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Montag, 25. März 2019

Die perfide Fahrradhelm-Kampagne von Verkehrsminister Scheuer.

Habt Ihr sicher mitbekommen - geht ja gerade in den Medien rauf und runter.

Das Hinterlistige dabei: dass sich alle an dem Sexismus abarbeiten, aber das Thema Fahrradhelm an sich viel zu voreilig abhaken.

Wie Ihr sicher wisst fahre ich viel mit dem Rad - sogar mehr Jahreskilometer als mit dem Auto. Und den Helm setze ich immer auf - kein besonders Teurer, den schließ ich mit dem Rad ab. Aber nicht, weil das Fahrradfahren an sich gefährlich ist, sondern weil mit der Art und Weise, wie der Fahrradverkehr mit anderen Fortbewegungsarten gemischt wird, die Unfälle vorprogrammiert sind.

Wenn Alternativen möglich sind, entscheide ich mich immer für den sichereren Weg - nicht für den Schnellsten oder Kürzesten. Denn hier in Deutschland - und besonders in Köln - ist man als Fahrradfahrer schon als Kollateralschaden mit eingepreist, das Auto hat absoluten Vorrang und danach kommt erstmal lange nichts.

Man wird also quasi gezwungen den Helm anzuziehen, wenn man sich in die Schlacht stürzt.

Und der Andi Scheuer hat natürlich alles andere als unser Wohl im Sinn - das merken wir ja deutlich in der Schadstoffdebatte - siehe gestern. Nein, der Autoindustrie gilt seine wahre Liebe. Und damit das Gemetzel unter den Radfahrern nicht ganz so tödlich ausfällt, sollen die mal alle schön Helm anziehen. An dem Gemetzel an sich ändert das natürlich überhaupt nichts. Und eine Verbesserung für die radfahrende Bevölkerung ist auch nicht vorgesehen.

Mike Frison / renn.tv

Scheuer | Fahrradhelm | Kampagne | perfide |


Donnerstag, 12. Oktober 2017

Neues von Kurt Beck und der Monarchie Rheinland-Pfalz.

Eigentlich nicht Neues, sondern Altes - aber es wird jetzt nochmal an die Oberfläche gespült und offenbart sehr anschaulich die in RLP verankerte Denkweise:

Ein dem Regime angenehmer Staatssekretär - Joachim Hofmann-Götting - hat 2010 die Möglichkeit Oberbürgermeister von Koblenz zu werden. Damit wäre zwar ein wichtiges Amt aus Sicht der Regierenden gut besetzt, hätte aber für die Person den Nachteil eines geringeren Gehalts.

Kurt Beck wäre nicht Kurt Beck, wenn es für den treuen Vasallen nicht eine perfide und bauernschlaue Lösung gäbe:

Den Noch-Staatssekretär einfach 4 Tage vor dem Wechsel in den vorzeitigen Ruhestand versetzen, damit die 1.500 Euro Monats-Ruhe-Gehalt dem OB helfen über die Runden zu kommen. Was bei 9.800 € OB Gehalt ja sonst auch eine echte Herausforderung geworden wäre.

Das alles kocht gerade wieder hoch, weil in Koblenz wieder gewählt wird - vielleicht hätte man sonst gar nichts davon erfahren.

Aber das Beste ist König Kurt’s entlarvender Kommentar:

Der damalige Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) sagte der “Rhein-Zeitung”: “Das Beamtenrecht sieht vor, dass ein Ministerpräsident ohne die Angabe von Gründen politische Beamte in den Ruhestand versetzen kann. Davon habe ich im Fall Hofmann-Göttig Gebrauch gemacht.” Mehr habe er dazu nicht zu sagen, so Beck weiter.

Bastapolitik at its best. Ist ja auch nicht sein Geld.

Das kommentiert König a.D. in dieser Form natürlich auch nicht zufällig, sondern um seine Thronfolgerin Dreyer aus der Schusslinie zu nehmen. Denn nur wenn es der SPD RLP gut geht, dann geht es auch Kurt Beck gut. Und als Terrorbeauftrager ein bisschen Ablenkungsstaub aufwirbeln geht auch immer.

UPDATE:

Zumindest einem Rheinland-Pfälzer war das dann doch zuviel - hat Anzeige wegen Untreue erstattet.

KurtBeck | Koblenz | Götting | Bürgermeister | Wahl |


Montag, 14. März 2016

30 Jahre SPD Regierung.

Die Rheinland-Pfälzer wollten es nicht anders - ziemlich eindeutig haben sie ihre Peiniger wiedergewählt. Jetzt gibt es 5 weitere Jahre SPD Regierung, also bis 2021. Darf man gar nicht länger drüber nachdenken.

Was bedeutet das für den Nürburgring? Filz und Intrige werden weiter manifestiert - obwohl noch mehr, geht das überhaupt? - und um die Spuren zu verwischen werden sie alles mögliche und unmögliche anstellen, damit der Ring in (russische) Privathand verschoben wird.

Leider sind nichtmal die Grünen wieder aus dem Parlament geflogen - dafür haben sie 0,3% zuviel. Immerhin haben die Nürburger ziemlich deutlich zum Ausdruck gebracht, was sie von Eveline Lemke halten:

Richtig: Null.

Original keiner der 118 wählenden Nürburger hat den Grünen seine Stimme gegeben. Das ist deutlich. Könnte damit zu tun haben, wie sie die Nürburger nur als Sprungbrett in’s Parlament benutzt hat und zeitgleich mit den damaligen Koalitionsgesprächen und dem lukrativen Ministerposten eine starke Nürburgamnesie erlitt.

Ahrweiler sieht so aus:

Und die 10.550 Wähler der VG Adenau verteilen sich so:

Aber auf den Boden der Tatsachen kommt man ziemlich schnell wieder zurück - z.B. in Mainz:

Oder in Andernach, wo in Rufweite zum Ring der perfide Clemens Hoch das Direktmandat erreicht hat.

Traurig ist natürlich auch, mit welcher Wucht Hass und Stolztum in das Parlament einziehen wird und wie sehr diese Gesinnung in der Gesellschaft verankert ist.

Wenn man sich die Zahlen anschaut, dann fällt auf, dass die Wahlbeteiligung von 61,8% in 2011 auf beeindruckende 70,4% in 2016 gestiegen ist. Und dieser Anstieg von 262.233 Wählern entspricht ziemlich genau den 267.813 Stimmen der AfD. Ist natürlich Quatsch, dass die AfD-Wähler alle vorher Nichtwähler gewesen wären. Aber trotzdem, so würde das aussehen, wenn man sie rauskürzt:

Die Rolle der CDU ist eher peinlich als bemitleidenswert, denn sie haben beim Elfer ohne Torwart weit daneben geschossen. Als fairer Sportler gesteht man seine Niederlage ein, als CDU gibt man eine Pressemitteilung raus, die dem Sieger gut zu Gesicht gestanden hätte.

Insgesamt alles eine große Enttäuschung und bitter für die weitere Nürburgring-Entwicklung.

Und sehr ernüchternd, was den RLP IQ angeht.

Landtagswahl | Dreyer | Klöckner |


Samstag, 18. Juli 2015

3 Jahre Nürburgring Insolvenz.

Heute vor 3 Jahren hat Kurt Beck die Nürburgring GmbH der Insolvenzverwaltung zum Fraß vorgeworfen. Und wie sie den Ring seitdem ausgeweidet haben!

Florian Zerfaß hat die komplexen Vorgängen seit dem traurigen 18.Juli 2012 noch einmal so übersichtlich wie möglich zusammengefasst:

Der Nürburgring in lähmender Starre

Da sind einige neue brisante Informationen dabei:

  • Zwischen Getspeed (20% Anteil) und Charitonin / Russenholding (80%) laufen aktuell etwa 10 Gerichtsprozesse.

  • Insolvenzer Schmidt streicht wohl Monat für Monat 17.850 Euro ein. Wohlgemerkt: aus der Insolvenzmasse. Für was eigentlich?

  • Die Hintermänner der russischen Holding sind nach wie vor unbekannt, aber es gibt im Aufsichtsrat einen Platz für einen gewissen Andrej Osipov - nie gehört den Namen, aber wie man lesen kann kein Unbekannter in Oligarchenkreisen.

Ich bin froh, das Florian am Ball bleibt. Sein umfangreiches Hintergrundwissen steigt immer weiter und er hält auch mit Wertungen nicht hinter’m Berg. Davon profitiert man als Leser auf der Suche nach einer eigenen persönlichen Meinung.

Wobei mir Kai Richter viel zu gut wegkommt - für mich gibt es einen großen Unterschied, ob man seine Cleverness perfide zur Mehrung des persönlichen Wohlstandes einsetzt oder ob man sein Geld eben ehrenhaft verdient, ohne ein Schlachtfeld zu hinterlassen.

Natürlich bleibt mir nicht verborgen, dass in unserer heutigen Gesellschaft die hemmungslose Gier kein gesellschaftlicher Makel mehr ist - aber meine Werte sind das nicht. Glücklicherweise habe ich besonders auch durch den Ringk(r)ampf viele wertvolle Menschen kennengelernt, die das Herz am rechten Fleck tragen. Für mich stellt ein aufrechter Charakter jedes Bankkonto in den Schatten und ich empfinde es als große Ehre Seite an Seite mit Gleichgesinnten dem Kampf um den Erhalt der Nordschleife ein Gesicht zu geben.

Wie ist der Nürburgring eigentlich in die katastrophale Situation gekommen, in der er sich heute befindet?

Die Wurzel allen Übels ist die Entscheidung Ende 2007 die Erlebnisregion an die Rennstrecke zu betonieren.

Schon die damals offiziell veranschlagten 215 Mio € hätten den Ring in ein fatales Schuldengrab gestürzt - in Wirklichkeit lag die Gesamtsumme eher 3x so hoch! Damit war die Insolvenz von Anfang an besiegelt, denn alleine die Zinslast war unmöglich zu erbringen.

“Mein hoffentlich gesunder Menschenverstand verurteilt die letzten 5 Jahre am Ring als kriminell, ob das durch Gerichte bestätigt wird oder nicht.”

… habe ich vor 3 Jahren geschrieben, als die Insolvenz bekanntgegeben wurde.

“Ein nicht wiederbringliches Erbe unserer Vorfahren wurde mit Füßen getreten und hoffnungslos in die Pleite geritten. Die Profiteure haben sich hemmungslos bedient und ihre politische Karriere oder den persönlichen Wohlstand gefördert.”

Ich stehe felsenfest hinter meiner damals niedergeschriebenen Meinung, lest Euch den Text vom 17.Juli 2012 gerne noch einmal in Ruhe durch:

Wie konnte es dazu kommen, daß der Nürburgring in nur 5 Jahren in den Bankrott getrieben wird?

Und lässt man die jetzt zusätzlich vergangenen 3 Jahre ebenfalls Revue passieren - so wie es Florian in seinem Artikel akribisch gemacht hat - dann stellen wir fest: es wird immer schlimmer, je länger es dauert.

Wann erreichen wir endlich die Talsohle?

Ich wage es nicht zu prognostizieren. Ich fürchte jedoch wir können uns noch nicht vorstellen, wie weit es noch bergab gehen wird.

Ich bin von Natur aus Optimist - sehe immer das Gute in Ereignissen - egal was passiert. Aber am Ring bin ich am Ende mit meinem Optimismus. Die Faktenlage ist zu erdrückend, als dass man sich vormachen könnte, es würde bald wieder aufwärts gehen.

Die erste Jahreshälfte ist vorbei, doch mein erster Ringbesuch für dieses Jahr muss erst noch stattfinden. Selbst wenn HJS in der Fahrerbesprechung das Tempolimit salopp für den Rest der Saison ausruft gibt es niemanden, der ihn mal nachhaltig einnordet. Die zweck-pragmatische Lass-uns-so-weitermachen-als-wäre-nichts-passiert Atmosphäre stinkt zum Himmel - aber alle so: “Ich rieche nichts!?

Ein kleiner Lichtblick ist der neue 3-jährige VLN-Vorvertrag, der dem emsigen Karl Mauer zu verdanken ist. Wenn man dann jedoch liest, wie sehr der ADAC bemüht ist seinen Machtanspruch durchzusetzen, dann bekommt man sofort wieder Bauchschmerzen.

Aber es würde mich freuen, wenn sich die VLN endlich emanzipiert und auch strategisch den Ton für den Motorsport auf der Nordschleife angibt - anstatt sich wie in der Vergangenheit vor den Kommerzkarren des N24h ADAC Nordrhein spannen zu lassen. Dafür sollten wir Karl Mauer die größtmögliche Rückendeckung geben.

Der Nordschleife stehen schwere Zeiten bevor - deshalb hat sie unsere Unterstützung nötiger denn je. Was vor 3 Jahren passiert ist, ist heute schon Geschichte - so wie unsere Handlungen, die wir heute anstrengen, bald auch als Geschichte festgeschrieben sein werden.

Save The Ring!

Insolvenz | WiWo | Zerfaß |


Mittwoch, 08. Oktober 2014

Schluß mit lustig.

Das Capricorn-DEAG Festival hat ein Gutachten in der Presse lanciert (“ … das unserer Zeitung vorliegt …”), um Rock am Ring in Mendig in Frage zu stellen. Wie perfide ist das denn. Statt sich erstmal um sein eigenes Konzert zu kümmern.

Lieberberg kontert und erwirkt erfolgreich eine einstweillige Verfügung gegen DEAG beim Kölner Landgericht.

Wilhelm Hahne glaubt sogar, dass der Schuss schwer nach hinten losgehen könnte, wenn man mal die Genehmigungen am Nürburgring genau durchleuchtet:

“Wie Motor-KRITIK das übersieht, hat sich die DEAG mit der in ihrem Auftrag erstellten „kritischen Rechts-Expertise“ keinen Gefallen getan. Marek Lieberberg kennt nach 29 Jahren Veranstaltertätigkeit alle Möglichkeiten und alle Schwachstellen am Nürburgring. Was wäre, wenn der nun eine „kritische Rechs-Expertise“ erstellen lassen würde?”

Doof, dööfer, DEAG?

Tags: RockAmRingLieberbergDEAG |


Freitag, 18. Juli 2014

Das ist doch kein Zufall: ver.di Chef Uwe Klemens verteufelt Otto Flimm!

Nachdem schon am Dienstag Robertino Wild Ringretter Flimm auf’s Korn genommen hat, legt heute der Gewerkschaftler Uwe Klemens nach und verhöhnt Otto Flimm in einem Atemzug mit Nexovation:

“Nexovation und Otto Flimm wollen den Crash. Sie sagen beide nicht wirklich „Ja zum Nürburgring“ und gefährden die noch verbliebenen Arbeitsplätze.”

Und wird sogar ausfallend:

“Pfui Teufel!”

Falls hier ver.di Mitglieder aus RLP mitlesen: vertritt der Mann Eure Meinung? Wenn nein, dann lasst ihn das spüren!

So perfide, wie ich die RLP Politiker kennengelernt habe, halte ich die beiden Vorstöße, die quasi aus dem Nichts kommen, nicht für Zufall, vor allem weil Klemens auch noch SDP’ler ist. Das ist doch abgesprochen. Offentlichtlich liegen die Nerven blank und man sucht schon einen Schuldigen, der im Falle einer Ablehnung des Verkaufsprozesses vorgeschoben werden soll.

Der Ring im Besitz von Amerikanern, das ist der Super-GAU für Mainz. Aber eines darf man bei der rheinland-pfälzischen Regierung auf keinen Fall erwarten: die Übernahme von Verantwortung.

Tags: PfuiTeufel | verdiUweKlemens | Ringverkauf | OttoFlimm | Nexovation | Insolvenz |


Montag, 06. Januar 2014

Otto Flimm und die Insolvenzverwalter.

Im Rahmen ihrer abgebrühten Kommunikationsstrategie haben die Insolvenzverwalter ja probiert Otto Flimm als Übeltäter darzustellen, damit sie selbst ihre Hände in Unschuld waschen können. Ich hatte das hier auch thematisiert vor 3 Wochen (renn.tv/2359), wie sie mit der Verdrehung der Tatsachen versuchen die Leute an der Nase herumzuführen.

Dazu gibt es jetzt auch eine Antwort von Otto Flimm, bzw. eine PM vom Verein Ja zum Nürburgring:

“Sollte tatsächlich bei Herrn Prof. Dr. Dr. Thomas B. Schmidt die Rechtsauffassung vorherrschen, dass man einen nachhaltigen EU-Rechtsverstoß totschweigen sollte, anstatt auf ihn hinzuweisen? Sollte er wirklich der Auffassung sein, dass nicht demjenigen, der sich rechtswidrig verhalten hat, die Schuld zu geben ist, sondern demjenigen, der auf den Rechtsverstoß hinweist? Das wäre in der Tat ein seltsames Rechtsverständnis für einen promovierten Juristen. Unsere Auffassung ist es sicher nicht.”

Klartext! Das tut gut!

Schön, daß auch Eveline Lemke aus ihrem Versteck hervorgezogen wird, von ihr hat man - im Gegensatz zu der Zeit VOR der Landtagswahl - garnichts mehr zum Thema Nürburgring Rettung hört:

“BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN lassen die EU-Kommission prüfen, ob die Gelder, die die Landesregierung über die landeseigene Gesellschaft Nürburgring GmbH bereits in den Bau der Erlebniswelt investiert hat, auch einwandfrei und gesetzeskonform zu den bestehenden EU-Richtlinien geflossen sind.”

Eigentlich ist es ganz einfach: man muß sich nur überlegen, welche Absicht hinter den Aktionen steckt.

Bei Otto Flimm ist es so:

“Ziel der Maßnahmen ist es, einen Neustart einzuleiten, damit der Fokus am Nürburgring wieder auf den Motorsport gerichtet wird.”

(aus der Einladung zur Mitgliederversammlung am 22.Juni 2012).

Ganz einfache Geschichte und da finden wir uns alle wieder.

Und bei den Insolvenzverwaltern? Nun, die haben einen Auftrag bekommen und den wollen sie gut wie möglich zu Ende bringen. Nicht für den Motorsport und auch nicht für die Region, sondern gut für sich selber und ihre Kanzlei.

Da werden alle Register gezogen, das darf auch ruhig was kosten. Denn am Ende soll der Verkauf ja auch ordentlich Geld in die Kasse der Anwälte spülen. Umso teurer, umso besser. Klar, daß denen nicht schmeckt, daß das Volk die Rennstrecken nicht verkaufen will, das bringt ja dann viel weniger Geld ein!

Jetzt, wo der Verkauf unmittelbar bevorsteht, fallen auch bei den Insolvenzverwaltern die Hüllen: es geht nur noch um den höchsten Preis, die Region interessiert schon lange nicht mehr.

Und was haben sie für einen Aufwand betrieben im Vorfeld. Dialog versprochen und Diktatur geliefert. Wisst Ihr noch? nuerburgring-dialog.de?

“Helfen Sie, den Mythos Nürburgring zu erhalten. Bringen Sie sich mit eigenen Ideen und Erfahrungen ein. Wie kann oder soll die Zukunft des Rings aussehen?”

Da sind tatsächlich ein paar Leute drauf reingefallen, im Nachhinein ging es nur darum, die Öffentlichkeit in Diskussionen zu verstricken, während im Hintergrund fieberhaft der Ausverkauf vorbereitet wurde. Perfide - was anderes fällt mir dazu nicht ein.

Nicht nur zeitlich nahtlos an die Richter/Lindner NAG angeknüpft.

Kommentare: Facebook | N-Forum | Tags: Flimm | Insolvenz


Donnerstag, 02. Januar 2014

Meine Kommentare zu der Facebook-Antwort von Hendrik Hering.

Hendrik Hering - der Ex-Wirtschaftsminister von RLP, der 2010 die Richter-Immobilien verstaatlich hat (die heute wieder privatisiert werden sollen) und den 30-jährigen NAG Pachtvertrag ausgehandelt hat - war ja zum Jahreswechsel hier Thema.

Er hat tatsächlich sogar in der Sylvesternacht fleissig Posts auf seiner Facebookseite gelöscht und massig User geblockt. Mich hat er auch auf seine persönliche Blacklist gesetzt.

Und jetzt gibt es auch ein Statement von ihm, das ich zwar selber nicht lesen kann (Blacklist), das mit aber zugeschickt wurde.

Der Text ist ein Spiegelbild der aktuellen Argumentationslinie und deshalb habe ich mir mal die Mühe gemacht, das Satz für Satz zu kommentieren.

Das ist zwar ein sehr trauriger Start in das Jahr 2014 und ich könnte mir meine freie Zeit sicher angenehmer vorstellen - z.B. spielend mit unserer 10 Wochen alten süßen Maus im Zimmer nebenan. Aber ich konnte das einfach nicht so unkommentiert stehen lassen:

In den letzten Tagen werden auf meinem Facebook-Account sachliche und weniger sachliche Posts zum bevorstehenden Verkauf des Nürburgrings hinterlassen, die ich sehr genau gelesen habe.

Soviel zu der Vermutung, jemand anders würde die Seite für Hendrik Hering pflegen.

Ich erlaube mir auch zukünftig, auf meiner persönlichen Facebook-Seite Posts zu löschen, die nicht der in den Notizen noch einmal dargestellten Netiquette entsprechen.

Da gibt’s direkt mehrere Punkte:

  • Nicht nur Posts zu löschen, sondern auch die User zu blocken! Ich und gefühlt das halbe Facebook können nach seiner Hexenverbrennung die Seite nicht mehr sehen.
  • Meinen Post kann ja jeder hier nachlesen: renn.tv/2367. Ich kann kein Problem mit der Netiquette feststellen.
  • “die nicht der in den Notizen noch einmal dargestellten Netiquette” - noch einmal? Dieses Hendrik-Hering-Facebook-Gesetz hat die große Säuberungsaktion nachträglich legitimieren wollen.

“Einer Diskussion über die Zukunft des Rings habe ich mich seit ich 2006 als Minister damit befasst wurde, nie entzogen.”

HAHAHA! Darf ich mal laut lachen?

Also

  • 2006? Das ist ja das Allerneueste! Nachdem Ingolf Deubel über die Klinge springen musste, der als Finanzminister und Aufsichtsratsvorsitzender der Nürburgring GmbH in Personalunion das Sagen hatte, wurde die Verantwortung in Hendrik Hering’s Wirtschaftsministerium geschoben. Das war 2009.
  • Über die Köpfe aller Betroffenen wurde entschieden, gleich einer Diktatur. Ich war live dabei, als Richter/Lindner in Adenau von Hendrik Hering als Pächter mit 30 Jahre Vertrag vorgestellt wurden. Alle Bedenken von Sportlern und Bevölkerung wurden - wie auch die Jahre davor - herrschaftlich vom Tisch gewischt! Im SWR sagte Hering im März 2010:

Wir haben dort Partner, mit denen es gemeinsam betrieben werden muß. Wir können das nicht wie in anderen Fällen einer Ausschreibung zuführen, und werden das umsetzen, was wir im Abwägungsprozess für die Zukunft des Nürburgring am sinnvollsten halten.

“Was WIR am sinnvollsten halten!” Klarer kann man dem Volk doch garnicht mehr sagen, daß es zu kuschen hat.

“Daher hier, für alle, die sich in den letzten Tagen mit ihren sachlichen Posts gemeldet haben, meine ausführliche Stellungnahme zum Ring:”

Nach ja - für alle, die noch nicht geblockt sind - und das ist die Minderheit würde ich sagen.

“Anders, als von einigen Interessengruppen suggeriert, ist ein Verkauf des Rings durch die Insolvenzverwalter nicht zu verhindern.”

Alternativlos! Das ist doch mal ein Argument!

“Wir haben klare Vorgaben aus Brüssel, die wir nicht verneinen können.”

Klare Vorgaben - und warum sagt er dann nicht, worum es sich bei den klaren Vorgaben handelt? Ein Verkauf ist es nämlich nicht! Die EU hat nicht vorgeschrieben, daß der Nürburgring verkauft werden muss. Das hat sich die Landesregierung als Märchen ausgedacht, damit sie sich dahinter verstecken kann.

Was die EU gemacht hat: sie hat ein Verfahren wegen verbotener Beihilfen eröffnet. Ergebnis: offen. Da ist noch überhaupt nichts entschieden und besonders Herr Hering hat ja als Jurist und Wirtschaftsminister immer hartnäckig argumentiert, daß alles EU-konform abgelaufen sei. Also müsste er auch dem Beihilfeverfahren gelassen entgegen sehen.

“Ich gehöre nicht zu den Menschen, die mit der Möglichkeit, den Ring in Landeshand zu belassen, spekulieren und in der Region falsche Hoffnungen wecken.”

Was heißt hier spekulieren und falsche Hoffnungen wecken! Es geht um Volkseigentum von unermesslichem kulturellen Wert, da würde man von jedem verantwortungsvollen Politiker erwarten, daß er es mit dem Messer zwischen den Zähnen bis auf den letzten Tropfen Blut verteidigt! Was für eine perfide Umkehrung der Argumentation!

“Mir ist durchaus bewusst, dass das nicht die Antwort ist, die die Mehrzahl der Userinnen und User, die sich bei mir gemeldet haben, lesen wollen.”

… und auch nicht lesen können. Vielleicht weiß Herr Hering garnicht, was das bedeutet, wenn man einen User auf die Blacklist setzt.

“Durch die Insolvenz hat die Landespolitik nur noch geringen Einfluss auf das Verfahren.”

Da ist sie ja wieder: die Insolvenz, die wie von Geisterhand vom Himmel gefallen ist. Kein Wort darüber, daß er - Hendrik Hering - durch den Kaufvertrag über die privaten Immobilien maßgeblich zum Bankrott beigetragen hat! Hätte er meinen Kommentar nicht gelöscht, dann hätte er auch darauf antworten können - hier habe ich das Thema im Detail beleuchtet.

“Der Verkauf der Vermögenswerte an Investoren ist bei einer Insolvenz unvermeidbar.”

Da - wieder: alternativlos. Wieso sollte das unvermeidbar sein? Eine Involvenz bietet viele Möglichkeiten die Gläubiger zu befriedigen, vor allem da der Hauptgläubiger das Land selber ist! Eine Trennung von Beck°Park und den Rennstrecken mit anschließendem Verkauf der Hotel- und Freizeitimmobilien wäre doch ein hervorragender Weg. Die Anlagen haben vor 4 Jahren über 330 Mio Euro gekostet, da muß doch noch ein Wert übrig sein. Wenn nicht, dann frage ich mich, wo das Geld hin ist?

“Wir haben allerdings dafür gesorgt, dass nach dem Verkauf ein öffentliches Zugangsrechts am Nürburgring gesetzlich geregelt ist. Dadurch wird der Ring für die Region und für den Motor- und Breitensport erhalten bleiben.”

Das Nürburgring Gesetz. Das ist das Papier nicht wert, auf dem es steht. Das sagen eigentlich alle Beteiligten, nur die Regierung schiebt es immer wieder als Ausrede vor sich her.

Hier ein paar Stellungnahmen:

Ja zum Nürburgring:

“Um fünf nach zwölf wurde dann ein Landesgesetz zur Erhaltung der Zweckbestimmung des Nürburgrings verabschiedet, das den freien Zugang zur Rennstrecke zu angemessenen Kosten garantieren sollte. Das Gesetz ist allerdings so weit gefasst, dass es den gewünschten Zweck nicht erreicht. Es ist nicht mehr als eine leere Hülle und stellt keinen konkreten und bindenden Rahmen für einen zukünftigen Eigentümer/Betreiber dar. Vielfältige und langjährige Rechtsstreitigkeiten sind absehbar, wenn die Rennstrecke in die falschen Hände gerät. Es fehlt vollständig der Bezug zur Region, zu deren Unterstützung der Nürburgring einst gebaut und fast 90 Jahre lang betrieben wurde. Auch von dem Ziel „angemessene Kosten“ für den Motorsport ist nichts geblieben. Nach dem Gesetz ist der Betreiber vollkommen frei in seiner Preisgestaltung. Damit werden ohne Not wesentliche Zielvorgaben der legendären Sportstätte des Nürburgrings dem Gutdünken eines privaten Investors preisgegeben.”

Julia Klöckner:

“Die CDU-Landtagsfraktion hat das heute von den Regierungsfraktionen verabschiedete Gesetz abgelehnt – aus Solidarität mit der Region! Wir haben unsere Position auch in einem eigenen Entschließungsantrag deutlich gemacht. (..) Bis heute haben die Regierungsfraktionen nicht plausibel darlegen können, warum ein derart hoher Zeitdruck aufgebaut werden musste.”

Dieter Weidenbrück:

“Ich halte das Gesetz für unbrauchbar. Der Anspruch, mit diesem Gesetz die Nutzung des Nürburgrings auch weiterhin kontrollieren zu wollen, kann nicht erfüllt werden.”

Das Gesetz könnt Ihr hier und die Nutzungsordnung hier nachlesen.

“Historisch war der Ring schon immer ein Ort, der sowohl für die Region als auch für Rennbegeisterte offen stand. Das ist in dem Landesgesetz, dass mit rot-grüner Mehrheit verabschiedet wurde, auch für die Zukunft so geregelt.”

Reine Augenwischerei - nichts ist geregelt, im Gegenteil, es wurde so schwammig formuliert, daß es nur den zukünftigen Besitzer schützt.

“Niemandem nutzt eine private Rennstrecke mit der Region und den Menschen vor Ort als Zaungäste.”

Ach?

“Deswegen haben wir für ein öffentliches Zugangsrecht und dessen gesetzliche Absicherung gesorgt.”

Die einzige Absicherung scheint die der Regierung zu sein, erlässt schnell ein Gesetz, damit es damit den Leuten Sand in die Augen streuen kann.

“Über die positiven Signale für unser Gesetz von Seiten der EU-Kommission freuen wir uns und wissen, dass dies Ministerpräsidentin Malu Dreyer und den Sanierern am Nürburgring durch die ständige Rückkopplungen mit der EU-Kommission gelungen ist.”

Da sind sie ja wieder, die Sanierer! Immer schön wiederholen, vielleicht glaubt es ja dann jemand. Das sind ganz normale Insovlenzverwalter, die erst einmal das Wohl ihrer eigenen Kanzlei im Auge haben. Sanierer würden sanieren, nicht verkaufen!

“Für Infrastrukturprojekte wie den Nürburgring werden auch zukünftig Steuergelder in die Hand genommen werden müssen.”

Das ist ein seltsame Aussage und hat überhaupt nichts mit dem Problem zu tun. Witzigerweise ist das auch die Passage, die von der Agentur dpa aufgegriffen wurde. Irgendwie ein Ablenkungsmanöver, das sogar funktioniert hat.

“Diese Aussage gilt unabhängig davon, dass die Bauten am Nürburgring überdimensioniert sind.”

Äh - ja - stimmt. Das hat wirklich nichts miteinander zu tun. WTF?

“Freizeitpark und Boulevard würden heute in dieser Größenordnung nicht mehr gebaut werden.”

Das ist doch der Wortlaut von Kurt Beck? Damit hat er sich auch immer das Problem kleinreden wollen, daß das ja nicht nochmal gemacht wird.

“Es ist nicht gelungen, deren Kosten zu refinanzieren.”

Nicht nur das. Es war auch von vorneherein absehbar, daß das ein komplettes Disaster wird. Und es gab viele laute und warnende Stimmen, die vom Tisch gewischt wurden.

“Das ärgert keinen mehr als mich selbst.”

Noch so ein Kurt-Beck-Textbaustein. Herr Hering, denken Sie sich doch mal was eigenes aus.

“Betrachtet man den Refinanzierungsbedarf handelsrechtlich, waren die damaligen Berechnungen des Landesrechnungshofs nachvollziehbar.”

Des Landesrechnungshofes? Der jahraus jahrein der Nürburgring GmbH und der Landesregierung Geldverschwendung nachgewiesen hat? Aber immer ignoriert wurde? Dieser Landesrechnungshof?

“Ernst & Young, die von der damaligen Landesregierung beauftragte Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, hat den Refinanzierungsbedarf für das Investment am Nürburgring auf anderer betriebswirtschaftlicher Grundlage kalkuliert als der Rechnungshof dies tut.”

Achja, die Auftragsgutachten. Die waren ja auch immer als Argument herangezogen worden. Damals wurde aber immer von renommierter Wirtschaftsprüfungsgesellschaft gesprochen. Die Zeiten sind wohl vorbei.

“Darüber hinaus wurden Ertragsaussichten aufgezeigt, die diesen Refinanzierungsbedarf decken und die auch von den Pächtern durch die Unterzeichnung der Verträge als realistisch anerkannt wurden.”

Und von denen jeder Außenstehende gesagt hat, daß die Rechnung vorne und hinten nicht aufgeht.

“Aus heutiger Sicht waren die 2010 gemachten Annahmen eindeutig zu optimistisch.”

Ah - jetzt wird es interessant - das ist der 30-jährige Richter/Lindner Vertrag und der Abkauf für 100 Mio Euro (?) der privaten Richter Immobilien.

“Auch hat sich das in die Vertragspartner gesetzte Vertrauen nicht in der erhofften Weise erfüllt und wurde in den letzten Wochen vor der Vertragskündigung schwer erschüttert.”

Ach nee. Die Schuld der Anderen.

“Auf der Grundlage heutiger Kenntnisse und den gemachten Erfahrungen würden die Entscheidungen für die Zukunft des Nürburgrings anders als in 2009 und 2010 getroffen werden.”

Diese Erkenntnisse lagen damals - also auch 2007, als die Erlebnisregion beschlossen wurde - auf der Straße! Jeder - JEDER! - hat gesagt das geht in die Hose. Nur die arrogante Landesregierung hat alle Kritik überhört und ist mit dem Kopf durch die Wand.

“Die Trennung von Besitz und Betrieb war allerdings eine richtige Entscheidung.”

What? Hab ich was verpasst? Fehlt da ein Stück? Den Betrieb aus der Hand zu geben und die Richter-Immobilien zu kaufen war die richtige Entscheidung? Weil … ?

Das war die garantierte Nürburgring-Insolvenz mit Ansage und Anlauf! Was redet der Mann da für ein wirres Zeug!?

“Dadurch wurde zudem auch die Kündigung des Betriebspachtvertrags möglich gemacht.”

Ach - jetzt versteh ich - das war ein Witz! Hahaha - der ist gut!

Ja, das stimmt natürlich - die Kündigung des Pachtvertrages ist erst durch die Entstehung des Pachtvertrages möglich geworden.

Au weia.

“Die Menschen in der Eifelregion rund um den Ring sind mir und sind der Landesregierung ganz sicher nicht egal.”

Doch, völlig - leider. Ihr interessiert Euch nur für Euren warmen Bürostuhl auf Steuerzahlerkosten - und das wird jedem aufmerksamen Leser alleine schon bei diesem Text deutlich.

“Die enorme strukturpolitische Bedeutung der Rennstrecke für die Eifel muss trotz der Insolvenz mit dem Ziel gesichert werden, die Arbeitsplätze in der Region zu erhalten.”

Zum Schluß noch was Staatstragendes, das kommt immer gut. Und Arbeitsplätze gehen immer.

Sorry, aber diese Ausflüchte sind ein einziges Trauerspiel. Und zusammen mit der Vorgeschichte einfach nur noch furchbar erbärmlich. Keinen Arsch in der Hose, Rumgeeiere bis zum Anschlag - dabei hätte ausgerechnet Hendrik Hering einiges wieder gutzumachen.

Kommentare: Facebook | N-Forum | Tags: Hering | Insolvenz | Erlebnisgrab


Freitag, 20. Dezember 2013

Der Insolvenzverdiener aus der Otto-Flimm-Straße 1.

Thomas B. Schmidt in volksfreund.de:

“Noch ein Wort zu Otto Flimm: Er hat sich ohne Zweifel durch sein hohes persönliches Engagement am Nürburgring und in der Region verdient gemacht. Sein Verhalten ist aber unverantwortlich, denn er schürt gezielt Ängste bei Motorsportfans. Er fordert jetzt die Einstellung des Investorenprozesses und droht mit Klage, womit er die Stilllegung des Nürburgrings riskiert. Fakt ist: Das Beihilfeprüfverfahren haben wir maßgeblich Otto Flimm zu verdanken! Er und der Verein Ja zum Nürburgring haben es durch eine Beschwerde bei der EU Kommission 2011 mit angestoßen.”

Zum einen ist es ja gut, daß Doppelpromovierte so mit dem Rücken an der Wand steht, daß er zu solchen Mitteln greifen muß.

Auf der anderen Seite ist es aber unverschämt / perfide / hinterhältig / erbärmlich / unsportlich / charakterlos (sucht Euch was aus), wie er versucht Otto Flimm - OTTO FLIMM - irgendeine Schuld für die Abläufe der Vergangenheit in die Schuhe zu schieben. Da zeigt sich doch das wahre Gesicht des Mannes, von dem immer noch viele sagen, daß der arme Kerl doch nur seinen Job macht.

Ich sage Euch, der sieht seine Felle davonschwimmen - diese Reaktion auf Otto Flimm einzuprügeln ist ja schon fast panisch. Vielleicht liegt es daran, daß jeder Brief, den er bekommt, an die Otto-Flimm-Straße 1 adressiert ist und er inzwischen an chronischer Flimmophobie leidet. Da kann ich nur ganz dringend eine fachärztliche Behandlung empfehlen!

Auch wenn es alle wissen, man kann es nicht oft genug aufzählen: ohne Otto Flimm gäbe es den Nürburgring garnicht, denn er hat in den 80igern alle Hebel in Bewegung gesetzt, um die GP-Strecke bauen zu können, die vor genau 30 Jahren in Betrieb genommen wurde. Und er hat sich aufgerieben wie kein anderer beim Kampf gegen den Freizeitpark: während der Planung, der Erstellung, des Betriebes, der unseeligen Linder/Richter Verpachtung und jetzt dem Höhepunkt: der Insolvenz mit dem drohenden Rennstreckenverkauf.

Der Weg nach Brüssel war der einzig mögliche, um die Problematik über die Grenzen von Rheinland-Pfalz zu transportieren und hätte er das nicht gemacht, dann wäre der Ring jetzt trotzdem mindestens genauso pleite. Vielleicht wäre Kurt Beck noch Ministerpräsident und Lindner/Richter die Pächter, dann sähe alles noch viel düsterer aus.

Lieber Herr Schmidt:

Netter Versuch, aber der Einzige, der hier Ängste schürt, sind Sie! Die ewige Leier mit der drohenden Nürburgring-Schließung, wenn er nicht verkauft wird - weil die EU das angeblich so vorgibt. Ihnen glaubt doch niemand mehr! SIE sind mit Ihrer Faktenverdrehung die wahre Bedrohung für den Nürburgring - für die Jahre und Jahrzehnte, die nach dem Verkauf kommen werden. Für die illegalen Beihilfen, die in staatliche Hotels, Restaurants, Achterbahn, Disko, … geflossen sind, dürfen Sie sich bei Ihrem Kumpel Kurt Beck bedanken - die Rennstrecken haben von den Millionen keinen einzigen Cent gesehen und Otto Flimm hat die Bedrohung von Anfang als solche erkannt und bekämpft. Und hätten Sie nicht nur Ihr Bankkonto, sondern das Wohl des Rings im Kopf gehabt, dann hätten Sie Otto Flimm nicht in Brüssel ausgebootet, sondern hätten Seite an Seite mit ihm die Optionen ausgelotet. Aber das war ja garnicht in Ihrem Interesse und Ihr tatsächliches Handeln entlarvt Sie bis auf die Unterhose.

Es stehen aber auch ein paar richtige Sachen in dem Interview:

Thomas B. Schmidt:

Das setzt zwingend voraus, dass die Vermögenswerte des Nürburgrings einzeln oder gesamt an den oder die besten Bieter verkauft werden. Struktur- oder regionalpolitische Erwägungen dürfen nicht ausschlaggebend sein.

Autsch. Das haben wir von Anfang an gesagt, daß es nur um’s Geld geht, aber es wurde regelmäßig dementiert. Jetzt gegen Ende wird zurückgerudert und ich bin mir sicher, daß derjenige die Nordschleife besitzen wird, der das meiste Geld auf den Tisch legt - wenn wir den Verkaufsprozess nicht dringend stoppen! Es wird kein Wohltäter sein - mit der Idee halten sich immer noch einige über Wasser - und dann heißt es Gute Nacht. Für den Sport, die Region und die Historie. Nicht für den Abwickler, der ist dann prächtig saniert!

Ich komme in dem Artikel übrigens auch vor, mal zur Abwechselung nicht als Blogger sondern als 48-jähriger gebürtiger Mayener Ex-Motorrad-Hobbyrennfahrer. Nur leider kein O-Ton von Sabine und Christian, obwohl ich die Handynummern weitergegeben habe.

Daß den Volkseigentumverhökern immer noch so eine Bühne geboten wird, finde ich unerträglich. Und solche Leute, die Otto Flimm diffamieren und dem Ring den finalen Todesstoß versetzen, dann noch als Sanierer zu liebkosen, setzt dem Ganze die Krone auf.

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Montag, 02. Dezember 2013

Teuflisch perfide Theorie zum Nürburgringverkauf.

Wenn man die aktuellen Berichte zum Ausverkauf der Nordschleife liest, dann denkt man unweigerlich: so doof können die doch garnicht sein?

Das hat mich zum Nachdenken gebracht und inzwischen glaube ich auch nicht, daß die so doof sind. Was wäre, wenn das alles zum Plan gehört?

Welcher Plan - fragt Ihr?

Im Grunde genommen haben wir ein Déjà Vu: der Karren steckt metertief im Dreck, dann - und zwar erst dann! - treten windige Geschäftsleute auf den Plan und später, wenn keiner mehr die chronologische Abfolge kennt, ist man “auf dubiose Geschäftspartner hereingefallen”.

Genauso versucht man es aktuell im Deubel-Prozess, denn der Beck°Beton war längst errichtet und Steuergelder millionfach abgezweigt, als überraschenderweise irgendwelche Schecks geplatzt sind. Konnte ja niemand ahnen! Wir sind reingelegt worden!!

Doch, konnte man - das war nicht nur zu riechen, das war penetranter Gestank meilenweit gegen den Wind! Aber die Medien haben treudoof die Mär der Betrüger durch die Lande getragen und die Politiker reingewaschen.

Seht Ihr, genau wie jetzt auch! Denken sich die Beck-Berater: warum sollte ein Cunning Plan nicht ein zweites Mal funktionieren? Den Halbseidenen Tür und Tor öffnen, um den später - garantiert! - eintretenden Kollaps Anderen in die Schuhe zu schieben, am besten noch mit einer schön theatralischen Klage garniert. Staatsanwaltschaft und Justiz hat man als untergebene Abteilung in der eigenen Firma - der Regierung - ist doch perfekt.

Zugegeben, eine gewagte Theorie und vor allem: sehr perfide. Doch gerade dieses Spiel können sie gut in der RLP Regierung, das haben sie uns die letzten Jahre deutlich spüren lassen.

Hütchenspieler werden ernst genommen, während zeitgleich der ADAC gedisst wird - sorry, für so eine Inszenierung finde ich keine andere Erklärung. Für Ring, Region & Sport natürlich der Sargnagel, aber das juckt in Mainz schon lange niemanden mehr.

Vielleicht sind die Politdarsteller und ihre Inkompetenzverwalter viel abgebrühter, als sich das Unsereins in seinem braven, bürgerlichen Hirn vorstellen kann.

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Dienstag, 02. Juli 2013

´Wir Mitarbeiter akzeptieren den notwendig gewordenen Verkaufsprozess.´

Steht so heute in einem offenen Brief in der Rhein-Zeitung - die als einzige (!) lokale Zeitung im Nürburgringgebiet verbreitet wird. Wilhelm Hahne hat das in seinem Kommentar zu dem Thema treffend erwähnt.

Und wie so oft in letzter Zeit bei der RZ wird unkritisch weiterverbreitet. Statt ihrer Verantwortung als quasi Monopol-Zeitung gerecht zu werden und ein ausgeglichenes Bild zu zeichnen. Immerhin werden wir gerade Zeuge der größten Privatisierung, Steuergeldverschwendung, Katastrophe mit Ansage (sucht Euch was aus, gibt sicher noch mehr!), die die Eifel je gesehen hat.

Unterschrieben ist der Brief von “Die Betriebsräte der NBG und NG im Namen der Mitarbeiter des Nürburgring”. Da würd mich z.B. interessieren, über wieviele Leute reden wir? Und wieviele davon sind organisiert? Und überhaupt: wieviele Leute sind noch von der alten Vor-Erlebnisregion Nürburgring GmbH übrig? Und nicht den Rattenfängern - trotz aller Warnungen - auf den Leim gegangen?

Aber die RZ weiß sich zu benehmen und stellt keine unbequemen Fragen. Gehört sich nicht.

Am besten ist die Einleitung des dramatischen Werks, da wird hochtrabend Werner Niefer als MB AG Chef zitiert in dem Sinne Mitarbeiter sind das wertvollste Gut eines Unternehmens. Klingt toll, oder? Und so wird dem tumben Volk wieder Sand in die Augen gerieben, um die Enteignung des Volkseigentums Nürburgring weiter durchzupeitschen. Da ist jedes Mittel recht, denn die gierigen Insolvenzverwalter müssen auf ihren Schnitt kommen und die Landesregierung will die Altlasten beseitigen. Das muß sogar ein Privatunternehmen (!) herhalten, um den Verkauf von Volkseigentum (!) zu begründen.

Und die Mitarbeiter? Den letzen beißen die Hunde und die künstlich aufgepumpten Zahlen werden ganz schnell auf dem Boden der Realität aufschlagen, wenn ein Investor den Ring vereinnahmt.

Ein Gutes hat dieser Brief jedoch: ich glaube den abgebrühten Insolvenzprofis geht der Stift. Die Formel 1 steht vor der Tür und die heile Welt bröckelt - was schlecht für den Verkaufspreis ist. Da muß man natürlich reagieren und Mitarbeiter zieht immer. Ist ja nicht das erste Mal, daß diese Karte gespielt wird. Wie perfide damit auch noch den Verkauf (!) zu untermauern, der ja wie nichts anderes die Mitarbeiter im Regen stehen lässt.

Wie wäre denn das Szenario, wenn die Region, die Sportler, die Unternehmer und die weltweite Motorsportszene rebelliert? Der Verkauf könnte neu überdacht werden, die hektischen Entscheidungen nochmal detailliert analysiert und geprüft. Oder - anderes Szenario - der Kaufpreis sinkt, weil mit dem rebellischen Volk möchte man sich nicht anlegen.

Na und? Die einzigen, die das stört, sind die Handvoll Politiker in Mainz und die Verkaufs-Profis, die statt mit der Luxusyacht doch nur mit dem Tretroller vom Acker ziehen.

Kann ich gut mit leben.

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Mittwoch, 12. Juni 2013

Die hörige Medienlandschaft spielt gehorsam mit, während der hektische Nürburgringverkauf weiter planmäßig durchgepeitscht wird.

Am Nürburgring überschlagen sich die Ereignisse, denn die Landesregierung benutzt die Antwort von EU Vizepräsident Almunia, um daraus eine “EU Vorgabe” zu machen. Man könnte meinen, das wäre garnicht so einfach, aber dank gehorsamen Berichten in den Medien - sowohl öffentlich-rechtlich, als auch privat - ist die Berichterstattung gleichgeschaltet in der Richtung, wie sie Insolvenzanwälte und Landesregierung sehen möchte.

Ich hatte das ja schon kritisiert (2141), bevor der Brief von Joacim Almunia öffentlich gemacht wurde. Immer dieses unsägliche “… der unserer Zeitung vorliegt”. Gemeint ist natürlich, “den die tolle Regierung uns zugesteckt hat, damit wir daraus eine schöne Story basteln können und natürlich zeigen wir uns dankbar und lassen die Regierung gut dabei wegkommen. Eine Hand wäscht die andere.”

Hier also der Brief, den die Rhein-Zeitung der Öffentlichkeit als “EU Entscheidung” verkauft:

Brief von Joaquin Almunia an Malu Dreyer.

Wenn man sich das in Ruhe durchliest, wird das perfide Treiben, zu welchen Zwecken diese Äußerungen eingesetzt werden, noch deutlicher.

Dieter hat sich mal (wieder!) die Mühe gemacht und die Antworten in einen neutraleren Kontext gestellt. Da sieht die Sache dann auf einmal ganz anders aus.

Könnt Ihr auf Facebook nachlesen oder hier auskopiert als Text.

Ich zitiere mal:

"Welcher Bezug besteht denn nun zwischen dem Verkauf und dem EU-Beihilfeverfahren? Kein direkter, das macht Almunia im zweiten Absatz der zweiten Seite klar. “Deutschland und der Sachwalter haben den geplanten Verkauf der Vermögenswerte der Nürburgringgesellschaften seit Oktober 2012 mit meinen Dienststellen erörtert. Der Sachwalter hat erste Schritte unternommen, um das Privatisierungsverfahren am 15. Mai 2013 einzuleiten.”

Knochentrocken, oder? Ja, und zwar eine knochentrockene, schallende Ohrfeige für das Land Rheinland-Pfalz und die Insolvenzverwalter. Man könnte auch sagen, ein Revange-Foul der EU für vorangegangene Äußerungen der Genannten. Denn in diesem Satz steckt Einiges, das man sich mal mit Genuss auf der Zunge zergehen lassen sollte. “Der geplante Verkauf” wurde erörtert. Moment mal, wurde nicht immer behauptet, die EU fordere den Verkauf? Nein, sie hat nichts gefordert, zu keinem Zeitpunkt. Almunia sagt hier deutlich “Leute, IHR WOLLTET DEN VERKAUF, nicht wir”. “Der Sachwalter hat erste Schritte unternommen…”: Haben sich Insolvenzverwalter und Sachwalter nicht monatelang überschlagen mit Aussagen wie “Verkauf wird gefordert”, “wir müssen der EU zuvorkommen”, “ohne sofortigen Verkaufsstart wird der Ring in 4 Monaten geschlossen” (Aussagen paraphrasiert)? Nein, der Sachwalter hat erste Schritte unternommen, d.h. es gab keine Schritte der EU, die davor waren. Und es war ein geplanter Verkauf, kein geforderter. Das ist hiermit nun ein für alle Mal und für die Diplomatensprache sehr deutlich formuliert worden."

Heute ist dann dieses dubiose “Interesse Bekundungsverfahren” zu Ende gegangen, das in der Wirtschaftswoche herbe kritisiert wurde. Aber das rheinland-pfälzische Paralleluniversum interessiert das nicht die Bohne, Georg Link vom SWR bietet dem Volkseigentumverkäufer Lieser die Bühne, die er gerne hätte. Der dann auch staatsmännisch theatralisch beim SWR einmarschieren darf:

Kritische Fragen braucht man da keine zu befürchten, das wirkt eher wie das Einnehmen der Bühne, die für solche staatstragenden Momente bereitsteht.

Und man spricht dann beim SWR auch brav vorauseilend von “Bieterfrist für Nürburgring endet”. Da werden natürlich wieder Pflöcke in den Boden gerammt (Verauf alternativlos, kurz bevorstehend, Kaufgebote). Und auch noch zwei andere Handelnde, die wir lange nicht mehr gesehen haben, dürfen so langsam wieder auf die Bildfläche: Kai Richter und Jörg Lindner. Wir haben ja bei dem ganzen Ablauf sowieso das Gefühl, als sei alles längst entschieden und wer weiß, ob die sich nicht noch ein paar Verhandlungsverstärkungen aufgehoben haben, bei dem der ein oder andere in Mainz die Gesichtsfarbe verliert. Und für jemand wie Otto Flimm ist bei soviel Prominenz in dem 1 Minuten Beitrag natürlich kein Platz. Wie bitter.

Auf jeden Fall verloren haben wir alle, denn es wurde uns wieder unauffällig ein Kaufpreis untergejubelt, diesemal sind es 120 Mio Euro. Und wo ist der Rest? Einfach weg? Oder vielleicht doch strafrechtlich relevant veruntreut? Aber keine Sorge, solche Fragen sind bei unseren Mainzer Volksverarschern Volksvertretern gut aufgehoben. Unterm Teppich nämlich.

Tags: Erlebnisgrab | Insolvenz | Medien | DieterWeidenbrück


Freitag, 31. Mai 2013

Offener Brief von Otto Flimm an die Nürburgring-Geschäftsführung.

Dem Otto Flimm wird aktuell wirklich übel mitgespielt. Als hätte er mit seinen 84 Jahren nichts besseres zu tun, als sich mit den übermächtigen Nürburgring-Beerdigern rumzuschlagen, die sich jetzt schon seit 6 Jahren von Mainz bis Düsseldorf die Taschen vollmachen. Auf Kosten des Sports, der Bevölkerung, der Region am Ring und natürlich der Historie und Tradition.

Viele Mittel zu wehren hat er nicht, so bleibt nur der offene Brief, um der Verärgerung über die Abläufe Luft zu machen. Adressiert an die Herren:

  • Professor Dr. Schmidt
  • Lieser
  • Dr. Schmidt

veröffentlicht er über die JzN Vereinshomepage diese 7 Seiten.

Mit dem Offenen Brief setzt sich der Vorsitzende des Vereins “Ja zum Nürburgring” mit Vorwürfen der Insolvenzverwalter auseinandert. Er sah sich zu dem Schritt veranlasst, da

1. in den Medien zu lesen war,

2. er am Nürburgring von Vielen angesprochen wurde,

dass behauptet würde, Flimm schädige den Ruf des Rings und der Verein sei schuld daran, dass es ein EU-Verfahren gebe. Das Gegenteil ist der Fall: Alle die die Geschichte des Rings kennen, wissen, dass der Ring dem Verein und insbesondere Otto Flimm sehr viel zu verdanken hat. Durch den unermütlichen Einsatz von Flimm konnte die Grand-Prix-Strecke gebaut werden und behielt die Nordschleife die FIA-Lizenz als Rennstrecke. “Ich bin der Letzte, der nicht alles versucht und mitmachen würde, um auch in der derzeitigen Situation zu retten, was zu retten ist” sagt Flimm und betont, dass es gerade sein Anliegen ist, Schaden vom Nürburgring, dem Breitensport und der Region fernzuhalten.

Das muss man sich mal reinziehen. Otto Flimm und dem Nürburgring schaden - wer kommt nur auf solche kranken Gedankengänge.

PERFIDE - dieses Wort musste ich schon öfter bemühen und was anderes fällt mir dazu nicht ein.

Hoffentlich stemmen sich immer mehr Leute gegen den Verkauf, inzwischen zieht das weite Kreise. Das Vergehen, das die Schreibtischtäter an unser aller Kulturgut ausgeführen wollen nur um sich die Taschen zu füllen, muss verhindert werden!

Tags: JaZumNürburgring | OttoFlimm | Insolvenz | Erlebnisgrab | OffenerBrief


Samstag, 02. März 2013

Audio Mitschnitt von JzN / Otto Flimm gestern.

Erstmal die Fakten: Audiomitschnitt von gestern (147 MB, 100 Min.)

Alternativ hier das MP3-File zum Anklicken/Download.

Dann der Link zur JzN Homepage mit der Pressemitteilung und den PDFs:

Nordschleife Verkauf stoppen! als Hintergrundbild.

Es war auch Presse vor Ort, aber so wie ich das mitbekomme nur:

Und zu meiner Wertung:

Die Veranstaltung insgesamt fand ich sehr gut, Termin war gut, der Verein bestens vorbereitet und die Halle in Nürburg eignet sich gut für solche Veranstaltungen.

Unterstützer: die Halle war gefüllt, knapp über 100 Leute hab ich geschätzt. An bekannten Sportlern waren nur einige wenige gekommen - aber die gekommen sind, lohnt sich einzeln aufzuzählen:

  • Sabine
  • Christian Menzel
  • Marc Hennerici
  • Ed Nicelife

Dazu auch noch Organisatoren des Breitensports, z.B. Karl Mauer von der VLN und Kalle Breidbach, Hans-Werner Hilger und Werner Klasen vom RCN.

Karl Mauer, Christian Menzel und Marc Hennerici.

Super enttäuschend wieder die Lethargie der Leute vor Ort, man könnte meinen die ganze Eifel besteht nur aus Uschi Schmitz. Die Kennzeichen der Autos vor der Halle waren alle von außerhalb, K, BM, EU, usw. - gezielt hab ich mal versucht jemanden aus dem Industriegebiet Meuspath auszumachen, aus Adenau oder sonstige Anwohner - Fehlanzeige. Auch von den 300 Mitarbeitern vom Nürburgring keine Spur, außer einer kleinen Betriebsratsdelegation. (Ich kann mir nicht vorstellen, daß die 300 (!) Leute aktuell mit dem Arbeitspensum überlastet sind.)

Reinhold Schüssler, Uschi Schmitz, Otto Flimm und Dieter Frey.

Ist schon grotesk, unsereins nimmt sich Urlaub, setzt sich von Köln aus in Bewegung und in Nürburg, Adenau usw. geht alles auf Tauchstation. Reinhold Schüssler hat das ganz am Anfang auch als Aufhänger genommen, könnt Ihr im Audio reinhören.

Auch die dünne Reaktion in der Presse ist heftig verglichen zum einen mit der massiven Insolvenzverwalter-Propaganda am Tag zuvor und den schweren Vorwürfen, die Otto Flimm zusammen mit Dieter Frey ausführlich dokumentiert haben.

Wirkt auch mich eher wie eine Pflichtübung statt engagiertem Journalismus. Sehr einseitig, was da abgeht. Das SWR Fernsehen lässt Landesregierung und Insolvenz-Anwälte ausführlich im Fernsehen zu Wort kommen und die sind sich im Schulterschluss einig das Volkseigentum Nordschleife zu versteigern.

Dabei ist das garnicht so notwendig wie immer wieder dargestellt, denn eine Sportstätte ist beihilfefähig, da sie dem Allgemeinwohl dient. Wenn das auf die Nordschleife nicht zutrifft, dann weiß ich nicht, auf welche Sportstätte es sonst zutreffen würde. Zumal der Sport in der Verfassung von Rheinland-Pfalz fest verankert ist.

Offensichtlich wurde auch die perfide Art und Weise, wie hier gespielt wird, denn Otto Flimm hat keinen Hehl daraus gemacht, wie man ihn erst mit Versprechungen gelockt hat, um ihn dann zu hintergehen.

Schön auch der Fragenkatalog des Vereins:

Denn er spricht an, daß der Verdienst der Insolvenzverwalter gewöhnlich an die Höhe des Verkaufspreises gekoppelt ist. Dadurch wird natürlich deren Verlangen gesteigert, die Rennstrecke unbedingt zu verkaufen.

Oder wie Dieter Weidenbrück es formuliert:

"(..) Nun wäre es eine gute Idee gewesen, dass sich Politiker aus Mainz, Insolvenzverwalter, Gläubigerausschuss und der Verein an einen Tisch setzen, um aus diesem Ansatz einen Plan zu machen, diesen dann in Brüssel vorzustellen, um damit das Beihilfeverfahren abzuwenden. Damit wäre dann der Weg frei gewesen für eine Neuausrichtung des Nürburgrings (hier nun nur die motorsportliche Seite der Anlage gemeint) im Sinne des Breitensports. Leider wurden alle Ansätze dieser Art abgeblockt, in der Hauptsache von den Insolvenzverwaltern. Der Motorsport wurde bewusst aus allen Gremien herausgehalten, warum auch immer. Offensichtlich verfolgen die Insolvenzverwalter das Ziel, die gesamte Anlage so schnell wie möglich irgendwie zu verkaufen. Das ist aus ihrer Sicht der einfachste und schnellste Weg, und für sie selbst wohl auch der lukrativste. (..)

Bezeichnend ist dabei die Flut von Presseartikeln, die am gestrigen Donnerstag wie bestellt losgelassen wurden. Die Pressevertreter wurden von den Insolvenzverwaltern informiert, durften aber nur nach einer Sperrfrist bis Donnerstag morgen die Fakten publizieren. Genau also einen Tag vor der Versammlung des Vereins “Ja zum Nürburgring”. Wer da nicht an Absicht denkt, dem ist wohl nicht zu helfen."

(Ich weiß, ist Facebook - gibt es hier auch nochmal.)

Abends nach der Veranstaltung formte sich noch spontan ein langer Tisch in der Pistenklause, der war ja mal kultig besetzt. Die Pistenklause ist übrigens auch schon über 40 Jahre alt - und so jung wie am ersten Tag.

Gut, daß sie uns wenigstens die nicht wegnehmen können, aber was ist eine Pistenklause ohne Nordschleife?


Samstag, 07. Juli 2012

ADAC ./. NAG

Die Zitronenpresser denken garnicht daran sich von Peter Meyer einschüchtern zu lassen und nehmen erstmal genüßlich die Besucherzahlen vom 24h-Rennen auseinander. Und suchen andere Veranstaltungen, um den Termin schön zu blockieren.

Willkommen im Club Perfide aus der Schanzenstraße.


Mittwoch, 07. Dezember 2011

Perfidie am Ring.

“Perfide” hatten wir heute doch schon mal - jetzt kommt es ein zweites Mal auf den Tisch. Zufall? Die Handelnden sind zumindest gleich, Kai Richter wird allerdings noch durch Michael Köbele unterstützt - in der neuesten Geschichte von Wilhelm Hahne.

So lautet übrigens die Wikipedia Definition:

Als Perfidie (lat. perfidus = treulos, unredlich) beziehungsweise mit dem davon abgeleiteten Adjektiv perfide werden Handlungen einer Person oder Personengruppe bezeichnet, die vorsätzlich das Vertrauen oder die Loyalität einer anderen Person oder Personengruppe ausnutzen, um beispielsweise in geschäftlichen Beziehungen oder in militärischen Auseinandersetzungen einen Vorteil zu erlangen.


Perfide und unanständig.

“Es sei perfide und unanständig, mit dem Schicksal von Arbeitnehmern von unternehmerischen Fehlentscheidungen ablenken zu wollen.

So wird Nils Wiechmann (Grüne) heute aus dem Landtag zitiert. Sogar Manfred Strack hat sich nach Mainz aufgemacht, um das Ohr Richtung Politik zu halten und um die weisse Fahne zu hissen - von den Zuschauerrängen aus und nach meinem Gefühl vier Jahre zu spät.

Es fällt aber auf, daß unser Lieblingswort “Neuausschreibung” immer öfter fällt und sogar durch “Neuordnung” noch übertroffen wird. Könnte jetzt eigentlich nur noch durch Räumungsklage getoppt werden.




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