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Sonntag, 18. August 2019

Autofahren in Deutschland: Mobilität oder persönliche Freiheit?

Immer häufiger wird im Mainstream - also abseits unserer exklusiven Motorsport-Blase - das Thema Straßenverkehr und dessen zunehmende Aggressivität behandelt.

Zum Beispiel aktuell in dieser Quarks Sendung mit Mai Thi Nguyen-Kim:

Wem gehört die Straße? - Aggressionen im Verkehr

Dort werden dann Zahlen genannt, die ich hier auch gerne bringe. Zum Beispiel, dass Autos generell 23 Stunden pro Tag ungenutzt rumstehen. Beziehungsweise eine Kapazitätsauslastung von 4% haben, für die beispielsweise eine Firma nie eine Investition tätigen würde. Meine Rechnung von vor 2 Jahren ist nach wie vor gültig.

Das bedeutet bei 47 Mio. Autos in Deutschland, dass deren Parkraum aneinandergereiht 7x rund um die Erde reichen würde! 6 Meter x 47 Mio. ≈ 7 x 40.000 km.

Tendenz steigend.

Dazu gesellt sich, dass wir heute alle aggressiver und mehr gegeneinander unterwegs sind. Es ist eine schleichende Entwicklung, aber die Autos wurden viel größer und wuchtiger, stärker und zahlenmäßig mehr. Auch wurden sie viel komfortabler, man merkt heute gar nicht mehr den Unterschied, ob man mit 130 oder mit 200 unterwegs ist. Der öffentliche Raum allerdings wurde nicht größer, sondern eher kleiner - besonders in Städten. Kein Wunder, dass sich heute alle Verkehrsteilnehmer - von Fußgänger bis LKW - um diesen Raum prügeln.

Das war vor gut 30 Jahren, als z.B. ich meinen Führerschein gemacht habe, noch ein komplett anderes Szenario. Hier ist ein herrliches Symbolbild dazu (von @jasoncammisa).

Was mich inzwischen aber noch mehr ärgert ist die Tatsache, dass der Motorsport, der durch die Förderung des Wettbewerbs an dieser gegeneinander Entwicklung nicht ganz unschuldig ist, a) weder Verantwortung übernimmt und b) keinerlei Perspektiven aufzeigt, wie sich das Dilemma in der Zukunft lösen lassen könnte.

Wo wir gerade so schön am Erzählen sind, eine Sache nervt mich inzwischen auch tierisch im Zusammenhang mit Energie und Emissionen: das Bremsen. Gibt es eine größere Energieverschwendung als Bremsen? Mal davon abgesehen, dass viele Fahrten insgesamt völlig unnötig sind, weil man die auch locker zu Fuß oder mit dem Rad absolvieren könnte. Aber lassen wir das mal außen vor.

Beim Bremsen wird die vorher mühevoll aufgebaute Bewegungsenergie völlig sinnlos vernichtet und nicht einmal zurückgeführt, sondern in Verschleiß (Beläge und Scheibe), Wärme und zusätzliche Emissionen (Feinstaub) umgewandelt. Daran muß ich immer häufiger denken, wenn ich aggressive Verhalten beobachte, die das komplette Gegenteil von vorausschauender Fahrweise sind. Der Horizont reicht maximal bis zum nächsten Verkehrsteilnehmer - bzw. Konkurrenten - der noch schnell überholt werden muß, bevor es zackig und ankernd in die Ausfahrt geht. WTF?

Mit etwas erweitertem geistigen Horizont könnte der Motorsport hier eine schöne Vorbildfunktion einnehmen, z.B. durch Verbrauchsformeln, die eine vorausschauende und energiesparende Fahrweise belohnen. Wo es gilt Bremsmanöver zu vermeiden, um genügend Energie für den Wettbewerb aufzusparen. Es muss ja nicht so extrem sein wie bei den Dirt Tracks in Amerika, wo die Motorräder gar keine Bremse mehr verbaut haben. Obwohl ich zugeben muss, dass ich das sehr reizvoll finde!

Mobilität | Aggressionen | Straßenverkehr | Bremsen | gegeneinander |


Montag, 21. Mai 2018

Besuch bei der Formel E und dem Berlin Grand Prix.

So eine Email hat man auch nicht alle Tage im Posteingang und beinahe hätte ich sie sogar in den Spam-Ordner verschoben:

Wir laden Sie herzlich ein zum Formel E Berlin E-Prix, auf dem Gelände des Berliner Flughafen Tempelhof, am 18. und 19. Mai 2018. Bitte geben Sie uns zeitnah eine Rückmeldung, ob Sie an der Veranstaltung teilnehmen möchten.

Wo ist der Haken? Die Mail kam mit freundlichen Grüßen aus Zuffenhausen - von Porsche und wie sich rausstellte völlig hakenlos. Im Gegenteil.

Aber wieso Porsche? Die fahren doch noch nicht in der Formel E mit? Kommen auch nicht nächste Saison, sondern erst übernächste!?

Egal - dachte ich mir - ich werde es in Berlin schon rausfinden - schauen wir uns den Spaß einmal an. Wobei ich das 24h-Rennen noch halb in den Knochen hatte (Do, Fr, Sa) und außerdem am Donnerstag noch Hondas in allen Gewichtsklassen durch die Gegend scheuchen durfte.

Und nachdem ich am Ring viel gelaufen und in Erlensee viel gefahren war, durfte ich in Berlin mal Passagier spielen. Ein Panamera Turbo S stand zur Abholung bereit und wie es sich gehört für einen Formel E Event gleich in der Hybrid Version:

Formel E Grand Prix, Berlin 2018

Blenden wir mal für einen Augenblick die Kostenseite aus - das ist schon ein schwer beeindruckendes Automobil, wenn man mal die Gelegenheit hat in einem mitzufahren. Hat auch eine erwähnenswerte elektrische Reichweite von 40–50 km mit voller Batterie, die immerhin 14 kWh Energie bevorratet. Kann man extern laden (Plug-In) und lädt sich auch während der Fahrt relativ fix auf. Und Rekuperation gibt es auch.

Wisst Ihr noch die Porsche-Austellung in Berlin, die ich im Blog hatte? Das hätte ich damals beim Schreiben auch nicht gedacht, dass ich mir das selber anschauen könnte, aber es war unser erster Programmpunkt.

Formel E Grand Prix, Berlin 2018

Das ist der Bugatti-Motor. Der hat nicht einen, sondern 2 dicke Turbos:

Formel E Grand Prix, Berlin 2018

Pro Seite!

Formel E Grand Prix, Berlin 2018

Also insgesamt vier ausgewachsene Aufpuster - das ist doch mal Boost.

Ist eine witzige Ausstellung, aber nur noch diesen Monat. Der Grund für die Austellung:

Am 8. Juni 1948 erhielt der erste Porsche-Prototyp mit der Fahrgestellnummer 356–001 seine allgemeine Betriebserlaubnis. Es war die Geburtsstunde einer Marke, die seit 70 Jahren weit mehr als nur Automobile produziert.

Formel E Grand Prix, Berlin 2018

Der Mission E war auch da:

Formel E Grand Prix, Berlin 2018

… und wie man sieht hat der Wagen sogar schon Patina:

Formel E Grand Prix, Berlin 2018

Und ein Easter Egg:

Formel E Grand Prix, Berlin 2018

… und dicke 22-Zöller:

Formel E Grand Prix, Berlin 2018

Mark Webber war vor Ort:

Formel E Grand Prix, Berlin 2018

… und hat erzählt, dass er kürzlich auch schon Mission E gefahren ist.

Formel E Grand Prix, Berlin 2018

Hier ist Mark’s Bericht inklusive Video!

Rod Chong probiert eine Virtual Reality Brille aus, mit der man sich das Antriebssystem im Panamera Hybrid erklären lassen kann:

Formel E Grand Prix, Berlin 2018

Rod kannte ich von früher, als er noch bei Speedhunters / EA war - da hat er mir mal die Gelegenheit gegeben die Situation am Nürburgring zu erklären. Das war 2012 - kleine Welt! Und schön sich mal in echt zu treffen.

Am nächsten Tag war aber dann Rennstrecke angesagt - bzw. Flugplatz Tempelhof:

Formel E Grand Prix, Berlin 2018

Formel E Grand Prix, Berlin 2018

Sogar ein klitzekleiner Hinweis auf Porsche war zu finden:

Formel E Grand Prix, Berlin 2018

Außerhalb des Geländes haben die Berliner eine riesengroße Ovalbahn, auf der sie mit allem möglichem rollenden Gerät unterwegs waren - sowas würde ich mir für zuhause auch wünschen:

Formel E Grand Prix, Berlin 2018

Als ich relativ früh morgens ankam, war es noch ruhig:

Formel E Grand Prix, Berlin 2018

Sollte sich aber bald ändern - später waren die Eventflächen, das Fahrerlager und die Tribünen rappelvoll:

Formel E Grand Prix, Berlin 2018

Formel E Grand Prix, Berlin 2018

Formel E Grand Prix, Berlin 2018

Denn alle waren gekommen, um die Formel E zu sehen - mitten in der Stadt:

Formel E Grand Prix, Berlin 2018

Eigentlich wollte ich mit dem Gehörschutz einen Gag machen - hatte ich mir zuhause schon überlegt:

Formel E Grand Prix, Berlin 2018

Aber dann habe ich Zuschauer mit Ohrstopfen gesehen und wurde stutzig. Und tatsächlich - die Autos sind ziemlich laut. Das Geräusch ist schwer zu beschreiben - eine Mischung aus Zischen und Pfeifen - aber alles andere als leise. Und dazu die Boxen mit Kommentar und Musik - die waren so laut, dass ich echt froh war den Hörschutz dabei zu haben. Die sind übrigens Maßanfertigung und super komfortabel - da wollte ich mal einen eigenen Artikel drüber schreiben - watch this space.

Bei den Zuschauern sind einige Pros dabei - dieser hier hat schon jedes Rennen in Berlin besucht und konnte mir Anfänger alles beantworten. Und er hatte einige Utensilien, die noch auf ein Autogramm warteten.

Formel E Grand Prix, Berlin 2018

Aber auch sonst gab es viel zu sehen und zu entdecken, selbst der Nürburgring hat sich eingeschlichen:

Formel E Grand Prix, Berlin 2018

Der schicke Audi aus der virtuellen Rennwelt - in der Realität angekommen:

Formel E Grand Prix, Berlin 2018

Die Official Cars ungewohnt, aber elektrisch:

Formel E Grand Prix, Berlin 2018

Skurril den Maibaum erklärt zu bekommen:

Formel E Grand Prix, Berlin 2018

Und den Naschtisch bei den VIPs versteckt in der Dunkelkammer:

Formel E Grand Prix, Berlin 2018

Viele Anbieter haben die Gelegenheit genutzt sich in dem Umfeld zu präsentieren, z.B. dieses witzige Unimoke Fahrrad:

Formel E Grand Prix, Berlin 2018

Sind Berliner

Formel E Grand Prix, Berlin 2018

… und konnte man auch probefahren:

Formel E Grand Prix, Berlin 2018

Wie man so einiges fahren konnte. Für Kinder:

Formel E Grand Prix, Berlin 2018

… und Erwachsene:

Formel E Grand Prix, Berlin 2018

Das mit der Kartbahn zeigt mal wieder, wie unsinnig und kurzsichtig die ganzen fixen Installationen am Ring sind mit ihrem riesigen Investionsvolumen. Heutzutage baut man sowas temporär dort, wo es gebraucht wird.

Hier wurde auch ein Fahrer gesucht, aber bei dem Einsatzgebiet bin ich mir nicht so ganz sicher:

Formel E Grand Prix, Berlin 2018

Seit dem StreetScooter bin ich ja DHL Fan - es ist sehr beeindruckend eine so große Firma zu sehen, die es schafft Innovationen zu entdecken, zu fördern und auf den Markt zu bringen.

Formel E Grand Prix, Berlin 2018

Die hatten dort auch ein neues Lastenrad in Kooperation mit einem holländischen Hersteller und ich muss ja alles Mobile auszuprobieren, was nicht bei 3 auf den Bäumen ist:

Formel E Grand Prix, Berlin 2018

Die T-Shirt Farbe passt ja schonmal. Muss ich mir merken, falls ich mal auf Jobsuche bin!

Formel E Grand Prix, Berlin 2018

Oh oh - Mellowboard - Pulsschlagverdopplung!

Formel E Grand Prix, Berlin 2018

Ich erkläre das mal: mein Ideal der mobilen Fortbewegung ist ein elektrisches Skateboard, weil es klein, schnell und trotzdem ausdauernd ist. Das Problem: die Dinger sind noch sauteuer und man braucht ein paar Skills, um am Zielort und nicht im Spital anzukommen. Auf meinem Weihnachtswunschzettel vor ein paar Jahren stand ein kleines Pennyboard, das ich auch bekommen habe. Und mit dem ich seitdem mehr oder weniger erfolgreich übe. Und darauf warte, dass die elektrischen Versionen im Preis fallen. Oder ich vielleicht mal irgendwo ein elektrisches Skateboard ausprobieren kann.

Und da ist dann auf einmal dieser Mellow-Stand vor mir - da war klar: jetzt wird es ernst!

Formel E Grand Prix, Berlin 2018

Das Ding ist der Hit - Johannes Schewe, Gründer und CEO - hat sich viel Zeit genommen alles zu erklären:

Formel E Grand Prix, Berlin 2018

Und dann bin ich tatsächlich gefahren!

Formel E Grand Prix, Berlin 2018

Das Ding geht stramm zur Sache, traut man dem kleinen Apparat nicht zu. Jedenfalls schneller, als es für mich vernünftig wäre. Da waren andere sicherer unterwegs und haben direkt mal das Aufgabengebiet erweitert:

Formel E Grand Prix, Berlin 2018

Danke Johannes für die geduldigen Erklärungen - ich bin jetzt Fan:

Formel E Grand Prix, Berlin 2018

Leider richtig teuer das gute Stück mit knapp 2.000 € - aber inzwischen bin ich überzeugt, dass es sein Geld wert ist. Super hochwertig und durchdacht, läuft fast unhörbar leise mit Direktantrieb - genau mein Fall, ich fürchte ich muss das haben.

Zurück beim Sport war Formel 1 Weltmeister Nico Rosberg oft umlagert und beliebtes Selfie-Opfer. Das war ziemlich lustig, denn er schnappt sich dann immer das Handy der Jagenden und macht das Foto selber - ich schätze er hat rausgefunden, dass das dann schneller geht und ist ja auch ganz cool zu wissen, dass er das Foto gemacht hat:

Formel E Grand Prix, Berlin 2018

Zwei Monegassen unter sich:

Formel E Grand Prix, Berlin 2018

Selbst El Presidente gab sich die Ehre - der Stellenwert der Formel E ist überall zu spüren:

Formel E Grand Prix, Berlin 2018

Nico war aber nicht nur zum Gucken da, denn das Generation 2 Auto …

Formel E Grand Prix, Berlin 2018

… wurde zum ersten Mal fahrend ausgeführt - von Nico Rosberg:

Formel E Grand Prix, Berlin 2018

Nico hat die Ausfahrt schon verarbeitet in seinem Vlog - passend zum Porsche Bezug startet die Sequenz bei 9:11:

youtu.be/XyxVnW-YBKM?t=9m11s

Von der Formula E Orga gibt es auch ein Video dazu.

Spannend auch das Roborace Projekt - hatte ich ja schon öfter hier im Blog.

Formel E Grand Prix, Berlin 2018

Jetzt war die Gelegenheit alles erklärt zu bekommen …

Formel E Grand Prix, Berlin 2018

… und Timo hat sich die Mühe gemacht:

Formel E Grand Prix, Berlin 2018

Das Team ist gut im Stress alles fertig zu bekommen. Das Problem sei dabei nichtmal die Schwierigkeit der einzelnen technischen Herausforderungen, sondern vielmehr alles zusammenzufügen und Kontrolle über die Komplexität zu erhalten.

Sie hatten in Berlin einen kleinen Wettbewerb, wo auf der Strecke zwei Teams gegeneinander angetreten sind. Ich dachte immer, die Autos würden mit AI gesteuert, aber es sind vielmehr Algorithmen, die von konkurrierenden Teams unterschiedlich umgesetzt werden. Am Ende fährt das Auto aber nach wie vor autonom, es wird also nicht einfach nur die Strecke einprogrammiert.

Und da es Traditionen zu wahren gilt, gab es wie beim Hondafahren auch in Berlin einen schönen Stickertausch - diesmal mit Roborace-Rod:

Formel E Grand Prix, Berlin 2018

Daniel Abt hatte beim deutschen Heimspiel eine große Fangemeinde:

Formel E Grand Prix, Berlin 2018

… konnte nach Pole auch das Rennen für sich entscheiden. Es wurde sogar ein Audi-Doppelsieg.

Hier sind die Race-Highlights im Video:

youtu.be/X_A-cUtbgSQ

André Lotterer hätte ich es auch gegönnt …

Formel E Grand Prix, Berlin 2018

… aber er kämpft noch weiter nach vorne zu kommen.

Formel E Grand Prix, Berlin 2018

Der André ist ein gutes Stichwort, denn beim Abendessen mit den Porscheleuten kamen wir auch auf die Rekordrunde in Spa zu sprechen. Da ist nämlich nicht nur das Auto am Limit, sondern auch der Fahrer. Die hatten alle mächtig Respekt vor der Nummer, es stehen ab und zu immerhin 5G auf der Fliehkräfteuhr. Leider können wir auf das Onboardvideo lange warten: keine Kamera im Auto.

Pikes Peak war für den Chef–919 übrigens auch im Gespräch - eh klar. Aber das ist inzwischen konzernintern schon besetzt - schade.

Und extra zur Gestaltung meiner eleganten Übergänge war Maren Braun auch in Berlin:

Formel E Grand Prix, Berlin 2018

Und Fritz Enzinger, der inzwischen den Motorsport für die gesamte Volkswagen-Gruppe leitet:

Formel E Grand Prix, Berlin 2018

Lange nicht getroffen habe ich Romolo Liebchen:

Formel E Grand Prix, Berlin 2018

Meiner Meinung nach ist er der Grund, warum BMW Motorräder vom biederen Rentnerboxer inzwischen zum gefragten Rennmotorrad avanciert sind. Mit einer privat eingesetzten BMW Boxer in der Motorrad-Langstrecken-WM hat er den Münchnern gezeigt, dass es geht. Zum Beispiel mit einem Sieg in der Proto-B-Klasse, bei der auch ein gewisser Christian Kohlhaas mitgewirkt hat.

BMW ist inzwischen die Marke, die es zu schlagen gilt - aber Romolo’s Initialzündung kaum bekannt. Schön, dass er wieder an den Rennstrecken anzutreffen ist - bekleidet bei Audi Sport jetzt das Amt als Leiter Beschaffung, Qualitätssicherung und Partnerschaften. Da kann ich mir vorstellen, dass einige Lieferanten in’s Schwitzen kommen, wenn er anfängt Fragen zu stellen.

Nicht in Frage stellen lässt sich die Bedeutung der Formel E, wenn jetzt sogar schon WTF1 vor Ort ist:

Formel E Grand Prix, Berlin 2018

Und das ist Matt, arbeitet im Porsche Drive Tribe Team:

Formel E Grand Prix, Berlin 2018

Das war ganz lustig, denn als Mark Webber dieses Video für Drive Tribe auf der Heimfahrt zum Hotel gemacht hat, saß ich im Sitz daneben :)

Das ist der Formula Student aus Zürich - 4 Radnabenmotoren, die je nur 3 kg wiegen, aber jeweils 50 PS haben. Nicht schlecht für ein 180 kg Fahrzeug!

Formel E Grand Prix, Berlin 2018

Und der Jaguar I-Pace eTrophy Renner wurde vorgestellt:

Formel E Grand Prix, Berlin 2018

Formel E Grand Prix, Berlin 2018

Formel E Grand Prix, Berlin 2018

Da bin ich sehr gespannt, wie der performt. Ernstzunehmender elektrischer Rennwagen!

Hier habe ich noch Ergebnisse meiner eigenen Selfie-Jagd: der Zuschauer, der mir so viel erklärt hat (und dessen Namen ich vergessen habe), Volker Strycek und Jürgen Vogel - beide Meister ihres Fachs und wusstet Ihr, dass Volker an der Uni in Berlin Vorlesungen gibt? Schon seit 2006.

Wenn Euer Bilderbedarf noch nicht gedeckt ist - hier noch eine Galerie vom Event:

Das liebevolle und gemütliche Hotel, in dem wir untergebracht waren, ist das Orania - hat erst im August 2017 eröffnet. Und eine eigene Galerie verdient:

Mitten in Kreuzberg - daher auch die eingeschlagenen Fenster. Sie hätten sie längst repariert, aber der Staatsschutz ermittelt und das dauert. Ich finde es authentisch - aber ziemlich schwierige Fotografieraufgabe!

Diese Leihräder findet man oft in Berlin - Megadesign für meinen Geschmack. Sehr clean - alle Züge innenliegend und das Ganze mit einem Art Kardan als Antrieb. Dadurch vorne und hinten “Lefties”. Und Aluminium mit ansehnlichen Schweißnähten:

Formel E Grand Prix, Berlin 2018

Formel E Grand Prix, Berlin 2018

Formel E Grand Prix, Berlin 2018

Ich hatte zeitlich noch etwas Luft nach dem Renntag, also bin ich noch durch die Gegend gezogen und habe mich in Street Photography erprobt:

Am Sonntag war dann Rückflug - und ich wurde wieder am Hotel abgeholt. Durfte sogar selber fahren!

Formel E Grand Prix, Berlin 2018

In einem Tunnel wollte ich einen Soundcheck machen, also gucken ob hinten frei, Fenster runter, Getriebe auf manuell, Modus Sport+, 1.Gang - Vollgas!

Herrjeh - der war so schnell im Begrenzer, so schnell kam ich im Denken gar nicht nach! Hätte ich vielleicht mal vorher in die Spec schauen sollen: 680 PS, Drei Komma Vier auf Hundert. Jau, kann ich bestätigen. Das drückt nicht, das explodiert! Und ich dachte Hybrid sei was für Rentner, großer Irrtum.

Vom Flieger aus konnte man nochmal auf das Gelände schauen:

Formel E Grand Prix, Berlin 2018

… und das große Freizeitoval, wo die Leute geradelt und geskatet sind.

Am Flughafen hatte ich dann noch versucht Prinzessinnen oder Einhörner zu finden, aber ich schwöre die waren aus:

Formel E Grand Prix, Berlin 2018

FormelE | Mikebericht | Berlin | Porsche |


Donnerstag, 03. August 2017

Die Software zur Reduzierung der Dieselabgase ...

… gibt es nicht. Wie auch? Abgas ist das Resultat einer Verbrennung und das lässt sich nicht einfach so wegprogrammieren.

Der heutige Computer in der Motorsteuerung ersetzt die damalige Mechanik. Als der Vergaser durch die Einspritzung abgelöst wurde, haben sich neue Möglichkeiten aufgetan, denn Einspritzzeitpunkt und -menge konnten zum ersten Mal präzise dosiert werden. Dann kam durch den Computer noch der Zündzeitpunkt dazu, fertig war die erste Motronik. Natürlich war die Verbrennung immer noch eine Verbrennung, aber die Entwickler hatten mehr Stellschrauben, um die gegensätzlichen Ziele gegeneinander abzuwägen: viel Leistung, aber wenig Verbrauch - alle denkbaren Temperatur- und Einsatzgebiete, aber leise und komfortabel - Senkung der Kosten, aber Einhalten der Lebensdauer - möglichst leicht und geringer Platzbedarf, aber trotzdem robust und haltbar … die Liste der konkurrierenden Ziele ist lang und kompliziert. Was ja gerade den Reiz ausmacht, denn mit Ingenieurskunst und Liebe zum Detail können die Widersprüche angeglichen und optimiert werden.

Da kann der Computer im Auto bzw. in der Motorsteuerung eine große Hilfe sein, denn einige der Parameter kann man innerhalb der mechanisch vorgegebenen Grenzen in der Software variieren. Die große Szene der Chiptuner macht regen Gebrauch davon: einfach den Ladedruck erhöhen, schon gibt es mehr Leistung. Dass in diesem feinfühligen Gleichgewicht, das durch den enormen Wettbewerbs- und Kostendruck bei den Herstellern kaum noch nennenswerte Toleranzen oder Freiräume bietet, irgendetwas anderes hinten runterfallen muss, sollte jedem klar sein. Lebensdauer, Fahrkomfort, Verbrauch, Abgaswerte - die physikalischen Gesetze erfordern ein Gleichgewicht und wenn ich mehr Leistung abrufe, dann muss die irgendwo herkommen. Denn die lässt sich nicht einfach so einprogrammieren.

Genau so verhält es sich mit den Abgasen: die kann man nicht einfach wegprogrammieren, denn sie sind das Resultat der Verbrennung und die Physik ist nunmal so wie sie ist. Die Abgasreinigungsabschaltung des VW Konzerns hat schwerwiegende Gründe und war der letzte Ausweg aus dem beschriebenen Gleichgewichtsdilemma. Es gehört schon viel dazu, für ein normales Angestelltengehalt alle ethischen Grundsätze über Bord zu werfen, um die unmöglichen Vorgaben der Geschäftsführung zu erreichen.

Ganz einfach wäre bei den Fahrzeugen mit AdBlue den Verbrauch an Harnstoff zu erhöhen, um die Stickoxide zu bekämpfen. Doch das Nachtanken ist fummelig, klebrig und größtenteils bisher nur aus Kanistern möglich. Auch die Kontrolle, ob es funktioniert, ist kaum möglich - wer kann schon seine CO2 und NOX Werte messen? Selbst die Industrie hat offensichtlich große Probleme damit, BMW habe gerätselt, wie die Audis den AdBlue Verbrauch so gering halten können. Dabei hätte eine Abgasmessung auf der Straße sofort alles auflösen können. Beim Verbrauch ist das viel einfacher, den kann ich bei jedem Nachtanken kontrollieren.

Das weiss natürlich auch die Industrie und solange man es sich mit dem KBA gemütlich machen kann, kann man der Außenwelt viel erzählen. Und hier läge die Lösung: eine technische Entwicklung, die ein einfaches und unkompliziertes Nachmessen der Abgase ermöglicht. Eigentlich unfassbar, dass es so etwas heutzutage nicht gibt. Von mir aus auch gerne mit riesig großen Toleranzgrenzen von +/- 50%, es wäre immer noch genug, um die groben Ausreißer herauszufinden - es ist von Spitzenreitern von Faktor 17 die Rede, das sind sportliche 1.700%.

Eigentlich müsste die IT Community geschlossen aufstehen und auf den Tisch hauen, denn am Anfang waren es auch schon die paar bösen Programmierer, die an Dieselgate schuld sein sollen. Und wenn es jetzt die Software nicht richtet, dann kann man das prima wieder den Programmierern in die Schuhe schieben. Ich bin schon auf den 34C3 gespannt.

Dieselgate | Dieselgipfel | Software | Softwareupdate | Abgas | Chiptuning | Programmierer | ChaosComputerClub |


Freitag, 07. Juli 2017

BMW BoxerCup bei der IDM ab 2018.

BMW Presse:

Bis zu 30 Teams treten auf identischen, für den Einsatz auf der Rennstrecke modifizierten BMW R nineT Racer gegeneinander an. (..) In dem klassischen, halbverkleideten Sportmotorrad kommt der luft‑/ölgekühlte Boxer-Motor mit 1 170 cm3 Hubraum und 81 kW (110 PS) Leistung in Kombination mit einem Sechsganggetriebe zum Einsatz.

Diese Sonderversion „BoxerCup“ wird u.a. mit folgendem Zubehör versehen:

  • Gabelumbau von Wilbers
  • Stoßdämpfer von Wilbers
  • Zylinderkopfhauben, Motorspoiler, Heckabschluß von Ilmberger
  • Akrapovič Sportschalldämpfer und Titan-Krümmer
  • Brembo Bremsbeläge
  • Lenkungsdämpfer „High End“ von Müller Präzision
  • BMW Motorrad ABS mit Racing-Software

Seitenständer, Spiegel, Kennzeichenträger, Blinker und Lichtanlage werden für den Renneinsatz entfernt. Das Fahrzeug ist jedoch nach der Saison und nach Rückbau in den Originalzustand straßenzulassungsfähig.

Für absolute Chancengleichheit sind darüber hinaus keinerlei Änderungen – mit Ausnahme optischer Anpassungen wie Lackierung, Folierung oder Aufkleber – zulässig.

Sauber! An den alten BoxerCup kann ich mich noch gut erinnern, da ging es heftig zur Sache - hätte man nicht vermutet. Aber wenn Racer auf identischem Material losgelassen werden, dann wird es immer spektakulär - auch bei nur 110 PS.

Wetten, dass Günther Wiesinger wieder irgendetwas auszusetzen hat?

BoxerCup | IDM1000 | Wiesinger |


Mittwoch, 05. Juli 2017

Spa 24h am 29./30.Juli.

In Spa findet am 29.Juli ab 16:30 Uhr die 24h GT3 Schlacht statt - 66 Autos treten gegeneinander an: Audi, Aston Martin, Bentley, BMW, Ferrari, Jaguar, Lamborghini, McLaren, Mercedes AMG, Nissan und Porsche sind die Hersteller - die Starterliste findet sich hier.

Die Tour de France hatte auch ein Ründchen auf der Strecke gedreht.

Spa24h | FIAGT3 |


Freitag, 10. März 2017

MotoGP plant ab 2019 elektrische Support-Rennen.

Witzigerweise sollen bei den 5 Läufen aktuelle MotoGP und Moto2 Piloten gegeneinander antreten.

Der Schritt ist auch ziemlich selbstbewußt von Veranstalterseite. Denn die hängen damit die Marken, die in der Weltmeisterschaft mitfahren, ganz schön aus dem Fenster, weil dort in Bezug auf Elektro noch absolute Funkstille herrscht. Das war ja auch die Enttäuschung bei der Intermot im Oktober.


Mittwoch, 02. November 2016

TU Europe Live Blog - ICM München

Die nächsten 2 Tage - Mittwoch und Donnerstag - dreht sich hier alles um Mobilität, denn ich besuche aktuell die TU Europe Konferenz in München.

Dieser Blogpost soll dazu dienen die Konferenz zu begleiten und ich werde ihn ständig erweitern mit den Eindrücken, die ich hier sammeln kann. Also ab und zu den Eintrag neu laden, damit die Inhalte im Browser aktualisiert werden.

Die Konferenz gibt es seit über 10 Jahren und sie wurde gestartet rund um das Thema Telematics. Inzwischen ist sie ausgeweitet worden auf das Thema Mobility - alleine das ist schon eine interessante Tatsache. Die Grenzen zwischen Automobilherstellern und Anbietern von Mobilit verschwimmen zunehmend, daher hat diese Entwicklung heute eine Riesen-Aufmerksamkeit.

Gestartet hat die Konferenz Roger Lanctot von Strategy Analysis:

  • Connected Cars sind abhängig von der Technology (Mobilfunk) - Schätzungen gehen von 50% Connected Cars im Jahr 2019 aus. Das ist noch relativ wenig, weil die andere Hälfte nicht connected ist. Das könnte ein Bremsklotz für die Entwicklung sein. 5G würde das beschleunigen, aber der Roll-Out ist noch recht langsam.
  • OTA - Over the Air Update - ist dazu auch eine Voraussetzung, aber die OEMs hängen noch ziemlich weit zurück. Ausnahme ist Tesla, die Kreise um die Konkurrenz fahren.
  • Automated Driving wird im Moment sehr stark bearbeitet, 61 OEMs, 6 Aftermarket- und 73 Startup Firmen und 8 Development Plattformen beschäftigen sich mit dem Thema. Da ist mächtig viel in Bewegung und wir werden bald mehr davon hören.

Johann Jungwirth von VW (CDO) und Holger Weiss (German Autolabs):

  • Die ersten selbstfahrenden Autos werden bald Realität - etwa 2018/2019. Das wird nicht in Europa starten, sondern US, Singapur und China. Es wird wichtig sein für Europa nicht den Anschluss zu verlieren und da sind die Regierungen gefragt.
  • Viele Unfälle heutzutage sind menschlicher Natur und diese werden sich alle vermeiden lassen.
  • Leute, die bisher kein Auto selber nutzen können - Blinde, Kinder, Ältere, .. - werden in Zukunft ein Auto fahren können - bzw. werden gefahren von dem Auto.
  • VW wird noch diesen Monat eine neue Marke vorstellen rund um das Thema Mobilität - der Name wurde aber noch nicht verraten. Das wird die 13.Marke von VW werden.
  • Alle Resourcen werden im Konzern gebündelt, d.h. man wird auch intensiv mit Audi z.B. zusammenarbeiten.

Von DriveNow - einer Tochterfirma von BMW - war Sebastian Hofelich vor Ort:

  • In Deutschland sind erst 30.000 elektrische Fahrzeuge auf den Strassen.
  • Die Idee ist den ruhenden Verkehr aus den Städten zu verbannen - die Autos werden als Shared Service eine viel höhere Auslastung haben und weniger rumstehen.

Ein i3 steht auch in der Lobby und das Raumangebot im Inneren ist beeindruckend: keine B-Säule mehr und auch kein Getriebetunnel zwischen den Vordersitzen. Mit einer DriveNow Anmeldung kann man sich für relativ kleines Geld zusätzliche Mobilität sichern - und gleichzeitig mal den i3 bzw. ein Elektroauto ausprobieren. Werde ich auf jeden Fall machen, wenn ich wieder in Köln bin.

Von Uber war Christoph Weigler auf der Bühne. Am Interessantesten fand ich die Tatsache, dass Uber keinerlei Hardware entwickeln will und die gesamte Funktionalität auch in Zukunft über das Smartphone erreichen wird - sowohl für Uber Fahrer als auch Passagiere.

Angus Lyon kommt nach der Kaffeepause auf die Bühne und er arbeitet … für Manor F1! Na da sind wir doch zuhause! Er referiert über Telemetrie und Datenübertragung - auch wichtige Punkte in Zukunft für die Mobilität:

  • Manor Racing ist das kleinste Team, sie wurden damals von Virgin 2010 aufgebaut. Der Vorteil ist aber, dass man nicht von einem OEM abhängig ist - man agiert lean and agile.
  • Heutzutage kommen TV Bild, Telemetrie, Team Radio, … alle über den gleichen Datastream. Dafür sind 3 Systeme redundant voneinander aufgebaut.
  • Team Daten addieren sich auf 2 GB pro Rennen. Datenraten sind 100 kHz, aber 1 kHz ist typisch.
  • Der Wettbewerbsvorteil kommt dann erst, wenn die Daten effizient verteilt und ausgewertet werden - auch zuhause in der Basis von allen Rennstrecken der Welt aus.
  • Die Analyse betrifft zuerst Reifen und Fahrwerk, um den Zustand des Wagen ständig zu analysieren. Wenn Benzin weniger wird, wird der Wagen schneller - aber der Reifen baut ab, dadurch wird er wieder langsamer. Das muss man optimieren, um den Reifen nicht zu überfordern.
  • Alle Gangwechsel werden überwacht, um sicherzustellen, dass das Getriebe nicht überfordert wurde.
  • Benzinverbrauch ist natürlich wichtig, nur 100kg Benzin dürfen verbraucht werden.
  • Bremsen werden auch überwacht - zumal die Kühlung so klein wie möglich gehalten werden möchte, um die Aerodynamik nicht zu verschlechtern.
  • Die Aufgabe des Teams ist es zu optimieren, Risiken erkennen, Verbräuche überwachen und die Konkurrenz im Auge zu behalten.
  • Nur 3 Leute an der Strecke und 4-6 zuhause sind für diese Aufgaben eingeteilt.
  • Manor Racing nutzt diese Daten, um einen Vorteil zu gewinnen - denn ihnen ist auch klar, dass sie nicht das schnellste Auto im Feld haben.

Martin Rosell / WirelessCar:

  • C-Connected, S-Sharing, A-Autonomous, E-Electric - diese Buzzwords werden zur Zeit ständig genutzt.
  • Um autonomes Fahren zu ermöglichen, müssen die Fahrzeuge connected werden, überwacht, kontrolliert, analysiert und optimiert werden.
  • Heutzutage sind nur 3-5% aller Fahrzeuge connected.
  • Die Entwicklungszyklen der OEMs sind langsam - ein Grund warum nicht mehr Fahrzeuge vernetzt sind.
  • Volvo Truck nutzt die Technologie schon heute, um schneller auf Fahrzeug-Reparaturen zu reagieren: der Besitzer wird früher gewarnt und die Werkstatt kann sich schon im Vorfeld vorbereiten.
  • Car Sharing könnte auch in kleinerem Scale realisiert werden: nicht mit allen das Fahrzeug teilen, sondern eher mit Freunden und Bekannten - und das könnten alle OEMs schon heute anbieten.
  • Heat Maps helfen die Daten besser zu analysieren und auf das Verbraucherverhalten zu reagieren.

Juergen Daunis / Ericsson:

  • In der Vergangenheit wurden die Netzwerke hauptsächlich für die Bedürfnisse der Verbraucher entwickelt. Heute findet zum ersten Mal ein Umbruch statt, weil neue Netzwerke für die Bedürfnisse der Autoindustrie geschaffen werden.
  • Zukünftig werden überall Sensoren verbaut werden, die den Datenverkehr massiv erhöhen werden. 5G soll das adressieren.
  • Volumen erhöht sich x 1.000 und die Latency stellt hohe Anforderungen an die Geschwindigkeit für kritische Übertragungen.

In der Mittagspause ist mir Holger Weiss (German Autolabs, s.o.) über den Weg gelaufen und ich habe ihn gefragt, wie er zu meiner Motorsport Theorie im autonomen Zeitalter steht:

  • Seiner Meinung nach werden sich Marken wie Porsche oder Audi nach wie vor über die Dynamik differenzieren.
  • Es wäre sogar vorstellbar, dass Fahrspuren für schnelleres Fahren reserviert werden. Berlin - München geht dann in 3 statt in 7 Stunden, kostet aber mehr.
  • Die Entwicklungen von Audi in der Formel E würden ja schon deutlich zeigen, dass trotz E-Mobilität die Hersteller ein Interesse an der Präsenz zeigen.

David Wong (SMMT), Chris Roig-Ramos (BlaBlaCar), Matthew Caudle (Drover), Helmut Ramsauer (Spinpartners) diskutieren über: Auto Brand Loyalty in a Sharing Economy

Interessanter Punkt, weil wie Marken-loyal soll man sein, wenn man sowieso die Services wechselt und das Auto mietet, das gerade verfügbar ist.

  • BlaBlaCar Service wird von 10 Mio. Leuten pro Quartal genutzt. Wenn man zu Viert statt alleine mit dem Auto fährt, dann reduzieren sich für jeden die Fahrtkosten auf 1/4.
  • Ökonomische Argumente werden als wichtiger erachtet gegenüber der Markenanziehung.
  • Marken werden zunehmend unwichtiger - ein Trend, der sich auch aktuell bei den Fluglinien feststellen lässt. Ausschlaggebend ist am Ende der Preis.
  • Die Herausforderung für die OEMs in den nächsten 5–10 Jahren wird darin liegen, den Übergang von klassischem Fahrzeugbesitz zu den zukünftigen Car Sharing Modellen zu bewerkstelligen.
  • Marken und Brands sind nach wie vor essentiell, definieren sich aber eher über die User-Erfahrung und die Qualität der Services, als über klassisches Marketing, wie wir es heute kennen.

Tag 2 meines Besuches auf der TU Europe und ich werde diesen Beitrag weiter fortführen mit Notizen aus den Vorträgen, die ich besuche.

Christoph Stadeler, Facebook

Da fragt man sich, was hat Facebook mit Automotive und Mobility zu tun?

  • Sie skalieren, haben kein Problem 1,7 Milliarden Nutzer zu bedienen - dazu noch WhatsApp, Messenger und Instagram.
  • Marken sind mehr denn je das größte Pfund, das die Autoindustrie hat. Wenn man Größe und Volumen über Produktionszahlen definiert, dann stößt man schnell an Grenzen. Aber eine Marke kann heutzutage viel einfacher Millionen von Nutzern ansprechen und über Facebook verlinken.
  • Facebook sieht sich in einer guten Position die Brücke zu Connected Car zu bauen - weil sie schon mit den User (Auto-Kunden) verknüpft sind.

Chris Reeves (Horiba MIRA) - Autonomous Vehicles - the technical and business challenges:

  • Es wird unterschieden zwischen Automated Car und Connected Car.
  • Standards und Gesetzgebung hinken noch hinterher und sind zu einfach gestrickt. Dadurch kann die komplexe Realität im Verkehr nicht abgebildet werden.
  • Straßen werden nicht nur von Autos genutzt - Fussgänger, Radfahrer, aber auch Tiere kreuzen den Verkehr.
  • Test und Erprobung erfordern neue Methoden - Controlled Environment löst die Teststrecke ab. Wo früher Dauerhaltbarkeit z.B. getestet wurde, werden heute reale Straßensituationen, Ampeln und Kreuzungen abgebildet. Sogar Mobilfunktestzellen werden installiert, um den Datenverkehr zu validieren.
  • Ziel ist die Reproduzierbarkeit während der Erprobungsphasen.
  • Während autonomer Testphasen können auch Fahrzeuge anderer Hersteller die Strecke nutzen, wodurch reale Situationen mit Verkehr abgebildet werden.
  • Trotzdem können Teststrecken nicht die Realität komplett simmulieren - daher sind Tests in öffentlichem Verkehrsraum notwendig.
  • In UK kooperiert u.a. Milton Keynes bei der Umsetzung, um einem Konsortium die Tests zu ermöglichen.
  • Zur Zeit nehmen Ford, JLR und Tata teil.
  • Es gibt Überlegungen, dass für die Abnahme bis zu 10 Mio. Testkilometer nachgewiesen werden müssen - aber das ist noch nicht endgültig entschieden und eigentlich von der Größenordnung zu hoch, um es im Test in akzeptabler Zeit umzusetzen.

Nach seinem Vortrag hatte ich die Gelegenheit Chris Reeves mit Fragen zu löchern.

  • Motorsport wird seiner Meinung nach immer ein Thema sein für die Auto-Industrie, weil das Fahrerlebnis auch immer eine Belohnungs-Komponente beinhaltet (needs to be rewarding). Was auch die einzelnen Brands nutzen werden, um sich voneinander zu unterscheiden.
  • Zusätzlich kommt aber noch die komplette Kundenerfahrung mit der Marke - von Kauf über Service über Connected und Autonom - dazu, um einen Vorteil gegenüber dem Wettbewerb zu erlangen.
  • Das Straßenbild wird auch in Zukunft immer ein Mix sein zwischen manuellem und automatischem Verkehr, denn wir haben eine 100-jährige Geschichte von Fahrzeugen auf der Straße. Die wird nicht von heute auf morgen verschwinden.
  • Für das autonome Fahren ist es nicht zwingend erforderlich, dass Fahrzeuge verschiedener Hersteller miteinander kommunizieren. Um in der Zukunft aber einen höheren Effizienzgewinn zu realisieren wird die Kommunikation zwischen den Fahrzeugen höhere Bedeutung gewinnen.

Die letzte Präsentation des Tages war von Michael Wong, Codeplay.

  • Autos werden in der Zukunft ein Gehirn brauchen, das mit enormer Prozessor-Power ausgestattet ist.
  • Ebenso große Anforderungen werden an die Software gestellt, die in der Lage sein muss, die neuen Aufgaben des autonomen Verkehrs abbilden zu können.
  • An AI - Artificial Intelligence bzw. neuronalen Netzen - führt kein Weg vorbei.
  • Bereits heute ist AI im Einsatz, z.B. bei Google Maps. Tesla nutzt diese Technologie ebenfalls.
  • Open Source Sprachen ist der Vorzug zu geben, damit diese gewaltige Aufgabe mit Erfahrungsaustausch untereinander bewerkstelligt werden kann.

Nach dem Vortrag hatte ich Gelegenheit mit Michael zu sprechen. Seine Erklärung, was AI denn sei, geht so: wir Menschen lernen aus Erfahrung - Sachen, die funktionieren, werden im Gehirn verknüpft (neuronal), um sie bei der nächsten Gelegenheit wieder abrufen zu können. Das versucht man im Computer abzubilden - quasi eine gigantische Trial- and Error Datenbank. Das Konzept ist schon viele Jahrzehnte alt, aber erst jetzt sind Computer durch die gestiegene Rechenleistung in der Lage damit sinnvoll umzugehen.

Wichtig in dem Zusammenhang fand er auch die Validierung - also das ausgiebige Testen, ob die Interpretationen des Systems richtig sind.

Das das Ganze auch Gefahren birgt will er gar nicht auschließen. Die Entscheidungsfindung ist im Einzelfall schon so komplex und beinhaltet soviele Paramenter, dass der Mensch mit seinem Gehirn überfordert ist den Werdegang bis zur Entscheidung nachzuvollziehen. In dem Fall ist man dann der Technik ausgeliefert in der Hoffnung, dass sie die richtige Entscheidung trifft.

Dabei kommt natürlich kein Bauchgefühl zum Tragen - das gibt es bei einem Computer mit 0 und 1 nicht. Aber Wahrscheinlichkeiten werden gegeneinander abgewogen, um die Abläufe am Ende richtig in Gang zu setzen.

Ziemlich gruselig, wenn man es sich mal auf der Zunge zergehen lässt, aber wir alle werden damit schon konfrontiert - z.B. bei Google Maps. In Sekundenbruchteilen werden Routen optimiert aufgrund aktualisierter Parameter. Tesla setzt ebenfalls schon auf AI und das Faszinierende bei dem Konzept ist, dass jeder gefahrene Kilometer von allen Tesla Fahrzeugen wieder jedem einzelnen Fahrzeug zugute kommt. Michael vergleicht das mit einem lernenden Baby, das auf einmal auch von der Erfahrung von allen anderen lernenden Babies auf der Welt profitiert. Die Lernkurve steigt in dem Moment natürlich extrem steil und die Geschwindigkeit nimmt rapide zu.

In dem Zusammenhang war es etwas krotesk zu beobachten, dass AI auf der Konferenz kaum eine Rolle gespielt hat - dabei ist es die Schlüsseltechnologie zum Aufbruch in das neue Zeitalter.

TUEurope | Mobility | München | LiveBlog | Mikebericht |


Donnerstag, 27. Oktober 2016

Audi verabschiedet sich aus Le Mans.

Nicht 2018, nicht 2017 - nein schon Ende diesen Jahres wird das komplette WEC Programm eingestampft.

Noch 2 Rennen, dann ist Schluss.

Die Einschläge kommen im Moment knüppeldick für VW. Am Dienstag hat VW einem Vergleich in den USA über 14,7 Milliarden (Milliarden!) Dollar zugestimmt, um die 475.000 in Amerika verkauften Green-Diesel als 2 Liter Variante vom Tisch zu bekommen. 85.000 3L warten noch auf eine Lösung. Nicht vergessen, dass es sich insgesamt um 11 Mio. Fahrzeuge handelt - alleine 2,61 Mio. in Deutschland.

Bei VW geht es finanziell an´s Eingemachte und man hat sich sowieso gefragt wie es sich ein Konzern leisten kann, 2 LMP1 Teams - Audi und Porsche - auf allerhöchstem Level gegeneinander antreten lassen kann. Matthias Müller hatte an dieser Entscheidung sicher auch seinen Anteil, denn im Windschatten von Winterkorn ist er 2010 Chef von Porsche geworden. Um 2015 den dann geschassten Winterkorn zu beerben und die Leitung der VW AG zu übernehmen. Wo sich der Kreis wieder schließt, denn dort verantwortet er natürlich auch das Einstampfen des Audi R18.

Vielleicht schlägt sein Motorsport-Herz eher für Porsche, aber Audi über die Klinge springen zu lassen hat noch einen anderen Grund: den Diesel.

Denn Audi setzt als einziges Motorsport-Team einen Diesel als Antriebsquelle ein - aus Marketinggründen. Und zwar schon ewig - nämlich seit 2006. Insgesamt geht Audi seit 1999 in Le Mans am Start und hat ab 2000 eine unvergleichliche Siegesserie hingelegt: nur 2009 konnte Peugeot gewinnen - die Siege 2005 (ADT Champion Racing, R8) und 2003 (Bentley) buche ich mal mit dazu. Geändert hat es sich allerdings mit dem Einstieg von Porsche, denn die Weissacher konnten die letzten beiden Jahre gewinnen. (Das tragische Schicksal von Toyota von diesem Jahr haben wir ja noch gut in Erinnerung.)

Seit Dieselgate hat Audi Sport die Bezeichnung Diesel vermieden wie der Teufel das Weihwasser - wenn es gar nicht mehr anders ging wurde TDI eingesetzt. Was eigentlich nur Auto-Insidern ein Begriff sein dürfte. Damit stand also auch schon 2016 unter einem schlechten Stern, denn selbst Erfolge konnten sich überhaupt nicht vermarkten lassen, da der Ruf des Diesels für immer und ewig vergiftet war. Eigentlich hatte man sich geschämt, einen Diesel einzusetzen - aber das ließ sich ja nicht so schnell ändern. Ich wette es gab im Konzern genug Leute, die nur auf die erste Gelegenheit gewartet haben, das Audi Le Mans Programm über die Klinge springen zu lassen. Einen Sauger neu zu konstruieren machte natürlich noch viel weniger Sinn, das läuft ja schon bei Porsche.

Das ist schon bitter zu beobachten, wie ein Sportteam zum Spielball der Marketing Strategen wird - erst, als ihnen übergedeut wurde doch einen Diesel einzusetzen und jetzt, wo sie ihn ausgereift haben, gehen sie als Opfer mit unter.

Die Era dicker V8 (Toyota), kleiner Turbo (Porsche) und Diesel (Audi) in der LMP1 gegeneinander antreten zu sehen, wird als ausgewöhnlich in die Le Mans Geschichte eingehen. Ich war fasziniert davon, diese grundsätzlichen Konzepte Kopf an Kopf im Rennen zu sehen. Wetten, dass dass sich die Konzepte jetzt wieder aneinander annähern? Wobei ja nur noch Toyota und Porsche übrig sind. Ob jetzt noch ein weiterer Hersteller einsteigt? Die Türen beim ACO werden sperrangelweit offen stehen.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion um die deutsche Autoindustrie beeindruckt aber auch das konsequente Handeln von Audi - durch den Druck von allen Seiten sind sie gezwungen alte Zöpfe abzuschneiden und können sich - ohne Diesel Ballast - voll auf Elektro konzentrieren.

So desaströs die Situation momentan erscheint - es könnte sich hinterher als großer Glücksfall herausstellen.

Bitter ist es für die Fahrer - ich hoffe sie müssen nicht aus der Not heraus noch Formel 1 fahren.

LeMans | AudiLMP1 | Dieselgate | LM24 |


Donnerstag, 10. März 2016

2017 gibt es einen elektrischen Tesla Weltcup.

Soll ebenso wie die Formel E von der FIA sanktioniert sein. Eigentlich hört sich das ja alles ultramodern an, aber uneigentlich machen die genau das, was den Motorsport ursprünglich auszeichnet: mit einem relativ normalen Auto auf der Rennstrecke gegeneinander fahren.

ElektrikAutosport.com:

Just like Formula E, ten teams and twenty cars will race side by side. Only minor modifications will be made to the street version and of course comply with the latest FIA safety standards. (..) “Although it is a luxurious super tourer it seems to be made for racing. Its weight distribution and astonishing low center of gravity, despite its considerable mass (more than 2 tons unmodified), allows unbelievable cornering speed, not forgetting its unending torque, which all add up to a great racing car”.

Die einzige Kritik, die ich hätte: warum machen die das nicht schon dieses Jahr?

Tesla | Strom


Donnerstag, 08. Oktober 2015

F1 Fahrer sind nur noch Befehlsempfänger - meint Silverstone Chef Patrick Allen.

Die gewagte These arbeitet sich langsam in den Mainstream vor:

Fans want to see gladiators racing and fighting it out in a fair fight. Nobody wants to hear drivers getting told to ‘lift’, ‘coast’ or ‘we’re not going to catch the guy in front, settle for second’.

How long is it before the technical director is stood on the top step, not the driver?

Nicht dass ich anderer Meinung wäre.

Wir können auch ziemlich sicher davon ausgehen, dass dieser Rant Mr.E’s ok hat. Beziehungsweise von ihm initiiert ist. In diesem Milliardengeschäft passiert nichts aus Zufall, egal wie polternd da jemand um die Ecke kommt.

Aber ich prophezeie mal, dass sich da genau Null zum besseren ändern wird. Genauso wenig wie in der DTM - allerdings aus demselben Grund: der Einfluss der OEMs ist zu stark, die wollen ihren Brand im Mittelpunkt sehen und nicht irgendeinen dahergelaufenen Hero. Der stiehlt ja die ganze Show.

Dann erleben wir eher, dass Selbst-Fahr-Rennautos gegeneinander fahren. Da kommen die Hersteller mit ihren Sensor- und Softwareabteilungen so richtig zur Geltung.

Formel1 | Befehlsempfänger | Marketing |


Samstag, 03. Oktober 2015

WTCC führt Mannschaftszeitfahren ein.

Kein Witz.

The World Touring Car Championship will introduce a new, cycling-inspired team time trial in 2016, as part of a renewed focus on the manufacturers´ championship. Each manufacturer will nominate three cars after qualifying to contest the new session, dubbed MAC3 and inspired by the team component of cycling events such as the Tour de France. The drivers will start side-by-side and complete two or three laps - one on the Nurburgring Nordschleife - with the third driver´s total time representing each brand, in a fight for additional manufacturers´ championship points.

Ich bin der Letzte, der was gegen Neuerungen hat - aber das ist Blödsinn. Man möchte die Hersteller bei der Stange halten und eiert jetzt rum, dass alle was davon hätten.

Ist das jetzt eine Tourenwagen Weltmeisterschaft oder eine Automarken Weltmeisterschaft?

Teamsport gibt es doch leider im Motorsport oft genug, da sollte man froh sein, wenn ab und zu noch die Fahrer gegeneinander fahren.

WTCC | MAC3 |


Donnerstag, 01. Oktober 2015

​Dieter Gass: DTM Fahrer sollen wieder gegeneinander fahren dürfen.

Ach?

Das glaube ich aber auch erst, wenn ich es sehe.

Dieter Gass im Donau Kurier:

Es wird kritisiert, dass wir zu wenig Unterhaltung und Show abliefern, dass wir Hersteller-Strategie-Spiele betreiben. Das wollen wir abstellen, damit wir einen puren, reinen Sport zeigen, bei dem die Fahrer gegeneinander mit möglichst gleichen Mitteln eine Meisterschaft ausfahren.

Allerdings gibt es noch ein paar Probleme zu lösen vorher, z.B. dass die Autos sich auflösen, wenn man sie böse anguckt:

Die Situation, dass die Autos relativ empfindlich sind, wird man wahrscheinlich kurzfristig nicht angehen und verändern können.

Und zusätzlich geht den DTM’lern langsam die Luft aus, denn die TV Quoten gehen zurück. Auf sowas guckt man im Vorstand. Nicht, dass ich diese Zahlen trotzdem in Frage stellen würde.

Und auch der Audi Einsatz 2016 scheint alles andere als besiegelt.

Gass |


Dienstag, 04. August 2015

Was mir am Motorsport gefällt - und warum die DTM genau das Gegenteil ist.

Es sind die Charaktere, die den Motorsport so faszinierend machen - die Persönlichkeiten im fairen (?) Kampf gegeneinander - auf der Strecke und auch während der Vorbereitungen - die technische Entwicklung, die nie zu stoppen scheint.

Der Fahrzeughersteller ist nur das Schwert, mit dem dieser Kampf ausgetragen wird. Soweit die Theorie. Denn in der Realität wollen die Hersteller der Hauptdarsteller sein, und so wird der Sport ad absurdum geführt.

Und damit sind wir bei der DTM - sie ist das komplette Gegenteil von Motorsport in meinen Augen: die Fahrer sind zu Befehlsempfängern degradiert, die 8 Audi, 8 BMW und 8 Mercedes treten wie bei einem Fussballspiel oder Radrennen als Mannschaften mit entsprechender Taktik gegeneinander an, und nach dem Rennen geht es nur darum, welcher Hersteller gewonnen hat.

Damit wird der Motorsport von dem Werken bis zur Unkenntlichkeit massakriert.

An sich könnte man ja sagen: egal, lass sie doch machen. Das Problem ist nur, dass diese Marketing Show-Veranstaltung unheimlich viele Resourcen bindet: talentierte Fahrer, Rennstrecken, Budgets und Fernsehzeit. HD Hintereinanderherfahraufnahmen, die kein Mensch braucht, die wir alle aber mit unseren GEZ Gebühren bezahlen dürfen.

Das Ganze wird dann von unserem geliebten DMSB noch als Deutschlands höchste Motorsportkategorie verkauft - jemand, der mit Racing nicht so viel zu tun hat muss doch denken, dass wir - also die Rennfans - alle einen an der Klatsche haben sowas gut zu finden. Sowas im Sinne von Rennsport - dass die DTM genau das Gegenteil ist, die Chance zum Erklären bekommen wir ja nicht.

Wie es weitergeht? Genauso wie bisher, denn für Einige ist die DTM eine Gelddruckmaschine: man muss nur den Vorständen bei den Herstellern irgendwie mit beeindruckenden Zahlen bzw. Powerpoints verkaufen, dass die DTM unheimlich toll ist und die ARD bei der Stange halten, damit das auch immer zwangsausgestrahlt wird. Und schon läuft die Maschine wie geschmiert.

Die Entscheider lassen sich offensichtlich so einlullen, dass sie das regelmäßig Jahr für Jahr neu absegnen.

Die VLN ist übrigens stark gefährdet, unter dem Druck des ADAC Nordrhein die Schraube ebenfalls zu überdrehen. Die Massnahmen der letzten Jahre - es sind zu viele, um sie aufzuzählen - von Tankkanne bis Tempolimit - sind nur den GT3 geschuldet, deren Einsätze und Verkäufe wiederum primär die Herstellerinteressen darstellen.

Die Wige mit ihren Fernsehbildverkäufen übrigens bei beiden Szenarien mittendrin - ich schätze die finden das alles ganz super.

TourenwagenMasters | BMW | Audi | Mercedes | Marketing | Fernsehen | wige |


Donnerstag, 02. Juli 2015

Meinung? Manipulation durch Umfrage.

Aktuell kursiert eine Meinungsumfrage der CNG durch’s Netz und dem Aufruf zum Weiterteilen wird brav gefolgt. Was kann schon falsch daran sein, wenn man seine Meinung sagen darf?

Wenn man mit einer gewissen Grundskespis und der Erfahrung des letzten Jahrzehnts die Sache anschaut, dann entsteht ein anderes Bild. Ich möchte Euch mal meinen Gedankengang aufzeigen:

Die CNG ist in erster Linie daran interessiert Geld zu verdienen. Zieht sich durchgängig durch das aktuelle Handeln (s. Rock am Ring). Und wenn es um Geld geht, dann sind die dicksten Budgets immer noch bei der Industrie abzugreifen.

Beim Thema Geld sind die GT3 die heilige Kuh, die nicht geschlachtet werden darf. Die Problematik dahinter habe ich schon ausführlich ausgewalzt: die Reglementhoheit ist weder in VLN-, noch in DMSB-Hand, sondern GT3 werden international bei der FIA homogiert. Salopp formuliert muss man, wenn man eine GT3 Klasse ausschreibt, die Fahrzeuge so fahren lassen, wie von der FIA freigegeben.

Denn die höchst unterschiedlichen Fahrzeuge werden von der FIA bei Vergleichsfahrten gegeneinander ausbalanciert. Dabei werden sie von Jahr zu Jahr schneller (Wer will schon von einem Vorjahresauto gebügelt werden?).

Und jetzt zu der Umfrage.

Neben einem Vorgeplänkel (ob man Zuschauer oder Fahrer ist, wie oft man zum Ring kommt) und einem Nachgeplänkel (wo man wohnt, wie alt, etc. und “Für welche Herstellermarke von exklusiven Rennboliden schlägt Ihr Fanherz?” Sic!) sind es nur zwei Fragen, die mit Multiple Choice beantwortet werden dürfen:

1. Welche der folgenden Maßnahmen an der Rennstrecke halten Sie für geeignet bzw. nicht geeignet?

Mögliche Antworten:

  • Änderung (Umbau) der Streckenführung z.B. durch Schikanen

  • Installation eines zweiten FIA-Fangzauns in Teilbereichen

  • Einrichtung von zusätzlichen Zuschauerrückhaltezäunen

  • Änderung von Leitplanken und Curbs (Schutzeinrichtungen)

  • Geschwindigkeitsbegrenzungen

2. Welche der folgenden Maßnahmen an den Rennfahrzeugen bzw. dem Reglement halten Sie für geeignet bzw. nicht geeignet?

Hier gibt es nur 2 mögliche Antworten:

  • Aerodynamische Fahrzeugveränderung (Nordschleifen-Kit)

  • Leistungsbeschränkung der Fahrzeuge in verschiedenen Klassen

Durch die vorgegebenen Antworten werden die GT3 quasi zementiert. Es ist zwar von einer Leistungsbeschränkung der Fahrzeuge in verschiedenen Klassen die Rede. Das ist allerdings Quatsch, denn die nicht-GT3 Klassen, die als SP in der Reglementshoheit der VLN liegen, würden sich kinderleicht beschränken lassen. Im Gegensatz zur GT3.

Aber die GT3 an sich werden überhaupt nicht in Frage gestellt. Dabei ist das doch der allererste Gedankengang: wenn die Autos von der Strecke überfordert sind, die Autos nicht mehr auf die Strecke zu lassen.

Ist das jetzt wirklich so schwer?

Auch suggerieren die Antworten mit ihren 5 bzw. 2 Lösungsmöglichkeiten, dass es keine weiteren Ansätze gibt. Man kann zwar Freitext eintragen, doch dürfte jedem klar sein, dass eventuelle Nennungen prozentual - im Vergleich zu den Multiple Choice - nicht in Erscheinung treten werden.

Und schon kann man hinterher rausposaunen, dass X Leute dafür sind und Y Leute dafür - der Kern des Problems bleibt jedoch völlig unangetastet.

Und so wird der Ring zum Spielball der Konzerne - die GT3 werden gar nicht erst in Frage gestellt und die Leute, die bei der Umfrage mitmachen, nicken diese Manipulation auch noch ab.

Ich hätte gedacht, dass die Propaganda der letzten Jahre - und die Aufklärung der Hintergründe dafür - alle Beteiligten (Du?) sensibler und kritischer gemacht hätte. Das hier schon vergessen?

Freiwillig schiebt man sich das Trojanische Pferd in’s Haus und ist auch noch stolz darauf, dass man mitschieben darf.

Bitte bleibt wachsam - und nehmt keine Süssigkeiten von Erwachsenen! :)

UPDATE:

Hier auf 20832.com Facebook ist eine ausführliche Diskussion entstanden, wo ich noch einmal ausführlicher auf einige Punkte eingehen konnte.

Tempolimit | Umfrage | Capricorn |


Sonntag, 17. August 2014

Mikebericht vom DTM Wochenende.

Eigentlich ist DTM ja nicht so mein Ding, aber bei dieser Konstellation bleibt mir ja gar nichts anderes übrig!

Mit dem Steff war das schon länger vereinbart, ich wollte mal ein wenig hinter die Kulissen schauen. Sowohl BMW als auch DTM fanden das auch gut und so habe ich Fr/Sa eingeplant, um ein paar Eindrücke zu sammeln.

Als ich angekommen bin, wurde ich von diesem Auto begrüsst, wer erinnert sich noch an den privaten Ruch-Mustang?

Und auch schön, mal wieder Land-LKWs zu sehen!

Wolfgang Land war 1990 selber hinter’m Lenkrad am Start und 25 Jahre später ist das Team regelmässig im Carrera Cup vor Ort.

Leider bei der VLN nicht mehr dabei, daher war es schön den Wolle mal wieder zu treffen!

Chippie und Bärchen - wir zwei könnten stundenlang über Opel DTM Zeiten erzählen!

Aber eigentlich war ich ja deswegen hier:

Reinhold Motorsport GmbH - kurz RMG - von Stefan Reinhold.

Dieses Foto habe nicht ich gemacht, sondern Steff’s Sohn, der Emil:

Das haben wir direkt ausgenutzt und ihn um ein Erinnerungsfoto an 20 Jahre Audi 200 gebeten:

Solche Bilder gelingen auch nur, wenn der Emil abdrückt! Da hat der Chris wohl gedacht, das wird nix!? Hehe!

Wo wir gerade beim Emil sind: er war auch zuständig für die Boxenführungen. Keine Frage, die er nicht beantworten konnte und der Junge ist gerade mal 10. Da brauchen wir uns über den Nachwuchs keine Sorgen machen!

Beim Steff fährt der Maxime Martin, wer hier mitliest kennt ihn spätestens seit N24h 2013. Beinahe wäre er Fahrer des Jahres geworden!

Mit dem Olaf geht er dann nochmal den Einkaufszettel für’s Wochenende durch ;)

PUSHPAPY - das steht auch auf dem Käfig:

Marco Wittmann ist der Teamkollege, er führt aktuell in der Meisterschaft:

Und Steff hat einen Traum: er möchte sein Heimrennen am Nürburgring gewinnen!

Die Chancen stehen nicht schlecht, aber dafür muss alles passen.

Beim Training wurde auch Boxenstopp geübt, die Mannschaft steht bereit wie ein Flitzebogen zum Abschuss!

Im Rennen haben sie den Marco beim Boxenstopp in sagenhaften 2,7 Sekunden abgefertigt!

“Ruhe bewahren - Sicherheit ausstrahlen!” Kennt Ihr noch Patrick Elsen? Auch für ihn Heimspiel.

Das Glücksbringer-N am Boxenstand:

Emil hat alles im Griff beim Training:

Für einen Teamchef gibt es jede Menge andere Aufgaben - immer auf der Flucht:

Kurzes Hallo mit Harald Nippel Grohs, bevor es …

… zu Dirk und Sportchef Jens Marquardt zum Interview geht:

Wettermässig ging das Wochenende echt übel los, der Regen wurde immer wieder an- und ausgeknipst. Selbst die Engländer haben den Schirm ausgepackt, das will was heissen!

So kann man natürlich auch fotografieren:

Sehr auffällig war, dass alles was nicht mit DTM zu tun hatte, abgeklebt wurde. Das war soviel, dass es schon peinlich ist. Die Hazet an den Toren …

… oder das Mundorf an den Tankstellen:

Wenn man die Augen offen hält, findet man aber auch noch richtig alte Relikte, das Logo war toll, danach ging’s bergab:

Und es gab Zeiten, da wurde Marek Lieberberg gefeiert - heute tritt man ihn lieber in den Allerwertesten:

Die Nürburgring TV GmbH aus Düsseldorf hat zwar ihre 2012er Bilanz noch nicht veröffentlicht, hat aber dafür jetzt eine eigene Lounge:

Ok, bevor sie leersteht wie die anderen. Noch jemand ohne?

Das ist nicht das Kleingedruckte, das ist der Zeitplan:

Da liegt man echt auf dem Boden - im wahrsten Sinne des Wortes! :)

Bei der DTM fahren 3 Werke gegeneinander: BMW, Audi und Mercedes. Bis vor kurzem war sogar BMW noch gar nicht dabei. Aber es ist immer noch so wie Fussballspiel, allerdings mit 3 Mannschaften. Die jeweiligen Sportchefs ziehen die Strippen, die Teams sind reine Dienstleister. Sie unterscheiden sich innerhalb der Marke auch nicht voneinander, die CI ist streng vorgegeben.

Und in der Boxengasse stehen erst die BMW Teams …

… die nur durch das kleine Namesschild oben zu identifizieren sind:

Dann die Auditeams …

… wobei Rosberg die Tür zu macht, …

… während es der Eifler Phoenix Mannschaft noch lange nicht kalt ist:

Und dann kommt Mercedes. Die haben natürlich einen Ruf zu verlieren …

… und verlegen mal schnell Parkett in der Box:

Aber auch hier das Setup und Aussehen streng vorgegeben:

Interessante Konstruktionen sind am Start bei den Kameras …

… oder auch bei den Antennen:

Und die Kohle wird mit vollen Händen rausgehauen. Mal als Beispiel die Showbühne am Ende der Boxengasse …

… oder die manuellen Bremsenlüfterföhns aus Kohlefaser:

Die Hubschrauber waren auch ständig in der Luft …

… da kann sich Rheinland-Pfalz natürlich nicht lumpen lassen und schickt die Polizei vorbei. Die Kohle muss raus!

Die Tribünen waren garnicht schlecht gefüllt, das sind Bilder vom Samstag. Fahrerlagertribüne …

… Mercedes-Tribüne …

… und auch T4:

Selbst auf dem Hatzenbachhügel haben sich ein paar Leute eingefunden:

Auch das Fahrerlager war voll Leute, aber ausser Hospitality Palästen und beeindruckenden LKWs in Reih und Glied gab es da nichts zu sehen!

Es sei denn, man konnte eine seltene Boxenbesichtigung mitmachen. Und das ist dann auch die Antwort auf die Frage, was denn Jens Klingmann so macht, wenn er nicht gerade neuen Nordschleifenrekord fährt:

Immerhin reduzieren die Zuschauer freiwillig die Entsorgungskosten …

… und das nicht zu knapp!

Kaum verheiratet und schon auf Jück …

… aber Timo Glock muss ja Rennen fahren!

Im Regentraining war er sauschnell unterwegs!

Im Qualifying war es aber trocken und ich habe mich mal an der Schikane positioniert. Die anderen guten Stellen - Eingang und Ausgang Arena - waren Sperrzonen. Damit die Fernsehkameras dort ungestört stehen können - na vielen Dank.

Der Oli Walter war auch da, bisher kannte ich ihn nur aus dem Netz.

Hat sich in Müllenbach ein schickes N auf die Jacke sticken lassen und war damit natürlich ohne Umwege sofort für den Mikebericht qualifiziert! ;)

Dann ging es endlich los mit Autos auf der Strecke. Ich muss sagen, für meinen Geschmack sind die viel zu laut. Die hören sich auch nicht gut an, sondern machen einfach nur Krach. Und dann auch noch alle Marken gleich. Man - also zumindest ich - kann sie nicht am Geräusch auseinanderhalten.

Man hört auch keine Schaltvorgänge. Für mich ist das ein monotoner Lärm. Das einzig richtig Geile ist, dass sie ab und zu Feuer spucken. Das war’s dann aber auch schon.

Das fand ich ein gutes Fotomotiv, aber mir fällt kein passender dummer Text ein ;) Die Post scheint jedenfalls mächtig Kohle übrig zu haben, denn sie sind auch auf allen Nummernschildern und ziehen im Fahrerlager eine Tribüne hoch.

Mit dem Auge Unterschiede bei den Fahrern festzustellen, ist echt schwer. Die Autos liegen wie angenagelt auf der Strasse, kein Verbremser oder Quersteher zu sehen.

Da ist man schon froh, wenn jemand die Linie nicht trifft:

Ich hatte Gelegenheit mich mit Maxime Martin zu unterhalten und er ist sehr froh, in der DTM angekommen zu sein. Die Autos seien mit nichts vergleichbar, die japanischen GT kommen dem vielleicht nahe - ansonsten sind sie etwa so wie ein LMP mit viel Gewicht. Ob er nochmal in Le Mans fahren kann, wusste er nicht - er möchte sich auf die DTM konzentrieren und gerne in der Serie bleiben.

Er lernt immer noch dazu, aber auf Strecken, die für alle neu sind, können die anderen ihre Erfahrung nicht mehr so gut ausspielen. Das hat der Sieg in Moskau auch eindrucksvoll gezeigt!

Ich hab ihn auch nach dem Steff gefragt, er sei ein guter Teamchef, würde aber auch ordentlich Druck machen. So kennen wir ihn! :)

In Belgien ist die DTM noch nicht regelmässig im Fernsehen, aber er arbeitet daran. Meine Kritik an der Serie konnte er nicht nachvollziehen - im Cockpit sei es knallhartes Racing mit starker Konkurenz.

Ich finde es schade, dass davon kaum noch etwas übrigbleibt, wenn es beim Zuschauer ankommt.

Als ich diese Autos gesehen habe, dachte ich an Austellungsstücke - Pustekuchen!

Herrlicher Linder E30 M3 mit Harald Grohs am Steuer - ein Genuss für die Sinne! Da habe ich sofort die Ohrschützer abnommen, Traumsound. Und umso krasser der Gegensatz, mit was man heutzutage malträtiert wird.

Natürlich besonders kultig mit Nippel am Steuer mit seinem klassischen Jethelm, da werden Erinnerungen wach!

Schaut Euch das zierliche Auto an. Nicht so ein unförmig zerklüftetes Flügelirgendwas von heute.

Selbst der SLS wirkt trotz Flaps und Megaflügel aufgeräumt im Vergleich. Hier verfolgt Bernd Schneider übrigens Karl Wendlinger!

Und noch ein toller Soundkönig war am Start:

Und wurde richtig schnell bewegt. Kein Wunder, wenn …

… man sieht, wer am Steuer sitzt:

In meinen Augen macht die DTM vieles verkehrt, dabei könnte es so einfach sein. Der grottenschlechte Kommentator - Philipp Sohmer von der ARD - rundet das Ganze passend dazu nach unten ab.

An den Piloten liegt es jedenfalls nicht - die sind Weltklasse!

Ich mache aus meiner Meinung keinen Hehl und so war Charly Lamm auch verdutzt, mich bei der DTM zu treffen. Noch verdutzter war er zu erfahren, dass Steff und ich zusammen zur Schule gegangen sind :)

Aber es war schön Charly zu treffen, der Mann ist ein Herzensguter und macht eine sehr schwere Zeit durch. Wir kennen uns schon eine ganze Weile und haben bei diesem Film eng zusammengearbeitet. Hach!

Da kommt einiges zusammen, was liegt näher als das passende Selfie dazu! :) Ela - Steff’s bessere Hälfte - meinte dann zu dem Foto: Schön nach Größe sortiert - wie die Orgelpfeifen ;)

Zuhause haben ich natürlich am Rennsonntag ganz feste die Daumen gedrückt - denn nach Marco’s Poleposition war der Heimsieg in Reichweite. Wusstet Ihr, dass die DTM gute Ergebnisse mit Zusatzgewicht belohnt?

Marco war maximal schwer und hat das Ding nach Hause gebracht! Ein Traumstart, fehlerfreie Vorstellung und der 2,7 Sekunden Boxenstopp haben es möglich gemacht.

Steff und Ela im Fernsehen - viele Freunde aus Andernach vor Ort zu Besuch - besser geht es nicht.

Natürlich auch für meinen Mikebericht der perfekte Abschluss:

7 Rennen und 5 Siege bisher auf das Konto von RMG - sehr beeindruckend für einen Newcomer.

Nach dem Ausfall von Verfolger Mattias Ekström heute hat Marco einen satten Vorsprung. Ihm fehlen für die letzten 3 Rennen (Lausitz, Zandvoort, Hockenheim) nur 12 Punkte, um uneinholbar vorne zu liegen. Das heisst, er braucht nur noch einmal einen 4 Platz, um Meister zu werden!!

Mein Appell an die Macher der DTM ist einfach:

  • Wenn man ein Rennen erklären muss, läuft etwas falsch (Reifen, Boxenstopps, Gewichte).

  • Rennautos müssen Sound haben, nicht Krach machen.

  • Mehr Motorleistung als Grip (Stichwort Aerodynamik).

  • Weniger Hightech, dafür mehr Stabilität (Fahrerkönnen statt zerbrechlichen Flügelmonstern).

  • Und dann noch einen Kommentator, der nicht nur bunte Fernsehbilder in ein Hörspiel umwandelt, sondern der in der Lage ist ein Rennen zu lesen und auch Hintergrundwissen mitbringt. Damit meine ich nicht die Hochzeit der Familie Glock.

Für das Wochenende hatte ich mir vorgenommen hinter die Kulissen der DTM zu schauen. Doch ganz ehrlich: da ist nichts. Die Autos sind faszinierend und für Ingenieure eine echte Herausforderung. Aber davon bekommt der Zuschauer nichts mit, denn die Details werden alle geheimgehalten. So ein Wagen schätze ich auf 1 Million Euro - das muss nicht sein.

Während den Trainingsläufen stand ich mitten in der Box, näher dran kann man nicht sein. Trotzdem habe ich nichts mitbekommen. Die Abläufe sind zeitlich präzise getaktet, alles funktioniert reibungslos. Wenn die Mechaniker ihre Helme anhaben, dann agieren sie wie ferngesteuerte Roboter: jeder weiss, was zu tun ist - jeder Handgriff sitzt und kommuniziert wird über Funk. Das wirkt für einen Aussenstehenden wie ferngesteuerte Zombies.

So faszinierend das für die Beteiligten sein mag: der Kreis der Aktiven ist sehr begrenzt und der Zuschauer wird regelrecht vom Geschehen ausgeschlossen.

So gesehen ist das der Hintergrund, den ich mitgebracht habe. Und dass die Siegerpokale zu RMG gewandert sind, ist natürlich der krönende Abschluss eines spannenden Wochenendes!

Denn eigentlich haben wir ja 20 Jahre Audi 200 gefeiert :)

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Donnerstag, 31. Juli 2014

Die VLN hat große Aufgaben zu bewältigen.

Und der überraschende Weggang von Karl Mauer macht die Sache ganz bestimmt nicht einfacher.

Dieter Weidenbrück hat mal die Gedanken kreisen lassen und einige Punkte zu Papier gebracht auf Facebook gepostet:

“(..) Alle Gedanken, die VLN auf ”die nächste Stufe“ heben zu wollen, sind irrsinnig meiner Meinung nach. Profisport hat auf der Nordschleife nur noch dann etwas zu suchen, wenn man sich klar ist über das Miteinander und den nötigen gegenseitigen Respekt. Die VLN hat noch nicht einmal den Ansturm der letzten Jahre verkraftet. Rennleitung und Organisation sind permanent überfordert mit den immer professioneller agierenden Teams. (..)”

Da kann ich nur zustimmen. Leider.

Die VLN hat sich selber in eine Situation manövriert, die kaum noch zu beherschen ist. Eingeleitet wurde dies durch die massive Bevorteilung der SP9 (GT3 Fahrzeuge).

30–40 Autos, die alle in der Lage sind 8:20 zu fahren und deren Fahrer enorme Risiken eingehen müssen, um einen direkten Konkurenten zu überholen, weil die Autos so dicht beieinander liegen. Dazu kommt die Aggressivität der Werksfahrer - die ganze Athmosphäre scheint inzwischen wie vergiftet. Die Fahrer berichten davon, dass es kaum noch eine Runde ohne Gelbphase gibt.

Und die VLN arbeitet sogar noch aktiv daran, die wenigen technischen Vorteile, die ein Modell hätte, wegzufeilen. Tankkannen, Boxenstoppzeiten, BoP … immer tiefer gräbt man sich in die Sackgasse ohne es zu merken.

Und dann kam Code 60. Erst einfach gelb, dann doppelt-gelb mit 60 km/h Begrenzung. An vielen Ecken und Enden nicht zuende gedacht und einfach mal probiert.

Meiner Meinung nach hat man es sich zu leicht gemacht, die Verantwortung an die Streckenwarte auszulagern. Die haben sich vorher schon nicht über Langeweile beschwert und müssen immer mehr Verantwortung übernehmen. Als Ehrenämtler!! Während die VLN sich brüstet, die größte Breitensport-Serie Europas zu sein.

Da darf man als Teilnehmer und Zuschauer schon Professionalität erwarten - wie sieht es damit aus? Fehlanzeige.

Auch wenn ich die Bodenständigkeit, das Familiäre und die Improvisation sehr mag (!!) - die Entwicklung auf der Strecke führt die Organisation ad absurdum. Hier nur ein paar Beispiele, denn das soll jetzt kein VLN-Rant werden:

  • Bei jeder Veranstaltung neues Personal - jedesmal ein anderer Club als Ausrichter mit eigenen Leuten, Abläufen und Ideen.

  • Keine wirkliche technische Abnahme, die Fahrzeuge werden nicht auf ihre Konformität gegenüber dem Reglement geprüft. Das überlässt man den Teilnehmern, die dann gegeneinander protestieren dürfen (und die Kosten erstmal tragen sollen).

  • Keine Strategie. Die VLN lässt sich von Rennen zu Rennen treiben und hofft einfach, dass alles gut wird. Wo sie in 3 oder 5 Jahren sein wollen, wissen sie selber nicht.

  • Fahrerbesprechung: ohne Worte. Guckt Euch mal eine an.

Ich könnte noch endlos weiterschreiben, aber ich hör auf.

An VLN’s Stelle hätte ich nach allen Kräften versucht Karl Mauer zu halten. Dass sie das nicht gemacht haben, zeigt der maximal knappe Text, den sie veröffentlicht haben. Kein guter Stil - und für mich wenig Hoffnung, dass sie ahnen, was um sie herum gerade passiert.

Tags: LangstreckeKarlMauerDieterWeidenbrück |


Sonntag, 28. Juli 2013

Mal was anderes: STOP WATCHING US Demo in Köln.

Normalerweise geht es hier bei mir im Blog um motorsportliche Themen, aber hier mal etwas, was uns alle angeht. Es geht um nichts weniger als unsere Freiheit, die durch unsere Regierung bedroht ist. Dank Whistleblower Edward Snowden wissen wir, daß das verdachtsfreie und allumfassende Abhören aller Kommunikationswege nicht der Paranoia entspringt, sondern heute schon Realität ist.

Empfehlen kann ich den Artikel von Sascha Lobo, der herzlich direkt das Thema im Spiegel aufgreift:

S.P.O.N. - Die Mensch-Maschine: Mein Weg zum Ekel

Gestern gab es bundesweit Proteste der Bevölkerung gegen die Überwachungsprogramme der Regierung, insgesamt sind in etwa 40 Städten Proteste organisiert worden.

Auch in Köln ging es vom Platz vor dem Hauptbahnhof durch die Innenstadt zum Neumarkt. Ich habe mich ebenfalls den Protesten angeschlossen - auf der einen Seite war es schön zu sehen, daß ca. 700 auf die Straße gegangen sind - auf der anderen Seite hätten es auch ruhig viel mehr sein können. In Berlin waren es um die 7.000 Protestierer.

Die Tagesschau hat so darüber berichtet.

Da ich vor Ort war, wollte ich die Gelegenheit nutzen auch meine Eindrücke zu schildern und was eignet sich besser dazu als der eigene Blog:

Heißes Sommerwetter, als sich die Leute bunt gewürfelt am Dom versammelt haben.

Der Blick vom LKW, der als Bühne eingerichtet wurde.

Bevor es losgeht, versammeln sich alle und es gibt verschiedene Reden.

Seht Ihr links das Polizeiauto? So spärlich war tatsächlich der gesamte Polizeieinsatz - das hat mir richtig gut gefallen. Die Demo hat super funktioniert und wie man sieht geht es auch ohne Großeinsatz der Staatsmacht.

Bradley Manning und Edward Snowden waren immer präsent.

So bedrohlich die Verkleidung, so bedrohlich ist tatsächlich unsere Situation.

Der Marsch setzt sich in Bewegung ...

... Richtung Neumarkt.

Den interessierten Beobachtern wurden Handzettel verteilt und man hat die Leute aufgerufen, sich der Demo anzuschließen.

Wenn die Bevölkerung auf die Straße geht, ist das ein Alarmzustand für die Situation unserer Demokratie.

Miteinander statt Gegeneinander - eigentlich eine Selbstverständlichkeit, aber der Staat arbeitet aktuell gegen uns.

Am Dom ging's vorbei ...

... und so hat das von der Bühne aus am Neumarkt ausgesehen.

Gestapo > Stasi > NSA, das ist unsere Evolution. Freiheit bekommt man nicht geschenkt, man muss sie sich immer wieder neu erkämpfen.

Man sieht die Überwachung nicht, aber das macht den Zustand so gefährlich. Wenn wir uns unsere Privatsphäre nicht zurückerkämpfen, wird das Auswirkungen auf das Verhalten der Menschen haben. Wollen wir wirklich in einer Welt leben, die durch Angst bestimmt wird? Unter dem Vorwand unsere Sicherheit zu gewährleisten?

Bitte informiert Euch und kämpft für das, was Euch wichtig ist. #stopwatchingus ist der Hashtag und wird je nach Region unterschiedlich organisiert. Hier in Köln hat sich ein Bündnis gebildet.

Teilt bitte dieses Video: Überwachungsstaat, was ist das?

youtu.be/iHlzsURb0WI

Tags: StopWatchingUs | Demonstration | Köln


Freitag, 06. April 2012

Übrig Ns vom Freitag.

Nur ein Höchstmaß an Transparenz kann dazu beitragen, dass Politiker nicht weiter unter Generalverdacht geraten. Deutschland hat da noch großen Aufholbedarf. Man glaubt ja gar nicht, mit welchen perfiden Mitteln Lobbyisten zuweilen versuchen, politische Entscheidungen zu beeinflussen.


Dienstag, 21. Juni 2011

Übrig Ns vom Dienstag.
Montag, 26. Juli 2010

Am Ring gibt es eine neue Rennbahn.In Leimbach bei Adenau ist in einer tollen Privatinitiative eine sehenswerte Indoor-Rennbahn für Modellautos entstanden. Die große Premiere soll beim DTM Wochenende stattfinden, die Auditreter werden mit original nachgebildeten Modellen gegeneinander fahren. Die Strecke ist stolze 1927 127 Meter lang!


Mittwoch, 17. Februar 2010

Ari Vatanen, Stig Blomqvist und Björn Waldegård in freier Wildbahn im Schnee gegeneinander - wo gibt's denn sowas? Am kommenden Wochenende bei den Buckeln von Spa in Belgien. Ingesamt 334 Autos (!!) sind genannt, für die besten Zuschauerplätze am besten den Schottertoni fragen. Wen sonst.

UPDATE:

Ralf Kieven korrigiert mich, daß Boucles in Wirklichkeit "Schleife" heißt. Und war selber vor Ort und hat tolle Bilder mitgebracht!


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