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Sonntag, 18. August 2019

Autofahren in Deutschland: Mobilität oder persönliche Freiheit?

Immer häufiger wird im Mainstream - also abseits unserer exklusiven Motorsport-Blase - das Thema Straßenverkehr und dessen zunehmende Aggressivität behandelt.

Zum Beispiel aktuell in dieser Quarks Sendung mit Mai Thi Nguyen-Kim:

Wem gehört die Straße? - Aggressionen im Verkehr

Dort werden dann Zahlen genannt, die ich hier auch gerne bringe. Zum Beispiel, dass Autos generell 23 Stunden pro Tag ungenutzt rumstehen. Beziehungsweise eine Kapazitätsauslastung von 4% haben, für die beispielsweise eine Firma nie eine Investition tätigen würde. Meine Rechnung von vor 2 Jahren ist nach wie vor gültig.

Das bedeutet bei 47 Mio. Autos in Deutschland, dass deren Parkraum aneinandergereiht 7x rund um die Erde reichen würde! 6 Meter x 47 Mio. ≈ 7 x 40.000 km.

Tendenz steigend.

Dazu gesellt sich, dass wir heute alle aggressiver und mehr gegeneinander unterwegs sind. Es ist eine schleichende Entwicklung, aber die Autos wurden viel größer und wuchtiger, stärker und zahlenmäßig mehr. Auch wurden sie viel komfortabler, man merkt heute gar nicht mehr den Unterschied, ob man mit 130 oder mit 200 unterwegs ist. Der öffentliche Raum allerdings wurde nicht größer, sondern eher kleiner - besonders in Städten. Kein Wunder, dass sich heute alle Verkehrsteilnehmer - von Fußgänger bis LKW - um diesen Raum prügeln.

Das war vor gut 30 Jahren, als z.B. ich meinen Führerschein gemacht habe, noch ein komplett anderes Szenario. Hier ist ein herrliches Symbolbild dazu (von @jasoncammisa).

Was mich inzwischen aber noch mehr ärgert ist die Tatsache, dass der Motorsport, der durch die Förderung des Wettbewerbs an dieser gegeneinander Entwicklung nicht ganz unschuldig ist, a) weder Verantwortung übernimmt und b) keinerlei Perspektiven aufzeigt, wie sich das Dilemma in der Zukunft lösen lassen könnte.

Wo wir gerade so schön am Erzählen sind, eine Sache nervt mich inzwischen auch tierisch im Zusammenhang mit Energie und Emissionen: das Bremsen. Gibt es eine größere Energieverschwendung als Bremsen? Mal davon abgesehen, dass viele Fahrten insgesamt völlig unnötig sind, weil man die auch locker zu Fuß oder mit dem Rad absolvieren könnte. Aber lassen wir das mal außen vor.

Beim Bremsen wird die vorher mühevoll aufgebaute Bewegungsenergie völlig sinnlos vernichtet und nicht einmal zurückgeführt, sondern in Verschleiß (Beläge und Scheibe), Wärme und zusätzliche Emissionen (Feinstaub) umgewandelt. Daran muß ich immer häufiger denken, wenn ich aggressive Verhalten beobachte, die das komplette Gegenteil von vorausschauender Fahrweise sind. Der Horizont reicht maximal bis zum nächsten Verkehrsteilnehmer - bzw. Konkurrenten - der noch schnell überholt werden muß, bevor es zackig und ankernd in die Ausfahrt geht. WTF?

Mit etwas erweitertem geistigen Horizont könnte der Motorsport hier eine schöne Vorbildfunktion einnehmen, z.B. durch Verbrauchsformeln, die eine vorausschauende und energiesparende Fahrweise belohnen. Wo es gilt Bremsmanöver zu vermeiden, um genügend Energie für den Wettbewerb aufzusparen. Es muss ja nicht so extrem sein wie bei den Dirt Tracks in Amerika, wo die Motorräder gar keine Bremse mehr verbaut haben. Obwohl ich zugeben muss, dass ich das sehr reizvoll finde!

Mobilität | Aggressionen | Straßenverkehr | Bremsen | gegeneinander |


Die Classic Isle of Man TT musste ihre heute Session absagen, weil nicht genug Marshals gekommen sind.

Das Problem ist durch die Länge 3x größer als an der Nordschleife - ihnen fehlen heute über 80 Marshals! Wieviele brauchen die wohl insgesamt? Und eine Überfahrt ist ja auch ziemlich teuer und die Marshals immer nur von der Insel zu rekrutieren ist nicht so einfach.

Gary Thompson:

What I don’t want to do is close the road, get everyone in place, have everyone waiting and then find we can’t hold the qualifying session, so we have decided to give everyone plenty of notice and cancel today’s session and concentrate on getting Marshal numbers in place for Monday night.

Und natürlich ist es eine - die eine! - öffentliche Straße, die man nicht umsonst sperren möchte.

IOMTT | ClassicTT | Marshals |


Dienstag, 06. August 2019

Seziert und verglichen: Chevy Bolt vs BMW i3 vs Tesla Model 3.

Jalopnik war wieder bei Munro - das ist die Firma, die sich in der Autoindustrie auf Reverse Engineering spezialisiert hat - Stichwort: Benchmarking.

Und haben die 3 EVs mit ihren Unterschieden im Detail vorgestellt:

youtu.be/pgu6mkKZwNg

Spannend zu sehen wie sich die Konzepte massiv unterscheiden - da ist noch ordentlich Spielraum, bis sich die beste Variante durchsetzt. Und sehr beeindruckend, wie es Tesla gelingt die Latte mächtig hochzulegen.

Jalopnik | Munro | Bolt | BMWi3 | Model3 |


VIDEO: Keanu Reeves stellt seine Firma Arch Motorcycles vor.

Und auch seinen motorradlichen Hintergrund:

youtu.be/O4iGNXsqghs

Arch | Reeves |


Sonntag, 04. August 2019

Wie die Katze um den heißen Brei.

Euro 5 Diesel Mercedesse kann man jetzt mit einem AdBlue nachrüsten lassen und bekommt dann von Daimler einen Zuschuss.

Der Grund, warum man das machen sollte, bleibt ein großes Geheimnis. Bei Daimler ist man sich keiner Schuld bewusst - die Worte Abgas, Emissionen, NOx oder NO2 kommen in den Erklärungen nicht vor.

Man windet sich und ringt sich gerade so durch von Fahrverboten zu reden, die man durch den Einbau abwenden kann:

[Die Nachrüstung] muss zudem nachweislich dazu berechtigen, in bestimmten Städten bzw. Straßen mit Fahrverboten einzufahren.

Mercedes | Daimler | Dieselgate | Fahrverbote | Nachrüstung |


Auto selberbauen? Kann man machen!

Lustiges Elektrogefährt.


Montag, 29. Juli 2019

Bitterböses Petrolbashing - in der Zeit.

Als im März die Fridays for Future Bewegung Fahrt aufgenommen hatte, war ja schon zu ahnen, dass für den Rennsport die Einschläge näher kommen.

Bitteschön, auf zeit.de gestern von Jan Freitag - maximal polemisch den Frust von der Seele geschrieben. Man spürt regelrecht, dass sich da was angestaut hat:

Kein Wunder, dass mit RTL damals der dümmste aller Kanäle auf Schumis Schlachtross sprang. Wundersamer ist es hingegen, dass bis heute selbst seriöse Medien von der ARD bis zur Süddeutschen Zeitung mitreiten, anstatt zu fordern, die denkbar größte Sauerei der gesamten Freizeitgeschichte endlich zu verbieten. Und zwar sofort.

Geistig schlichte Mannsbilder wie jene, die geliehene Boliden ungeachtet roter Ampeln und Tempolimits durch belebte Innenstädte jagen, sind ja nichts anderes als Sebastian Vettels in arm, der geliehene Boliden ungeachtet von Erderwärmung und Plastikmeeren über Parcours hetzt – nur, dass der dafür Reichtum, Ruhm, Respekt erntet, statt Schulden, Knast, Verachtung wie seine Karikaturen.

Sind noch ein paar mehr Klopper drin, z.B. die reaktionärste Menschheitsverachtung auf Rädern seit Erfindung des Panzers.

Allerdings weiß ich nicht, wie ein Team pro Rennenveranstaltung auf 1.600 L Spritverbrauch kommen will, die haben doch nur gut 100 L Tankinhalt - naja, Quelle: Focus - vielleicht deswegen.

Natürlich könnte man jetzt argumentativ in die Rolle fallen, dass das doch gar nicht stimmt und überhaupt die Zuschauer bei einem Fußballspiel viel mehr Sprit verbrauchen.

Könnt Ihr vergessen - darum geht es nicht.

Mike Frison / renn.tv

Es geht um den gesellschaftlichen Status des Sports. Die dekadente Zurschaustellung von Vergeudung und Verpestung, die der Sport für Außenstehende (!) darstellt. Egal war Ihr denkt, das ist das Bild, das vermittelt wird. Es geht nicht darum, zu argumentieren - es geht darum, dass die gesellschaftliche Aktzeptanz sowieso nur geliehen war und jetzt bröckelt.

Schumacher hat einen irren Boom ausgelöst, hat auch genau in die Zeit gepasst. Industrielle mussten ihr motorsportliches Hobby nicht mehr verstecken, sondern konnten es mit Sport-Fremden zelebrieren und sich feiern - VIP sei Dank.

Die Zeiten neigen sich dem Ende.

Nicht weil sich irgendetwas am Sport geändert hätte, sondern weil sich die Rahmenbedingungen verschieben. Hat man die Motorsportler früher machen lassen, so werden sie heute aggressiv geächtet - der Zeit Artikel ist bei aller Polemik ein strammer Schuss vor den Bug. Das muss nicht immer so heftig ablaufen, subtil reicht für manche empfindlichen Gemüter schon. Da stellt sich dann die Frage, ob man vielleicht doch nicht lieber auf den Golfplatz zurückgeht, einfach nur um keine unnötige Angriffsfläche zu bieten. Denn die Industrie ist beim Thema Compliance nervös geworden.

Und so wie der Sport aufgesetzt ist - Heldentaten rausposaunen und Marken zelebrieren - kann man sich nichtmal heimlich seinen Kick holen.

Denken wir ein paar Jahre weiter - mehr Hitze, mehr Flut, mehr Katastrophen - der Motorsport ist im gesellschaftlichen Umfeld nicht mehr zu vertreten.

Und selbst wenn es nicht ganz so schlimm kommt, nicht einmal abgeschwächte Szenarien werden von den Machern des Sports adressiert - sie laufen blind in’s offene Messer.

Das ist für den Sport noch viel schlimmer. Denn statt es sanft abzufangen und sich mit weniger zufrieden zu geben, lässt man die Konfrontation geschehen - und kann daraus nur als Verlierer hervorgehen. Und bitte kommt mir jetzt nicht mit Formel E - die kann ja schlecht den ganzen Sport ersetzen.

Seltsamerweise kann man mit Betroffenen, also Sportlern aus dem Motorsport-Umfeld, kaum sinnvoll über dieses Thema reden. Fühlen sich - von mir! - gleich angegriffen und nehmen die Verteidigungshaltung ein, statt einen Schritt zurückzugehen, um das große Ganze in’s Blickfeld zu rücken. Und damit meine ich den öffentlichen Druck, der nur entstehen kann, wenn man dagegenhält. Und genau das findet zur Zeit statt.

Eine Strategie, die zum Scheitern verurteilt ist.

Und wo wir gerade beim Thema sind - hier ein paar Vokabeln aus einem anderen Artikel:

Rennen … Kräftemessen … gerast … rechts und links überholt … Rennteilnehmer … Teilnehmer des Rennens …

Nein, nicht Formel 1 sondern Unfall auf der A3 mit 4 Verletzten und 20 km Stau.

Hat Jean Todt schon angerufen?

Zukunft | FridaysForFuture | PetrolBashing | DieZeit | Formel1 |


Sonntag, 28. Juli 2019

Der Fall Audi - eine 45 Min. Dieselgate Reportage vom BR.

Steigt tief ein und beleuchtet konkret die Rolle Audi’s beim Abgasskandal.

Denn VW ist immer als Sündenbock hingestellt worden, während Audi die weiße Weste behalten sollte, um die Konzerngewinne nicht zu gefährden. Stellt sich natürlich raus, dass da noch einiges an Aufarbeitung nötig ist.

youtu.be/yagzC4VAFX4

Schön, dass auch die Akustikfunktion wieder einen bedeutungsvollen Auftritt hatte, die ist mir ja seit dem gehackten Steuergerät im Dez. 2015 an’s Herz gewachsen.

Aber es gab auch wieder mal neues Vokabular:

  • DeNOx-Effizienz
  • Umschaltbedatung

Auch hat der Bericht bei Minute 33:52 aufgezeigt, dass die 18-fache Grenzwertüberschreitung beim Audi A8 ermittelt von der DUH Umwelthilfe intern bei Audi verifiziert wurde:

“Interne Analyse und RDE-Messung bestätigen die Ergebnisse der Deutschen Umwelthifle.”

Allerdings fährt der A8 immer noch genauso rum - nichtmal ein Softwareupdate ist bis jetzt auf die Reise geschickt worden.

Dieselgate | Audi | Stadler | Piëch | Winterkorn | Hackenberg |


Samstag, 27. Juli 2019

Eifel-Rallye-Festival in Daun, die große Gruppe B Invasion.

Letztes Wochenende war Eifel-Rallye-Festival angesagt. Das ist immer dann in Daun, wenn sich gefühlt alle übrig gebliebenen Gruppe B Autos in Daun versammeln.

Ich bin auch schon Donnerstags angereist, um möglichst früh und möglichst viel von der Action mitzubekommen.

Der Shakedown sollte an diesem Tag in Darscheid über die Bühne gehen. Ich kam an, konnte meine Unterlagen abholen und bin für einen kurzen Regenschauer noch im Auto geblieben. Der wird man natürlich nervös, wenn gleichzeitig die Fahrzeuge schon im Einsatz zu hören sind. Also los sobald der Regen aufgehört hat - doch dann das: Sirenenalarm, Martinshorn und es ist auch nie gut, wenn Notarzt und Polizei in eine Wertungsprüfung einfahren.

Mike Frison / renn.tv

Dann kamen auch noch Rettungshubschrauber und allen war klar, dass etwas Schlimmes passiert sein musste. Offiziell liest sich das so:

Das ADAC Eifel Rallye Festival (18.–20. Juli 2019) war noch gar nicht so richtig gestartet, da stand allen Beteiligten der Schrecken ins Gesicht geschrieben. Beim Shakedown kam eines der ersten Fahrzeuge auf einer Gerade nach rechts von der Strecke ab und verletzte dabei sechs Zuschauer, die sich ordnungsgemäß in dem dafür vorgesehenen Bereich befanden. Unter den weiteren Zuschauern befanden sich zwei Ärzte und mehrere Rettungssanitäter, sodass sofort Hilfe geleistet werden konnte. Die Rettungskräfte des Veranstalters und weitere herbeigerufene Kräfte waren in wenigen Minuten an der Unfallstelle. Ein Notfallseelsorger war ebenfalls vor Ort und betreute die anwesenden Fans. Die Verletzten wurden in umliegende Krankenhäuser gebracht, eine der beiden schwerverletzten Personen mit dem Hubschrauber. Die vier Leichtverletzten konnten das Krankenhaus nach ambulanten Behandlungen sofort wieder verlassen, die beiden Schwerverletzten wurden operiert und sind nach Auskunft der Ärzte stabil. “Das war ein Schock für alle hier beim Festival, für uns als Organisatoren aber auch für alle Fahrer und Fans”, sagt Otmar Anschütz (Daun), Organisationsleiter und Vorsitzender des veranstaltenden MSC Daun. Das Eifel Rallye Festival besteht ausschließlich aus Demonstrationsfahrten historischer Rallyefahrzeuge auf abgesperrten und abgesicherten Strecken. “Obwohl es bei uns keine Zeitwertung gibt, werden die Sicherungen der Strecke und für die Zuschauer nach internationalem Standard so durchgeführt, als würde hier auf Bestzeit gefahren”, erläutert Anschütz. Nach den bisherigen Ermittlungen der Behörden war dies ein tragischer Unglücksfall, der nicht vorhersehbar war. “Nach Abwägung aller Aspekte haben wir uns entschieden, unser Festival weiter durchzuführen, auch die beteiligen Behörden haben sich dafür ausgesprochen. Am wichtigsten aber ist, dass alle Verletzten schnellstmöglich wieder gesund werden. Das ist der Wunsch von uns Organisatoren, wir sprechen da auch im Namen der Teams und der zahlreichen Fans”, so Anschütz.

Das war natürlich ein Schocker für Alle - besonders für die verletzten Zuschauer, eh klar. Aber auch die Aktiven und die Organisatoren waren tief betroffen, denn gerade bei so einer Veranstaltung, die sich komplett dem Genuß verpflichtet fühlt, sind Verletzte das Letzte, was man haben möchte.

Ich hatte auch kurz mit dem Gedanken gespielt wieder Heim zu fahren, bin aber dann doch geblieben. Erstmal das Quartier bezogen und den Bloggertransit geparkt - der war für eine Nacht mal wieder mein Schlafquartier.

Vor war auch Mosh wieder am Start - so wie letztes Jahr und damit Tradition:

Mike Frison / renn.tv

Denn Tradition ist das Stichwort.

Mike Frison / renn.tv

Wir haben uns an allem Möglichen die Nase plattgedrückt - und das ist wirklich kein Problem:

Mike Frison / renn.tv

Mein Favorit war dieser Lancia:

Mike Frison / renn.tv

Das Zelt dran festgebunden und die Scheibe - weil original und mit Patina - “genäht” mit Kabelbindern:

Mike Frison / renn.tv

Musste ich früher® beim Motorrad aus Budgetmangel auch immer so machen.

So sah der innen aus:

Mike Frison / renn.tv

Wie frisch nach der Werks-Rallye-Saison aufgekauft und alles so gelassen. Mega.

Und falls noch irgendwas fehlt für volle Punktzahl, die Goodwood Aufkleber machen den Sack endgültig zu:

Mike Frison / renn.tv

Die waren übrigens auf gefühlt mindestens der Hälfte der Autos - und machen deutlich, was für Material hier versammelt ist. Und noch schöner: die Eifel-Rallye Aufkleber werden nicht weniger stolz gehegt und gepflegt und werten diese Schätzchen nochmal auf. Da platzt Daun doch vor Stolz. Zu Recht!

Mitsubishi Starion sagt Euch wahrscheinlich jetzt nicht so viel, aber ich habe meine Kindheit im elterlichen - Mitsubishi - Autohaus verbracht und daher wurde mir natürlich direkt warm um’s Herz:

Mike Frison / renn.tv

Nach der ausgiebigen Fahrerlagerwanderung und den ebenso ausgiebigen Fahrerlagerbier freute ich mich natürlich schon auf die Nacht im Bus und den Frühstückskaffee:

Mike Frison / renn.tv

Und als wäre das nicht so schon der beste Frühstückstisch der Welt: da steht normalerweise ein Integrale drauf. Meinte ein Campingnachbar, Anschluss findet man hier sofort - Rallye verbindet.

Als WP für den Freitag hatte ich mir No 1 - die Super Stage - ausgesucht. War ich zwar auch letztes Jahr, aber organisatorisch war bei mir nichts anderes drin, als die erste WP zu wählen, um nicht zu spät wieder zu Hause zu sein. War aber top - und man weiß immer, dass man nicht verkehrt liegt, wenn man Vertreter der Pro Kategorie unter den Zuschauern wiederfindet:

Mike Frison / renn.tv

Das kann man leider nicht von allen Beifahrern behaupten, denn so ziemlich das uncoolste, was man in einem Rennwagen machen kann, ist … winken!

Mike Frison / renn.tv

Das sieht schon auf den Fotos furchbar albern aus, aber in echt ist es wirklich noch schlimmer. Das ging vor allem jede Runde so.

Aber wollen wir uns mal nicht beschweren, denn insgesamt war die Show wieder richtig geil!

Mike Frison / renn.tv

Den Starion habe ich auch wieder getroffen:

Mike Frison / renn.tv

Das Schöne an so einer Schauveranstaltung ist ja, dass man aus keiner Wertung fliegen kann, wenn man eine Runde zuviel fährt. Oder zwei. Oder wie im Fall des Starion-Teams: 10 vielleicht? Wurde jedenfalls immer schneller und hat sich am Ende ganz gut eingegroovt.

Hier noch ein paar gesammelte Werke:

Hoffentlich geht es den betroffenen Zuschauern bald wieder richtig gut!

EifelRallye | Daun | GruppeB | Mikebericht | Mikefotos |


Mein alter Crosser hat ein neues Zuhause gefunden.

Bei Herbert Machnitzki:

Mike Frison / renn.tv

Da ist sie in guten Händen - und wird sich wahrscheinlich selber wundern über den Speed, den sie auf ihre alten Tage noch freisetzt! Wobei - ist erst 29 das Maschinchen - also im besten Alter :)

Übrigens - eine Adresse, die Ihr Euch auch ruhig mal merken könnt, wenn Ihr eine gute und ehrliche Motorradwerkstatt im Raum Kerpen sucht:

www.hm-moto.de

Leider bekomme ich jetzt aber dadurch nicht mehr Platz in der Garage, weil die war eh schon ausgelagert.

Fuhrpark | HMMoto | Machnitzki | MotoCross | Yamaha |


Freitag, 26. Juli 2019

Probleme bei der IAA.

Nicht nur, dass der IAA die Aussteller und Besucher weglaufen - jetzt kündigen Aktivisten auch noch eine Blockade an.

In Genf im Frühjahr konnte man sich von vielen Elektro-Premieren beeindrucken lassen. Das kam relativ überraschend und ist normalerweise kein Genf-Kriterium. Aber die Neuigkeiten drängen auf den Markt und wollen in die Schlagzeilen gebracht werden.

Von daher wird es spannend sein zu sehen, ob sich bei der IAA im September in Frankfurt überhaupt jemand mit einem Mainstream-Verbrenner in das Rampenlicht traut.

Dass Aktivisten jetzt die Messe als Ziel ausmachen, dürfte den neuerdings grün-gewaschenen OEMs auch Kopfzerbrechen bereiten. Denn diese Schlagzeilen wollen sie natürlich vermeiden. Und idealerweise auch ihre klobigen Mir-doch-egal-Panzer verkauftsmäßig ankurbeln, weil da die Gewinne am kräftigsten sprudeln.

Messe | Frankfurt | IAAMesse | SandImGetriebe |


Wieso rechnet eigentlich niemand die CO2 Angaben nach?

Aus einem Artikel über SUVs, in dem der Begriff CO2 insgesamt 15x vorkommt:

SUVs nehmen Platz weg, sind gefährlich und als „Klimakiller“ der Inbegriff von Rücksichtslosigkeit und Umweltsauerei.

Im Schnitt stößt ein SUV 134 Gramm CO2 pro Kilometer aus.

Beim Diesel sind es etwa 2,65 kg CO2 pro Liter - d.h. bei 13,4 kg pro 100 km ein Verbrauch von 5 Litern Diesel.

Hallo McFly, jemand zuhause?


Martin EA189 Winterkorn: Grob fahrlässige Unkenntnis.

Neulich bei Dieselgate:

Den VW entstandenen Schaden wegen des Dieselskandals müsse sich das Unternehmen wegen grob fahrlässiger Unkenntnis des seinerzeitigen Vorstandsvorsitzenden Martin Winterkorn zu 100 Prozent selber zuschreiben, urteilte das Gericht.

Volkswagen | Dieselgate | Winterkorn |


36°C in Spa - um 10h morgens.

Aber keine Spur von schlechtem Gewissen.

Es gab mal eine Zeit, da konnte man sich den Motorsport schönreden, weil hilft ja der Serie. Das liegt aber weit hinter uns, denn in Zeiten von Vernetzung und Roboterautos ist individuelle Dynamik eher kontraproduktiv.

Gäbe es den Motorsport nicht, dann hätte man heutzutage keine Argumente mehr ihn zu etablieren. Zu Zeiten, wo sich sogar Aktivisten mobilisieren, um eine Automesse (IAA) zu blockieren.

Für die Hersteller beginnt jetzt das hausgemachte Dilemma, denn einerseits wollen sie sich umweltfreundlich präsentieren - auf der anderen Seite jedoch wollen sie ihre Motorsport-Erfolge möglichst laut und kräftig in die Welt hinausposaunen.

Passt nicht mehr zusammen.

Für mich der Elefant im Raum jedoch ist die Ignorranz, mit der die Aktiven so tun, als würde sie das alles nichts angehen. Wie zum Beispiel die ungewöhnliche Hitze in Spa. Das macht höchstens den Motoren und Reifen zu schaffen, aber gesellschaftspolitisch ist es egal.

Solche Widersprüche bleiben der breiten Öffentlichkeit natürlich auch nicht verborgen und diese offensichtliche Verlogenheit wird dem Motorsport noch schwer auf die Füsse fallen.

On a positive Note: die Wettervorhersage für die 24h Spa hält einige regnerische Überraschungen parat - könnte interessant werden.

Spa24h | Klima | Klimawandel | Hitzerekord | ElefantImRaum |


Montag, 22. Juli 2019

Form folgt Performance.

So bewirbt Porsche das neue Cayenne Coupé:

Diese eine Form. Es gibt sie seit vielen Jahren. Sie wurde verlängert, erhöht, tiefergelegt. Aber sie war immer gleich. Diese Form hat Rennen gewonnen. Verdammt viele. Jeder kennt sie, jeder erkennt sie. Nachts. Im Nebel. Blind. Diese Form steht für all das, was wir sind.

Ein über 2 Tonnen schweres Dickschiff.

Mike Frison / renn.tv

Man kommt nicht in Form, wenn man nur rumsitzt.

Ich hoffe das ist der Gipfel der Verlogenheit, also quasi der Zenit, der überschritten werden muss, um wieder in der Normalität anzukommen.

Kürzlich bin ich über einen Text gestolpert, wie junge Leute - Generation Y in diesem Fall, also Y für “Why” - sich ihr Arbeitsumfeld vorstellen und welche Auftritte von Vorgesetzten erwartet werden:

Authentizität und eine integre Haltung sind als Chef für die Generation Y heutzutage wichtiger als perfekte Performance.

So ein 2 Tonnen Stadt- und Autobahnpanzer ist das Gegenteil von Authentizität - es ist die arrogante Zurschaustellung einer mir-doch-egal Haltung, die sich meist auch in einer ebenso adipösen Anatomie der Besitzer widerspiegelt. Natürlich auch in passend adipösen Brieftaschen, denn unter 80 dicken Scheinen ist der Poserporsche nicht zu haben.

Passend dazu ist die Webseite übrigens auch krankhaft übergewichtig.

Damit ist natürlich auch das letzte Fünkchen Glaubwürdigkeit dahin - ich sehe die gepanzerte Mobilität schon vor meinem geistigen Auge, wenn ich auf dem Rad zur Arbeit fahrend verzweifelt nach sicheren Verkehrswegen suche. Denn diese Autos werden nicht nur schwerer, sondern auch breiter und vor allem unübersichtlicher - aber Hauptsache Form folgt Performance.

Porsche | Cayenne | CayenneCoupe | Dickschiff |


Sonntag, 21. Juli 2019

Er ist wieder da.

Kurt Beck hat es geschafft: endlich wieder lange Interviews, ohne dass Nürburgring oder Rücktritt zur Sprache kommen.

Denn auch der bräsigste Politikerdarsteller weiß: die Zeit heilt alle Vergehen, nichts ist so verlässlich wie die Vergesslichkeit des Stimmviehs.

KurtBeck | Insolvenz | Erlebnisgrab |


Montag, 15. Juli 2019

Videos mit Sound von elektrischer Harley LiveWire.

Zur Harley LiveWire gibt es jetzt einen Video Erlebnisbericht:

youtu.be/VNDXvz5HRuU

… und auch Aufnahmen bzw. Sound vom Vorbeifahren:

youtu.be/AGSP8_CahHY

Der lässt ganz schön fliegen! Und die Harley scheint auch ordentlich zu performen - Fun!

Die Geräuschkulisse ist schräg, aber irgendwie auch sehr nett. Vor allem bei dem Speed - ist ein ernstes Gerät.

HarleyDavidson | LiveWire | Elektro |


Habt Ihr das mitbekommen, dass am Wochenende die Meisterschaft in der Formel E entschieden wurde?

Ich auch nicht.


Sonntag, 14. Juli 2019

Carsharing wird immer beliebter.


Klimanotstand in Köln.

Jetzt offiziell:

Bei anstehenden relevanten Ausschuss- und Ratsentscheidungen solle eine neue Klimafolgenabschätzung als fester Bestandteil eingeführt werden, die kennzeichnet, inwieweit die anstehende Maßnahme oder das Projekt Auswirkungen auf die Nachhaltigkeit und den Klimaschutz hat. Bis jetzt enthalten Ratsvorlagen als feste Folgendarlegung lediglich finanzielle Aspekte.


Harley-Davidson hat sein elektrisches Motorrad - LiveWire - heute der Öffentlichkeit zum Fahren vorgestellt.

In Amerika - und die ersten Erfahrungsberichte schlagen auf: Ultimate Motorcycling.

Die Reichweite scheint übersichtlich, aber der Spaß groß zu sein. Kostet auch 'ne Ecke, aber wirkt ausgereift.

Das war vor 2 Jahren eine heftige Meldung, dass ausgerechnet Harley elektrisch wird. Alle - aber doch nicht Harley?! Und jetzt sind sie die Ersten aus der Runde der großen OEMs, die ihr fertiges Motorrad präsentieren. Wird den Rest der Industrie - in Japan, Italien, aber auch Deutschland - mächtig unter Zugzwang setzen. Auch wenn sie sich das natürlich nicht anmerken lassen werden. Spannend!

Harley | Elektro | LiveWire |


Samstag, 13. Juli 2019

Wachstum und Fortschritt - oder Ende der Fahnenstange?

Noch ist von Verzicht nicht viel zu spüren, doch die Erkenntnis arbeitet sich langsam in die Köpfe vor, dass es ohne nicht gehen wird.

Heute in der Süddeutschen Zeitung:

Echter Klimaschutz wird weh tun.

Politikerinnen und Politiker sollen es richten, dafür werden sie gewählt. Sie sollen es aber so tun, dass es nicht wehtut. Wirtschaft und Wohlstand sollen immer weiter wachsen - nach dem Motto: Wasch’ mir den Pelz, aber mach’ mich nicht nass!

Wir haben uns Wohlstand erarbeitet - aber wollen irgendwie nicht wahrhaben, dass dies auf Kosten der Umwelt geschieht. Denn würden wir es einsehen, dann müssten wir ja konsequenterweise darauf verzichten. Und Verlust ist etwas, das der Mensch grundsätzlich vermeiden möchte.

Mike Frison / renn.tv

Also machen wir es uns auf dem Wohlstandsthron bequem - und lassen uns einreden, dass wir dies verdient hätten. Fängt an bei den Kleinigkeiten - mal schnell mit dem Auto zum Bäcker Brötchen kaufen - und setzt sich bei den größeren Sünden fort: Flugreisen zum Beispiel. Oder Motorsport.

Die CO2 Rechnung hatte ich ja schon aufgemacht - da muss man schon mit dem spitzen Stift kalkulieren, um das Budget nicht zu überschreiten. Wer verzichtet schon auf’s Heizen im Winter, um budgetgerecht im Sommer in Urlaub zu fliegen?

Mike Frison / renn.tv

Noch schreckt der Staatsfunk davor zurück, den Leuten reinen Wein einzuschenken. Schleichen um den heißen Brei, reden von Tonnen und Prozent - aber die reale Plus-Minus-Rechnung wird vermieden. Der Grund ist klar: wir leben aktuell weit über unsere Verhältnisse - quasi in Saus und Braus - nicht bereit auch nur einen Zentimeter aufzugeben. Nie wurden in Deutschland soviele SUVs verkauft wie heute.

Mike Frison / renn.tv

Inzwischen spürt zumindest die Autoindustrie, dass der Zenit überschritten ist. Es werden Allianzen geschmiedet, die früher undenkbar waren: BMW und Daimler, VW und Ford. Und die Analysten sagen weitere Zusammenschlüsse voraus.

Die Dynamik gewinnt an Fahrt - und der o.g. Artikel aus der Süddeutschen untermauert, dass mit dem Tabu gebrochen wird, es könne immer so weitergehen. Es sind Einschnitte nötig, die unser aller Leben betreffen werden. Während die Öl- und Verbrennerindustrie verzweifelt die alten Pfründe verteidigt, wird übersehen, dass die Mobilität insgesamt ungesunde Ausmaße angenommen hat und zurück auf Normal reduziert werden will. Das betrifft nicht nur Personen-, sondern auch Warentransporte und es kann nicht schaden, sich darauf schonmal gedanklich vorzubereiten.

Denkt mal ein paar Jahre weiter - und die Hitzesommer noch ein paar Grad heißer, die Regen stärker, die Tornados wütender. Jedes Extremwetter wird die Diskussion weiter anfachen - das Klima ist nicht mehr Theorie, sondern real für alle live zu erleben. Wobei es fast schon makaber ist, sich über Merlot in Rheinland-Pfalz zu freuen, wie es Julia Klöckner kürzlich im Interview gemacht hat.

Man wird auf die Verbrenner mit dem Finger zeigen, auf die SUVs, auf die Vielfahrer, auf die Flugreisenden, auf die Motorsportler. Und wenn das alles nichts hilft, wenn die Grünflächen weiter ausdörren, die Wasser- durch Flüchtlingsströme ersetzt werden, das Wasser knapp wird - dann wird Mobilitätsverzicht sowieso unser kleinstes Problem sein.

Mike Frison / renn.tv

Ich bin mal gespannt, wie sich der Rhein diesen Sommer einpegelt - hier ist ein guter Link für den Wasserstand in Köln.

In Köln beobachte ich in den letzten Jahren eine interessante Entwicklung: immer mehr Menschen verzichten auf ein eigenes Auto, obwohl sie sich das locker leisten könnten. Nicht der fette Klappenauspuffbenz ist cool, sondern der Lastenradpapa, der seine Sprößlinge zur Kita radelt.

Mike Frison / renn.tv

Veranstaltungen wie Critical Mass wachsen kontinuierlich - der Radverkehr nimmt gefühlt ständig zu. Leider bezahlen auch Viele mit ihrem Leben, in Deutschland letztes Jahr mehr als 1 Radtoter pro Tag (445).

Mike Frison / renn.tv

Ich habe zwar wenig Hoffnung, dass sich die Erkenntnis durch alle Schichten durchsetzen wird, aber ich bin dabei. Im Grunde genommen schon seit ich in Köln wohne - also über 25 Jahre.

Mike Frison / renn.tv

Noch ein Punkt lässt mir keine Ruhe: das Bevölkerungswachstum. Wusstet Ihr, dass die Menschheit täglich um 220.000 wächst? Grob gesagt verdoppelt sich die Bevölkerung alle 30 Jahre. Verdoppelt! Das ist ein globales Problem und solange wir in Länder aufgeteilt sind, die nationalistisch - also als Nation egoistisch - denken, wird das nichts mit solidarischem Handeln.

Die Erde an sich juckt das übrigens überhaupt nicht - die überlebt uns ganz locker. Hat schon 4,5 Milliarden Jahre auf dem Buckel - uns gibt es erst so 100.000 Jahre. Auf eine 24h Skala übertragen sind das 2 Sekunden - dieser Film, der die Geschichte des Universums simuliert, gibt einen guten Eindruck. Nimmt man ein Menschenleben - sagen wir 80 Jahre - dann sind das in dieser Analogie ein bis zwei 1/1.000stel Sekunden - worüber reden wir hier eigentlich?

Vielleicht nehmen wir uns alle einfach nur zu wichtig und sind in Wirklichkeit: völlig irrelevant.

Zukunft | Mobilität | Verzicht | Klima | Wohlstand | Radverkehr |


Mittwoch, 10. Juli 2019

20.000 Euro Rabatt sieht man bei einem Auto auch nicht so oft (Link).


Elektroantrieb mit Batterie im Vergleich zu Wasserstoff und synthetischen Kraftstoffen.

Fundierte Analyse von Martin Randelhoff - bringt etwas Zeit zum Lesen mit.

Der tl;dr steht ganz unten:

Die einzelnen Technologiepfade zur Elektrifizierung des Straßenverkehrs haben spezifische Vor- und Nachteile. Die direkte Nutzung von Strom in batterieelektrischen Fahrzeugen hat den höchsten energetischen Gesamtwirkungsgrad und damit verbunden die geringsten Betriebskosten für den Verbraucher.

Elektro | Wasserstoff | Randelhoff |



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