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Dienstag, 07. Juli 2020

Am Wochenende gab es überall in Deutschland Biker-Demonstrationen.

Also hier, hier oder hier.

Mal abgesehen davon, dass ich den Begriff Biker ganz schlimm finde - das sind für mich so lederbekuttete Möchtegern-Bösewichte - haben diese Demonstrationen für Außenstehende eher so einen q.e.d. Effekt: gegen Fahrverbote und Lärmbeschränkungen demonstrieren, indem man zu Tausenden lärmend und verkehrslahmlegend die Städte flutet.

DAS bringt ganz sicher Pluspunkte in der Öffentlichkeit.

Mir fällt zwar auch keine bessere Idee ein, aber man kann ein schachmatt auch ruhig mal akzeptieren, wenn es vor einem steht.

Denn der Lärm fällt ja nicht von heute auf morgen vom Himmel, sondern wurde die letzten Jahre und Jahrzehnte zelebriert - Sound! - ohne Rücksicht auf Verluste. Da darf man sich dann auch nicht wundern, wenn die Gegner bei passender Gelegenheit versuchen reinzugrätschen.

Das kann der Motorradindustrie in Deutschland noch teuer zu stehen kommen - und die Motorradfahrenden ins Abseits stellen - dass man es versäumt hat eine starke Lobby aufzubauen. Die gibt es quasi garnicht. Bei den Autos gibt es den ADAC, den VDA und einen wechselnden, aber immer devoten CSU Verkehrsminister, bei den Fahrrädern immerhin den ADFC - zwar zahnlos, aber präsent - doch bei den Motorrädern? Das Hobby altert so nach hinten raus, im Motorsport löscht der DMSB wirkungsvoll jede noch so kleine aufkeimende Begeisterung und bei den Herstellern stehen ganz viele konkurrierende Importeure dem inzwischen mächtigen BMW Giganten gegenüber. (Auch wenn VW sich Ducati einverleibt hat.)

Aber auch die sportlichen Autofahrer sollten sich nicht zu früh freuen, denn über Bande steht hier das Spaßfahren auf dem Spiel. Also nicht die Fahrt von A nach B, sondern von A nach A. Für den wird es nochmal richtig ernst, wenn das autonome Fahren unsere Mobilität bestimmt und die Unfallzahlen dramatisch gesenkt werden. Dann wird das Selberfahren eine sehr exklusive Angelegenheit, insbesondere im öffentlichen Straßenverkehr.

Egal ob leise oder laut.

Motorrad | Fahrverbote | Lärm |


Dienstag, 17. März 2020

Wo sind eigentlich die ganzen VW ID3, die Volkswagen auf Halde baut?

Weil die Software noch nicht fertig ist?

Hier.

Das ist schon krass, dass man sowas heutzutage bei Google Maps finden kann:

Mike Frison / renn.tv

Gefunden hat sie Stefan Moeller von nextmove - und er hat seine Entdeckung in ein schönes Video gepackt:

youtu.be/pqTN9wmEIFk

(Hier gefunden.)

Ich mag ja den Dialekt - erinnert mich an die Zeit, als ich ‘92 in Leipzig, Gera und Ostberlin als Dozent gearbeitet habe, um mein Auslandsstudium zu finanzieren.

Eins ist klar: VW macht das nicht aus Spaß, da brennt richtig die Hütte. Eigentlich sind die Autos ja fertig und könnten schon den Verkehr aufmischen - aber ohne Software bewegen sie sich nicht vom Fleck.

Ist schon eine linke Kiste, wann ist Software fertig? Oder andersrum: gib mir eine Spec und liefere mir die funktionierende Software zum Tag X ab. Nicht einfach. Denn gerade bei neuen und vorher nicht erprobten Funktionen hat man keinen Anhaltswert, wie lange das dauert. Und ob es überhaupt möglich ist.

Das Lachen über Tesla bleibt den Etablierten jetzt schon zentnerschwer im Hals stecken. Hoffentlich ersticken sie nicht daran.

Volkswagen | Elektro | VWID3 | nextmove | Software |


Samstag, 29. Februar 2020

Wenn die Polizei mal ausnahmsweise ihre Arbeit macht.

Ich hatte das ja schon öfter hier im Blog, dass ich den (Berufs-) Verkehr um mich herum - hauptsächlich als Radfahrender - als rechtsfreien Raum empfinde: die Leute machen, was sie wollen - Verkehrsregeln werden nur noch als Empfehlung interpretiert: an der Ampel erstmal das Handy raus, Tempo 30 eher mit 60, rote Ampel egal, Halteverbot sowieso, Radwege sind Parkplätze.

Die Polizei in Berlin hat jetzt mal ein paar Tage intensiv den Verkehr überprüft und 4.000 Verstöße geahndet.

Mike Frison / renn.tv

Und wer meint: die Radfahrer sind doch die Schlimmsten - fahren immer bei Rot über die Ampel!

Ja - beobachte ich auch oft - aber das hält sich mit dem Autoverkehr ziemlich die Waage:

Rote Ampel missachtet: 425, davon 208 Radfahrer, 215 Kraftfahrzeugfahrer, zwei E-Scooter-Fahrer.

Idioten gibt es halt in allen Lagern - die lassen sich nicht nach Fortbewegungsart klassifizieren (Idioten fahren Fahrrad, aber nicht alle Fahrradfahrer sind Idioten - bzw. Die Tatsache, dass das Fahrrad ein gutes Verkehrsmittel ist, macht Trottel noch lang nicht zu gescheiten Menschen.)

Ich glaube auch nicht, dass Kontrollen alleine die Lösung sind - das sind einfach nur die Auswüchse der Ego-Gesellschaft getreu dem Motto: Ich! Ich! Ich!

Verkehr | Berlin | Polizei | Radfahrer |


Freitag, 14. Februar 2020

Bundesrat: Radfahrer sind Verkehrsbehinderung.

In der StVO soll sich ja einiges positiv verändern Richtung Radfahren - aber besser nicht zu früh freuen.

Mike Frison / renn.tv

Da wird tatsächlich und ernstgemeint davon gesprochen, dass Radfahrer den Verkehr nicht behindern dürfen. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen.

Radfahrer sind der Verkehr. Sogar sehr guter in jeder Beziehung, ob Adipositasvorbeugung, Platz - und Resourcenverbrauch oder Luftverpestung.

Aber um das zu erkennen erfordert es natürlich einen gewissen Intellekt und wir sprechen ja hier von Politikern - da darf man sich natürlich auch nicht zu viel Hoffnungen machen.

Sorry, aber mehr als Sarkasmus fällt mir dazu auch nicht mehr ein.

Und ich fahre trotzdem mit dem Rad zur Arbeit.

Hier meine Statistik für 2020 bisher:

  • 10 x Rad (600 km)
  • 8 x Bahn
  • 6 x Home Office
  • 2 x Auto

Mein Ziel ist es mehr km als letztes Jahr zu fahren (3.180 km / 53 Fahrten) und das sieht bisher ganz gut aus. Obwohl ich sturmbedingt diese Woche Radpause hatte.

Bundesrat | Radfahrer | Verkehrsbehinderung | Fahrradwetter | StVO |mdRzA |


Sonntag, 02. Februar 2020

Fahrradfahren ist in Deutschland tödlicher geworden.

Tote 2010: 381
Tote 2018: 445

Mike Frison / renn.tv

Bei 83% ist es ein tödlicher Zusammenstoß mit einem motorisierten Fahrzeug - bei den tödlichen Fußgängerunfällen (458 Todesopfer in 2018) liegt die Quote sogar bei 99%.

Mike Frison / renn.tv

Im Schnitt bleiben also jeden Tag mindestens ein Fußgänger und ein Radfahrer auf der Strecke. Nur redet niemand davon und man macht auch nichts dagegen - nimmt es mit einem Schulterzucken einfach hin.

Stellt Euch mal vor es gäbe jeden Tag 2 Terrortote - was da los wäre!

Quelle: European Transport Safety Council

Verkehr | Sicherheit | Radfahrer | Fußgänger |


Die CSU blamiert sich als Tempo-Beschützer Partei.

Macht sogar eine Petitionsliste: Tempolimit nein danke.

Ich habe mal versucht herauszufinden, was mit den Unterschriften passieren soll. Ist mir nicht gelungen. Für am wahrscheinlichsten halte ich nach Lesen der Datenschutz Erklärung, dass die Adressen für einen Newsletterversand verwendet werden.

Generell finde ich Tempolimit-Gegner nicht unsympathisch - man möchte halt gerne schnell fahren. Ich kenne das auch nur so, dass die Leute das dann auch ohne Umschweife so sagen. Meistens wird dann aber auch ergänzt, dass das heutzutage aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens sowieso kaum noch geht.

Mike Frison / renn.tv

Die Argumentation bei der CSU ist aber furchtbar abenteuerlich, denn statt sich als fröhliche Raser zu outen, versuchen sie es hiermit:

Die Zahl der Verkehrstoten ist in Ländern mit Tempolimit zum Teil drastisch höher als in Deutschland.

Tempolimit haben alle (!) Länder und Deutschland liegt mit seinen Verkehrstoten so grob im europäischen Mittelfeld. Afrika ist da schon um einiges gefährlicher, in Somalia z.B. eine 1000-fach höhere Gefahr in Relation zu der Anzahl der Fahrzeuge. Laut CSU Argumentation würde man also in Somalia durch Streichen des Tempolimits die tödlichen Unfälle reduzieren.

Unser Problem sind die Straßen, auf denen bereits Tempolimits gelten. Auf Bundes-, Landes- und Kommunalstraßen liegen die eigentlichen Herausforderungen der Verkehrssicherheit.

Wieso? Mangels Argumenten lässt man sie einfach ganz weg und hofft es merkt keiner. Was ich bei den CSU Wählern für durchaus realistisch halte.

Oder ist das so gemeint, dass man als Tempofreund die bisherigen Tempolimits auch abschaffen will? Im Sinne von "Unser Problem sind die Straßen, auf denen bereits Tempolimits gelten.? Das wäre wenigstens ehrlich.

Der Umwelteffekt eines Tempolimits ist sehr gering. Mit einem generellen Tempolimit von 130 km/h könnten lediglich 0,6 % der CO2-Emissionen des Verkehrssektors eingespart werden. Es gibt heute also wesentlich effizientere Maßnahmen für mehr Klimaschutz im Verkehr.

Das Stichwort hier: “des Vekehrssektors”. Mich würde zwar die zugrundeliegende Rechnung interessieren, aber auch ohne die Zahlen ist es natürlich dreist die Autobahndiskussion jetzt auf den gesamten Verkehr umzuschlagen. Aber OK, CSU-Wähler, siehe oben, vielleicht merken sie es nicht.

Mein Kommentar dazu: ohne die Premiumhersteller, also Audi, Porsche, BMW, Mercedes - die alle aus Deutschland kommen - hätten wir diese Diskussion nicht. Denn sie klammern sich verzweifelt an die letzten Überreste German Autobahn, um ihre monströsen PS-Zahlen und Topspeeds zu rechtfertigen. Und zwar weltweit! Was auf der German Autobahn dominiert, hat auch in anderen Ländern Überholprestige. Und die CSU hat diese Industrie ja gerne - mit dem Verkehrsminister voran - hörig umgarnt. Worin sich wohl auch diese Temposchutzaktion begründet.

Mike Frison / renn.tv

Ich fahre auch gerne schnell, hätte mit dem 5 Zylinder Kuga oder der kräftigen 900er Hornet auch die Fahrzeuge dafür, aber wenn ich ehrlich bin, regt es mich immer furchtbar auf, wenn ich aus dem entspannten Holland wieder in das hektische Deutschland hineinfahre.

Das wäre ja alles noch ok, wenn die Leute wenigstens vernünftig fahren könnten. Aber mit den ganzen Honks am Steuer, die ohne Regel-Elektronik alle schon Exempel der Darwin’schen Evolutionstheorie geworden wären, sorgen mit ihrem Agrostil für völlig sinnlosen Stress auf den Autobahnen. Bei den einen staut sich die Aggression auf, weil sie nicht so schnell fahren könnten, wie es der Untersatz hergibt und bei den anderen, weil man ständig das Gefühl hat sich auf eine Rennstrecke verirrt zu haben.

Zum Thema Umwelt: die schlimmste Verschwendung in meinen Augen ist das Bremsen. Und zwar gleich zweimal, denn es werden wertvolle Ressourcen eingesetzt (Bremsbeläge und Scheiben), um vorher aufwendig aufgebaute Bewegungsenergie in Reibung und Wärme zu vernichten. Was für ein schwachsinniger Vorgang. Und wenn man über die Autobahn fährt, sieht man ständig Bremslichter, quasi die Visualisierung dieser Verschwendung. Gerne auch bei Gefährten der adipösen Art, also 2,5 Tonnen aufwärts.

Mike Frison / renn.tv

Da haben wir jetzt noch gar nicht über Unfälle gesprochen.

Tempolimit | Autobahn |


Sonntag, 26. Januar 2020

Verkehrtminister Scheuer bekommt Schnappatmung, weil sich der ADAC nicht mehr gegen das Tempolimit positioniert.

Und erst die armen Porschefahrer! Freiheitsentzug!


Samstag, 11. Januar 2020

In Dubai gab es soviel Regen, dass der Verkehr zum Erliegen gekommen ist.

24h-Rennen inklusive.

UPDATE:

Die 7h von Dubai hat Black Falcon aus Meupath gewonnen.


Mittwoch, 08. Januar 2020

Barcelona lässt nur noch junge Autos in die Stadt.

Wenn der autonome Verkehr zur Sprache kommt heißt es ja immer, dass die Oldtimer trotzdem noch von echten Menschen gefahren werden dürfen. Als Ausnahme quasi, zur Pflege des Brauchtums und zum Bestandsschutz.

Doch da kommen die Einschläge jetzt auch näher, wenn auch aus anderer Richtung über Bande: aus Umweltschutz-Gründen dürfen Autos tagsüber nicht mehr in die Stadt fahren, die älter als 20 Jahre sind.


Dienstag, 31. Dezember 2019

Jahresrückblick 2019.

Eigentlich ist es ja Zufall, dass ein Jahr auf der Erde solange dauert wie es dauert. Die Sonne hat uns am Haken und schwingt uns in durch die Umlaufbahn - während die Erde fröhlich vor sich hin kreiselt.

Vor Millionen von Jahren hatte das Jahr übrigens mehr Tage, weil die Erde sich schneller drehte. Diese Verlangsamung merken wir zwar nicht - dafür sind Menschenleben zu kurz - aber sie findet statt.

Jedenfalls haben wir uns an den Jahresrhythmus gewöhnt und der Jahreswechsel ist ein guter Zeitpunkt innezuhalten und die Erlebnisse Revue passieren zu lassen.

Das fing leider sehr traurig an, denn Charly Lamm ist viel zu früh verstorben.

Mike Frison / renn.tv

Das läuft mir immer noch nach, wenn ich daran denke oder diese Zeilen schreibe - da geht es mir sicher wie vielen in der Szene.

Ein guter Ausgleich für die motorsportlose Winterpause war der Besuch in Leimbach bei Günter Schlag. Das war schon länger geplant und wir hatten einen interessanten Nachmittag.

Mike Frison / renn.tv

Im Frühjahr musste ich nochmal unters Messer - Altmetallentsorgung:

Mike Frison / renn.tv

Eine gute Gelegenheit, um ein paar Bücher zu lesen:

Mike Frison / renn.tv

Hat sich gelohnt und Ihr findet meine Rezensionen unter dem Stichwort Buchvorstellung in der Blog-Suche.

Der Grund für die OP reicht zurück nach 2018, als ich auf dem Weg zur Arbeit vom Fahrrad torpediert wurde.

Alles gut verheilt, aber die Auto gegen Fahrrad Konstellation begleitet mich fast täglich.

Mike Frison / renn.tv

Die Infrastruktur für Radfahrende hier in der Kölner Region ist eine Vollkatastrophe, man kämpft täglich ums Überleben und braucht starke Nerven.

Mike Frison / renn.tv

Trotzdem lasse ich mir den Spaß nicht nehmen, ich sehe nicht ein mich mit dem Auto in den aggressiven und hoffnungslos verstopften Berufsverkehr zu stürzen. Völlig verschwendete Zeit, vor allem wenn man weiß, dass man auch gut mit dem Rad fahren könnte. Und dann mit solchen Sonnenaufgängen belohnt wird:

Mike Frison / renn.tv

So habe ich immerhin 3.000 Rad-km gesammelt - quasi im Vorbeigehen, denn Sport würde ich das nicht nennen wollen.

Dazu kommt, dass es hier in der Gegend sehr flach ist. Dadurch komme ich mit dem Singlespeed sehr gut zurecht. Sogar soo gut, dass ich kürzlich die Übersetzung verlängern konnte. Hat sich schon bewährt.

Je mehr man mit dem Rad fährt, desto mehr trübt sich der Blick für das Auto an sich, vor allem in der Großstadt.

Mike Frison / renn.tv

Man bekommt aber auch das Gefühl, dass sich die Fronten insgesamt in der Gesellschaft verhärten:

Mike Frison / renn.tv

Jedenfalls ist das Auto nicht mehr der unantastbare Heilsbringer vorangegangener Epochen - sogar das Tempolimit wird in Deutschland immer wieder diskutiert.

Tempolimit!! In Deutschland!!1!

Das hätte auch direkte Auswirkungen auf eine spezielle Kraftfahrstraße in der Eifel.

Und es muss auch die Frage erlaubt sein, ob Motorsport und CO2 Bilanz noch harmonieren - und wie das mit unserem Gewissen vereinbar ist.

Unser Energiehunger ist riesig, die Raffinerie hier in Wesseling läuft auf Hochtouren:

Mike Frison / renn.tv

Das interessiert in Köln niemanden besonders, außer es geht mal etwas schief:

Mike Frison / renn.tv

Hat man sich aber auch schon fast dran gewöhnt, Hauptsache mit dem Auto zur Arbeit. Immer nur 1 Person pro Auto natürlich.

Ebenfalls in unmittelbarer Nähe zu Köln ist der riesige Tagebau der RWE:

Mike Frison / renn.tv

Die Dimensionen sind nur schwer zu vermitteln, aber in CO2 Größenordnung ist die RWE Rekordhalter in Europa.

Und es hat direkte Auswirkungen auf den Motorsport, denn der Erftlandring in Kerpen Manheim soll den Baggern zum Opfer fallen. Genauso wie der gesamte Ort Manheim.

Kai und ich waren im März vor Ort und haben ein Video mitgebracht:

youtu.be/4snNYNSmo6g

Bei der VLN war ich jetzt schon 2 Jahre nicht mehr - hab sie auch nicht vermisst. Die Serie wurde den Herstellern geopfert - mit den GT3 fing es an und nachdem alle Blut geleckt haben, hat die Balance of Performance mir entgültig den Spaß verdorben. Sport ist das schon lange nicht mehr und der Rest des Starterfeldes besteht auch zum großen Teil nur noch aus Kaufautos.

Nicht mehr meine Welt.

Beim 24h-Rennen war ich trotzdem - und es hat sich gelohnt.

Man sieht Olaf Manthey am Steuer:

Mike Frison / renn.tv

Mike Frison / renn.tv

Ich kann die KTM ausführen:

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Und ein Bierchen ist auch drin:

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Der elektrische VW war zwar schnell, aber leise - Null Punkte beim Stammpublikum:

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Da stehen die bunten Autos höher im Kurs, die wenigstens Krach machen:

Mike Frison / renn.tv

Ebenfalls Pflichtprogramm war die Eifel Rallye in Daun - immer wieder schön:

Mike Frison / renn.tv

Obwohl hier auch schon die Welten aufeinanderprallen:

Mike Frison / renn.tv

Mein treuer Transit gehört inzwischen fest zum Inventar und er hat sich wieder als sehr nützlich erwiesen. Zum Beispiel im Urlaub mit der Familie am Mittelmeer:

Mike Frison / renn.tv

… oder beim Ausflug zu dritt in die Berge:

Mike Frison / renn.tv

Mike Frison / renn.tv

Sogar mein N Aufkleber am Penserjoch war noch da - den hatte ich beim Ausflug mit dem Focus RS 2016 auf der Leitplanke verewigt:

Mike Frison / renn.tv

Die Alpentour hatten wir dieses Jahr schon zum zweiten Mal durchgeführt - ausbaufähig!

Mike Frison / renn.tv

Mein persönliches Jahreshighlight ist ebenfalls zweirädrig - die regelmäßigen Ausflüge zur Crossbahn. Für den Anfang musste die Enduro herhalten:

Mike Frison / renn.tv

… und die nötige Infrastruktur habe ich mir mehr oder weniger kreativ an Land gezogen:

Mike Frison / renn.tv

Inzwischen ist die KTM verkauft - ebenso wie der historische Crosser aus meiner seinerzeit geplanten Anfangszeit, die nie so richtig gestartet hat:

Mike Frison / renn.tv

Doch inzwischen hat mein Training richtig Fahrt aufgenommen und ich halte Ausschau nach einem würdigen KTM-Ersatz, damit ich rechtzeitig zu Saisonbeginn kräftig bewaffnet bin. Mir juckt es schon wieder in den Fingern!

Die allgemeine Klima- und Mobilitätsdiskussion wird uns weiter in Atem halten und für den vierrädrigen Werkssport sieht es nicht so rosig aus. Die ersten Signale werden schon ausgesendet - und da haben wir noch nicht über den autonomen Verkehr gesprochen. Der wird die Motorsport-Landschaft in einigen Jahren komplett auf links drehen.

Mir soll es recht sein - lässt sich eh nicht ändern. Gäbe es kräftige und ausdauernde Elektromotorräder für die Crossbahn, ich würde umsteigen. Falls ich durchhalte und den Sport regelmäßig betreiben kann - steige immerhin als Ü-Fünfziger ein - ist ein jährlicher Motorrad-Neukauf geplant. Da lässt sich der Wechsel jährlich neu verhandeln.

In diesem Sinne wünsche ich Euch, dass Ihr gut reinkommt und mit ähnlicher Begeisterung das neue Jahr erwartet. Man sieht sich - typischerweise auf einem Motorsportgelände!

Mike Frison / renn.tv

Jahresrückblick | MikesBlog |


Mittwoch, 18. Dezember 2019

Aus dem Fuhrpark.

Das treue Cannondale hat eine neue Übersetzung bekommen - der Verschleiß machte sowieso eine Getrieberevision notwendig. Jetzt sind vorne 4 Zähne mehr drauf: 50 statt 46. Und hinten ein neues 16er.

Aus dem Fuhrpark: Capo Singlespeed jetzt 50 zu 16.

Während der Aktion habe ich auch gelernt, dass 16 die kleinste Zähnezahl für Schraubritzel ist. Weil eigentlich wollte ich vorne 46 lassen und hinten auf 15 gehen - gibt es aber nicht. Nur bei Steckritzeln - also denen, die auch bei Schaltungen verwendet werden - geht es weiter runter.

Aber wer einmal Singlespeed gefahren ist, möchte sowieso keine Schaltungen mehr am Rad - völlig überflüssig.

Die Schutzbleche sind auch neu - auf die Idee hätte ich auch schon früher kommen können. Hat mir Sorebikes in Ehrenfeld quasi im Vorbeifahren montiert - guter Laden, falls Singlespeeding euer Ding ist.

Im Hintergrund übrigens Köln’s ruhender Verkehr - wer sich auskennt: das ist die Kerkrader Straße. Die muss ich bei meinem Arbeitsweg auch immer überqueren - und da staut es sich eigentlich ständig. Obwohl die Straße immer breiter ausgebaut wird.

Obwohl oder weil? Gib mir Straßen und du wirst Autos ernten.

Eigentlich war ich ja in Hürth auf der Zulassungsstelle - um die KTM abzumelden. Aber da habe ich die Rechnung ohne den Wirt die Beamten gemacht:

Geschlossen wegen Kundenandrang. Kannste dir nicht ausdenken.

Mike Frison / renn.tv

Weil die KTM biete ich aktuell zum Verkauf an. Kein Schnapper, aber hat auch außergewöhnlich wenig gelaufen. Am liebsten würde ich mir nämlich einen Crosser kaufen wollen - mal schauen, ob das funktioniert. Die Saison ist ja noch früh. Ansonsten fahre ich sie noch ein Jahr weiter - ist ein feines Teil.

KTM EXC 300 - nur 88h, 1.Hand, top Zustand, original

Fuhrpark |


Mittwoch, 11. Dezember 2019

Dieter Gass wurde von VW´s Verbrennerrückzug im Motorsport kalt erwischt.

Als Journalisten in Fuji von Audi-Motorsportchef Dieter Gass wissen wollten, was er von der Volkswagen-Ankündigung über die Einstellung des Verbrenner-Motorsportprogrammes vom Vorabend halte, reagierte dieser verblüfft. "Um ehrlich zu sein, war es auch für mich eine kleine Überraschung, das zu lesen".

Kann man hier nachlesen.

Allerdings überrascht es mich wiederum, denn eigentlich sollte man nach Le Mans als Sportleiter mit allem rechnen.

Immerhin sieht Dieter Gass die allgemeine Lage im Motorsport abgeklärt:

"Wenn es in die Richtung geht, dass Verbrennungsmotoren auf der Straße aussterben, muss das nicht notwendigerweise ein Ende des traditionellen Motorsports bedeuten", führte Gass aus. "Früher verlief der Transport auf Straßen mit Pferden. Als dann die Autos kamen, gab es aber weiterhin Pferderennen. Ähnlich kann man sich das im Motorsport vorstellen. Dann würde ich erwarten, dass private Teams diesen Sport betreiben - und nicht mehr die Hersteller."

Dass nicht die Verbrennungsmotoren das Problem sind, sondern der autonome Verkehr, ist für das Ergebnis unterm Strich dann auch nur ein Detail.

Oder wie ein unbedeutender Blogger schon vor 2,5 Jahren schrieb:

Eine sehr schöne Vorstellung, denn wenn sich die Hersteller zurückziehen, verschwinden nicht nur ihre Gelder, sondern auch ihre Einflussnahme. Eine große Chance für den Sport - vielleicht sogar eine Renaissance der Eigenbauten?

Wenn sich überhaupt die Rennstrecken über Wasser halten können. Aber auch das hatte ich ja schon geschrieben.

Überhaupt beschleicht mich in letzter Zeit immer mehr das Gefühl, dass von meiner Seite eigentlich alles zu dem Thema gesagt ist. Irgendwie wird's langweilig - alles passiert genau wie vorhergesagt. Im Grunde ist die Szene jetzt schon nur noch Passagier.


Sonntag, 24. November 2019

VW Motorsport zieht sich werksseitig aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe zurück.

So wie der Diesel in Le Mans nach Dieselgate nicht mehr en vogue war, so wird jetzt der Verbrenner insgesamt zu Grabe getragen:

Volkswagen richtet seine Motorsport-Strategie gezielt auf Elektromobilität aus. Mit der klaren Fokussierung auf rein elektrische Rennfahrzeuge folgt der werksseitige Abschied vom Verbrennungsmotor.

Ob die anderen Konzernmarken zeitnah nachziehen? Seat ist sowieso schon elektrischer als VW - bei Audi und Porsche sind noch die Verbrenner rennmäßig im Einsatz. Auch wenn sich beide Marken ein Formel E Team leisten.

Es wird jedenfalls deutlich, wie sehr der Motorsport mit dem Marketing verzahnt ist und nur dann Budgets bereitgestellt werden, wenn die Ausgaben direkt mit einem Produkt in Verbindung gebracht werden können.

Wenn sich in Zukunft der autonome Verkehr (Level 5) breitmacht, dann gibt es überhaupt keinen Grund mehr für werksseitigen Motorsport - nichtmal elektrischen.


Sonntag, 08. September 2019

Spannende IAA 2019 nächste Woche - aber nicht wegen der neuen Fahrzeugmodelle.

Am Dienstag öffnet die IAA für 2 Pressetage die Türen, bevor die normalen Besuchertage vom 11. bis 22. September starten. Das wird eine spannende Messe. Nicht wegen Elektro, was Anfang des Jahres großen Raum in Genf eingenommen hat, sondern wegen Klima und Resourcenumgang.

Die Städte und die Straßen sind am Limit, doch der Wunsch nach individueller Mobilität wird immer größer. Größer auch im Sinne der Fahrzeuge, das nimmt inzwischen aberwitzige Dimensionen ein.

Mike Frison / renn.tv

Gestern gab es eine schreckliche Katastrophe mit in Berlin: ein Autofahrer steuert mit hoher Geschwindigkeit auf den Gehweg und tötet 4 Menschen. Vier! Stellt Euch das mal als Terroranschlag vor. Oder jemand stößt 4 Menschen vor einen Zug. Was da in den Nachrichten los wäre. Und so? Gehen Sie weiter, es gibt nichts zu sehen, tragischer - aber ansonsten normaler - Verkehrsunfall. Die Gefahr, die von Autos ausgeht, wird einfach als Status Quo hingenommen.

Oder noch ein Gedankenspiel: was wäre los, wenn das ein autonomes Roboterauto gewesen wäre? Das hätte weltweit Schlagzeilen gemacht. Obwohl ich bezweifle, dass jemals ein autonomes Fahrzeug 4 (!) Menschen auf dem Gehweg killt. Das werden wir wohl nicht erleben.

SUVs schwingen sich auf, den Gipfel der Ego-Mobilität zu erobern - eins größer, breiter und schwerer als das andere. Was zählt, ist die aggressive und dominierende Erscheinung, mit der die Insassen ihre Dominanz über den Rest der Bevölkerung zum Ausdruck bringen wollen. Platz da! Und Platz brauchen sie reichlich. Beim Parken, beim Fahren - und diesem stationären Zustand der persönlichen Mobilität, die man Stau nennt.

Die Süddeutsche schreibt heute über SUVs von einem instinktiven Recht des Stärkeren - passend zu dem Rest unseres heutigen gesellschaftlichen Zusammenlebens in Deutschland, wo Rücksichtnahme und Verantwortung kaum noch Platz eingeräumt wird.

In meiner Kindheit gab es mal den Spruch “Mercedes mit eingebauter Vorfahrt”, weil die zumeist betagten, aber auch betuchten Mercedesfahrer gerne für sich eine Sonderstellung im Verkehr beansprucht haben. Heute hat man das Gefühl, dass jeder auch gerne diesen Status für sich reklamieren möchte, einem Hochrüsten von Größe, Dominanz, Masse und Leistung wird keine Obergrenze eingezogen.

Mike Frison / renn.tv

Ich bin bekennender Autofan - schon immer gewesen. Das kommt davon, wenn man seine Kindheit an Tankstelle und Werkstatt der Eltern verbringt. Aber ich bin auch jemand, der mit offenen Augen durchs Leben geht - und ich erlebe den Verkehr in Köln, seit ich 1993 aus London dorthin gezogen bin. Der öffentliche Raum wird ständig enger, die Anzahl der Fahrzeuge steigt unaufhörlich und der Platz wird auch dadurch kleiner, weil die Autos immer fetter werden. Adipositas im Fahrzeugbau. Behäbige Dickschiffe, denen mit Steroiden - also Monstermotoren - nachträglich eine Dynamik eingeredet werden soll. Die Fahrzeuglenker passen sich diesem Schema gerne an: kommen sich wichtig vor, aber schaffen es nichtmal zu Fuß bis zum Bäcker.

Das Ganze nimmt inzwischen Dimensionen an, die man nur noch als grotesk bezeichnen kann. Wie dämlich muss eine Gesellschaft sein, sich solchen Götzen bereitwillig hinzugeben - den eigenen Körper aber behandeln wie eine Müllkippe? Verpestet von Abgasen, gefoltert von Bewegungsmangel und gestresst von hektischem Verkehr?

Der Bürgermeister von Berlin spricht von panzerähnlichen Fahrzeugen, was ja nicht von der Hand zu weisen ist. Sie haben in der Stadt nichts zu suchen - und so sehe ich das auch. In der Innenstadt von Köln geht es manchmal schlimmer zu als beim 24h-Rennen in der Boxengasse zum ersten Boxenstopp - als stände tatsächlich der Rennsieg auf dem Spiel. Und die Autoindustrie, mit ihrer Werbung, die der Kundschaft auch genau diese Gewinnermentalität suggeriert, ebnet den Weg und gibt das Rennen frei.

Nicht ohne Grund unterschreibt man beim Motorsport als Fotograf z.B. eine Enthaftung, weil man sich bewusst in die Gefahr des Rennens begibt und als ungeschützter Mensch gegen tonnenschwere Autos natürlich keine Chance hat. Aber was sagt das über unser Zusammenleben aus, wenn diese Gefahr ständig um uns herum lauert? Überforderte Fahrzeuglenker, die hochgerüstet ihrem Anspruch auf individuelle Mobilität mit Rücksichtslosigkeit Raum verschaffen. Deren unschuldige Opfer zwar betrauert werden, die aber eine Änderung des Systems auch nicht bewirken. Täglich wird in Deutschland mindestens 1 Radfahrer getötet - übersehen - oh, das tut mir aber leid. Muss ihr Kind halt ohne Vater aufwachsen.

Und quasi auf dem bisherigen Gipfel des Zusammentreffens von Klimaschutz vs Rücksichtslosigkeit, in der ein Auto vier Menschen auf dem Bürgersteig überfährt, will die IAA das Auto mit Hilfe einer großen Party abfeiern. Da muss man schon sehr abgestumpft sein, um den Widerstand in der breiten Bevölkerung zu ignorieren, die immer mehr Abneigung gegen das Auto entwickelt.

Oder sind es nur Außenseiter ohne Stimme und Lobby?

Letzten Freitag bin ich bei der Critical Mass hier in Köln mitgefahren - zusammen mit 1.000 anderen Radfahrern. Das ist keine angemeldete Demo, sondern ein Treffen von Radfahrern, die gemeinsam eine Ausfahrt machen. Die Route ist spontan - die Spitze gibt die Richtung vor. Und weil es ein geschlossener Verbund ist, zählen diese 1.000 Radfahrer als 1 Fahrzeug, d.h. Ampeln zählen nur für die Vorderen. Ist ein großer Spaß und findet schon recht lange weltweit in vielen großen Städten statt. Kai und Markus sind auch mitgeradelt und wir hatten unterwegs viel Spaß, Zeit zum Quatschen und uns die Stadt anzusehen.

Mike Frison / renn.tv

Und natürlich auch, um uns über Mobilität zu unterhalten - die beiden sind auch Autofreaks durch und durch. Trotzdem waren wir uns einig, dass die individuelle automobile Mobilität einen Perversionsgrad erreicht hat, der korrigiert werden muss. Und wenn man sich umschaut, wer da alles gutgelaunt mitradelt, dann sind das keine Ökospinner, sondern Leute aus allen Schichten der Gesellschaft, denen es einfach wichtig ist, angenehm in ihrer Stadt leben zu können.

Und diese - sympathischen - Protestbewegungen nehmen zu. Für die IAA hat sich einiges angekündigt, der Veranstalter VDA tut sich schwer, dem Rechnung zu tragen. Geht ja auch nicht, SUVs und Klimaschutz werden nie kompatibel sein. Und den übertriebenen Raumbedarf des neuen Taycan - der Zukunft! - hatte ich ja erst aufgegriffen.

Deutschland ist ein spezielles Pflaster, wenn es um Autos geht, denn hier sind die Premiummarken zuhause, die ihre Leistungsschau in die Welt exportieren wollen: Porsche, BMW, Mercedes, Audi … und da gehört es natürlich zum guten Ton, beim Heimspiel besonders zu glänzen. Wir vergessen das leicht, weil wir hier wohnen, aber der einstige Segen der glorreichen Autoindustrie entwickelt sich langsam zum Fluch: lähmende Aufklärung bei Dieselgate, peinliche Bahn- und ÖPNV Anbindung, künstliche Erhaltung der Verbrenner-Technologie. Man braucht nicht weit zu schauen, der Vergleich der Raumaufteilung im Verkehr in Holland spricht Bände und die Gegensätze könnten deutlicher nicht sein.

Das zaghafte Umdenken scheint jedoch - sogar! - in Deutschland um sich zu greifen. Von daher wird es eine spannende IAA 2019. Auch lustig, dass die Fahrzeugmodelle an sich fast schon als nebensächlich untergehen.

Und über den Motorsport haben wir in dem Zusammenhang noch gar nicht gesprochen - der könnte schneller die allgemeine öffentliche Ächtung erfahren, als ihm lieb ist.

IAAMesse | Mobilität | CriticalMass | Zukunft | Protest | Klima |


Sonntag, 18. August 2019

Autofahren in Deutschland: Mobilität oder persönliche Freiheit?

Immer häufiger wird im Mainstream - also abseits unserer exklusiven Motorsport-Blase - das Thema Straßenverkehr und dessen zunehmende Aggressivität behandelt.

Zum Beispiel aktuell in dieser Quarks Sendung mit Mai Thi Nguyen-Kim:

Wem gehört die Straße? - Aggressionen im Verkehr

Dort werden dann Zahlen genannt, die ich hier auch gerne bringe. Zum Beispiel, dass Autos generell 23 Stunden pro Tag ungenutzt rumstehen. Beziehungsweise eine Kapazitätsauslastung von 4% haben, für die beispielsweise eine Firma nie eine Investition tätigen würde. Meine Rechnung von vor 2 Jahren ist nach wie vor gültig.

Das bedeutet bei 47 Mio. Autos in Deutschland, dass deren Parkraum aneinandergereiht 7x rund um die Erde reichen würde! 6 Meter x 47 Mio. ≈ 7 x 40.000 km.

Tendenz steigend.

Dazu gesellt sich, dass wir heute alle aggressiver und mehr gegeneinander unterwegs sind. Es ist eine schleichende Entwicklung, aber die Autos wurden viel größer und wuchtiger, stärker und zahlenmäßig mehr. Auch wurden sie viel komfortabler, man merkt heute gar nicht mehr den Unterschied, ob man mit 130 oder mit 200 unterwegs ist. Der öffentliche Raum allerdings wurde nicht größer, sondern eher kleiner - besonders in Städten. Kein Wunder, dass sich heute alle Verkehrsteilnehmer - von Fußgänger bis LKW - um diesen Raum prügeln.

Das war vor gut 30 Jahren, als z.B. ich meinen Führerschein gemacht habe, noch ein komplett anderes Szenario. Hier ist ein herrliches Symbolbild dazu (von @jasoncammisa).

Was mich inzwischen aber noch mehr ärgert ist die Tatsache, dass der Motorsport, der durch die Förderung des Wettbewerbs an dieser gegeneinander Entwicklung nicht ganz unschuldig ist, a) weder Verantwortung übernimmt und b) keinerlei Perspektiven aufzeigt, wie sich das Dilemma in der Zukunft lösen lassen könnte.

Wo wir gerade so schön am Erzählen sind, eine Sache nervt mich inzwischen auch tierisch im Zusammenhang mit Energie und Emissionen: das Bremsen. Gibt es eine größere Energieverschwendung als Bremsen? Mal davon abgesehen, dass viele Fahrten insgesamt völlig unnötig sind, weil man die auch locker zu Fuß oder mit dem Rad absolvieren könnte. Aber lassen wir das mal außen vor.

Beim Bremsen wird die vorher mühevoll aufgebaute Bewegungsenergie völlig sinnlos vernichtet und nicht einmal zurückgeführt, sondern in Verschleiß (Beläge und Scheibe), Wärme und zusätzliche Emissionen (Feinstaub) umgewandelt. Daran muß ich immer häufiger denken, wenn ich aggressive Verhalten beobachte, die das komplette Gegenteil von vorausschauender Fahrweise sind. Der Horizont reicht maximal bis zum nächsten Verkehrsteilnehmer - bzw. Konkurrenten - der noch schnell überholt werden muß, bevor es zackig und ankernd in die Ausfahrt geht. WTF?

Mit etwas erweitertem geistigen Horizont könnte der Motorsport hier eine schöne Vorbildfunktion einnehmen, z.B. durch Verbrauchsformeln, die eine vorausschauende und energiesparende Fahrweise belohnen. Wo es gilt Bremsmanöver zu vermeiden, um genügend Energie für den Wettbewerb aufzusparen. Es muss ja nicht so extrem sein wie bei den Dirt Tracks in Amerika, wo die Motorräder gar keine Bremse mehr verbaut haben. Obwohl ich zugeben muss, dass ich das sehr reizvoll finde!

Mobilität | Aggressionen | Straßenverkehr | Bremsen | gegeneinander |


Freitag, 03. Mai 2019

DiCaprio möchte Dieselgate verfilmen und jetzt das Beste: der ausgeguckte Regisseur Edward Berger kommt aus Wolfsburg.


Die Wir-müssen-die-automatische-Vorfahrt-für-Autos-korrigieren Artikel häufen sich in letzter Zeit.


Samstag, 26. Januar 2019

OLG Köln verurteilt Volkswagen AG: sittenwidrig.

Spannendes Urteil im VW Dieselgate - ich glaube zum ersten Mal ist in Deutschland ein Urteil eines OLG rechtswirksam gegen VW ausgesprochen worden.

Das deckt sich auch mit der Aussage von VW hier (Achtung: Link geht zu focus.de), die von insgesamt 12 OLG Urteilen sprechen, die aus VW Sicht alle positiv entschieden wurden.

Denn bisher konnten alle bedrohlichen Urteile abwendet werden - mutmaßlich durch Großzügigkeit, was einem Rückkauf ähnelt. Aber eben individuell pro Fall und mit Verschwiegenheit - anders als ein Urteil, das öffentlich wäre.

So ein öffentliches Urteil liegt nun gegen VW seit gestern vom OLG Köln vor.

Mike Frison / renn.tv

Die Hervorhebungen sind von mir, um die Lesbarkeit zu vereinfachen.

Bemerkenswert ist, dass der Kläger einen Audi A4 2L TDI (also EA189 Version) gebraucht gekauft hat und den Softwareupdate lange verweigert hat:

“Die angebotene Nachbesserung durch ein Software-Update sei ungeeignet, den Mangel zu beheben; zudem seien schädliche Auswirkungen auf den Motor zu befürchten.”

Dann wurde gegen die Volkswagen AG mit dem Ziel der Rückabwicklung geklagt, die wissentlich diesen Motor über Audi in Umlauf gebracht hat:

“Die Beklagte (also VW) ist Entwicklerin und Herstellerin des in dem Fahrzeug verbauten Dieselmotors EA189 Eu5.”

Schon das Landgericht Köln hat der Klage stattgegeben und VW nach § 826 BGB - also Sittenwidrige vorsätzliche Schädigung - verurteilt. Auch sei die Verwendung der Software eine illegale Abschalteinrichtung.

VW hat dann im Sommer 2018 Berufung eingelegt:

“Sie stellt die angefochtene Entscheidung insgesamt zu Überprüfung und rügt die Verletzung von Verfahrensrecht. Insofern vertritt sie die Ansicht, dass das Urteil auf einer unrichtigen Tatsachenfeststellung beruhe. Auch die materiell-rechtliche Bewertung des Landgerichts sei fehlerhaft, denn ein Schadenersatzanspruch aus § 826 BGB scheitere am Tatbestandsmerkmal der Sittenwidrigkeit, an einer Schädigungshandlung der Beklagten im Verhältnis zum Kläger, am Vorsatz eines Vorstandsmitglieds oder eines anderen Organs der Beklagten und am fehlenden Schaden.”

Das wurde dann im Dezember kurz vor Weihnachten noch einmal ergänzt mit der Begründung:

“… dass ihre Haftung bei einem Fahrzeug eines anderen Herstellers nicht in Betracht komme, dass sie nach einer anzustellenden Gesamtwürdigung nicht sittenwidrig gehandelt habe, dass eine Zurechnung nach § 31 BGB nicht in Betracht komme, dass der Kläger keinen auf die angeblich sittenwidrige Handlung der Beklagten zurückzuführenden Schaden erlitten habe, dass ein Schaden nach dem Update nicht mehr vorliege, dass kein Vorsatz von Mitarbeitern der Beklagten vorliege und dass die Berufungserwiderung des Klägers verspätet sei.”

Das OLG hat die Berufung als “offensichtlich nicht begründet” vom Tisch gewischt und erklärt noch einmal die Sittenwidrigkeit

“Sittenwidrig handelt, wer eine Sache, von deren Mangelhaftigkeit er weiß, in der Vorstellung in den Verkehr bringt, dass die betreffende Sache von dem Erwerber in unverändert mangelhaftem Zustand an einen ahnungslosen Dritte, die in Kenntnis der Umstände von dem Geschäft Abstand nähmen, veräußert werden wird.”

“(..) Aus der Heimlichkeit des Einsatzes der Software gegenüber dem Kraftfahrtbundesamt, den beteiligten Stellen und den potentiellen Kunden gegenüber ergibt sich schließlich mit hinreichender Sicherheit, dass die beteiligten Mitarbeiter der Beklagten auch in der Vorstellung handelten, dass der Einsatz der Software zu Schwierigkeiten hinsichtlich der Typengenehmigung und der Betriebszulassung der so ausgestatteten Fahrzeuge führen könnte und dass potentielle Kunden Fahrzeuge, die derart mit rechtlichen Unsicherheiten belastet waren, nicht ohne weiteres erwerben würden.”

“Diese Kenntnisse und Vorstellungen sind der Beklagten nach § 31 BGB zuzurechnen, weil aufgrund des hier maßgebenden Sach- und Streitstandes davon auszugehen ist, dass der Vorstand der Beklagten nicht nur über umfassende Kenntnisse von dem Einsatz der oben geschilderten Software verfügte, sondern auch in der Vorstellung die Herstellung und die Inverkehrgabe der mangelbehafteten Motoren veranlasste, dass diese unverändert und ohne entsprechenden Hinweis weiter veräußert werden würden.”

“(..) Zum anderen ergibt sich aus den obigen Ausführungen des Senats, dass die an der Beauftragung, Entwicklung und Verwendung der Manipulations-Software beteiligten Mitarbeiter der Beklagten zur Überzeugung des Senats vorsätzlich gehandelt haben, dass die Beklagte ihrer Darlegungs- und Substantiierungspflicht hinsichtlich der internen Vorgänge im Zusammenhang mit der Manipulations-Software nicht ansatzweise hinreichend nachkommt und dass von einem analog § 31 BGB zuzurechnenden Vorsatz des Vorstands auszugehen ist. Da die Beklagte auch weiterhin keine konkreten Details ihres Geschäftsbetriebs im Zusammenhang mit der Manipulations-Software darlegt, muss es hierbei bleiben.”

“Da der Schadenersatzanspruch des Klägers bereits mit dem Erwerb des Fahrzeugs entstanden ist und auf Restitution durch Rückabwicklung des Kaufs gerichtet ist, kann in der jüngst erfolgten Ausstattung des Fahrzeugs mit dem vom Kraftfahrtbundesamt erzwungenen Software-Update keine Erfüllung des Schadenersatzanspruchs liegen, und auch ein Entfallen des Schadens infolge eines überholenden Kausalverlaufs vermag die Beklagte insofern nicht hinreichend darzulegen, als sie nicht durch Offenlegung des Software-Updates in allen Details dartut, dass das Software-Update keine anderen negativen Auswirkungen haben kann.”

Dafür plädiere ich ja schon lange, dass die Software offengelegt werden sollte. So eine Heimlichtuerei - warum? Zumindest die Behörden sollten den Quellcode auditieren dürfen - und nicht nur den Update.

“Die Berufung hat nach den vorstehenden Erwägungen nicht nur wegen ihrer offensichtlichen Unbegründetheit im Sinne des § 522 Abs. 2 S. 1 Nr. 1 ZPO keine Aussicht auf Erfolg, sondern der Fall wirft keine ungeklärten Rechtsfragen auf und lässt sich unter Rückgriff auf die höchstrichterliche Rechtsprechung ohne weiteres entscheiden. Weder bedarf es demnach der Klärung von Rechtsfragen, noch divergiert der Senat in einer Rechtsfrage, noch bedarf es einer Rechtsfortbildung, noch erscheint eine mündliche Verhandlung zur weiteren Sachaufklärung oder aus anderen Gründen geboten, § 522 Abs. 2 S. 1 Nr. 2 bis 4 ZPO. Gelegentlich vorkommende abweichende Rechtsauffassungen von Berufungsgerichten beruhen vielmehr auf Abweichungen der Subsumtion und geben dementsprechend Anlass weder von der Anwendung des § 522 Abs. 2 ZPO abzusehen, noch die Revision zuzulassen.”

Nicht zur Revision zugelassen.

Hier ist das Urteil und hier eine Zusammenfassung als Pressemitteilung.

Mir erscheint das als Wendepunkt in diesem Skandal, denn es ermöglicht Besitzern von EA189 Fahrzeugen - egal ob direkt von VW oder auch Audi, Skoda, oder Seat - gezielt Volkswagen vor Gericht zu zerren und sich auf dieses OLG Urteil zu berufen: sie hätten das Auto nicht gekauft, wäre ihnen vorher die “Umschaltlogik” - VW Speak für die Abschaltung der Abgasreinigung - bekannt gewesen wäre.

Von daher überrascht mich, dass das Urteil so relativ unbeachtet in der Medienlandschaft untergeht - immerhin sind Millionen von EA189 Fahrern alleine in Deutschland betroffen.

Zusammenfassend natürlich trotzdem erschreckend, dass diese selbstverständlich erscheinende Würdigung erst in 2019 erfolgt - wo doch VW’s Verhalten seit 2015 bekannt ist.

Dieselgate | Volkswagen | Rückabwicklung | sittenwidrig | OLGKöln | Prozess | Beschluss |


Freitag, 02. November 2018

Audi stemmt sich gegen das autonome Fahren.

Audi sieht überhaupt nicht ein, dass ihre potenten Kunden die Straße für den autonomen Verkehr räumen sollten:

He notes many Audi products appeal to driving enthusiasts, and Volkswagen’s luxury brand is not about to turn its back on such consumers by making only autonomous vehicles in the foreseeable future.

Auch eine Art Zukunftsverweigerung, einfach dagegen stemmen.

Meiner Meinung nach mehr Wunschdenken als alles andere. Da bleiben nur solche Selbstfahr-Areale wie Nordschleife oder vielleicht auch die Eifel insgesamt - aber da dürfen dann sowieso alle selber fahren. Bis dahin (2030 +/-) kommt aber keiner mehr auf die Idee sich ein neues Auto zu kaufen, weil der Markt der Gebrauchtwagen längst implodiert ist und man die tollsten Geräten zu symbolischen Preisen erwerben kann. Und dann bietet auch kein namhafter OEM mehr neue Selbstfahrer an, weil die Volumen homöopathische Größenordnungen angenommen haben.

Audi | autonom | Selbstfahrer | Nordschleife | Wunschdenken |


Freitag, 22. Juni 2018

Le Mans Nachschau - dp Motorsport in Immekeppel.

Schön war’s! Ich bin ja schon am Freitag angerückt, da freut man sich natürlich, wenn man nach dem Bett im Bus morgens direkt einen frischen Werkstattkaffee kredenzt bekommt:

Mike Frison / renn.tv

Als nächstes das Setup - auf diesem Schirm lief die ganze Zeit die Onboard aus dem Nr 1 Rebellion:

Mike Frison / renn.tv

Ich hatte aus Datenhaushaltsgründen die Qualität auf 360 Pixel runtergeschraubt und war überrascht, dass man das kaum gemerkt hat. Dafür ist aber der Stream ruckel- und pausenfrei durchgelaufen.

An der Leinwand hat das neue Apple TV die Streamingaufgaben übernommen. Das hat auch soweit gut geklappt - bis auf den Rennstart. Merke: immer einen Plan B zur Hand haben! Zum Glück waren nicht so viele Leute vor Ort und das iPad musste kurz übernehmen. Ärgerlich, weil vorher lief es stundenlang problemlos. Irgendwas ist ja immer. Danach dann aber alles OK und bis auf ein paar Aussetzer problemlos. Vor allem aus der App raus ohne Werbeunterbrechung - non stop.

Mike Frison / renn.tv

Patrick hat währenddessen beim Grillen nichts anbrennen lassen:

Mike Frison / renn.tv

Die Nacht war kurz und unterhaltsam - und am Morgen hat uns Andreas frische Croissants besorgt:

Mike Frison / renn.tv

Gerri hatte sein Gerrimobil strategisch günstig so in die Halle geparkt, dass er von der Liegefläche einen komfortablen Blick auf das Renngeschehen hatte - Profi halt.

Mike Frison / renn.tv

Mike Frison / renn.tv

Wie immer bei solchen Events gibt es auch etwas Zeitvertreib und in Ermangelung eines elektrischen Skateboards haben wir es quasi mit Außenborder betrieben:

Mike Frison / renn.tv

Funktioniert einwandfrei!

Eine Kawa zum Probesitzen kam auch noch vorbei:

Mike Frison / renn.tv

Mittags nochmal Restegrillen - natürlich gab sich auch Ekkehard die Ehre - und für ein paar Anekdötchen war auch Zeit.

Mike Frison / renn.tv

Nach dem Rennen hatte Patrick noch zum Public Viewing für Fußball eingeladen - und Gerri hat ihn frisch ausgestattet:

Mike Frison / renn.tv

Für mich eine gute Gelegenheit für die Heimfahrt - bei Länderspielen ist der Verkehr immer übersichtlich und mit Fußball kann ich sowieso nicht viel anfangen.

Wir freuen uns schon alle auf nächstes Jahr - dann steht das runde 40-jährige Jubiläum an!

LeMans | dpMotorsport | Immekeppel |


Donnerstag, 22. März 2018

Polizei veröffentlicht Onboard-Video zu dem tödlichen Unfall mit autonomem Uber-Volvo.

Die Polizei in Tempe / Arizona hat 2 Videos veröffentlicht zu dem tödlichen Unfall von Elaine Herzberg mit einem autonomen Uber Volvo: einmal mit Sicht nach vorne und einmal mit Sicht auf den Fahrer.

Die NYT hat die Details - sollte man sich nicht auf nüchternen Magen anschauen.

Eigentlich haben alle 3 (!) Beteiligten versagt: die Frau hat die Straße überquert, ohne auf den Verkehr zu achten - der Uber-Fahrer war abgelenkt und hatte die Hände nicht am Lenkrad - die Radar/Lidar Systeme des autonomen Autos haben das Objekt nicht erkannt bzw. das Auto hat nicht reagiert.

Für die öffentliche Debatte finde ich es gut, dass das Video veröffentlicht wurde - würden wir in Deutschland nie erleben. Für den Fahrer tut es mir ein bisschen leid, dass er so aus dem Fenster gehangen wird. Aber 2 Tonnen bei 60 km/h sind nunmal eine große Energiemenge, die man nicht einfach so auf die Öffentlichkeit loslassen kann.

Jetzt ist Uber am Zug. Um nicht das Vertrauen komplett zu verlieren, müssen sie die Karten auf den Tisch legen: was ist passiert und warum hat das System versagt. Das ist eigentlich die Bringschuld dafür, dass sie im öffentlichen Verkehr ihre Experimente mit Prototypen machen dürfen. Sie haben mit Sicherheit jedes Byte in hoher Frequenz überwacht und im Log abgespeichert.

Aber ich fürchte das wird genauso wenig passieren, wie VW oder BMW nicht den Quellcode ihrer Motorsteuerung offenlegen.

autonom | Unfall | Video | Uber | Volvo |


Dienstag, 20. März 2018

Tödlicher Unfall einer Fußgängerin mit einem autonomen Uber-Volvo.

Elaine Herzberg hat die traurige Ehre als erste von einem autonomen Fahrzeug überfahren zu werden:

Police identified the victim as 49-year-old Elaine Herzberg and said she was walking outside of the crosswalk with a bicycle when she was hit at around 10pm on Sunday. Images from the scene showed a damaged bike. The 2017 Volvo SUV was traveling at roughly 40 miles an hour, and it did not appear that the car slowed down as it approached the woman, said Tempe sergeant Ronald Elcock.

Elcock said he had watched footage of the collision, which has not been released to the public. He also identified the operator of the car as Rafael Vasquez, 44, and said he was cooperative and there were no signs of impairment.

In Tempe bzw. Phoenix / Arizona hat man sich schon an die fahrerlosen Autos gewöhnt - es ist eine der ersten Regionen, in denen das erlaubt ist.

Kennt Ihr den Begriff Bananensoftware?

Reift beim Kunden.

So lustig das bei manchen Anwendungen sein kann, im Fall von autonomem Verkehr darf das natürlich erst dann auf die Öffentlichkeit losgelassen werden, wenn es absolut ausgereift ist - also mehr als sicher. Und einen Fußgänger wahrzunehmen und eine Notbremsung oder ein Ausweichmanöver einzuleiten, gehört zu den Dingen, die ein solches Gefährt als erstes in- und auswendig können muss.

Stellt sich heraus, dass der Unfall vermeidbar war, muss Uber sofort die Lizenz entzogen werden - alles andere wäre fahrlässig von den politisch Verantwortlichen.

Der kommerzielle Druck der Start Up Konzerne mag enorm sein, aber natürlich steht unser aller Gesundheit an erster Stelle. Das ist ja auch einer der Gründe, warum der autonome Verkehr besser ist: keine Unfälle. Das autonome Auto soll besser und schneller reagieren, als das je ein Mensch könnte.

Zu dem Unfall siehe auch New York Times und Jalopnik.

autonom | Unfall | Uber | Volvo | Phoenix |


Freitag, 09. Februar 2018

Audi vs Lancia - großer Auftritt der Rallye WM 83 bei The Grand Tour.

Ein paar Tage aus dem Verkehr gezogen zu werden hat auch Vorteile: jetzt kann ich endlich meinen Rückstand bei Amazon´s The Grand Tour aufholen.

Und die Folge 7 muss ich Euch ganz dringend an's Herz legen: der Audi vs Lancia Kampf in der Rallye WM 1983 mit einem gewissen Walter Röhrl wird inszeniert, wie es nur ein Jeremy Clarkson kann - absolut sehenswert.

Unbedingt auch im englischen Originalton anschauen - Walter Röhrl auf englisch ist fast noch besser als auf bayrisch.

Ich gucke mir das jetzt direkt noch ein zweites Mal an.

GrandTour | Clarkson | RallyeWM | 1983 | Lancia |


Dienstag, 30. Januar 2018

Wann kommen endlich die autonomen Autos?

Ich kann es kaum abwarten. Die Verkehrsdichte nimmt immer weiter zu, aber ebenso auch die Unaufmerksamkeit der Fahrzeuglenker. Und der Stress - man hat den Eindruck hier in Köln wird das Verhalten täglich aggressiver.

Ich wohne seit 25 Jahren in Köln - der Verkehr hat sich massiv zum Schlechten gewandelt. Von wegen Fortschritt.

Gekniffen sind die Schwächsten in der Kette: Fußgänger und Radfahrer - sowohl platzmäßig als auch im verzweifelten Versuch zwischen den ganzen Aggro-Abgelenkten mit ihren 1,5 bis 2,5 Tonnen Gefährten nicht unter die Räder zu kommen.

Woran ich heute morgen krachend gescheitert bin.

Dieser übersichtliche Kreisverkehr hat den von rechts kommenden PKW offensichtlich so überfordert, dass er den ordnungsgemäß fahrenden Radfahrer mit heller Beleuchtung morgens um 6 Uhr übersehen hat. Ohne die abrupte Flugbahnänderung wäre ich eigentlich geradeaus gefahren:

Wann kommen endlich die autonomen Autos?

Warum sind Straßen nur so verdammt hart? Ich habe zum Glück nur Schürfwunden und Prellungen - ebenso wie mein bedauernswertes Rad:

Wann kommen endlich die autonomen Autos?

Herzlichen Dank an die beiden Damen, die mir zur Hilfe gekommen sind - sie waren sicher auch zu spät auf der Arbeit. Und an den Unfallverursacher die Gedankenanregung, dass man einem Verletzten, den man auf dem Gewissen hat, auch gerne gute Besserung wünschen kann, statt mit vereinten Kräften ihn so schnell wie möglich an Armen und Beinen von der Straße zu ziehen (Real Story).

Menschen haben evolutionsbedingt ein eingeschränktes Sichtfeld von geschätzten 160°. OK, die muss man natürlich erstmal einsetzen, aber geschenkt. Computer - also autonome Fahrzeuge - haben keine Einschränkung. 360° Panoramablick - immer. Mit mehreren Kameras und Radarsystemen (Lidar) und viel schnelleren Reaktionszeiten, als dies ein Mensch je könnte. Kollisionen sind so gut wie ausgeschlossen, während sie heute an der Tagesordnung sind.

Gerade für die Schwächsten - also Fußgänger und Radfahrer - gute (Überlebens-) Aussichten. Und auch für die ganzen noch sinnlos sterbenden Auffahrunfallopfer. Keine Woche, an der hier am Kölner Autobahnring nicht so ein Unfall passiert. Gestern ist auf der A61 ein Polizeiauto in ein Stauende gekracht.

Als Radfahrer würde ich mich jedenfalls im autonomen Verkehr viel sicherer fühlen als mit den menschlichen Honks, die heutzutage hinter’s Steuer gelassen werden.

In other news: Waymo kauft FCA Tausende (!) Chrysler Pacifica ab, um sie autonom fahrend einzusetzen.

Fahrrad | Unfall | Kreisverkehr | Autonom |


Sonntag, 21. Januar 2018

Audi´s aktuelle Euro 6 Diesel arbeiten anscheinend mit Prüfstandserkennung.

Wenn von Dieselgate und Audi die Rede ist, dann denkt man erstmal an Altlasten. Weil kann ja eigentlich nicht sein, dass die 2,5 Jahre nach dem großen Knall bei neuen Modellen immer noch mit Prüfstandserkennung arbeiten, um die Zulassung zu erreichen.

Stellt sich raus, machen sie immer noch - diese Meldung ist von heute:

Nach Angaben der "Bild am Sonntag" beanstandet das KBA eine sogenannte Aufheizstrategie, die nur auf dem Prüfstand aktiv sei und im Straßenbetrieb abgeschaltet werde. Die schadstoffmindernde, schnelle Motoraufwärmfunktion springt bei diesen Fahrzeugen demnach nahezu nur im Prüfzyklus an. Im realen Verkehr unterbleibt diese Schadstoffminderung dagegen.

Bei den betroffenen Modellen ist es schon fast einfacher die aufzulisten, die nicht betroffen sind:

Mike Frison / renn.tv

Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) hat für V6-Dieselfahrzeuge von Audi einen Zwangsrückruf verhängt. Der Hersteller sei darüber informiert worden, dass die Behörde in den Audi-Modellen A4, A5, A6, A7, A8, Q5, SQ5 und Q7 mit der Abgasnorm 6 "unzulässige Abschaltvorrichtungen" festgestellt habe.

"Unzulässig" hört sich auch wieder so verniedlichend an wie "Schummelsoftware". Nicht dass noch jemand auf die Idee kommt, es könnte sich um Betrug handeln.

Audi | Diesel | Dieselgate | Aufheizstrategie | Prüfstandserkennung |


Montag, 18. Dezember 2017

Witziges E-Bike heute am Bahnhof: Sondors aus USA.

Am Südbahnhof heute in Köln stand auf einmal ein Pendler mit diesem wilden Gefährt auf dem Bahnsteig:

Witziges E-Bike heute am Bahnhof: Sondors aus USA.

Da wurde ich sofort neugierig - eh klar. Ist ein E-Bike mit 250W, kann man also ganz normal im Verkehr benutzen. Und weil es ein Klapprad ist, braucht man im Zug dafür auch nicht extra bezahlen. Also wenn es zusammengeklappt ist. Was bei diesem Modell sehr gut funktionierte, weil keine Kabel oder so im Weg sind und im Rahmen Kontaktstifte für die Stromversorgung verantwortlich sind. Die Reichweite liegt ungefähr bei 50 km - der Besitzer hatte es erst einen Monat.

Kostet so um die 1.200 bis 1.300 USD und die Dicke der Reifen hat ihn dann auch selber überrascht, als es hier ankam. Nicht dass das schlecht aussieht, aber so mächtig hatte er sie sich dann doch nicht vorgestellt. Mit nur 1,2 bar natürlich super komfortabel und dank Motor kommt man auch zügig voran.

Der Hersteller war wohl selber von der Beliebtheit überrascht - erstmal ausverkauft in Europa. Aber in den USA lieferbar, gibt es auch mit 500W Motor und wird auf der Herstellerseite für 899 USD angeboten.

Schicke Sache auf jeden Fall mit tollen, durchdachten Details.

Sondors | EBike | Elektro |


Donnerstag, 30. November 2017

Köln ist nicht nur in der Bundesliga Letzter: ADAC Verkehrsindex.

Der ADAC hat mal in den 15 größten Städten nachgefragt, was die Leute so vom Verkehr halten: Auto- und Radfahrer, Fußgänger und ÖPNV-Nutzer.

Ergebnis: Köln am Tabellenende.

Köln ist nicht nur in der Bundesliga Letzter: ADAC Verkehrsindex.

In den Kölner Ergebnissen fällt sofort auf: Radfahrer bemängeln das Verhalten der Autofahrer, Fußgänger und Autofahrer das Verhalten der Radfahrer.

Als täglich durch Köln Geher bzw. Fahrer mit allen vier Verkehrsmitteln (zu Fuß, ÖPNV, Rad, Auto/Motorrad/Roller) überrascht mich das nicht, denn die Kölner sind nicht besonders aggressiv im Deutschland-Vergleich - ihnen wird nur kein ordentlicher Raum zugestanden, um sich dem Verkehrsmittel entsprechend fortzubewegen.

Mit dem Auto steht man mehr im Stau als man fährt - mit dem Fahrrad wird man auf lebensgefährliche Weise mit dem übrigen Verkehr vermixt und als Fußgänger ist man gezwungen zu nehmen, was übrig bleibt.

Wer das noch nie in Köln erlebt hat: stellt Euch das konzeptloseste Verkehrsszenario vor, addiert dazu die tägliche Überlastung, tatenlose Polizei und Ordnungshüter und beliebig abgestellte Autos und Lieferwagen: so ungefähr geht das hier ab. Und es wird von Jahr zu Jahr schlimmer.

Die Konflikte sind Teil des Systems, weil es so designed wurde. Was natürlich nicht zur Entspannung beiträgt - aber leider auch jedes Jahr viele Tote und Schwerverletzte opfert, natürlich überwiegend Radfahrer und Fußgänger.

ADAC | Umfrage | Verkehr | Köln | Mobiltät | Stadtverkehr |


Dienstag, 28. November 2017

Ein Porsche wird eines der letzten Automobile mit Lenkrad sein.

Meint Lutz Meschke - Porsche's stellvertretender Vorstandsvorsitzender (Finanzen und IT).

Und wie lautet der Cunning Plan?

Eine andere Idee ist die Mark-Webber-Funktion, wie wir sie nennen – nach dem Rennfahrer und unserem Markenbotschafter. Damit ließe sich das Fahrzeug autonom über eine Rennstrecke wie den Nürburgring bewegen – so wie Webber fahren würde.

Hat sich in den letzten 12 Monaten also nicht wirklich viel getan in der Ideenabteilung.

Andere Vorschläge?

Denkbar ist zum Beispiel, sich Module aus dem Bereich des autonomen Fahrens individuell zusammenzustellen. Stellen Sie sich vor, Sie könnten sich per Software-Update over-the-air kurzfristig ein paar zusätzliche PS oder eine andere Fahrwerksabstimmung runterladen, wenn Sie am Wochenende auf die Rennstrecke wollen – oder dynamisches Scheinwerferlicht, wenn Sie eine lange Nachtfahrt vor sich haben.

Für Licht bezahlen, da wird sich die Porschekundschaft aber freuen.

Die Sportwagenbauer mit der großen Historie haben auf dem Weg zum autonomen Verkehr ein Problem: Marken - Brands - werden zunehmend in den Hintergrund gedrängt. Wie will man da rechtfertigen, dass ein Porsche teurer ist als andere Autos? Bleibt nicht viel übrig, um sich besonders dynamisch und exklusiv zu positionieren.

Man kann schon regelrecht daran fühlen, dass zumindest in Deutschland die Fahrerlebnis-Marken ihren politischen Einfluss ausschöpfen werden, dass menschengelenkte Fahrzeuge so lange wie möglich am Verkehr teilnehmen dürfen. Was die Entwicklung insgesamt lähmen wird und andere Länder werden uns in Bezug auf Mobilität links und rechts überholen.

Ein Diesel Déjà Vu.

Porsche | Zukunft | Autonom | Lenkrad |


Donnerstag, 09. November 2017

Bob Lutz - nüchterner Blick in die automobile Zukunft. Wird nicht jedem gefallen.

Für regelmäßige Leser hier im Blog alles keine neuen Erkenntnisse. Aber dass sie ausgrechnet von Bob Lutz stammen, ist schon bemerkenswert:

It saddens me to say it, but we are approaching the end of the automotive era. The auto industry is on an accelerating change curve. For hundreds of years, the horse was the prime mover of humans and for the past 120 years it has been the automobile. Now we are approaching the end of the line for the automobile because travel will be in standardized modules.

Als Petrolhead ist er über diese Entwicklung genauso traurig wie Du und ich - aber nichts wird sie aufhalten.

Auch wenn ich in Gesprächen oder auch anhand politscher Ereignisse immer wieder feststelle, dass Leute nicht in der Lage sind, die Dramatik des Wandels zu antizipieren, so wird er trotzdem stattfinden. Und wer nicht vorbereitet ist, wird von den Ereignissen einfach überrollt werden. Das gilt für Fahrzeughersteller ebenso wie den Vertrieb aber auch die Konsumenten.

Die selbstfahrenden Fahrzeuge der Zukunft sind so miteinander verzahnt, dass sie wie ein Zug die Straßen entlanggleiten. Überholen, Sicherheitsabstand oder Performance sind Schnee von gestern, werden abgelöst durch Vernetzung. Man wird auch nicht vor die Wahl gestellt, denn man wird feststellen, dass Unfälle stets von Menschen verursacht werden. Die Unfallstatistiken werden die Länder zwingen per Gesetz den Individualverkehr zu verbieten, es werden sich auch keine Versicherer für das Risiko Mensch im Straßenverkehr finden.

Diese fahrenden Module - so nennt Bob Lutz sie - werden von den Flottenbetreibern in Massen in Auftrag gegeben. Fahrzeughersteller geraten immer mehr in den Hintergrund. Kein Wunder, denn wenn die Module aneinander gekettet durch die Landschaft düsen, gibt es für Marken kaum noch Unterscheidungsmerkmale - optisch wird alles ziemlich gleich aussehen ohne prägnante Front- und Heckpartie. Die heutigen Sicherheitsmerkmale - z.B. Blinker und Spiegel - sind ebenso überflüssig wie Fenster - dadurch ergeben sich uneingeschränkte Gestaltungsmöglichkeiten für den Innenraum.

Und die Akzeptanz in der Bevölkerung? Nebensächlich:

All we need is acceptance by the big fleets: Uber, Lyft, FedEx, UPS, the U.S. Postal Service, utility companies, delivery services. Amazon will probably buy a slew of them. These fleet owners will account for several million vehicles a year. Every few months they will order 100,000 low-end modules, 100,000 medium and 100,000 high-end. The low-cost provider that delivers the specification will get the business.

These modules won’t be branded Chevrolet, Ford or Toyota. They’ll be branded Uber or Lyft or who-ever else is competing in the market.

Vor einem Jahr meinte Holger Weiss noch zu mir (German Autolabs, während der TU Europe in München), dass sich Marken wie BMW oder Porsche - also die deutschen Premiumhersteller - nach wie vor über die Dynamik differenzieren werden.

Meine Zweifel an dieser Theorie wurden in den letzten 12 Monaten eher bekräftigt als abgeschwächt. Der Verkehr der Zukunft ist ein stetiges Miteinander, keine nervöse Lichthupe auf der linken Spur.

Schlechte Nachrichten für die stolze Autonation Deutschland. Aber statt die Zeichen der Zeit zu erkennen, protektiert man lieber den Status Quo, so wie Sigmar Gabriel in Brüssel. Damit ist natürlich niemandem geholfen - im Gegenteil, es vergrößert den Entwicklungsrückstand nur noch mehr. Wenn das so weitergeht, dann bleibt am Ende als Autohersteller nur noch DHL übrig.

Es gibt aber auch gute Nachrichten: der Motorsport wird als Betätigungsfeld übrig bleiben und er wird faszinieren, weil hier der Mensch noch selber fährt. Allerdings nur so lange, wie sich die Infrastruktur - also z.B. Rennstrecken - über Wasser halten kann.

Die Analogie zum Pferd und dem Reitsport habe ich oft bemüht, aber sie bietet sich an und auch Bob Lutz greift sie auf:

A horse dealer had a stable of horses of all ages, and you would come in and get the horse that suited you. You’d trade in your old horse and take your new horse home.

Das hätte damals auch niemand gedacht, dass die Pferdehändler mal arbeitslos werden wegen so einer komischen knatternden Kutsche ohne Pferde.

Bob Lutz schätzt, dass die Umwandlung spätestens in 20 Jahren abgeschlossen sein wird - also 2035 bis 2040. Vergleicht das mal mit den Aussagen der Politik - da phantasieren einige noch was vom Verbrennungsmotor.

BobLutz | Zukunft | autonom |


Dienstag, 17. Oktober 2017

Kaffer/Winkelhock/Van Der Linde gewinnen California 8 Hours. Grenzwertige Boxenstopp-Strategie von Land und WRT.

Die Siegessträhne von Land Motorsport ist gerissen - aber sie sind 2. geworden beim 8h-Rennen in Kalifornien. Die Mazda Raceway California 8 Hours wurden zum ersten Mal ausgetragen. Gewonnen haben Pierre Kaffer, Markus Winkelhock und Kelvin Van Der Linde im Magnus R8.

The final pitstops set the wheels in motion for a thrilling finale. The crews of the #11 and the #29 cars opted not to respect the imposed pitstop delta time, both incurring a drive through penalty for that infraction. But even with that penalty they both ran away from the #44 Audi Sport Team Magnus R8, which had stuck to the rules.

Oder wie GT Eins formuliert:

Die beiden europäischen Audi-Teams von Land Motorsport und dem Belgian Audi Club Team WRT hatten sich durch einen taktisch verkürzten Boxenstopp – die resultierende Durchfahrtsstrafe war kürzer als die Standzeit und brachte beiden Teams einen zweifelhaften Vorteil - an die Spitze des Feldes manövriert und waren in Richtung eines Audi-3-fach-Sieges unterwegs, als beide Wagen sich beim Überrunden im Verkehr berührten und in Turn 10 den Kies rutschten.

In der Öffentlichkeit sieht man nicht oft die Bandbreite der Tricks, mit denen gearbeitet wird - aber hier ist so ein Fall. Grenzwertig.

Land | Kalifornien | Kaffer | Winkelhock | VanDerLinde |


Donnerstag, 12. Oktober 2017

Mobilität der Zukunft: Medien hinken noch schwer hinterher.

Selten habe ich so einen schlechten Artikel gelesen, wie diesen hier gestern in der Washington Post.

Ich greife mal ein paar Argumentationen auf.

Eigentlich fängt es ganz gut an, indem 2017 rückblickend als der Wendepunkt betrachtet werden könnte, an dem Elektromobilität so richtig Fahrt aufgenommen hat.

Aber da bleibt die Entwicklung natürlich nicht stehen - der Artikel aber schon. Das autonome Fahren wird die Straßen erobern und damit auch neue Geschäftsmodelle, die den individuellen Fahrzeugbesitz ad absurdum führen, weil viel zu aufwendig und teuer. Kürzlich habe ich aufgeschnappt, dass wir hier in Deutschland ca. 14.000 km im Jahr fahren. Wenn man mal von einer konservativ angenommenen Durchschnittsgeschwindigkeit von 40 km/h ausgeht, dann fährt ein Auto im Schnitt 350 Stunden pro Jahr. Bzw. 4%. Und steht 96% der Zeit rum - bzw. im Weg.

Das autonome Fahren wird dieses Verhältnis umkehren, weil die Autos maximal ausgelastet werden - also immer unterwegs sind statt rumzustehen. Und dadurch natürlich die Kosten dramatisch senken - man kauft in Zukunft den Service, nicht das Auto. Das gilt für alle 46 Millionen PKW in Deutschland. Das würde sich meiner Rechnung dann auf 1,8 Millionen reduzieren. Bei gleicher Mobilität, aber höherer Auslastung der Fahrzeuge. OK, das ist noch ein weiter Weg, aber würde 660 km2 an Fläche freigeben. Zum Vergleich: Berlin - die größte Stadt - hat eine Fläche von knapp 900 km2.

Urging caution about the impact of EVs on the oil industry, John Eichberger, executive director of the Fuels Institute, said he doesn’t expect to see significant changes in demand for another 15 years or so. “We don’t know how fast EV sales will pick up, but what we do know is that no matter how fast they pick up, the inventory in the market will turn over more slowly, and this will delay the impact on liquid gallon demand,” he said.

Es ist nicht die Anzahl der Fahrzeuge auf der Straße, die Öl oder Strom verbrauchen. Es ist die gefahrene Strecke. In 15 Jahren - also 2032 - haben die neuen Konzepte längst gegriffen und den alten Fahrzeugbestand überflüssig gemacht. Nicht weil auf einmal so viele neue elektrische Fahrzeuge verkauft werden, sondern weil der Großteil der Strecken damit zurückgelegt wird. Es wird übrigens auch teuer werden die alten Autos zu entsorgen. Bzw. günstig sich einen Verbrenner für’s Hobby zu kaufen :)

Die nächste steile These:

“The idea is that for hospitality-type venues — restaurants, gas stations, coffee shops — electric vehicle charging could be an attractive way for them to attract customers the way WiFi was a decade ago, when it caused a lot of people to hang out at Starbucks.”

Das mit dem autonomen Verkehr scheint in den Köpfen nicht anzukommen. Wenn es einmal aussortiert ist, lässt es sich spielend leicht skalieren, denn dann reden wir nur noch von Copy/Paste - die Software, die das Auto schlau macht.

Und autonome Autos machen bestimmt nicht Pause, um Kaffee zu trinken ;)

Paradoxerweise zitiert der Artikel sogar Tony Seba, allerdings um das Verschwinden der Werkstätten zu untermauern:

Seba pointed out that there are thousands of department store and dealer repair locations — as well as about 70,000 mom-and-pop repair shops — that will be significantly affected by a decline in business.

Hätten sie dem Forscher mal besser insgesamt zugehört.

Übrigens, auch eine Meldung von heute: Shell hat sich NewMotion einverleibt, über die 50.000 Ladestationen in Europa zugänglich sind. Das zeigt a), dass jetzt langsam die Panik ausbricht und b), dass das mit den umgebauten Tankstellen vielleicht doch nicht die beste Idee ist.

Die Meldungen überschlagen sich im Tagestakt, aber der Mainstream ist immer noch festgefahren in alten Gedankenmodellgängen.

Zukunft | Elektro | Seba | WashingtonPost | autonom | Fläche | PeakOil |


Dienstag, 10. Oktober 2017

KVB Kundenbefragung - um höhere Preise zu rechtfertigen?

Als ich kürzlich in der KVB (= Kölner Stadtbahn) unterwegs war, kam ein Herr auf mich zu, ob ich an einer Kundenbefragung teilnehmen möchte. Normalerweise nicht mein Ding, aber in der Hoffnung vielleicht etwas zum besseren Verständnis über die Fahrgäste beitragen zu können, habe ich mich breitschlagen lassen.

Mir ist da nämlich in dem letzten knappen Jahr, seitdem ich mit Jahreskarte täglich die KVB nutze, so einiges aufgefallen. Man würde sich telefonisch bei mir melden … Hab ich zwar jetzt nicht verstanden, warum wir das nicht direkt machen - aber ok - von mir aus.

Heute dann der Anruf - ich war auch passend gerade im Bus unterwegs auf der nach-Hause-Fahrt. Leider wurde ich während der Befragung, die auch nur 10 Minuten dauerte, jäh aus meinen naiven Verbesserungträumen gerissen: der KVB ging es überhaupt nicht darum einen Kunden-Rückkanal zu öffnen. Nein, sie wollten nur die Preiselastizität feststellen, um höhere Preise durchzudrücken!

Das lief ungefähr so:

Welches Ticket ich nutzen würde, wie oft ich fahre - alles unverdächtig. Doch dann: ob ich das Ticket zu teuer finden würde - ob mir klar sei, dass alles immer teurer wird - ob ich denn weniger fahre, wenn die Tickets teurer würde - welcher Preis denn meiner Meinung nach angemessen sei (das war übrigens die einzige Nicht-Multiple-Choice Frage mit freier Größenwahl - sehr gnädig) - ob mir denn überhaupt klar sei, welche tollen Angebote ich mit meiner Jahreskarte mitnutzen könnte - ob unser Haushalt gut mit seinem Budget auskommt … you get the picture.

Sehr enttäuschend liebe KVB, eine schöne Chance vertan einen frischen Konvertierten nach seinen Erfahrungen zu befragen, um eventuell in Zukunft mehr Leute vom PKW Individualverkehr Richtung ÖPNV zu bewegen. So wird das nichts mit der tollen neuen Mobilität, wenn jeder Anbieter nur in seinem eigenen kleinen Mikrokosmos versucht den Gewinn zu maximieren. Und kein Wunder, dass in und um Köln herum fast täglich der Verkehr kollabiert.

Zur Vollständigkeit ergänze ich noch, dass die KVB eine Firma der öffentlichen Hand ist - also sowieso schon uns allen gehört. Denn eigentlich müsste die Nutzung kostenlos sein - wir haben doch schon alles bezahlt. Wenn ÖPNV keine Infrastruktur ist, was dann? Und zählt damit zu den originären Aufgaben des Staates: Bereitstellung einer ordentlichen Infrastruktur. Aber sie haben uns inzwischen schon so weit, dass das gar nicht mehr eingefordert wird.

Köln | Stadtbahn | Umfrage |


Freitag, 01. September 2017

Aktueller Vortrag über Elektromobilität von Prof. Lienkamp TU München.

Ist ja immer ganz gut auch andere Stimmen zu hören - der Vortrag von Markus Lienkamp ist vom Juli und wurde am ifo Institut gehalten:

youtu.be/5moHQFbEsDU

Fazit: Elektromobilität lässt sich nicht aufhalten, ist gerade auf der Kurzstrecke in den Städten konkurrenzlos - vom Fahrrad mal abgesehen - und wird jetzt schneller passieren, als von vielen erwartet. Die Batteriekosten sinken 7% pro Jahr und der positive Abwärtstrend wird noch ein paar Jahre anhalten. Lithium ist weniger das Problem, sondern Cobalt - dessen Substitution kann aber auch gelingen. Würde in D der Verkehr komplett auf Elektro umgestellt, ergäbe sich ein Strommehrbedarf von 15%, den nach Aussage von E.ON die bisherigen Installationen bewältigen würden. Im Gegensatz dazu ist beim Wasserstoff-Konzept Platin das Bottleneck, was aber nicht lösbar erscheint.

Interessant fand ich auch die Aussage des Dozenten, dass er über dieses Thema mit dieser Art von Vortrag seit 8 Jahren regelmäßig auftritt, aber jetzt aktuell richtig Bewegung in die Sache gekommen ist durch Dieselgate und die Wahrnehmung bei den Verbrauchern. Die Verbrenner werden mehr und mehr in’s Abseits gestellt und Elektro wird sich als einzige akzeptable Variante durchsetzen, wenn es um das Auto als Statement geht.

Elektro | TUMünchen | Lienkamp | Dieselgate |


Dienstag, 08. August 2017

Heftiges Dieselgate-Urteil am Landgericht Krefeld.

Ist vom 19.7. und lohnt sich komplett gelesen zu werden:

Landgericht Krefeld, 7 O 147/16

Ein Audi Q5 Käufer mit EA189 2 Liter Dieselmotor hatte auf Schadensersatz geklagt und teilweise Recht bekommen - ist allerdings noch nicht rechtskräftig.

Die Begründung ist Sprengstoff für Wolfsburg und Ingolstadt - zum ersten Mal hat man das Gefühl, dass sowohl Kläger als auch Gericht voll im Bilde sind. VW hat sich anscheinend auch nicht vor dem Urteil geeinigt, sodass es auch mal eine Urteilsbegründung zu lesen gibt - das versuchen sie nämlich normalerweise zu vermeiden.

VW hatte argumentiert:

Eine gesetzliche Vorgabe, dass die Emissionsgrenzwerte im normalen Straßenbetrieb und nicht bei einem hierauf gerichteten Test einzuhalten seien, gebe es nicht. Für die Erlangung der EG-Typengenehmigung sei allein erheblich, ob die Emissionsgrenzwerte im synthetischen Fahrzyklus unter Laborbedingungen eingehalten werden. Aus denselben Erwägungen liege auch keine Täuschungshandlung vor.

Und das Gericht hat die Frechheit volley aufgegriffen - ich schätze das sind ein paar VW Anwälte rückwärts vom Stuhl gefallen. Und weil das ja schon vom Juli ist, könnte sogar diese Aktion damit zusammenhängen.

Hier ein paar - brisante - Auszüge aus der Urteilsbegründung, aber wie gesagt, lest es euch am besten komplett durch:

Die Klage ist als Feststellungsklage gemäß § 256 Abs. 1 ZPO zulässig. Besteht der Schaden im Rahmen eines Anspruchs aus §§ 823 Abs. 2, 826 BGB in der Herbeiführung eines Vertrages, den der Geschädigte ohne die schädigende Handlung nicht geschlossen hätte, so kann dieser den Ersatz des negativen Interesses verlangen.

Der Begriff der Abschalteinrichtung wird von Art. 3 Nr. 10 der EU-Verordnung legaldefiniert als „ein Konstruktionsteil, (..) wodurch die Wirksamkeit des Emissionskontrollsystems unter Bedingungen, die bei normalem Fahrzeugbetrieb vernünftigerweise zu erwarten sind, verringert wird“.

Dass der europäische Gesetzgeber im Rahmen der Festsetzung der Emissionsgrenzwerte nach Euro 5 und Euro 6 davon ausging, dass diese Grenzwerte im normalen Fahrbetrieb und gerade nicht nur auf dem Prüfstand eingehalten werden, ergibt sich ausdrücklich aus den Erwägungsgründen der EU-VO 715/2007/EG, in denen es heißt, dass „weitere Anstrengungen unternommen werden (…), um sicherzustellen, dass sich die Grenzwerte auf das tatsächliche Verhalten der Fahrzeuge bei ihrer Verwendung beziehen“ (Erwägungsgrund 12 der EU-VO 715/2007/EG) und „Überprüfungen erforderlich sein können (!), um zu gewährleisten, dass die bei der Typengenehmigungsprüfung gemessenen Emissionen denen im praktischen Fahrbetrieb entsprechen (Erwägungsgrund 15 der EU-VO 715/2007/EG). Diese Erwägung wäre überflüssig, ginge der Gesetzgeber davon aus, dass sein Emissions-Regelwerk lediglich im Prüfstandmodus im Rahmen der Typengenehmigung eingehalten werden muss. Ausnahmen von dem strikten Handlungsverbot in Gestalt des Verbots der Verwendung von Abschalteinrichtungen können sich demnach allein aus der Norm selbst ergeben.

Plumps! Das waren die VW Anwälte, die vom Stuhl kippen! Das Gericht begründet schlüssig, dass es eben doch gesetzwidrig ist, die Abgaswerte nur auf dem Prüfstand einzuhalten und die Vorgaben sind sehr wohl eindeutig.

Denn das war immer die Ausrede von Müller & Co., warum in Europa anders als in den USA kein Schadensersatz fällig würde. Das fliegt ihm hiermit um die Ohren - allerdings nicht mit einem großen Knall als Sammelklage, sondern kleinteilig kleinteilig als Splitterbombe.

Geht aber noch weiter in Krefeld:

Um die NOx-Emissionen zu minimieren, müssten die Spitzentemperaturen so niedrig wie möglich gehalten werden, was der Erreichung maximaler Leistung entsprechend im Weg stehe. Zur Reduzierung von Spitzentemperaturen stünden verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung, die jedoch nichts an der geschilderten physikalischen Bedingung änderten, dass die Reduzierung der Temperatur auf Kosten der Leistungsfähigkeit des Motors ginge. Soweit in den Verbrennungsvorgang mit dem Ziel der Reduzierung der Spitzentemperaturen eingegriffen werde, erhöhe sich durch die notwendig verlängerte Verbrennungsdauer die Partikelemission und umgekehrt. Dieses Phänomen werde als “Ruß-NOx-Trade-Off“ bezeichnet.

Da hat sich jemand mal vorbildlich schlau gemacht.

Und das Gericht lässt sich auch nicht davon beeindrucken, dass angeblich niemand davon wusste. Denn die Auflösung dieser Crux: leistungsfähiger Motor, aber trotzdem keine Abgase - war so sensationell, dass es die Vorstandsetage erreichen musste.

Die Programmierung der Software setzt denknotwendig eine aktive, im Hinblick auf dieses Ergebnis gewollte präzise Programmierung der Motorsteuerungssoftware voraus und schließt die Annahme einer fahrlässigen Herbeiführung dieses Zustands aus (§ 291 ZPO). Ist eine solche Einstellung, wie hier bei den Motoren der Serie EA 189, ausnahmslos bei jedem Motor dieser Serie auffindbar, spricht eine tatsächliche Vermutung dafür, dass eine Entscheidung dafür, die Motoren mit dieser Einstellung planvoll und absichtlich zu produzieren und in den Verkehr zu bringen angesichts der Tragweite und Risiken für die Gesamtgeschicke eines so agierenden Konzerns durch die Geschäftsleitung selbst getroffen wurde und damit der Beklagten zu 2) zurechenbar ist gemäß § 31 BGB.

Angesichts des lange bekannten Zielkonflikts zwischen möglichst geringer Kohlendioxidemission und der Begrenzung der Stickoxidemission sowie den ebenfalls bekannten Schwierigkeiten, den Stickoxidausstoß ohne Verwendung der AdBlue Technologie innerhalb des von der Euro 5 Norm vorgegebenen Rahmens zu halten, ohne Motorschäden, Leistungsminderungen oder einen erhöhten Kohlendioxidausstoß in Kauf zu nehmen, hätte für den Vorstand der Beklagten zu 2) ein deutlicher Anlass zu einer genauen Überprüfung der Abläufe in ihrem eigenen Unternehmen bei der Herstellung der Motoren bestanden, als aus Sicht der für die Motorenentwicklung zuständigen Mitarbeiter die Auflösung dieses Zielkonflikts angeblich auf einmal gelungen war.

Der Vorstand hat das Unternehmen den gesetzlichen Bestimmungen gemäß zu organisieren und zu führen (sog. „Compliance“ vgl. MüKoAktG/Spindler AktG § 91 Rn. 52–53).

Durch ihre Handlung hat die Beklagte zu 2) dem Hersteller des Fahrzeugs, der Audi AG, Beihilfe zur Begehung eines Betruges i.S.d. § 263 Abs. 1 StGB geleistet. Die Abgabe der Übereinstimmungsbescheinigung durch die Audi AG stellt eine aktive Täuschung der Käufer i.S.d. § 263 Abs. 1 StGB dar, denn sie enthält die Auskunft des Herstellers, dass das konkrete Fahrzeug den Genehmigungsvoraussetzungen entspricht, obwohl es tatsächlich eine rechtswidrige Motorsteuerung enthält, die nicht genehmigungsfähig ist.

Die Audi AG hat zur Überzeugung der Kammer in Kenntnis der Tatsache, dass die gesetzlichen Voraussetzungen der Typenzulassung der Fahrzeuge derjenigen Baureihe, der das klägerische Fahrzeug angehört, wegen des Verstoßes gegen Art. 5 Abs. 2 der EU-Verordnung 715/2007/EG gemäß Art. 10 Abs. 2 der EU-Verordnung 715/2007/EG nicht vorliegen, vorsätzlich eine falsche Übereinstimmungsbescheinigung im Sinne des § 6 Abs. 1 EG-FGV für das Fahrzeug ausgestellt. Die Abgabe der Übereinstimmungserklärung und die damit einhergehende Täuschungshandlung ist nach der Auffassung der Kammer nur vorsätzlich denkbar, weil der Audi AG als etablierter Fahrzeugherstellerin die Kenntnis der Typengenehmigungsvoraussetzungen für ihre eigenen Fahrzeuge unterstellt werden kann.

Soweit sich die Audi AG darauf beruft, sie habe von der Nutzung der Abschalteinrichtung in den ihr verkauften Motoren nichts gewusst, änderte dies möglicherweise die Begehungsform i.S.d. § 13 StGB; an ihrem Vorsatz ändert dies jedoch nichts. Angesichts des lange bekannten Zielkonflikts zwischen möglichst geringer Kohlendioxidemission und der Begrenzung der Stickoxidemission sowie den ebenfalls bekannten Schwierigkeiten, den Stickoxidausstoß ohne Verwendung der AdBlue Technologie innerhalb des von der Euro 5 Norm vorgegebenen Rahmens zu halten, ohne Motorschäden, Leistungsminderungen oder einen erhöhten Kohlendioxidausstoß in Kauf zu nehmen, hätte auch für die Audi AG ein deutlicher Anlass zu einer genauen Überprüfung der ihr gelieferten Motoren bestanden, als aus Sicht der für die Motorenentwicklung zuständigen Mitarbeiter die Auflösung dieses Zielkonflikts angeblich auf einmal gelungen war.

In meinen Augen ist die armselige Salamitaktik - also immer nur das zugeben, was sowieso schon bekannt ist - gescheitert. VW wollte auf Zeit spielen und sicher hat es auch lange gedauert, aber jetzt fällt ihnen der Betrug zentnerschwer auf die Füsse. Und weil der Skandal schon so lange köchelt und immer wieder neu aufgewärmt wird - Stichwort: Kartell - ist die Allgemeinheit schon ziemlich gebildet bei dem Thema und lässt sich nicht mehr mit leeren Floskeln abspeisen. Auch wenn es hierzulande keine Sammelklagen gibt, durch die Einzelklagen wird das Thema ständig in den Medien gehalten - das ist für VW vielleicht kostenmäßig billiger, aber imagemäßig eine lang anhaltende Dauer-Katastrophe.

Dieselgate | EA189 | Krefeld | Schadensersatz | Urteil |


Mittwoch, 19. Juli 2017

Lausitzring ist verkauft, wird zur Dekra-Teststrecke für autonomes Fahren umgebaut.

Während ich noch darüber nachdenke, welche Auswirkungen sowohl Elektromobilität als auch der autonome Verkehr mit sich bringen könnte in Zukunft, kommt der erste Einschlag schon viel früher als erwartet:

Der Lausitzring wird an die Dekra verkauft, die will für 30 Mio. € eine Test-Areal daraus machen. Die Dekra war auch bisher schon von Anfang an am Lausitzring engagiert - auch finanziell - und es gibt dort auch bereits das DATC = Dekra Automobil Test Center.

In den Meldungen zu dem Thema ist zwar noch davon die Rede, dass weiterhin Rennveranstaltungen stattfinden können, aber ich glaube das dient nur zur Beruhigung der Szene. Denn eine 30 Mio. € Investition geht nicht spurlos vorbei - für so ein Budget kann man schon knapp eine komplette Rennstrecke bauen.

Als ich im November die TU Europe Konferenz in München besucht habe, gab es einen Vortrag von Chris Reeves (Horiba MIRA), der die Ausstattung einer solchen Anlage beschrieben hat: es wird versucht alle Fahrsituationen nachzubauen, also Straßen, Kreuzungen, usw. komplett mit Zubehör wie z.B. Ampeln.

Zitat aus meinem Beitrag vom November:

Test und Erprobung erfordern neue Methoden - Controlled Environment löst die Teststrecke ab. Wo früher Dauerhaltbarkeit z.B. getestet wurde, werden heute reale Straßensituationen, Ampeln und Kreuzungen abgebildet. Sogar Mobilfunktestzellen werden installiert, um den Datenverkehr zu validieren.

Da entsteht aktuell natürlich ein großer Bedarf und wenn man mehrere Kunden hat, dann hat das sogar den Vorteil, dass deren Fahrzeuge sich unterwegs begegnen im Verkehr - also wie im echten Leben.

Ich vermute, sowas möchte die Dekra dort auch installieren.

Und da sind sie dann auch schon, die ersten Auswirkungen der autonomen Mobilität für den Rennsport. Allerdings werden die Betreiber froh sein, überhaupt einen Abnehmer gefunden zu haben im heutigen Klima.

Der Lausitzring hat eine bewegte Vergangenheit: obwohl erst 2000 eröffnet, mussten die Gesellschaften schon 2002 Insolvenz anmelden. Das war ein Fall aus großer Höhe, hatte man doch schon von der Formel 1 geträumt und bei den Baukosten von 310 Millionen Mark auch insgesamt 241 Millionen Mark Steuergelder versenkt. Es gab damals sogar Gerüchte, der Nürburgring wolle die Rennstrecke übernehmen. Uns - also die Leute, die sowieso niemand fragt - war von Anfang an klar, dass das Projekt völlig überdimensioniert ist und sich nicht tragen kann. Was habe ich mich aufgeregt, dass in Deutschland jeder Landrat meint unbedingt eine Formel 1 Strecke bauen zu müssen, während dem kleinen Motorsportler in England die günstigen Breitensport-Strecken hinterhergetragen werden.

Damals wäre ich sogar fast selber mal auf dem Lausitzring gestartet, aber der Motorrad-Seriensport wurde rumgeschubst, bis keine Strecken mehr übrig waren.

Den meisten wird der Lausitzring aber wegen zwei anderen Ereignissen traurig in Erinnerung bleiben: als Michele Alboreto sein Leben und Alex Zanardi seine Beine verloren hat - beides 2001.

Lausitzring | Dekra | autonom | Testzentrum | Alboreto | Zanardi |


Sonntag, 25. Juni 2017

Ducatifiziert: Eine Woche 959 Panigale Miketest - Tag 7 von 7 - und Fazit.

Für den Sonntag - und damit den letzten Tag meiner Panigalewoche - habe ich mir etwas Besonderes aufgehoben:

Ducati Panigale 959 Miketest Tagebuch

Auf der Nordschleife war ich bestimmt 10 Jahre nicht mehr. Das hatte mehrere Gründe, aber hauptsächlich in Ermangelung eines geeigneten Fahruntersatzes. Richtung Eifel war ich schon gestern unterwegs, aber heute hatte ich mehr Zeit und mir extra für 6 Uhr den Wecker gestellt. Denn wenn ich fahren sollte, dann direkt früh morgens, wenn der Verkehr auf der Strecke noch dünn und entspannt ist.

Am Motorsport-Tempel angekommen:

Ducati Panigale 959 Miketest Tagebuch

… waren die Bedigungen perfekt und das erfahrene Personal wie immer glänzender Laune:

Ducati Panigale 959 Miketest Tagebuch

Schön, dass es beiden - also der Nordschleife und Strack’s Rainer - den Umständen entsprechend gut geht! Nachdem ich das Kleingedruckte weggeklickt hatte …

Ducati Panigale 959 Miketest Tagebuch

…zog ich mir ein Ticket für 2 Runden - inklusive der halben Runde ab Breidscheidauffahrt. Stramme 77 Euro sind dafür fällig - ein Haufen Kohle für 50 km Landstrasse. Aber ich wollte mir und der Duc zum Abschluss was Gutes gönnen, also drauf geschi**en.

Ducati Panigale 959 Miketest Tagebuch

Natürlich ohne dass uns beiden nur ein Haar gekrümmt wird und entsprechend vorsichtig bin ich über die Bahn gerollt. Was mit der 959 sehr gut funktioniert, zum einen natürlich wegen dem unerschütterlichen Fahrwerk und zum anderen wegen dem drehmomentstarken Motor, der schön aus dem Keller zieht, wenn man nicht unbedingt auf Zeitenjagd unterwegs ist.

Wobei sich die Rundenzeiten mit dem Griff zur Rechten gut runterschrauben lassen: einfach die Gänge länger ausdrehen - kein Problem trotz faustdicker Kolben.

Sonntags morgens ist der Verkehr wirklich überschaubar und im Grunde hat sich auf der Nordschleife das bestätigt, was sich auf der Landstraße schon angedeutet hat: unerschütterliches Fahrwerk mit starker Vorderradführung.

Die Strecke war noch etwas rutschig wegen der VLN am Tag vorher - die ja der Wochenspiegel Ferrari gewonnen hat - und entsprechend vorsichtig war ich unterwegs. Es war auch nicht so warm - 17°C scheint die optimale Umgebungstemperatur zu sein, damit es einem nicht zu heiß wird vom Motor her.

Obwohl verhalten unterwegs, gingen auch diese zwei Runden wieder viel zu schnell rum und trotz meiner langen Pause fühlte ich mich sofort wieder zuhause. Quiddelbacher Höhe ist ungewohnt, aber es macht die Zufahrt zum Schwedenkreuz spannender. Nicht nur dort hat mir der Wheelie gefehlt: die Motronic hat auch die anderen unterdrückt, z.B. Anfahrt Karussell. Ich hätte auch von “Sport” auf Race" Setting erhöhen können, aber das habe ich mir gespart - sollte ja eine Genussfahrt werden und kein Rundenrekord.

Zurück oben an der Touri-Einfahrt erstmal Kaffeepause:

Ducati Panigale 959 Miketest Tagebuch

… und gucken was sonst so geht:

Ducati Panigale 959 Miketest Tagebuch

Ducati Panigale 959 Miketest Tagebuch

Wie immer ein Mix Verrückter - im positiven Sinne - man könnte stundenlang nur sitzen und gucken. Schön auch, dass den Zweirädern Zimmer mit Aussicht zugestanden werden:

Ducati Panigale 959 Miketest Tagebuch

Wobei natürlich am Wochenende zu den teureren Preisen bevorzugt die Non-Locals unterwegs sind:

Ducati Panigale 959 Miketest Tagebuch

Jedenfalls fühlt sich die Duc hier am wohlsten - Rennstrecke, das ist ihr Metier.

Ducati Panigale 959 Miketest Tagebuch

Zurück zum Huth sing Buhd hat es pünktlich angefangen zu regnen - Prima! - denn das fehlte mir noch zur Komplettierung meiner Testwoche. Also WET gewählt und ab die Post:

Ducati Panigale 959 Miketest Tagebuch

Man kann ja zu dem elektronischen Schnickschnack sagen was man will, aber bei solchen Gelegenheiten sage ich auch nicht nein. Der Motor läuft in einem anderen Setting, genauso wie Traktionskontrolle und ABS. Man kann zwar alles beliebig verstellen einstellen, aber standardmäßig ist nur bei WET das Hinterrad-ABS aktiv. Keine sooo schlechte Strategie im Regen.

Ich hatte mich gewundert, dass der Achim gar nicht auf der Bahn war - das ist eigentlich Ringminiwetter:

Ducati Panigale 959 Miketest Tagebuch

Für mich hieß es noch eine Abschiedspommes und ab nach Hause:

Ducati Panigale 959 Miketest Tagebuch

… um pünktlich ab Mittag den Sonntag der Familie zu widmen.

Dieser Hinterreifen:

Ducati Panigale 959 Miketest Tagebuch

… hat exakt 836,4 km auf der Uhr:

Ducati Panigale 959 Miketest Tagebuch

Dafür sieht der doch gar nicht schlecht aus.

Damit geht sie zu Ende meine Ducatiwoche und auch die erste Begegnung mit diesen brummigen Zweizylindern.

Fazit:

Ein echtes Männermotorrad das gebändigt werden will, dann aber mit Motor und Fahrwerk begeistert.

Inzwischen ist sie schon wieder eingeladen, morgen geht sie zum Ducati-Fuhrpark zurück:

Ducati Panigale 959 Miketest Tagebuch

Ein bisschen fehlt sie mir jetzt schon - sowas würde ich auch nicht von der Garageneinfahrtskante stoßen!

Ducati | 959Panigale | Miketest |


Donnerstag, 15. Juni 2017

Diesel Fahrverbote in München?

OB Dieter Reiter sagt ja - Horst Seehofer beeilt sich ihn wieder zurückzupfeifen.

Dabei geht es nicht um alle Diesel, sondern nur etwa die Hälfte von gesamt etwa 300k (alle Autos in M: 700k).

Ich sag’s mal so: es knirscht im Gebälk! Der Ministerpräsident verteidigt hörig die Industriewünsche, der Bürgermeister aber kennt keinen Ausweg aus der realen Luftverschmutzung. In anderen Städten sieht es nicht besser aus und die starke Autolobby hat alle Hände voll zu tun die Wogen zu glätten:

Moderne, besonders schadstoffarme Dieselmotoren bleiben aufgrund ihres geringen Verbrauchs mittelfristig ein unverzichtbarer Baustein, um die CO2-Ziele erreichen zu können.

Oder anders ausgedrückt: Bitte gehen Sie weiter - hier gibt es nichts zu sehen!

Dieselgate | München |


Montag, 29. Mai 2017

Michael Bully Herbig als Beifahrer auf der Nordschleife - mit Uwe Alzen am Steuer.

Hier das Video davon.

Wenn RTL Nitro das nächste Mal was Lustiges machen will, dann brauchen sie nur Uwe Alzen - ohne Beifahrer - in einem schnellen Auto mit viel Verkehr auf der Nordschleife. Bei den Sprüchen bleibt dann garantiert kein Auge trocken - fragt einfach mal jemanden, der ihn schonmal am Funk hatte! Aber das wäre dann vielleicht auch untauglich für dieses RTL-Nitro-Mainstream-Kirmes-Konzept, das sie sich offensichtlich als Ziel gesetzt haben.

Alzen | Onboard |


Freitag, 12. Mai 2017

BBC Nordirland überträgt wieder das North West 200 Straßenrennen ohne Geoblocking im Live Stream.

Die NW200 läuten die Straßenrennen ein - also normale Straßen, die während Training und Rennen für den Verkehr gesperrt werden. Das gibt es noch in Nordirland - der Ulster GP gehört auch dazu. In England ist diese Form der Rennen schon lange verboten, aber das Verbot erstreckt sich halt nicht auf Nordirland oder Isle of Man.

Hier das Video vom Donnerstag.

Guy Martin ist auf Werkshonda ebenfalls dabei, weil er das als Qualifikation für seine Isle of Man Teilnahme braucht. Bzw. ist schon wieder raus, weil sein Teamkollege John McGuinness gestürzt ist und sich leider auch verletzt hat (Beinbruch). Und weil der Veranstalter das Motorrad erstmal einkassiert hat, kann Honda natürlich nicht untersuchen was passiert ist - und lässt Guy erstmal pausieren:

As the team is unable to analyse John’s bike before this evening’s Superstock race, the Honda Racing team has opted to withdraw Guy Martin’s entry in today’s Superstock race as a precaution.

Na das geht ja gut los.

Die Rennen laufen Samstag den ganzen Tag - den Stream findet Ihr auf der BBC Website oder auch auf Facebook.

NW200 | Roadracing | GuyMartin | McGuinness |


Mittwoch, 04. Januar 2017

Tony Seba: ab 2025 werden nur noch elektrische Autos gebaut.

Tony Seba - den hatte ich hier schon öfter - prognostiziert, dass ab 2025 nur noch EVs gebaut werden und ab 2030 die gesamte Flotte aller Fahrzeuge weltweit elektrisch unterwegs ist:

youtu.be/Kxryv2XrnqM

Das Video ist zwar von März 2016, aber aktueller denn je. Zusätzlich können einige seiner Annahmen dadurch bereits heute auf Gültigkeit abgeklopft werden. Dauert knapp eine Stunde, aber ich verspreche es wird nicht langweilig, denn er kann sehr schlüssig argumentieren, um seine steile These zu untermauern.

Es lässt sich absehen, dass in der Zukunft der eigene Fahrzeugbesitz ein Luxusgut wird, denn die gewünschte Mobilität an sich lässt sich bereits für ein Zehntel der Kosten realisieren, wenn man stattdessen Dienstleister nutzt. Also durchaus vergleichbar mit der Situation der heutigen Pferdebesitzer.

Welche Auswirkungen hat das eigentlich auf die Nordschleife? Ob es dann noch Touristenfahrten geben wird? Berechtigte Frage. Dieses Hobby ist ja heute bereits ein Luxusgut, von daher wird sich die Veränderung in Grenzen halten. Aber das Interesse der OEMs wird massiv zurückgehen, weil der Markt für selbstgefahrene Autos zusammenschrumpft und sich nur noch auf die übriggebliebenen Enthusiasten beschränken wird, die das Autofahren als Vergnügen aufrechterhalten.

Ein weiterer Gedanke beschäftigt mich: wann werden wir das erste elektrische Fahrzeug bei der VLN sehen? Meiner Meinung nach ist es überfällig. Ebenso wie die dafür notwendige Infrastruktur mit Ladestationen, die längst vorhanden sein könnte. Aber wenn man sich mal den Zustand der Zapfsäulen in der Boxengasse anschaut, dann bekommt man eine Idee davon, mit welchem Tempo am Ring modernisiert wird.

Für den Betrieb am Ring ist diese Bedrohung natürlich durchaus real und die Weichen für die Zukunft müssen früh gestellt werden. Es gibt großes Potential die Nordschleife trotz zunehmendem autonomen Verkehr als letzte große Selbstfahr-Bastion zu etablieren. Zumindest für die Generationen, die aufgrund der Mobilität den Führerschein machen musste. Denn das wird in Zukunft nicht mehr nötig sein und dann wird es nochmal teurer mit dem Hobby Selberfahren.

Seba | Elektro | autonom |


Mittwoch, 02. November 2016

TU Europe Live Blog - ICM München

Die nächsten 2 Tage - Mittwoch und Donnerstag - dreht sich hier alles um Mobilität, denn ich besuche aktuell die TU Europe Konferenz in München.

Dieser Blogpost soll dazu dienen die Konferenz zu begleiten und ich werde ihn ständig erweitern mit den Eindrücken, die ich hier sammeln kann. Also ab und zu den Eintrag neu laden, damit die Inhalte im Browser aktualisiert werden.

Die Konferenz gibt es seit über 10 Jahren und sie wurde gestartet rund um das Thema Telematics. Inzwischen ist sie ausgeweitet worden auf das Thema Mobility - alleine das ist schon eine interessante Tatsache. Die Grenzen zwischen Automobilherstellern und Anbietern von Mobilit verschwimmen zunehmend, daher hat diese Entwicklung heute eine Riesen-Aufmerksamkeit.

Gestartet hat die Konferenz Roger Lanctot von Strategy Analysis:

  • Connected Cars sind abhängig von der Technology (Mobilfunk) - Schätzungen gehen von 50% Connected Cars im Jahr 2019 aus. Das ist noch relativ wenig, weil die andere Hälfte nicht connected ist. Das könnte ein Bremsklotz für die Entwicklung sein. 5G würde das beschleunigen, aber der Roll-Out ist noch recht langsam.
  • OTA - Over the Air Update - ist dazu auch eine Voraussetzung, aber die OEMs hängen noch ziemlich weit zurück. Ausnahme ist Tesla, die Kreise um die Konkurrenz fahren.
  • Automated Driving wird im Moment sehr stark bearbeitet, 61 OEMs, 6 Aftermarket- und 73 Startup Firmen und 8 Development Plattformen beschäftigen sich mit dem Thema. Da ist mächtig viel in Bewegung und wir werden bald mehr davon hören.

Johann Jungwirth von VW (CDO) und Holger Weiss (German Autolabs):

  • Die ersten selbstfahrenden Autos werden bald Realität - etwa 2018/2019. Das wird nicht in Europa starten, sondern US, Singapur und China. Es wird wichtig sein für Europa nicht den Anschluss zu verlieren und da sind die Regierungen gefragt.
  • Viele Unfälle heutzutage sind menschlicher Natur und diese werden sich alle vermeiden lassen.
  • Leute, die bisher kein Auto selber nutzen können - Blinde, Kinder, Ältere, .. - werden in Zukunft ein Auto fahren können - bzw. werden gefahren von dem Auto.
  • VW wird noch diesen Monat eine neue Marke vorstellen rund um das Thema Mobilität - der Name wurde aber noch nicht verraten. Das wird die 13.Marke von VW werden.
  • Alle Resourcen werden im Konzern gebündelt, d.h. man wird auch intensiv mit Audi z.B. zusammenarbeiten.

Von DriveNow - einer Tochterfirma von BMW - war Sebastian Hofelich vor Ort:

  • In Deutschland sind erst 30.000 elektrische Fahrzeuge auf den Strassen.
  • Die Idee ist den ruhenden Verkehr aus den Städten zu verbannen - die Autos werden als Shared Service eine viel höhere Auslastung haben und weniger rumstehen.

Ein i3 steht auch in der Lobby und das Raumangebot im Inneren ist beeindruckend: keine B-Säule mehr und auch kein Getriebetunnel zwischen den Vordersitzen. Mit einer DriveNow Anmeldung kann man sich für relativ kleines Geld zusätzliche Mobilität sichern - und gleichzeitig mal den i3 bzw. ein Elektroauto ausprobieren. Werde ich auf jeden Fall machen, wenn ich wieder in Köln bin.

Von Uber war Christoph Weigler auf der Bühne. Am Interessantesten fand ich die Tatsache, dass Uber keinerlei Hardware entwickeln will und die gesamte Funktionalität auch in Zukunft über das Smartphone erreichen wird - sowohl für Uber Fahrer als auch Passagiere.

Angus Lyon kommt nach der Kaffeepause auf die Bühne und er arbeitet … für Manor F1! Na da sind wir doch zuhause! Er referiert über Telemetrie und Datenübertragung - auch wichtige Punkte in Zukunft für die Mobilität:

  • Manor Racing ist das kleinste Team, sie wurden damals von Virgin 2010 aufgebaut. Der Vorteil ist aber, dass man nicht von einem OEM abhängig ist - man agiert lean and agile.
  • Heutzutage kommen TV Bild, Telemetrie, Team Radio, … alle über den gleichen Datastream. Dafür sind 3 Systeme redundant voneinander aufgebaut.
  • Team Daten addieren sich auf 2 GB pro Rennen. Datenraten sind 100 kHz, aber 1 kHz ist typisch.
  • Der Wettbewerbsvorteil kommt dann erst, wenn die Daten effizient verteilt und ausgewertet werden - auch zuhause in der Basis von allen Rennstrecken der Welt aus.
  • Die Analyse betrifft zuerst Reifen und Fahrwerk, um den Zustand des Wagen ständig zu analysieren. Wenn Benzin weniger wird, wird der Wagen schneller - aber der Reifen baut ab, dadurch wird er wieder langsamer. Das muss man optimieren, um den Reifen nicht zu überfordern.
  • Alle Gangwechsel werden überwacht, um sicherzustellen, dass das Getriebe nicht überfordert wurde.
  • Benzinverbrauch ist natürlich wichtig, nur 100kg Benzin dürfen verbraucht werden.
  • Bremsen werden auch überwacht - zumal die Kühlung so klein wie möglich gehalten werden möchte, um die Aerodynamik nicht zu verschlechtern.
  • Die Aufgabe des Teams ist es zu optimieren, Risiken erkennen, Verbräuche überwachen und die Konkurrenz im Auge zu behalten.
  • Nur 3 Leute an der Strecke und 4-6 zuhause sind für diese Aufgaben eingeteilt.
  • Manor Racing nutzt diese Daten, um einen Vorteil zu gewinnen - denn ihnen ist auch klar, dass sie nicht das schnellste Auto im Feld haben.

Martin Rosell / WirelessCar:

  • C-Connected, S-Sharing, A-Autonomous, E-Electric - diese Buzzwords werden zur Zeit ständig genutzt.
  • Um autonomes Fahren zu ermöglichen, müssen die Fahrzeuge connected werden, überwacht, kontrolliert, analysiert und optimiert werden.
  • Heutzutage sind nur 3-5% aller Fahrzeuge connected.
  • Die Entwicklungszyklen der OEMs sind langsam - ein Grund warum nicht mehr Fahrzeuge vernetzt sind.
  • Volvo Truck nutzt die Technologie schon heute, um schneller auf Fahrzeug-Reparaturen zu reagieren: der Besitzer wird früher gewarnt und die Werkstatt kann sich schon im Vorfeld vorbereiten.
  • Car Sharing könnte auch in kleinerem Scale realisiert werden: nicht mit allen das Fahrzeug teilen, sondern eher mit Freunden und Bekannten - und das könnten alle OEMs schon heute anbieten.
  • Heat Maps helfen die Daten besser zu analysieren und auf das Verbraucherverhalten zu reagieren.

Juergen Daunis / Ericsson:

  • In der Vergangenheit wurden die Netzwerke hauptsächlich für die Bedürfnisse der Verbraucher entwickelt. Heute findet zum ersten Mal ein Umbruch statt, weil neue Netzwerke für die Bedürfnisse der Autoindustrie geschaffen werden.
  • Zukünftig werden überall Sensoren verbaut werden, die den Datenverkehr massiv erhöhen werden. 5G soll das adressieren.
  • Volumen erhöht sich x 1.000 und die Latency stellt hohe Anforderungen an die Geschwindigkeit für kritische Übertragungen.

In der Mittagspause ist mir Holger Weiss (German Autolabs, s.o.) über den Weg gelaufen und ich habe ihn gefragt, wie er zu meiner Motorsport Theorie im autonomen Zeitalter steht:

  • Seiner Meinung nach werden sich Marken wie Porsche oder Audi nach wie vor über die Dynamik differenzieren.
  • Es wäre sogar vorstellbar, dass Fahrspuren für schnelleres Fahren reserviert werden. Berlin - München geht dann in 3 statt in 7 Stunden, kostet aber mehr.
  • Die Entwicklungen von Audi in der Formel E würden ja schon deutlich zeigen, dass trotz E-Mobilität die Hersteller ein Interesse an der Präsenz zeigen.

David Wong (SMMT), Chris Roig-Ramos (BlaBlaCar), Matthew Caudle (Drover), Helmut Ramsauer (Spinpartners) diskutieren über: Auto Brand Loyalty in a Sharing Economy

Interessanter Punkt, weil wie Marken-loyal soll man sein, wenn man sowieso die Services wechselt und das Auto mietet, das gerade verfügbar ist.

  • BlaBlaCar Service wird von 10 Mio. Leuten pro Quartal genutzt. Wenn man zu Viert statt alleine mit dem Auto fährt, dann reduzieren sich für jeden die Fahrtkosten auf 1/4.
  • Ökonomische Argumente werden als wichtiger erachtet gegenüber der Markenanziehung.
  • Marken werden zunehmend unwichtiger - ein Trend, der sich auch aktuell bei den Fluglinien feststellen lässt. Ausschlaggebend ist am Ende der Preis.
  • Die Herausforderung für die OEMs in den nächsten 5–10 Jahren wird darin liegen, den Übergang von klassischem Fahrzeugbesitz zu den zukünftigen Car Sharing Modellen zu bewerkstelligen.
  • Marken und Brands sind nach wie vor essentiell, definieren sich aber eher über die User-Erfahrung und die Qualität der Services, als über klassisches Marketing, wie wir es heute kennen.

Tag 2 meines Besuches auf der TU Europe und ich werde diesen Beitrag weiter fortführen mit Notizen aus den Vorträgen, die ich besuche.

Christoph Stadeler, Facebook

Da fragt man sich, was hat Facebook mit Automotive und Mobility zu tun?

  • Sie skalieren, haben kein Problem 1,7 Milliarden Nutzer zu bedienen - dazu noch WhatsApp, Messenger und Instagram.
  • Marken sind mehr denn je das größte Pfund, das die Autoindustrie hat. Wenn man Größe und Volumen über Produktionszahlen definiert, dann stößt man schnell an Grenzen. Aber eine Marke kann heutzutage viel einfacher Millionen von Nutzern ansprechen und über Facebook verlinken.
  • Facebook sieht sich in einer guten Position die Brücke zu Connected Car zu bauen - weil sie schon mit den User (Auto-Kunden) verknüpft sind.

Chris Reeves (Horiba MIRA) - Autonomous Vehicles - the technical and business challenges:

  • Es wird unterschieden zwischen Automated Car und Connected Car.
  • Standards und Gesetzgebung hinken noch hinterher und sind zu einfach gestrickt. Dadurch kann die komplexe Realität im Verkehr nicht abgebildet werden.
  • Straßen werden nicht nur von Autos genutzt - Fussgänger, Radfahrer, aber auch Tiere kreuzen den Verkehr.
  • Test und Erprobung erfordern neue Methoden - Controlled Environment löst die Teststrecke ab. Wo früher Dauerhaltbarkeit z.B. getestet wurde, werden heute reale Straßensituationen, Ampeln und Kreuzungen abgebildet. Sogar Mobilfunktestzellen werden installiert, um den Datenverkehr zu validieren.
  • Ziel ist die Reproduzierbarkeit während der Erprobungsphasen.
  • Während autonomer Testphasen können auch Fahrzeuge anderer Hersteller die Strecke nutzen, wodurch reale Situationen mit Verkehr abgebildet werden.
  • Trotzdem können Teststrecken nicht die Realität komplett simmulieren - daher sind Tests in öffentlichem Verkehrsraum notwendig.
  • In UK kooperiert u.a. Milton Keynes bei der Umsetzung, um einem Konsortium die Tests zu ermöglichen.
  • Zur Zeit nehmen Ford, JLR und Tata teil.
  • Es gibt Überlegungen, dass für die Abnahme bis zu 10 Mio. Testkilometer nachgewiesen werden müssen - aber das ist noch nicht endgültig entschieden und eigentlich von der Größenordnung zu hoch, um es im Test in akzeptabler Zeit umzusetzen.

Nach seinem Vortrag hatte ich die Gelegenheit Chris Reeves mit Fragen zu löchern.

  • Motorsport wird seiner Meinung nach immer ein Thema sein für die Auto-Industrie, weil das Fahrerlebnis auch immer eine Belohnungs-Komponente beinhaltet (needs to be rewarding). Was auch die einzelnen Brands nutzen werden, um sich voneinander zu unterscheiden.
  • Zusätzlich kommt aber noch die komplette Kundenerfahrung mit der Marke - von Kauf über Service über Connected und Autonom - dazu, um einen Vorteil gegenüber dem Wettbewerb zu erlangen.
  • Das Straßenbild wird auch in Zukunft immer ein Mix sein zwischen manuellem und automatischem Verkehr, denn wir haben eine 100-jährige Geschichte von Fahrzeugen auf der Straße. Die wird nicht von heute auf morgen verschwinden.
  • Für das autonome Fahren ist es nicht zwingend erforderlich, dass Fahrzeuge verschiedener Hersteller miteinander kommunizieren. Um in der Zukunft aber einen höheren Effizienzgewinn zu realisieren wird die Kommunikation zwischen den Fahrzeugen höhere Bedeutung gewinnen.

Die letzte Präsentation des Tages war von Michael Wong, Codeplay.

  • Autos werden in der Zukunft ein Gehirn brauchen, das mit enormer Prozessor-Power ausgestattet ist.
  • Ebenso große Anforderungen werden an die Software gestellt, die in der Lage sein muss, die neuen Aufgaben des autonomen Verkehrs abbilden zu können.
  • An AI - Artificial Intelligence bzw. neuronalen Netzen - führt kein Weg vorbei.
  • Bereits heute ist AI im Einsatz, z.B. bei Google Maps. Tesla nutzt diese Technologie ebenfalls.
  • Open Source Sprachen ist der Vorzug zu geben, damit diese gewaltige Aufgabe mit Erfahrungsaustausch untereinander bewerkstelligt werden kann.

Nach dem Vortrag hatte ich Gelegenheit mit Michael zu sprechen. Seine Erklärung, was AI denn sei, geht so: wir Menschen lernen aus Erfahrung - Sachen, die funktionieren, werden im Gehirn verknüpft (neuronal), um sie bei der nächsten Gelegenheit wieder abrufen zu können. Das versucht man im Computer abzubilden - quasi eine gigantische Trial- and Error Datenbank. Das Konzept ist schon viele Jahrzehnte alt, aber erst jetzt sind Computer durch die gestiegene Rechenleistung in der Lage damit sinnvoll umzugehen.

Wichtig in dem Zusammenhang fand er auch die Validierung - also das ausgiebige Testen, ob die Interpretationen des Systems richtig sind.

Das das Ganze auch Gefahren birgt will er gar nicht auschließen. Die Entscheidungsfindung ist im Einzelfall schon so komplex und beinhaltet soviele Paramenter, dass der Mensch mit seinem Gehirn überfordert ist den Werdegang bis zur Entscheidung nachzuvollziehen. In dem Fall ist man dann der Technik ausgeliefert in der Hoffnung, dass sie die richtige Entscheidung trifft.

Dabei kommt natürlich kein Bauchgefühl zum Tragen - das gibt es bei einem Computer mit 0 und 1 nicht. Aber Wahrscheinlichkeiten werden gegeneinander abgewogen, um die Abläufe am Ende richtig in Gang zu setzen.

Ziemlich gruselig, wenn man es sich mal auf der Zunge zergehen lässt, aber wir alle werden damit schon konfrontiert - z.B. bei Google Maps. In Sekundenbruchteilen werden Routen optimiert aufgrund aktualisierter Parameter. Tesla setzt ebenfalls schon auf AI und das Faszinierende bei dem Konzept ist, dass jeder gefahrene Kilometer von allen Tesla Fahrzeugen wieder jedem einzelnen Fahrzeug zugute kommt. Michael vergleicht das mit einem lernenden Baby, das auf einmal auch von der Erfahrung von allen anderen lernenden Babies auf der Welt profitiert. Die Lernkurve steigt in dem Moment natürlich extrem steil und die Geschwindigkeit nimmt rapide zu.

In dem Zusammenhang war es etwas krotesk zu beobachten, dass AI auf der Konferenz kaum eine Rolle gespielt hat - dabei ist es die Schlüsseltechnologie zum Aufbruch in das neue Zeitalter.

TUEurope | Mobility | München | LiveBlog | Mikebericht |


Dienstag, 01. November 2016

Die nächsten zwei Tage begleite ich die größte europäische Zukunfts-Konferenz zur Mobilität.

Mittwoch und Donnerstag volles Programm im ICM in München:

Europe´s Largest Conference & Exhibition Dedicated to the Future of Auto Mobility. For 14 years the TU-Automotive Europe Conference & Exhibition has been the central meeting place for those at the forefront of automotive technical innovation and business strategy. Executives from the leading OEMs, tier1s, telematics services providers, telecoms and government bodies will gather to develop robust proof of concepts, agile business models and effective innovation processes to bring the auto industry up-to-date with the digital revolution.

Wenn es Antworten auf die Frage gibt, ob der autonome Verkehr der Zukunft den Motorsport gefährdet, dann ja wohl hier.

Grund genug für mich für die nächsten 2 Tage mein Quartier in München aufzuschlagen, um die Konferenz zu verfolgen.

Der Rahmen ist schonmal beeindruckend - hier werden morgen etliche Vertreter der C-Suite Stellung beziehen zu den Themen der Zukunft:

Ich werde einen Blogbeitrag als Live-Blog zünden und während der einzelnen Vorträge die Highlights aus meiner Sicht zusammenfassen - stay tuned.

Heute war Aufbautag …

… und man konnte die Anspannung gut spüren. Die Autoindustrie steht vor einem massiven Wandel - Revolution? Disruption? - und ich bin gespannt, ob das thematisiert werden wird.

Kongress | TUEurope | München |


Samstag, 29. Oktober 2016

Held Motorrad-Handschuhe im Miketest.

Im Herbst kann man noch prima Motorradfahren und Saisonkennzeichen kommt mir sowieso nicht in´s Haus. Der Verkehr in Köln lässt mir auch gar keine andere Wahl als oft den Helm anzuziehen, aber auch sonst fühle ich mich auf dem Bike immer noch wohlsten um von A nach B - oder auch von A nach A zu kommen.

Kennt ihr das: wenn man mal von einem Produkt überzeugt ist, dann ist der Hersteller auch bei Ersatz die erste Wahl.

Diese Held Handschuhe sind über 20 Jahre alt:

Held Motorrad-Handschuhe im Miketest: Gore-Tex Air n Dry. (CLICK for High Res.)

… und heute noch im Einsatz. Das sind tatsächlich echte Helden: die Verarbeitungsqualität ist beeindruckend und bei dem ein oder anderen Sturz haben sie mich auch vor Schlimmerem bewahrt.

Auf der Intermot konnte man bei Held alle Modelle in allen Größen anprobieren - gerade bei meinen langen Fingern ist es wichtig, das vorher auszuprobieren.

Was ich gerne hätte wäre ein Handschuh, der zwar warm hält, aber trotzdem noch gut Gefühl für Gas und Bremse bietet. Beim Zirkeln im Stadtverkehr ist es ganz gut, wenn man beides sensibel dosieren kann.

Empfohlen hat man mir dann dieses Modell:

… das quasi 2 Handschuhe in einem ist: ein Goretex Innenhandschuh für warm und gegen Regen - und wenn man unter dem Innenhandschuh reingeht ein dünner und gefühlvoller Handschuh für die wärmeren Tage.

Nur der Preis war etwas heftig: 189,95 €.

Nachdem ich mir jetzt im Herbst ein paar Mal die Finger abgefroren habe und ich auch keine Lust hatte durch Hein Gericke, Polo und Louis zu tingeln, habe ich kurzerhand zugeschlagen:

Held Motorrad-Handschuhe im Miketest: Gore-Tex Air n Dry. (CLICK for High Res.)

Held Motorrad-Handschuhe im Miketest: Gore-Tex Air n Dry. (CLICK for High Res.)

Held Motorrad-Handschuhe im Miketest: Gore-Tex Air n Dry. (CLICK for High Res.)

Zu dem stolzen Preis kommen auch nochmal 4,95 € Versandkosten, obwohl ich direkt im Werk bestellt habe - also zusammen 194,90 €.

Aber dafür hat man dann auch etwas Reales:

Held Motorrad-Handschuhe im Miketest: Gore-Tex Air n Dry. (CLICK for High Res.)

Held Motorrad-Handschuhe im Miketest: Gore-Tex Air n Dry. (CLICK for High Res.)

Hier nochmal der Goretex Innenhandschuh:

Held Motorrad-Handschuhe im Miketest: Gore-Tex Air n Dry. (CLICK for High Res.)

… und hier wenn man unten drunter reingeht:

Held Motorrad-Handschuhe im Miketest: Gore-Tex Air n Dry. (CLICK for High Res.)

Alles sensationell gut verarbeitet. Es geht ja nicht nur darum, dass die Teile länger halten - sie müssen auch bei einem Sturz widerstandsfähig sein und die Nähte müssen zu bleiben. Das ist halt der Unterschied zu einem 49,95 € Handschuh. Die sehen vielleicht optisch gar nicht so schlecht aus, aber stürzen möchte ich damit nicht. Also, eigentlich möchte ich natürlich überhaupt nicht stürzen.

Kennt Ihr dieses Detail:

Held Motorrad-Handschuhe im Miketest: Gore-Tex Air n Dry. (CLICK for High Res.)

Hört sich jetzt doof an, aber das ist ein Scheibenwischer. Kein Witz, das ist der Zeigefinder der linken Hand - die rechte muss ja Gas geben - und funktioniert wunderbar, um kurz das Visier sauber zu wischen. Haben sogar die 20 Jahre alten Teile und ich habe dieses Feature liebgewonnen. Bin sehr froh, dass es nach wie vor eingebaut wird!

Held Motorrad-Handschuhe im Miketest: Gore-Tex Air n Dry. (CLICK for High Res.)

Überhaupt ist die Ähnlichkeit zu den Urahnen enorm:

Held Motorrad-Handschuhe im Miketest: Gore-Tex Air n Dry. (CLICK for High Res.)

Held Motorrad-Handschuhe im Miketest: Gore-Tex Air n Dry. (CLICK for High Res.)

Man sieht zwar die Weiterentwicklung, aber Bewährtes wird bewahrt - sehr schön.

Nicht verstanden habe ich diese Öffnungen:

Held Motorrad-Handschuhe im Miketest: Gore-Tex Air n Dry. (CLICK for High Res.)

… die ja eigentlich wieder kalt machen:

Held Motorrad-Handschuhe im Miketest: Gore-Tex Air n Dry. (CLICK for High Res.)

Aber bei herbstlichen Temperaturen so um die 10°C sind sie sehr komfortabel zu fahren. Ich habe sie erst sei 2 Wochen und die Form wird sich noch meiner Hand anpassen, aber ich bin jetzt schon froh so aufgerüstet zu haben.

Bei 5°C - so kalt war es beim Losfahren morgens um 6h auch schon - kommen sie an die Grenze - aber nicht so, dass einem die Finger abfallen. Etwas ungemütlich, aber ok. Dafür sind sie abends auf der Heimfahrt, wenn es wieder wärmer ist, optimal.

Dank der Goretex sollen sie auch wasserdicht sein. Das ist gut zu wissen, aber muss ich nicht testen. Für den Winter bin ich gut gerüstet, wenn das Wetter passt - um im Schnee noch mit dem Motorrad zu fahren, dafür bin ich dann doch zu alt.

Jedenfalls sind die Held-Teile eine klare Empfehlung und schön, dass es noch deutsche Familienbetriebe gibt, die Handwerk und Qualität in Ehren halten. Da zahlt man dann auch gerne etwas mehr.

Held | Motorrad | Handschuhe | Miketest |


Montag, 24. Oktober 2016

Da überschlagen sich in den letzten Tagen aber viele Autos:

Auf der A 61 ist es nach ersten Angaben der Polizei gegen 22 Uhr am Sonntagabend zu einem tödlichen Verkehrsunfall gekommen. Nach ersten Informationen soll sich ein Pkw mit mindestens zwei Insassen überschlagen kurz hinter der Anschlussstelle Weilerswist in Fahrtrichtung Venlo überschlagen haben.

Siehe gestern. Wird Zeit den Mensch aus dem (Straßen-) Verkehr zu ziehen. Der ist doch ganz klar mit dem Führen von Fahrzeugen überfordert.


Samstag, 15. Oktober 2016

Motorradfahren in der Zukunft - BMW hat sich mal Gedanken gemacht.

BMW hat unter dem Motto The Great Escape ein Zukunftsmotorrad vorgestellt und dabei sind einige interessante Aspekte diskutiert worden.

Mal von den technischen Visionen abgesehen meint BMW Vorstand Karl Viktor Schaller sinngemäß, dass im Zeitalter des autonomen Fahrens nur noch mit dem Motorrad so etwas wie aktiver Fahrspaß möglich sein wird. Denn die Autos dienen - vernetzt untereinander - nur noch der effizienten Mobilität von A nach B, während das Motorrad weiterhin für Fahrten von A nach A eingesetzt werden wird.

Das finde ich aus 2 Gesichtspunkten spannend: 1.) wie kann ein Mix aus autonomen und individuellem Verkehr harmonieren und 2.) was bedeutet diese Entwicklung für den Motorsport?

Also der Reihe nach: autonomer Verkehr wird viele Vorteile bieten: schnellstmögliche Mobilität zwischen zwei Punkten, hohe Verkehrssicherheit (30+ Kameras pro Auto, Radar, Vernetzung untereinander), sich mit anderen Sachen beschäftigen zu können, z.B. Lesen, kein Auto mehr besitzen zu müssen, sondern es holt einen auf Bestellung ab, usw.

Die Programmierung des Fahrstils dieser Fahrzeuge ist natürlich maximal defensiv, d.h. an erster Stelle steht die Unfallvermeidung. Was man von unserer heutigen Verkehrslandschaft mit den vielen Honks am Steuer ja nicht gerade behaupten kann.

Wenn nun mitten in diesen friedlichen, verzahnten und maximal defensiven Verkehr ein paar wilde Motorradfahrer gemixt werden, wie geht sich das aus? Ich glaube nicht, dass das funktioniert, denn die Individualfahrer könnten die autonomen Roboter nach Belieben hacken, weil sie ja wissen, dass diese jeder sich anbahnenden Kollision aus dem Weg gehen werden. Das heißt im Klartext: man könnte voll auf die ferngesteuerten Fahrmaschinen draufhalten und sicher sein, dass sie ausweichen werden. Das wird natürlich nicht jeder machen, aber alleine dadurch, dass die Möglichkeit besteht und man es ja schlecht geheim halten kann, wird es Leute geben, die das ausnutzen.

Der zweite Aspekt ist die Zukunft des Motorsports. BMW Mann Schaller hat es zwar nicht direkt gesagt, aber wenn selbst die Freude-am-Fahren Firma zugibt, dass Autofahren nicht mehr die Fahrfreude ermöglichen wird, dann heißt das in der Folge, dass auch der Motorsport - also quasi der Zenit der Fahrfreude - auf der Strecke bleiben wird.

Unter´m Strich finde ich es schön, dass man sich jetzt konkret Gedanken macht, wie wir uns in Zukunft fortbewegen werden und wie wir die schönen Seiten aus der Vergangenheit - also den Fahrspaß - mit hinüberretten können. Zu Ende gedacht ist das noch lange nicht. Aber ein klein wenig Hoffnung können wir uns machen, dass zumindest der Motorradsport die bevorstehenden Umwälzungen überlebt. Emmissionsfrei natürlich.

UPDATE:

Tom Schwede greift das Thema auch auf: Mehr Kinderkarussell als Motorrad.

autonom | Motorrad | Zukunft | Schaller | Fahrspaß |


Donnerstag, 22. September 2016

Wie unterscheiden sich eigentlich die verschiedenen Level beim autonomen Fahren?

Johann Jungwirth von VW erklärt das mal:

Wir sprechen von fünf Schritten auf dem Weg zum selbstfahrenden Auto. Im Moment sehen wir Autos des Levels zwei mit Assistenzsystemen, die zum Beispiel die Spur halten und selbstständig bremsen und beschleunigen. Der Fahrer bleibt jedoch verantwortlich und muss die Situation jederzeit im Blick haben. Erst Autos des vierten Levels werden wirklich autonom fahren, im fünften Level werden wir auf Lenkrad und Pedalerie verzichten, so dass Menschen und Waren komplett selbstfahrend transportiert werden. (..) Technologisch werden wir Level vier und fünf in den nächsten drei bis fünf Jahren erreichen.

In den nächsten drei bis fünf Jahren! Das ist nicht mehr lange hin.

VW legt dann auch gleich mal vor mit dem neuen A8 (2017):

Der neue Audi A8 wird Maßstäbe setzen und zum Beispiel im Stau und bei stockendem Verkehr bis 60 km/h auf der Autobahn selbstständig fahren – er wird beschleunigen, bremsen, lenken. Der Mensch kann die Hände vom Steuer nehmen und teilweise Nebentätigkeiten ausüben. Mit dem Auto erreichen wir Level drei und liegen im Vergleich zu unseren Wettbewerbern vorn.

So eine Übersicht wäre nicht schlecht, welcher Hersteller wann die Level 3, 4 und 5 eingeplant hat.

Ich habe wirklich starke Zweifel, ob wir in 10 Jahren noch Motorsport haben werden, so wie wir ihn heute kennen: mit Fahrer und Verbrennungsmotor.

Denn Motorsport dient den Herstellern zur Verbesserung des Markenimage und der Demonstration ihrer technischen Möglichkeiten. Und da geht’s in Zukunft um Strom und ohne Fahrer.

Also genießt die Zeit solange es noch Krach macht und gelenkt werden muss!


Freitag, 09. September 2016

Miketest: Focus RS auf Alpentour.

Ursprünglich wollte ich mit dem Motorrad in die Alpen fahren. Hab ich lange nicht mehr gemacht und nachdem inzwischen die 900er Hornet zum Fuhrpark gehört, stand dem nichts mehr im Wege.

Urlaub war genehmigt, Cheffin zuhause hat auch approved … doch dann kam mir der Gedanke, ob vom Fahrvergnügen so ein Focus RS eigentlich mit einem Motorrad mithalten kann? 350 PS sind doch eine Ansage und die Performance von dem Auto wird auch überall gelobt?

Der Gedanke ließ mich nicht los - also spontan bei der Ford’schen Presseabteilung angefragt. Ich hatte mir wenig Hoffnungen gemacht, das Auto ist doch stark nachgefragt. Ihr könnt Euch meine Überraschung vorstellen, als es dann hieß: Mike, gute Nachrichten, Du kannst den RS haben! Wow. Da wurd ich dann doch leicht nervös, aber der Miketest für das Auto ist sowieso Pflichtprogramm, nachdem das mit dem Fiesta ST so gut geklappt hat. Und ja - versprochen - der nächste Miketest wird ein Nicht-Ford!

Ihr wisst inzwischen, dass ich auch regulär bei Ford in Köln 4 Tage die Woche arbeite und man gibt mir die Freiheit meinen bloggenden Abenteuern freien Lauf zu lassen. Dass sich Ford’s und meine Themen zunehmend stärker überschneiden ergibt für mich völlig neue Möglichkeiten - Le Mans zum Beispiel. Aber auch als der RS zum ersten Mal vorgestellt wurde, das war nämlich auch in Köln - und ich mittendrin.

Kurz antesten konnte ich den Wagen auch schonmal, aber die bevorstehenden 10 Tage waren natürlich ein komplett anderes Kaliber.

Nach der Übergabe zuhause angekommen war die Familie natürlich neugierig, wie sich so ein Geschoss im Alltag benimmt - für mich eine gute Gelegenheit die Familientauglichkeit zu testen. Nach dem Volltanken - denn ich wollte während der ganzen Zeit akkurat den Verbrauch ermitteln - ging es dann am Samstag mit der kleinen Maus im Auto nach Nürburg zum STRaßenfest:

Allerdings musste ich auch vorsichtig sein, um keine Begehrlichkeiten zu wecken - ist mir nicht gelungen:

Wo wir schonmal da sind - dieses Foto durfte natürlich nicht fehlen:

In Merkenich beim Kinderfest waren wir auch:

… und der Wagen hat alles mit Bravour bestanden! Kurze Beschleunigungseinlagen wurden auf der Rückbank sogar mit Begeisterungsausbrüchen quittiert. Ich frag mich von wem sie DAS wohl hat?

Ausgangsbasis für den RS ist der 5-türige Focus, d.h. er bringt alle praktischen Eigenschaften eines Familienautos mit. Platz, Kofferraum, kompakte Abmessungen - alles im grünen Bereich. Und im Normal Modus gelingt die Tarnung sogar ganz gut - man muß schon Insider sein, um den RS als solchen richtig einzuordnen zu können.

Kofferraum ist ein lustiges Thema, denn wenn man ihn öffnet offenbart sich zwischen Spoiler und Antenne echte Maßarbeit:

Insgesamt gibt es 4 Fahrstufen, wobei ich mich nur in 1 (Normal) und 2 (Krawall, bzw. Sport) aufgehalten habe. 3 (Track) und 4 (Drift) sollte man im Straßenverkehr auch eher meiden:

Tag 1 meiner Tour ging erstmal über die Autobahn, das Tagesziel war das Stilfser Joch. In Füssen war Tankstopp:

… und so langsam wurde es bergiger. Und schlössiger:

Ich wurde dann nochmal eingebremst wegen Almabtrieb - sowas kann dauern. Also Pause gemacht und Mals im Vinschgau angeschaut.

Hat mich ein bisschen an Nürburg erinnert, alles voll Pokale:

… Vollgastiere …

… und Profimaterial:

Eine sehr schöne Gegend - gar keine Frage:

Dann ging es weiter, denn ich hatte ja noch was vor und um 19:30 - pünktlich zum Sonnenuntergang - war ich dann vor Ort: am Stilfser Joch.

Es gab kaum Verkehr und mein Herz machte Luftsprünge, als wir endlich Serpentinen jagen durften.

So ein Rheinländer wie ich ist natürlich schwer beeindruckt, wenn die Berge sich mächtig auftürmen - herrlich.

Inzwischen war ich aber auch durch von der Autobahnfahrt - es wurde Zeit sich eine Unterkunft zu suchen. Dank booking.com ging das überraschend gut und ich habe in Sulden einen echten Geheimtipp gefunden: das Hotel Nives - volle Punktzahl:

Das Hotel Nives in Sulden - sehr empfehlenswert! (CLICK for High Res.)

Also wenn Ihr mal in der Nähe seid: das Haus ist 4 Jahre alt, sehr großzügig mit großen Fensterflächen und geräumigen Zimmern und auffallend gut durchdacht.

Die Aussicht vom Balkon:

Die Aussicht vom Balkon des Hotel Nives in Sulden - traumhaft. (CLICK for High Res.)

Ich war natürlich neugierig und es stellt sich heraus, dass der Besitzer Architekt ist - das macht Sinn. Die Preise sind günstig und das Ambiente modern, aber gemütlich.

Ich hatte sogar kurz mit dem Gedanken gespielt 2 Tage zu bleiben, aber ich wollte ja Meter machen - also weiter.

Stilfser Joch komplett war angesagt und die Straße ist natürlich der Hammer. Vor langer Zeit bin ich sogar mal mit dem Rad hoch - nonstop. Würde ich heute nicht mehr schaffen:

Ursprünglich dachte ich, dass das mit dem RS eine Riesengaudi wird, aber war dann doch nicht so. Stellt sich nämlich raus, dass der Lenkanschlag ziemlich begrenzt ist, sodaß man in den engen Kehren entweder zum Ausholer mutiert oder behäbig wie ein Schwertransporter um die Kurven zirkeln muss. Ken Block hätte da weniger Probleme, aber das hab ich mir natürlich gespart. Wobei der respekteinflößende Abgrund auch nicht ganz unschuldig war.

Das war der erste Dämpfer für mein Motorrad vs. RS Experiment, obwohl das mit dem Motorrad natürlich auch mächtig eng ist. Die Autos heutzutage werden aber auch immer breiter, jeder ist mit SUV oder Camper unterwegs - da passt man bei Gegenverkehr kaum noch aneinander vorbei.

Egal - ich war dann oben - und da war vielleicht was los:

Die Radfahrer haben natürlich meinen größten Respekt. Eine schöne Überraschung gab es in der Herberge:

Hier sind wir richtig.

Bei der Suche nach meiner nächsten Unterkunft habe ich dann festgestellt, dass man sich sogar im Refugio einquartieren kann:

Aber den Gedanken habe ich nicht weiter verfolgt.

Nachdem das Stilfser Joch standesgemäß Nfiziert war:

… und der RS passend abgelichtet:

… musste ich wieder aufbrechen. Die Einheimischen fahren übrigens wenig überraschend entweder Defender oder Teneré:

Auf der anderen Seite ging es dann wieder runter und man sollte immer etwas Bremsreserve einbauen:

Was mich auch etwas überrascht hatte, was das hohe Verkehrsaufkommen auf den Pässen:

Überholen ist mit dem Auto ziemlich schwierig, obwohl es dem RS überhaupt nicht an Leistung oder Drehmoment mangelt.

Trotzdem habe ich alles an Pässen mitgenommen, was mir in den Weg kam und da waren einige traumhafte Straßen dabei.

Und wie fährt sich der RS so?

Hier die Antwort als Video:

youtu.be/cU3Jw7fA710

Der Motor ist echt eine Wucht. Das ist jetzt keine Übertreibung, aber es ist von der Beschleunigung her ziemlich egal, ob man berghoch oder bergrunter fährt, so bärig drückt das an. Und bei kleinen Autos mit großem Motor rennt man bei mir ja offene Türen ein. Und dann kann ich auch gut mit Abstrichen leben: die Schaltwege sind etwas lang - Focus halt - und der Schalthebel sitzt komfortabel, aber unsportlich. Das Auto ist innen superleise, dadurch hört man mit empfindlichem Gehört (= also ich) jedes Klappern. Und davon gibt es, dank sportlichem Fahrwerk, einiges.

Das war’s dann aber schon - trotz meiner 2 Meter passe ich super rein und fühle mich wohl. Die heutzutage serienmäßigen Gimmicks sind nicht so mein Fall, ich kann noch alleine Licht einschalten oder den Scheibenwischer bedienen. Aber das ist der Tribut an das Großserienprodukt - im Inneren ist außer Lenkrad, Sitzen, usw. Focus angesagt. Und da die Golf-Liga hart umkämpft ist, ist die Serienausstattung mächtig.

Aber bei dem Wagen geht es ja erstmal um’s Fahren und hier noch ungekürzt die Abfahrt vom schönen Penser Joch - erst im Normal, dann später im Sport-Modus - um beides mal im Vergleich zu sehen:

youtu.be/_ab1_AuJ2jk

Das Penser Joch kann ich übrigens sehr empfehl’N:

Eine flüssige Straße mit wenig Verkehr auf beiden Seiten des Berges, so wünscht man sich das. Der Grund ist wohl die außen rum gehende Bundesstraße, die vom normalen Verkehr gewählt wird. Laut Café-Betreiber gibt es aber auch Ausnahmen, es verirren sich schonmal polnische LKW-Fahrer, die im Navi kürzeste Route eingeben. Gewagter Ansatz in den Alpen!

Nachdem wir über das Hotel von Tag 2 besser nicht reden, wurde meine nächste Unterkunft wieder ein Volltreffer:

Das private Apartmenthaus Residence Reißenschuh in Sterzing. Liebevoll eingerichtete und geräumige Appartments, genau das Richtige für den Mike mit seinem ganzen Technikprüll, der wieder aufgeladen werden will. Und natürlich schnelles WLAN - gaaanz wichtig! Wieder volle Punktzahl, es gibt eine tolle Pizzaria direkt um die Ecke und damit alles zusammen noch ein echter Geheimtipp sowohl für Motorrad- als auch Skifahrer.

Ich hatte mir vorgenommen den Miketest schon im Netz zu haben, bevor ich zuhause ankomme. Und es klappt, denn aktuell sitze ich noch in Sterzing in Südtirol und habe mir Jaufenpass und Timmelsjoch für das Schlussfinale aufgehoben.

Wenn ich daran denke, dass ich den RS Schlüssel am Montag wieder abgeben darf, werde ich schon etwas traurig. Ich glaube wir zwei könnten - besonders hier in Südtirol - ein paar schöne Monate verbringen.

Am meisten beeindruckt mich der Motor: was für ein Kraftpaket. Kann alles: mächtig Kraft von unten raus, richtig Biss in der Mitte und scheut sich auch nicht vor Drehzahl. Die Bremsen sind standfest und kernig, Sound und Fahrwerk gierig und der Allradantrieb rundet das Paket so richtig schön ab: keine Gripprobleme am Kurvenausgang und super Traktion auch bei schlechtem Wetter. Würde ich gerne mal im Schnee ausprobieren! Das clevere Torque-Vectoring, dass einen immer von hinten außen in die Kurven schiebt, macht den Wagen umheimlich schnell.

Der Spritverbrauch hielt sich trotz Attackemodus noch in Grenzen: über 15 Liter bin ich nicht gekommen, aber auch nicht unter 11 Liter. Insgesamt sind es für die genau 1.501 km, die ich bisher gefahren bin mit Volltanken, ebenso genau 197,3 Liter gewesen - also im Schnitt 13,2 Liter. Kann man gut mit leben, vor allem weil ich immer alles rausgeholt habe, was ging.

Aber ich bin dem Auto auch mit Respekt begegnet, denn man wird ganz schnell ganz schnell. In den Händen eines kundigen Fahrers wird die Kombination mit Sicherheit zu einer ernstzunehmenden Waffe. Da werden sich Fahrer mit x-fach teureren Autos auf die ein oder andere Demütigung gefasst machen müssen.

Falls Ihr jetzt Lust auf den RS bekommen habt, es würde mich nicht wundern. Aber Lieferzeiten sind wohl sooo lang, dass man fast von ausverkauft sprechen kann. Hat wohl bei Ford - außer beim Entwicklerteam - keiner damit gerechnet, dass das so ein Kracher wird. Es wird interessant sein zu beobachten, wie die Konkurrenz reagieren wird: gibt es weitere Modelle mit Drift-Modus? Allrad und Torque-Vectoring? Unter 40k €?

Spannende Zeiten, die da auf uns zukommen!

FocusRS | Miketest | Mikebericht | alpNtour |


Donnerstag, 09. April 2015

Warum die GT3 an allem schuld sind.

Ja ja, die bösen GT3! Natürlich sind nicht die GT3 schuld, das Problem ist viel komplexer. Da wir aktuell den Tiefpunkt der GT3 Problemtik erleben mit der Entscheidung ein Tempolimit auf einer Rennstrecke einzuführen, möchte ich mal etwas weiter ausholen.

Erstmal ein kleiner Rückblick: 2005 wurden die GT3 von Stéphane Ratel und der SRO in’s Leben gerufen als günstige Alternative zu GT1/GT2, die dem Werkssport vorbehalten bleiben sollten. Leistungs- und Preismäßig sollten sie sich in der Region vom Porsche Cup ansiedeln - was am Anfang auch so war. Inzwischen sind über 30 verschiedene Fahrzeuge homologiert.

Auf der Nordschleife wurden die Autos zum ersten Mal 2009 zugelassen, dafür wurde die SP9 erschaffen - eine 1:1 Übernahme der homologierten GT3 Klasse. Die Mintgen Viper war in 2009 das erste GT3 Auto auf der Strecke.

Und jetzt wird’s kompliziert - ich versuche das mal einzeln aufzubröseln.

Die Hersteller haben immer neidisch auf Porsche geschaut, die es tatsächlich fertig bringen mit dem Motorsport Geld zu verdienen. Auf der Suche nach einem Geschäftsmodell ist bei Audi die Idee geboren, basierend auf dem schon sportlichen R8 einen günstigen, aber trotzdem schnellen, Rennwagen zu erschaffen, der dann - und das ist der wichtige Teil - in großen Stückzahlen verkauft werden soll. Und bei einem Rennwagen reden wir schon von großen Stückzahlen bei 50 oder so. 50 mal 400.000 € Kaufpreis sind immerhin 20 Millionen Euro.

Gesagt - getan! Und weil bei der Langstrecke so viele potentielle Kunden unterwegs sind, sollte das auch der große Aufschlag vom R8 werden. Dazu musste man das neue Auto aber auch schmackhaft machen und das geht natürlich am besten, wenn man das 24h-Rennen gewinnt.

Audi war sich nichtmal zu schade Einfluss auf das Reglement zu nehmen, um dieses Ziel zu erreichen.

Win on Sunday - sell on Monday - allerdings nicht auf die Serienfahrzeuge bezogen, sondern die Kunden sollten den Renn-R8 kaufen, mit dem das Werk so erfolgreich Motorsport betreibt.

Black Falcon hatte damals freudig auf den R8 gesetzt und nach den ersten Fahrten den Audi ganz schnell wieder entsorgt.

Es war wie verhext - 4 Anläufe brauchte Audi, um endlich den Gesamtsieg feiern zu können. Der Aufwand wurde in schwindelerregende Höhen getrieben - nichts dem Zufall überlassen.

Die anderen Hersteller - auch nicht blöd - haben gesehen, was Audi vorhat und haben ähnliche Programme in kleinerem Maßstab gestartet. Die GT3 Szene fing an sich auszubreiten, allerdings nicht aus sportlichen, sondern vielmehr aus geschäftlichen Gründen.

Und als die Hersteller einmal Blut geleckt hatten, wurden sie auch schnell die eigentlichen Kräfte hinter Reglement und Veranstalter.

Peter Geishecker reibt sich die Hände - auf einmal stehen die zahlungskräftigen Industriekunden bereit für VIP und LKW Flächen, Filmproduktionen und sonstige Leistungen, die von der Wige angeboten werden. Endlich! Auch haben die Hersteller ihre ausgefahrenen Kommunikationskanäle mit N24h Meldungen gefüttert - ein Traum für Wige/Geishecker, dem die Vermarktungsrechte für das Rennen zugesprochen wurden.

Die VLN war zur Tatenlosigkeit verurteilt und durfte die Bühne bereiten für die 24 Stunden. Hersteller und ADAC Nordrhein haben mit DMSB & Co leichtes Spiel, Audi wurde mit Spezialregeln wettbewerbsfähig gemacht. Auf einmal wurden Tankkannen und Boxenstopp Mindestzeiten zur Pflicht - ein eigener Technikausschuss durfte von Rennen zu Rennen neue Gesetze für einzelne Fahrzeuge erlassen.

Eine VLN BOP (Balance of Performance) wurde über die GT3 Homologations-BOP gestülpt. Witzigerweise betraf das hauptsächlich Porsche, deren Leistungs- und Verbrauchsvorteil einfach rausgekürzt wurde - als Stellschrauben gibt es Gewicht, Restriktor, Leistung, Tankinhalt (!) und Tankkannenrestriktor (!).

Mit sportlichem Wettbewerb hat das Ganze natürlich nichts mehr zu tun, mit Breitensport schonmal garnicht. Rennsieger werden von Norbert Kreyer am Mischpult zusammengemixt und im Hintergrund sorgt eine undurchschaubare Gemengelage von monetären Einzelinteressen zu einem Politikdickicht, das kaum zu durchschauen ist.

Wenn Ihr jetzt meint das seien weltfremde Verschwörungstheorien, dann habe ich hier einen praktikablen Sanity Check für Euch: die Entscheidungen von vorgestern - aber auch der vergangenen Monate und Jahre kamen vielen Leuten unlogisch und geradezu dumm vor. Als hätten die Entscheider keine Ahnung vom Motorsport. Wenn Ihr jetzt meine Erklärung als Antrieb für die Entscheidungen anzieht, dann sind sie auf einmal gar nicht mehr so dumm und unerklärlich. Reverse Engineering nennt man das.

Ab und zu führen einige Leute vertrauliche Gespräche mit mir, man ist sogar der Meinung, dass meine freche Schnauze wichtig ist als Gegengewicht zu den Bücklingen in der Motorsport Presselandschaft. Die habe ich dann auch genutzt, um meine Theorie auf Wahrheitsgehalt abzuklopfen. Und sie hat immer gehalten.

Wir haben uns Schritt für Schritt vom Sport verabschiedet, Marketing und Unternehmensinteressen haben das Sagen. DMSB und ADAC Nordrhein haben es forciert, die VLN hat sich nicht gewehrt - und jetzt ist es zu spät.

Meiner Meinung waren die GT3 auf der Nordschleife ein Desaster waiting to happen. 20 Autos in irrer Geschwindigkeit, die um jeden technischen Vorteil untereinander beraubt wurden, jagen im Verkehr um die Strecke. Die Risiken, um sich einen kleinen Vorteil zu verschaffen, werden automatisch größer und die hohe Dichte an Fahrzeugen fordert einen Unfall mit mehreren Beteiligten geradezu heraus. Meiner Meinung nach ist die fatale Nissan Katastrophe diesem viel wahrscheinlicheren Szenario einfach nur zuvorgekommen.

Die Langstrecke ist längst zum Spielball von Konzernen geworden und so passiert tatsächlich das Lächerlichste, was man sich auf einer - auf DER - Rennstrecke vorstellen kann: Tempolimit. Einzig und allein geschuldet den Geschäftsplänen von Unternehmen. Viele davon mit hohem Ansehen im Motorsport: BMW, Audi, Porsche, usw. Es muss weitergehen - der große Marketingaufschlag 24h-Rennen steht vor der Tür!

Wenn man dann noch weiß, das Hans-Joachim Stuck Repräsentant des VW Konzerns ist (Audi, Porsche, Bentley), dann schließt sich der Kreis.

Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: diese Unternehmen haben schon tatenlos mit angesehen wie der Nürburgring von Politik und Gier zerfressen wurde - jetzt sind sie sich nicht zu schade dem halbtoten Komapatienten noch ein Clownsgesicht zu malen - nur damit die Euro wie geplant in der Kasse klingeln.

Was ich davon halte? Es widert mich einfach nur noch an.

Save The Ring.

Tags: Tempolimit | DMSB | FIAGT3 |


Donnerstag, 23. Oktober 2014

Der traurigste aller Nordschleifen-Rekorde.

Der Verkehr bei den Touristenfahrten wird immer dichter und die Geschwindigkeiten immer schneller. Richter/Lindner haben die Profitmaximierung eingeleitet zu Lasten der mühsam erarbeiteten Sicherheitsmargen.

Ergebnis:

“Die Polizei befürchtet in diesem Jahr einen neuen Unfallrekord am Nürburgring. Bis jetzt hat die Dienststelle in Adenau schon 120 Unfälle aufgenommen. Vor drei Jahren waren es im ganzen Jahr nur sechs mehr.”

Na DAMIT konnte ja wirklich niemand rechnen.

Eines sollten allen klar sein: sind die Touristenfahrten erst einmal weg, bringt sie keiner mehr zurück.

Tag: Touristenfahrten


Donnerstag, 10. April 2014

Mikebericht vom 24h Qualirennen.

Zum ersten Mal gab es also im Vorfeld der 24h Stunden eine Rennveranstaltung des ADAC Nordrhein - ein 6 Stunden Rennen am Sonntag mit Training am Samstag.

Außerdem wurde die Pressekonferenz, die ich die letzten Jahre auch immer in hier in Köln besucht hatte, in das Wochenende am Ring integriert.

Nach der Starterliste war klar, daß man nicht mit allzuviel Teilnehmern rechnen durfte, knapp 50 Teams hatten sich angemeldet.

Ich war sehr gespannt, was da auf uns zukommt und um es kurz zu machen: ich fand die Veranstaltung super. Der Samstag war noch gemütlicher als ein normaler VLN Freitag, man konnte in Ruhe mit allen reden und sich alles anschauen - da freut sich das Bloggerherz! :) Auch die Teams und Fahrer waren zufrieden: massig Fahrzeit und wenig Verkehr auf der Strecke, dazu die Möglichkeit im Dunkeln zu fahren.

Weil die Pressekonferenz:

… integriert wurde, lassen sich ein paar Kosten einsparen - wenn also nächstes Jahr vielleicht 80 Teams antreten ist alles bestens.

Wie es sich für einen Mikebericht gehört habe ich wieder versucht ein paar interessante Dinge aufzuschnappen.

Zum Beispiel den 24h-Ticker - das her ist der Arbeitsplatz. Erstmals wurde ein Spotter-System getestet, das man in den Ticker einfliessen lassen möchte - klingt sehr vielverprechend!

In der Startaufstellung konnte man schon mal Mini–24h-Rennen Atmosphäre schnuppern:

Von dem üblichen Startprozedere mal abgesehen war es aber sehr ruhig und es gab viel Zeit zum Austausch. Zum Beispiel zwischen Blogger und Pressedirektor:

Das sind Björn Habegger und Ralph Caba - letzterer arbeitet normalerweise bei Ford und treibt sich am Wochenende bevorzugt am Nürburgring rum. Momentmal - das kenn ich doch irgendwo her! ;)

Wir treffen uns tatsächlich ab und zu im Treppenhaus und Ihr könnt Euch vorstellen über welches Thema wir dann reden :)

Wolfgang Kaufmann - Mazda - Jota Sport … was ist denn das? Der Wolfgang im LMP?

Nicht ganz. Zusammen mit Stefan Johansson - richtig: DEM Stefan Johansson

… auf diesem Auto:

Also ich bin da nicht so richtig schlau draus geworden, anscheinend ein Mazda Werkseinsatz und bestimmt auch ein schickes Auto, …

… aber einen Werkseinsatz stellt man sich irgendwie anders vor.

So sieht das innen aus in dem Rechtslenker:

Ich bin sicher, wir werden noch dahinter kommen ;)

Hinterherfahren mussten ein paar Amis hinter diesem Mann: Arno Klasen.

Fast wie beim Sportfahrertraining:

Am anderen Ende des Spektrums - nämlich vorneweg - dieser Mann: Jeroen Bleekemolen.

Sean Edwards fährt auf seinem Helm immer mit:

Er hat an Aziz übergeben - der hat von Schubert (Ja zum Ring Z4) zu Black Falcon gewechselt und wird auch die komplette Blancpain Endurance im SLS fahren. Inklusive 24h Spa. Und Le Mans vielleicht auch.

Und als Christian Menzel - unser amtierender Fahrer des Jahres - dann das Lenkrad übernommen hat …

… konnten sich Aziz und Jeroen ausruhen:

Die 1 steht dem Wagen auf jeden Fall richtig gut!

BMW wird eine harte Nuss werden, hier der Schubert:

… und hier übernimmt der Dirk den von Marc VDS.

Olli war auch da:

… aber mein Highlight des Wochenendes war der überraschende Besuch von Stefan Reinhold, der mir dann auch seine 2014er BMW DTM-Fahrer vorgestellt hat: Maxime Martin und Marco Wittmann.

Zwei sauschnelle Leute und ich bin sehr gespannt, wie das ausgeht!

Stefan ist genauso wie Jürgen Bach (Bale / Haribo) und auch ich ein Andernacher Jung - schön sich an der Rennstrecke zu treffen. Den Abend haben wir in der Pistenklause ausklingen lassen :)

Zum Thema BMW gab’s natürlich noch andere Themen. Die 2er sieht man inzwischen immer öfter, aber es gibt noch Probleme mit der Ersatzteilversorgung. Und wir kennen das ja, bei Rennautos geht schonmal was kaputt:

Das ist der offizielle Werkseinsatz mit der Nummer 235, …

… auf dem auch Alex66 antreten wird. Wir haben uns auch kurz unterhalten und ich war überrascht zu hören, daß er mit dem Motorrad die Nordschleife noch nicht unter die Räder genommen hat. Und wusstet Ihr, daß er wegen Fukushima nicht zum Japan GP gereist ist?

Kundenautos waren auch unterwegs und Wilhelm Hahne hat herausgefunden, daß man inzwischen auf Bilstein umgestellt hat.

Apropos Bilstein: Sportchef Martin Flick musste beim Interview ausgerechnet mit Ex-Bilstein-Porsche-Fahrer Patrick Simon lachen, als der ihn fragte, wie man denn ein Auto für die Nordschleife abstimmen muss: “Das weisst Du doch am besten Patrick!”

Mehr zur ausgereiften Sorte zählte der Golf - ein Ex-Werkswagen - und auch …

… das Grillen hinter der Box - gehört am Ring einfach dazu!

Pierre Kaffer fährt inzwischen Audi …

… und hat das Auto nach seinem Startturn …

… auf P1 liegend an Felix Baumgartner übergeben.

Sepp Haider - rechts im Bild - ist sein ständiger Schatten:

Der Hashtag heisst #felix24hours, aber noch ist es sowohl bei Twitter als auch bei Instagram ziemlich ruhig. Wird sich hoffentlich bald ändern!

Konzentriert hat er sich an’s Werk gemacht …

… und Sepp Haider wird deutlich, wenn ihm was nicht passt.

Da hört dann sogar Marco Werner - 3facher Le Mans Gewinner - erstmal zu.

Wer wissen will, was Sepp Haider mit Karl Mauer zu tun hat, der kann das in meinem Über mich nachlesen ;)

Auf der Strecke hat die #502 auf jeden Fall eine gute Figur gemacht …

… und sah im Parc Fermé auch immer noch aus wie neu.

Nicht mehr so neu dürfte das Modell sein, daß Felix am Donnerstag in der Fuchsröhre verbraucht hat …

Roman Rusinov war letztes Jahr in Le Mans im LMP 2 unterwegs, aber als ich ihn treffen wollte, …

… war er wohl auf der Strecke! :)

Im G-Drive Audi R8.

Blechschäden gab es auch, aber das mit dem Tape üben wir nochmal ;)

Auch der Hyundai ist wieder dabei:

Und was ist das? Das ist doch der Götz Audi RS4? Besitzer gewechselt? RACE THE RING steht auf der Seite - schön und gut, aber nur mit draufrumfahren bleibt er uns leider auch nicht erhalten, das haben wir ja deutlich zu spüren bekommen. Das ist übrigens das Auto von Bill Caswell.

Wo wir gerade bei Save The Ring sind, Adam Osieka lässt immer noch keine Gelegenheit aus, die Nordschleife zu umkreisen.

Neu bei Getspeed sind die Franzosen, die vorher bei Kremer Racing waren:

Und ebenfalls keine Gelegenheit zum Nordschleifefahren auslassend: Meyrick Cox.

Nach dem Rennen bin ich …

… auf dem Weg zur A1 bei Tom Rausch vorbeigekommen:

Da schliesst sich dann wieder der Kreis - STR! :)

Tags: Qualirennen | N24h


Mittwoch, 02. April 2014

24h-Qualirennen: Zeitplan, Starterliste mit Boxenbelegung.

Am Wochenende startet zum ersten Mal das Qualirennen für die 24h - ein komplett neues Format, damit zum einen die Teams es einfacher haben, ihre Fahrer zu qualifizieren und zum anderen, damit der ADAC Nordrhein auch etwas von dem Hype abbekommt, den sein 24h-Rennen immer am Anfang der Saison verbreitet.

Hier die wichtigsten Infos als PDF:

Daß nur 47 Autos eingeschrieben sind, mag enttäuschend klingen - aber wenn ich ehrlich bin: da hab ich überhaupt nichts dagegen. Nagut, ich muss auch nicht für die Strecke aufkommen und die Veranstaltung finanziell stemmen, aber ich freue mich auf ein entspanntes Wochenende. Genauso, wie die Teams und Fahrer sich auf die Dunkelheit einschiessen können, werde ich auch Gelegenheit nutzen und nachts Fotos machen - das gab es bisher noch nie. Das Training geht am Samstag abend bis 21:20 Uhr - also wird es gut eine Stunde lang dunkel sein.

Das 6h-Stunden Rennen am Sonntag geht von 12 bis 18 Uhr. Auf der einen Seite eine gute Gelegenheit, den GTs auf der Nordschleife bei wenig Verkehr mal richtig freien Auslauf zu geben - auf der anderen Seite kennen wir das vor dem 24h-Rennen: da wird gemauert bis zum Anschlag und auf der Döttinger Höhe gerne schonmal Halbgas gefahren.

Ich kenne die Hintergründe zu diesem Rennen nicht, könnte mir aber vorstellen, daß die großen Teams bzw. Werke nach einer effizienteren Lösung gefragt haben, um ihre Fahrer zu qualifizieren. Ein richtig spannendes Rennen erwarte ich nicht unbedingt, aber viel Atmosphäre und eventuell nicht soviel Hektik wie sonst, das klingt gut! :)

Auf der Homepage 24h-Rennen gibt es noch ein paar mehr Infos, z.B. zu den Preisen (Fahrerlager 15 €, Nordschleife Parkgebühr 5 €) oder zum DVB-T bzw. Live Stream.

Tags: N24h | Qualirennen


Montag, 20. Mai 2013

24h-Rennen 2013 - Sonntag.

Tag 4 und heute ist Renntag! Und der ging ja mal richtig gut los, denn Land Motorsport hat das Carrera Cup Rennen gewonnen. Das lief am Sonntag"Mittag. Und zwar als Doppelsieg, denn sowohl die A-Wertung (Jaap van Lagen) als auch die B-Wertung (Wolf Nathan) ging in den Westerwald!

Ich hab mir das schön auf iPhone TV angeschaut, mit Burkhard Bechtel auch ein schöner Kommentar, den man sich gut anhören kann :)

Bei Weiss-Druck kleidet man sich jetzt auch so! ;) Georg Weiss und Oliver Kainz.

Dann kam ein ganz besonderer Moment für mich bzw. uns hier bei 20832.com, denn das ist Bob Suzuki, den kennt Ihr unten aus der Partnerleiste als STUDIE AG aus Japan. Er ist schon so lange treuer Unterstützer, daß er an erster Stelle steht und es ist das erste Mal, daß wir uns persönlich begegnen.

Das war wirklich sehr lustig und wer hier schon länger mitliest, weiss natürlich, daß Bob ganz großer N-Fan ist. Er hat in Japan ein BMW Tuning Betrieb in mehreren Städten und inzwischen auch sein eigenes Rennteam mit einem Z4 GT3. Und plant damit auch einmal beim 24h-Rennen mitzumachen - hoffentlich klappt das!

Wir haben uns unterhalten so gut es ging in Englisch, auch ein wenig über STR - geht natürlich nicht anders.

Sind dann aber noch zu MarcVDS ...

... und Schubert - eh klar. Was really nice to meet you Bob - great day for me!

Interessanter Nebeneffekt: man telefoniert sich heutzutage nicht mehr zusammen, das geht über Facebook und Handy. Praktisch und günstiger als ein japanisches Mobiltelefon anzurufen!

Seh ich auf einmal diese KTM, schickes Ding - 300er EXC - so wie meine, die ist allerdings komplett orange. Und natürlich ...

... auch standesgemäß gekennzeichnet!

Stellt sich raus, die ist dem Michael Küke, ...

... und ist auch nicht zum rumstehen, sondern zum fahren.

Aber eigentlich sind wir ja beim 24h-Rennen, ...

... und so langsam wird's richtig voll.

Treff ich Aziz Abdulaziz Al Faisal! Das ist der "Get well soon Aziz", den Ihr alle auf Eurem "Ja zum Ring" Z4 stehen habt.

Wirklich nett, fährt bei Extreme Racing zusammen mit Jabber, der ist da im Hintergrund großformatig zu sehen :)

Mit auf dem Auto auch Axel "Schöne Aussicht" Duffner, der hat den Arabern direkt mal die Rennstrategie auf's Armaturenbrett gepinnt:

YALLA-YALLA!

Die Peugeots machen sich in die Startaufstellung, um sich mit den Schirra-Minis zu prügeln.

Wassergekühlter 15-Zylinder?

Stellt sich raus, Kiki ist auch N-Fan!

Subaru "Save It, Don't Sell It" Werksteam.

Und der Reader-TT zusätzlich stilvoll STR'd.

Eberhard Baunach lässt es sich nehmen den Start zu fahren. Und hat eine klare Meinung zu den aktuellen Nürburgring-Situationen.

Je weiter man in die Startaufstellung nach vorne geht, desto entspannter wird es: HETZ MICH NICHT!

Alle fahren mit!

Aber eine Botschaft kommt von allen Teams: Legenden verkauft man nicht!

Der Harald Grohs treibt sich lieber vorne in der Startaufstellung rum.

Seht Ihr das Altmetallgerippe im Hintergrund? DAS kann gerne verkauft bzw. verschrottet werden.

Von der Michael Schumacher Nummer hab ich überhaupt nichts gesehen, also original Nullkommanull. Kein Formel 1, kein Truck, kein Schumacher ... nix! Irgendwann hat man mal was gehört, und das war's dann.

Dieser Tweet sagt alles:

"The only exciting thing about Schumi driving an F1 on the Nordschleife..."

Mercedes und Schumacher nutzen die Publicity und reiten auf der in den Tod getriebenen Nordschleife für Werbezwecke. Das kam bei den ganzen zeitgleichen SAVE THE RING Protesten garnicht gut, die Fans sind nicht so doof, wie die Marketingabteilungen denken. Jeder hätte sich stattdessen viel mehr gewünscht, daß Michael Schumacher seine Reichweite nutzt, um die Nordschleife vor dem Ausverkauf zu verteidigen.

Damit haben sich Schumacher & Mercedes keine Gefallen getan.

Meanwhile in der Startaufstellung ...

... die Haribojunioren ...

... betreut von Bale Motorsport.

Da kommt natürlich Unterstützung aus Andernach ...

... und das Bild für das Familienfoto darf auch nicht fehlen!

So sehen Sieger aus, Karl Mauer hat das Ding 1979 auch schon gewonnen, Gesamtsieg im Ford Escort.

Für GT Corse ist es das allererste 24h-Rennen - und dann gleich die blaue Lampe ergattert. Hoffentlich kommt er durch!

Der Akio Toyoda war echt gut drauf, dem gefällt das 24h-Rennen. Er fährt als "Morizo" auf dem LFA und hat sich in der Startaufstellung geduldig mit jedem fotografieren lassen. Also wirklich mit jedem! Die Leute standen schon in Reihe an und das war überhaupt kein Problem für den Präsident und CEO von Toyota.

Ich find das super. Irgendwie ein krasser Gegensatz zum manch arrogantem Volk, ich nenn da jetzt mal keine Namen ;)

Der Jochen Krumbach guckt auch mal vorbei und sagt herzlich Hallo, er fährt zwar auch dem Wochenspiegel Porsche, aber manchmal ist unser Fahrer des Jahres auch mit einem Toyota auf der Nordschleife.

Alles fest im Griff, sogar den Mike! :)

Noch ein Olloclip Selfie in der Startaufstellung, ...

... während Pedro Lamy fest entschlossen zur ersten Reihe schreitet.

Romain Dumas sieht das ganz entspannt und legt mal ein verschmitztes Grinsen auf. Wahrscheinlich hat er gerade mit dem Peugeot Mann einen Pikes Peak Deal ausgehandelt.

Frank Biela macht sich schonmal klar, ...

... aber das mit dem Wetter ist ihm nicht geheuer.

Mecki Messer sammelt letzte Infos, ...

... und Bernd Schneider scheint schon zu ahnen, daß er in Mike's Blog landen wird ;)

Dutch Dynamite je weiter man nach vorne kommt: Jeroen Bleekemolen mit Parick Huisman.

Wie jetzt? Guckt mal hinten links. Das ist echt so übel hier am Nürburgring, da haste Dir Ruck-Zuck 'ne Nfektion eingefangen :) Und nein, ich war das nicht! Schöne Geste von MarcVDS, besonders weil das Auto ist ja mal von vorne bis hinten komplett druchgestyled.

Es gibt nur wenige Leute, die so gucken können wie sie heißen! :)

Was macht denn der Bürgermeister vom Wehrseifen in der Startaufstellung? Kameramann? Bin mir nicht sicher, ob das Auf- oder doch eher Abstieg ist.

Vorsicht Mike, nicht so frech!

Ok, hoher Besuch, benehm ich mich mal.

Aber ein Erinnerungsfoto geht doch noch, oder?

Danke an Norbert für das tolle Foto!

Willi Bergmeister lässt es sich nicht nehmen die Startaufstellung zu besuchen.

Bei BMW ist man auf alles vorbereitet.

Während das 3 Minuten Schild hochgeht.

Die Spannung steigt, ...

... 30 Sekunden.

Aber die Botschaft bleibt gleich.

We have a race! und ich hab mir das noch ein wenig im Haughaken angeguckt, ...

STR!

Der einzige Quattro im Feld?

2 x Peugeot, 2 x Mini auf diesem Bild.

Pedro Lamy.

Der Walkenhorst-Z4, von Bonk eingesetzt. Da hat er sich wahrscheinlich auch die Nfektion geholt, die stehen da immer ziemlich eng zusammen in der Box.

Tim Hahne / Stereoscreen! Kennt Ihr sicher, machen die besten Filme vom Motorsport auf der Nordschleife.

Da konnte man immer noch nicht mit Bargeld zahlen! Alles ruiniert am Ring, aber an dem Müll mit der Ringkarte halten die immer noch fest. Albern.

Prof. Frank Herrmann, hat es zuhause nicht ausgehalten. Seine FH-Köln Studenten sind inzwischen kreuz und quer bei allen Top Teams am Ring verteilt. Mal gespannt, was als nächstes Projekt kommt!

Der Fan Reporter von Zurich. Hatte sein eigenes Shuttle!

Maxi Götz nach seinem Stint, super Job gemacht.

Der Marc Schramm braucht keine Security, der guckt einmal bös und damit ist die Sache klar! :)

Da kommt sein Auto, ...

... und ist auch schon wieder weg.

Hat ja auch eine bessere Hebeanlage als diese.

James Bond ist ihm aber dicht auf den Fersen.

Während Martin Raeder ganz andere Probleme hat. Er muss den Fotografen überreden, daß morgen auch noch ein schöner Tag ist.

Hat er dann auch eingesehen, sonst wäre er jetzt Kühlerfigur.

SO gehen Aus-der-Box-Rausfahr-Fotos! ;) Kommt das STR auch besser zur Geltung.

Beim GT-R geht es aber nicht raus, sondern rein.

Den Blick kenn ich noch aus der Zeit, als ich mit RD 350 zum Ring gefahren bin!

Alles geben!

Ich hab echt nix dagegen, wenn sich iPhone Fotografen vor einen stellen. Bin dann auch geduldig, bis sie wieder weggehen. Aber das hat echt lange gedauert hier, guckt mal genau hin, das ist eine neue Dimension: der macht ein Video!! (Sieht man an dem roten Stopknopf, hab ja auch so eins.) Wenn das Mode macht, oh oh.

War mir dann nicht sicher, ob ich an die Strecke fahre, wollte ja nicht mit dem Boot wieder zurückfahren. Hab dann im Pressezentrum mal im Programmheft geblättert, guckt mal was für ein abgekämpftes Auto die für die Werbung genommen haben! So muss das :)

Technische Problem gab es aber auch abseits der Strecke.

Bin dann zum Pflanzgarten und hab - dank ohne Regen - auch das 300er wieder bemüht.

Dunlop 125 vs Marc VDS.

Smudocar.

Ralf Zensen und Team im Mini.

Volker Strycek fährt hier auch mit, wird inzwischen von Bonk betreut das Auto.

Der Yalla-Yalla-Zetti.

Sieht schneller aus, als er fährt.

Fährt schneller, als er aussieht.

Und der Ferrari optisch und akustisch ganz vorne mit dabei.

Schade, daß der Dörr McLaren schon in der ersten Runde ausgefallen ist. Motorschaden? Was für ein Drama. Und was ist mit dem mit dem BMW vorne? Kampfspuren?

Mal ranzoomen:

Sogar das N wurde neu aufgeklebt bei der Reperatur, das ist ja mal krass!!

Wochenspiegel sauber unterwegs.

Und manchmal wurde der Verkehr heftig.

Kremer mit Save The Ring plus Save It, Don't Sell It. Damit's auch jeder versteht.

Der Wasserstoffbomber.

Und Maxime Martin. Hat der ein Feuerwerk abgebrannt. Als der Regen kam, hat er das komplette Feld aufgerollt und die Spitze übernommen. Wurde zwar dann die Wertung von einer (oder ein paar?) Runden davor genommen, aber das war so heftig, daß Marc Hennerici mich extra angerufen hat, damit ich das nicht verpasse. (Marc war auf dem Heimweg, beide Autos schon leider früh raus.) Marc ist ja auch schon bei MarcVDS GT1 gefahren und als ich meinte, die würde ich gerne mal besuchen in Belgien war er auch sofort dabei! Das wär doch was.

Die haben übrigens schon einen Doppelsieg in der Tasche, Platz 1 und 2 bei der Moto2 am Sonntag: Scott Redding und Mika Kallio in Le Mans.

Marc hält Maxime für den besten Fahrer, den wir seit langem gesehen haben. Er hat mit ihm ja auch schon auf anderen Strecken zu tun gehabt. Wenn es regnet, fährt der in einer komplett anderen Liga als der Rest. Hat mehr verdient, als nur DTM Testfahrer zu sein. Hier am Ring hat er im Regen auch völlig respektlos alles was Rang und Namen hat deklassiert. Im Interview danach bei Radio Le Mans meinte er, daß er Vertrauen in's Auto hat, dadurch die Reifen stärker belasten kann, was bei den Regenreifen und den niedrigen Temperaturen dazu führt, daß er die Reifen wärmer und damit besser an's Arbeiten bekommt, als die anderen. Ganz einfach, oder? ;)

Der schöne Ford RS von Ralph Caba und seinem Team. Fährt mit Gas soweit ich weiß.

Der Führende der Klasse "Universelle Motorfahrzeuge", nett!

Typische Fahrzeuge der Volkswagengruppe.

Der Scirocco läuft wieder! Das ist der von der Richtbank am Tag davor!

Krass, oder? Der Manta sieht in diesem Feld aus, als wäre er vom Youngtimer Rennen übrig geblieben. Ist er aber nicht und dazu noch in seiner Klasse richtig gut unterwegs. Unheimlich beliebt rund um die Strecke, jedesmal Applaus auf der Tribüne, wenn er vorbeikommt.

Einer der vielen GT86, hier einer von Dörr.

Quattro!

Das Ferrarilicht ist auch hell genug, ich hab jetzt einen Pupillentinitus.

Bin dann auch wieder in mein HQ gefahren, hab aber beim Losfahren gesehen, daß ich das Nummernschild vom Roller verloren hab! So ein Ärger! War schon alle möglichen Plan Bs am Durchspielen und hab es dann zufällig auf dem Rückweg wieder gefunden.

Und natürlich rennmässig mit Kabelbinder festgemacht. Da fällt nix mehr ab!

Vor dem großen Regen bin ich trocken angekommen und hab dem großartigen Radio Le Mans Kommentar zugehört. Das Rennen wurde dann wegen zu starkem Regen abgebrochen, läuft aber seit dem Morgen wieder!

Dazu dann später mehr ;)

Tags: Mikebericht | N24h


Montag, 30. Juli 2012

Bankrott-Debatte statt Olympia-Ablenkung.

Am Mittwoch gibt es eine Sondersitzung im Landtag zum Thema Nürburgring Bankrott. Kurt Beck hofft ja auf Olympia, aber so wirklich hat das nicht vom Thema abgelenkt.

“Landtagspräsident Mertes hat sich zu der Einberufung des Landtags entschlossen, weil er der Auffassung ist, dass wegen der Bedeutung der Thematik der Landtag die Gelegenheit zur unmittelbaren  Information seitens der Landesregierung  und zur Debatte haben sollte.

Auf deutsch heißt das: unter’n Teppich kehren hat nicht funktioniert, die Wellen schlagen meterhoch und mit der Brisanz der gefährdeten ISB kommt nochmal Sturm auf. Statt Ferien jetzt wieder Schönreden und Verharmlosen versus Anklagen und in die Pfanne hauen.

Bringt dem Nürburgring natürlich garnichts - im Gegenteil. Hat jemand in letzter Zeit irgendwo etwas von Nordschleife, Denkmal, kulturellem Erbe oder Breitensport gehört? Siehste. Nur von Investoren, Assets und Wertfeststellung ist die Rede.

Daß diese historische Strecke quasi die komplete Entwicklung des Automobils begleitet hat und weltweit große Sorge umgeht, daß der artgerechte Erhalt gefährdet ist - scheint den dafür Verantwortlichen völlig egal. Vielen Dank auch.

Wer jetzt meint so eine Sondersitzung sei doch nichts Besonderes: das ist die Erste dieser Form in einer Sommerpause seit 1960.

Das passt dann prima zur Nürburgringinsolvenz, das ist die Erste seit 1927 :/

Der SWR verschiebt extra sein Programm und steigt live mit allem ein, was es gibt: Web, TV und Radio.

Die WELT bereitet schonmal die Grundlagen:

Land unter in Rheinland-Pfalz.

Kurt Beck startet in 3 Wochen auch seine traditionelle Journalisten-Zulaber-Tour Sommertour. Würde zeitlich doch viel besser als Abschiedstour passen.

Wilhelm Hahne greift das Thema auch nochmal auf und verlinkt auf einen seiner archivierten Artikel von 2010.

Denn nach wie vor ist unbeantwortet, warum der Steuerzahler Kai Richter sein gefaktes Eifeldorf abgekauft hat. Das wäre doch bei ihm viel besser aufgehoben! Und zu was für einem horrenden Preis. Genau wurde die Summe nie genannt, aber es müssten über 80 Mio Euro sein - die damaligen Schulden, die erlassen wurden.

Gekauft von einer Firma - nämlich der Nürburgring GmbH - die nur 2,5 Jahre später Insolvenz anmelden muss.

Viel Geld für eine hässliche Fehlkonstruktion und der Todesstoß für eine sowieso schon überschuldete Landesgesellschaft. Wer kommt auf solche Ideen und warum? Und wieso klicken da keine Handschellen? Achja … Rheinland-Pfalz - Wir machen’s einfach.

In Gedenken an die Nürburgring GmbH - das war ihr Geschäftszweck:

Die Förderung des Kraftfahrzeugwesens und des Motorsports mit dem Ziel, zur Verkehrsertüchtigung der Fahrer, technischen Verbesserung der Fahrzeuge und damit zur Sicherheit auf den öffentlichen Straßen beizutragen. Zugleich soll durch den Betrieb der Rennstrecken “Nürburgring” und ihrer Einrichtungen der Fremden- verkehr im Eifelraum gefördert werden. Die Gesellschaft verwaltet die Rennstrecken sowie ihre sonstigen Anlagen und Liegenschaften.

Den hat sie viele Jahrzehnte wunderbar erfüllt - bis ehrenwerte Politiker, Investoren, Gutachter [ hier eine passende Bezeichnung nach Wahl einsetzen ]- und viele kleine Helferlein meinten, sie müssten “gestalten”. Die sind übrigens alle ganz kleinlaut geworden, nachdem das jetzt final abgeschlossen ist. Um dann früher oder später wieder ganz unverschämt und ohne jedes Schamgefühl ihr Fähnchen in den Wind zu hängen. Einige haben schon angefangen.


Sonntag, 29. Juli 2012

Wenn man beim Verharmlosen und Vertuschen die Kontrolle verliert.

Die ISB - das ist die “Investitions- und Strukturbank”, also eine RLP Landesbank - hatte zwei große Auftritte am Nürburgring:

a) als sie in 2008 über die RIM über 85 Mio Euro an Mediinvest (bzw. “Privatinvestor” Kai Richter) für seine Kitschbauten ausgezahlt hat,

b) und als sie in 2010 mit einem 330 Mio Euro Kredit die Nürburgring GmbH in die Lage versetzt hat, ihre alten Kredite abzulösen und dem “Privatinvestor” Kai Richter bzw. der MSR den Kitsch dann in unserem Namen abzukaufen.

Während Kai Richter mit seinem Verkauf fein raus ist

Die Nürburgring GmbH erwirbt alle Anteile an der Motorsport Resort Nürburgring GmbH für je einen Euro bei gleichzeitigem Verzicht der bisherigen Gesellschafter auf die Rückzahlung ihrer Gesellschafterdarlehen. (..) Der Gesamtfinanzierungsbedarf für das Projekt wird bei rund 330 Millionen Euro liegen und über die Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB) refinanziert.

… mußte die völlig überschuldete Nürburgring GmbH letzte Woche Insolvenz anmelden.

Wenn man sich den 2007er Geschäftsbericht der ISB anschaut, fühlt man sich gleich in die Nürburgring-Welt versetzt:

Grußwort von

  • Prof. Dr. Ingolf Deubel, Minister der Finanzen

den kennen wir als Vorsitzenden des insgesamt 4-köpfigen Nürburgring Aufsichtsrat, der das Erlebnisgrab in Gang gesetzt hat. Seine Anklage der Staatsanwaltschaft wartet seit Februar beim Langericht Koblenz.

  • Hendrik Hering, Minister für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau

der als Jurist den dürftigen 30-jährigen Pachtvertrag mit Richter/Lindner “ausgehandelt” hat und das Zukunftskonzept vorgestellt hat mit dem monströsen 330 Mio Kredit und damit die Insolvenz grade mal 2,5 Jahre später.

Und auch im Aufsichtsrat der ISB bekannte Namen:

  • STELLVERTR. VORSITZENDER DR. CARSTEN KÜHL, Staatssekretär, ständiger Vertreter des Ministers für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau des Landes Rheinland-Pfalz, Mainz

ebensfalls schillernde Figur, seinerzeit mit Deubel im Nürburgring Aufsichtsrat, dann später nach Deubel’s Rücktritt sein Nachfolger als Finanzminister von RLP.

Die ISB steht unter der Obhut des Wirtschaftsministeriums - also inzwischen Eveline Lemke.

Jetzt ist die Nürburgring GmbH insolvent und bei den 330 Mio möchte die ISB nun ihre Sicherheiten ziehen und sich beim Land RLP bedienen.

Clemens Hoch (SPD) erzählt im Landtag am 2.Mai 2012:

“Es bürgt überhaupt niemand. Es ist ein Kreditauftrag.” (Frau Klöckner, CDU: Ganz klar!) “Lachen Sie nicht. Es ist ein Kreditauftrag. Es ist keine Bürgschaft.”

Natürlich hat das Land Garantien abgegeben und dafür auch gleichzeitig mit der NAG Kündigung in weiser Voraussicht (!) eine Rücklage von 254 Mio Euro gebildet. Die jetzt das schwarze Loch bei der ISB ein Stück weit ausgleichen soll - die nennen das “aktivieren”, hört sich doch so positiv an.

Da gibt es jetzt nur ein Problem: diese Zahlung wird von einigen Experten ebenfalls als verbotene Beihilfe im Kontext des Vertrages zur EU angesehen - ebenso wie auch schon der seinerzeitige Kredit. Damit wären sowohl Kreditvertrag als auch Garantie nichtig.

Jetzt gehen der Landesregierung die Optionen aus:

  • der Landesbank fallen 330 Mio aus - wäre damit pleite, oder
  • trotzdem bezahlen und evtl. vorsätzlich illegal handeln.

Sommerpause ist wohl abgesagt im Parlament, eigentlich sollte am Mittwoch die Zahlung beschlossen werden.

Zum Lesen gibt es einen ausführlichen Artikel in der Wirtschaftwoche von heute

Die haben also mit dem Beton°Grab nicht nur den Nürburgring ruiniert, sondern wenn’s dumm läuft auch eine Landesbank gleich mit.

Die Frage nach Insolvenzverschleppung wird übrigens auch gestellt, denn anscheinend hat man angemeldete Schadensersatzansprüche bei der Verkehrswertermittlung im Mai nicht berücksichtigt.

Reicht der Knall, damit Kurt Beck aus seinem festgeklebten Sitz fliegt?


Sonntag, 08. November 2009

Ist der Nürburgring eine Behörde? In der Landesregierung gibt es ein eigenes Referat für den Nürburgring, es nennt sich "Referat 8709" für "Güterverkehrszentren, Binnenschifffahrt und Häfen, Luftverkehr, Nürburgring, Wettbewerb im Verkehr". Dort arbeiten Thomas Kinnen und Dr.Sylvia Pradel im Auftrag des Volkes. Das Referat 8709 ist der Abteilung 7 "Verkehr und Straßenbau" unterstellt, die wiederum an den Minister für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau (Hendrik Hering) berichtet.


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