenheft geschrieben.

Wie es jetzt weitergeht ist schwer zu sagen, aber ich hatte das Gefühl, daß immer mehr Leute bereit sind, die Ärmel hochzukrempeln. Natürlich drängt jetzt die Zeit enorm, bis zum 15.Mai sind es nur noch gut 2 Wochen und wenn die Ausschreibung erstmal raus ist, wird es noch viel schwerer als jetzt. Wir müssen der Politik zeigen, daß wir uns nicht vorführen lassen und genauso wie Otto Flimm gestern dafür kämpfen Gehör zu finden. Wir sehen ja, daß es funktioniert!

Wieviel einfacher wäre es, wenn ein paar bekannte Fahrer oder Marken sich auch für ihre Nordschleife einsetzen würden. Wink! Wink!

UPDATE:

So beschreibt der SWR den Ablauf, “Die SWR4-Moderatoren hatten viel zu tun.” und “Lebhafte Diskussionen im Publikum.”

Tags: SWRKlartext | JaZumNürburgring | OttoFlimm


Sonntag, 11. November 2012

NAG oder Nicht-NAG?

Während die Insolvenzverwalter schon durchblicken ließen, daß die Tage der NAG gezählt sind, macht die mal gepflegt die Lavagrube wieder auf. Oder wie es im NAG-Speak heißt: Destination Offroad-Park. Es gibt auch eine Pressemeldung dazu und dieses hochpeinliche Presse-Bild. Das ist nicht nur grottenschlecht, auch das Gelände ist zum Fremdschämen. Das macht ja jeder halbwegs selbstbewusste Defender noch vor’m Kaffee. Der Bildname heißt 03-Offroadpark-Gelaende-Copyright-Nuerburgring-Automotive-GmbH.jpg - als würde da jemals jemand auf die Idee kommen das irgendwo freiwillig zu zeigen. Hab dann mal in die Exif geschaut und es ist diese Kamera bei rausgekommen. Eigentlich ja ein gutes Zeichen, wenn die NAG Presse so am Boden liegt.

Den “Park” an sich, also die Grube, kann man nur wieder als verpasste Chance ansehen. Das kommt dabei raus, wenn sich Leute mit Ledersöhlchen und Manschettenknöpfen auch mal schmutzig machen wollen. Da gibt’s dann Module, wie z.B. “Loses Geröll”.

Und das ausgerechnet in der Eifel. :/

Ich weiß zwar nicht warum die das schreiben, aber es wird gestrunzt mit

“Dauer des Umbaus: ca. 12 Monate”

Vielleicht ist es aber auch nur eine Finte, um die Abfindung höher zu schrauben. Das würde das Popel Presse-Foto und die hektisch zusammengenagelte Webseite erklären: “Termine folgen in Kürze.”

Eine Sache ist allerdings beim “Offroad Park” richtig abenteuerlich: nämlich die Art und Weise, wie wir Steuerzahler seinerzeit das Gelände der “Camp4Fun” abgekauft haben. Das hatte der Rechnungshof mal detailliert aufgezeichnet.

Oder als im Juli 2007 ein mit 20 (!) Personen besetzter LKW umgekippt ist. Wilhelm Hahne hatte sich auch damit beschäftigt.

Der NAG ist aber auch was umgekippt letzte Woche: ihre Behauptung sie habe keine martkbeherschende Stellung. Das ist vom OLG Koblenz am Donnerstag gekippt worden, das Gericht spricht ausdrücklich von einer Sonderstellung der Nordschleife Touristenfahrten - kurzum: Monopolstellung.

Den Prozess hat Ron Simons geführt und nun Anspruch auf Schadensersatz.

Im Vorfeld hatten Ron und ich uns viele Mühe gegeben, dem Landeskartellamt einen Einblick in die Besonderheiten am Nürburgring zu vermitteln. Seitdem hab ich aus der Ecke nichts mehr gehört. Obwohl die doch dem Wirtschaftsministerium - also Eveline Lemke - zugehörig sind. Oder muß es heißen weil?

Ratet mal, von wem dieser Text stammt:

“20 alteingesessene Hoteliers und Gastronomen aus der Eifel hatten im November 2009 einen Hilferuf an das Landeskartellamt geschickt. Durch Kopplungsverträge zwischen Rennstreckennutzung und Auslastung der Gastronomiebetriebe Grüne Hölle und Lindner sahen sie sich einem unlauteren Verdränungswettbewerb ausgesetzt. U. a. auch deshalb, weil das Vier-Sterne-Hotel am Ring Zimmerpreise für 33 Euro bot und damit einen ruinösen Preiskampf einläutete. Die Kartellbehörde hat die Vorwürfe laut Wirtschaftsministerium umfassed geprüft, insbesondere die Frage, ob gegen das Behinderungs- und Missbrauchsverbot verstoßen wurde, hat jedoch keine Verdachtsmomente entdeckt.”

“Die Adenauer reagieren derweil mit einem Auftrag an eine Rechtsanwaltskanzlei in Koblenz, die für sie juristische Schritte prüfen soll. Hierfür ist wichtig zu wissen, dass Landeskartellamt und Wirtschaftministerium (Hausherr ist Minister Hering, der jetzt federführend den Nürburgring betreut) in einem Hause sitzen. Die Frage der Befangenheit ist damit eindeutig zu klären. Dass das Land nicht gegen sich selbst vorgehen würde, scheint jedem klar, zeigt aber hier einen ”Mangel“ im System. Ich bin auf die Auskunft der Rechtsanwälte sehr gespannt, denn im Zweifel müsste die Politik (also auch wir GRÜNE) eine Lösung für diesen ”Mangel“ ausarbeiten. Das bedeutet Arbeit, die ich für die Menschen gerne mache!”

Das war Eveline Lemke am 10.Februar 2010. Die im März 2011 jenen Hendrik Hering im Amt beerbt hat. Die Frage der Befangenheit ist damit eindeutig zu klären?

Und ich Naivling hab diesen Worten tatsächlich geglaubt. Doch das Versprechen des “korrigieren” ist durch eine Realität des “arrangieren” ersetzt worden.

Trotz aller Frustrationen muß man aber auch nüchtern mal die kleinen Erfolge verbuchen: Kurt Beck ist so gut wie vom Tisch, auch wenn die komme-was-wolle-zusammenschweissten Genossen ihm jetzt alle die speckige Schulter klopfen. Und in Koblenz haben wir schon 8 Verhandlungstage erlebt zu einem Prozess, den die jetzt Angeklagten (und auch ich) vor ein paar Jahren nicht für möglich gehalten hätten.

Ausbaufähig.


Dienstag, 23. Oktober 2012

Übrig Ns vom Dienstag.
Dienstag, 10. Juli 2012

Noch ein schwerer Motorradunfall, ...

… als ein gestürzter Fahrer von einem Auto überfahren wurde. Veranstalter der Touristenfahrten sind übrigens Kai Richter und Jörg Lindner mit ihrer NAG.


Sonntag, 03. Juni 2012

Ego versus Verantwortung.

Eigentlich sollte man meinen, daß motorradfahrende Nordschleifenbenutzer wissen an welchem seidenen Faden die Möglichkeit hängt die Strecke mit dem Motorrad benutzen zu können. Rennen wurden nach 1994 verboten und es gibt nur ganz wenige Veranstalter, die Alternativen zu Touristenfahrten anbieten. Zeiten zu nehmen sollte schon ein No-Go im “Straßenverkehr” sein, das wird jetzt in den Schatten gestellt von einem Sponsor-hinterlegten Rekordvideo im Touriverkehr. Auch wenn die Überholmanöver alle im grünen Bereich sind: tut das wirklich Not zur Pflege des eigenen Egos die gesamte Historie zu gefährden? Als hätte der Ring nicht schon genug Probleme.


Dienstag, 24. Januar 2012

Übrig Ns vom Montag.

Unfortunately, the area’s local businesses built around the touristenfahrer, the ones that help give the ’Ring its distinctly funky aura, are practically guaranteed to take a hit.

Teile von dem, was 2009 errichtet wurde, sind wirtschaftlich noch weniger erfolgreich als ursprünglich erwartet.

Noch weniger? Na das gibt’s doch garnicht.

Das ist übrigens das Hotel, das ich so gerne mit dem Ring tauschen würde, denn da wird bald das Lindner-Schild abgeschraubt (“Wasnerin”, siehe Dienstag).


Mittwoch, 30. November 2011

Übrig Ns vom Mittwoch.
  • Sitzplatz Südtribüne überdacht bei allen Motorsport-Veranstaltungen
  • Sonderparkplatz bei allen Motorsport-Großveranstaltungen garantiert
  • 1 x Fanpaket Hockenheimring
  • Freie Fahrt bei den Touristenfahrten während der gesamten Saison*
  • Freier Eintritt ins Motor-Sport-Museum am Hockenheimring
  • Freie Insider-Führung “Hockenheimring TOUR” während der gesamten Saison

Freier Eintritt - das ist doch mal ‘ne Ansage. Und keine künstliche Belebung von Besucherfailattraktionen. Ach ja: 880 Euro. (Via)

Für den Fall, dass die oben genannten … Unterlagen … der Europäischen Kommission nicht oder nur teilweise zugeleitet wurden: Warum nicht?


Montag, 14. November 2011

Übrig Ns vom Montag.

Ein Detail ist zum Beispiel die stramme Preiserhöhung von 250 auf 360 Euro (4er Team 24h). Also kaum erwähnenswerte 44%.

Das 8er Team mit Box kostet krasse 800 (!!) Euro.

Auf Facebook machen sich die (Ex-) Teilnehmer Luft. Die Begründung ist auch krass:

Rad am Ring konnte bislang noch nicht kostendeckend organisiert werden. Eine erhebliche Erhöhung war aus unserer Sicht deshalb unumgänglich.

Unumgänglich? Diese Argumentation kennen wir doch. Das ist das neue alternativlos.

Die Herren Verbandsbürgermeister Häfner und Romes haben sich tatkräftig engagiert, um in Düsseldorf für den Weiterbau der A1 zu demonstrieren. Die beiden haben den ring°killern im Namen ihrer Verbandsgemeinden schön den roten Teppich ausgerollt.

  • Interessantes Urteil zum Thema “Mehrfacheintrittskarte” - dürfte nach meiner laienhaften Abschätzung auch bei den Tourifahrten gelten. (Danke Jörg!)

  • Auch Touristenfahrten: die Erlärung für die Preiserhöhung:

Die Preise wurden 2011 angehoben, da die Instandhaltungs- und Betriebskosten in den Jahren zuvor nicht an die Kunden weitergereicht wurden. Im laufenden Betrieb 2011 wurde jedoch klar, dass die Preiserhöhung die anfallenden Kosten nach wie vor nicht abdeckt. Die Maßnahmen zum Erhalt der Sicherheitseinrichtungen, die allgemeine Instandhaltung der Strecken, die Pflege der Grünanlagen sowie die allgemeine Kostensteigerung sind Gründe dafür, dass die Preise 2012 moderat angehoben werden müssen. Damit können anfallende Kosten gedeckt und die Touristenfahrten wirtschaftlich profitabel betrieben werden. Wir hoffen hier auf Euer Verständnis und stehen für weitere Fragen natürlich zur Verfügung.

Also soweit ich informiert bin, ist weder die Nordschleife länger geworden, noch die Grünanlagen grüner. Und wenn man die Preiserhöhungen der letzten 10 Jahre mit der normalen Entwicklung vergleicht, dann muß das entweder ein enormes Zuschußgeschäft gewesen sein, oder die Kostenbasis hat sich kürzlich massiv erhöht. Ich tippe mal auf letzteres - sind ja auch ein paar Geschäftsführergehälter zu bezahlen.

a) Nürburgring: “… Ferienpark der Superlative …”

b) Biggesee: “Auf einem knapp 50.000 Quadratmeter grossen Grundstück am Biggesee plant MI Haus eine neue exklusive Ferienanlage mit einem Hotel, Ferienhäusern und Ferienappartements.”

Da war doch was!

Der hier ist auch gut - bzw. präzise:

“Geschwindigkeit und Präzision sind nicht nur im Motorsport Erfolgsgaranten. Auch beim Hausbau legen wir darauf größten Wert.”

(Fehler mitkopiert.) Na dann.


DTM 2012: Termin fix - Vertrag offen.

Das DTM Rennen Nürburgring 2012 ist für den 19.August geplant und es fehlt nur noch ein kleines Detail: wer es ausrichten wird. Wilhelm Hahne weiß zu berichten, daß der bisher mit den Aufgaben betraute ADAC Club der NAG zu teuer ist.

“Per heute ist das also mit der DTM in 2012 auf dem Nürburgring noch garnicht klar. Der DMSB hat das auch schon vorsichtig angedeutet. Es fehlt noch ein wichtiger Vertrag. Und das zu einem Preis, der von der NAG akzeptiert wird. Das ist jene GmbH, die gerade wegen der „allgemein gestiegenen Kosten“ die Preise für die Touristenfahrten auf der Nordschleife für 2012 deutlich erhöht hat, zumal gewisse – nennen wir es - „Zusatzleistungen“ von 2011 in 2012 noch weggefallen sind. Wenn sie aber selbst zur Kasse gebeten werden, akzeptieren die neuen Herren am „Ring“ in neuen Verträgen noch nicht einmal Preise, die eigentlich auf dem Niveau „von gestern“ basieren. - Eine interessante Einstellung.”


Sonntag, 06. November 2011

Preisentwicklung Touristenfahrten 2000-2012.

Die 2012er Preise für die Touristenfahrten sind von der NAG veröffentlicht worden:

  • Einzelrunde von 24 auf 26 Euro.
  • 4 Runden von 89 auf 95 Euro.
  • 25 Runden von 470 auf 490 Euro.
  • Jahreskarte von 1.350 auf 1.445 Euro.

Das Zwangsessen in den NAG-Kneipen fällt 2012 weg, eine Ringwerk-Karte bekommt man aber trotzdem reingedeut, sobald man ein Mehrrundenticket kauft.

Nachdem schon 2010 die 8 Rundenkarte weggefallen ist, fällt für 2012 die 15 Rundenkarte auch untern Tisch. 

Der Einzelrundenpreis bei der 4-Rundenkarte liegt bei 23,75 Euro, bei den 25 Runden bei 19,60 Euro. Damit sich die Jahreskarte gegenüber der 25 Rundenkarte lohnt, muß man mindestens 74 Runden abspulen, das sind über 1.500 km.

Mich hat das selber mal interessiert, wie sich die Preise über die Zeit entwickelt haben, letztes Jahr hatte ich schonmal den Jahresvergleich gemacht - dieses Jahr etwas weiter zurückgeschaut und ein wenig mit Excel rumgespielt:

Die Historie vom Mathias hat mir dabei geholfen.


Samstag, 05. November 2011

Zurück auf Anfang: Thema Zuschauerlüge.

Ich hab mir mal den Artikel in der Sueddeutschen durchgelesen, der zwar überall referenziert wird, aber wohl nur gestern (Freitag) in Papierform verbreitet wurde. Es ist ein Interview mit Richter/Lindner und auf mich macht es einen sehr gescripteten Eindruck. Die gestellten Fragen scheinen wie eine Vorlage, um die aktuelle Strategie - Wir sind nur Opfer und wurden mit falschen Zahlen auf’s Kreuz gelegt - zu verstärken.

Ein paar Statements sind dabei, da dreht’s einem echt den Magen um:

“Wir können nicht zaubern. Wir können einen Blinden nicht sehend machen.”

Gemeint ist Nürburgring 2009 und gesagt hat das ausgerechnet Kai Richter, der maßgeblich an Planung und Umsetzung beteiligt war. Und der Schwarze Peter ist auch schon gefunden: die Besucherzahlen.

SZ: Was läuft schief? Wo bleiben die vorhergesagten Besucher?

Richter: Das ist das generelle Problem, das wir hier vorgefunden haben: Der frühere Betreiber, die Nürburgring GmbH, wie auch die Veranstalter haben mit Besucherzahlen operiert, die allesamt falsch waren. Man hat die offiziell gemeldeten Zahlen einfach addiert und dann noch mit zwei multipliziert, weil manche Veranstaltungen ja über mehrere Tage gehen. So ist man auf eine irrsinnige Zahl von vier Millionen Gästen gekommen. Heute wissen wir, nach zwei Saisons, dass wir nicht mal mit einem Viertel davon rechnen können.

SZ: Also nur eine Million im Jahr?

Richter: Nein, viel weniger.

Da muß man sich echt die Augen reiben, das sind ja mal völlig überraschende Einsichten.

Stinknormale Bürger wie Du und ich haben sich lange vor den Ausgrabungen mit den Zahlen beschäftigt und sie für völlig übertrieben befunden. Grade die Tatsache, daß die oft geschönten Veranstalterzahlen Einzug gehalten haben in einen Businessplan, aufgrund dessen dann Beton vergossen wurde, war von Anfang an Kritikpunkt Nummer 1 aller öffentlichen Diskussion.

Weit VOR Vertragsunterzeichnung - am 4.Okt.2008 - wurde von der MSR (Motorsport Resort Nürburgring GmbH) diese Pressemitteilung unter die Leute gebracht.

Da ist zu lesen:

Der Nürburgring ist als Rennstrecke eine lebende Legende und wird von seinen Anhängern ehrfurchtsvoll Grüne Hölle genannt. Er ist heute einer der traditionsreichsten und gleichzeitig innovativsten Motorsportplätze der Welt. Und eines der beliebtesten Nationalmonumente in Deutschland. Rund zwei Millionen Besucher erleben hier jedes Jahr rund 100 Rennen und 200 weitere Veranstaltungen. Formel 1, DTM, 24h-Rennen, Rock am Ring sowie Truck- und Oldtimerrennen gehören ebenso dazu wie Fahrertrainings, Offroad-Touren und Touristenfahrten.

Kai Richter war zu diesem Zeitpunkt Geschäftsführer dieser GmbH (zusammen mit Erich Geisler).

Von den 4 Millionen war tatsächlich mal die Rede, aber davon hat man schnell wieder verabschiedet.

Zum Zeitpunkt der Grundsteinlegung im April 2008 wurde verbreitet, daß man die aktuellen 2 Mio. Besucher um 500.000 auf 2,5 Millionen steigern möchte.

Mit dem Projekt „Nürburgring 2009“ soll nun die jährliche Besucherzahl an der Rennstrecke, die 2007 seit 80 Jahren bestand, um eine halbe Million auf 2,5 Millionen steigen.

Diese Zahlen - 2 Mio. plus 0,5 Mio. - wurden über die Jahre dann aufrechterhalten.

VOR Vertragunterzeichnung wird Kai Richter am 25.Sep.2009 so wiedergegeben:

Und er sei überzeugt, dass auch das Gesamtkonzept am Nürburgring aufgehe. Die öffentliche, größtenteils negative Diskussion um das Eifel-Projekt hat er satt. “Lasst uns doch einfach mal ein Jahr in Ruhe und zeigen, ob das Projekt ein Erfolg wird oder nicht."

Und zum Jahreswechsel 2009/2010 so:

Mediinvest-Geschäftsführer Kai Richter sieht sein Konzept für den Ring als ganzjährige Freizeitattraktion in der Eifel vor allem durch die Besucher-Resonanz bestätigt. Das neben der Rennstrecke Nürburgring hochgezogene „Eifeldorf Grüne Hölle“ (benannt nach dem Spitznamen der Rennstrecke) mit seiner Diskothek „Eifel-Stadl“ und zahlreichen weiteren Gaststätten, das neue Congresshotel und die motorsportlich geprägten Attraktionen um Ring-Arena, -Boulevard und -Werk hätten in ihrem ersten Jahr bereits erfolgreich eingeschlagen, befindet Richter. Nicht nur von weiter her angereiste Touristen, sondern auch Gäste aus der Eifel selbst hätten für erfreuliche Umsätze gesorgt, die teils deutlich über den Erwartungen lagen.

Allein die Diskothek zählte in ihren ersten sechs Monaten 100 000 Gäste, so der Investor. Das steht in unübersehbarem Widerspruch zu den Angaben früherer Geschäftsführer am Ring, die in ihrer Befragung in Mainz aussagten, die Besucherzahlen seien - auch infolge verspäteter Fertigstellung einiger Attraktionen - bisher weit unter den Prognosen geblieben. Ins „Ring-Werk“ kamen in diesem Jahr nur halb so viele Besucher wie erwartet. Der Mediinvest-Chef sieht es eben einfach anders.

Die Besucherzahlen - sowohl die verbreiteten als auch die darauf basierenden Prognosen - wurde von der Öffentlichkeit immer wieder in Frage gestellt.

Allen voran Wilhelm Hahne, der sich sogar mal die Mühe gemacht hat, die einzelnen Veranstaltungen aufzubröseln, um dann eine konservative Schätzung mit allem Aufrunden von 750.000 Besuchern abzugeben. Das war bereits im Jahr 2007 - genau am 13.Dez.2007 und damit auch in einem Formel 1 Jahr.

Am 2.Feb.2010 - also auch VOR Vertragsunterzeichnung - hat Norbert Hanhart im Untersuchungsausschuß Klartext gesprochen und die RZ hat darüber geschrieben:

“Die Prognose, mit dem im Sommer 2009 eröffneten Freizeitpark an der Rennstrecke jährlich 500 000 Besucher mehr anlocken zu können, sei auf fragwürdiger Basis zustande gekommen, kritisierte Hanhart. Teils sogar mit ”Taschenspielertricks“. So seien damalige Besucher zweier schon vorhandener Attraktionen am Nürburgring einfach doppelt gezählt worden. ”Das war eine Art wundersamer Besuchervermehrung.“ [..] Fatalerweise waren die ”überzogenen Prognosen“ nach Darstellung des Zeugen aber die Grundlage des Ausbaukonzepts. ”Wenn die Basis nicht stimmt, kann das Haus nicht halten“, sagte Hanhart. Am Ring sei eine landschaftsverschandelnde ”Gigantomanie“ geplant worden.”

Später kam es noch doller, als ein Excelpapier geleakt ist, das die doppelte Buchführung der Zuschauerzahlen dokumenieren soll. Das habe ich seinerzeit auch aufgegriffen - am 4.Nov.2010.

Daß die Besucherzahlen nicht nur leicht geschönt, sondern massiv nach oben phantastiert wurden, war in der Öffentlichkeit stets Kritikpunkt Nummer 1 für den völlig überdimensionierten Größenwahnsinn namens “Nürburgring 2009”. Solange man seine eigenen Bauprojekte damit in große Dimensionen schieben konnte, war das opportun. Jetzt - wo das wackelige Kartenhaus Stück für Stück kollabiert - möchte man sich reinwaschen und sucht verzweifelt nach Auswegen.

Daß man den Ausweg über die Zuschauerlüge wählt, zeigt eigentlich nur die Größe der Verzeifelung.


Hervorragend und profitabel.

Jörg Lindner meint in der Allgemeinen Zeitung von heute:

“Die touristischen Bereiche, die von Herrn Richter geplant und gebaut wurden, laufen alle hervorragend und profitabel.”

Deswegen hat sein Eifeldorf wahrscheinlich auch mehr zu als auf und muß mit der Nordschleife zwangsverkuppelt werden.


Dienstag, 01. November 2011

Ein paar übrig Ns vom hektischen Mahnbescheids-Dienstag.
Donnerstag, 06. Oktober 2011

Das mit dem SPIEGEL wird mir langsam unheimlich.

Der Nürburgring ist schon schon wieder im Spiegel. Diesmal SpOn zum Thema Tourifahrten auf der Nordschleife.

(Nein, zu dem leidigen Thema “Arbeitskreis Sicherheit” sag ich nichts, reg ich mich nur wieder auf. Aber Ihr könnt ja mal versuchen, das seinerzeit aufwendig produzierte Sicherheitsvideo auf der NAG Seite zu finden.)

Hier die Übersicht der auffällig regelmäßigen SPIEGEL Artikel:

29.Aug., Fehlende Ausschreibung
11.Sep., Brüssel und EU-Ärger
26.Sep., Freizeitpark = Fehlplanung
6.Okt., Touristenfahrten Nordschleife

Komischerweise kommt die NAG immer gut weg dabei. Ist sicher purer Zufall.


Sonntag, 02. Oktober 2011

Die Touristenfahrten ...

… fliegen den Düsseldorfer Betreibern grade buchstäblich um die Ohren: zu den heftigen Unfällen vor kurzem kommt ein schwerer Unfall gestern Ausgang Fuchsröhre, als wohl jemand der ausgestiegen war, um zu helfen, von einem Auto erfasst wurde und dann heute eine Art Massenkarambolage im Bereich Kesselchen und mehrere Stunden Sperrung.

Der Arbeitskreis Sicherheit tagt anscheinend garnicht mehr, stattdessen gibt’s nur markige Aufheizsprüche. Von wegen Ist wieder auf, Nervenkitzel, Ideallinie und so. Am Terminal für das Sicherheitsvideo laufen inzwischen Werbefilme.

Hoffentlich haut da bald mal einer auf Not-Aus, bevor die gierigen Blut°Sauger alles hingerafft haben. Den Opfern wünsche ich gute Besserung.

UPDATE:

Jalopnik und bridgetogantry greifen das Thema auf.

UPDATE:

Autoblog (deutsch) und Agentur dapd.

UDPATE:

Rhein-Zeitung.

UPDATE:

Bonner General-Anzeiger.

UPDATE:

GT-Spirit.

UPDATE:

Video von der Baustellen-Situation kurz bevor dem Unfall.

UPDATE:

Pistonheads - und noch eine andere Videorunde.

UPDATE:

Axis of Oversteer.


Mittwoch, 14. September 2011

Übrig Ns vom Mittwoch.

Joachim Winkler, Sprecher des Infrastrukturministeriums, bestätigte der Nachrichtenagentur dpa am Sonntag, dass Nachfragen der EU vorlägen und bearbeitet würden.

Ich hab auf der Seite mal die Suche nach “Nürburgring” bemüht und ein Organigramm zurückbekommen. Das Referat 381 ist also die ring°verwaltung. Die machen ja auch nächsten Dienstag ein Forum, werde ich auch dran teilnehmen. Auch wenn die Namensgebung leicht affrontverdächtig ist. Auf das “Miteinander auf Augenhöhe” bin ich gespannt, ich bring mal vorsorglich 22.302 Unterschriften mit.

Ist es nicht jämmerlich für eine Demokratie, daß die Landtagsmitglieder (der Opposition) solche Informationen aus der Zeitung bekommen müssen?


Montag, 05. September 2011

Übrig Ns vom Montag.
Sonntag, 08. Mai 2011

Werbung wichtiger als Sicherheit?

Das ist noch garnicht so lange her, da wurde diese Säule installiert für das Touristenfahrten-Sicherheitsvideo:

Heute klebt eine Werbung drauf von Stuck & Sons und im Display laufen Werbefilme.


PM der Rennleitung.

“In ein Gerangel um die Ideallinie gerieten am Samstag mehrere Pkw- und Motorradfahrer bei der Einfahrt in den Streckenabschnitt „Adenauer Forst“, so dass es beinahe zu einem Unfall zwischen den insgesamt vier beteiligten Fahrzeugen gekommen wäre.
In solchen Fällen kommen auch für die Nürburgring-Nordschleife die Regelungen der StVO zum Tragen. Die Ermittlungen ergaben letztlich, dass alle beteiligten Personen einen vorwerfbaren Beitrag zum Entstehen der Situation geleistet hatten und sie damit zumindest mit einem Bußgeld rechnen müssen.

Ich hab da nichts geändert, genauso formuliert kam die Pressemitteilung der Polizei an. Das kommt für mich leicht überraschend, daß man jetzt auch bei Beinaheunfällen ermittelt und Bußgelder verteilt. Weil man sich über die Forsteinfahrt nicht einig war.

Einen vorwerfbaren Beitrag zum Entstehen der Situation” - wie sieht’s denn da mit der reißerischen Werbung des Veranstalters aus? Im Sinne von Adrenalinkick, Speed, Spaß & Co. Oder die Suche nach der Ideallinie, die für die Touristenfahrten im NAG Werbeprospekt so angepriesen wird:

“Der entscheidende Vorteil: Es gibt keinen Gegenverkehr, der die Ideallinie stört.”


Montag, 25. April 2011

Vergleich NAG Kommunikation mit Polizeibericht.

An Ostern gab’s besonders am Freitag mächtig viel Betrieb am und um den Ring. Aber auch einige Unfälle.

Das wird auch per dpa verbreitet und z.B. vom General-Anzeiger veröffentlicht. Das sind die 9 Unfälle, die der Polizei bekannt wurden.

Währenddessen die Nürburgring Automotive GmbH über Facebook zum Osterfreitag:

“Super Wetter - Super Tag”

… und ruft dann zum munteren Foto- und Filmsharing auf. Was man entsprechend der Ereignisse auch als Aufruf zur Unfalldoku verstehen kann.

Die Polizei Adenau hat heute nachmittag eine Infomail verschickt, die auf 7 Seiten PDF die Unfälle von Ostern auflistet.

Hier sind ein paar ringrelevante Passagen, orgignal Rennleitungs-Speak:

Pressemitteilung der Polizeiinspektion Adenau für das Osterwochenende, von Freitag, 22. April 2011, bis Montag, 25. April 2011

Die Polizeiinspektion Adenau hatte am vergangenen Osterwochenende (22.-25. April 2011) insbesondere auf Grund des hohen Besucheraufkommens im Bereich des Nürburgrings, eine Vielzahl polizeilicher Einsätze zu bewältigen. Dabei lag der Schwerpunkt der polizeilichen Tätigkeiten im Bereich des Verkehrsgeschehens.

Die hochsommerlichen Temperaturen lockten insbesondere am Karfreitag zahllose Besucher in die Region um den Nürburgring. Dies führte dazu, dass bereits am frühen Vormittag starker Anreiseverkehr in Richtung Nürburgring zu verzeichnen war. Betroffen davon waren insbesondere die Bundesstraßen B 412, B257 und B 258. Das hohe Verkehrsaufkommen, teils zusätzlich behindert durch verschiedene Baustellenabschnitte sowie Verkehrsunfälle, führte zu kilometerlangen Staus. Auch auf den zum Nürburgring führenden Nebenstrecken war starkes Verkehrsaufkommen zu verzeichnen.

Verkehrsgeschehen

In der Zeit von Karfreitag, dem 22.04.2011, bis Ostermontag, dem 25.04.2011, wurden der Polizeiinspektion Adenau insgesamt 32 Verkehrsunfälle bekannt. Alleine am Karfreitag bzw. „Carfriday“, wie der Feiertag unter Motorsportfreunden genannt wird, ereigneten sich 20 Verkehrsunfälle.

Neun der festgestellten Verkehrsunfälle ereigneten sich im Rahmen der sog. „Touristenfahrten“ auf der Nordschleife des Nürburgrings, davon alleine sechs am Karfreitag.

Insgesamt erlitten bei den o.g. Verkehrsunfällen 18 Personen Verletzungen, wovon fünf als Schwerverletzte eingestuft wurden. Bei den Schwerverletzten handelte es sich in vier Fällen um Motorradfahrer sowie einen Quad-Fahrer. Drei weitere Motorradfahrer wurden leicht verletzt. Bei den übrigen leicht verletzten Personen handelte es sich um Insassen von Personenkraftwagen.

Die geschätzten Sachschäden belaufen sich insgesamt auf rund 175.000,- Euro.

Sowas wie “Gute Besserung” kommt der NAG nicht über die Lippen. Wie auch schon beim Feuerunfall von der “Lasst den Asphalt glühen” Formelveranstaltung.

Von meiner Seite wünsche ich den Verletzten alles Gute und eine schnelle Genesung. Und sollten sie unverschuldet zu Schaden gekommen sein auch ein schnelle und unkomplizierte Schadenserstattung.


Samstag, 26. Februar 2011

Jörg Lindner: Wir haben viele guten Ideen.

In einem Zeitungsinterview mit Jörg Lindner kann man ein paar interessante Einsichten nachlesen. Zum Beispiel:

Sicherlich auch um ihre eigene Investition am Ring zu schützen haben die Lindners zugestimmt und mit weiteren Investoren die Nürburgring Automotive gegründet.

Investitionen? Investoren?

".. im Sommer 2006 hatte der Ring 60 fest angestellte Mitarbeiter, heute haben wir 390."

Ok, statt 40 Millionen Schulden hat die Nürburgring GmbH heute auch eher 400 Millionen Schulden.

"Die politischen Verhältnisse im Land haben allerdings keinen Einfluss auf unsere Arbeit."

Ich glaube mit der Meinung steht er ziemlich alleine da.

"Jeder ist Trainer am Nürburgring und weiß, wie es geht oder auch nicht geht."

Ja! Und die neuen Betreiber mit großem Vorsprung vorneweg!

"Wer bitte ist denn vergangenes Jahr Formel 1 Weltmeister geworden? Ein Energy-Drink-Hersteller, quasi ein Limonadenprodukt!"

Hallo Adrian Newey, jetzt wissen Sie Bescheid!

"Ich will ja nicht das ADAC Reglement ändern."

WOT?!

Da gibt es eine Facebookseite „Save the ring“. Da wird der Eindruck erweckt, der Ring würde geschlossen.

"So ein Unsinn, das ist doch gefährlich, solche falschen Inhalte in die Welt zu setzen."

Falsche Inhalte?

"Da gibt es einen so genannten Industriepool der Autozulieferer. Die machen unter anderem Test- und Touristenfahrten."

Nee, iss klar.

"Darüber hinaus habe ich mal in der Wasserballbundesliga gespielt und habe somit im Bereich der nonverbalen Kommunikation gewisse Vorkenntnisse (lacht)."

Da steht einem ja auch schonmal das Wasser bis zum Hals.

"Man muss beharrlich sein, wir haben viele gute Ideen und wollen möglichst viel umsetzen."

Oh sh*t, ich hab's befürchtet.

(Das komplette Interview gibt's hier bei Koblenz Erleben auf Seite 6.)


Donnerstag, 30. Dezember 2010

Wir müssen draußen bleiben.Ron Simons hat ein Problem: die Nordschleife ist jetzt privat und er darf nicht mehr drauf. Soweit sind wir jetzt, daß zwei Privatleute darüber eintscheiden, was mit Volkseigentum geschieht. Und die Gerichte in Rheinland-Pfalz spielen munter mit.

UPDATE:

Heute gibt es eine Stellungnahme der Nürburgring Automotive GmbH, ich habe sie in Facebook und Touristenfahrerforum gesehen. Bin mir nicht sicher, ob oder wie sie sonst verbreitet wird (Pressemitteilung?), also hier ist der Text:

Die Nürburgring Automotive GmbH hat ein Hausverbot gegen die in Nürburg ansässige Firma RSR Nürburgring bzw. 75 Experience GmbH ausgesprochen. Inhaber der beiden Firmen ist der Niederländer Ron Simons, der seit den späten 90er Jahren Lizenzkurse und Track Days auf der Nordschleife anbietet. Es handelt sich dabei bereits um das zweite Hausverbot gegen Herrn Simons.

Ein erster Ausschluss von den Touristenfahrten wurde bereits durch die alte Nürburgring GmbH 2009 verabschiedet, jedoch durch die damals neu eingesetzte Geschäftsführung im Januar 2010 aufgehoben um Ron Simons eine letzte Bewährungschance einzuräumen. Grund für das Hausverbot waren und sind u. a. gravierende Sicherheitsmängel an den von der RSR Nürburgring eingesetzten Fahrzeugen, Kennzeichenmissbrauch, unerlaubte Instruktorenfahrten, das Nichtanzeigen von verursachten Unfallschäden, massive Beschwerden von anderen Nordschleifennutzern (Zu den Wortführern gehörte Herr Frison, der noch 2010 die Verbannung von Herrn Simons von der Nordschleife gefordert hat…), der wiederholte Verstoß gegen Absprachen sowie der Missbrauch der Jahreskarten. Darüber hinaus hat Ron Simons versucht während der sogenannten Track Walks Personen im Kofferraum seines Fahrzeugs einzuschmuggeln, ohne hierfür die vereinbarte Gebühr entrichtet zu haben. Durch erneute Verstöße gegen die getroffenen Spielregeln, sah sich die Nürburgring Automotive GmbH gezwungen, ein erneutes Hausverbot auszusprechen.

Die Erteilung des Hausverbotes wurde mit Urteil des Landgerichts Mainz vom Dezember 2010 bestätigt.


Also eher eine Altlast der Nürburgring GmbH als neue Geschäftstaktik der privaten Nürburgring Automotive GmbH. Ich bin aufgrund der Berichte von einem Kartellverfahren ausgegangen, was es scheinbar nicht ist/war.

Was ich super finde: endlich mal Klar-´Text´ vom Ring und nicht so ein weichspültiges Kommunikations-Geplänkel.
Montag, 27. Dezember 2010

Maximales Risiko: Autos und Motorräder sollen gemeinsam auf der GP-Strecke fahren.Neues aus dem Experimental-Labor der Firma Lindner: 20 Minuten GP-Strecke für 38 Euro. Autos und Motorräder zusammen.

Ich sag nur: Deckung!


Donnerstag, 23. Dezember 2010

Was qualifiziert Kai Richter den Nürburgring zu betreiben?Nach dem SWR liegt jetzt auch der Rhein-Zeitung der 2. geheime Teil des Prüfberichtes des Landesrechnungshofes vor. Der erste Teil ist auf seinen 152 Seiten schon ziemlich vernichtend, der zweite Teil befasst sich hauptsächlich mit Kai Richter.



Man hat argumentiert, daß die bekanntermassen brisanten Details aus Datenschutzgründen nicht veröffentlicht werden dürfen. Ich hatte auch selber schon an Herrn Behnke geschrieben, aber er hat mich - höflich aber bestimmt - abgewimmelt.

So langsam scheint sich jetzt der Schleier zu lüften und das ist gut so, denn die handelnden Personen sind sehenden Auges in die Katastrophe gerannt. Der Druck wird hoffentlich so groß, daß selbst die Koblenzer Staatsanwaltschaft den Deckel nicht mehr zuhalten kann. Und weil sich da einige Bar an Druck aufgebaut haben, könnte es einen ganz schön lauten Knall geben!

Der Artikel in der heutigen Rhein-Zeitung ist da schonmal nicht zimperlich:

(..) Als im November 2007 Aufsichtsratschef Ingolf Deubel, Ring-Geschäftsführer Walter Kafitz, Projektentwickler Kai Richter sowie Bürgermeister [Romes] und Landräte [Pföhler] zum Spatenstich ausholen, gilt das damals noch mit 215 Millionen Euro veranschlagte Projekt als finanziell abgesichert und zukunftsweisend für Rennstrecke und Eifelregion.

(..) Die Papiere, die unserer Zeitung vorliegen [Anm: der zweite geheime Teil des Berichtes des Landesrechnungshofes], dokumentieren ein Versagen auf ganzer Linie. Sie lassen sogar die Vermutung zu, dass man sich bewusst hat täuschen lassen, nur um das von Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) im Jahr 2004 vorgestellte Projekt endlich in Fahrt zu bringen.

(..) Kai Richter, das zeigen die uns vorliegenden Unterlagen, war zu keinem Zeitpunkt in der Lage, die zunächst mit rund 70 Millionen Euro veranschlagten privaten Bauprojekte logistisch oder finanziell zu stemmen.

(..) Weder die Bilanzen seines Unternehmens noch die Referenzen geben Grund zur Annahme, dass er das schafft, was Banken und international tätige Hotelgruppen für ein schlechtes Geschäft halten. Auf 705.000 Euro beläuft sich 2006 der Umsatz des Unternehmens mit drei Mitarbeitern, das immerhin 70 Millionen für Hotels, Partymeile und Feriendorf auftreiben will. 72.000 Euro kann Mediinvest als Eigenkapital aufweisen. Da hat mancher kleine Handwerksbetrieb in der Region mehr auf der hohen Kante.

(..) Das Ring-Engagement Richters war Banken und anderen möglichen Investoren sogar trotz einer Absicherung durch das Land Rheinland-Pfalz keinen Cent wert.


Kai Richter ist übrigens nicht nur Betreiber des Nürburgrings, er hat auch mit Firmen, Beteiligungen und Lizenzen zusätzliche Geschäftsmodelle geschaffen. Ein Blick in´s Handelregister sorgt schnell für Klarheit. Wer hätte zum Beispiel gedacht, daß die Nürburgring TV von Althof/Pathe durch die Beteiligungsverhältnisse eher Kai-Richter-TV heißen könnte? Oder ´Grüne Hölle´ eine eingetragene Marke von Mediinvest ist?

Gedeckt von Kommunal- und Landespolitik treiben Jörg Lindner und Kai Richter ihre gierigen Geschäfte immer weiter und haben schließlich erreicht, worauf sie von Anfang an scharf sind: die Nordschleife auszuschlachten. Die Preise für die Touristenfahrten schnellen in die Höhe und werden mit dem Gastrodorf gekoppelt, die Industrie wird mit bis zu 10-fach erhöhten Forderungen derart geknebelt, daß die Telefondrähte der Konzernbosse heißlaufen und selbst vor mühsam erarbeiteten Sicherheitsauflagen wird nicht Halt gemacht: für 2011 soll man Videokameras mieten können, um die eigenen Touristenfahrt aufzuzeichnen. Fehlt nur noch die offizielle Zeitnahme. Nur des Profits wegen werden von zwei Nicht-Motorsportlern nicht nur der Ring, sondern die ganze Region auf´s Spiel gesetzt.
Freitag, 19. November 2010

Touristenfahrten 2011 mit massiver PreiserhöhungIn 2010 mußte man die Community der Touristenfahrer friedlich stimmen, denn die Privatisierung des Nürburgrings sollte durchgezogen werden, da kann man keine schlechte Stimmung gebrauchen. Jetzt sind die Verträge unterschrieben und für 2011 hat der ring°beton endgültig die Nordschleife erreicht. Für die Jahreskarte 2011 verlangen Jörg Lindner und Kai Richter satte 1.350 Euro, das ist eine Steigerung von 26% gegenüber den 1.075 Euro von diesem Jahr.

Hier die Übersicht:



Die Automotive GmbH selber stellt das so dar:

Die Preise für den puren Fahrspaß in 2011 stehen jetzt fest und Touristenfahrer bekommen im nächsten Jahr mehr fürs Geld. Denn ab dem Kauf eines 4-Runden-Tickets für die Nordschleife gibt es die Eintrittskarte für den Themenpark ring°werk kostenlos dazu. Ob im Drehtheater ´Mythos Grüne Hölle´, beim 24h-Rennen in 4D oder beim Anblick der ausgestellten Fahrzeuge, die in der über 80jährigen Geschichte des Nürburgrings über die Nordschleife gelenkt wurden – im ring°werk kommen auch eingefleischte Fans und Kenner der Grünen Hölle auf ihre Kosten. Um sich im Anschluss über die gefahrenen Runden und das eigene Abenteuer richtig austauschen zu können oder einfach um den Hunger zu stillen, gibt es neben dem ring°werk-Ticket auch noch einen Verzehrgutschein für das Eifeldorf Grüne Hölle dazu. Ganz egal ob Steakhaus, Nürburger-Brauhaus, Langstreckenbar oder Coffee-Lounge, für jeden Geschmack findet sich hier die richtige Stärkung. Außerdem erhält jeder Käufer zehn Prozent Rabatt auf die Leihgebühr der neuen Onboard-Kameras, mit denen ab 2011 jeder Fan ein Stück Nordschleifen-Feeling mit nach Hause nehmen kann.

Mehr fürs Geld? Das Monopol Nordschleife wird mißbraucht, um die Besucherzahlen im Ringwerk zu erhöhen und den regionalen Lokalitäten die Gäste abzugreifen.

Es ist höchste Zeit, ring°belustigung und Nordschleife/Motorsport zu trennen, denn sonst ist das hier nur der Anfang. Die Preiserhöhung und die Kopplung mit dem ring°bla zeigen zwei Dinge ganz deutlich: 1.) daß die Privatbetreiber jetzt kräftig an allen Preisschrauben drehen werden, um ihre aufgeblähten Kosten zu decken und 2.) daß Ringwerk und Gastrodorf ein Schuß in den Ofen sind, denn sonst bräuchte man nicht so zwanghaft den Gästen den Besuch aufzwingen.
Montag, 01. November 2010

6 Monate privater Nürburgring.Soll man feiern oder trauern? Vor einem halben Jahr haben Kai Richter und Jörg Lindner gemeinsam den Nürburgring übernommen und für diesen Zweck ihre neue Firma Nürburgring Automotive GmbH gegründet.



Zwar wollte man versuchen, neue Besuchergruppen zu erschließen, aber dem Beobachter kommt es so vor, als ob die vorhandenen Ringfans einfach stärker gemolken werden. Ringkarte, Parkgebühren und gescheiterte Mitläufer-Shows (Top Gear) tragen das vorhandene Image weiter ab. Das Schlagerkonzert letzte Woche ist auch so ein Fall: schon ab Juni wurde Hansi Hinterseer flächendeckend in das Umland plakatiert um dann endlich in einem dürftigen Konzert zu gipfeln.

Währenddessen in Mainz: man spielt den Besonnenen und versucht Erfolg auszustrahlen, aber hinter den Kulissen leuchtet Alarmstufe rot. Von Untreue-Ermittlungen der Staatsanwaltschaft über Untersuchungsausschuß im Landtag bis zur Klage bei der EU Wettbewerbskommission reichen die Folgen, die das angebliche Leuchtturmprojekt begleiten. Jetzt hat man sich sogar dazu entschlossen einen weiteren Geschäftsführer am Ring zu plazieren - einen Experten für Vergaberecht.

Was war im Vorfeld von neuer Transparenz und Dialog die Rede. Im Jetzt angekommen werden die Kritiker immer noch mit den alten rüden Methoden eingeschüchtert, Kai Richter schickt schon wieder seine Anwälte gegen Aufmüpfige los - souverän geht anders.

Und die Besucher? Offiziell phantasiert man immer noch von über 2 Millionen pro Jahr, obwohl diese Träumerein längst mehrfach widerlegt sind und auch die Ringwerk-Prognosen weit nach unten korrigiert werden mußten. So weit, daß ohne Freikarten nicht mehr viel übrig bleibt.

Die neuen Betreiber glänzen in erster Linie als Besserwisser und experimentieren mit neuen Formaten: ob bei den Touristenfahrten, der Homepage oder Veranstaltungen - Hauptsache erstmal alles auf Links drehen. Und wenn´s schiefgeht? Kein Problem, dafür gibt es ebenso neue Kommunikationsprofis, die sich das euphorische Hochjubeln gut bezaheln lassen.

Der Auftrag für die nächsten 6 Monate ist einfach: Ruhe ausstrahlen und Erfolge vermelden. Denn Ende März sind in Rheinland-Pfalz Landtagswahlen und da kann man vor allem eines garnicht gebrauchen: schlechte Nachrichten.
Dienstag, 05. Oktober 2010

Mit Seltenheitswert: Nordschleife-Fahren im Oktober.Die Oktober Öffnungszeiten für die Touristenfahrten sind sehr übersichtlich.


Montag, 26. Juli 2010

sport°auto präsentiert: verbotene Zone Nürburg.Die aktuelle sport auto bringt 2 Doppelseiten über die Touristenfahrten auf der Nordschleife. Das ist an sich nichts Ungewöhnliches, denn die Zeitschrift fährt schon seit vielen Jahren im Windschatten der Nordschleife, sowohl für das Testen als auch für die VLN- und 24h-Rennen, bei denen sich die Redakteure auch gerne einmal für einen günstigen Rennplatz anbieten im Tausch mit der Unterbringung im Heft.

Leider hat auch der Tourireport etwas viel Geschmäckle. Obwohl man in der Redaktion echte Nordschleifeninsider zur Verfügung hätte, wird der Voluntär auf Erkundungsreise geschickt. Er schreibt auch erfrischend wie das Alles auf ihn wirkt, bastelt aber auch jede Menge Sach- und Schreibfehler mit ein (Ringmini mit Heckantrieb, Streckensicherung von Polizei und Bundeswehr, Breitscheid, Devil´s Dinner, Überollkäfig, ...). Flankiert wird das Ganze mit einer nicht gekennzeichneten Anzeige für die Retortengastronomie und einem auf dem Titel (!) beworbenen Gutschein für 1 Runde Nordschleife.

Wenn man etwas tiefer einsteigt, wird´s schnell noch peinlicher: nach der Gutschein-Tourifahrt wird man per Scheuklappenkarte auf direktem Wege in die Gastro-Abzocke dirigiert, denn der Ort Nürburg wird auf dem Streckenplan ausgeblendet - verbotene Zone quasi. Als Dankeschön für die treue Ergebenheit winkt dann das Sport Auto Schnitzelspecial für 12,90, das sich der prinzipiell geduzte Gast ausgerechnet im ´Nürburger Brauhaus´ zu bestellen hat.

Die August sport°auto liegt für 3,90 Euro am Kiosk.


Mittwoch, 07. Juli 2010

Zum ersten Mal seit 8 Jahren nicht bei der VLN - und es war komischerweise garkein Problem.Letzter Samstag war etwas Spezielles für mich: VLN und zum ersten Mal seit 8 Jahren war ich nicht dabei. Die Urlaubsplanung ging vor und ich wollte mal für mich testen, wie sich das so anfühlt. Was mich etwas irritiert: war überhaupt kein Problem.

So ein Urlaub hat auch den Vorteil, daß man mit Abstand die Ereignisse reflektieren kann und von denen gab es ja in letzter Zeit Einige.

Erst wurden wir in Guatanamo eingepfercht (FIA-Zäune), dann wurde das gigantische ruin°werk hochgezogen. Hinter den Kulissen wurde die künstliche GT3 zum Wohle der Werke gefördert und dafür die kreativen SP-Teams verdrängt. Während es früher von Rennen zu Rennen immer wieder Überraschungen gab, ist man heute an die Homologation gebunden und neu sind jetzt höchstens noch die Lackierungen.

Zu allem Übel läßt sich die VLN grade auch noch Stück für Stück vereinnahmen: zuerst die Siegerehrung in der Pappmaché Kulisse, jetzt wird auch noch die traditionelle Freitags-Fahrerlager-Party zum Opferaltar getragen und zum ´traditionellen Sommerfest´umgedichtet. Für die Zukunft plant man sogar für die Touristenfahrten die VLN-Streckensicherung einzusetzen und verpasst der Veranstaltung damit den gefährlichen Renncharakter. Hier kann man nachlesen, wie ich mir die Finger blutig geschrieben habe, um diese Gefahr abzuwenden. Will wieder mal keiner hören.

Ich fürchte, daß der neuen experimentierfreudigen (planlosen?) ring°gmbh auf der Suche nach neuen Zielgruppen die Stammbesucher wegbrechen.
Freitag, 18. Juni 2010

Die neue Bildsprache der Nürburgring Automotive GmbH: Spektakuläre Crashs - Trau Dich!Die Nurfilzring Absolutnix GmbH Nürburgring Automotive GmbH setzt auf eine starke Bildsprache, wenn es um das Bewerben der Touristenfahrten geht. Beim jüngsten Kreativausbruch zum Thema Koppelgeschäfte kann man lesen:

Die Nordschleife ist eine lebende Legende. Erfolge und Niederlagen, waghalsige Manöver und spektakuläre Crashs zeichnen ihre Geschichte. Du kannst genau das spüren, wenn Du Dich traust! (..) Eine Runde über die legendäre Nordschleife mit dem eigenem PKW.
Donnerstag, 17. Juni 2010

Anmietung der Nordschleife mit gewissen Verpflichtungen verknüpft.Beim OGP im August werden Training und Rennen der Youngtimer in den Freitag gequetscht:



Zur Begründung heißt es in einem erklärenden Schreiben:

In einem Gespräch nach dem OGP in 2009 haben wir den AvD gebeten, das Rennen und das Training etwas zu entzerren und nach Möglichkeit das Rennen von Freitag auf Samstag zu verlegen. Der AvD stand dem auch positiv gegenüber. Voraussetzung hierfür wäre allerdings, dass alle Rennen von Freitag, die auf der Nordschleife stattfinden, auf den Samstag verlegt werden müssten. Die Nordschleife ist während des OGP nur an einem kompletten Tag vom AvD für Rennen angemietet. In einem weiteren Gespräch im Februar diesen Jahres hat uns der AvD dann mitgeteilt, dass die Verhandlungen mit der Nürburgring GmbH zur Anmietung der Nordschleife auf den Samstag mit gewissen Verpflichtungen verknüpft werden. Dies hätte bedeutet, dass der AvD gewisse ´neue´, mit dem Umbau des Nürburgrings entstandene Räumlichkeiten in und rund um das Eifeldorf hätte anmieten. Laut Auskunft der Nürburgring GmbH (bzw. der Nachfolgegesellschaft) ist der finanzielle Ertrag der Nordschleife für Touristenfahrten höher als wenn diese an einen Veranstalter zur Durchführung von Rennen vermietet wird.

Schön, daß der Freizeitpark neue Besuchergruppen erschließt und Motorsport an erster Stelle steht! (Danke für die Zusendung!)
Samstag, 20. März 2010

Aktuell sitze ich in der Pressekonferenz der VLN, ein paar Fotos hab ich mal hochgeladen und es geht gleich interessant los. Matthias Wurm von der Wige Media AG hat einen neuen Sponsor für die VLN aus dem Hut gezaubert: Gran Turismo, das als Seriensponsor auf der Heckscheibe der VLN Starter angebracht wird. Der Vertrag wird interessanterweise nicht mit Sony abgeschlossen, sondern direkt mit Polyphony Digital in Japan. Der Vertrag hat erstmal eine Laufzeit von 1 Jahr, zum Erscheinungstermin von GT5 konnte man aber auch nichts neues berichten und geht von "irgendwann in 2010" aus.

Premio steigt als Sponsor in 2010 neu ein, man möchte das ähnlich aufziehen wie seinerzeit bei der V8Star Serie. Das Ganze heißt "Premio Race Cup" und soll über die Händler die Reifenkunden ansprechen.

Sandy Grau wechselt vom Renncockpit ins Business und wird sich in Zukunft stärker bei Uvex einbringen. In der Rennerei kennt er sich schonmal gut aus! Uvex wird auch einen Service vor Ort anbieten, zusätzlich zum racewear24 Shop im Boulevard.

Peter Geishecker hat das TV Paket vorgestellt und hat noch zusätzliche internationale Ausstrahlung in Aussicht gestellt. Das internationale Starterfeld der VLN erlaubt es, auch im Ausland interessant zu berichten. Daher, laut Robert Rust, heißt die neue Strategie der VLN: aktive Vermarktung auch außerhalb von Deutschland. Das DSF sei primär am 24h-Rennen interessiert, hat sich jedoch bereit erklärt 10 x 26 Min. (netto!) auszustrahlen.

Peter Geishecker gibt noch ein paar Infos zur DVB-T Ausstrahlung, der Sender soll stärker werden, um ein besserers Signal auszustrahlen. Das neue Wige Fernsehstudio am Ring erlaubt auch eine Moderation und eventuell auch Werbeeinspielungen. Nach wie vor ein Thema für die Wige ist die Ausstattung der Nordschleife mit Kameras, dafür fehlt allerdings das Geld.

Die VLN baut ihr Rahmenprogramm aus. Geben soll es: Drift Challenge, Sommerfest im Eifeldorf Grüne Hölle, Tourenwagen Revival und Formel Renault Saisonfinale.

Jöckel Hilgeland geht nach den Einschreibungen davon aus, daß das große Starterfeld von 2008 wieder erreicht wird - Krise? Welche Krise? Das Reglement war erfolgreich und man möchte weiterhin die 20-30 ersten individuell anpassen, um die Spannung und Chancengleichheit zu erhalten.

Neu ist auch der Freitag als Trainingstag, damit das Fahrerlager in der Obhut der VLN bleibt. Die Einstellfahrt findet immer Freitag morgens statt.

Klaus von Barby bestätigt nochmal, daß es gegenüber 2009 keine Änderungen im Reglement gibt. Verfeinert wurde der Bereich Aerodynamik, damit es keine Auswüchse gibt. Für die Serienwagen gibt es bei den Benzinern die Neuigkeit, daß auch Turbos eingestuft werden können. Grund sind die neuen kleinen Turbomotoren in der Autoindustrie. Der Hybrid von Porsche ist als Versuch unterwegs in einer eigenen Hybridklasse, der Stromkreis läßt sich zur Sicherheit komplett unterbrechen.

Frank Pohl, der neue Marketing Chef seit 3 Wochen am Ring, bescheinigt der Nordschleife einen hervorragenden Zustand und sie habe den Winter gut überstanden. Die Lärmschutzwand in Breidscheid ist nach seiner Aussage eine Auflage für die Betriebsgenehmigung ab 1.1.2010. Die Bauarbeiten sind bis VLN-Start abgeschlossen. In den vergangenen Wochen und Monaten sei viel für die Sicherheit gemacht worden. "Six Packs" und FIA Zäune hat er dabei betont.

Es gibt auch immer von 17:30 bis 19:30 Uhr Touristenfahrten, außer beim 6-Stunden Rennen.

Die Siegerehrung bleibt jetzt im Eifelstadl und ab 21:00 Uhr soll dann noch gefeiert werden.

Laut Jöckel steht die Graduierung 3 der FIA kurz bevor und erlaubt jetzt internationale Wettbewerbe. Wenn das Zertifikat gültig ist, können sogar GT1 Fahrzeuge auf der Nordschleife fahren. Das gab es seit Jahrzehnten nicht mehr für die Nordschleife.

Marcel Tiemann, Timo Bernhard und Dirk Adorf kamen dann als "Werksfahrer" :) auf's Podium. Marcel gewöhnt sich an den "R", weil der "RSR" nicht mehr konkurenzfähig ist. Der Neue hat noch einiges an Arbeit vor sich. Manthey hat über 20 Fahrer, d.h. könnten eine eigene Meisterschaft veranstalten ;)

Timo hat gestern den Rollout für den "R" gefahren, funktioniert erstmal alles ganz gut. Der Abtrieb ist geringer und noch gewöhnungsbedürftig. Timo hält 10 Autos für siegfähig und sieht die Werks-BMW und Audi als Hauptkonkurenz. Er war auch noch nicht im Hybrid auf der Nordschleife unterwegs, wird aber die Testarbeit begleiten. Es ist noch zu früh die Potentiale aufzuzeigen, aber die Entwicklung wird spanned zu beobachten.

Dirk im schicken weißen Fahreranzug von BMW ist stolz und geht die Sache mit viel Respekt an, aber ist völlig begeistert von seinem neuen Renner. Für ihn ist definitv ein Traum in Erfüllung gegangen und vielleicht ist es auch ein Dank von BMW an die Fans der Nordschleife, einen Privatfahrer in das Werksauto zu setzen. Wie stellen sie die Werksfahrer gegenüber den Nordschleifenfahrern dar? Dirk sei herzlich aufgenommen worden, eine Hackordnung gibt es nicht, aber Uwe und Dirk werden komplett im Team integriert und bringen wertvolle Infos ein. Der Z4 ist auch ein Thema, hört sich super an und sieht geil aus, der Z4 habe auch großes Potential und soll auch in die Runde der Favoriten vorstoßen.

Marcel hält nichts von Pokern, es wird von Anfang an Vollgas gegeben und sie werden versuchen, jedes Rennen zu gewinnen.

Die 2.Runde setzte sich zusammen aus Christer Jöns, Jan Derenbach und Heinz-Jürgen Winz. Christer wird den Black-Falcon Audi steuern, heute war Rollout. Gestern war zu knapp, obwohl heute das Wetter einiges schlechter ist. Klappt aber ganz gut und das Auto macht viel Spaß. Christer hält den Audi nach den ersten GP Runden "für genau mein Auto". Statt Dunlop wird bei Black Falcon Yokohama gefahren, aber es gibt Unterstützung von Audi Sport, um den Wagen in den Griff zu bekommen. Die ersten Rennen sind zum Testen vorgesehen, aber nach dem 24h-Rennen soll auch mal ein Gesamtsieg angepeilt werden. Das sei natürlich der Grund, in die GT3 Klasse zu wechseln. Christer fehlt auch nur noch der Gesamtsieg in seiner Sammlung - Junior Meister und VLN Champion hat er schon im Schrank stehen.

Das Ex-Junior Team der FH Köln ist jetzt erwachsen geworden und mit dem Ford Focus RS in der Specials Klasse SP4T. Gegenüber einem Cup (Honda Civic) sicher 2 große Schritte, aber trotzdem macht es viel Spaß. Die FH arbeitet eng mit der Ford Entwicklungsabteilung zusammen und die beiden sind in Köln nur durch den Rhein getrennt. Die Konkurenz ist eher in der SP3T zu suchen, die 9 Minuten Marke von Christoph Breuer ist nicht das Ziel. Dafür eher seriennah und zuverlässig.

Heinz-Jürgen Winz wird einen Fiat 500 Abarth einsetzen, weil es genausoviel Spaß macht mit kleinen Hubraum zu fahren. Und vielleicht kann man mit dem unterlegenen Fahrzeug den "Großen" ab und zu Paroli bieten. Der 1,4 L Punto sollte eigentlich mit Turbo aufgerüstet werden, aber der 500er war zu verlockend. Es gibt auch eine Zusammenarbeit mit Turin, um diesen als Cup ausgelegten Wagen für die Nordschleife passend zu machen. Tank, Bremse, Elektrik - alles wird optimiert. Die Winz'ens sind ein Familienteam, Papa und Schwester, aber nach Geschäftsschluß im Autohaus kommen noch jede Menge Leute dazu, um die Rennen am Ring zu ermöglichen. Auch ein Einsatz beim 24h-Rennen ist geplant.

So, jetzt zieh ich mir erstmal einen Kaffee und guck mich nochwas im Fahrerlager um :)
Samstag, 06. März 2010

Eigentlich sollten heute die Touristenfahrten ein paar dringend gebrauchte Euro in die gebeutelten ring°kassen spülen, doch dann kam der Eifelwinter zurück.

UPDATE:

Hier noch ein paar Fotos in meinem Flickr-Album: flickr.com/renntv.

IMG_1913 IMG_1917 IMG_1934
Freitag, 18. Dezember 2009

Unter der Überschrift "Motorsport steht an erster Stelle" teilt die noch in Amt und Würden stehende Nürburgring GmbH mit, daß es bei den Touristenfahrten doch nicht zu der bereits vorher bekanntgegebenen Preiserhöhung kommt. Die Pressemitteilung heißt Motorsport_Bekenntnis.pdf. Auch auf der Webseite wird das Thema werbetechnisch aufgegriffen: "MOTORSPORT STEHT AN ERSTER STELLE. KEINE PREISERHÖHUNG FÜR DIE TOUR DURCH DIE GRÜNE HÖLLE." springt ins Auge, wenn man "Nordschleife" anklickt.
Die deutschen Versicherer werden sich freuen, denn seit Jahren gibt es Streit darüber, ob die Touristenfahrten Straßenverkehr oder Motorsport-Veranstaltung sind. In England ist man da schon einen Schritt weiter, denn die meisten Versicherer klammern die Nordschleife explizit aus ihrer Haftung aus. Wenn man die Werbung und die Pressemitteilung liest, dann kommt da eigentlich kein Zweifel auf, daß die Touristenfahrten ab heute Motorsport-Veranstaltungen sind. Wenn man allerdings auf die vom Januar 2009 stammenden "Allgemeinen Bedingungen" klickt, wird auf die Gültigkeit der Straßenverkehrsordnung hingewiesen. Dort steht auch "Rennen mit Kraftfahrzeugen sind entsprechend § 29 Abs. 1 StVO verboten." Motorsport steht an erster Stelle?
Seit Jahren bemüht sich der Arbeitskreis Sicherheit für die Nordschleife primär darum, die Touristenfahrten als Nicht-Motorsport zu erklären. Der Arbeitskreis wurde in 2002 - also vor 7 Jahren - auch auf meine Initiative hin gegründet, um den steigenden Unfallzahlen mit hohen Sachschäden, Verletzten und Todesfällen entgegen zu wirken. Schritt für Schritt wurden Maßnahmen und Sicherheitseinrichtungen erarbeitet, um die Touristenfahrten am Leben zu erhalten. Die Touristenfahrten sind keineswegs selbstverständlich und in ihrer unkomplizierten Durchführung auf der ganzen Welt einmalig. Für den Ring und die Region sind sie jedoch von entscheidender Bedeutung. Jetzt sind neue Leute am Ruder, die um jeden Preis positive Nachrichten brauchen und begleiten die erste Änderung - die eigentlich garkeine ist (Beibehaltung des 2009er Preisniveaus) - mit aufwendiger Pressearbeit, die quasi schon mit der Überschrift alle vorherigen Bemühungen zunichte macht: Motorsport steht an erster Stelle. Nicht zu fassen, wie unsensibel die neuen Betreiber mit dem Thema umgehen.

Obwohl zugegebenermaßen noch leicht schockiert, möchte ich auch das Thema Preise kurz durchleuchten. Die Preisstablilität begründet Herr Koch so: "Wir werden dieses Erlebnis auch weiterhin einem großen Kreis von Fans zu einem angemessenen Preis ermöglichen." Ich habe das mal zum Anlass genommen, mir die Preisentwicklung der vergangenen Jahre anzuschauen und mit einer jährlichen 5%-Steigerung zu vergleichen: Preisentwicklung Touristenfahrten 2000 - 2010. Bei einer jährlichen Steigerungsrate von 5% wäre eine Runde Nordschleife nächstes Jahr bei 17,50 Euro angekommen. Nur um einmal ins Verhältnis zu setzen, was Herr Koch unter einem "angemessenen Preis" versteht.


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