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Freitag, 20. März 2020

Coronavirus - das konnte doch keiner ahnen!!1!

Doch.

Konnte.

Aber es ist ein Kampf gegen Windmühlen - ich bemühe mich ja selber nach Kräften - aber werde nur müde belächelt. Wenn dann so eine Bundespressekonferenz daherkommt und der ach-so-schlaue Christian Drosten die Leute in Sicherheit wiegt - alles halb so schlimm, macht euch keine Sorgen, wir sind bestens vorbereitet - ja dann darf sich auch niemand wundern, wenn die Bevölkerung sich tatsächlich keine Sorgen macht.

Und kollektiv auf den Abgrund zurast.

Denn Ausmaß, Geschwindigkeit und der sich jetzt sowohl wirtschaftlich als auch gesundheitlich ausbreitende Kollaps war selbst für einen Laien wie mich überrschend genau vorhersagbar.

Am 11. März habe ich bei 1.567 Infizierten das Datum für 10.000 Infizierte für den 20.März vorhergesagt.

Am 19.März wurden 10.999 Infizierte gemeldet.

Ich möchte das einmal veranschaulichen mit Hilfe einer Tabelle, wie zutreffend die mathematische Vorhersage eigentlich seit Ausbruch ist: in jeder Zeile stehen die Anzahl der Infizierten, so wie sie das RKI bekanntgegeben hat. Daneben dann als Prognose die Dauer in Tagen berechnet aus Anzahl der Infizierten und der Wachstumsrate zum Vortag. Primitive Exponentialrechnung - passt auf ein übersichtliches Excel (Numbers!) Sheet (anklicken für große Ansicht):

Coronavirus - das konnte doch keiner ahnen!!1!

Mit grün habe ich den 11.März noch einmal markiert, um es erklären:

Vom 10. auf den 11.März ist die Zahl der Infizierten von 1.296 auf 1.567 gestiegen - ein Wachstum um 21%.

In der Prognose ergibt sich:

  • 10.000 Infizierte am 20.März
  • 100.000 am 1.April
  • 1 Mio. am 14.April

Das war die Situation als Berechnung vom 11.März.

Wenn wir zeitlich vorspulen ergibt sich in der Zeile vom 20.März:

  • (10.000 schon offiziell am 19.März)
  • 100.000 am 28.März
  • 1 Mio. am 6.April

Die Geschwindigkeit der exponentiellen Ausbreitung hat also weiter zugenommen.

(Die zugehörige Berechnung habe ich in der Tabelle unten mit diesen Beispieldaten aufgelistet. Das Ergebnis ist 21,89 Tage, was dem 1.April entspricht.)

Wenn man mal durch die Tabelle stiefelt, dann kann man gut erkennen, dass bereits sehr früh gute Vorhersagen möglich waren. Wenn die Politik jetzt von überraschend gestiegenen Zahlen fabuliert, dann nur, um von den eigenen Versäumnissen abzulenken.

Die Verniedlichungen in den Pressekonferenzen kann man schon fast als kriminell bezeichnen - man hat den Leuten ein gemütliches Sicherheitsszenario verkauft - kein Wunder, dass niemand eine ernste Gefahr sieht.

Und dass Leute mal selbstständig ihr Gehirn einschalten, scheint ja komplett aus der Mode gekommen zu sein.

Und jetzt kommen - Überraschung! - die großen Zahlen und das große Heulen setzt ein.

Coronavirus | exponentiell | Drosten |


Donnerstag, 19. März 2020

Wie funktioniert eigentlich SARS-CoV-19 bzw. COVID-19 und wieso ist es gefährlicher als Grippe?

Während der Virus seinen Siegeszug rund um die Welt antritt, steigen auch die Erkenntnisse und Informationen.

Die Erklärbärorganisation kurzgesagt hat sich des Themas angenommen und stellt den Stand der Dinge anschaulich und einfach erklärt dar:

youtu.be/BtN-goy9VOY

(via Jason Kottke.)

Exponentiell ist ja aktuell mein Lieblingsthema und ich habe nicht schlecht geguckt, als das kurzgesagt-Video mir erklärt hat, dass auch die Virusausbreitung im Körper exponentiell erfolgt.

Coronavirus | kurzgesagt | exponentiell |


Dienstag, 10. März 2020

VIDEO: Erklärung der exponentiellen Coronavirus-Verbreitung.

Wer den Ernst der Lage immer noch nicht erkannt hat - Hallo VLN? Jemand zuhause? - hier ist eine sehr einfache, aber trotzdem fundierte Darstellung der Exponentialfunktion im Video:

youtu.be/Kas0tIxDvrg

In Deutschland liegen wir grob 9 Tage hinter Italien zurück - aber das betrifft auch andere europäische Länder und vor allem die USA.

Hier habe ich den Zeitversatz zu Italien mal verschoben - da bleiben keine Fragen offen.

D.h. wenn wir in ein paar Tagen italienische Verhältnisse in globaler Ausbreitung haben werden, dann können wir uns schonmal auf viel Trauer und Entbehrungen für die nächsten 1-2 Monate gefasst machen.

Und wenn jemand sagt, dass es doch nur die Alten und Schwachen betrifft, dann ist das wieder mal einer der vielen unerfreulichen Erkenntnisse, zu welch egoistischer Gesellschaft wir verkommen sind. Denn gerade die Schwachen brauchen die Hilfe der Starken - aber die haben keine Zeit, weil müssen ja zum Fussball oder zur VLN, damit der Virus schön weiterverbreitet wird und früher oder später im Altersheim erbarmungslos zuschlägt.

Ich schreib mir zwar hier seit einem Monat zu dem Thema die Finger wund, aber vielleicht kann ich ja noch den ein oder anderen wachrütteln, bevor die Lichter ausgehen.

Ausgenommen natürlich die VLN, die rüttelt so schnell keiner mehr wach.

Coronavirus | exponentiell |


Dienstag, 03. März 2020

Exponentielle Virusverbreitung.

Vor über 2 Wochen hatte ich schon das exponentielle Wachstum in der Verbreitung des Coronavirus angesprochen.

Da lag die Verdopplungsrate - ohne China - bei 6 Tagen und rechnerisch wäre der Virus mit der Weltbevölkerung etwa Ende Mai fertig.

Natürlich bin ich davon ausgegangen, dass das auch andere Leute verstehen - z.B. unsere Regierung - aber das war wohl zu optimistisch. Leider taucht die Vokabel “Wachstumsrate” oder “exponentiell” in der Berichterstattung überhaupt nicht auf.

Kurzer Realitätsabgleich:

Infizierte am 1. März 2020: 8.500
Infizierte am 2. März 2020: 10.300

Wachstumsrate: 21,18 %

Jetzt kann man es sich einfach machen und die Zahlen in Excel runterkopieren (nimm das obere Feld und addiere 21,18 % dazu) - aber ich hätte gerne die exakte mathematische Berechnung. Ich biete diese Lösung an:

Verdopplungszeit = LOG 2 / LOG (1 + Wachstumsrate)

Das sind bei 21,18% dann 3,61 Tage.

Und wieviele Tage dauert es bei konstanter Wachstumsrate, um 7,8 Milliarden zu erreichen?

LOG (7.800.000.000 / 10.300) / LOG (1 + 21,18%) = 70,48

Das wäre dann der 11. Mai. Natürlich alles sehr vereinfacht dargestellt und reine Theorie - die Wirklichkeit ist es dann doch etwas komplexer. Aber es dürfte klar sein bei dieser Verbreitungsgeschwindigkeit, dass das Potential gigantisch ist.

Was ich sagen will: lasst Euch nicht von den absoluten Zahlen verwirren. Die sind erstmal irrelevant und nur als Startpunkt von Bedeutung. Das Problem ist in der Wachstumsrate verborgen - Stichwort: exponentiell. Die könnt Ihr Euch täglich anschauen und selber nachrechnen - bei der Johns Hopkins Map ist das die gelbe Linie “Other Locations”.

Ich habe mir auch so eine kleine Tabelle gebastelt, einfach nur um den Überblick zu behalten.

Mike Frison / renn.tv

Wer der Berechnung nicht traut, kann ja altmodisch mit der oben beschriebenen Excel-Methode gegenrechnen. Und falls ich irgendwo einen Bock geschossen habe, lasst es mich wissen.

Coronavirus | exponentiell | Wachstumsrate | Verdopplungszeit |


Dienstag, 25. Oktober 2016

Schaufelt sich die deutsche Autoindustrie mit dem Verbrennungsmotor ihr eigenes Grab?

Es ist mir nach wir vor unerklärlich, wieso der Elektromotor nicht längst die Verkehrsbilder bestimmt. Manchmal habe ich das Gefühl ich stehe mit meiner Meinung alleine, so stark ist der ICE (Internal Combustion Engine) in den Köpfen der Menschen festgefahren.

Genau zum richtigen Zeitpunkt kommt daher dieser Film der ARD, den man sich in der Mediathek anschauen kann:

Autoland abgebrannt - Wie die Branche die Zukunft verspielt.

Hab ich gesagt: anschauen kann? Nein, ich meinte: anschauen MUSS. Absoluter Guckbefehl. Denn das Bedrohungsszenario ist enorm, aber irgendwie will es keiner wahrhaben. Selbst Dieselgate war nicht in der Lage die bräsigen Automanager wachzurütteln.

Die Rede ist von der disruptiven Innovation - sie kommt nicht schleichend, sondern wächst exponentiell. Ja, wir haben aktuell nur 1% Marktanteil für Elektroautos. Aber wenn der Markt kippt aufgrund der exponentiellen Entwicklung und du kein Produkt hast, das du skalieren kannst, dann bist du raus.

Das sage diesmal nicht ich, sondern das ist das Zitat von Tony Seba - Forschungsprofessors an der Uni Stanford. Und er hat auch plakative Beispiele: Nokia hat das Smartphone verschlafen und Kodak die Digitalfotografie.

Wie schnell solch eine Entwicklung heutzutage gehen kann, macht das Smartphone deutlich. Es hat längst die Welt erobert und unsere Kommunikation massiv verändert. Wir haben uns so sehr daran gewöhnt, dass es unglaublich erscheint, dass vor 10 Jahren niemand dieses Produkt auch nur erahnt hätte. Ausser dem iPhone Projektteam in Cupertino natürlich, denn es wurde am 9.Januar 2007 zum ersten Mal vorgestellt.

Die Auto-Journalisten bekommen übrigens auch ihr Fett weg:

Kultur des Wegschauens? Oder warum wurde ein Betrug, der millionenfach über die Straßen rollt, einfach nicht bemerkt?

Auch Brüssel, VW, Oettinger, ..

Am krassesten ist aber Matthias Wissmann, Ex-Verkehrsminister, jetzt VDA Präsident und Merkel Duz-Freund:

Extremste Abweichungen - die sind vielleicht nicht illegal, aber sie sind natürlich an der Grenze des Legitimen. (bei 24:27 Min.)

Ah ja.

VW´s Ulrich Eichhorn meinte, dass man in 10–15 Jahren soweit sei, dass Elektroautos die Kunden überzeugen würden. In 10–15 Jahren? Eichhorn auf die Frage, wann bei VW der letzte Diesel vom Band rollt: Das werde ich in meiner aktiven Berufslaufbahn nicht mehr erleben. Er ist 55 Jahre alt und da muss die sarkastische Frage erlaubt sein, ob das vielleicht daran liegt, dass seine aktive Berufslaufbahn früher als erwartet zu Ende geht.

Dieter Zetsche ist auch nicht besser, er erwartet 2025 15–25% Prozent Elektrofahrzeuge bei Mercedes.

Aber über dessen Zeitrechnung habe ich mich ja letzte Woche auch schon aufgeregt.

Bevor ich mich jetzt hier auch noch auslasse über Konformitätsfaktor und die Rolle Chinas: schaut Euch den Film an - 45 Minuten, die das automobile Weltbild erschüttern.

Tony Seba schließt mit einem schönen Vergleich: die Weiterentwicklung des Diesels ist so als hätte Kodak den Analogfilm immer effizienter gemacht.

Elektro | Wissmann | Diesel | Autoindustrie | Seba | Eichhorn | Zetsche |




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