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Donnerstag, 02. November 2017

Autonomes Fahren? Allan McNish: Not in our lifetime.

Die Motorsportler leben ja gerne in ihrer eigenen Welt. Kann man auch ruhig machen, ist nicht weiter schlimm: die Benzinverrückten bleiben vorzugsweise unter sich und bemühen sich erst gar nicht sich bei den normalen Autofahrern sowas wie Verständnis zu erarbeiten.

Inzwischen sind wir allerdings auf der Schwelle zum autonomen Fahren - wir werden in Zukunft normalerweise unsere Fahrzeuge nicht mehr selber bewegen. Und da halte ich es für den Motorsport schon für sinnvoll, mal aus dem Schneckenhaus herauszuschauen.

Denn während in Phoenix Arizona sich die Bewohner schon an die Selbstfahrer gewöhnt haben und sie dort bereits zum normalen Straßenbild gehören, macht der Sport einfach so weiter als würde das alles gar nicht passieren.

Markus Schurig z.B. schreibt Google ab, obwohl sie in Wirklichkeit mit Waymo eine große Flotte im Testeinsatz haben. Und vor ein paar Tagen meinte Allan McNish auf Twitter, dass wir beide das autonome Fahren wohl selber nicht mehr erleben werden.

Muss man IT'ler sein um zu verstehen, dass die Lösungen, die gerade in der Entstehung sind, blitzschnell skalierbar sind? Die Entwicklung eines autonomen Fahrzeugs ist sehr aufwändig und kostenintensiv - zugegeben eine der größten Herausforderungen, an der die Menschheit aktuell arbeitet. Aber sobald das Konzept steht und ausgereift ist, macht es nur einen marginalen Unterschied, ob man es in 1 oder in 100.000 Fahrzeugen zum Einsatz bringt. Denn die Software wird lediglich kopiert - wenn sie irgendwann mal serienreif ist. Sobald dieser Zeitpunkt erreicht ist, geht alles ganz schnell. Was sollte die Verbreitung aufhalten, zumal ein gigantischer Wettbewerbsvorteil und damit Profit auf dem Spiel steht?

Natürlich kann man argumentieren: was hat das mit dem Motorsport zu tun? Der könnte ja nach wie vor genauso stattfinden wie heute auch. Das Problem: wenn die Hersteller das Interesse verlieren, werden große Geldflüsse versiegen und ich wüsste nicht, was dies kompensieren sollte. Und die Hersteller werden das Interesse verlieren, weil sie keine "dynamischen Fahrer" mehr umwerben müssen in ausgerechnet ihr Fahrzeug zu steigen.

Auch wenn die Akzeptanz für Petrol Heads heute schon sehr gering ist - sie wird weiter sinken. Denn die Renndynamik steht im Widerspruch zur Mobilität von morgen - und die betrifft die Gesellschaft als Ganzes.

Zukunft | Mobilität | McNish | Schurig | autonom | nachgedacht |


Mittwoch, 13. September 2017

Welche Solar-Dachfläche, um kostenlos 10.000 km E-Auto zu fahren?

Eine interessante Fragestellung, bei der man sich leicht verschätzt. Bitte schaut Euch erst dann die Antwort an, wenn Ihr selber mal darüber nachgedacht habt:

Das Elektroauto hat den Reiz, dass man auch komplett kostenlos fahren kann, wenn man nämlich den Strom selber über eine eigene Solaranlage gewinnt.

Nehmen wir an hier in Deutschland mit der typischen Sonnen(nicht)einstrahlung hätte jemand diesen Plan - wie groß müsste dann die Dachfläche sein, um über ein Jahr die Energie zu gewinnen für 10.000 km Autofahrt?

Natürlich muss auch das Zwischenspeichern adressiert werden, denn das Auto kann ja nur dann geladen werden, wenn nicht fährt und zuhause steht. Das soll aber nicht das Thema sein - es gibt schon Batterien für die Garage - mir geht es vielmehr um die Energiegewinnung als solche. Mit den Mitteln, die uns bereits heute zur Verfügung stehen - also aktuelle Solarzellentechnik.

Wie gesagt, bitte erst selber drüber nachdenken und ich würde mich über Rückmeldung freuen, wie Eure Schätzung ausgesehen hat. Die Antwort gibt es dann hier.

Solar | Elektro | Dachfläche | Solarenergie | 10000km | regenerativ | Frage |


Dienstag, 05. September 2017

Mein Aufruf zur Wahl - und zum Nachdenken.

In 3 Wochen sind ja Wahlen und alle reden uns ein wir hätten eine Wahl - die Wahl als Zenit der Demokratie.

Was aber, wenn das alles nur Fassade ist? Gerade jetzt gibt es wieder viel zu lesen, zu sehen, zu hören. Dabei fällt auf, dass die wirklichen Probleme unter den Teppich gekehrt werden und im Vergleich dazu werden aber Banalitäten zur nationalen Debatte aufgebläht: nach wie vor sitzt die NSA schnorchelnd an unseren wichtigen Datenverkehrsknoten, die Bildung für die heranwachsende Generation ist im Sinkflug, an jeder Ecke kollabiert vernachlässigte Infrastruktur - während die Industrie die gewählte Regierung am Nasenring durch die Manege zieht.

Das kann doch jeder mit eigenen Augen sehen, wieso wird das nicht prinzipiell in Frage gestellt? Haben wir alle schon kapituliert? Trägt die tägliche Gehirnwäsche durch das Fernsehen endlich Früchte?

Und wenn das so ist: wer zieht im Hintergrund die Fäden und worauf soll das hinauslaufen?

Während mir diese Fragen durch den Kopf spuken, fällt mir dieser Text in die Hände, der zum Nachdenken anregt:

Endziel ist die Schaffung eines globalen Feudalsystems – Verelendung breiter Bevölkerungsschichten, finanzielle Privilegien einer mächtigen Minderheit, Absicherung der Beute durch einen autoritären Überwachungsstaat.

Politik | Gesellschaft | nachgedacht | Rubikon |


Mittwoch, 03. Februar 2016

Motorsport-Übertragungen in der Zukunft.

Wir erleben gerade eine sehr spannende Phase, denn viele althergebrachte Traditionen in der Übertragung von Motorsport-Veranstaltungen werden durch moderne Ansätze abgelöst. Rolex24 hat die Latte wieder etwas höher gelegt mit einer durchdachten IMSA Live-App, Bathurst kündigt erweiterte Timing-Funktionen an - während das 24h-Rennen am Ring bzw. ADAC Nordrhein bzw. Wige meint, dass ein neuer TV Vertrag das Gelbe vom Ei sei. Und MotoGP will uns 21 USD für eine Timing App abknöpfen!

Durch die an Fahrt gewinnenden technischen Möglichkeiten der Rennübertragungen sind völlig neue Konkurrenzsituationen entstanden. Eine etablierte Veranstaltung wie Dakar sieht sich auf einmal mit einem Endurancerennen in Dubai konfrontiert und Schwergewichte wie MotoGP, Formel 1 oder Le Mans bemühen sich in fremden Gewässern zu fischen, denn neue Anhänger zu gewinnen und damit zu wachsen, wird zunehmend schwieriger. Da gräbt man dann schon-Motorsport-Fans bei existierenden Veranstaltungen ab.

Ein weiterer Aspekt ist, dass sowohl die Werbetreibenden als auch die teilnehmenden Marken global auf allen Märkten vertreten sind. Ein Rennen in Australien macht z.B. für Audi oder Aston Martin genauso viel Sinn wie ein Rennen in Amerika, Asien oder Europa. Und noch viel mehr Sinn macht es, wenn es den Veranstaltern gelingt, ein weltweites Publikum zu erreichen.

Der Rolex24 Hashtag war am Sonntagmorgen trending - in Deutschland! Alles richtig gemacht Daytona.

Zusätzlich kommt es den Verantwortlichen zugute, dass es auch den Zuschauern einfacher gemacht wird zueinander zu finden. Wo man früher gut versteckte Special Interest Foren ausfindig machen musste, reicht es heute den richtigen Twitter Hashtag zu kennen.

Die Fahrer, die natürlich auch in einer besonderen Konkurrenzsituation zueinander stehen, haben den Trend als erste erkannt und arbeiten fleissig daran ihre Follower zu bedienen. Als ich 2013 zum ersten Mal die Social Media Aktivitäten des kompletten Le Mans Starterfeldes untersucht habe, war das Thema noch relativ jungfräulich. Heute veröffentlicht der ACO Twitter/Facebook/Homepage aller Teilnehmer mit gelassener Selbstverständlichkeit. Besonders engagierten Fahrern gelingt es ihren Marktwert durch ihre eigene Reichweite nach oben zu kurbeln - im Windschatten von Ken Block, der es allen vorgemacht hat.

Schöne neue Welt, doch sie birgt auch einige Risiken. Denn das Jahr hat nur 52 Wochen und es kommt zwangsläufig zu Überschneidungen. Wem es gelingt, den Fan für die gesamte Saison zu begeistern, der sitzt bei solchen Konflikten in der Pole Position.

Es ist immer noch alles im Fluss und sortiert sich - eine gute Gelegenheit für die Serien, sich zu profilieren. Als Zuschauer steht man nämlich immer noch vor dem Problem, auf Anhieb die richtigen Quellen für den perfekten Renngenuss zu finden. Auch kommen die Zuschauer mit unterschiedlicher Vorbildung, was es den Kommentatoren nicht einfacher macht, den richtigen Informationsgrad zu finden. Merkt man jedesmal erschreckend bei RTL und F1, wobei sich auch die Theorie tapfer hält, dass die es einfach nicht besser wissen.

Was wäre also das optimale Setup? Veranstaltungen müssen zwingend kostenlos (!) und weltweit (!) frei empfänglich sein. Wer das versteht, wird sich durchsetzen und andere verdrängen - und damit die Reichweite in die Höhe schrauben.

Über die hohe Reichweite wird die Vermarktung erzielt, denn für die Sponsoren der Teams und der Serie an sich ist das die einzige Kenngröße, die zählt. Wer hier vorne mit dabei ist, kann die Reklamekosten diktieren!

Wenn die etablierten Serien die Zeichen der Zeit nicht bald erkennen, dann sind sogar Newcomer Serien in der Lage ihnen das Wasser abzugraben. Wenn sie von Anfang an mit dem richtigen Konzept (s.o.) die Zuschauer fesseln und an sich binden. Der Druck auf die Veranstalter wird sich weiter erhöhen, denn Werbetreibende fordern möglichst hohe Reichweiten.

Goldene Zeiten für Motorsport-Zuschauer - auch wenn einige Serien noch hinterherhinken. In diesem Zusammenhang könnte man den N24h TV Vertrag zwar nett finden, aber viel wichtiger sind Stream, Timing und Hintergrundinformationen für eine globale Zuschauerschaft. Und solange es an den essentiellen Grundlagen krankt, sollte man sich nicht mit so etwas nebensächlichem wie TV Rechten aufhalten. Diese nützen nämlich nur einem: demjenigen, der sie verkauft. Sowohl Zuschauer als auch Veranstaltung wäre mit frei und stabil laufendem Stream viel mehr geholfen!

Vor ziemlich genau 3 Jahren habe ich das Thema schon einmal aufgegriffen und die Situation prognostiziert, die wir heute erleben. Inklusive den Essentials, die das 24h-Rennen braucht, um sich international durchzusetzen.

Da steht nichts von neuem TV-Vertrag.

Geoblocking | DigitalGrid | Stream | Hashtag | Prognose | nachgedacht |




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