Vollansicht

Sonntag, 02. Dezember 2018

Vespa Elettrica - Erstkontakt.

Wenn der eigene Nachbar Vespahändler ist, dann gehört ja fast schon zum guten Ton dem Mike das langersehnte Elektromobil mal vor die Tür zu stellen:

Mike Frison / renn.tv

Wobei das Weihnachtskostüm natürlich das Sahnehäubchen ist. “Fahr mal ’ne Runde” lass ich mir auch nicht zweimal sagen und auf der Suche nach einer gut ausgeleuchteten Location ist mir nur die Tankstelle eingefallen.

Mike Frison / renn.tv

Natürlich blau-weiß, die Italienerin hat ja so ihre Designansprüche. Aber so harmonisch das auf dem Bild aussieht, so widersprüchlich ist es natürlich - da prallen die Welten aufeinander.

Der Vortrieb ist recht kräftig - Anfahren am Berg ist sportlich. Ich könnte mir vorstellen, dass man an der Ampel in Poleposition diese nicht so schnell aufgeben muss, wenn die Kreuzung zum Start freigegeben ist.

Mike Frison / renn.tv

Topspeed ist immer 50 km/h - auch wenn es bergrunter geht. Das wird ja leider elektronisch geregelt, vielleicht gibt es ja noch Luft nach oben - die Tuner werden es herausfinden!

Die Reichweite liegt so bei 80 km - das ist dicke genug für einen 50er Roller. Vor allem, wenn man bedenkt, dass das Gerät morgens immer vollgetankt ist, weil es ja über Nacht an der Steckdose hängt. Der Roller war flammneu, hatte gerade mal 60 Weihnachtsmarktkilometer auf der Uhr - und noch 32 km Reichweite übrig.

Mike Frison / renn.tv

Vom Geräuch her würde man es sich etwas leiser wünschen, der Sound ist auf Augenhöhe - Ohrenhöhe? - mit der KVB, also Straßenbahn. Dafür war ich aber positiv überrascht von der Stärke der Motorbremse - ich mag das, weil man mit vorausschauender Fahrweise das Bremsen auf ein Minimum reduzieren kann. Übrigens bremst Guy Martin auch nicht gerne, habe ich in seinem Buch gelesen. Und dann muss es ja gut sein.

Ich habe mal versucht den Roller hinten hochzuheben - au weia. Da ist ordentlich Gewicht im Einsatz. Dass geht eher in die Richtung meiner 900er Hornet als einen klassischen 50er Roller. Und obwohl ich nur eine kurze OKF hier im Dorf gemacht habe, hatte das Fahrwerk so seine Probleme, das Gewicht sanft einzufangen. OK - ist ein Roller und hat übersichtliche Radgrößen, so soll das ja auch sein. Übrigens vorne 12 und hinten 11 Zoll und dem stolzen Preis angemessen auch mit Pirellis in der Serienausstattung.

Im Gepäckfach ist Platz für eine Weihnachtsmütze - Helm sollte auch passen, wenn er nicht zu groß ist:

Mike Frison / renn.tv

Und was ist unter diesem Deckel? Oh, ein Stecker! Das ist ja praktisch. Das Ladegerät ist nämlich eingebaut - erhöht den Komfort, aber auch das Gewicht.

Mike Frison / renn.tv

Größentechnisch ist es natürlich immer noch ein Roller, aber Euer Zweimeterblogger passt auch drauf:

Mike Frison / renn.tv

Die Zapfsäulen haben direkt beleidigt aufgegeben:

Mike Frison / renn.tv

Und wenn Ihr das Gerät testen wollt, Christoph Perscheid hat ein ganz frisches Exemplar zur Verfügung und das Zweite schon im Zulauf:

Mike Frison / renn.tv

Unterm Strich auf jeden Fall ein tolles Gefährt - wenn man es sich leisten kann. Und obwohl ich die Elettrica schon vor 2 Jahren als viel zu spät eingestuft habe, bin ich doch froh, dass es sie endlich gibt. Die erste elektrische Vespa - das ist schon was Besonderes.

Und während in Italien Vespa die Kumpan aus Remagen in einer sehr fragwürdigen Aktion und vor allem völlig unsouverän vom Stand räumen ließ, hat sich Zweirad Perscheid entschlossen die Kumpane mit in’s Programm aufzunehmen - so haben doch alle was davon.

Vespa | Elettrica | Perscheid | Miketest |


Dienstag, 13. November 2018

Piaggio hat auf der EICMA den Kumpan Messestand räumen lassen.

Wie in einem schlechten Italo-Western:

Piaggio ließ mit Hilfe der italienischen Finanzpolizei „Guardia di Finanza“ die Elektroroller 1954 Ri der Marke Kumpan von deren EICMA-Messestand entfernen. Der italienische Rollerkonzern stellte Strafanzeige ohne richterlichen Beschluss. Der Vorwurf: Designverstoß und Ähnlichkeit der Leistungsdaten und Systeme.

Wie megapeinlich ist das denn, liegen in Italien die Nerven tatsächlich soo blank? Kumpan baut auf jeden Fall schon länger Elektroroller als Vespa - dürfte doch inzwischen bekannt sein. Siehe auch mein Besuch in Remagen vor 2 Jahren.

Wird Zeit, dass ich da nochmal vorbeifahre - gibt bestimmt lustige Geschichten zu erzählen. Ob ich mir für den Besuch eine Vespa leihen soll?!

(Danke Kurt!)

Vespa | Elettrica | Kumpan | EICMA |


Montag, 08. Oktober 2018

Die elektrische Vespa kostet stramme 6.390,- Euro.

2016 auf der Intermot habe ich sie vergeblich gesucht - aber selbst dieses Jahr war sie NICHT auf dem Piaggio Stand ausgestellt. Und das obwohl längst vorgestellt wurde.

Eigentlich für 2017 geplant - dann doch lieber auf 2018 verschoben. Dafür aber ganz sicher! Molto grande onore!

Heute dann der große Tag, Vespa verkündet:

"Online pre-booking has started!"

Das Ganze führt dann zur Microsite:

elettrica.vespa.com

Gut, einen Preis findet man auf Anhieb nicht, um "informiert zu bleiben" (stay informed) muss man Piaggio einen Marketing-Blankoscheck unterschreiben, eine deutsche Webseite dafür gibt es nicht, ein Auslieferungsdatum auch nicht, die Zulassungskriterien ebenfalls nicht und Fragen auf Twitter bleiben auch unbeantwortet ... aber wer wird denn über solche banalen Details streiten wollen.

Spaß beiseite, man hat das Gefühl, dass Piaggio erwartet die Kunden kämen mit 6.390 € in der Hand auf Knien angerutscht, um demütig das Objekt der Begierde - einen elektrischen Vespa-Roller - zu erbetteln.

Sportlich!

Zumindest kann man Vespa kein mangelndes Selbstbewusstsein vorwerfen. Und der Roller an sich ist sowieso längst überfällig - mindestens 2 Jahre zu spät.

Siehe auch mein Besuch bei Kumpan im Oktober 2016.

Vespa | Piaggio | Elettrica |


Mittwoch, 08. November 2017

Sagten wir Ende 2017 für den Verkaufsstart der elektrischen Vespa Elettrica?

Wir meinten natürlich irgendwann in 2018.


Donnerstag, 10. November 2016

Vespa jetzt doch mit Elektroroller - aber erst Ende 2017.

Genau vor einem Monat habe ich über die elektrische Enttäuschung bei der Intermot gerantet - jetzt stellt Vespa / Piaggio auf der EICMA in Mailand einen Elektroroller in Aussicht:

Introducing the Vespa Elettrica project (..) for which production and sales are planned for the second half of 2017.

Viel zu spät meiner Meinung nach - aber immerhin gibt es Startup´s wie Kumpan die Möglichkeit sich im Markt zu etablieren.

Elektro | Vespa | Piaggio | Elettrica |


Samstag, 29. Oktober 2016

Zu Besuch bei Kumpan - elektrische Roller aus Remagen.

Wer meinen Intermot Bericht gelesen hat, dem werden sie schon aufgefallen sein: die Kumpan Elektroroller.

Als ich mich vor 2 Wochen dort am Stand als Blogger vorstellte meinte man: na dann komm doch mal bei uns in Remagen vorbei und wir zeigen Dir alles!

Gesagt - getan - Termin gemacht und gestern war es soweit. Transit gesattelt und Caracciola’s Geburtsort im Kreis Ahrweiler besucht:

Die junge Firma - als Startup 2010 in’s Leben gerufen - hat ihr Quartier im ehemaligen Sitz von Schauff bezogen.

Zu Besuch bei Kumpan - Elektroroller aus Remagen. (CLICK for High Res.)

Es gibt sogar noch ein paar verlorene Zeitzeugen:

Zu Besuch bei Kumpan - Elektroroller aus Remagen. (CLICK for High Res.)

Die Roller sind bereits in ihrer 2.Generation und der Einsitzer mit dem Namen 1953 wiegt leer 75 kg, hat 10 Zoll Räder und kann bis zu 3 der selbstentwickelten Akkus aufnehmen:

Der Kumpan Modell 1953 - Zu Besuch bei Kumpan - Elektroroller aus Remagen. (CLICK for High Res.)

Zu Besuch bei Kumpan - Elektroroller aus Remagen. (CLICK for High Res.)

Das mit den entnehmbaren Akkus hat einen Grund: jeder wiegt 10 kg, also gerade OK, um sie zum Laden in die Wohnung tragen zu können. Hat ja nicht jeder eine Garage mit Steckdose und ein Kabel möchte man in der Stadt auch nicht aus dem Fenster werfen.

Ist doch einfach und clever gelöst. So ein Akku hat 29 Ah und das entspricht bei 51V Nennleistung knapp 1.500 Wh. Damit kommt man etwa 50 km weit - das ist schon eine gute Strecke für einen Roller. Mit 3 Akkus sind das 150 km - das fährt meiner Meinung nach kein Mensch mit einem 45 km/h Roller am Tag - und nachts kann man ja immer wieder aufladen.

Bei einem Strompreis von 0,25 € kWh entsprechen die Kosten etwa 0,75 € / 100 km.

Zu Besuch bei Kumpan - Elektroroller aus Remagen. (CLICK for High Res.)

Zu Besuch bei Kumpan - Elektroroller aus Remagen. (CLICK for High Res.)

Die Akkus werden übrigens von der deutschen Firma Ansmann nach den Vorgaben von Kumpan gefertigt.

Der aktuelle Ladestand wird natürlich im Cockpit angezeigt:

Zu Besuch bei Kumpan - Elektroroller aus Remagen. (CLICK for High Res.)

Die Elektronik wird In-House ausgetüftelt:

Zu Besuch bei Kumpan - Elektroroller aus Remagen. (CLICK for High Res.)

Zu Besuch bei Kumpan - Elektroroller aus Remagen. (CLICK for High Res.)

… ebenso wie eigentlich der ganze Rest von dem Roller. Philip Tykesson - einer der 3 Brüder, die die Firma gegründet haben - zeigt mir den Entstehungsprozess der Komponenten - das geht dann auch schonmal ganz un-technisch mit Papier und Pappe:

Zu Besuch bei Kumpan - Elektroroller aus Remagen. (CLICK for High Res.)

Die Roller sind bewusst im Retrostil designed - im Gegensatz zu z.B. einem BMW i3 möchte man ein Produkt anbieten, das vielen Leuten gefällt.

Die Lampe ist ein Kumpan Erkennungsmerkmal …

Zu Besuch bei Kumpan - Elektroroller aus Remagen. (CLICK for High Res.)

Die Technik und das Design der Roller werden komplett in Remagen gestaltet - je nach Aufgabenstellung auch mit Unterstützung weiterer Ingenieurbüros. Die Komponenten werden nach Kumpan Vorgaben auch in China gefertigt, aber zusammengebaut wird wieder in Remagen:

Zu Besuch bei Kumpan - Elektroroller aus Remagen. (CLICK for High Res.)

… wo auch die Einzelteile vorgehalten werden:

Zu Besuch bei Kumpan - Elektroroller aus Remagen. (CLICK for High Res.)

… und die Roller dann per DHL verschickt werden:

Zu Besuch bei Kumpan - Elektroroller aus Remagen. (CLICK for High Res.)

Neben dem 1-sitzigen 1953:

Kumpan Modell 1953 - Zu Besuch bei Kumpan - Elektroroller aus Remagen. (CLICK for High Res.)

… gibt es noch den 2-sitzigen 1954 L, der läuft auf 12 Zoll Rädern:

Kumpan Modell 1954 L - Zu Besuch bei Kumpan - Elektroroller aus Remagen. (CLICK for High Res.)

Nach den ganzen Hintergründen war ich natürlich scharf auf eine Probefahrt und die Probanden standen schon bereit:

Zu Besuch bei Kumpan - Elektroroller aus Remagen. (CLICK for High Res.)

Ich habe mich dann mal bemüht ein wenig Remagen unsicher zu machen:

Mike auf dem Kumpan 1954 L, bereit zur Probefahrt - Zu Besuch bei Kumpan - Elektroroller aus Remagen. (CLICK for High Res.)

Das ist schon ungewohnt ohne Geräusch loszufahren, aber man gewöhnt sich schnell daran. Der Roller fährt 45 km/h, ist ja auch eine kleine Nummer. Für mich könnte er etwas größer sein, aber Roller für 2 Meter Leute wären wohl auch eher eine Randerscheinung.

Eine große Herausforderung ist bei einem lautlosen Gefährt die Passgenauigkeit der Anbauteile. Denn man hört jedes rappelnde Geräusch, was bei einem Verbrenner natürlich übertönt wird.

Gewöhnungsbedürftig fand ich auch, dass der Motor nicht mehr anschiebt, wenn man bremst - ähnlich wie man das von der Kartbahn kennt: Bremse = Motor aus. Aber unsereiner bremst ja gewohnheitsmäßig in die Kurven rein und da ist es dann eher suboptimal, wenn der Vortrieb so schlagartig ausgeknipst wird.

Neu - aber angenehm - ist die Tatsache, dass der Motor wenig Widerstand leistet im Rollbetrieb, d.h. wenn man vom Gas geht, dann rollt das quasi ungebremst weiter. Da ist ein Benzinmotor mit seinen beweglichen Teilen doch viel bremsender im Einsatz.

Der Motor im Kumpan ist ein bürstenloser Radnabenmotor, d.h. Verschleiß findet nicht statt. Es gibt dadurch auch keine Kette und großartige Inspektionen sind nicht nötig. Das beschränkt sich auf Luft prüfen und Bremsbeläge wechseln - aber viel mehr fällt einem zu dem Thema nicht ein. Höchstens wenn Lenkkopf- oder Radlager mal fällig werden - aber das dauert ja.

Neben den beiden Rollern hat Kumpan noch diesen witzigen Tretroller entworfen:

Kumpan Tretroller Modell 1950 - Zu Besuch bei Kumpan - Elektroroller aus Remagen. (CLICK for High Res.)

Hört auf den Namen 1950 und fährt 20 km/h schnell. Das hat den Vorteil, dass man keinen Helm braucht. Die Straßenverkehr-Variante mit Licht und kleinem Nummernschild wiegt nur 16 kg und dank Klappmechanismus passt das Teil auch in jeden Kofferraum.

Philipp hat mal vorgeführt, wie das geht: man kann die Geschwindigkeit durch ganz normales Rollern vorgeben und die wird dann gehalten:

Philipp Tykesson auf dem Kumpan Modell 1950 - Zu Besuch bei Kumpan - Elektroroller aus Remagen. (CLICK for High Res.)

Das macht Spaß:

Mike auf dem Kumpan 1950 - Zu Besuch bei Kumpan - Elektroroller aus Remagen. (CLICK for High Res.)

… auch wenn ich mir den Lenker etwas höher gewünscht hätte:

Zu Besuch bei Kumpan - Elektroroller aus Remagen. (CLICK for High Res.)

Die Preise für die 3 Modelle liegen bei 1.799€ für den Tretroller (StVZ-Version), 3.849€ für den Einsitzer und 3.999€ für den Zweisitzer.

Das ist schon gutes Vespa Niveau - aber Piaggio hat noch nichts Elektrisches im Angebot und der Vergleich mit dem Verbrenner hinkt, weil man damit immer zur Tankstelle muss.

Bisher hat Kumpan schon über 2.500 Roller verkauft und für die Zukunft hat man sich einiges vorgenommen. Den nächsten Roller - 1954 Ri - soll es auch mit großem Nummernschild geben, 80 bis 100 Sachen werden dann drin sein. Dauert aber noch ein Jahr, bis er fertig ist.

Wenn ihr mal in Remagen seid, schaut einfach bei Kumpan vorbei: goo.gl/2DpaXq. Die haben eine schöne Ausstellung und man kann auch die Modelle probefahren.

UPDATE:

Im Nachhinein bin ich gebeten worden einige Fotos nicht zu veröffentlichen. Schade, aber was will man machen - ihr seht also hier den editierten Beitrag.

Kumpan | Remagen | Mikebericht |


Montag, 10. Oktober 2016

Intermot 2016 Mikebericht - Startet Elektro jetzt voll durch?

Die Intermot Motorradmesse findet alle 2 Jahre in Köln statt und dieses Jahr war es wieder soweit. Das konnte ich mir nicht entgehen lassen, denn zum einen wollte ich mal ausloten, wo wir in Bezug auf E-Mobilität stehen und zum anderen hatte ich mir ja extra Visitenkarten machen lassen. Die wollen verteilt werden. Ich hatte vor ein paar Kontakte zu knüpfen und das ist mir auch ganz gut gelungen.

Interessant zu beobachten, dass man heutzutage nicht mehr verächtlich angeschaut wird, wenn man sich als Blogger vorstellt. Je nach Firma wird man inzwischen mit offenen Armen empfangen - das war nicht immer so.

Insgesamt waren 220.000 Besucher da und das konnte man am Samstag auch deutlich sehen:

Vorreiter was die Bestromung angeht, ist BMW. Alle anderen - Honda, Yamaha, Suzuki, Ducati, … - zucken beim Thema Elektro nur mit den Schultern. Ja, es gäbe Überlegungen, aber nichts Spruchreifes. Da ist KTM mit der Freeride auch schon ein Stück weiter.

Aber zurück zu BMW: durch i3 und i8 hatte ich gehofft, dass der C Evolution ein paar revolutionäre Ansätze in sich trägt. Immerhin ist der i3 Wegbereiter, was die Serienproduktion von Kohlefaserteilen angeht.

Der Roller wird schon seit 2 Jahren in Serie gebaut und die einzige Neuerung, die zuerst bei der Autoshow in Paris vorgestellt wurde, ist die Reichweitenverlängerung von 100 auf 160km. Und eine neue Farbe.

Ganz schön dünn, da war ich doch etwas enttäuscht. Habe dann mich dann mal so durch die technischen Daten gefragt. Gewicht: 270 kg. Au weia. Da ist wohl eher Blei als Carbon im Einsatz - ganz schön heftig für einen Roller. Problem seien die Batterien, die Industrie ist noch nicht in der Lage, vernünftige Komponenten beizusteuern. Top Speed liegt bei 120 km/h - dann wird abgeregelt. Der könnte auch schneller, aber dann verbraucht er einfach zu viel. Und 120 sei ok, um nicht mit den LKWs kämpfen zu müssen.

Aber als tiefer gebohrt hatte, stellt sich raus, dass bei dem Gerät viele Kompromisse eingegangen wurden. Das Ladegerät ist fest verbaut, damit man auch unterwegs aufladen kann. Das Ding wird aber heiß, also braucht es Wasserkühler, -leitung und pumpe. Was für ein Aufwand. Da hätte ich lieber auf das Ladegerät verzichtet - 100 km Reichweite und gut ist. Wer fährt denn schon mehr als 100 km am Tag mit einem Roller? Oder geht damit auf mehrtägige Motorradtour? Da hat man doch sicher bessere Alternativen im Fuhrpark.

Geht aber noch weiter: der Antrieb basiert auf 96V und ist quasi aufgesetzt. Denn den gleichen Roller gibt es auch als Verbrenner. Der läuft allerdings stramme 180 km/h und kostet statt 15.000 € für die Strom-Variante nur 11.650 €. (Wiegt aber auch 270 kg.) Das 12V Bordnetz wurde vom fossilen Vorgänger übernommen sodaß 2 unterschiedliche Stromkreise verwaltet werden müssen. Der Elektromotor sitzt auch nicht an oder im Hinterrad, sondern wird über Kette, die in Öl läuft, angetrieben.

Je mehr ich bohrte, desto mehr fühlte ich mich von hinten durch´s Knie in´s Auge getroffen. Zumal auch die Sitzposition gewöhnungsbedürftig ist, weil man nicht besonders in das Fahrzeug integriert wird, sondern einfach oben drauf sitzt.

Performance-mässig muss das Schwergewicht allerdings eine Rakete sein: aus dem Stand bis 50 km/h gibt es im Straßenverkehr aktuell nichts, was mithalten könnte. Das glaube ich und hätte es auch gerne mal ausprobiert. Es gab einen Probefahrtbereich mit irre vielen Motorrädern, aber auch einer langen Schlange von Fahrwütigen:

Das hätte ich besser mal am ruhigeren Freitag gemacht, aber da hatte ich meinen Führerschein nicht dabei. Bin ich das nächste Mal auch schlauer. Vielleicht ergibt sich ja eine andere Möglichkeit den Roller mal zu testen - am liebsten auf dem Weg zur Arbeit, denn ich glaube dafür ist er gemacht.

Im kompletten Gegensatz dazu völlig kompromisslos war dieses Gefährt, das ich in Halle 10 gefunden habe:

Elmoto ist die Marke der jungen Firma ID-Bike aus Stuttgart und es gibt sie schon seit ein paar Jahren. Sie haben schon über 4.000 Bikes verkauft und die HR–4 ist die neueste Entwicklung. Kann man ab Februar nächstes Jahr für 4.000 Euro kaufen.

Läuft knapp 50 km/h und der Kracher: wiegt weniger als 60 kg! Der absolute Hit, ich habe es mal hochgehoben - man glaubt es nicht. Die Reichweite liegt bei mindestens 60 km - damit kommt man doch gut hin bei so einem kleinen Flitzer.

Interessant wie hier die Grenzen zwischen Motorrad und Fahrrad komplett verwischt werden:

Viele Komponenten kennt man aus dem Downhillbereich - das macht Sinn. Die schlanke Form sagt schon alles:

Blinker, Licht, .. - alles dran:

Ich könnte mir vorstellen, dass damit eine ziemlich dynamische Fortbewegung möglich ist.

Eigentlich hätte ich erwartet, dass Vespa / Piaggio einen schicken E-Roller auf den Markt bringen - bietet sich doch an! Aber beworben wird lediglich dieses Fahrrad:

Sicher nicht schlecht, aber halt ganz andere Baustelle. Und dann ist mir dieses gelbe Gerät bei denen versteckt am Stand aufgefallen:

Das ist doch ein Piaggio E-Roller, oder nicht? Ja, ist es - aber wird hauptsächlich an Großkunden verkauft. Weil - festhalten - kostet 6.000 €. Hoppla. Jetzt verstehe ich warum die den verstecken:

Dabei ist es ein schickes Ding und man braucht nur ein Stromkabel einstecken, dann wird aufgeladen. Auf der Homepage wird der Liberty Elektrik nichtmal gelistet - WTF? Nichtmal technische Daten sind im Netz zu finden - wenn da jemand mehr weiss füge ich es gerne hier ein.

Die Lücke hat ein junges Start-Up aus Remagen erkannt und mischt mit dem Kumpan E-Roller den Markt auf:

Die sitzen in der alten Fahrrad-Fabrik von Schauff. Es gibt auch einen kleinen Tretroller im Retrodesign, der immerhin 30 km weit kommt mit einer Ladung.

Der Rest der Elektroszene ist ziemlich chinesisch, jeder Trend wird aufgegriffen und jede kleine Bude ist quasi Vollsortimenter:

Lustige Zeiten, die da anbrechen.

Sehr gut gefallen haben mir diese Roller von Egret:

Nicht unbedingt Leichtgewichte, aber dafür auch solide und stabil. Wären zu schwer um sie lange rumzutragen, aber könnte ich mir optimal im Kofferraum vorstellen. Es gibt auch eine Version mit Luftreifen, damit rollte sich richtig komfortabel.

Ich bin alles kreuz und quer probegefahren - hat mächtig Spaß gemacht und man hatte auch eine weitläufige Teststrecke. Hier ein paar Bilder des lustigen Treibens:

Für die Kinder gab es eine eigene Bahn:

Tolle Spielzeuge sind das - kleine Motorräder mit Elektromotor, leicht und leise - was hätten wir uns damals danach die Finger geleckt.

Es gab sogar einen Puky-Stand!

Design-mässig pendelt sich das alles gerade erst so ein:

Das größte Problem sind wohl die voluminösen Batterien und das schwere Gewicht. Da muss man bei der Optik - noch! - Abstriche machen:

Ansonsten war das natürlich in erster Linie eine Motorradmesse - mit jeder Menge Neuigkeiten. Zum Beispiel die neue Prima 6S:

OK - Spaß - das Ding sah übel aus - da ist jede Gebrauchte besser. Wollte ich gar nicht näher rangehen.

Im Gegensatz zur neuen Fireblade, der kann man einiges zutrauen:

Ich bin auf den Naked Ableger gespannt - als Hornetfahrer ist das wohl auch meine Pflicht. Aber bisher noch keine Infos dazu.

Die kleine MXS 125 war auch da - das wäre doch schon perfekt als Elektroflitzer:

Stattdessen: Automatikgetriebe! Wusste ich gar nicht:

Gibt es auch für die neue Africa Twin - man hat zwei Schalter am linken Lenker für rauf und runter. Kostet etwa 1.000€ mehr und wiegt 10kg. Gibt es bei Honda für einige Modelle und 2016 zum ersten Mal mit über 50% Take Rate bei den Modellen wo es angeboten wird. Ist ein Doppelkupplungsgetriebe - auf dem Bild sieht man die Gänge für die blaue Kupplung und die anderen sind für die rote Kupplung.

Was für ein Aufwand, aber ausprobieren würde ich es schon gerne mal.

Bei KTM gab es natürlich den MotoGP Renner zu sehen:

Was freue ich mich auf 2017!

Die KTM sieht noch nicht so filigran aus wie die Konkurrenz, man merkt, dass sie erstmal die Basics hinbekommen wollen. Ich drücke die Daumen, zumal KTM auch als einzige auf eine Stahlrahmen-Konstruktion setzen.

Rossi’s Bike war natürlich auch - mehrmals - vertreten:

Des Doktor´s Anker:

Das ist die 2015er Version am Yamaha Stand.

Bei Gilles Tooling stand die 2016er Version und die Details sind immer wieder faszinierend:

Das ist kein Showbike, hier die Rahmennummer:

Und steht einfach so in der Ecke rum:

Das war lustig, weil die Leute das Bike kaum beachtet haben. Als ich aber angefangen habe ein paar Details zu fotografieren, haben sie genauer geguckt und realisiert was da gerade vor ihnen steht.

Die Firma Gilles ist aber auch interessant, machen z.B. solche Kunstwerke:

Oder dieses Frästeil - extra als Hingucker:

Das war mal ein 11 kg Alublock.

Bei Ducati gab es diesen Scrambler, finde ich ganz nett:

Wäre doch was für die Stadt.

Ebenfalls Ducati - 205 PS! Da wäre mancher froh die im Auto zu haben:

Und man sieht schon rein optisch, dass das was kann:

Diese Naked bei Kawa fährt in einer französischen Rennserie - sieht spassig aus:

Die Aufklebescheinwerfer der Superbikes:

Kein Showbike, sondern frisch von der Rennstrecke. Inklusive aufgelösten Aufklebern vom Vorbeitanken:

Sagte ich schon, dass ich solche Details liebe?

Und jetzt schaut Euch mal im Vergleich Toni Mang´s 350er von 1979 an:

So sind die sich damals um die Ohren gefahren!

Ungefederte Massen waren auch noch nicht erfunden:

Held hatte die Kawa ausgestellt und weil es kälter wird, habe ich mich nach Handschuhen umgesehen. Dieses Modell ist echt clever:

Ist es kalt, dann geht man in den vorderen Bereich und hat einen Goretex Innenhandschuh. Bei warmem Wetter geht man unten rein und hat wieder einen dünnen Handschuh mit super Gefühl für den Gasgriff:

Leider etwas teuer - aber was muss das muss. Schön auch, das man bei Held alle Modelle in allen Größen angekarrt hat - man konnte schön ausprobieren und vergleichen.

Die neue Kreidler. Die neue Kreidler?

Dieses Transformer-Design geht mir mächtig auf die Nüsse:

Auf dem Trip sind irgendwie alle, aber mit Form-follows-Function hat das nichts mehr zu tun, das ist nur noch Show.

Bei Bell hat es mir dieser Crosshelm angetan:

Die Seitenpolster sind magnetisch befestigt und lassen sich ganz einfach rausnehmen:

Und das Material ist nicht nur sicher, es sorgt auch für gute Belüftung - man meint fast einen Fahrradhelm zu tragen:

Garmin stand auch auf meiner Liste, denn ich wollte mal hören, ob es spannende Neuentwicklungen im Navi-Bereich gibt. Sie hatten einen kleinen Super-Ministand, das war alles:

Und die 4 Leutchen, die von der Firma da waren, waren quasi rund um die Uhr belagert. Neuigkeiten gab es keine, die mir geholfen hätten - hier hinkt die Technik den Kundenwünschen auch noch um einiges hinterher.

Bei Abus habe ich gelernt, dass man auch verschiedene Schlösser mit einem Schlüssel ordern kann:

Und zwar so: man kauft ein Schloss und wenn man später noch eines dazukauft - z.B. ein hochwertiges Fahrradschloss - dann gibt man beim Händler den Code des ersten Schlosses an und bekommt den gleichen Schlüssel auch für das zweite Schloss. Finde ich super - muss ich mal ausprobieren. Das sind die Sachen, die einem sonst keiner erzählt.

Hättet Ihr gedacht, dass diese zierliche Lady neben dem bloggenden Eierkopf:

solche Sachen veranstaltet? Das war lustig, weil ich war dort am Stand von Icon USA und wurde von motoguru erkannt, dem ich auf Instagram folge. Das ist der Kollege mit auf dem Bild. Kleine Welt mal wieder! Wir hatten ein gutes Gespräch und ich habe ein paar neue Apps kennengelernt, die ihm in den USA beim navigieren helfen. Werde ich mal hier testen.

Die Stuntfahrer an sich sind schon ein komisches Volk - so oder so ähnlich haben die ihre Hinterradbremsen:

GoPro war auch vertreten und natürlich konnte man das Personal schön mit Fragen löchern. Die neue Hero5 ist wirklich fein mit dem Bildschirm und Touch Display. Nicht besonders leicht, dafür aber schön klein.

Das hier ist GoPro´s 360° Lösung:

Kostet natürlich viereckig, aber da steckt einiges an Knoffhoff drin. Man kann z.B. alle auf einmal aufladen über einen zentralen Stecker und eine Software um die 6 Kameras zusammenzusetzen gibt es auch.

Und dann war da ja auch noch die Drohne Karma:

Bei Liqui Moly wird einem erstmal klar, wieviele verschiedene Produkte es rund um´s Motorrad gibt:

Ziemlich erklärungsbedürftig - besonders im Bereich Additive oder Motorspülung etc.

Diesen Helm habe ich bei Arai gefunden - immer gut, wenn man an der Patina erkennt, dass das garantiert keine Replika ist:

Lang ist es her, heute ist Papa Jos stolz auf Max - wie z.B. zeitgleich in Suzuka.

Solche Reifen gab es bei Polaris zu bestaunen:

Überhaupt eine interessante Firma, denn denen gehört Indian Motorcycles, die bei diesem Guy Martin Stunt eine Hauptrolle spielen. Und die aktuell einen neuen Flat-Tracker vorgestellt haben. Der aber leider nicht auf der Messe war.

Victory Motorcycles gehört auch zu denen, die haben - abgeleitet von Brammo, die sie aufgekauft haben - einen rattenscharfen Renner für die Isle of Man TT Zero am Start. Der aber leider nicht auf der Messe war.

Nicht dass ich mich beschweren will, denn zu sehen gab es genug. Eine Weltenbummler Vespa vielleicht?

Oder einen Trialkurs im Außengelände?

Oder einer der seltenen Phototypen?

Großen Zuspruch hat auch der Custom Bereich bekommen, hier waren jede Menge Selbstgebaute unterwegs:

Die meisten waren allerdings 2-Zylinder, komischerweise ist das bei den Umbauern normalerweise der Triebsatz der Wahl:

Es gab auch hier und da einen Reihenvierer, z.B. diese äußerst begrüssenswerte Kombination:

Ebenfalls sehr vernünftig - ein Öhlins Federbein in Elmar Geulen´s Street Magic:

Völlig abgefahren dagegen diese Metallskulpturen - Schrott neu in Szene gesetzt:

Wobei so ein meditierender Buddafrosch aus Altmetall so ziemlich das Schrägste ist, was mir je unter die Augen gekommen ist:

Insgesamt muss man abschließend feststellen, dass die Grenzen zwischen den Fahrzeuggattungen immer mehr verschwimmen. Da wird dann eine KTM kurzerhand zum Quad umgestrickt:

Mein persönliches Messehighlight möchte ich Euch nicht vorenthalten:

Ein ganz ein scharfes Geschoss:

Hört auf den Namen Exeet und die Firma von Sebastian Jornitz ist sogar hier um die Ecke bei Euskirchen. Ich darf da nicht hinfahren … ich darf da nicht hinfahren … ich darf da hinfahren … ich muss da hinfahren! Wie wär´s mit einer Variante mit Elektromotor?

Entweder schließt sich dann der Kreis - oder ich werde hochkant aus der Halle getreten.

Falls Euer Bedarf an Intermot-Eindrücken noch nicht gedeckt ist, schöne Blogger-Reportagen gibt es auch bei kraftrad.com, motofire.com, Gasgriff Salat und Griesgram 999.

Intermot | Elektro | Mikebericht | Elmoto | Piaggio | Kumpan | Egret | Gilles | Held | Bell | Abus | GoPro | Polaris | Indian | Exeed |




Neue renn.tv Einträge:
Gesamten Blog komplett anzeigen (Überschriften)

Studie AG Japan Mercedes Hartmann Hotel am Tiergarten - Café und Restaurant direkt am Nürburgring Wochenspiegel Live - Die Onlineausgabe Ihres Anzeigenblatts
Fahrzeugbeschriftungen Teil und Vollverklebung. Folieren statt Lackieren. Glastec Racing Tearoffs Reifen Schlag Nürburgring - Rennreifen am Ring Freiberger Sicherheitssysteme, Köln-Sülz
Das Buch zum Rennen 24 Stunden Nürburgring Save The Ring! 20832 sucht Sponsor-Partner 20832 sucht Sponsor-Partner